Blind in GE

Was so passiert, was mal passiert ist ...

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Chronistin66
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Beitrag von Chronistin66 »

GELSENZENTRUM hat geschrieben:@Chronistin66: Na prima! Zuständigkeit feststellen, Stadt oder Bahn oder wer, und handeln! Schreiben, Telefonieren. Willst Du das übernehmen? Das geht doch nicht an, wenn es doch extra entsprechende Vorschriften gibt. Wenn ich das Bild so sehe, bleibt der Fußweg bei geschlossenen Schranken passierbar?
Wenn Du aber genau hinsiehst, dann ist da eine Schranke auch für Fußgänger vorhanden. Ich weiß allerdings nicht, ob das reicht und ob man bei einer Fußgängerschranke nicht taktile Bodenelemente verlegen muss!

Wir sind aber dran!

Wir haben auf ein wenig umständliche Weise die zuständige Behörde mit Ansprechpartner ermittelt und werden ihn auch damit konfontrieren.

Im ersten Stepp haben wir den Ist-Zustand ermittelt, um Sehende erst mal auf das Thema aufmerksam zu machen.

Je mehr man sich in das Thema reinfuchst, um so mehr Fragen entstehen.
Und deswegen wird im nächsten Stepp sein, dass wir die Fragen sammeln und Zuständige und Betroffene dazu befragen. :wink:

Doro

GELSENZENTRUM
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Beitrag von GELSENZENTRUM »

Klasse Sache! Bin gespannt, wie es weitergeht, hoffentlich im Sinne blinder Menschen.

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staudermann
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blind

Beitrag von staudermann »

ich sitze im stadion neben ner blinden die springt auf und schreit richtung mittel kreis ich hau ab ich kann die scheisse nicht mehr sehen
thomas linke fussballgott
komm wir essen opa

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Detlef Aghte
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Re: blind

Beitrag von Detlef Aghte »

staudermann hat geschrieben:ich sitze im stadion neben ner blinden die springt auf und schreit richtung mittel kreis ich hau ab ich kann die scheisse nicht mehr sehen
Und der Taube nebenan sagt:Schrei hier nicht so rum :lachtot:


Was mir zu dem Thema einfällt ist: Nicht aufdringlich Hilfe anbieten.Ob dem Blinden oder dem Rollstuhlfahrer.Schon oft habe ich gehört, ich kann das allein.Wir sehen sie hilfloser als sie sind ?
detlef
Wer durch des Argwohns Brille schaut,
sieht Raupen selbst im Sauerkraut
W. Busch

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Chronistin66
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Re: blind

Beitrag von Chronistin66 »

Detlef Aghte hat geschrieben:
Was mir zu dem Thema einfällt ist: Nicht aufdringlich Hilfe anbieten.Ob dem Blinden oder dem Rollstuhlfahrer.Schon oft habe ich gehört, ich kann das allein.Wir sehen sie hilfloser als sie sind ?
detlef
Wie ich schon schrieb, habe ich Kontakt zu besagter Sabrina, von der auch Staudermann berichtete, aufgenommen.

Ich habe versucht, die Verben "sehen, anschauen, betrachten usw.", zu vermeiden.

Als die Antwort kam, musste ich schmunzeln, als ich las... "..Ich habe mir mal Eure Seite angesehen..."

Heute erzählte mir eine Freundin, dass sie bei einem Essen in Köln war. Man wird in einen komplett abgedunkelten Raum geführt und von blinden Kellnern bedient. Die Familie saß zu sechst am Tisch und aß vollkommen blind. Zwei Stunden in kompletter Dunkelheit nahmen sie eine Mahlzeit ein.
"Meine Suppe ist aber lecker"
"Echt? Lass mal probieren!" War ein unüberwindbares Problem.
Sie meinte: "Ich konnte mich nicht auf das Essen konzentrieren, wenn die anderen redeten. Es wurde immer lauter, je länger wir da saßen und das Stress pur."
Sie gestand uns, dass sie teilweise mit den Fingern aß, weil die anderen ja eh nichts sehen konnten.

Sie meinte, dass das eine heftige Erfahrung für viel Geld gewesen wäre, die sie nicht noch mal bräuchte.

Doro

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Bionda
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Re: blind

Beitrag von Bionda »

Detlef Aghte hat geschrieben: Was mir zu dem Thema einfällt ist: Nicht aufdringlich Hilfe anbieten.Ob dem Blinden oder dem Rollstuhlfahrer.Schon oft habe ich gehört, ich kann das allein.Wir sehen sie hilfloser als sie sind ?
detlef
Hilfe anbieten ist ja in Ordnung. Wenn der Mensch die Hilfe dann nicht braucht, ist es ja auch gut. Was nicht gut ist, wenn man die Leute einfach ungefragt am Arm schnappt und über die Straße schiebt.

Ich habe mal eines Abends einen Blinden in der Nähe des Musiktheaters im Kreis laufen sehen. Weil kein anderer in der Nähe war, habe ich mir ein Herz gefasst, bin hingegangen und habe ihn angesprochen, ob ich ihm helfen könnte. Ja, konnte ich.

Er suchte den Zugang zur U-Bahn-Station. Dann habe ich ihn gefragt, ob ich ihn am Arm nehmen dürfte. Das hat er auch bejaht. Ich habe ihn am Arm genommen und zur Rolltreppe gebracht. Die war leider ausgefallen. Das machte ihm aber nichts. Als ich ihn dann losgelassen habe, ist mir erst aufgefallen, dass ich ihn die ganze Zeit fest an der Hand gehalten hatte.

Troy
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Beitrag von Troy »

Was mir an diesem Fred so besonders gut gefällt:
Chronistins und Fuchsens Arbeit regt an, mitzu"gucken":
Ich gehe etwas aufmerksamer durch die Gegend - ich scanne manches nach dem Muster: Ist hier auch eine Hilfestellung für Blinde?

Z.B. war ich kürzlich im MIR - und unwillkürlich schaute ich mich an den Türen und am Toiletteneingang, an den Treppen und Aufgängen und an der Garderobe und sonstwo überall nach "Geheimzeichen" für Blinde um.
Mein Eindruck: Fehlanzeige. Wird sowas beim MIR-Umbau eigentlich berücksichtigt?
Oder setzt sich der Architekt durch, dem das bestimmt gegen den Strich ginge?

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staudermann
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blind in ge

Beitrag von staudermann »

mal nach oben geholt

gruss

deti
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staudermann
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pusch

Beitrag von staudermann »

deti puscht
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Reckert
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Aktionstag GE-meinsam Barrieren abbauen

Beitrag von Reckert »

Zum Thema "Mit Handicaps in GE leben" mache ich aufmerksam auf den in diesem Jahr zum 7. Mal stattfindenenden Aktionstag "GEmeinsam Barrieren abbauen" auf der Hochstraße in Buer am Samstag, 27.6., 10 bis 16 Uhr.
Auch der Blinden- und Sehbehindertenverein ist mit einem Stand vertreten ebenso wie 39 weitere Gruppen und Einrichtungen.

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Chronistin66
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Beitrag von Chronistin66 »

@Reckert

Danke!
Den Termin hatte bereits in meinem Kalender vermerkt. Fuchs kann leider nicht!

Doro

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Beitrag von Chronistin66 »

Mir ist aufgefallen, dass Heinz O unter seinen Bildern eine Bildbeschreibung setzt.

Hier ein Beispiel:

http://www.gelsenkirchener-geschichten. ... 993#158993

Super!
:2thumbs:

Doro

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Heinz O.
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Beitrag von Heinz O. »

Chronistin66 hat geschrieben: Ich habe sie in meiner Mail angeschrieben und habe vorsichtig angefragt, wie sie die Seite der GGs (emp)findet.

"Zu viele Bilder!", war die Antwort auf die GGs.
dieser Satz hat mir zu denken gegeben.
Es ist aber für einen sehenden recht schwierig ein Foto in wenigen Worten, aber trotzdem so genau wie möglich zu beschreiben.
Ich arbeite daran.
Micha

Irgendwie machen GEschichten süchtig .......

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Chronistin66
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Beitrag von Chronistin66 »

Heinz O. hat geschrieben: Es ist aber für einen sehenden recht schwierig ein Foto in wenigen Worten, aber trotzdem so genau wie möglich zu beschreiben.
Ich arbeite daran.
Ging mir auch so. Man kommt sich komisch vor, wenn man noch mal beschreibt, was man sieht. Aber so, wie ich das verstanden habe, lesen Blinde, wenn wir das Bild sehen:

Bild

Musste ein paar Leerzeichen einfügen, damit Ihr es sehen könnt. Ist aber auch ohne Leerzeichen inhaltlich nicht wirklich gehaltvoll :wink:

Doro

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kleinegemeine01
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gefühlvoll

Beitrag von kleinegemeine01 »

Ich finde es immer wieder sehr interessant, wenn ich blinde oder stark sehbehinderte Menschen sehe, sie dabei zu beobachten, wie sie sich zurechtfinden. Insbesondere, wenn meine Tochter dabei ist und mich fragend anschaut, weil sich diese Menschen natürlich anders verhalten.
Ich versuche ihr dann mit meinem wenigen Wissen zu erklären, wie sich diese Menschen in unserer Stadt/Umwelt zurechtfinden müssen.
Was auch immer man sagt, wir können uns niemals in solche Situationen hineinfühlen, denn wir können jederzeit den Selbstversuch (blind zu sein) abbrechen.
Meine erste persönliche Erfahrung mit einem blinden Menschen hatte ich vor über 20 Jahren im Erler Krankenhaus. Ich hatte "Rücken", die Ärzte wollten mich schon operieren, hatten mir aber dennoch Massagen verschrieben und der Masseur (blind) sagte mir: nö, laß Dir nix erzählen, Du bist einfach nur verspannt. Bleib mal locker.
Was soll ich sagen, der Mann hatte goldene Finger und voll den Durchblick.
Ich habe auf ihn gehört, die OP abgelehnt und alles wurde gut.

Letztens an der U-Bahn Haltestelle Neumarkt.
Eine kleine Baustelle gab es dort, ganz normal gesichert.
Meine Tochter und ich fuhren die Rolltreppe hoch und sie schaute noch mal zurück und sagte zu mir: Guck mal, der blinde Mann findet den Weg nicht.
Ja, die Baustelle lag auf seinem gewohnten Weg und er fand sich nicht damit zurecht.
Wir wollten schon die Rolltreppe entgegengesetzt zurücklaufen, um ihm zu helfen, aber ein ca. 12-jähriger Junge hat ihm dann den Weg gezeigt.

:shock: Dieser Mann ist die Rolltreppe hochgefahren. Ganz normal, ohne Probleme, ohne zu straucheln.
Versucht das mal.
Ich habe ihn dabei beobachtet, wie er mit der Fußspitze gefühlt hat, wann eine neue, flache Stufe der Rolltreppe ankam, die hat er dann genommen.
Ganz normal eben...
Wüst fegt über Laichen

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