Stolpersteine für Gelsenkirchen

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Stolpersteine in Gelsenkirchen?

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Detlef Aghte
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Beitrag von Detlef Aghte »

pito hat geschrieben:Unser Großvater hat fast nie etwas über diese Zeit erzählt. Nur dass er und gleichaltrige Freunde anfangs regelrecht wild darauf waren, in den Krieg zu ziehen. Kameradschaft, Abenteuer, Heldentum. Das hat man den jungen Männer damals immer wieder versprochen und so haben sie sich den Krieg dann auch vorgestellt, als wäre das eine Art große Kirmes.

An der russischen Front erfuhren sie dann schnell die Realität und das Grauen des Krieges. Mein Großvater sagte, er könne sich an eine konkrete Situation erinnern, in der er geschossen und einen Russen getroffen habe. Er war sich ziemlich sicher, dass er diesen Mann wohl getötet hat.
Sonst hat er nicht viel erzählt. Auch nicht, wie er sein Bein verloren hat. Er muss viel mit sich herumgeschleppt haben, aber konnte es nicht herauslassen.
Mein Vater hat auch nichts erzählt.Ich hab erst nach seinem Tod Bilder aus dem Krieg und von der Front gefunden. Er war allerdings in Norwegen.Hat immer gesagt : Schlage nie ein Norweger,es könnt dein Bruder sein
Als mal ein Größeres Geschenk anstand, wollte ich mit ihm in einem Wohnwagen nach Norwegen,weil er immer von geschwärmt hat.Als ich dann Nägel mit Köppe machen wollte,,zog er 2 Wochen Agadir vor. War nicht zu bewegen. Hab einige Bilder, wo er wohl eingezogen wurde,sah nicht sonderlich traurig aus.

detlef
Wer durch des Argwohns Brille schaut,
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W. Busch

Heinz
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Beitrag von Heinz »

Mein Vater hat zwar viel erzählt, aber das wesentliche verschwiegen.Bild
Erzählt hat er über seine Verwundungen, Lazarettaufenthalte, Fluchtversuche aus der Gefangenschaft, Hunger, Elend - aber hat nie darüber gesprochen, warum sein Vater von den Nazis vergast wurde und seine Asche meiner Oma gegen Portogebühr angeboten wurde.
Er hat auch nie über die Nazis in Hüllen gesprochen, die meiner Oma die Lebensmittelkarten verweigerten und nach dem Krieg ihren Milchbauer-Laden weiter führen konnten.
Oder über die, die erst führende Posten in der Nazi Hierachie bekleideten und nach dem Krieg schnell bereuten und religiös erleuchtet wurden, damit sie an Persilscheine kamen.
Oder den, der in dem Haus gegenüber wohnte und verantwortlich für den Tod meines Opas war.
Er hat nie die Personen genannt, die in die bewaffneten Kämpfe in den 20er und 30er Jahren in Hüllen verwickelt waren.

Alle mussten nach dem Krieg miteinander Leben und schweigen und verdrängen.
Die Generation, die das durchbrochen hat, war die so gennannte 68er Generation.

Hut ab dafür!

Dass die jungen Menschen heute eher angeödet sind von dem Thema, verstehe ich.

Aber pito hat ja schon wunderbar erklärt, warum es nicht in Vergessenheit geraten darf.
Natürlich muss aber auch eine Normalisierung eintreten. Die Dritte Generation, die sicherlich nicht verantwortlich für die Geschehnisse ist, aber sehr wohl noch darunter leidet, soll die letzte sein.
Nachfolgende sollen erinnern.
Aber nicht geprägt sein dadurch.

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Heinz O.
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Beitrag von Heinz O. »

Detlef hat geschrieben:Mein Vater hat auch nichts erzählt.Ich hab erst nach seinem Tod Bilder aus dem Krieg und von der Front gefunden. Er war allerdings in Norwegen.Hat immer gesagt : Schlage nie ein Norweger,es könnt dein Bruder sein
Als mal ein Größeres Geschenk anstand, wollte ich mit ihm in einem Wohnwagen nach Norwegen,weil er immer von geschwärmt hat.Als ich dann Nägel mit Köppe machen wollte,,zog er 2 Wochen Agadir vor. War nicht zu bewegen. Hab einige Bilder, wo er wohl eingezogen wurde,sah nicht sonderlich traurig aus.
auch mein Vater war in Norwegen, und hat auch nicht sehr viel erzählt und auch er war sehr froh und glücklich dort gewesen zu sein und auf den Fotos die ich aus dieser Zeit besitze, glaube ich das sogar.

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Detlef Aghte
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Beitrag von Detlef Aghte »

So zog Vater in den Krieg, sehen noch alle fröhlich aus ,die armen Schweine
Bild
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Fuchs
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Beitrag von Fuchs »

Das war das Geburtshaus meiner Mutter...

http://www.gelsenkirchener-geschichten. ... .php?t=359

Nie wieder Krieg !!!

pito
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Beitrag von pito »

Detlef Aghte hat geschrieben:Bild
Welche Straße ist das? Kann man's noch ermitteln?

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Eintrag von Hermann Neudorf

Beitrag von GELSENZENTRUM »

von Herman Neudorf aus Hallandale Beach,Florida am 08.07.2007 20:43
(Gästebuch Interessengemeinschaft Horst-Süd)

Per Zufall sah ich heute die Bilder der neuen Markenstrasse und viele Erinnerungen wurden wach. Ich wohnte vor vielen Jahren naemlich auch in der Markenstr 19 mit meinen Eltern Frieda und Simon Neudorf die im selben haus unten ihr Geschaft hatten. Ich bin in Horst-Sued 1925 geboren,habe die Jahn-Schule und Realprogymnasium besucht. Ich koennte noch heute die Namen der Geschaefte aufzaehlen die in den dreissiger Jahren auf der schoenen Geschaefts Straße waren. Wenn ich mit meiner Mutter bei Metzgerei Steiniger Fleisch kaufen ging,bekam ich immer ein Stueck Wurst in die Hand,.. Trotz Allem,was mir in meiner Jugend geschah,wuensche ich der Neuen Marken Straße und deren Mitarbeiter viel Glueck und Erfolg! Mit frdl. Gruessen verbleibe ich , Herman(n) Neudorf,frueher Fisherstr. 37,danach Devenstr. 18 und zuletzt bis 1938 Markenstr. 19

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Stolpersteine

Beitrag von GELSENZENTRUM »

Mit großer Freude kann ich euch folgendes mitteilen:

Habe gerade eine Email von Hermann Neudorf aus Florida bekommen,
Hermann Neudorf ist mit der Widmung von Stolpersteinen für seine Eltern Simon und Frieda Neudorf einverstanden. Herr Neudorf würde gerne bei der Verlegung anwesend sein.

Zottel
Beiträge: 6
Registriert: 18.08.2007, 17:40

ich bin für die steine, hab aber meine bedenken

Beitrag von Zottel »

Ich liebe die Menschen, und kann einfach nicht verstehen warum sie menschen belügen , betrügen, und sich töten, nur aus tierischem instinkt.
Ich bin 25 jahre alt, mein Grossvater vaterlicherseits war in stalingrad kradmelder und kam da raus !
Meine Grossmutter mütterlicher seits war Sinti und so mit meine Oma ein "mischling" . Sie hatte seit ihrem 8 lebensjahr einen buckel, wie "der glöckner von notredam" . ware auch eine kandidatn fürs kz gewesen
Alle kommen aus den heutigen Polen, aber ich sage immer nur ich stamme von schlieser ab, also nach heutigen staats gebiet wäre ich 7/8 pole und ein teil sinti was damals nicht gut war.

Ich bin froh das hitler weg, weil sonst wurd es mich nicht geben !!!!!!!!!!!!!!

Die Steine sind gut, und die sollten verlegt werden .
aber ich kenne die geschicht von jedem einzelen, meiner verwandeten und ich bin traurig .

ich will das was die nazis gemacht haben nicht relativerien !!!
aber genozid geb das mal in wikipedia ein

Ich bin 25 jahre alt und weiss nur das es als die brd gerunden wurde es hies nie wieder !!

Was nie wieder ? Volkermord ? Diktatur ? Angriffskrieg ? Verbrechen gegen die menschheit ?

ich denke es ist alles zusammen, aber was mich wütend macht ist das wir uns erinnern was gut ist, aber viele andere Völker es verdrängen!

Was wäre so schlimm daran wenn die "türken" den mord an den "arminer" eingestehen.

eine liste des Genozid aus wikipedia

Völkermord an den Banu Quraiza (627)
Völkermord an den Katharern (Albigenser) (1209–1244)
Völkermord an den Guanchen durch die Spanier
Völkermord an den Ureinwohnern Amerikas, an den Indianern, Inka, Maya und den Azteken (1521 bis Mitte des 20. Jahrhunderts) Vom Beginn der Besiedelung Amerikas an
Völkermord an den Eerie und Petun durch die Irokesen
Völkermord an den Dsungaren 1756–1759 durch den Kaiser Qianlong der Qing
Völkermord an den Ureinwohnern Australiens, siehe Aborigine und Tasmanier
Völkermord an den Tscherkessen ab 1864 durch das Zarenreich
Völkermord an den Ureinwohnern des Kongo 1885–1908 durch König Leopold II. von Belgien
Völkermord an den Herero durch deutsche Kolonialtruppen in Deutsch-Südwestafrika (1904, siehe Aufstand der Herero und Nama)
Genozid an der indianischen Bevölkerung Feuerlands (1910)
Völkermord an den Armeniern (1915)
Völkermord an den Aramäern, assyrische Christen werden 1914–1915 im Osmanischen Reich Opfer der türkischen Armee und der irregulären kurdischen Einheiten. [1]
Völkermord an Kurden im 1. Weltkrieg 1916/1917 in der Türkei durch mit der russischen Armee eindringende armenische Soldaten. Opferzahlen schwanken zwischen mehreren zehntausend und einer unwahrscheinlichen Obergrenze von 128.000.[2]
Völkermord an den Donkosaken / Kosaken unter Lenin (1920)
Kinder der Landstraße, der Versuch, die fahrende Bevölkerung (Jenische und andere) der Schweiz durch Kindesentzug und -umerziehung sesshaft zu machen (1926–1972)
Völkermord an den Ukrainern in der Sowjetunion (1932–1933) (Holodomor)
Völkermorde in Europa unter dem Nationalsozialismus, insbesondere der Holocaust an den Juden, Slawen und Porajmos an den Roma, Sinti und Jenischen (1933–1945)
Völkermord an den Esten, Letten und Litauern unter Stalin (1941, 1944–1953)
Völkermord an Juden, Gefangenen (Deutsche, Polen) und an der eigenen Bevölkerung, den Völkern der Sowjetunion: Russen, Wolgadeutschen, Krimtataren, Tschetschenen, Inguschen, Kalmücken und den aus politischen Gründen Inhaftierten unter Stalin
Völkermord an den Serben, im faschistischen Staat Kroatien, Zweiter Weltkrieg unter Ante Pavelić (1941–1945)
Völkermord an Kroaten, der deutschen sowie anderen Minderheiten und deutschen Kriegsgefangenen in Jugoslawien unter Tito.
Völkermord an Deutschen im Zuge der Vertreibungsmaßnahmen 1945–1950 (2,1 Mio. Tote)
Völkermord an Hindus in Pakistan und Moslems in Indien (jeweils 1 Mio. Tote)
Völkermord an den Tibetern in China unter Mao Zedong
Völkermord an den Papua Indonesiens (1962 bis heute)
Völkermord an den Chinesen Indonesiens (1965)
Völkermord an den Algeriern unter der französischen Kolonialmacht (Massaker von Sétif, 1945)
Völkermord an Ibos im Biafra-Krieg in Nigeria 1966–1970 (1 Mio. Tote)
Völkermord in Kambodscha (1971–1979) mit ca. 2–3 Mio. Toten
Burundi (1972)
Völkermord in Osttimor (1975–1999)
Völkermord an der kurdischen Bevölkerung des Nordirak (1984–1988) und 1993 unter Saddam Hussein mit ca. 400.000 Toten
Völkermorde im Tschad durch Hissène Habré an ethnischen Gruppen im Süden (1984), an den Hadjerai (1987) und an den Zaghawa (1989)
Völkermord im liberianischen Bürgerkrieg, geleitet von Charles Taylor (Liberia), ca. 200.000 Tote (1989)
Völkermord an den Tutsi in Ruanda (1994) 800.000 bis 1 Mio. Tote
Völkermord in Bosnien, Massaker von Srebrenica (1995)
Völkermord an den Hazara und anderen nicht-paschtunischen Bevölkerungsanteilen in Afghanistan durch die Taliban (1996–2001)
Völkermord an den Fur, Masalit und Zaghawa durch die Dschandschawid in der Region Darfur (2004 bis heute) im westlichen Sudan mit ca. 300.000 Toten

Das alles sollte niemand vergessen und sich eingestehen das er so ein leid nie erleben will !!!

ich möchte herr Lange gerne stolpersteine in meiner umgebung stiften / spenden

Aus meiner Familien geschicht , bin ich leider nicht an die jüdischen opfer intressiert, sondern an "ziegeuner" , Behinderte , und "bibeltreue Christen" .

Für jeden 5 Stein den ich bezahle , möchte ich eine adresse im ausland haben.

den volkermord ist pervers !!!!!!!

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Re: ich bin für die steine, hab aber meine bedenken

Beitrag von GELSENZENTRUM »

Zottel hat geschrieben:
ich möchte herr Lange gerne stolpersteine in meiner umgebung stiften / spenden

Aus meiner Familien geschicht , bin ich leider nicht an die jüdischen opfer intressiert, sondern an "ziegeuner" , Behinderte , und "bibeltreue Christen" .

Für jeden 5 Stein den ich bezahle , möchte ich eine adresse im ausland haben.

den volkermord ist pervers !!!!!!!


@Zottel: Es freut mich sehr, das du das Projekt Stolpersteine Gelsenkirchen mit einer Spende unterstützen möchtest!
Bitte teile uns deine Postanschrift mit, die Unterlagen erhälst du in Kürze per Post.
info@stolpersteine-gelsenkirchen.de

Auf der Webseite des Arbeitskreises Stolpersteine Gelsenkirchen stellen wir das Projekt vor.
http://www.stolpersteine-gelsenkirchen.de

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Erinnerungen von Herman D. Neudorf

Beitrag von GELSENZENTRUM »

Die Ausweisung der Juden
Am 28. Oktober 1938 wurde ich von der Gestapo während der Schulstunde aus dem Unterricht herausgeholt und in das Gefängnis Gelsenkirchen gesteckt. Dort traf ich meine Mutter. Von dort wurden wir nach Polen geschickt. Wir hatten überhaupt nichts bei uns, meine Mutter war auf dem Weg zum Markt festgenommen worden. Außer ihrer Handtasche hatte sie nichts bei sich. Meinem Vater war berichtet worden, daß sie nur die Männer festnehmen würden - er hatte einen Telefonanruf aus Essen bekommen. Ihm war gesagt worden, daß sie nur polnisch-jüdische Männer festnehmen würden, aber die Frauen zurückließen.
Deswegen war er zum Polnischen Konsulat nach Düsseldorf gefahren, um Papiere zu besorgen. Weil er verschwunden war, wurden wir festgenommen. Als er zurück kam, waren wir schon an die deutsch-polnische Grenze geschafft worden. Die Deutschen hatten uns herausgeworfen, und die Polen wollten uns nicht hereinlassen. Es war Ende Oktober, es war kalt, und wir hatten nichts - keine Decken keine Mäntel - gar nichts.


Herman war zu diesem Zeitpunkt 13 Jahre alt.

Wir kampierten in Schulen, lagen auf Stroh, es gab dort überhaupt nichts, aber ein Telefon. So konnten wir unsere Verwandten in Polen anrufen - Großvater, Großmutter und Tanten. Wir konnten ihnen erzählen, wo wir waren. Sie schickten uns Geld für eine Bahnfahrt, um zu ihnen zu kommen. Unsere Verwandten nahmen uns zunächst einmal auf. Wir hatten Kontakt mit dem Vater aufgenommen und gegen Ende des Jahres kam er uns in Polen besuchen. Seine Mutter war aus natürlichen Gründen verstorben. Wir gingen zu der Beerdigung, und wir waren alle wieder zusammen.
Dann bekam mein Vater aber die Genehmigung, zusammen mit meiner Mutter nach Deutschland zurückzugehen, um das Geschäft abzugeben, weil ja in der Zwischenzeit die Kristallnacht stattgefunden hatte. Ich denke, es war Februar 1939. Allerdings war da nicht mehr viel übrig, alles war zerstört. So ging er zurück, um das Geschäft endgültig zu liquidieren, und wir dachten, daß wir danach auswandern könnten. Die Schwierigkeit zu emigrieren und insbesondere in die USA zu emigrieren bestand darin, daß wir unter die polnische Quote fielen und diese polnische Quote gab uns keine Chance, vor 1943 oder 1944 in die USA einzuwandern. Wir wären auch überall sonst hingegangen, aber es ging nicht. So hatten wir keine Möglichkeit, irgendwohin zu entkommen.

Kriegsbeginn
Am 1. September brach der Krieg aus. Ich war in Lodz, mein Vater und meine Mutter waren in Deutschland. Am 2. oder 3. September wurde mein Vater als feindlicher Ausländer verhaftet. Er wurde in das Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht, nahe Berlin. So war meine Mutter alleine in Deutschland und ich war in Lodz. Wie ich mich erinnere, marschierten die Deutschen am 8. September in Lodz ein. Von da an veränderte sich alles dramatisch. Nun waren die Juden Freiwild. Sie wurden aufgegriffen, auf Lastwagen geladen und von einer Stunde auf die andere wußten die Menschen nicht, was aus ihren Ehemännern, Vätern und Söhnen wurde...
Juden wurden geschlagen oder vertrieben. Manche Polen freuten sich, Stellungen von Juden zu übernehmen. Juden konnten behandelt werden wie man wollte. Das war aber erst der Anfang.

1940, ich denke, es war im Januar, begannen die Deutschen damit, das erste Ghetto aufzubauen. Das war in Lodz. In dieser Zeit änderte sich der Name von Lodz in Litzmannstadt. Ich schaffte es, aus dem Ghetto herauszukommen, genau in der Woche, als sie das Ghetto endgültig absperrten. Meine Tante und ihr Mann nahmen mich auf. Mit Pferd und Wagen und mit einigen anderen zusammen fuhren wir in einen Ort namens Konskie. Das war auf dem Land, dort war es nicht so hektisch wie in der Stadt. Dort gab es noch kein Ghetto. Ich blieb dort bis Juni 1940.

Herman ist nun knapp 15 Jahre alt.
BildBild

Herman D. Neudorf außerhalb des Konskie-Ghettos im Juli 1940, zusammen mit guten Freundinnen. Das Mädchen auf dem linken Bild hieß Jadzia. Auf dem rechten Bild sitzt Jadzia auf der Bank rechts außen.
Ein paar Wochen später wurden die Mädchen in Treblinka vergast.

In der Zwischenzeit hatte meine Mutter sich bemüht, bei der Gestapo eine Genehmigung dafür zu kriegen, daß ihr einziger Sohn zurückkommen könnte. Ich weiß nicht warum, und ich kenne auch keinen anderen Fall, aber sie gaben die Erlaubnis, daß ich von Polen zurück nach Deutschland kommen und mit ihr wieder zusammen gebracht werden konnte.
Mit anderen Worten: In Lodz hatten wir schon den Gelben Stern auf der Kleidung vorne und hinten. In Polen hatten wir ein weißes Band um den Arm mit einem blauen Stern darauf, und nun erlauben Sie mir, mit einem deutschen Zug zu fahren. Bis heute hört sich das unglaublich an. Ein jüdischer Junge durfte mit den deutschen Truppen aus Polen nach Deutschland zurück fahren. Und ich kam im Juni 1940 zurück nach Deutschland. Nach der Kristallnacht war meine Mutter aus unserer Wohnung in ein Judenhaus gebracht worden. Dort lebte ich nun mit meiner Mutter in einem Raum. Wir mussten aber noch keinen Stern tragen, konnten uns frei bewegen und zur Arbeit gehen. Ich ging zur Arbeit nach Essen. Wir bekamen Post von meinem Vater - einmal im Monat konnte er eine Karte aus dem Konzentrationslager schreiben. Wir wußten, daß dort die Hölle war. Als Kind wußte ich aber nicht wirklich, wie schlimm es war. Aber mein Vater schrieb immer, daß es ihm gut gehe. Ich schrieb ihm. Und ich schrieb auch Verwandten, daß er rauskommen würde, wenn wir ein Visa von irgendeinem Land bekommen würden.

Deportation nach Riga
Am 20. Dezember 1941 erhielten wir von der Gestapo, Staatspolizeistelle Gelsenkirchen, die erste Aufforderung: "Sie haben sich auf einen Transport zum Arbeitseinsatz nach dem Osten vorzubereiten. An Gepäck darf 10 RM mitgenommen werden. Die Fahrtkosten sind selbst zu entrichten." Also alles das, was wir nach den Judenpogromen des 9. November 1938 wieder mühsam angeschafft hatten, sollte zurückgelassen und den raubgierigen Nazis preisgegeben werden. Meine Mutter lag krank danieder.
Die Nerven der so schwergeprüften Frau versagten. Es war zuviel seit dem furchtbaren 9. November...Täglich neue Qualen. Über Nacht arm, Hab und Gut zerstört oder geraubt. Bei Ausbruch des Krieges dem Ehemann gewaltsam entrissen. Er war ja Pole und vor allem Jude. Er war ja ein Staatsfeind.
Nach wochenlangen Warten auf ein Lebenszeichen kommt ein Gruß aus dem KZ Sachsenhausen. Ich war in Polen und erlebte den Überfall der Deutschen. Also, die Frau stand allein. Mann und Kind in weiter Ferne, in Händen der Mörder.
Nach monatelangem Kampf gelang es, mich, ihr einziges Kind, wiederzubekommen. Die Wiedersehensfreude ließ das Leid ein wenig vergessen. Ende Februar starb Oma, ihre Mutter. Kurz nach der Trauerwoche kam ein Brief von meinem Vater. "Es geht mir gut. Ich bin gesund. Seit stark! Kopf hoch! Auf ein baldiges Wiedersehen." Die Freude war groß, und ich sah meine Mutter nach langer Zeit wieder lachen.

Zwei Tage später, der unvergeßliche 14. März. Kurz nach acht Uhr abends klingelte der Briefträger. Ein Telegramm. Ich nehme es an der Haustür in Empfang. Schnell geöffnet, ich lese, meine Augen weiten sich vor Entsetzen. Ich denke an Mutter. Ich eilte hinauf, trete, kreidebleich in das Zimmer. "Wer war dort?" Ich konnte nicht reden. "Was ist los? Was hast du?" Ich brachte nur ein "Mutter, sei stark" über die Lippen und reichte ihr das Blatt. Da stand, wie im Traum buchstabierte ich: "Ihr Mann ist heute an Lungentuberkulose verstorben. Asche folgt." Und nach diesen furchtbaren Monaten noch Deportierung. Wo soll das enden?


Herman ist 16 Jahre alt.


Vorbereitungen wurden getroffen. Medikamente, Frostschutzmittel, Winterkleidung, warme Decken und so weiter beschafft. Am 20. Januar 1942 kommt wieder ein Schreiben: "Sie haben sich zum Transport nach dem Osten in den nächsten drei Tagen bereitzuhalten."
Nun ist es soweit. Am 22. Januar um 10 Uhr morgens wurden wir von der Gestapo abgeholt und in einen Autobus verfrachtet, mit je einem Koffer. Im nu sammelte sich um das Auto eine Anzahl Schulkinder. Auf ihre neugierige Frage, wohin wir fahren, antwortete der Gestapochauffeur: "Zur Erholung in ein Sanatorium."
Am Sammelplatz schliefen wir eine Nacht am Boden und am nächsten Tag wurden wir verladen. Aber diese Mörder wußten zu gut, wohin unsere Fahrt führt. Hoher Schnee mit ca. 25 Grad Kälte. Der Zug stand bereit. Ungeheizt. Am Ende des Zuges wurden drei Wagen mit unseren Koffern, Verpflegung und Küchengeräten angehängt. Dann fuhren wir ab. Türen natürlich abgeschlossen. Vor Hannover erfuhren wir, daß die letzten Wagen "heißgelaufen" waren und abgehängt werden mußten. Nun besaßen wir nur noch daßs, was wir am Leibe trugen. Sechs Tage Fahrt durch Ostpreußen, Litauen, Lettland. Aborte verstopft, die Abteilwände mit einer Eisschicht überzogen. Am 1. Februar erreichten wir unsere neue Heimat.
Der Transport hielt am Bahnhof Riga-Skirotava. Auf uns warteten schon SS-Leute in dicken Pelzmänteln. Sie trieben uns mit Schlägen und Gebrüll aus dem Zug. Die Glieder waren noch starr vor Kälte. Zum Teil mit Autos oder zu Fuß ging es ab. Ungefähr drei Stunden Marsch. Lettische Wachen hüteten uns sorgfältig und rissen Einigen gute Kleidungsstücke vom Leibe herunter. Ein mit Stacheldraht umgebener Stadtteil tauchte auf. Personen mit gelben Judensternen konnte ich erkennen. Das war also das Rigaer Ghetto, das uns allen ewig in Erinnerung bleiben sollte.
Im Ghetto angekommen, traf ich gleich Bekannte. Juden aus allen Teilen Deutschlands waren schon vor uns angekommen. Transporte aus Köln, Düsseldorf, Bielefel, Kassel, Hamburg, Frankfurt, Berlin, Wien und Prag.

Zufällig sind meine Verwandten aus Herford und Kassel auch nach Riga gekommen, sodas es ein überherzliches (ich) Wiedersehen gab, getrübt nur durch den Stacheldraht. Dann wurde Quartier gesucht. Zehn Menschen in einem Zimmer. Wohnungen voll mit Ungeziefer. Eine Wanze oder Laus kannte ich nur von der Biologiestunde in der Schule. Gleichsam am nächsten Morgen Arbeitseinteilung. 500 Mann zum Hafen. Ich meldete mich sofort freiwillig, in dem Glauben, bei der Arbeit etwas zu Essen zu bekommen. Um sechs Uhr früh stockfinster, 30 Grad Kälte, umgeben von ca. 40 SS-Banditen, so marschierten wir zur Arbeit. Am Hafen warteten zwei Schiffe, beladen mit Strohballen, auf uns. Ausladen, gehetzt von SS und Wehrmacht. Feierabend gab es nicht. Um Mitternacht schleppten wir uns gebrochen zurück ins Ghetto, durchfroren und hungrig. Nun wußte ich auch, was hungern war.
Dank der hervorragenden Organisation der jüdischen Ghettoleitung wurde allmählich die Arbeitseinteilung geregelter. Mutter wurde Fürsorgerin der Wiener Gruppe. Sie hatte eine schwere, aber schöne Aufgabe und wurde somit Betreuerin der Wiener Kinder, Kranken und alten Menschen. Meine Tante Else arbeitete von früh bis spät in einem Sägewerk, um so das nötige Brennmaterial beschaffen zu können. Onkel Robert, als tüchtiger Autoschlosser bei der SS bekannt, wurde gleich in den ersten Tagen von seiner Frau und seinen Schwestern getrennt und zu Schlosserarbeiten in SS-Werkstätten herausgeholt und mußte auch dort wohnen. Von meinen Kasseler Verwandten will ich erwähnen, daß Hermann eine gute Stellung als Elektriker hatte und Tante Hedwig für ihren Jungen sorgen konnte. Ich selbst arbeitete als Tischler, Elektriker und Glaser bei der Wehrmacht und hatte somit Gelegenheit, für das leibliche Wohl zu sorgen. Dazu muß ich nun erläutern.

Einige Tage vor unserer Ankunft wurden im Ghetto 20.000 lettische Juden erschossen, um Platz für uns Neue zu schaffen. Eine alte SS - Methode.

Herman ist 18 Jahre alt.

Wir kamen nun in ihre Wohnungen, wo wir noch Haushaltsgegenstände und Kleidung vorfanden. Um uns nun vor dem Hungertod zu retten, wurde alles, was nicht dringend notwendig war, an die Letten für Nahrungsittel vertauscht, das heißt, wer Gelegenheit dazu hatte. Auf meiner Arbeitsstelle waren eine Menge russischer Arbeiter und ich wurde ein großer "Handelsmann". Ich erlernte russisch, ein wenig lettisch und mit allen Kräften stürzte ich mich auf das Geschäft, weil ich wußte, am Abend daheim werden die Lieben sich freuen. Nun kam der Gegenschlag. "Auf Tauschhandel steht die Todesstrafe" liest man an jedem Haus. Kameraden wurden erhängt wegen eines halben Pfundes Butter. Strengste Kontrollen beim Tor abends. Es hilft nichts. Zehn werden erhängt und Tausende kämpfen weiter, das Leben ihrer Familien zu erhalten. So ging es nun ein Jahr gut. Dann hörten wir von der herrlichen Niederlage bei Stalingrad und der Massenmord begann.
Am 2. September gehen die ersten 3.000 in den Tod, persönlich ausgesucht vom Kommandanten, SS-Obersturmführer Krause und seinem Adjudanten Roschmann aus Graz, sowie dem Unterscharführer Schröder aus Ginnich. Alle Kinder, Kranke und Alte wurden uns genommen. Ein LKW hielt vor dem Spital und die ahnungslosen Kranken wurden wie "Frachtgut" aufgeladen. Nun waren wir noch Wenige. Wir wußten, das Ghetto würde aufgelöst und ein KZ entsteht. So war es. Im schönsten Teil von Riga entstand das furchtbare KZ Kaiserwald. Ich blieb zum Glück mit Mutter zusammen. Tante Else kam in eine Fabrik, mußte dort wohnen mit 3.000 Juden-Menschen. Onkel Robert war noch bei der SS in der Stadt, hatte es einigermaßen. Die Kasselaner wurden zu Reichsbahnarbeiten gebracht, nachdem ihr einziges Kind, der liebe Hans Manfred, der Diphterie erlag. Die unglückliche Tante Hedwig verübte Selbstmord, konnte aber wieder gerettet werden. Tante Rosi erlag der Ruhr. Nun der II. Akt.

KZ Kaiserwald, Dezember 1943
Lange, graue Baracken, von hohem zweifachen Stacheldraht umgeben, das war nun meine neue Heimat. Gleich bei der Ankunft wurde ich von Mutter getrennt. Sie kam ins Frauenlager und so konnte ich sie nur noch durch den Zaun sehen. Alle Kleider die wir am Leib trugen, wurden uns abgenommen, wir bekamen Lumpen mit großen weißen Kreuzen auf dem Rücken und der Brust. Ich sah zum ersten Mal SS-Aufseherinnen. Bestien in Uniform, Stiefel, Pistole und Peitsche, so drangsalierten sie unsere Frauen, schlugen und traten sie.
Oh, die herrliche deutsche Frau, die berühmte deutsche Kultur!! Ich kann sagen, die SS-Frauen haben die SS-Männer an Brutalität übertroffen.
Mutter wurde sehr krank. Rippenfellentzündung. Ich durfte nicht zu ihr. Auf meinem neuen Arbeitsplatz, Wehrmachtautowerkstatt, stahl ich Autobestandteile und verkaufte sie an Zivilisten gegen Essen. Mutter mußte leben. Und Gott half ihr. So leicht sollten es diese Hunde nicht haben. Die liebe Mutter wurde wieder gesund. O, wie glücklich war ich, als sie zum ersten Mal wieder durch den Draht sprechen konnte! Und so kam der Sommer und Rußlands Rote Armee marschierte vorwärts, wir hofften und warteten. Kiew, Minsk, Wilna wurden gestürmt. Der Name Lettland wird schon in den deutschen Nachrichten erwähnt. Was wird aus uns? Läßt man uns leben?

Der 27. Juli 1944 brachte die Antwort: Nach dem üblichen Abendapell kommt pötzlich der "Lagerarzt", SS-Sturmbannführer Krebsbach mit einem Stab hoher SS-Offiziere und inspiziert jeden eingehend. Die Älteren und schlecht Aussehenden rechts in eine von Wachen gehütete Baracke, die übrigen links auf die Seite.
Jeder wußte, rechts der Tod, links vorläufig das Leben. Die Baracke füllte sich. Wir mußten zusehen. Nachdem die Männer durch waren, ging er zu den Frauen. Das gleiche Bild. Die für rechts Bestimmten wurden in einer Kolonne aufgestellt und unter schärfster Bewachung auch in die Baracke geführt. Der unglückliche Zug kam an mir vorbei, es war dunkel, und ich sah, ich traute meinen Augen nicht, meine liebe Mutter war unter ihnen. Ich ging wie im Fieber. Ich glaube, ich habe die ganze Nacht geschrien. Ich weiß es nicht mehr. Im Morgengrauen versuchte ich, an diese Todesbaracke heran zukommen, aber dei SS-Posten, die das Gebäude umstellt hatten, trieben mich mit Schlägen zurück.
Vom weiten blieb ich stehen starrte auf die Fenster. Und wirklich, Mutter hatte mich gesehen. Sie fragte mich: "Wohin fahren wir ?" Ich antwortete nur: "Wir sehen uns bald wieder." Worauf sie fragend antwortete: "Im Himmel?" In dem Moment traf mich ein Kolbenschlag eines Wachpostens und ich stürzte davon. Ich habe sie niemals wiedergesehen.
Später, als ich dann zum Kommandanten, SS-Sturmbannführer Sauer ging und ihn in meiner Not anflehte, mir meine Mutter zu lassen, antwortete er zynisch, ich könnte ja mitfahren, wenn ich Lust hätte. Gibt es nun in der Welt eine Strafe, die groß genug wäre, um diesen furchtbaren Grausamkeiten gerecht zu werden?

Herman ist mit unendlich viel Glück 19 Jahre alt geworden.


Vom Tag an war ich allein. Im Lager Strassenhof, wo sich Tante Else befand, wurden alle Personen über 30 auf die gleiche Weise fortgeschafft. Bei der Reichsbahn das gleiche. Von all diesen Unglücklichen hat man bis zum heutigen Tage nichts mehr gehört. Nur haben sich einige dieser SS-Mörder dann später beim Saufgelage über ihre Heldentaten im Rigaer Hochwald gerühmt. Nun wurde auch für uns die Lage kritisch. Erleiden wir das gleiche Schiksal, Mann und Frau?? Am 6. August 1944, nach dem Morgenappel, inzwischen schon kahlgeschoren und in gestreifter Kleidung, wurde das halbe Lager geräumt. Ich war auch unter diesen. Der Weg führte zum Hafen, wo wir auf ein großes Schiff unter Deck eingepfercht wurden. Erst rechneten wir wieder mit einem Schurkenstreich, als dann aber auch SS- und Wehrmachtsoffiziere mitfuhren, fühlten wir uns sicher.
Ich will die furchtbaren drei Tage auf diesem Höllenschiff nicht beschreiben. Wenn ich nur erwähne, daß einige vor Durst ohnmächtig geworden sind. Unser Landeplatz war Danzig, und von dort ging es zum KZ Stutthoff. Auch dort waren die Zustände fürchterlich. Aber Gott sei Dank blieben wir dort nur einige Tage und wurden dann zum Arbeitseinsatz nach Deutschland geschickt. Als der Zug hielt, waren wir in Buchenwald, wo ich dann am 13. April 1945 befreit worden bin.


Bei seiner Befreiung ist Herman nicht ganz 20 Jahre alt.

Sieben Jahre hat er in der Hölle verbracht. Vater, Mutter, Verwandte, Bekannte und Freunde verloren, nun aber ist Herman frei. Die Erinnerungen an diese schreckliche Zeit wird Herman jedoch Zeit seines Lebens nicht mehr vergessen können.

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Herman D. Neudorf hat diese Collage nach seiner Befreiung aus dem KZ Buchenwald gefertigt. In einer Email an das GELSENZENTRUM schreibt Herman Neudorf im August 2007: "Oft wundert man sich selbst, daß man diese schrecklichen Jahre überhaupt überleben konnte."

Dieser handschriftliche Bericht "Das war Riga", wurde von Herman D. Neudorf kurz nach der Befreiung aus dem KZ Buchenwald niedergeschrieben. Bei einem Besuch Gelsenkirchens im Jahr 1997 übergab Herr Neudorf diesen Bericht dem Institut für Stadtgeschichte. Der Bericht, der hier fast vollständig wiedergegeben wird, wird ergänzt durch auszugsweise Übersetzungen aus der Zeit vor der Deportation, aufgezeichnet 1995 von der "Survivors of the Shoa Visual History Foundation". "Das war Riga" wurde erstmals im Januar 2004 in dem Buch von Stefan Goch, "Jüdisches Leben", erschienen im Klartext-Verlag, veröffentlicht.

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Beitrag von GELSENZENTRUM »

Es freut mich sehr, mitteilen zu können, dass Herman D. Neudorf für die STOLPERSTEINE Gelsenkirchen gespendet hat!

Arbeitskreis Stolpersteine Gelsenkirchen : http://www.stolpersteine-gelsenkirchen.de/
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(Die Daten des Ausstellers habe ich aus Gründen des Datenschutzes unkenntlich gemacht)

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Stefan
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Beitrag von Stefan »

Hallo zusammen!

Ich mache mich jetzt hoffendlich nicht unbeliebt aber ich habe mit Nein gestimmt, da ich denke, dass es genug Mahnmale in Deutschland und Gelsenkirchen gibt.
"Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, eine Aufgabe zu erledigen, und eine davon in einer Katastrophe endet oder sonstwie unerwünschte Konsequenzen nach sich zieht, dann wird es jemand genau so machen."*

*Edward A. Murphy

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Stolpersteine Gelsenkirchen

Beitrag von GELSENZENTRUM »

Stefan hat geschrieben:Hallo zusammen!

ich denke, dass es genug Mahnmale in Deutschland und Gelsenkirchen gibt.
@Stefan: Erläutere das doch bitte mal, was meinst du mit "genug"?

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Stefan
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Beitrag von Stefan »

Hallo Andreas!

Was soll ich da groß erläutern? :)
Mit genug meine ich, dass meiner Meinung nach ausreichend Mahnmale vorhanden sind, welche an diese schreckliche Zeit erinnern.
"Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, eine Aufgabe zu erledigen, und eine davon in einer Katastrophe endet oder sonstwie unerwünschte Konsequenzen nach sich zieht, dann wird es jemand genau so machen."*

*Edward A. Murphy

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