Kneipensterben

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Erler Adel
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Re: Kneipensterben

Beitrag von Erler Adel »

Pedder vonne Emscher hat geschrieben:
15.11.2021, 21:46
@Erler Adel, auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum.

Da war ja auf den alten Schmitz Verlass. :D Er lebt übrigens noch, ist aber vor Kurzem in ein Seniorenheim gezogen.
Danke für's Willkommen heißen!
Hätte nicht gedacht, dass es den alten Knaben noch gibt aber umso schöner. :D

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Pedder vonne Emscher
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Re: Kneipensterben

Beitrag von Pedder vonne Emscher »

Das Kneipensterben soll sich nächstes Jahr beschleunigen. Ab 1. Januar 2024 gilt dann für die Gastronomen wieder der MWSt-Satz von 19 % statt 7 %.

Ich persönlich kann mir Kneipenbesuche bei diesen Preisen kaum noch leisten. In der Gaststätte, wo ich schon mal ab und zu hingehe, kostet ein Glas Bier 0,3 Liter 3 Euro. Macht einen Literpreis von 10 Euro. Wenn das dann nächstes Jahr noch teurer wird, verzichte ich.
Viele verlieren ihren Verstand deshalb nicht, weil sie keinen haben.
Arthur Schopenhauer

Wacholderjupp
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Re: Kneipensterben

Beitrag von Wacholderjupp »

Hallo Pedder,
die MWST auf Speisen soll ab dem 1.1.2024 wieder von /% uf 19% steigen.
Bei Getränken war die MWST immer bei 19%, und nicht vorübergehend abgesenkt.
Aber vielleicht werden trotzdem die Getränke teurer?
Vielleicht sollten wir mal eine Kneipenzählung in Gelsenkirchen machen?
Nach meiner Einschätzung werden 50 Kneipen in Gelsenkirchen kaum noch zusammen kommen.
Früher einmal hatte jeder Stadtteil ca. 20-25 Kneipen!
Da wir doch gut vernetzt sind, wäre eine Kneipenzählung, schnell erledigt.

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hoppi
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Re: Kneipensterben

Beitrag von hoppi »

kleinegemeine01 hat geschrieben:
27.10.2021, 11:59
Kürzlich fragte ich mich, wie es so war ne Kneipe zu betreten.

meine 1. Kneipe war Birdland, gefolgt von ungezählt vielen Anderen
Jetzt hast du mich wieder auf den Namen gebracht :-) Das Birdland war in der Mulvanystraße, oder? Da hab ich auch einen nicht ganz unerheblichen Teil meiner Jugend verbracht... und einen anderen Teil im "Old Fashion" hinter dem Musiktheater (später Pizzeria, heute dicht). Du hast es toll beschrieben, das "Jugendkneipengefühl" der 70er... Man musste sich nicht verabreden - man ist in die Kneipe gegangen und konnte relativ sicher sein, dass irgendjemand da war. Und wenn nicht, zog man eben weiter in die nächste :)

Das Kneipensterben begann ja nicht mit Corona - eher mit der Erfindung der Getränkemärkte. Früher ging man in die Kneipe, oder man holte sich an der Bude ein paar einzelne Flaschen. Preislich kein riesiger Unterschied. Aber mit den Getränkemärkten, in denen man einen ganzen Kasten Bier vom Preis von 3-4 Kneipenpils kaufen konnte, gab es plötzlich Alternativen. Selbst für uns Jugendliche - Kasten geholt und an den Kanal, oder zu einem Kumpel in den Garten. Und die Kneipen-Opas in den typischen Vorstadtkneipen sind einfach so nach und nach ausgestorben. Biologische Normalität.

In meiner Kindheit / Jugend gabs in Ückendorf gefühlt alle 100m ne Kneipe, selbst in den abgelegensten Nebenstraßen. Heute kenn ich noch vier: Zur Grenze, Erlenhof, Flöz Sonnenschein und Rosenhof. Und wenn man da abends mal vorbeigeht (außer bei der Erle, da komm ich nie "zufällig" vorbei, deshalb weiß ich nicht, wie es darin aussieht) hocken 2 oder 3 Gestalten an der Theke und halten sich an einem Bier fest. Ohne Vereine wären auch die alle schon längst tot :-(

Das Ende der MwSt.-Senkung trifft ja "nur" Restaurants. Und da vermutlich auch eher die einfachen, preiswerten. Denn mal ernsthaft: wenn ich bereit bin, für einen Abend im Restaurant 60, 80, 100 Euro auszugeben, dann ist es mir auch egal, ob es 10 Euro mehr werden. Aber ob die Pizza für 12,50 dann wieder 14 Euro kostet, könnte einen Unterschied machen. Ich kanns nicht abschätzen - wir werden es sehen... Auf der anderen Seite: hat eigentlich irgendjemand an den Preisen einer Speisekarte gesehen, dass die MwSt. von 19 auf 7 Prozent gesenkt wurde? Mir ist das nirgends aufgefallen... noch nicht einmal so, dass die Preise gleich geblieben wären... teurer wurde es auch trotz Senkung. Der Gastronom wird nun sagen "Jaaaa, aber sonst wäre es noch viel teurer geworden..." - aber das ist nunmal die Marktwirtschaft, die wir ja alle (oder fast alle) wollen ;-)

Doppelgänger
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Re: Kneipensterben

Beitrag von Doppelgänger »

Die Kneipen sterben mit den Stammgästen. Neue kommen kaum nach und die in den jüngeren Jahrgängen häufiger vorhandenen Migranten scheinen Teestuben, Shisha-Bars und co zu bevorzugen.

kg01 oder so
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Re: Kneipensterben

Beitrag von kg01 oder so »

Ich weiß es nicht genau, aber die Rolläden runter so oft kenne ich nicht - vllt. hat die letzte echte Kneipe auffe Cranger dicht gemacht - Posthörnchen (oder stübchen- schlag mich tot)

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Benzin-Depot
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Re: Kneipensterben

Beitrag von Benzin-Depot »

Die letzte Kneipe im Haverkamp macht dicht. Die Grieser Stuben schließen ihren Betrieb zum 30. November.

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Gaststätte und Biergarten Grieser Stuben / Pastor-Saß-Straße

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Einen Nachfolger soll es, nach Auskunft des Betreibers, nicht mehr geben. Die Kneipe soll zu Wohnraum umgebaut werden.
Am Samstag den 25. November steigt nochmal eine Abschiedsfete.

Hier noch mal einige aktuelle Aufnahmen zur Erinnerung


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„Die Menschen", sagte der Fuchs, „die haben Gewehre und schießen. Das ist sehr lästig.“
(Antoine de Saint-Exupéry / aus "Der kleine Prinz")

Wacholderjupp
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Re: Kneipensterben

Beitrag von Wacholderjupp »

Danke für die Information!
Zu dieser Kneipe hatte ich mal einen Draht.
Aber die größten Umsatzträger haben sich nach und nach verabschiedet,
wurden teilweise sogar als Tote aus der Kneipe getragen,
bzw. sind nach einem Kneipenbesuch zuhause lebend nicht mehr angekommen.
Datt nannte man wohl auch "Kneipensterben".
Wie viel Kneipen gibt es wohl noch in Gelsenkirchen,
früher hatte doch jeder Stadtteil 20-30 Kneipen?
Glück auf!

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Stargate
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Re: Kneipensterben

Beitrag von Stargate »

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Das war´s
Kneipenlos in Hüllen
Am 31.12.2023, schloss die Wirtin die letzte Gaststätte in GE-Hüllen,die nun in den wohlverdienten Ruhestand geht.
Das ist der Weg.

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Minchen
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Re: Kneipensterben

Beitrag von Minchen »

In Rotthausen hat eine neue Kneipe eröffnet.
An der Steeler Straße.
"Bei Marius".
Kassandra war doch eine furchtbare Populistin.

Das ist die Seuche unserer Zeit: Verrückte führen Blinde.
(Shakespeare, König Lear)

andrax51
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Re: Kneipensterben

Beitrag von andrax51 »

moin zusammen
im haverkamp gab es zu meiner
zeit 11 kneipen,wenn man den
kgv. auf der horst mitzählt. das ist
jetzt die letzte kneipe.

mfg andrax
Das Leben ist zu kurz für ein langes Gesicht
Macht das beste draus

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