Wir aus Scholven

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Lorbass43
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Schule 1924

Beitrag von Lorbass43 »

Einschulung 1924 in Scholven
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Text auf der Rückseite
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Die flotten Knaben 1931 bei ihrer Schulentlassung
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Text auf der Rückseite
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Einige Jahre später hieß es dann,daß ein jeder sich zählen lassen solle in der "Stadt Davids", daß jeder gesunde junge Mann sich freiwillig zur neu entstehenden "Wehrmacht" melden könne. Die "Stadt Davids" hieß in diesem Fall Buer und gezählt - das heißt gemustert - wurden die ersten Freiwilligen der späteren Himmelfahrtkommandos. Jeder durfte sich sogar wünschen wo und bei welcher Waffe - in welchem "Haufen" - er dienen wolle. Viele von diesen Jungen haben dem "Ruf wie Donnerhall" Folge geleistet und sind auf dem "Feld der Ehre" beziehungsweise im Lazarett oder in Sibirien für "Führer und Volk" gestorben. Mein Stiefvater oben dritter von links, ist als einziger dieser Klasse 1948 zurückgekommen.

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gutenberg
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Leider richtig

Beitrag von gutenberg »

@Lorbass

Tja, meyn Lorrbaßche, da hast Du leider Recht.

Egal, in welche Wohnung man als Kind kam, überall standen diese Bilder, meist Dreiviertel-Ansichten, junger, lächelnder Männer, die ja gar nicht Helden werden wollten. An jedem Bild war an der rechten Unterecke ein schwarzer Trauerflor.
Aus zahlreichen Gesprächen mit Überlebenden, ich wollte mal - wenn ich ein alter Mann sein würde, ein Buch daraus machen, aber es würde keinen mehr interessieren - weiß ich, dass fast ausnahmslos alle, geschult und indoktriniert durch das Pimpfenjungvolk oder Jungvolk und HJ, an diesen "Führer" glaubten. Und zwar auch in Scholven, diesem Arbeitervorort. Auch dort heiß und innig. Und was mich überrascht hat: Es war weniger Gruppenzwang, wie es in der Literatur für die "Freiwilligen" des WK 1 immer dargestellt wird, sondern es war das Gefühl, vom Staat, von der Politik, eben vom Führer ernst genommen zu werden. Wie sagte, nein, bölkte er 1934 in Nürnberg: Mögen uns auch heute noch Millionen verdammen und verfluchen, die Jugend ist uns restlos verfallen!
Die von ihm angeblich so geliebte Jugend hat er fast restlos ausgerottet. Zu fast 70% die Jungen des Jahrganges 1922. Die 6. Armee war eine Ruhrgebietsarmee. Deshalb wurden wir Nachkriegsgeborenen von Greisen und alten Damen unterrichtet. Und wie können wir das Straßenbild unserer Kindheit vergessen. Ich meine nicht die Häuser-Ruinen sondern die Menschen-Ruinen. Das "Klack-Wutsch"! von Männern mit amputiertem Bein, oder die Aktentaschen mit Schulterriemen von Einarmigen und die gelben Ärmelbinden der Blindgeschossenen, Gumminasen, Prothesen aller Art.
Und doch lassen wir den Nationalsolzialismus unter dem Deckmantel der Demokratie wieder zu. Sind wir dabei, Schuld auf uns zu laden wie einige unserer Vorväter?

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Lorbass43
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Beitrag von Lorbass43 »

Wer konnte damals ahnen, als das Foto zur Schulentlassung gemacht wurde, daß nur vierzehn Jahre später deutsche Pioniere unter ihnen der Feldwebel Erich F. das Tannenbergdenkmal in die Luft sprengen würden vor dem Zusammenbruch der deutschen Abwehrfront gegen die sowjetischen Armeen, die übermächtig nach Ostpreussen drängten? Alles, was sie seinerzeit für unumstößlich und erschütterlich hielten, nämlich nicht das Hitlerregime, sondern den Bestand des Deutschen Reiches und mit ihm die Ostgebiete, stand bereits seit der Machtübernahme 1933 auf tönernen Füßen, war dem Verderb und Untergang geweiht. Fast alle machten ihre Lehre auffem Pütt in Scholven zumeist Untertage, da war das Angebot Soldat zu werden verlockend. Der spätere Unteroffizier und Ausbildertyp, wie er in den Kasernen sein Unwesen trieb und die jungen Rekruten schikanierte, im Kampf allerdings hart und zuverlässig, ein unermüdlicher Anführer der ihm anvertrauten Truppe, stammte aus diesen Reihen.
Aber, kaum ein Dienstgrad hat solche horrende Blutopfer gebracht wie das Unteroffizierkorps. Es gab vor Moskau, Leningrad und in Stalingrad Divisionen, in denen schon nach kurzem Einsatz fast alle Unteroffiziere gefallen oder verwundet waren. Bei Aufbau der Bundeswehr habe ich diesen Soldatentyp Anfang der 60er Jahre in den Funktionen als Portepeeträger oder Tapferkeitsoffizier selbst in Aktion erlebt.

buerio
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Beitrag von buerio »

Das " SCHOLVEN LIED"
Musik: Joseph Haydn

Schol-ven, Schol-ven ü-ber al-les,
ü-ber al-les in der Welt.

Von Buer-el-ter bis zum Pa-wig,
Lütt-ting hof bis Schei-de-weg.

Schol-ven, Schol-ven ü-ber al-les,
ü-ber al-les in der Welt.

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gutenberg
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Hoch Mittelscholven

Beitrag von gutenberg »

Reim dich oder ich fress dich!
Oder: Wir singen die dritte Strophe...

Eine Mittelscholvische Hymne nach der Melodie "Wilhelmus van Nassouwe
ben ik, van Duitsen bloed..." der Nederlandsen Nationalhymne (um 1568)

Hoch Mittelscholven am Berge wie bist du aufgestellt!
Die Zeche und Hydrierwerke bekannt in aller Welt!
Statt Kohle bringst du heute
Energie in jedes Haus.
Und sorgst für deine Leute tagein und auch tagaus.

Im Norden grüne Felder und Bauernwirtschaftsland,
und kleine grüne Wälder ich in deinem Herzen fand.
Die Hansa, die schießt balde
Tore im Baulandstadion.
Über allen wacht die Halde seit hundert Jahren schon!

Auch wenn kein Steiger kommet, der mit "Glück Auf!" uns grüßt.
Der Bergmannsgruß noch frommet dem, der die Heimat küsst.
Die Heimat und die Mädchen
wie, dich, mein Schätzelein,
und auch dich kleines Städtchen, euch lass ich nie allein.

Bitte nicht als ernstzunehmenden Vorschlag zu betrachten, sondern als Jux.

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gutenberg
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Oktobergedanken

Beitrag von gutenberg »

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"Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht. 1. Mose 1, 28"


Ich habe mal an dem Foto herumgebastelt, um die Wahrheit herauszukitzeln.
Das Bild könnte auch heißen:

Die Wiesen und die Felder,
dies alles ist mein Reich.
Und auch die grünen Wälder
und der Bach zugleich.

Die Bilder im GG haben mir gezeigt, dass man nicht vergessen kann, woher man kommt.
Und mein Glaube zeigt mir, wohin ich gehe.

Oktobergedanken...

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gutenberg
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Apropos Schulweg

Beitrag von gutenberg »

Ich bin dieser Tage mal meinen alten Schulweg gefahren. Das heißt, ich habe es versucht. Ich besuchte nette Leute auf der Kirchhellener Straße und fuhr von dort die Buerelter hoch bis zur Mentzelstraße. Es ist ein komisches Gefühl, sein Elternhaus nach so vielen Jahrzehnten wiederzusehen, man hört plötzlich sogar das Knarren der Treppe wieder und meint, den Geruch des Kohlenkellers zu riechen. Fast verzweifelt sucht man nach einem bekannten Gesicht. Aber alle Leute sind fremd. Und dann wird es einem nicht nur klar, sondern grell: "Ich ging als junger Mann und jetzt bin ich ein alter Sack mit Rollator und Krückstock". "Nun gut", denkt man, und ist sich selber gnädig, "Rollator und Krückstock sind krankheits- und nicht altersbedingt". Aber sie sind Tatsachen.
Also denn, der Schulweg wartet. Mentzel hoch, Schwedenstraße rechts. Mein Gott, seit wann stehen die Villen hier? Zweimal schauen, um einmal wiederzuerkennen. Scheideweg links die Brücke. Und konnte ich als Kind schon die Bahn in der Berliner Straße bimmeln hören und die Zeit war knapp: Trotzdem: Wenn sich eine Lok näherte, musste das "Einqualm-Ritual" beibehalten werden. Den Geruch bekam ich beim Anblick der Brücke wieder in die Nase. Erstes Haus auf der rechten Seite steht noch, irgendwie. Aber ob noch der Herr Rahne Haare schneidet? Oder Ralf, der Sohn? Die Grenze zwischen Scholven und Gladbeck brachte mir mal in Willingen echten Krach ein, als ich auf Messdiener-Latein sagte: "Der Tribowski wohnt auf der Via Vagina!" Das hörte Potthoff, der Schläger... Also, den Scheideweg hoch und die Nienkampstraße links. (Mit dem Fahrrad oder zu Fuß ging ich natürlich durch die Kolonie, Heidestraße, Garagenplatz, Strauchweg, Löhstraße, Nienkamp überqueren, Metterkamp hoch, fertig). Metterkampstraße einbiegen. So klein und schmal hatte ich die Straßen nicht in Erinnerung. Bei Franke vorbei und an der Mehringstraße ist Schluss. Einbahn. Also Nienkampstraße hoch, Feldhauser rechts und? Wie sieht denn der Bunker aus? Die Betondachsparren abgebaut? Furchtbar. Und der runde Bunker, bemalt? Nee, nee. Und auf einmal stehst Du vor der Vincke, sie hat ein unmögliches Kleid an. Gibt es die Farbe "Senfgrün"? Und du siehst das Lehrpersonal, spürst die Minikiesel unter dem Schuh, vom Toilettenhäuschen weht dieser widerliche Ammoniakgeruch herüber, obwohl es gar nicht mehr steht. Und du siehst diese jungen Gesichter, hoffnungsfroh und zukunftserwartend.
Eh die Erinnerung sich auf das Fahrverhalten schlägt, bin ich weg. Zu viel Erinnerung ist nicht gut. Sie schmälert die Gegenwart, indem sie uns an unsere Träume erinnert.
Der Bunker mit dem "Dicken" Simon, der Schulhefte-Kauf beim "Papier"-Simon. Der hatte immer so fantastische Groschen-Spielwaren. Wer erinnert sich noch an die "Kartoffelflunscher", "Nasenpfeifen", "Saugnapf-Gewehrchen" etc.?
Mit jedem Kilometer, mit dem ich mich der jetzigen, schon "alten" Heimat näherte, wurde das Wetter "grieser" und die Gegenwart spürbarer.
Möchte ich nochmal ein Kind sein? Ein Kind in Scholven? Umgeben von Kohlenstaub, Chemiegeruch und Blindgängeralarm gefühlte 3 mal die Woche?
Also, ich weiß nicht...BildBild

Scholvener Geschichte: Ein britischer Pass. Darf der Besitzer zur Queen "Mami" sagen?
Zuletzt geändert von gutenberg am 13.10.2009, 10:34, insgesamt 1-mal geändert.

pito
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Beitrag von pito »

@gutenberg: :2thumbs:

RuhrGEbeat
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Beitrag von RuhrGEbeat »

@gutenberg:

Tatsächlich steht Ralf Rahne noch mit Kamm und Schere im Salon.
Zumindest stand er bei meinem letzten Scholven-Besuch (Juli) im Kittel vor seinem Laden und wartete auf Kundschaft.

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gutenberg
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@ruhrGEbeat + Ihr in Scholven

Beitrag von gutenberg »

@ RuhrGEbeat:

Dass Ralf Rahne noch dort praktiziert, freut mich in zweifacher Hinsicht:
1. Es gibt noch lebende Zeugen meiner Kindheit, und
2. Mir ist der Name eingefallen, und das fällt mit nach all den weggelebten Jahrzehnten zunehmend schwerer.

Vielen Dank für die Benachrichtigung.

@ Ihr in Scholven:
Ich habe noch einmal den Beitrag von mir gelesen und gemerkt, dass er ein wenig falsch verstanden werden kann. Bevor jemand meint, ich nörgle an Scholven herum, sei ihm versichert, dass das Scholven von heute um mehrere Ligen attraktiver ist, als das in meinen Erinnerungen. Nur gab mir das Scholven meiner Erinnerung immer ein gewisses Gefühl des Geborgenseins, einfach deshalb, weil es meine Kindheit war.
Die Konfrontation mit dem real existierenden Vorort stellte dieses Gefühl in Frage.
Natürlich bleibt Scholven mein Wurzelstock, denn seit meinem 10. Lebensmonat habe ich auf der Mentzelstraße gewohnt.
Geboren bin ich unweit davon in auf Zweckeler Gebiet.

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Fuffziger
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Beitrag von Fuffziger »

@Gutenberg,

ich glaube, man versteht schon, was du sagen willst, denn mir geht das nicht viel anders. Mein Schulweg z.B. verlief u.a. über die Metterkampstrasse hin zur Grundschule im Brömm, seinerzeit auch "Eichendorff-Schule" genannt. An so manchem Sonntag Nachmittag drehe ich heute meine Runde durch Scholven und Bülse und bewundere die schönen, hell gestrichenen Zechenhäuser mit ihren teilw. tollen kleinen Vorgärtchen. Da hat sich in den letzten Jahrzehnten allerhand verändert. In den Sechzigern wäre das heutige, helle Bild angesichts der Kokerei undenkbar gewesen. Zwischendrin dann noch ein altes, russgeschwärztes Haus, und ich fahre wie damals im Vorbeigehen mit den Fingerkuppen über den spröden Putz. Im Sommer fühlte er sich richtig warm an. Gedankenverloren schiesse ich einen Stein beiseite, früher hätte es auch ein Stück Kohle aus einem Kohlehaufen vor dem Haus sein können. Ein Blick in den Hinterhof zeigt noch eines dieser alten steinernen Schuppen, an denen nie was verändert worden ist. Und dann kommt eben diese alte Geborgenheit aus Kindertagen zurück und man träumt sich in eine bessere ? Zeit zurück. Warum eigentlich nicht ? Heimat bleibt Heimat und wird sich in der Erinnerung nicht verändern. Und soll sie auch gar nicht. Ausserdem glaube ich, dass viele Mitleser hier gespannt auf alte Geschichten aus Scholven lauern.

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gutenberg
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@50er

Beitrag von gutenberg »

@fuffziger

Gottlob habe ich beides gekannt: Die familiäre Herzlichkeit unter den Nachbarn in der Kolonie, und die eigenartig kühle Korrektheit unter den Hausfrauen bei uns im "Beamteneck" der Mentzel- und der Schwedenstraße. Oma Scholven wohnte auf dem Buschweg und Oma Zweckel auf der Gluckstraße. Ortskundige wissen Bescheid. Meine Mutter hat sich mit ihrer Nachbarin, der Frau des Maschinenfahrsteigers Behr, in all den Jahrzehnten des Nebeneinanderwohnens gesiezt.
An der Grenze zum Älterwerden schaut man natürlich zurück. Das ist auch gut so, solange man nicht in ein "Ach, hätte ich doch damals" verfällt, denn dann kommt "saures" Träumen hoch. Man hat eben nicht damals...
Mein Vater (*1922-+1990) sagte immer: "Leben ist jetzt, Vergangenheit ist das, was es nicht mehr gibt und Zukunft das, was es noch nicht gibt." Und er war immer Optimist. Natürlich, die Generation, die dieses Inferno der Nazizeit überlebt hat, konnte eine "normale" Wirtschaftskrise nicht erschüttern. Wir sind da feinnerviger.
Beim Zurückschauen wird mir klar, dass meine Heimat mir als Kind eine gute Mutter war und ich an diese gute Mutter gern zurückdenke. Aber dem jungen Mann wurde sie Rabenmutter, ich konnte mich nicht in ihrem Reich ernähren und musste fort.
Aber diese Mutter hat mich auch so erzogen und fit gemacht, dass ich überall meinen Mann stehen konnte.
Und nicht nur mir ging es so. Auf die gesamte Ruhr bezogen, ging es wohl hunderttausenden so.
Aber ein Forum im Internet, dass das Bueraner und das Gelsenkirchener Wappen zeigt, wird schier überflutet von Geschichten und Schicksalen derer, die gehen mussten und derer, die bleiben konnten. Und erzähle mir einer, das hätte auch mit Gladbeck oder Dortmund, mit Düsseldorf oder München funktioniert, ich würde ihm nicht glauben. Das Ruhrgebiet und die Menschen, die es ausmachen, sind einmalig geworden durch ihre Lebensumstände.
Und diese kuriose Landschaftsmischung: Dörfliche Idylle neben Großstadthauptbahnhofs-Schutt. Westerholt neben New York. Der Bauernhof neben dem Pütt könnte das Wappen für eine "Ruhrstadt" sein.
So etwas prägt...

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gutenberg
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Gänsehaut und Kloß im Hals

Beitrag von gutenberg »

Es gibt hier in den GG einen Thread, in welchem gewesene und aktive Gelsenkirchener Bürger über ihre Barraszeit erzählen. Ich selber natürlich auch. Denn nichts ist schöner, als über den Barras zu schwadronieren, wenn man ihn abgedient hat.
Es war auch mal anders , und ich meine nicht 1945. Ich meine die, deren Namen auf dem Ehrenmal in Buer stehen und die jetzt vergessen werden. Die Soldaten 1914-18. Wie meinen Großvater. Den Eindruck einer Fahrt auf den Spuren seiner Generation gebe ich hiermit wieder

Einen Bekannten von mir hatte es hier bei einem Verkehrsunfall böse erwischt und das hiesige Kreiskrankenhaus tat das einzig Richtige und überwies ihn nach Buer zum „Bergmannsheil“. „Die machen dort aus zwei Halben wieder einen Ganzen“, wurde der Ehefrau gesagt.
Da war wohl etwas dran. Auf dem Wege zu seiner völligen Genesung besuchte ich ihn mal, er war gehfähig und hatte in Begleitung Ausgang. Wir gingen zum Ehrenmal und hinunter zum See. Das Ehrenmal von nahem zu sehen machte auf ihn richtigen Eindruck. Ehrenmäler haben wir hier im Münsterland die Fülle, aber die schiere Menge der Namen machte ihn nachdenklich.
Wir beschlossen, dass wir, wenn er wieder ganz der Alte sein würde, nach Verdun fahren wollten. 93 Jahre nach der Schlacht um Verdun legten wir den nächsten Vatertagfest, um für einen ”richtig gemütlichen” Ausflug zu jenem oft genannten Ort zu machen. Manfred, der Freund, nahm sich eine Straßenkarte vor, und stellte fest, dass Frankreich sooo weit nun auch nicht entfernt sei. Zwischen Daumen und Zeigefinger zeigte er etwa drei Zentimeter Abstand und erklärte mir, es wäre auf der Karte nur so ein Stückchen von Münster ins französische Nachbarland.
Leicht an einem Tag zu schaffen.
Und er stellte fest, dass Werdühn oder wie man das ausspricht, sich als Tagesziel anböte, weil es a) nicht gar zu weit von der Grenze entfernt läge, aber b) doch schon so weit drinnen, dass man sicherlich das Gefühl bekäme, in einem von diesen kleinen Restaurants an der Chaussee, die von außen unscheinbar bis schmuddelig wirkten, von innen jedoch eine Küche von epochaler Qualität vorzuweisen hätten, zu sitzen und mahlzeiten würde wie ein Franzmann..
Manfred ist fast 10 Jahre jünger als ich und in der Historie eher unbeleckt.
Auf zeitliche Einwände hin, blieb Manni der Meinung, kurz nach Verdun hin, daran vorbei und sich das Land anzuschauen, wäre doch eigentlich ein Klacks...
”Manni, mein Junge”, sagte ich mit der Weisheit des Alters, ”Manni, genau so haben schon einmal Leute gedacht.” Der Freund erwiderte, dass das gut sei, wir wären dann ja nicht die ersten und einzigen. Ich erinnerte ihn, welche Folgen dieses Denken schon einmal gehabt hat.
Es war auf jenem Himmelfahrtstag ein einfach göttliches Wetter. Die Autobahnen waren frei, wohl weil der Urlaubsverkehr im Lande, schon am Mittwoch abging. Ich erzählte unterwegs die Dinge, die uns Kindern unser seliger Großvater von Verdun erzählte. Von dem tagelangen Trommelfeuer, von den Grabenkämpfen Mann gegen Mann, von den Mohren, die sich an die Verwundeten, die man notversorgt im Niemandsland zwischen den Gräben liegen ließ, heranschlichen und mit langen Messern taten, was man von ihnen verlangte. Blieb der Verwundete eine gewisse Zeit am Leben, hatte er eine winzige Chance. Man verständigte sich mit den Franzosen über die Gräben weg mit weißen Flaggen, denen dann die Wimpel mit dem roten Kreuz folgten. Großvater meinte, die weiße Flagge hätte mehr für die Menschen getan, als alle Politiker zusammen.
Ich gab die Geschichten wieder vom Wäldchen, das man den ”Toten Mann” nannte, von der Höhe 304, den Kämpfen um das Dorf Fleury, welches sechzehnmal den Besitzer wechselte und von den Forts Douaumont und Vaux.
Und wie der Himmel Gnade hatte mit meinem Großvater, und eine französische Gewehrkugel in seinen Oberschenkel lenkte. Wie er zur Versorgung in den eroberten Douaumont kam und wie die Verwundeten unter heldenhaftem Einsatz von Ihren Kameraden durch das Feuer geborgen wurden und er im damals deutschen Metz im Lazarett lag. Und wie er trotz des Lazarettes gerade rechtzeitig humpeln konnte, um an dem von den Engländern angeleiertem Schlachtfest an den eigenen Leuten und den Deutschen an der Somme teilnehmen zu können. (Anbei: 1,1 Mio Tote insgesamt, davon 120.000 Deutsche, Geländegewinn für das Empire: 0-0,8 km...).
Aber die Somme war nicht unser Ziel und Manfred Ostendorff hörte sich die Geschichten an wie wir damals: Als schrecklich furchtbar schlimme, aber gleichwohl spannende Abenteuergeschichten.
Ach Opa, wenn du wüsstest...
Irgendwann waren wir in Metz und ich sah eine französische Stadt. Von den deutschen Jahrhunderten war aber auch mal gar nichts mehr zu sehen. Etwas außerhalb fanden wir auch unser typisch französisches Restaurant an der Chaussee. Von außen mehr unscheinbar als was weiß ich. Von innen aber hallo! Es gab alles zu sehen: Bilder von Paris, von der „Kohtazür“, vom Resistance-Großvater und was weiß ich. Nur zu essen gab es nichts. Weil, wie uns der Wirt, ein echter Schangel, erklärte, in Fronkreisch gäbe es warmes Essen GRUNDSÄTZLICH nur bis 2 Ühr!

Woraus sich für den weiteren Verlauf der Reise ergab wie folgt: Ich hatte von der ganzen Autofahrerei eh keinen Hunger und Manni lag mir pausenlos in den Ohren wg. Kohldampf und doch wohl nicht McDingens, wo er schon EINMAL im Leben in Frankreich sei.
Als wir nach einigen Irrfahrten über diese eigenartigen französi-schen Dörfer in Verdun ankamen, entdeckte er eine Art Pommesbude auf franzö-sisch. So ’ne Art McDupont. Und er traute sich, einen französischen Hamburger zu essen: Wattebrötchen ca. 20 cm Durchmesser mit angemessenem Fleischplattklops. Auf diesem befand sich ein Spiegelei mit Mayonnaise und als Gaumenlabe eine Portion Pommes. Darauf die Deckplatte aus der oberen Brötchenhälfte. Noch nach Tagen beklagte er sich über diesen Fraß. Wo er doch nur EINMAL im Leben nach Frankreich käme, dem Lande Paul Bocuses.
Ich muss ehrlich sagen, dass mir das alles irgendwie irgendwo vorbei ging. Ich war in Verdun. Und weil ich über all die Dinge, die Verdun zu Verdun machten, wusste, und weil ich eine eigenartige, ja was. Unruhe war es nicht. Nervosität oder Neugierde auch nicht, spürte. Es war so ein Gefühl, als beobachtete ich mich selbst. Jetzt sitzt er hier, jetzt geht er über die Rue Soundso. Jetzt sieht er das historische Stadttor.
Wir besuchten die Zitadelle, die noch heute in ihrer grauen Masse eine ungeheure Wirkung im Wortsinn ausstrahlte. Verdun wurde ja 1916 nicht erobert. Für 5 Euro nahmen wir an einer High-Tech-Führung in der Zitadelle teil.
Mein Großvater hatte Leben und Gesundheit einsetzen müssen, weil ”man” in die Zitadelle wollte, und ich legte schlappe 5 Euro hin und wurde freundlich begrüßt. So sind die Menschen.
Was heißt Führung, man besteigt (mit gesammelten 6 deutschen Touristen) ein ”Waco” genanntes Elektro-Gefährt, dass durch kaum sichtbare Magnetstreifen geführt wird. Lässt sich auf der Fahrt durch die Grotten und Gewölbe von einer täuschend echten Geräuschkulisse und deutschem Kommentar berieseln. Es ist arschkalt, die Kulissen sind echt und die Hologramme lassen einen den Kitsch ertragen, den die Franzosen wohl zur Glorifizierung ihrer Vergangenheit brauchen.
Die Fahrt und die Erklärungen und Schilderungen französischer Tapferkeit nahmen schier kein Ende und waren für mich, der ich einen kritischeren Umgang mit der nationalen Geschichte gewohnt bin, etwas befremdend in ihrer Kritiklosigkeit.
Der Freund brachte das auf den Punkt, als er fragte, gegen wen die eigentlich gekämpft haben. Nicht, dass er nicht wusste, gegen wen, sondern weil das Wort ”Deutsche Soldaten” nicht erwähnt wurde.
Dann fuhren wir hinaus auf das Schlachtfeld. Wenn ich jetzt schreibe, dass es heute wie damals keine Worte gibt, die auch nur annähernd das Gefühl des wissenden Menschen beim Anblick dieser ”Landschaft” wiedergeben können, dann ist das keine Phrase, sondern die schlichte Wahrheit. 85 Jahre vermochten nicht, vermochten auch nur annähernd nicht, die Narben zu verdecken, die die z.T. tonnenschweren Geschosse bei ihren Detonationen der Landschaft schlugen. Wir kennen alle diese Bilder vom Argonnerwald, der nur noch aus Stümpfen bestand.
Das Schlachtfeld vor Verdun bestand nicht einmal mehr aus Stümpfen. Heute traut sich der Wald langsam zurück. Du stehst vor einem riesigen Trichter, der mit einem moosähnlichen Gras bewachsen ist und siehst einigen feinen Bauschutt auf seinem Grund. Daneben das gleiche und daneben auch. Der Bauschutt in den Trichtern ist das Dorf Fleury. Es gibt noch mehr dieser Dörfer, die man nicht mehr aufgebaut hat.
Du gehst durch einen Wald, mehr so eine Art Schonung. Der Waldboden hat ein Relief wie diese Pappelagen, in die man Eier zum Verkauf legt. Du siehst armierte Betonpfeilerchen aus dem Boden ragen und liest, dass hier der Graben No. 226 herläuft, der immer wieder mit Hekatomben von Menschenopfern den Besitzer wechselte. - Verrecken um eines Grabens willen in einem Acker. Sterben für ein paar Betonstangen.
Heute weiß man, dass es weder kriegsentscheidend gewesen wäre, noch eine nationale Schande, hätte man Verdun geräumt und die Deutschen vorbeigelassen. Zu Beginn der Schlacht waren die meisten Bastionen eh schon geräumt, weil der Verteidigungsring um Paris weiter nördlich lag.
Es ging ums Prestige. Die Deutschen ärgerten sich über das ”Wunder an der Marne”, das ihren rasanten Vormarsch zum Halten gebracht hatte und Genéral Foche wollte Marschall werden, wie Falkenheyn, sein deutscher Gegenspieler. Auf einmal lag für die Deutschen der Sieg bei Verdun und für die Franzosen wurde die Stadt zum Schlüssel Frankreichs. Beides stimme nicht.
Das Armeeoberkommando (AOK) des Reiches rechnete bald nicht mehr mit Menschen, die man zum Einsatz brachte, mit den Söhnen der eigenen Nation, sondern - kein Witz - man rechnete in Kubikmetern Menschenmaterial. Die und die Kubikmenge Mensch brauchte täglich soundsoviel Wasser, Brot und Munition. Soundsoviel Festmeter Holz für Särge, soundsoviel ”Feldnachschub” und hielt soundsoviel Tage vor. Dann musste wieder eine entsprechende Menge an Mensch
herangeführt werden, um die Front zu halten. Wollte man vorrücken, brauchte man pro Meter die doppelte Menge Mensch und Munition.
Und die Franzosen dachten genau so.
Mein Großvater sagte, bei Verdun gab es keine Sieger, nur arme Schweine. Egal, welche Sprache sie sprachen.
Da gibt es als Nationalheiligtum das ”Beinhaus” von Verdun. Man hat einen Turm errichtet in Form einer riesigen Granate und ein längliches Gebäude, das an Tunnel und Bunker erinnern soll. In diesem Gebäude befinden sich 13 Kapellen, die an die Regimenter oder Einheiten erinnern sollen, die hier für Frankreich in glorreichem usw.. Das grausame sind die Kellergewölbe, in die man durch Glasscheiben Einsicht nehmen kann und die die Knochenreste von 130.000 toten jungen Menschen beinhalten.
Immer wieder findet man riesige Grabfelder von alliierten Soldaten. Die Deutschen liegen noch da, wo sie starben. Nicht einmal im Tode, nicht einmal nach Deutsch-Französischer Freundschaft und dem ganzen Schmonzes erweist man allen Toten Respekt. Keiner von den jungen Männern wollte Frankreich erobern. Man hat sie nicht gefragt, man hat sie herangekarrt und verrecken lassen. Und nicht einmal einen Grabstein oder Gedenkstein hat man für sie übrig oder lässt die deutsche Kriegsgräberfürsorge graben, um die Knochen zu beerdigen. Freundschaft zeigt sich da, wo sie sich bewähren muss.
Und wieder gehst weiter durch diesen Wald mit seinem welligen Boden. Ein Schild sagt dir, dass du dich auf der Höhe 304 befindest. Hier hat mein Großvater Hans Benten gelegen. Ich weiß nicht, ob er geweint hat. Aber ich hatte seit Betreten des Feldes einen Kloß im Hals.
Wieder eines von diesen kleinen Schildern sagt dir, dass man hier 300 Soldaten vermutet, die in einem von den Bergleuten aus Westfalen (Mineurs de Oueste-Phalia) angelegtem Stollen verschüttet wurden. 100 Meter weiter liegen 250-600 Engländer, vermutet man.
Wir gingen schweigend durch den Wald zurück zum Auto und es dauerte lange, bis wieder ein Gespräch in Gang kam. Da waren wir schon im Saarland.
Ich habe noch Wochen gebraucht, um mit diesen Eindrücken fertig zu werden.

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gutenberg
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Gegenmittel

Beitrag von gutenberg »

Bild
Dieses Bild hatte ich in der Brieftasche, als ich zum Bund ging und das Revier für immer verließ: Ich hätte es im Falle eines Heimwehanfalles nur anzusehen brauchen, und ich hätte das Klappern der Zentralen Bekohlung und das Surren, Brummen und Zischen des Kraftwerkes ebenso gehört wie das entsetzliche Klappern der Waschberge-Fahrer auf der Leer-Rückfahrt von der Halde (Fa. Kraft oder Fa. Spiekermann). Beidem konnte man Tag und Nacht nicht entfliehen. Das hätte alles Heimweh besiegt.
Wenn ich Heimweh hatte, dann nach Menschen, aber nicht nach Landschaften.

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gutenberg
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Du hast ja so etwas von Recht

Beitrag von gutenberg »

Fuffziger hat geschrieben:@Gutenberg,

ich glaube, man versteht schon, was du sagen willst, denn mir geht das nicht viel anders. Mein Schulweg z.B. verlief u.a. über die Metterkampstrasse hin zur Grundschule im Brömm, seinerzeit auch "Eichendorff-Schule" genannt. An so manchem Sonntag Nachmittag drehe ich heute meine Runde durch Scholven und Bülse und bewundere die schönen, hell gestrichenen Zechenhäuser mit ihren teilw. tollen kleinen Vorgärtchen. Da hat sich in den letzten Jahrzehnten allerhand verändert. In den Sechzigern wäre das heutige, helle Bild angesichts der Kokerei undenkbar gewesen. Zwischendrin dann noch ein altes, russgeschwärztes Haus, und ich fahre wie damals im Vorbeigehen mit den Fingerkuppen über den spröden Putz. Im Sommer fühlte er sich richtig warm an. Gedankenverloren schiesse ich einen Stein beiseite, früher hätte es auch ein Stück Kohle aus einem Kohlehaufen vor dem Haus sein können. Ein Blick in den Hinterhof zeigt noch eines dieser alten steinernen Schuppen, an denen nie was verändert worden ist. Und dann kommt eben diese alte Geborgenheit aus Kindertagen zurück und man träumt sich in eine bessere ? Zeit zurück. Warum eigentlich nicht ? Heimat bleibt Heimat und wird sich in der Erinnerung nicht verändern. Und soll sie auch gar nicht. Ausserdem glaube ich, dass viele Mitleser hier gespannt auf alte Geschichten aus Scholven lauern.
Lieber Fuffziger:
Du hast ja so etwas von Recht und hast das in sehr schöne Worte gekleidet. Ich habe oben mein Antiheimwehbildchen hineingestellt und dazu geschrieben, dass ich, wenn überhaupt, nur Heimweh nach Menschen, aber nicht nach Landschaften hatte. Das stimmt aber nur zum Teil. Denn es sind ja die Menschen, die die Landschaften geprägt und für uns Kinder ausgemacht haben. Du bist wohl einige Jahre jünger als ich, schön für Dich. Zu meiner Zeit gab es in Scholven drei Schulen: die Waldschule, die Antoniusschule, beide mehr von der ländlichen Jugend besucht und die Vinckeschule. Man muss sich vor Augen halten, dass die Volksschule damals die Schule fast für alle war. Gym und Real waren die Ausnahmen. Mit der Schaffung der sog. Hauptschule wurde das zerstört. Es waren Volksschüler, die das Land nach 45 wieder aufbauten.
Ich habe aber, als der Ältere von uns Beiden, den Vorort in voller Blüte noch erlebt. Als die Zechenschließung spürbar wurde, war ich schon in der Lehre in Buer. Und Buer und ich, das war Liebe von Anbeginn.
Aber manchmal, gerade zu Zeiten, als meine Kinder im "Volksschulalter" waren und ich sie das letzte Stück Schulweg heimwärts bummeln sah, ging ich die Metterkampstraße hinunter, voller innerem Friedem und ging, um den Weg zu verlängern, die Mehringstraße hoch, über die Nienkampstraße zur Helmutstraße und von dort entweder über die Heidestraße oder an der Kokerei längs und die Glückaufstraße hinunter nach Hause. Oder, wenn mein Feund Wolfgang Streiber mitging, gingen wir am Brunnen vorbei, die Feldhauser zwischen Halde und Schrebergarten durch, die Kirchhellener Straße links ab bis zu Buerelter Straße. Wolfgang wohnte etwa gegenüber der 1.500 Jahre alten Elter-Linde. Ich tippelte dann die Buerelter runter und über die Schwedenstraße heim zu Muttern. Das war ein Schulweg, der jedem Politiker heute die Tränen in die Augen treiben würde. Und dennoch, diese Wege gehören zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen. Gerade heute, wo ich wegen einer irreparabel zersörten LWS nur noch mit Rollator ein paar Meter gehen kann.

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