Wandel auf der Zeche Bergmannsglück

Die industrielle Vergangenheit Gelsenkirchens zwischen Kohle und Stahl. Alles was stank. ;-)

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Pedder vonne Emscher
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Re: Wandel auf der Zeche Bergmannsglück

Beitrag von Pedder vonne Emscher »

@Heinz H., danke für die umfassenden Informationen. :up:
Künstliche Intelligenz ist überall da gefragt wo es an natürlicher Intelligenz mangelt

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Heinz H.
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Vergessene Bergbauzeit

Beitrag von Heinz H. »

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Das denkmalgeschützte Fördermaschinenhaus auf Bergmannsglück


Der Abbruch der zahlreichen Zechengebäude auf Bergmannsglück macht die Ausstrahlkraft des verblieben Maschinenhauses schwierig. Wie geht es eigentlich weiter mit dem denkmalgeschützten Fördermaschinenhaus auf dem Betriebsgelände von Vivawest? Wird es für die Öffentlichkeit zugänglich sein?

Am Tag des offenen Denkmals 2021 in Gelsenkirchen ist das Gebäude diesmal nicht dabei! :?
https://www.gelsenkirchen.de/de/freizei ... kmals.aspx
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Heinz H.
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Das Fördermaschinenhaus hat einen XXL-Nachbarn bekommen

Beitrag von Heinz H. »

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Die Ausstrahlkraft des FÖMA scheint mehr und mehr zu schwinden. Die denkmalgeschützte Halle wirkt mittlerweile unscheinbar und nebensächlich.
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Auf dem Nachbargelände entsteht auf einem rund 13.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Bergmannsglückstraße 30 in Hassel ein neues Zentrallager. FAHRRAD XXL MEINHÖVEL baut dort eine elf Meter hohe und 5000 Quadratmeter große Logistikhalle sowie ein dreigeschossiger Anbau mit 2000 Quadratmetern für Fahrradteile und Zubehör und 1000 Quadratmetern Bürofläche.
Quelle: WAZ
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Auch das Gebäude der ehemaligen Werksfürsorge, heute Wohnhaus und Galerie Schmidt wird durch den XXL-Nachbarn eingeengt.
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Kaluschke
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Re: Wandel auf der Zeche Bergmannsglück

Beitrag von Kaluschke »

Hallo zusammen,
@Heinz H,
also ich kann da jetzt nichts dramatisches erkennen.
Das ist ja nun mal ein Gewerbegebiet.
Es ist gut wenn XXL-Meinhövel in Gelsenkirchen baut. Die Halle könnte genauso gut in Bochum stehen.
Wir können nun mal nicht jedes Gewerbegebiet in eine Parklandschaft umwandeln.
Irgendwo müssen auch noch Gewerbe und Arbeitsplätze entstehen.

Gruß Heiner
Danke, dass Sie mir die Zeit genommen haben.

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Heinz O.
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Re: Wandel auf der Zeche Bergmannsglück

Beitrag von Heinz O. »

Kaluschke hat geschrieben:
29.04.2024, 14:23
Hallo zusammen,
@Heinz H,
also ich kann da jetzt nichts dramatisches erkennen.
Das ist ja nun mal ein Gewerbegebiet.
Es ist gut wenn XXL-Meinhövel in Gelsenkirchen baut. Die Halle könnte genauso gut in Bochum stehen.
Wir können nun mal nicht jedes Gewerbegebiet in eine Parklandschaft umwandeln.
Irgendwo müssen auch noch Gewerbe und Arbeitsplätze entstehen.

Gruß Heiner
Das sehe ich genau so. Im Übrigen hat das Gelände um die Halle früher nicht viel anders ausgesehen.
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kann man auf der Luftaufnahme von 1998 ganz gut erkennen.
Gegen Hass, Hetze und AfD
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Heinz H.
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XXL-Logistikhalle

Beitrag von Heinz H. »

Dem stimme ich nur bedingt zu! Dass man so nah am Bestand bauen muss, ist nicht besonders rücksichtsvoll. Ist leider auch bei meinem Zuhause so. Die Beschattung ist schon erheblich, besonders in den Wintermonaten. Aber wenn es nicht anders geht, muss man sich als Betroffener wohl damit abfinden oder wegziehen.

Was mir überhaupt nicht gefällt, ist die Ansiedlung einer Logistikhalle auf dem Bergmannsglückgelände. Handelt es sich m. E. bei dem betreffenden Gebiet doch um eine Mischung aus Gewerbe- und Wohngebiet. Die XXL-Lagerhalle wird sicherlich in ihrer Nachbarschaft zu mehr Lärm und steigende Umweltverschmutzung durch zusätzlichen Auto- und LKW-Verkehr führen.

Einst gab es an dieser Stelle ein Ensemble aus mehreren kleineren Hallen. Insgesamt gesehen war es ein architektonisches Werk des Zechenbaumeisters Müller. Viele Menschen waren hier in Brot und Arbeit. Die neue Lagerhalle benötigt zwar viel Platz, wird aber wahrscheinlich nur eine Handvoll Personal brauchen.

Doch was mir eigentlich am Herzen liegt, ist das denkmalgeschützte Fördermaschinenhaus mit der Zwillingsdampfmaschine. Schon lange hat man nichts mehr darüber gehört oder gelesen, zu lange! Ich hoffe nur, dass das Gebäude irgendwann endlich für die Öffentlichkeit zugängig gemacht wird.
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kdl
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Re: XXL-Logistikhalle

Beitrag von kdl »

Heinz H. hat geschrieben:
30.04.2024, 15:34
Was mir überhaupt nicht gefällt, ist die Ansiedlung einer Logistikhalle auf dem Bergmannsglückgelände.
Heinz, ich kenne es nur so das dort Logistik war. Unser gemeinsamer Bekannter D.D hat doch dort die Ersatzteile für die Zechen verwaltet. Auf dem gesamten Areal von der Biele bis Bergmansglückstrasse. Zudem steht der Neubau an der gleichen Stelle /Grenze wie vorher die alte Halle. Ok, etwas länger und höher aber is nun mal so bei heutigen Logistik-Zentren.

Wenn ich mir die maroden Gebäude anschaue die jetzt dort im Schatten stehen und ohne erkennbare Instandhaltung vor sich hin altern (Lost Places?) wird sich das ganze eh über kurz oder lang auflösen.

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Heinz H.
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Re: Wandel auf der Zeche Bergmannsglück

Beitrag von Heinz H. »

Jau, ich weiß Klaus!
"Denne" und die ganze GBV, wir haben um den Erhalt der Halle gekämpft und am Ende doch verloren. (Wie meine, liebe Gattin, sie hat um ihr Leben gekämpft und am Ende verloren.) Die RAG wollte den Abriss und hat gewonnen, obwohl Professor Noll mir noch Hoffnung gemacht hatte. Ich war in meinem Arbeitsleben u.a. nebenan auf dem Gelände (VKR) für die Elektrotechnik zuständig.

Die Schmidts tun mir leid. Mit der Galerie und dem "Schalthaus Bergmannsglück" und der Maschinenhalle hätte alles zusammengepasst. Leider ist das "Schalthausprojekt" gescheitert und bei der Maschinenhalle ist Stillstand. Das Wohnhaus, die ehemalige Werksfürsorge, müsste dringend saniert werden, so mein Eindruck. Das Thielhaus (ehemaliges Gesundheitshaus), hat keine Funktion mehr und vergammelt zusehends. Wartet eigentlich nur noch auf den Abriss.

Der Norbert hatte mir empfohlen, dort mal vorbeizuschauen. Ich war überrascht, von den Ausmaßen der Halle. Das hatte ich so nicht erwartet.
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Dr. Peter Paziorek

architectus
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Re: Wandel auf der Zeche Bergmannsglück

Beitrag von architectus »

Heinz H. hat geschrieben:
30.04.2024, 21:29
Jau, ich weiß Klaus!
"Denne" und die ganze GBV, wir haben um den Erhalt der Halle gekämpft und am Ende doch verloren. (Wie meine, liebe Gattin, sie hat um ihr Leben gekämpft und am Ende verloren.) Die RAG wollte den Abriss und hat gewonnen, obwohl Professor Noll mir noch Hoffnung gemacht hatte. Ich war in meinem Arbeitsleben u.a. nebenan auf dem Gelände (VKR) für die Elektrotechnik zuständig.

Die Schmidts tun mir leid. Mit der Galerie und dem "Schalthaus Bergmannsglück" und der Maschinenhalle hätte alles zusammengepasst. Leider ist das "Schalthausprojekt" gescheitert und bei der Maschinenhalle ist Stillstand. Das Wohnhaus, die ehemalige Werksfürsorge, müsste dringend saniert werden, so mein Eindruck. Das Thielhaus (ehemaliges Gesundheitshaus), hat keine Funktion mehr und vergammelt zusehends. Wartet eigentlich nur noch auf den Abriss.

Der Norbert hatte mir empfohlen, dort mal vorbeizuschauen. Ich war überrascht, von den Ausmaßen der Halle. Das hatte ich so nicht erwartet.
Die brauchen dir nicht leid zu tun, die Schmidts, denn inzwischen hat sich sehr viel verändert bei den Abstandsflächen. Früher musste man in der Tat auf ausreichend Abstand achten, dann kamen die Zeiten der Innerstädtischen Erweiterungen, Neubauten und Hinterbauten und man stellte fest, dass die Gebäudeabstandflächenverordnung hinderlich war.
Neue Grundstücke Innerstädttisch sind kaum verfügbar also hat man die Abstände reduziert...

Damals hat man das Schmalseitenprivileg eingeführt, da konnte man auf 15 Meter alles bis auf Mindestabstand reduzieren, im Endeffekt ist es tatsächlich so, wenn Schmitz in so einem Gewerbe- oder Industriegebiet wohnen, dann zählt die geltende Abstandsflächenverordnung, die da besagt...

"(5) Die Tiefe der Abstandsflächen beträgt 0,4 H, mindestens 3 m. In Gewerbe- und Industriegebieten genügt eine Tiefe von 0,2 H, in Kerngebieten von 0,25 H, jedoch jeweils mindestens 3 m."
Dieses H bezieht sich auf Gebäudehöhe...

Immerhin sind Anlieferungen an XXL auf kurzem Weg zu realisieren, aber vermutlich beliefern die von dort NRW und weiter.
Wie auch immer, ich finde es verständlich der alten Zeiten zu gedenken, aber das wird alles verschwinden und auch Denkmalschutz unterliegt Finanzen, das alles wird man sich immer weniger leisten können, bei dem, was sich in unserem Land abzeichnet und nochmal, ich bin kein Schwarzmaler, ist nunmal so, die Weichen sind längst gestellt die "Deindustrialisierung" der "Wandel" mit den Folgen läuft, alles bedauerlich aber schön wenn sich einige , wie hier, dagegen stemmen...

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