Die KAUE in Gelsenkirchen

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Semmel
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Beitrag von Semmel »

die punks von der "münnek" organisierten eine kleine konzertreihe.
Die "kleine" Konzertreihe ging ja ein paar Jahre gut, bis wie gesagt, sich der Eine! Anwohner beschwert hatte.
Die hatten ja alles mögliche rangekarrt, R.K.L. aus den Staaten, mehrmals Oi-Polloi usw.
War immer schön und meistens ohne Hauereien (die dann eh draussen stattfanden, wiel die Streihähne immer direkt rausflogen),
Man musste bloss immer danach viel fegen und wischen, aber da alle immer angepackt hatten war das auch meistens schnell erledigt.
Hach, das waren noch Zeiten, werd richtig nostalgisch... ;)
Und heute da... ein Trauerspiel.

Kartoffelsack
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Beitrag von Kartoffelsack »

Semmel hat geschrieben:
die punks von der "münnek" organisierten eine kleine konzertreihe.
Die "kleine" Konzertreihe ging ja ein paar Jahre gut, bis wie gesagt, sich der Eine! Anwohner beschwert hatte.
Die hatten ja alles mögliche rangekarrt, R.K.L. aus den Staaten, mehrmals Oi-Polloi usw.
War immer schön und meistens ohne Hauereien (die dann eh draussen stattfanden, wiel die Streihähne immer direkt rausflogen),
Man musste bloss immer danach viel fegen und wischen, aber da alle immer angepackt hatten war das auch meistens schnell erledigt.
Hach, das waren noch Zeiten, werd richtig nostalgisch... ;)
Und heute da... ein Trauerspiel.

jau, ich werd auch nostalgisch :cry:

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Stadtgarten
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Beitrag von Stadtgarten »

Weiss jemand wann die kaue ungefähr gebaut worden ist

Stromwort
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Beitrag von Stromwort »

Stadtgarten hat geschrieben:Weiss jemand wann die kaue ungefähr gebaut worden ist
Schau einmal hier:

http://www.ruhr-guide.de/rg.php/left/me ... _id/139/kp_ titel=KAUE%20Gelsenkirchen

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Manulan
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Harry Rowohlt las, erzählte und sang

Beitrag von Manulan »

Die Neugier trieb mich am Donnerstagabend in die Kaue. Harry Rowohlt war mir bis Sommer letzten Jahres nur sehr beiläufig bekannt und das wenige was ich über ihn wußte machte mich nicht neugierig auf mehr. Dann las ich auf einer Heimfahrt in einer Zeitung Auszüge aus seinem Buch: "Gottes Segen und Rot Front: Nicht weggeschmissene Briefe zweiter Teil 2". Ich besorgte mir das Buch umgehend. Hier war ein Meister des kurzen Textes am Werk - und Blogger schreiben kurze Texte. Ich wollte lernen und ich lernte. Abgesehen davon war das Buch auch eine wunderbare Einschlaflektüre.

Nun kam er also persönlich nach Gelsenkirchen. Eine Stadt die ihm nicht unbekannt war wie das Publikum gleich zu Anfang des Abends erfuhr. Im Alter von 8 Jahren lebte er hier einige Monate weil seine Mutter ein Engagement am hiesigen Theater angenommen hatte (Maria Stuart). Zweimal in der Woche wurde er von seiner Zimmerwirtin genötigt ihr bei der Pflege des Grabes des im 2. Weltkrieg gefallenen Verlobten zu helfen.

Harry Rowohlt war verschnupft. So schlimm, das er im Laufe des Abends - nicht ohne sich beim Publikum zu entschuldigen - vor aller Augen die Nase mit einem Medikament besänftigen mußte. Trotzdem:Wie gerne hätte ich diese sonore Stimme!Wie gerne würde
ich so sprechen können!

Ansonsten blieb mir der in Harry Rowohlts wikipedia-Eintrag erwähnte "exzessive" Bühnenauftritt erspart. Im Gegenteil. Alles verlief diszipliniert. Es begann pünktlich um 20.00 Uhr; Pause wie angekündigt um 21.15 Uhr, um 23.30 Uhr nach einer vorab angekündigten Zugabe war die Veranstaltung beendet.

Es begann mit Auszügen aus einem gerade übersetzten Kinderbuch ("Sie sind ein schlechter Mensch Herr Gum") und endete mit, Kindergedichten die im Original und anschließend in der Übersetzung von Harry Rowohlt zu Gehör gebracht wurden. Dazwischen Auszüge aus der Kolumne Pooh´s Corner und den bereits oben erwähnten Briefen. Harry Rowohlt ist ein diszplinierter Abschweifer. Immer wieder erläuterte er einen
Begriff aus dem gerade Gelesenen, machte daraus eine eigene Geschichte und kehrte punktgenau zum Ursprungstext zurück.

Spürbar war auch das er sein Publikum respektiert was sich unter anderem daran zeigte, das er zu Beginn des Abend und nach der Pause ankündigte was genau er im folgenden zu Gehör bringen wolle. Als er nach der Pause verkündete er würde unter anderem auch drei Hymnen singen ruft das Heiterkeit im Publikum hervor. Er tat es aber tatsächlich. Welche? Das wird nicht verraten. Wer es wissen will möge eine seiner Lesungen besuchen. Gelegenheit dazu ist immer mal. Er liest nicht nur in den gro0en Städten sondern auch in der Provinz.

Die Veranstaltung war gut besucht. Kaum jüngere Menschen. Viel angegraute Bourgeoisie wie an den Automarken und -kennzeichen ablesbar auch aus den Nachbarstädten herbeigeeilt.Nicht schlecht für einen bekennenden Linken. Die Meisten passierten raschen Schrittes ohne ihn zu erkennen den Autor der zu Fuß gekommen war und vor der Tür stehend eher klein, in schweres dunkelblaues Marinetuch gehüllt, eine Strickmütze tragend noch eine Zigarette rauchte.
Mehr in meinem weblog:
www.manfredkonradt.de

e-mail adresse: mgjkonradt@posteo.de

kwitsche
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Beitrag von kwitsche »

:ventilator:
:kraulen:

aus gedanklichem Anlass

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Minchen
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Beitrag von Minchen »

Die KAUE soll zwangsversteigert werden. Heute steht's in der Zeitung.
Kassandra war doch eine furchtbare Populistin.

Das ist die Seuche unserer Zeit: Verrückte führen Blinde.
(Shakespeare, König Lear)

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Sandra
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Beitrag von Sandra »

Minchen hat geschrieben:Die KAUE soll zwangsversteigert werden. Heute steht's in der Zeitung.
Wem gehört die Immobilie?

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Minchen
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Beitrag von Minchen »

Das steht nicht dabei. Wohl aber was von Instandhaltungsrückständen und Altlastenverdacht. :(
Kassandra war doch eine furchtbare Populistin.

Das ist die Seuche unserer Zeit: Verrückte führen Blinde.
(Shakespeare, König Lear)

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Sandra
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Beitrag von Sandra »

Also ein Kulturgut, was vermutlich bald nicht mehr da sein wird. Schade. Wir hatten schöne Zeiten dort.....

holzpichler
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Beitrag von holzpichler »

Das eine Zwangsversteigerung und somit der Wechsel des Eigentümers zwangsläufig das Ende der KAUE als Veranstaltungsort bedeutet, kann ich mir nicht vorstellen. Dann müssten ja sämtliche Veranstaltungen, die bereits bis ins nächste Jahr geplant sind storniert werden. Auf der HP der Emschertainment ist so etwas nicht zu erkennen.

Folgende Infos sind im Zwangsversteigerungsportal der Amtsgerichte angegeben (übrigens eine "öffentliche" Seite) www.zvg-portal.de

0005 K 0230/ 2009 (letzte Aktualisierung: 03-11-2010 10:50)
Art der Versteigerung: Versteigerung im Wege der Zwangsvollstreckung
Grundbuch: Schalke Blatt 3448
Objekt/Lage: gewerblich genutztes Grundstück: Wilhelminenstraße 174, 45881 Gelsenkirchen, Schalke
Beschreibung: Laut Wertgutachten handelt es sich um eine Gewerbeimmobilie (modernisierter und ungenutzer Altbau) auf zwei Grundstücken mit Veranstaltungs-,Gastronomie-, Büro und Nebenflächen, Wilhelminenstraße 174. Die Grundstücke bilden eine wirtschaftliche Einheit. Baujahr um 1900, fiktives Baujahr 1971. Das ursprüngliche Industriegebäude wurde 1986 umgebaut. Die Gesamtnutzfläche beträgt 1.305 qm und setzt sich aus 608 qm Theaterfläche mit Zuschauerraum, Bühne, Verkehrs- und Nebenflächen, 187 qm Gastronomiefläche, 106 qm Lagerfläche, 218 qm Büroräume, 140 qm Lagerfläche und 46 qm Funktionsfläche zusammen. 34 Kfz-Stellplätze und weitere Abstellmöglichkeiten sind vorhanden. Es bestehen zwei Gewerbemietverhältnisse mit kurzfristiger Mietzeitbindung. Erheblicher Instandhaltungsstau! Altlastenverdachtsfläche! Interessenten wird Einsichtnahme in das komplette Gutachten dringend angeraten.
Betreibende Gläubigerin: Bank für Sozialwirtschaft AG, Wörthstraße 15-17, 50668 Köln, Ansprechpartner: Frau Angelika Beginn, Tel. 0221-97356-234, Zeichen: Akten-Nr.: 4280900735 ZV-Antrag
Verkehrswert in €: a) Flurstück 230: 354.000,00 Euro b) Flurstück 225: 18.000,00 Euro
Termin: Dienstag, 08. Februar 2011, 11:00 Uhr
Ort der Versteigerung: Amtsgericht Gelsenkirchen, Overwegstr. 35, III. Etage Altbau 3 D

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Sandra
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Beitrag von Sandra »

Danke holzpichler für die Info.

Wahrscheinlich werden die Veranstaltungen auch nach Besitzerwechsel abgewickelt oder verlegt. Bereits jetzt werden Veranstaltungen, die ein großes Feedback haben auch in die Emscherlippehalle verlegt.

Das Aktenzeichen ist bereits aus 2009. Ich kenne mich bei sowas nicht aus aber wahrscheinlich läuft die Angelegenheit schon ne Zeit?

Stellt sich die Frage, was mit der Immobilie passiert, wenn sie den Besitzer wechselt. Es hängt vom Konzept ab. Werden Eigentumswohnungen daraus gemacht? Eine Möglichkeit. Oder es wird wieder wie früher, als die Independent-Szene dort aufschlug.

Tja, wenn man genügend Geld hätte.... :roll:

Schade wäre es nur, wenn die Kaue abgerissen würde und das Grundstück für Neues genutzt würde. Denn so ein Gebäude mit Geschichte für Gelsenkirchen bekommt man dann nicht mehr zurück.

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Stadtgarten
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Beitrag von Stadtgarten »

Sandra hat geschrieben:
Schade wäre es nur, wenn die Kaue abgerissen würde und das Grundstück für Neues genutzt würde. Denn so ein Gebäude mit Geschichte für Gelsenkirchen bekommt man dann nicht mehr zurück.
Somal sich dort auch die Hauptstelle eines Bildungsträgers befindet und dort viele Jugendliche eine BAE oder BVB Absolvieren.

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Kery
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Kaue...

Beitrag von Kery »

Wird dann das angedachte Festival "Hinter dem Tellerrand....", das für eine Woche im Oktober in der Kaue stattfinden sollte, im Notfall in die Emscher-Lippe-Halle verlegt???
Der wichtigste Mensch in deinem Leben ist der, der gerade vor dir steht. (Konfuze)

Troy
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Registriert: 25.06.2007, 21:41

Beitrag von Troy »

*hüstel*
Sachfrage:
war da nicht was mit Zweckbindung der Mittel auf 25 Jahre von wegen Soziokultur etc.,
nachdem die Kaue Anfang der 90'er Jahre mit öffentlichen Geldern abermals umgebaut wurde von der damaligen Träger-Gesellschaft? 8)
Erbt man sowas nicht auch mit, wenn man das Dings ersteigert?

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