Wer weiss etwas über die LÖCHTE? (ehem. Braubauerschaft)

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Heinz O.
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Re: Wer weiss etwas über die LÖCHTE? (ehem. Braubauerschaft)

Beitrag von Heinz O. »

Akkiller hat geschrieben:
12.12.2021, 18:45
Ich glaube da habe ich auch noch Fotos, das könnte sogar aus meiner Sammlung sein, könnte passen?! Danke für die Info!!! :D
ich hatte dir dementsprechend eine PN geschickt
Micha

Irgendwie machen GEschichten süchtig .......

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BiggiNoki
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Re: Wer weiss etwas über die LÖCHTE? (ehem. Braubauerschaft)

Beitrag von BiggiNoki »

Guten Abend an alle, die mir zum Thema LÖCHTE geantwortet haben. Danke für die spontane Bereitschaft, mir Ihre Informationen zu schicken
Zunächst möchte ich mich bei Ihnen vorstellen, ich verspreche es kurz zu fassen...Mein Name :
Brigitte Nottenkämper, aus Braunschweig, wo ich mit meiner(recht) großen Familie lebe, BERUF: Rentnerin und engagierte Oma von drei Enkeln, ehemalige Sprachtherapeutin und Kindertheaterfrau, einige Jahre davon in einer IGS.,
GEBOREN in Essen- Ruhr, da zwanzig Jahre aufgewachsen, danach zehn Jahre auf ner Ostfriesischen Insel gearbeitet und dann 40 Jahre in Braunschweig 4 Kinderkes groß gezogen..
Vor ein paar Jahren, als meine Eltern starben erhielt ich Unterlagen von ihren Vorfahren. NUR komme ich jetzt erst dazu genauer zu fragen woher kamen die beiden denn eigentlich her. Da musste eine "Corona Auszeit" passieren, damit ich mich mit Bildern von der Löchte beschäftigen konnte und erstaunt feststellte, dass auf einer sehr alten Karte, dort in der Braubauerschaft Nr. 190 das Geburtshaus meines Großvaters Wilhelm SCHNEIDER zu finden ist...
Und auf dieser Karte über dem Ort(?) Blitzkuhle der Name NOTTENKÄMPER steht.
Frage1
Wo befand sich früher "Die Löchte", von der mein Großvater immer erzählt hat, dass das sein Geburtshaus 1888 gewesen sei und das 1932 abrissen worden sei. In seinen Erzählungen kam immer eine Mühle vor?
Aber war das "Das Haus 190 in der BrauBauernschaft"?
Frage 2Wo und was war die Blitzkuhle.
Da ich nun entdeckt habe, dass auf der alten Karte von 1823 der Name Nottenkämper an der Blitzkuhle steht, bin ich natürlich neugierig geworden...
Ich habe Unterlagen von meiner Familie väterlicherseits, dass der Urgroßvater meines Vater im 19.Jahrhundert in Schalke geboren wurde, Bernhard Nottenkämper hieß und EIN KÖTTER war.Das hat zusätzlich mein Interesse geweckt und nun möchte unbedingt heraus finden, ob meine Vorfahren aus der Blitzkuhle stammten. Im Internet kann man den heutigen Ort der Blitzkuhle finden, es ist bei Herne.

Da mein Laptop leider nicht mehr funktioniert und ich diesen Text zur Zeit nur mit einem Smartphone schreiben kann, möchte ich Sie bitten mir zu verzeihen, wenn nicht auf all Ihre sehr interessanten Informationen im Einzelnen eingehen werde. Sobald ich wieder einen größeren Laptop bekomme, sende ich Ihnen noch mehr Informationen über meine Recherchen.
Bis bald, vermutlich Mitte der nächsten Woche. Herzliche Grüße von Brigitte, ehem BiggiNoki

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Tekalo
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Re: Wer weiss etwas über die LÖCHTE? (ehem. Braubauerschaft)

Beitrag von Tekalo »

Blitzkuhle hieß der Ort am alten Forsthaus von Schloss Grimberg, weil am im Jahre 1885 ein Blitz in den riesigen Walnussbaum vor dem Haus eingeschlagen war. Am Baumfuß blieb eine Kuhle zurück. Hier wurde Johann Schäfer 1867 geboren und lebte mit seine Familie dort.

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buebchen59
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Re: Wer weiss etwas über die LÖCHTE? (ehem. Braubauerschaft)

Beitrag von buebchen59 »

Tekalo hat geschrieben:
16.12.2021, 18:16
Blitzkuhle hieß der Ort am alten Forsthaus von Schloss Grimberg, weil am im Jahre 1885 ein Blitz in den riesigen Walnussbaum vor dem Haus eingeschlagen war. Am Baumfuß blieb eine Kuhle zurück. Hier wurde Johann Schäfer 1867 geboren und lebte mit seine Familie dort.
Da passt was nicht. Wenn erst 1885 der Blitz einschlug, wieso steht dann schon 1823 der Name Blitzkuhle auf der Karte?
Schön war die Zeit...

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Tekalo
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Re: Wer weiss etwas über die LÖCHTE? (ehem. Braubauerschaft)

Beitrag von Tekalo »

Der Name Blitzkuhle ist die volkstümliche Bezeichnung für eine Vertiefung, die am Rand mit Weiden bepflanzt war. Bei einem Gewitter schlug der Blitz dort ein, zumal die Kuhle infolge von Überschwemmungen häufig voll Wasser stand. Nebenbei erwähnt sie der Heimatverein in Wanne in der Nachbarschaft.
Hier ist jetzt die Frage, ob es eine oder zwei gab. Die von Grimberg ist wie oben erwähnt. Die Karte............ Ja, im Urkataster steht auch Tottenkämper und nicht Nottenkämper. :shock:
Hat der Heimatbund jetzt falsch abgeschrieben :twisted: oder hatte er mal wieder Quellen, die wie zu dieser Zeit üblich nirgendwo verzeichnet waren :schockiert: und auf dieser sich heut jeder bezieht, ohne selber zu forschen.
Ich bin jederzeit bereit, mich über das Thema auszutauschen.

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Tekalo
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Re: Wer weiss etwas über die LÖCHTE? (ehem. Braubauerschaft)

Beitrag von Tekalo »

Ich kann das irgendwie nicht editieren. Ich meinte natürlich Notten - und Tottenkämper

edit Verwaltung: iss schon erledigt

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BiggiNoki
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Re: Wer weiss etwas über die LÖCHTE? (ehem. Braubauerschaft)

Beitrag von BiggiNoki »

:)
Tekalo hat geschrieben:
18.12.2021, 20:53
Der Name Blitzkuhle ist die volkstümliche Bezeichnung für eine Vertiefung, die am Rand mit Weiden bepflanzt war. Bei einem Gewitter schlug der Blitz dort ein, zumal die Kuhle infolge von Überschwemmungen häufig voll Wasser stand. Nebenbei erwähnt sie der Heimatverein in Wanne in der Nachbarschaft.
Hier ist jetzt die Frage, ob es eine oder zwei gab. Die von Grimberg ist wie oben erwähnt. Die Karte............ Ja, im Urkataster steht auch Tottenkämper und nicht Nottenkämper. :shock:
Hat der Heimatbund jetzt falsch abgeschrieben :twisted: oder hatte er mal wieder Quellen, die wie zu dieser Zeit üblich nirgendwo verzeichnet waren :schockiert: und auf dieser sich heut jeder bezieht, ohne selber zu forschen.
Ich bin jederzeit bereit, mich über das Thema auszutauschen.

Antwort von BiggiNoki
der Name HOTTEN-TOTTEN-NOTTENKÄMPER wird bis in dieses Jahrtausend immer wieder falsch aufgenommen und da es in den meisten Ämtern zuviel Arbeit kostete diese langen Namen voll aus zuschreiben,hat man es einfach mal mit wechselnden Namen probiert.
Mir ist schon mal ein wichtiges Schreiben/Rechnung unter dem Namen HOTTENTOTTENKÖTTER zugesandt worden.WAR TATSÄCHLICH FÜR MICH GEDACHT: VON EINEM KAUFHAUS AUSSEM RUHRGEBIET:
Danke für die hilfreichen Beiträge über die BRAUBAUERSCHAFT und die LÖCHTE; IN DER MEIN GROßVADDER (MÜTTERLICHERSEIETS)1888 geboren wurde.::::Die Nottenkämpers gehören bei mir zur väterlichen Seite...aber dat gehört jetzt nicht zumTHEMA
FROHE WEIHNACHTEN UND NEN GUTEN RUTSCH INS NEUE JAHR:
Dann versuche ich noch mal ernsthafter über den Namen Nottenkämper etwas herauszufinden :lol:

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Heinz O.
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Re: Wer weiss etwas über die LÖCHTE? (ehem. Braubauerschaft)

Beitrag von Heinz O. »

BiggiNoki hat geschrieben:
12.12.2021, 21:42
Wo befand sich früher "Die Löchte", von der mein Großvater immer erzählt hat, dass das sein Geburtshaus 1888 gewesen sei und das 1932 abrissen worden sei. In seinen Erzählungen kam immer eine Mühle vor?
Aber war das "Das Haus 190 in der BrauBauernschaft"?
Ich lese den Beitrag erst jetzt richtig.

Also: Die Löchte war in der damaligen Braubauerschaft, heute Schalke-Nord.
Dazu hatte ich diesen Kartenausschnitt bereits eingestellt.
Bild
Dort befand sich auch eine Mühle, die auf diesen Plan eingezeichnet ist.
Bild
Das gesamte Gebiet der Löchte liegt heute in den Gebiet des Stadthafens.
BiggiNoki hat geschrieben:
12.12.2021, 21:42
Aber war das "Das Haus 190 in der BrauBauernschaft"?
Wo genau sich das Haus befunden hat, kann ich leider nicht sagen. Ich hatte da aber schon eine Vermutung angestellt.
Sind das nicht die selben Gebäude ?
Bild
Bild
Sutumer Straße, etwas heute auf Höhe Schalker Sportpark
siehe: viewtopic.php?t=11531
Micha

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Lo
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Re: Wer weiss etwas über die LÖCHTE? (ehem. Braubauerschaft)

Beitrag von Lo »

Frau Nottenkämper (BiggiNoki) hat mir u.a. die Abschrift eines Zeitungsartikels der
Gelsenkirchener Allgemeinen Zeitung vom 2. April 1932 zukommen lassen.


Bild

Der besseren Lesbarkeit halber habe ich den Text noch einmal neu geschrieben:

Ein Stück Alt-Gelsenkirchen verschwunden.
Innerhalb weniger Stunden niedergelegt.

So manches Wahrzeichen einstigen bäuerlichen Wohlstandes in Gelsenkirchen und dem damaligen Nachbarort Schalke ist in den letzten 20 Jahren dem Erdboden gleichgemacht worden.
Zahlreiche Guts- und Bauernhöfe mussten der Industrialisierung weichen. Typische westfälische Fachwerkbauten mit jahrhundertealter Tradition verschwanden nach und nach, und ihr Verschwinden nahm der Landschaft ihren ursprünglichen Charakter.
Das übrige tat die Industrie, die mit ihren gewaltigen Anlagen das Landschaftsbild verwandelte. Nur noch wenige Bauernhöfe haben sich bis in die heutige Zeit erhalten, und zu diesem gehörte auch der Bauernhof der Erben Schneider, der von den Vorfahren vor über 300 Jahren an der Sutumer Straße errichtet wurde.
Als vor dem Weltkriege das Kanalprojekt bis zur Durchführung gereift war, kaufte die Stadtverwaltung den Hof und das dazugehörige Gelände auf, um es bei der Hafenplanung zu verwenden. Das Haus wurde von Leuten bezogen, die in der Industrie beschäftigt waren. Da man jederzeit mit dem Abbruch des Gebäudes rechnen musste, um den bebauten Platz für die Hafenanlagen frei zu machen, wurde auf die Erhaltung des Fachwerkbaus keinen Wert mehr gelegt.
So kam er nach und nach zum Verfall, bis er vor wenigen Tagen wegen der Einsturzgefahr geräumt werden musste. Zwar haben sich auch hier die eichernen Bauhölzer sehr gut erhalten – alles andere, wie die Dachziegel, die Sparren und Fußböden waren jedoch morsch, so daß eine Erneuerung nicht mehr lohnte.
Am Mittwoch wurde der Bau geräumt, aber kaum war er leer, so wurde schon mit dem Abbruch begonnen.
Erwerbslose machten sich über das Haus her und montierten alles ab, was des Mitnehmens wert schien: Fensterrahmen, Türen waren in einer Stunde verschwunden und selbst vor den hölzernen Verstrebungen machte man nicht halt. Die Polizei musste schließlich dieser Selbsthilfe Einhalt gebieten, da der vorzeitige Abbruch lebensgefährlich zu werden drohte.
Gestern in den Vormittagsstunden rückte dann die Abbruchkolonne der Stadt an, um den Bau niederzulegen.
Wir haben das Haus, das Jahrhunderte durch von alter westfälischer Bauart zeugte, noch einmal im Bilde festgehalten.
Seines Schmuckes ist er schon entkleidet, und wir sehen den Bau gerade im Moment des Dacheinsturzes.
Bereits um 17.00 Uhr war der Fachwerkbau nicht mehr vorhanden, seine Mauern waren niedergerissen und von den Holzbalken und Dielen war nichts mehr zu sehen. Steintrümmer bezeichneten die Stelle, an der einmal ein Haus gestanden hatte, in dem Generationen in guten und bösen Zeiten heranwachsen und starben.

Gelsenkirchener Allgemeine Zeitung, den 2. April 1932
Komm´doch mal gucken: https://www.kohlenspott.de/

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Akkiller
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Re: Wer weiss etwas über die LÖCHTE? (ehem. Braubauerschaft)

Beitrag von Akkiller »

Danke lieber Lo, sehr interessant! Bitte auch den Dank weiterleiten an Frau Nottenkämper :D
Suche ständig Ansichtskarten und Fotomaterial von Gesamt-Gelsenkirchen
http://www.bruckmann.de/autor-34207-kar ... elt_0.html
http://www.gelsenkirchener-geschichten. ... hp?t=10893

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Bretterbude
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Re: Wer weiss etwas über die LÖCHTE? (ehem. Braubauerschaft)

Beitrag von Bretterbude »

Das Haus mit der Bezeichnung Braubauerschaft 190 trug diese Adresse bis zur Einführung geregelter Straßennamen 1895, es erhielt dann die Adresse Sutumer Straße 60, später wurde die Sutumer Straße Teil der heutigen Kurt-Schumacher-Straße. Haus Nummer 60 befand sich in etwa in der Mitte des heutigen Grünstreifens zwischen Kurt-Schumacher-Straße und Parkplatz vor dem Schalker Sportpark.

Bild
(Quelle: Grundkarte der Stadt Gelsenkirchen 1905-07, Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen)

Bild
(Quelle: Sammlung Karlheinz Weichelt)

Bei dem Haus Breaubauerschaft 190 handelt es sich also um dieses Fachwerkhaus in Bildmitte auf dem Bild aus der Sammlung von Karlheinz Weichelt.

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Heinz O.
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Re: Wer weiss etwas über die LÖCHTE? (ehem. Braubauerschaft)

Beitrag von Heinz O. »

@ Bretterbude: Danke für deine Erklärung und Recherche ! Damit ist meine Vermudung auch bestätigt ! :D
Micha

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