Gelsenkirchen-Rotthausen-Düppel

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Mechtenbergkraxler
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Gelsenkirchen-Rotthausen-Düppel

Beitrag von Mechtenbergkraxler »

Habe heftig recherchiert und keinen Thread / Fred gefunden, der sich mal intensiv mit dem Düppel beschäftigt hat, einem liebenswürdigen Unterstadtteil der Metropole Rotthausen. Wo der Name herkommt, hat Karlheinz Rabas schon an anderer Stelle in bewährter Verlässlichkeit kundgetan, nämlich von dem Eindruck, den die Rotthauser von dem Siedlungsteil hinter der Bahnlinie hatte: Die Häuser dort liegen quasi hinter den Düppeler Schanzen (siehe Dänenkrieg Anno 1864). Wer sich kundig machen will, wo der Düppel anfängt und wo er aufhört, findet dies auf der beigefügten Karte, die vielleicht auch erklärt, warum es immer hieß, der Düppel sei ein Dorf für sich: Abgeschlossen von der Außenwelt und eingezwängt zwischen Schwarzbach und Kleingartengelände im Osten und Süden, der Bahnlinie im Westen und dem Gewerbegebiet im Norden (früher Zementwarenfabrik Ostermann jetzt Brotfabrik Stauffenberg). Kam der Wind von Westen, brachte er die Teer- und Löschwasserschwaden der Kokerei Dahlbusch mit sich, kam er von Norden, stank es aus den DELOG-Schornsteinen nach faulen Eiern, wehte er von Süden, roch man die Müllkippe. Und von Osten kam er so gut wie nie.
Bild

Der Düppel hatte in den 60er und 70er Jahren noch die komplette Infrastruktur, mit der man sich und seinen Haushalt versorgen konnte. Geschätzt waren das: 3 Fleischereien, 4 Bäckereien, Milchmann, Gemüseladen, Tante-Emma-Laden, Allgemeinarzt, Zahnarzt, Tapetenladen (später Blumenladen), Drogerie, 3 oder 4 Sellerbuden, Friseur, Heißmangel, Schuster und sage und schreibe 9 Kneipen. Im Jahr 2011 ist davon so gut wie nichts übrig geblieben. Wer den alten Düppel kannte, kriegt fast das Heulen.

Wer Fotos und Geschichten aus dem Düppel hat und kennt, kann gerne weitermachen.

Es grüßt der Mechtenbergkraxler
"Der Optimist hat nicht weniger oft unrecht als der Pessimist, aber er lebt froher." (Charlie Rivel, Clown)

pito
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Beitrag von pito »

Aha, jetzt habe ich endlich mal bildlich vor Augen, wo dieser Stadtteil liegt. :up:

Was mir noch einfällt: http://www.gelsenkirchener-geschichten. ... 934#115934

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Mechtenbergkraxler
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Kinderleben im Düppel

Beitrag von Mechtenbergkraxler »

Es scheint ja nicht so wahnsinnig viele Düppeler hier im Forum zu geben, oder will sich keiner outen? Hier mal ein erster Blick ins Leben dieser Leute am Südpol Gelsenkirchens. Kinder gab es in den 50ern und 60ern jede Menge, dagegen Computer und Playstations noch nicht. Uns blieb nichts anderes übrig, als nach draußen zu gehen, wo aber eigentlich immer mehr los war als heute auf den Bildschirmen. Höhepunkte des Jahres waren die – meist von den Müttern initiierten – Kinderschützenfeste, Verkleidungspartys oder Theateraufführungen. Es wurde nie geschossen und trotzdem gab es König und Königin, Hofstaat, Kakao und Kuchen. Gekostet hat der Spaß herzlich wenig.

BildBild
Vielleicht erkennt sich ja noch jemand auf diesen Fotos. Und erkennt, wo das genau war.

Gruß nach Gelsenkirchen vom Mechtenbergkraxler
"Der Optimist hat nicht weniger oft unrecht als der Pessimist, aber er lebt froher." (Charlie Rivel, Clown)

Mic
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Gelsenkirchen Rotthausen Dueppel

Beitrag von Mic »

Hallo Mechtenbergkraxler,
Ich bin in der Brombergerstr. mit Hebamme geboren.
Kennst du noch Den Kartoffel Mann - ich habe genau gegenueber gewohnt.
Umgezogen zur Wetterstr. 1, 1953.
Der Kartoffel Mann Arwater? hat uns den Kartoffelwagen und Pferd zum
Umzug geliehen.
Das Foto von dem Schuetzenfest: Die Namen der Kinder;
  • Barbara Kosner, Ursel Wetzer, Rainhart Bader
Rainhart Ist mit seiner Fam. 1958 ausgewandert nach Canada.

Glueckauf
Mic

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Mechtenbergkraxler
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Beitrag von Mechtenbergkraxler »

Hallo Mic
An den Awater mit Pferd und Wagen kann ich mich gut erinnern. Wenn ich heute die 20 kg Kartoffeln in meinem Keller sehe, wie die still vor sich hin keimen, frage ich mich, warum das früher mit dem Einkellern über Monate hin geklappt hat. Ein anderer fliegender Händler war der Fischmann Lange, der pünktlich jeden Freitagvormittag erschien. Die Fische wurden geschuppt, ausgenommen und der ganze Kladderadatsch landete in der Gosse. Die Waage stand schief, und trotzdem hatte keiner was zu meckern. Und dann gab es noch den Klüngelskerl, der auch regelmäßig rumfuhr. Die Melodie ist mir heute noch im Ohr.
Bei den Namen der Kinder bin ich mir nicht so sicher, aber da können wir ja noch mal ´ne PN drüber austauschen. Ob wir die einzigen Düppeler sind? Beppone hat sich doch auch mal als Düppeler geoutet?!?
Gruß vom Bismarckturm :D
Mechtenbergkraxler
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Mic
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Gelsenkirchen,Rotthausen,Dueppel

Beitrag von Mic »

Bild

An den Mechtenbergkraxler

von mic.
1956 Foto von der ev.Seite der Dueppelschule.
Mic ist auf dem Foto.
Lehrerin Frau Hellwig.
Glueckauf.

Mic
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Gelsenkirchen Rotthausen Dueppel

Beitrag von Mic »

Hallo Mechtenbergkraxler,

Der Kluengelskerl Die Musik habe ich auch noch im Ohr.
ER hatte ein Fahrad mit Anhang.
Du hast aber nichts von dem Schornsteinfeger geschrieben, das war
immer ein aufregender Tag.
Moechte noch einmal von der Mechtenbergstr. etwas dazufuegen.
Vom meinem Fenster Wetterstr. 1 konnte ich genau, fast, sehen
wer beim Taferen Haenchen an der Theke steht.
Auch wer dann spaeter die kleine Treppe herunterfaellt.
Moechte noch gerne von der Metzgerei sprechen.
Lina Hoepfner? war die Besitzerin, eine Miss, nicht Verheiratet.
Sie war nicht sehr Gross 1.55, aber wenn ich am Samstag zum
Einkaufen von meiner Mutter geschickt wurde, dann hat sie
die Kottletts mit einer Grossen Fleischhacke kraeftig durchgehackt.
Sie hatte auch Am Wochenende Hilfe, eine Grosse Frau, vor der ich angst
hatte. Wenn du dann Leberwurst u.s.w. gekauft hast wurde noch alles
in Zeitung eingepackt.
Miss Lina hatte ihre Wohnug mit dem Laden verbunden.
Unverheirat, Fleischer Meister. Sie hatte meine Anerkennung.
Glueckauf von mic

Mic
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Gelsenkirchen Rotthausen Dueppel

Beitrag von Mic »



Heute moechte ich einmal von einem Aufregenden Tag in der Siedlung
WEtterstr,Hohoffstr berichten.
Mietezahlung am ersten .
Die Siedlung gehoerte ja auch zur Zeche Dahlbusch dort hat mein Vater
von1929 bis1962 gearbeitet.Mein Bruder geb.1939 wurde dort Steiger und
hinterher Dipl.Ing.ER hat auf Achenbach umgewechselt.
Mein vater Verstarb 1965 an Staublunge,Silicose.
Am Mietezahltag kam ein Beamter ich glaube von der Zeche.
Das erste Hause auf der rechten Seite in der Hohoffstr auf der ersten
Etage wurde zum Buero.
Eine Schlange von Mietezahler bieldete sich.
Ich Wollte mit.
Mutter mit dem Meitebuch in der Hand und Geld nahm mich mit.
Zuerst wurde aber noch das Gesicht gewaschen und die Haende.
Nach kurzem warten waren wir es.
Der Mann mit einem grossen Stempel hat der Mutter dann das Geld abgenommen.
Ja es war schoen ein ERlebniss.
Gesehen mit Kinderaugen.
Glueckauf aus Canada Von Mic

Mic
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Gelsenkirchen,Rotthausen,Dueppel

Beitrag von Mic »

Hallo Dueppler
Kann sich, oder moechte sich niemand an den Dueppel erinnern?
Halfmannshof, Fussball.
Die Dueppelschule
Sportfest, Die Lehrer.
Selterbude, der Mechtenberg
Die Schulausfluege, Gartenfest
Die erste Wohnung mit Badezimmer undToilette.
Waschmaschiene mit Wassermotor
Hochzeit mit Polterabend
Die Tauben, die Zeche, Wheinachtsfeier von der Zeche fuer die Kinder, UNS.
Ich denke es ist nur WICHTIG fuer mich. SCHADE.

Glueckauf aus Canada von
Mic

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Mechtenbergkraxler
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Mitmacher gesucht

Beitrag von Mechtenbergkraxler »

Hallo zusammen,

schließe mich dem Aufruf von Mic an. Vielleicht kann Karlheinz Rabas hier auch mal was richtig Historisches reinstellen: Wie lange gibt es die Siedlung eigentlich? Wo waren die alten Höfe (an die Reste des Wembkenhofs kann ich mich sogar erinnern. Die Scheune musste in den 60ern schnöden Garagen weichen)? Warum gibt es auf der Mechtenbergstraße nur auf der Nord-Seite alte Häuser, war die Südseite nicht bebaut? Gibt es im Rotthauser Stadtteilarchiv vielleicht Fotos von der Mechtenbergstraße vor dem Krieg. Viele Fragen, wer antwortet? Mic und ich können zwar noch einen ganzen Batzen an Erinnerungen beisteuern, aber wir wollen ja nicht Alleinunterhalter sein.

LG vom Mechtenbergkraxler
"Der Optimist hat nicht weniger oft unrecht als der Pessimist, aber er lebt froher." (Charlie Rivel, Clown)

von waldbröl
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Beitrag von von waldbröl »

@ Mechtenbergkraxler und Mic, es dürfte schwierig werden hier Antworten zu finden. Wir haben hier im Forum keinen Düppeler. Zwar einige Rotthauser, die aber wohl keinen Bezug zum Düppel haben.
Das Einzige was ich zum Düppel beitragen kann ist, ich habe von 1966 - 1967 in der Weindorfstraße in der Eckkneipe ( Namen weiß ich nicht mehr ) an Kegelabenden von honoren Gelsenkirchenern ( uA der Weltmeister im Haareschneiden, Sievers vom Machensplatz ) Kegel aufgestellt. Beim Endspiel England - Deutschland bei der Weltmeisterschaft 1966, wurde nicht gekegelt, alle waren da und schauten das Spiel im Fernsehen. Ich bekam mein Geld trotzdem, bekam ein großzügiges Trinkgeld wie immer und alle Getränke waren frei. Nur ich mußte da bleiben und mir das Spiel ansehen. Machte mir aber nix aus, ein entspannter Abend, trotz des Wimbley - Tores.

Wolle

Neugelsenkirchener
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Beitrag von Neugelsenkirchener »

Hallo,

@von Waldbröl
Meinst Du Haus Höing, an der Ecke Weindorfstr./Ostermannstr.?

Liebe Grüße

Der Neugelsenkirchener

von waldbröl
Abgemeldet

Beitrag von von waldbröl »

Neugelsenkirchener hat geschrieben:Hallo,

@von Waldbröl
Meinst Du Haus Höing, an der Ecke Weindorfstr./Ostermannstr.?

Liebe Grüße

Der Neugelsenkirchener
@ Neugelsenkirchener, danke, genau das meinte ich.

Wolle

Geraldo el Tigre
Beiträge: 4
Registriert: 27.04.2011, 12:31

Noch ein Düppeler

Beitrag von Geraldo el Tigre »

Auch ich habe so manches Jahr (insgesamt 14) im Ortsteil Rotthausen-Düppel gelebt.
Geboren im alten Marienhospital (1956) und dann am Ende der Mechtenbergstraße (mit Blick auf den Mechtenberg) gewohnt. Dort war das sog. 'Dreieck', eine Wendehammer mit innenliegender Grünfläche. Das war für uns Kinder natürlich ein feiner Spielplatz.
Früher wendeten hier die Busse der Linie 194. Bei der alten Frau Jeromin holten wir Eier der selbst gehaltenen Hühner; später auch Limo. Und Busfahrer konnten in Ihrer Pause dort zur Toilette gehen.

Hinter dem Haus lag, jenseits der Bahn, die Kokerei von Dahlbusch. Manchmal war es Nachts taghell wenn Koksabstich war. Ich weiß, dass meine Mutter keine weiße Wäsche draußen trocknen konnte, weil sie danach grau war. Heute noch erinnert mich die eine oder andere Narbe am Knie (mit Einschluss von Kohlendreck) an diese schöne Zeit der Kindheit.

Um die Ecke zur Bromberger Str. war der Friseur Kruza. Ein ganz kleiner Eck-Salon für Damen. Weiter dann die Gaststätte Korten (heute Mechtenbergshöh). Die Bromberger Str. war keine ganz feine Straße. Ich denke, es wohnten dort z.T. sehr einfache Leute in alten Häusern. Wenn Mutter uns Milch holen schickte, gingen wir zum Milchbauer Siebert auf halber Höhe gegenüber dem Graffweg. Dort war auch der Bäcker Nolte und an der Ecke das Geschäft der Lebensmittelkette Westring. Wenn wir zurück über die Mechtenbergstraße gingen, kamen wir an der Ofenrohr-Fabrik Kaimeier vorbei und weiter an der Gaststätte Backwinkel zu unserem Haus am Ende der Straße. Vorbei an der Einmündung der Bromberger Str. war auch ein Schneider. Ich glaube er hieß Engelen.

Gegenüber unserem Haus war, vor dem Mechtenberg, die erste Zeit eine Müllkippe.
Ich kann mich erinnen, dass meine Eltern sich zeitweise über Ungeziefer beklagten. Besonders sind mir 'Heimchen' erinnerlich. Aber das war schnell vorbei und später wurde hier der noch existierende Sportplatz angelegt.

Wenn wir mal ins Kino wollten, gings ins DUX-Kino. Das war aber schon auf der Steeler Straße. Und für uns ziemlich weit.
:)

Mic
† 3. 12. 2014
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Registriert: 04.06.2011, 23:10

Schuetsenfest im Dueppel verfassed von MX 20.05.2011

Beitrag von Mic »

Hallo Mechtenberkraxler
Das Schuetzenfest foto,das mit dem Koenigspaar,das
Maedchen,das unten sitzt,zweite von rechts,hat Sie nicht
auf der Mechtenbergstr. gewohnt?
Das Maedchen ist auch auf meinem Schulfoto.
das Foto ist von der DUEPPLSCHULE 1956.
Das Kind war auch ein EV.Kind,mit mir in derDUEPPELSCHULE
Ein ev.Kind genau wie ich.
Du kannst Sie auf meinem SCHULFOTO finden.
Sie ist auf meinem Foto 3 Reihe,von unten,5 von rechts.
Ich hatte als Kind ein Muttermahl auf meiner rechten wange.
Sie war auch ein besonders Kind,so wie ich.
Der koenig,war sein Name Rainer?
Ich glaube ich kenne den Namen der Koenigin,aber ich
wuerde mich freuen die Namen der Kinder von Dir zu erfahren.
Freu mich auf Antwort.
Alles Gute. MIC

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