(Historische) Mordfälle in Gelsenkirchen

Was so passiert, was mal passiert ist ...

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Stadtgarten
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Beitrag von Stadtgarten »

Weiss jemand etwas über ein Tötungsdelikt welches vor etlichen Jahren mal an der Olgastr. stattfand.

Ich weiss nur das dort ein Mann einen anderen mit einer Axt erschlagen haben solll und die Axt im Bulmker Park Teich versenkt haben soll.

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Anthro
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Mordfall Dr. Ahlers

Beitrag von Anthro »

Ende der 50er/Anfang der 60er wurde eine Frauenärztin, Frau Dr. Ahlers, in Ihrer Praxis Nähe Stadtgarten erschlagen. Erinnert durch diesen Fred habe ich im Netz ggesucht und keine Infos gefunden. Kann sich jemand an die Sache erinnern und ob das je aufgeklärt wurde?

Meine Mutter war nach dem Mord seinerzeit sehr aufgeregt, da sie Patientin bei Frau Dr. Ahlers war.
Spontanität will gut überlegt sein.


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DieRosi
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Beitrag von DieRosi »

Ich erinnere mich an einen Mord an einem Kind. Muss Ende der 60/Anfang 70er Jahre gewesen sein: Der Sohn einer Hebamme aus Resse hatte ein Kind ermordet.
Die Ex-Gelsenkirchenerin

Erler Bengel
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Beitrag von Erler Bengel »

ich erinnere mich an einem mord, der mitte bzw gegen ende der 70'er jahre in buer passierte. ein junge aus erle wurde von seiner mutter geschickt, um kleinere einkäufe zu erledigen. mit dem geld für den einkauf landete er schließlich auf einer kirmes, die auf der königswiese stattfand. dort verlor sich seine spur. seine leiche wurde im naheliegenden löwenpark gefunden, wobei der spiegel oder der stern diese geschichte (a'la bartsch) nach jahren wieder aufrollte. soweit ich mich erinnere, wurde der fall nie aufgeklärt....

friedhelm
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Kriminalfall in den 1970ern

Beitrag von friedhelm »

Fotos aus meinem Archiv

Bestatter holen eine Leiche ab. Vorausgegangen war wohl ein Mord/Totschlag. Weiß aber nicht mehr wo ich die Fotos damals in Gelsenkirchen geschossen habe.

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Krevert
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Beitrag von Krevert »

Das könnte der Mord an einer Boutique-Verkäuferin in Buer in den 70ern gewesen sein, den Eduard Zimmermann bundesweit bekannt gemacht hat. Wohl immer noch unaufgeklärt.
Suche älteres Schalke-Material, RTL-Fotos und Hobbyzeichner. www.peter-krevert.de

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Emscherbruch
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Mord in der Boutique Girl

Beitrag von Emscherbruch »

Stell dir vor, es geht und keiner kriegt's hin.

Feldmarkmafia
Abgemeldet

Beitrag von Feldmarkmafia »

Mir ist auch noch ein Fall in Erinnerung getreten.

In Heßler wurde in den 80ern eine junge Frau ermordet,die auf der Holtgrawenstraße gewohnt hat.Ihr Name war Claudia K.
Ich kannte Sie persöhnlich und war sogar wenige Tage vor der Tat bei ihr zu Besuch.

Den genauen Zeitpunkt weiß Ich nicht mehr,aber es müsste so um die Zeit von 1986 gewesen sein.Ich meine,in den Schlagzeilen war zu dieser Zeit das Challenger-Unglück (Space Shuttle).
Im Netz finde Ich nix darüber und bei XY wurde der Fall wohl auch nicht gesendet.
Allerdings meine Ich in den 90ern mal eine Hans Meiser Talkshow gesehen zu haben,wo die Mutter von Claudia zu Gast war.
Ob die Sache aufgeklärt wurde kann Ich leider nicht sagen,aber Ich bin mir sicher den Täter bei ihr noch gesehen zu haben.
Das hab Ich damals auch so angegeben bei der Polizei.
Ich weiß nur noch ,das er einen weißen Vw Scirocco fuhr und er mir damals sagte,er wäre Totengräber.
(Sehr makaber im nachhinein...)

Zumindest wollten beide mich damals schnell loswerden,mein Besuch absolut störend und unpassend.

Mich würde ja mal interessieren,was aus der Sache geworden ist.

Sie wurde von ihrer Mutter gefunden,nackt auf dem Flur vor der Haustüre,die Dusche lief noch......
Kennengelernt hatte Ich sie durch damalige Freunde,wir waren öfters bei Zahlmann ein Pils zischen.Dabei war auch immer eine Freundin von ihr mit Namen Marina.Sie wohnte auch in Heßler,in der Nähe vom Friedhof.

Das ist aber auch schon alles,woran Ich mich noch erinnere.


Edit:
Sorry,kurze Aktualisierung:

Das hier habe Ich gefunden,nur eine Antwort zu einem Artikel,aber demnach scheint noch nichts aufgeklärt zu sein.
(runterscrollen zu den Antworten!)

http://www.derwesten.de/region/nrw-poli ... 47282.html

Ich zitiere kurz:

---"Aber - vor fast 23 Jahren wurde eine junge Frau - Claudia K. - in ihrer Wohnung in Gelsenkirchen-Hessler ermordet. Der Mörder läuft leider immer noch frei herum.

Darauf sollte die Polizei ihr Augenmerk setzen, denn es ist unerträglich, dass diese Tat noch immer nicht aufgeklärt und der Täter immer noch nicht bekannt ist."---

Die Sache beginnt mich wieder zu interessieren.Bilder von Claudia müsste Ich eigentlich auch noch haben.

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Betonsau
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Beitrag von Betonsau »

Feldmarkmafia hat geschrieben: Im Netz finde Ich nix darüber und bei XY wurde der Fall wohl auch nicht gesendet.
Moin,

jau, als Spezialist für Aktenzeichen XY kann ich mit Sicherheit sagen, dass der Fall dort nicht behandelt wurde.
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Feldmarkmafia
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Beitrag von Feldmarkmafia »

Betonsau hat geschrieben: jau, als Spezialist für Aktenzeichen XY kann ich mit Sicherheit sagen, dass der Fall dort nicht behandelt wurde.
Was Ich irgentwie komisch finde.
Das beschränkt sich nicht nur auf YX,sondern im allgemeinen.
Was diesen Fall betrifft herrscht regelrecht desinteresse.
Im gesammten Internet oder auch in anderen Medien keinerlei Information.

Was unterscheidet dieses Verbrechen von anderen Morden?
Dabei war Claudia in Hessler und Feldmark bei weiten keine Unbekannte.

Caprice
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Mord am Hasseler Mühlenteich?

Beitrag von Caprice »

Hallo ich bin gestern auf dieses Forum gestoßen, weil ich durch eine Unterhaltung mit meinem Sohn auf ein altes Ereigniss gestoßen bin....Meine Mama hat mir als Kind verboten zum Spielplatz an der Tennisanlage an der Bergmannsglückstraße zu gehen...ich glaub der Weg hieß Mühlenteich....irgendwann später erfuhr ich, das dort ein Mädchen ermordet worden sei..

Ich erzählte meinem Sohn das es Orte gab...zu denen ich nicht gehen durfte...und nun lässt mich die Geschichte nicht mehr los...meine Ma kann ich leider nicht mehr fragen, da die im letzten Jahr verstorben ist...es würde mich interessieren wer das Mädchen war und was dort geschehen ist...


Wenn jemand etwas darüber weiss bitte melden..

LG Caprice

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Anthro
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Beitrag von Anthro »

Das müßte das hier gewesen sein: http://www.gelsenkirchener-geschichten. ... 01&start=0
M.W. wurde der Mordfall nie aufgeklärt.
Spontanität will gut überlegt sein.


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Caprice
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Danke ;-)

Beitrag von Caprice »

Vielen Dank...das kann es schon gewesen sein....ich dachte immer es habe sich um ein junges Mädchen gehandelt....ich weiß noch das wir Kinder uns nachher nicht mal in den Weg getraut haben...ich hab nicht mal hinein gesehen..meine Mutter war so beharrlich darin...mir einzutrichtern das ich dort nicht hin gehen darf.....


Seltsam das heute nach sooo vielen Jahren diese Geschichte plötzlich in meinem Kopf spukt und ich mehr darüber wissen möchte...vor allem wenn es wirklich so ist das der Täter bis heute nicht gefasst ist....

Es wird sicherlich für jeden seltsam klingen hier ....

LG Caprice

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Betonsau
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Beitrag von Betonsau »

Moin,

den XY-Fimfall gibt´s hier in guter Qualität zum Ansehen :
http://www.youtube.com/watch?v=PStqjpOXRns

Der Weg heißt übrigens nicht Mühlenteich sondern Mühlenheide und ist quasi die Verlängerung der Valentinstr. in Hassel. Da es sich bei der Mühlenheide quasi um eine Sackgasse handelt, vermute ich mal das das Opfer dort nicht freiwillig durchgegangen ist sondern schon zuvor vom Täter dazu gezwungen sein musste.
Insbesondere, da ich mir den Weg selbst mal im Dunkeln angesehen und davon ein Foto gemacht habe :

Bild

Da würde selbst ich nicht bei Dunkelheit alleine durchgehen.

Laut xywiki (http://rufmichan24.de/index.php?title=S ... 08.02.1980) ist der Fall ungeklärt.
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heen
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Re: Mordfall Dr. Ahlers

Beitrag von heen »

Anthro hat geschrieben:
09.08.2011, 15:39
Ende der 50er/Anfang der 60er wurde eine Frauenärztin, Frau Dr. Ahlers, in Ihrer Praxis Nähe Stadtgarten erschlagen. Erinnert durch diesen Fred habe ich im Netz ggesucht und keine Infos gefunden. Kann sich jemand an die Sache erinnern und ob das je aufgeklärt wurde?

Meine Mutter war nach dem Mord seinerzeit sehr aufgeregt, da sie Patientin bei Frau Dr. Ahlers war.
Manchmal dauert es ein wenig.
In den Chroniken der Stadt von 1962 und 1963 wird der Mord und seine Folgen beschrieben.
Chronik der Stadt Gelsenkirchen hat geschrieben:1962-01-06 Samstag
Auf einem Stuhl in ihrer Praxis im Hause Ebertstraße 3 wurde die 67 Jahre alte Gelsenkirchener Ärztin Dr. Cornelia Ahlers blutüberströmt ermordet aufgefunden. Auf das durch etwa 50 Stiche und Schnitte verstümmelte Gesicht hatte der Mörder ein Kissen gedrückt. Das Verbrechen wurde erst 14 Stunden nach der Tat entdeckt, als die Putzfrau der Arztin den Raum säubern wollte. Die Tat mußte nach den Feststellungen der Mordkommission bereits am Freitag zwischen 17 und 18.30 Uhr geschehen sein. Die Untersuchungen ließen darauf schließen, daß die Ärztin sich verzweifelt gewehrt haben mußte. Nach der Tat hatte der Mörder den Praxisraum abgeschlossen und sich entfernt. Die Ärztin, die nur einen kleinen Bekanntenkreis hatte, hatte völlig zurückgezogen gelebt. Ein Raubmord erschien ausgeschlossen; als die Tote gefunden wurde, trug sie noch ihre wertvolle Brillantuhr am Handgelenk.

1962-01-09 Dienstag
Die Regierung setzte für die Ergreifung des Mörders der Ärztin Dr. Cornelia Ahlers eine Belohnung von 3 000 DM aus. Die Kriminalpolizei hatte bis jetzt 54 Spuren verfolgt, ohne der Aufklärung näher zu kommen.

1962-01-12 Freitag
Die Leiche der ermordeten Ärztin Dr. Cornelia Ahlers wurde in Essen eingeäschert. Zahlreiche Gelsenkirchener Kollegen gaben ihr das letzte Geleit. Für die Gelsenkirchener Ärzteschaft sprach Dr. Berghoff. Der Gelsenkirchener Ärzteverein ließ das für den 20. Januar im Hans-Sachs-Haus geplante Winterfest ausfallen.

1962-01-15 Montag
Die 122. Spur, die die Mordkommission im Falle der Ermordung der Arztin Dr. Ahlers verfolgte, deutete zum ersten Male auf Frau R. hin, eine Patientin der Ärztin, die sich ordnungsgemäß nach Hamburg abgemeldet hatte, dort aber zunächst nicht aufzufinden war.

1962-01-20 Samstag
In der Mordsache Frau Dr. Ahlers teilte die Kriminalpolizei mit, daß sie im Besitz eines Beweisstückes sei, das die Mörderin - um eine Frau handele es sich mit Bestimmtheit - am Tatort verloren habe und das bei einer gründlichen Suche gefunden worden sei. Die Mörderin könne den Verlust noch nicht bemerkt haben; sie werde auch kaum darauf kommen, um was es sich handele.

1962-01-23 Dienstag
Die Hamburger Kriminalpolizei entdeckte Frau R. die des Mordes an der Gelsenkirchener Ärztin Dr. Ahlers verdächtige Frau, in einer kleinen Pension. Bei einer Vernehmung zupfte man ihr unauffällig Fasern aus ihrem Mohair-Mantel.

1962-01-25 Donnerstag
Das Bundeskriminalamt teilte mit, daß die Textilfasern aus dem Mantel von Frau R. mit den am Tatort in der Praxis der Frau Dr. Ahlers gefundenen übereinstimmten.

1962-01-27 Samstag
Der Hamburger Untersuchungsrichter erließ gegen die am Tage vorher festgenommene 39 Jahre alte Frau R. aus Gelsenkirchen, die in der Mordsache Dr. Cornelia Ahlers unter schwerem Verdacht stand, Haftbefehl. Die Frau wurde sofort nach Gelsenkirchen gebracht. Sie bestritt hartnäckig jede Täterschaft, es lag aber für die Tatzeit kein glaubhaftes Alibi vor.

1962-01-31 Mittwoch
In einem fast bis Mitternacht dauernden Verhör gestand die in Hamburg festgenommene R., In der Heide 36, den Mord an der Gelsenkirchener Ärztin Dr. Cornelia Ahlers, wobei sie den Hergang der grausigen Tat in allen Phasen schilderte. Das Motiv war Rauschgiftsucht gewesen. Als Frau Dr. Ahlers die Ausstellung eines Rezepts auf Morphium abgelehnt hatte, war sie mit einem für einen solchen Fall mitgebrachten Beil auf die Ärztin eingedrungen und hatte sie mit wahllos geführten Schlägen zu Boden gestreckt; ein Hieb, der die Halsschlagader getroffen hatte, war tödlich gewesen. Als Frau R. nach Gelsenkirchen gebracht worden war, war sie wegen der sich immer stärker einstellenden Abstinenzerscheinungen am Ende ihrer Kräfte, und so gestand sie die Tat. Sie wurde in das Untersuchungsgefängnis des Landgerichts Essen eingeliefert. Die leitenden Beamten der Gelsenkircher Mordkommission, Oberkommissar Heitmann und Kommissar Georg Lübbring, hatten in den 26 Tagen nach dem Bekanntwerden des Mordes ganze Arbeit geleistet.

1963-05-22 Mittwoch
Der Staatsanwalt beim Landgericht erhob gegen die 40 Jahre alte Krankenschwester R. Anklage wegen Mordes an der Gelsenkirchener Ärztin Dr. Cornelia Ahlers. Die Täterin hatte sich nach ihrer Festnahme längere Zeit in psychiatrischer Untersuchung befunden.

1963-07-08 Montag
Im Essener Landgericht begann der Schwurgerichtsprozeß gegen Frau Elsa R. unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Rossa. Verteidiger war Rechtsanwalt Kortenkamp. Die Anklage, die Frau R. vorwarf, die 67 Jahre alte Gelsenkirchener Ärztin Dr. Cornelia Ahlers in ihrer Praxis mit einem Beil erschlagen zu haben, vertrat Erster Staatsanwalt Gärtner. Als die Angeklagte in ihrer Vernehmung bis zu dem Punkt gediehen war, an dem sie schildern sollte, was geschehen war, nachdem sie das Sprechzimmer der Ärztin betreten hatte, sagte sie: "Ich kann nicht mehr!" Die Verhandlung wurde unterbrochen; der Gefängnisarzt sollte Frau R. auf ihre Verhandlungsfähigkeit untersuchen. Nach ihrer Festnahme in Hamburg am 25. Januar 1962 hatte sie ein Geständnis mit allen Einzelheiten abgelegt, es auch vor dem Haftrichter wiederholt, später aber widerrufen und behauptet, ihre Geständnisse seien eine Folge der Vernehmungsmethoden der Kriminalpolizei.

1963-07-09 Dienstag
Am zweiten Prozeßtag erklärte Frau R. dem Schwurgericht: "Ich habe kein Beil mit in das Sprechzimmer von Frau Dr. Ahlers genommen, aber ich habe das Zimmer mit einem Beil verlassen. Ich habe den wahren Mörder gesehen; ich wäre beinahe selbst ums Leben gekommen!" "Ich muß Menschen schützen, die mir lieb und teuer sind; und sollte ich auch zu lebenslänglichen Zuchthaus verurteilt werden, sprechen kann ich nicht!" Mit einem Satz habe der "Mörder" über die Liege springen wollen, sei aber zu Fall gekommen und mit dem Kinn auf die Kante der Liege aufgeschlagen. Da habe sie schnell ihre verstreuten Sachen in die Einkaufstasche gesteckt, auch das dem "Mörder entglittene Beil, und sei aus dem Zimmer gestürzt. Nachdem die Angeklagte in allen Einzelheiten geschildert hatte, was sie in den nächsten Tagen unternommen habe, wurde das Tonband mit ihrem Geständnis abgespielt. Auf die Frage, was sie dazu nun sage, erwiderte sie: "Das war alles Theater!"

1963-07-10 Mittwoch
Der 3. Verhandlungstag im Mordprozeß gegen Frau R. verlief nach den dramatischen Höhepunkten der ersten beiden Tage ruhig. Es wurden die wichtigsten Stellen aus den Protokollen der 17 Vernehmungen verlesen und die ersten Zeugen aufgerufen.

1963-07-11 Donnerstag
Im Mordprozeß gegen Frau R. sagte ihr geschiedener Ehemann u.a. aus, daß das Mordbeil nicht dasjenige sei, das er in seinem früheren Haushalt mit R. besessen habe.

1963-07-12 Freitag
Im Mordprozeß gegen Frau R. sagte Gerichtsarzt Medizinaldirektor Dr. Cortain überraschend aus, die Mordwaffe sei kein Beil, sondern ein scharfes Messer gewesen. Weitere Aussagen machte Regierungskriminalrat Dr. Martin vom Bundeskriminalamt, der die Angeklagte erheblich belastete.

1963-07-16 Dienstag
Der Prozeß gegen Frau R. brachte eine neue Überrschung: Kriminaloberkommisar Heitmann (Gelsenkirchen) setzte sich mit seiner Zeugenaussage in Gegensatz zu dem Sachverständigen, Gerichtsarzt Dr. Cortain. Er hielt nach wie vor das Beil für die Mordwaffe. Dr. Cortain blieb aber bei seiner Aussage.

1963-07-19 Freitag
Im Prozeß gegen die wegen Tötung der Gelsenkirchener Ärztin Dr. Cornelia Ahlers angeklagte Frau R. fand ein ein Ortstermin statt. Das Gericht vernahm zunächst eine bettlägerige Zeugin im Hause In der Heide 36 und begab sich dann in die frühere Praxis der Ärztin im Hause Ebertstraße 3, vor dem sich eine Menschenansammlung gebildet hatte. Die Angeklagte blieb dabei bei ihrer Darstellung von einem Mann als Täter, den sie überrascht habe. Viele Zeugen konnten sich anderthalb Jahre nach der Tat nicht mehr genau an Einzelheiten erinnern.

1963-07-22 Montag
Im Prozeß gegen Frau R. erklärte Obermedizinalrat Dr. Bernd Götte vom Landeskrankenhaus Eickelborn als psychologischer Sachverständiger, daß das erregt und mühsam bei der Vernehmung durch die Kriminalpolizei hervorgebrachte und auf Tonband festgehaltene Geständnis der Frau glaubhafter sei als ihre späteren, in flüssiger Rede abgegebenen Erklärungen.

1963-07-26 Freitag
Im Prozeß gegen Frau R. beantragte der Staatsanwalt lebenslängliche Zuchthausstrafe. Der Verteidiger beantragte, da die Beweismittel nach seiner Meinung zu einer Verurteilung nicht ausreichten, Freispruch.

1963-07-29 Montag
Frau R. bestritt im Mordprozeß entgegen einem vor der Polizei und dem Untersuchungsrichter abgelegten Geständnis noch einmal die Tat.

1963-08-01 Donnerstag
Mit einem Freispruch endete vor dem Essener Schwurgericht nach 13 Tagen Verhandlung der Prozeß gegen die 40 Jahre alte Gelsenkirchener Putzfrau R., die beschuldigt war, die 67 Jahre alte Gelsenkirchener Ärztin Dr. Cornelia Ahlers in ihrer Praxis mit einem Beil erschlagen zu haben. Landgerichtsdirektor Rossa erklärte in der Urteilbegründung, die Indizienkette sei nicht lückenlos geschlossen, so daß Täterschaft, Mittäterschaft, Begünstigung oder Mitwisserschaft nicht mit Sicherheit nachgewiesen werden könnten. Der dringende Verdacht, daß die Angklagte die Tat allein begangen habe, bleibe bestehen. Frau R. sank nach der Urteilsverkündung auf ihrem Stuhl weinend zusammen. Die Staatsanwaltschaft kündigte Revision beim Bundesgericht an.
Was aus der Revision geworden ist? Keine Ahnung.
Hier noch die Links zu den Chroniken:
1962 (PDF, 98 MB)
1963 (PDF, 93 MB)

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