Ruhrkampf 1923 - Das besetzte Gelsenkirchen

Was so passiert, was mal passiert ist ...

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Babapapa
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Beitrag von Babapapa »

lief gerade als reportage mit alten aufnahmen aus buer und hassel auf WDR - wird aber im januar auf phoenix wiederholt:
17.1.2009 20:15
24.1.2009 14:00
Die Franzosen im Revier - Der Ruhrkampf 1923

In Augenzeugeninterviews, mit Originaldokumenten und anhand umfangreichen französischen Filmmaterials zeigt der Film eine vergessene Epoche der deutschen Geschichte, die bislang immer von den Schrecken der beiden Weltkriege überschattet war.

Albert Westen aus Gelsenkirchen ist im Januar 1923 gerade auf dem Weg zur Schule, als ihm ein Trupp französischer Soldaten begegnet: "Die kamen ja noch mit Pferd und Wagen. Das war ja nicht so wie heute: alles motorisiert!"

...

"Ich kann mich erinnern, wie die Franzosen hier mit den Panzern durch die Straßen gefahren sind. Dann haben wir hinter den Fenstern gesessen, durften die Gardinen nicht bewegen", erinnert sich Emmy Bockweyd aus Buer.

...

Die Franzosen hatten ja alles beschlagnahmt und wir konnten nicht an Kohle kommen", erzählt Emmy Bockweyd, deren Vater damals versuchte, mit dem Bollerwagen heimlich Kohlen zu holen, damit die Familie nicht länger frieren musste. Doch er wurde erwischt: "Mein Vater hat denn einen Schuss in die linke Schulter bekommen und die Kugel ist dann abgesprungen ins Herz. Mein Vater war sofort tot."

Link zur Reportage

achja, das war der film von claus bredenbrock, für den zuzu seinerzeit einen aufruf gestartet hatte:
http://www.gelsenkirchener-geschichten. ... php?t=2839

Karlheinz Rabas
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Beitrag von Karlheinz Rabas »

Hat jemans den Film mitgeschnitten und kann uns eine Kopie zur Verfügung stellen?

Karlheinz Rabas
Jeden Dienstag von 17.00 bis 19.00 Uhr sind
Besucher bei uns im Stadtteilarchiv Rotthausen, Mozartstraße 9, herzlich willkommen 10.000 Fotos zu Rotthausen und mehr

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zuzu
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Beitrag von zuzu »

Ich werde demnächst eine DVD von Claus Bredenbrock bekommen (aber erst im neuen Jahr) und kann sie dann verleihen.

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Kalle Mottek
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Beitrag von Kalle Mottek »

Toll zuzu! Bin interessiert.

Schönen Gruß!

Kalle Mottek
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blockka04
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Beitrag von blockka04 »

Und damit bist du nicht der Einzige! :lol: Aber kommt ja noch mal auf Phoenix!
Selbstverständlich klauen Dir Ausländer Deinen Job! Aber wenn Dir jemand ohne Geld, Kontakte und Sprachkenntnisse Deinen Job wegnehmen kann, bist Du vielleicht einfach nur Scheiße!“ Louis C.K.
Que hora son mi corazon! (Manu Chao)

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zuzu
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Beitrag von zuzu »

Ich könnte Claus fragen, ob er seinen Film nicht mal in der Flora zeigen möchte. Dort hat er schon mal seinen Film "Die Todeself" gezeigt. Vielleicht können wir mit Frau Apfeld darüber verhandeln, wenn sie wieder da ist.

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JürgenB
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Re: Ruhrkampf

Beitrag von JürgenB »

Heinz H. hat geschrieben: Foto: Alfons Kampert

Quelle: Stadtansichten: Jahn, Loskill, Stegemann 1978
Watt, 1925 hat ollen Alfons schon gelebt und seine Karriere in Gang gesetzt? Alle Achtung!
Geboren im Jahre der Meisterschaft - nicht wie ihr alle denkt, sondern 3 Jahre früher!

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Doktor Profit
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Beitrag von Doktor Profit »

Was man manchmal für Dokumente im Bundesarchiv findet:

Klar ersichtlich der Bahnhofsvorplatz:
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Anscheinend die Essener Straße (Horster Straße):
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Ein französischer Tank vor dem Ratskeller:
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Babapapa
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Beitrag von Babapapa »

Babapapa hat geschrieben:lief gerade als reportage mit alten aufnahmen aus buer und hassel auf WDR - wird aber im januar auf phoenix wiederholt:
17.1.2009 20:15
24.1.2009 14:00

Die Franzosen im Revier - Der Ruhrkampf 1923
1. termin verpasst, doch am samstag besteht noch eine weitere möglichkeit das aufnahmegerät zu starten.

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zuzu
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Beitrag von zuzu »

EINLADUNG

Die Franzosen im Revier - Der Ruhrkampf 1923
Film von Claus Bredenbrock, 45 Min., WDR 2008


Albert Westen aus Gelsenkirchen ist im Januar 1923 gerade auf dem Weg zur Schule, als ihm ein Trupp französischer Soldaten begegnet: "Die kamen ja noch mit Pferd und Wagen. Das war ja nicht so wie heute: alles motorisiert!" Weil das Deutsche Reich aus ihrer Sicht seinen Reparationsverpflichtungen aus dem Versailler Friedensvertrag von 1918 nicht nachkommt, marschieren französische - und auch belgische - Truppen ein, um sich zu holen, was ihnen zusteht. Zechen und Bahnanlagen wollen sie besetzen.
Die Reichsregierung in Berlin protestiert gegen die Besetzung und ruft die Bevölkerung zum passiven Widerstand auf: Auf den Zechen, bei der Bahn und in den Verwaltungen wird jede Zusammenarbeit mit den Soldaten aus Frankreich und Belgien untersagt. "Ich kann mich erinnern, wie die Franzosen hier mit den Panzern durch die Straßen gefahren sind. Dann haben wir hinter den Fenstern gesessen, durften die Gardinen nicht bewegen", erinnert sich Emmy Bockweyd aus Buer.
Schon am ersten Tag der Besatzung wird aus dem passiven Widerstand blutiger Ernst: Als ein Demonstrationszug in Bochum vor das Gebäude der Reichsbahn zieht, um gegen die Besetzung zu protestieren, eröffnet französisches Militär das Feuer, ein junger Berufschüler kommt dabei um. Dennoch hält die Bevölkerung in ihrer großen Mehrheit am passiven Widerstand fest, Züge werden auf Abstellgleise verschoben, Kohle wird kaum noch gefördert, die Stadtverwaltungen verabschieden in seltener Einmütigkeit Protestschreiben gegen die Besatzung. Die Stimmung ist explosiv. Zum folgenschwersten Zwischenfall kommt es am Karsamstag 1923 bei Krupp in Essen. Als ein Trupp französischer Soldaten einige LKW beschlagnahmen will, blockieren Tausende von Arbeitern und Angestellten das Werkstor. Den Demonstranten hoffnungslos unterlegen schießen die Soldaten dann wahllos in die Menschenmenge. 13 Arbeiter werden getötet. Der Trauerzug bei ihrer Beerdigung am 10. April 1923 ist der längste, den die Stadt Essen je gesehen hat. In ganz Deutschland läuten die Glocken und im Berliner Reichstag findet eine Trauerfeier mit Reichspräsident Friedrich Ebert statt.
Erst Gustav Stresemann als neuem Präsidenten des Deutschen Reiches gelingt ein Ausgleich mit den Besatzungstruppen, die dann 1925 das Ruhrgebiet wieder verlassen.
In Augenzeugeninterviews, mit Originaldokumenten und anhand umfangreichen französischen Dokumentarfilmmaterials, das noch nie in Deutschland zu sehen war, zeigt der Film eine vergessene Epoche der deutschen Geschichte, die bislang immer von den Schrecken der beiden Weltkriege überschattet war.

Donnerstag, 26. Februar 2009, 19.00 Uhr im KINO IM STADTARCHIV
Bochum, Wittenerstr. 47 (ehem. ARAL-Gebäude)

Claus Bredenbrock ist außerdem bereit, seinen Film in der Flora zu zeigen. Verhandlungen mit der Flora laufen.

GELSENZENTRUM
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Ruhrbesetzung 1923

Beitrag von GELSENZENTRUM »

Hoch zu Ross: 1923 marschierten die französischen und belgischen Truppen auch in Buer ein und besetzten die Stadt Die Bevölkerung wehrte sich vor allem mit passivem Widerstand gegen die Besatzungsmächte.

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Aus: neben.an, Sonderausgabe August 2008 zum 100jährigen Bestehen des Standorts Scholven. Zeitung für die Nachbarn des E.ON-Kraftwerks Scholven

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zuzu
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Beitrag von zuzu »

Am 21.4.2009 um 19.30 Uhr zeigt die Flora in Kooperation mit den Gelsenkirchener Geschichten den Dokumentarfilm "Der Ruhrkampf".
Claus Bredenbrock wird anwesend sein und weitere Informationen dazu geben können sowie Fragen beantworten.

Schacht 9
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Beitrag von Schacht 9 »

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Schwerbewaffnete belgische Soldaten erstürmten nach der Besetzung Buers, 1923 die Zeche Hugo.
Standort könnte die Hinterfront des Pförnerhauses von Schacht 1 sein. WAZ-Bild

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Neandi
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Beitrag von Neandi »

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Quelle : Aus dem Buch " 12 Jahre Ruhrbergbau 1914 - 1925 Band 4 " von Hans Spethmann
was mir nicht gefällt muß deshalb nicht schlecht sein

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Benzin-Depot
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Beitrag von Benzin-Depot »

  • Besetzung der Zechen Bergmannsglück und Westerholt

    ____________________

    Über die Besetzung der Zechen Bergmannsglück und Westerholt
    schreibt Paul Wentzcke in dem Buch Ruhrkampf :


    Als am 19. Januar 1923 zum ersten Mal französische Truppen auf den ergiebigsten Staatsgruben, den Schachtanlagen "Bergmannsglück" und "Westerholt" bei Buer erschienen, hatte sie noch die feste Haltung der "Kumpels" und der Betriebsleitung zum Abzug vermocht. Schon am folgenden Tage rückte die Abteilung aus neue ein und besetzte Zechenplatz, Kokerei und Kohlenverladestellen; die Belegschaft führte lediglich Notstandsarbeiten weiter und förderte nur so viel Kohlen, als zur Aufrechterhaltung des eigenen Betriebs nötig waren.

    Die Abfuhr der vorhandenen Vorräte konnte sie weder hier, noch an anderen Bergwerken, die in den nächsten Wochen heimgesucht wurden, hindern.

    Quelle : Ruhrkampf / Paul Wentzcke/ 1930 Verlag Reimar Hobbing/Berlin
Zuletzt geändert von Benzin-Depot am 19.08.2009, 23:46, insgesamt 1-mal geändert.
„Die Menschen", sagte der Fuchs, „die haben Gewehre und schießen. Das ist sehr lästig.“
(Antoine de Saint-Exupéry / aus "Der kleine Prinz")

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