Die KAUE in Gelsenkirchen

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Bernd Matzkowski
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insolvenz

Beitrag von Bernd Matzkowski »

die kaue steht ja zur versteigerung an, weil sie teil einer insolvenzmase ist, aus der noch eventuelle verbindlichkeiten abzuwickeln sind. sollte die kaue also jetzt ersteigert werden, wird der insolvenzverwalter mögliche gläubiger befriedigen(können).
der neue eigentümer kann dann dem jetzigen nutzer emschertainment, der dort mieter ist, recht kurzfristig kündigen.
sollte es dazu kommen, sind alle veranstaltungspläne, egal ob im internet oder im gedruckten programmheft, die nach der kündigung liegen, gefährdet, da es in ge keinen gleichwertigen ersatz gibt.
das hsh ist noch nicht fertig, somit auch nicht die für veranstaltungen vorgesehene fläche im forum, das kleine haus des mir steht nicht bzw nur eingeschränkt zur verfügung; hinzu kommt: es geht nicht nur um die fläche und die technische ausstattung, sondern um den raum selbst. ob die publikumsströme so einfach umgelenkt werden könnte, sei deshalb mal dahin gestellt.
der wegfall der kaue als spielort reißt jedenfalls ein loch in das ensemble der spielstätten in ge mit ihren unterschiedlichen größen, nutzungsmöglichkeiten und atmosphären. setzen wir im moment mal darauf, dass niemand zugreift und das dingen ersteigert- wegen des sanierungsbedarfs und der einen oder anderen "altlast" greift die stadt jedenfalls nicht zu und auch die gew(als mutter der emschertainment) lässt die finger davon- sonst hätte das dingen ja längst gekauft werden können.

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Kery
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Abwarten und .....

Beitrag von Kery »

Bis 08.02.2011 ist also zunächst fraglich, ob eine Veräußerung zustande kommt. Wenn, dann ist für einige Zeit unabsehbar, ob oder wann der Kulturbetrieb über Emschertainment eingestellt bzw. in welcher Weise damit weiter umgegangen wird.

Aber was passiert denn, wenn die Liegenschaft nicht verkauft wird? Geht dann alles wie gehabt weiter? Kann man den Betrieb aufrecht erhalten? Kann der Gebäudekomplex überleben? Können die Probleme, die zur Versteigerung geführt haben, ignoriert werden? Kommt dann der Symbolische Euro, mit dem sich aber vielleicht trotzdem niemand eine "Altlast" ans Bein binden will? Und dann? Kulturruin(e)?

LG Kery
Der wichtigste Mensch in deinem Leben ist der, der gerade vor dir steht. (Konfuze)

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bostonman
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Beitrag von bostonman »

Aus dem WAZ-Archiv
Kaue zwangsversteigert.

Was beim Blick auf den Kaue-Kalender überrascht, denn: 46 Veranstaltungen sind bereits für 2011 gebucht, der Vorverkauf läuft. Die Veranstalterin (und Kaue-Mieterin) - die Stadt- bzw. GEW-Tochter Emschertainment - geht fest davon aus, dass alle Veranstaltungen ohne Probleme über die Bühne gehen werden.
weiterlesen
http://service.derwesten.de/zeitungsarc ... ftritt=WAZ
Das hinter der "Kaue" liegende Gebäude ,in dem die "BuS" untergebracht ist,ist erstmal nicht betroffen.
zur "BuS" siehe
http://www.gelsenkirchener-geschichten. ... t=kaue+bus
Man lebt ruhiger, wenn man nicht alles sagt was man weiß, nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach nur lächelt.

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Lupo Curtius
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Und 225 000 Euro zum Dritten!

Beitrag von Lupo Curtius »

WAZ/DerWesten hat geschrieben:Und 225 000 Euro zum Dritten!
Gelsenkirchen. Die Kaue ist zwangsversteigert worden: Für 225 000 Euro erwarb die Wilhelm Stallmann KG die Veranstatlungsstätte. Der Mietvertrag mit Emschertainment soll fortgeführt werden.
... zum Artikel
8)

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Josel
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Beitrag von Josel »

Dass da ein anderer Interessent war, der womöglich dort eine Disco einrichten wollte, sollte natürlich bei der Stadt irgendjemanden auf die Idee bringen, diesem Herrn eine andere der in GE üppig vorhandenen Industrie-Locations zu vermitteln, zumal dieser Herr ja offenbar mit ähnlichen Projekten schon andernorts erfolgreich ist.

Aber ich bin mir absolut sicher, dass die Stadt sofort selbst auf diese Idee gekommen ist und den Mann nicht einfach so von dannen hat ziehen lassen. Denn das wäre ja ziemlich unklug.

J.

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fanthomas
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Beitrag von fanthomas »

Josel hat geschrieben:Dass da ein anderer Interessent war, der womöglich dort eine Disco einrichten wollte, sollte natürlich bei der Stadt irgendjemanden auf die Idee bringen, diesem Herrn eine andere der in GE üppig vorhandenen Industrie-Locations zu vermitteln, zumal dieser Herr ja offenbar mit ähnlichen Projekten schon andernorts erfolgreich ist.
...
In diesem Zusammenhang fällt mir ein:
Was ist eigentlich mit der 2001 geschlossenen Mühle Beckmann (Lindenstr. Buer bei ATU).
Mir war damals zu Ohren gekommen, dass die Essener Disco "Mudia Art" dort eine Zweigstelle aufmachen wollte (die Quelle ist mir entfallen). Danach ist es dann komplett still geworden.

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rapor
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Re: Die KAUE in Gelsenkirchen

Beitrag von rapor »

Die Kaue wird dicht gemacht!
http://isso-online.de/oeffentlichkeit-unerwuenscht/
Als eine seiner letzten Amtshandlungen hatte Ulrich Köllmann als Chef der Gelsenkirchener Stadtwerke den langjährigen Vertrag mit der Kaue-Inhaberin VEWO Wohnungsverwaltung GmbH gekündigt. Aus Kostengründen, wie es heißt. Die finanziell angeschlagenen Stadtwerke entledigten sich mit der Kündigung der KAUE eines Kostenfaktors, der mit rund 85.000 jährlich inkl. Nebenkosten zu Buche schlägt.
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Gut Ravensberg
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Re: Die KAUE in Gelsenkirchen

Beitrag von Gut Ravensberg »

Für alles mögliche hat man Geld. Die Kaue so klammheimlich still und leise zu schließen, ohne dass man über andere Finanzmöglichkeiten nachdenken und reden kann. Das ganze auf Corona zu schieben und uns alle vor vollendete Tatsachen zu stellen, finde ich ungeheuerlich!!!!! Das hat einen verdammt fiesen Beigeschmack.
Der gesamte Kulturbetrieb ist auf Kosten der Künstler und den Mitarbeitern der Kulturbetriebe heruntergefahren worden. Jetzt nimmt man ihnen einen der beliebtesten Auftrittsorte der Stadt. Nicht nur ihnen auch UNS.
Als LETZTE AMTSHANDLUNG!?! Da kann der Mann ja richtig stolz auf sich sein.
ICH BIN SAUER!
Das Leben wird immer vorwärts gelebt und rückwärts verstanden. (Selma Lagerlöf)

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exbulmker
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Re: Die KAUE in Gelsenkirchen

Beitrag von exbulmker »

Das ist doch wieder ein Akt aus dem Tollhaus.
Die Emschertainment GmbH macht sechsstellige Verluste, gleichzeitig läßt man sich aber eine Kirche in Ückendorf als Veranstaltungsort andienen und stellt dann fest, daß man dafür Kosten durch notwendiges Personal hat.
Als Lösung zur Kostensenkung wird dann die Kaue aufgegeben, wobei die Kirche keinesfalls - wegen Akustik und anderer Dinge - die Kaue ersetzen kann.
Da fragt man sich, wie jemand der solche Entscheidungen trifft, bisher als Geschäftsführer überleben konnte.
Ich weiß: es geht ja alles aus dem Säckel der Stadtwerke und das wird u.a. durch den Bürger und Steuerzahler gefüttert.
Wir sind immer die Ersten! Während andere noch straucheln liegen wir schon im Dreck.

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Konterbuckel
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Re: Die KAUE in Gelsenkirchen

Beitrag von Konterbuckel »

Das liest sich hier schon etwas optimistischer. Ma' kuckn.

https://www.gelsenkirchen.de/de/_meta/a ... en-spielen

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rapor
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Re: Die KAUE in Gelsenkirchen

Beitrag von rapor »

Stünde die Kaue in Ückendorf - kein Problem, da kriegste seit ein paar Jahren alles durch. Sogar einen Veranstaltungsort inmitten von Wohnbebauung und ohne Nachweis von Parkplätzen.
Das gefällt mir, unter Anderem, an der Kaue so gut, Riesenparkplatz, direkt dort wohnen nicht so viele menschen, verschiedene Veranstaltungsräume und Kneipe.
Außerdem habe ich dort bei der vorläufigen Eröffung mit dem Kindercircus "Rabatz" einen Auftritt, leider im Treppenhaus.
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rapor
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Re: Die KAUE in Gelsenkirchen

Beitrag von rapor »

https://www.waz.de/staedte/gelsenkirche ... 30731.html

Die Kosten werden wahrscheinlich irgendwie verschoben.
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rapor
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Re: Die KAUE in Gelsenkirchen

Beitrag von rapor »

https://www.ruhrbarone.de/die-schliessu ... sch/198787

Wie ich finde ein sehr guter Artikel, nicht nur über den Vorgang, sondern auch über Kultur und Politik in Gelsenkirchen.

„Dabei können wir uns eine Zukunft als soziales Zentrum und das Angebot von Co-Working-Arbeitsplätzen vorstellen. Es sollte auf jeden Fall ein tragfähiges Konzept für die Zukunft geben“. Ein soziales Zentrum wäre für die Stadt und die Menschen ein Gewinn. Warum es so etwas bisher nicht gibt, muss die Politik beantworten. In einer Stadt mit großen sozialen und wirtschaftlichen Problemen, sind Angebote jenseits kommerzieller Interessen eine gute Sache und besonders wichtig. Die KAUE war bei ihrer Gründung eine Einrichtung dieser besonderen Art. Viele Menschen in der Stadt werden sich auch noch an die Pappschachtel in Buer erinnern. Nach dem Brand 1982 wurde von den politischen Verantwortlichen immer wieder eine neue Nachfolgelösung versprochen. Das Ergebnis ist bekannt.

"Hier werden zwei völlig verschiedene Veranstaltungsorte miteinander verglichen. In die Kaue passen bis zu 450 Zuschauer und Rockmusik kommt hier gut rüber. Die Zuschauer stehen direkt vor der Bühne und eine intensive Atmosphäre ist garantiert. Heilig-Kreuz war als Kirche ein stiller Ort und das wird er bleiben. Die Akustik in der hohen Halle ist nicht auf Rock oder Punk ausgelegt. Hier wird es bei der bekannten Comedy, Gitarrenklängen und klassischer Musik bleiben. Es können bis zu 700 Zuschauer hier Platz nehmen, aber ob das Emschertainment zu einem besseren Geschäftsergebnis verhilft, bleibt abzuwarten.

Der Ausbau der denkmalgeschützten Kirche wird offiziell mit stolzen 12 Millionen Euro angegeben. Andere Quellen gehen von 15 oder gar 17 Millionen Euro aus. Hinzu kommen weitere Kosten für die Schaffung von Parkplätzen und dem Bau eines Parkhauses. Das Projekt ist der zentrale Baustein bei der Umgestaltung der Bochumer Straße und das darf nicht schiefgehen. Viele Bürger kritisieren aktuell, dass alle Augen auf die ehemalige Prachtstraße in Ückendorf gerichtet sind und andere Stadtteile keine Rolle mehr spielen. Mit einer solchen Investition wäre auch aus der denkmalgeschützen Halle von Thyssen Draht in Schalke Nord ein vorzeigbares Objekt geworden, mit deutlich mehr Platz für Zuschauer und einem breiteren Angebot an Veranstaltungen."
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