Kraftwerk Scholven

Die industrielle Vergangenheit Gelsenkirchens zwischen Kohle und Stahl. Alles was stank. ;-)

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Pedda Gogik
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Re: Kraftwerk Scholven

Beitrag von Pedda Gogik »

harald kabbeck hat geschrieben:
Jeder hier sollte wissen das man in Scholven kein Mineralwasser produziert.

Bin aber kein Verfahrensfachmann, das müssten Fachleute erklären.

Zur Zeit das beste ist wohl die Verbrennung, ob es einigen passt oder nicht, oder man den Laden zumachen.
Fachmann bin ich auch nicht, aber so einfach gestrickt wie du, sehe ich es nun auch wieder nicht.
Wenn man die Nachrichten darüber verfolgt, ist das Verbrennen wohl wirklich die derzeit beste Methode.
Aber eben nicht in einem normalen Kaftwerk, sondern in einer Sondermüll-Verbrennungsanlage.
Warum dies über Jahr hinweg nicht geschah, liegt wohl ganz einfach an der Preisfrage - auf Kosten der Bevölkerung.
An ein Kraftwerk kann man verkaufen - die Sonderentsorgung muss bezahlt werden.

Ein lohnendes Geschäftsmodell. Ich bin mal gespannt, was bei den weiteren Ermittlungen noch alles herauskommt. (ZB die bewusste Integration entscheidener Mitarbeiter bei der Bezirksregierung)

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Bretterbude
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Beitrag von Bretterbude »

Jetzt hat die Generalstaatsanwaltschaft in Hamm das Verfahren an sich gezogen. Ich hoffe sehr, dass alles schonungslos aufgeklärt werden kann und konsequent gehandelt wird.

https://www1.wdr.de/nachrichten/oelpell ... e-100.html

heen
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Beitrag von heen »

Bis es soweit ist kann es sich auch von selbst erledigt haben.
Laut waz-plus ist 2022 Schluss mit der Pelletverbrennung bei Uniper und vielleicht auch mit der Pelletherstellung.
Der Reihe nach.
Uniper plant eine Umstellung von Kohle auf Gas bis 2022. Damit ist auch Schluss mit der Pelletverbrennung.
Bei BP gibt es Ideen wie die Produktion umgestellt werden kann, damit keine Ölpellets entstehen. Mal sehen ob es klappt.

harald kabbeck
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Kraftwerk Scholven

Beitrag von harald kabbeck »

Geschäftsmodell hin oder her.

Hat man schon vergessen das 2008 die Müllverbrennungsanlage Herten um ausgelastet zu sein, Müll aus Neapel aufgenommen hat um den Dreck in Herten zu verbrennen.
Auch in Herten will man Geld verdienen mit dem verbrennen von Müll.

Da sehe ich keinen Unterschied zum Geschäftsmodell BP und der Verbrennungsanlage in
Herten.
Auch in Herten will man wie bei BP und Uniper Geld verdienen.

Im übrigen ist die Verbrennungstemperatur im Kessel in Scholven genau so hoch, wie die Verbrennungstemperatur in Herten.
Gefiltert wird in beiden Anlagen gemäß der vorliegenden Betriebsgenehmigung.
Die Filterrückstände aus Herten wo auch diese Schwermetalle anfallen, müssen entsorgt werden.
Die Frage lautet auch da Wo????

Wer zb. privat in seinem Kohleofen Steinkohle bzw Brikett (beinhalten auch die Schwermetalle Vanadium und Kadmium) verbrennt, der produziert in seinem Umfeld Feinstaub und pustet im Gegensatz zum Kraftwerk Scholven und der Müllverbrennungsanlage Herten und E-Karnap( besitzen Filteranlagen) über den Hauskamin den Dreck in seine direkte Umgebung ungefiltert.

Aber ich denke mal, das durch Produktionsumstellungen bei BP(übrigens noch von der Vorgängerin VEBA seit Anfang der 70iger Jahre eingeführt), das Thema bald Geschichte ist.

Modellbahnhof
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Beitrag von Modellbahnhof »

Hallo zusammen,
Pedda Gogik hat geschrieben: Aber eben nicht in einem normalen Kaftwerk, sondern in einer Sondermüll-Verbrennungsanlage.
Nur ist Scholven anscheinend nicht irgendein Kraftwerk.

Vor ein paar Wochen, als dieses Thema in den Medien wieder hochkochte, war ich durch Zufall bei jemandem der früher mal bei BP einen höheren Posten bekleidet hatte.

Natürlich habe ich ihm im allgemeinen Gespräch auch auf dieses Thema angesprochen. Und natürlich war er als ehemaliger BP Mitarbeiter nicht auf Contra gebürstet.

Der sagte zum einem wäre es energetisch sinnvoller aus den Abfällen der Raffinerie noch weitere Produkte herauszulösen, da man ansonsten andere Ressourcen einsetzen müsste, um diese Produkte zu erhalten.

Für mich aber ausschlaggebend war folgendes Argument:
Scholven hat die entsprechenden Filteranlagen um Schwermetalle herausfiltern zu können. Andere Verbrennungsanlagen seien nicht unbedingt darauf ausgelegt genau diese Stoffe zu verbrennen.
Ihm selbst - obwohl er näher an Schoven wohnt - wäre es lieber, daß diese Rückstände in Scholven verbrannt werden, da er sich doch sicher sein könnte, daß diese Rückstände dort auch herausgefiltert werden.

Was ich euch hier nun geschrieben habe, kann ich natürlich nicht wirklich verifizieren, da ich nicht die entsprechende Ahnung dafür habe.
Ich kann es nur genau so wiedergeben wie ich es gehört habe. Ich gehe aber davon aus, daß er mir nicht unbedingt einen vom Pferd erzählt hat, da er keine Verpflichtungen mehr gegenüber seinem Arbeitgeber hat.

MfG
Oliver

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Pedder vonne Emscher
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Umbau des Kraftwerkes Scholven

Beitrag von Pedder vonne Emscher »

Die Medien berichten aktuell über den Umbau des Kraftwerkes in Scholven von einem Steinkohlekraftwerk zu einem gasbetriebenen Kraftwerk. Da die WAZ mal wieder mit einem WAZ+-Artikel die Leser erfreut, stelle ich hier mal den Link von Uniper ein.

https://www.uniper.energy/de/gud-anlage-scholven

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Heinz H.
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Beitrag von Heinz H. »

Moin Pedder,
schönes Foto! Das muss jetzt aber mal gesagt werden. :2thumbs:
"Gelsenkirchen kann wirklich froh sein, dass es Buer hat."
Dr. Peter Paziorek

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Pedder vonne Emscher
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Beitrag von Pedder vonne Emscher »

@Heinz H., da machste mich jetzt aber verlegen. Ist eigentlich nur eine Momentaufnahme von Juni 2016, als ich dort mit dem Fahrrad vorbeikam. Und so schön finde ich es persönlich nicht. Aber wenn es dir gefällt ... :wink:

Oliver Goldau
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Re:

Beitrag von Oliver Goldau »

Bretterbude hat geschrieben:
14.11.2018, 21:45
Unglaublich. Ich kann nur hoffen, dass z. B. die Grünen oder andere engagierte Menschen oder Gruppierungen nicht so leicht aufgeben. Eine Strafanzeige nicht zu verfolgen, wenn eine Genehmigung vorliegt mag juristisch ja noch nachvollziehbar sein. Aber dass eine Bezirksregierung dem in keiner Weise ernsthaft nachgeht, das stinkt zum Himmel. Es hat für mich durchaus den Anschein, dass man dort bloß keinen Staub aufwirbeln will, es könnte ja was zu Tage kommen, was einige Leute in die Bredouille bringt. Es ist nicht zu glauben, der Normalbürger wird wieder verarscht von vorne bis hinten. Und das zu Lasten der Gesundheit.

Weiß jemand, ob sich da unter den Bürgern etwas organisiert? Wir hier Gladbeck-Butendorf sind da auch nicht weit weg von.
Leider wurden Mitarbeiter und Anwohner, die sich auf Grund der hohen Rate an typischen (Atemwegs)Erkrankungen und der hohen Säuglingssterblichkeit in der Umgebung mit der Thematik befasst haben, vom Unternehmen in Verbindung mit der Stadtverwaltung GE mundtot gemacht. Mir hat man Verschwörungstheorien und ein "komplexes Wahnsystem" unterstellt. Ich kann Unterlagen beibringen.
Zuletzt geändert von Oliver Goldau am 29.08.2021, 13:41, insgesamt 1-mal geändert.
by OLLi

Oliver Goldau
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Re:

Beitrag von Oliver Goldau »

Modellbahnhof hat geschrieben:
31.01.2019, 14:00
Hallo zusammen,
Pedda Gogik hat geschrieben: Aber eben nicht in einem normalen Kaftwerk, sondern in einer Sondermüll-Verbrennungsanlage.
Nur ist Scholven anscheinend nicht irgendein Kraftwerk.

Vor ein paar Wochen, als dieses Thema in den Medien wieder hochkochte, war ich durch Zufall bei jemandem der früher mal bei BP einen höheren Posten bekleidet hatte.

Natürlich habe ich ihm im allgemeinen Gespräch auch auf dieses Thema angesprochen. Und natürlich war er als ehemaliger BP Mitarbeiter nicht auf Contra gebürstet.

Der sagte zum einem wäre es energetisch sinnvoller aus den Abfällen der Raffinerie noch weitere Produkte herauszulösen, da man ansonsten andere Ressourcen einsetzen müsste, um diese Produkte zu erhalten.

Für mich aber ausschlaggebend war folgendes Argument:
Scholven hat die entsprechenden Filteranlagen um Schwermetalle herausfiltern zu können. Andere Verbrennungsanlagen seien nicht unbedingt darauf ausgelegt genau diese Stoffe zu verbrennen.
Ihm selbst - obwohl er näher an Schoven wohnt - wäre es lieber, daß diese Rückstände in Scholven verbrannt werden, da er sich doch sicher sein könnte, daß diese Rückstände dort auch herausgefiltert werden.

Was ich euch hier nun geschrieben habe, kann ich natürlich nicht wirklich verifizieren, da ich nicht die entsprechende Ahnung dafür habe.
Ich kann es nur genau so wiedergeben wie ich es gehört habe. Ich gehe aber davon aus, daß er mir nicht unbedingt einen vom Pferd erzählt hat, da er keine Verpflichtungen mehr gegenüber seinem Arbeitgeber hat.

MfG
Oliver
In Scholven werden EFA Stäube ausgefiltert Bild , aber nicht die Schwermetalle. Diese finden sich z.B. in den Böden der Umgebung.
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Pedder vonne Emscher
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Re: Kraftwerk Scholven

Beitrag von Pedder vonne Emscher »

Diese Analyse ist von 1995, das ist fast 26 Jahre her. Warum hast du das erst jetzt hier eingestellt? Und die nackten Zahlen sagen ohne Grenzwerte nicht viel aus. Ich bin auch für saubere Luft in der Umgebung. Aber nach so langer Zeit eine Analyse zu veröffentlichen? Wem dient das heute?

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awg
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Re: Kraftwerk Scholven

Beitrag von awg »

Pedder vonne Emscher hat geschrieben:
30.08.2021, 22:30
Diese Analyse ist von 1995, das ist fast 26 Jahre her. Warum hast du das erst jetzt hier eingestellt? Und die nackten Zahlen sagen ohne Grenzwerte nicht viel aus. Ich bin auch für saubere Luft in der Umgebung. Aber nach so langer Zeit eine Analyse zu veröffentlichen? Wem dient das heute?
Zudem fehlt eine Angabe wo, von wem und wie die Proben entnommen wurden bzw. ein entsprechendes Probenahmeprotokoll.

Nach der LAGA Boden M20 von 2004(!) ist einzig der Arsen-Grenzwert kritisch. 1995 waren die Grenzwerte noch wesentlich höher. Seitdem hat sich auch die Filtertechnik verbessert.
Carpe Diem - nutze (lebe) den Tag .... und liebe das Leben
ich würde mich ja gerne geistig mit Ihnen duellieren, aber ich sehe Sie sind unbewaffnet

heen
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Re: Kraftwerk Scholven

Beitrag von heen »

waz hat geschrieben:Das Uniper-Steinkohlekraftwerk Gelsenkirchen-Scholven soll bis Herbst 2022 durch den Bau einer neuen Gas-und-Dampf-Anlage (GuD) umgestaltet werden. Ab 2030 ist die Nutzung von grünem Wasserstoff am Standort vorgesehen. Block C ist bereits für Ende 2022 zur Stilllegung vorgesehen. Alle Kohleblöcke sollten bis Mitte 2023 auslaufen.
So der Plan von 2021. Nun wird aber Gas seltener. Die WAZ hat dazu einen Artikel veröffentlicht:
https://www.waz.de/staedte/gelsenkirche ... 74481.html.
Nach dem wird weiterhin auf Gas gesetzt, nur der Probebetrieb der Anlage wird im Herbst und nicht wie ursprünglich geplant in diesem Sommer beginnen.
Die Idee die Kohleblöcke als Ersatzkraftwerke befristet weiter zu nutzen, wird von UNIPER unterstützt.
Nach dem Kohleausstieg in Scholven geht es weiter mit H2iRTC (Hydrogen Industrial Research and Training Center).

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