Katholisches Leben in GE nach dem großen Aufräumen

Alles über die verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften

Moderatoren: Verwaltung, Redaktion-GG

Benutzeravatar
rapor
Beiträge: 5154
Registriert: 31.03.2008, 18:57
Wohnort: Ückendorf

Beitrag von rapor »

Beide Kirchen sind für mich Unternehmen (geworden).
Die Evangelen finde ich etwas glaubwürdiger, also das Bodenpersonal.
Ein Vertein der mehrer tausend Teufelsaustreiber auf die Menschheit losläßt, ist für mich nicht ungefährlich.
Der Chef, Papa Ratzi, sieht für mich schon nicht nach gelebter Menschenliebe aus. Ich muss mich schütteln, wenn ich den sehe. Allein die Vermessenheit sich als Stellvertreter eines (der vielen) Gottes zu bezeichnen.
Sind wir doch alle oder?
Signaturen lesen ist Zeitverschwendung!

Benutzeravatar
Ego-Uecke
† 17. 10. 2019, War Mitglied der Verwaltung
Beiträge: 11936
Registriert: 24.02.2007, 10:43
Wohnort: Gelsenkirchen-Ückendorf

Beitrag von Ego-Uecke »

Na ja, die Bezeichnung "Stellvertreter Gottes" hat er sich nicht selbst gegeben - die ist auch schon viel älter als die letzten Päpste es zusammen sind.

"Flakabteilung" - "die ungläubigen abschiessen" - finde ich sehr unangemessen und wieder einmal als einen sehr grenzwertigen Beitrag von gelsenjung.

"Bodenpersonal" rechtfertigt diese Bezeichnungen nicht, sondern wird auch von Christen so verwendet, allerdings nicht in der Tendenz von gelsenjung und jetzt auch Rapor.

Benutzeravatar
Ego-Uecke
† 17. 10. 2019, War Mitglied der Verwaltung
Beiträge: 11936
Registriert: 24.02.2007, 10:43
Wohnort: Gelsenkirchen-Ückendorf

Beitrag von Ego-Uecke »

Ganz sicher lässt sich das "Katholische Leben" mit einer Pendelbewegung beschreiben. Vor dreissig oder mehr Jahren strebte dieses Pendel dem anderen Scheitelpunkt entgegen. Gut, dass ich damals so viele positive Erfahrungen mit Priestern machen konnte.

Heute nähern wir uns dem Scheitelpunkt auf der konservativen Seite. Das "Engagement der Laien" ist nicht mehr so gefragt, sie haben ihren (damals) starken Einfluss weitgehend verloren. Was von den vor dem 2. vatikanischen Konzil agierenden Priestern sehr begrüßt wird.

Aber es gibt sie noch, die Anderen, sowie es damals auch die Anderen gab. Das trifft wohl umfänglich für beide christlichen Gemeinschaften zu.

Benutzeravatar
Lorbass43
Beiträge: 2079
Registriert: 11.02.2009, 10:49
Wohnort: Früher Scholven - heute Herzogenrath

Beitrag von Lorbass43 »

Wer sich heute über den schlechten Zustand der Kirche aufregt, hat keine Ahnung von
Kirchengeschichte.
Vor längerer Zeit las ich sinngemäß den Satz: „Was die Kirche braucht, sind menschliche Geistliche und geistliche Menschen.“ Wenn wir uns den Zustand der Kirche heute mit all den Querelen, Streitigkeiten, Rechthabereien, Profilneurosen und Entgleisungen aller möglichen Art und Weisen anschauen, dann helfen für die Zukunft der Kirche keine gewichtigen Pastoralpläne und unüberschaubare pastorale Räume.
Die Zukunft entscheidet sich daran, ob die Kirche echte, ordinierte und nicht ordinierte „Geistliche“ hat, deren Gottvertrauen ansteckend wirkt.

TheoLessnich
Abgemeldet

Beitrag von TheoLessnich »

Was ist vordringlicher, wenn die Nachfrage - hier nach der christlichen Glaubenslehre - nachlässt, die Überarbeitung des Kommunikations-Submixes oder des Produkt-Submixes?
Als im Marketing ausgebildeter ist mir schleierhaft, wie man eine Gottesvorstellung von vor 2-3000 Jahren einer aktuellen Industriegesellschaft glaubhaft rüberbringen kann. Als ich vor cirka 40 Jahren aus der Kirche austrat, erhielt ich einen einfach präparierten Fragebogen, mit dem ich mein WARUM outen sollte. Der hätte auch von einem Kanickelzüchterverein sein können, ausschließlich Fragen nach der Wellnes, nicht eine einzige nach dem Glauben. Der Pontifex steckt - nicht nur äußerlich - in einer Zwangsjacke. Forciert er Reformen verliert die katholische Kirche Profil, tut er es nicht, verliert sie ihre Schafe, die keine mehr sein wollen.

Benutzeravatar
Ego-Uecke
† 17. 10. 2019, War Mitglied der Verwaltung
Beiträge: 11936
Registriert: 24.02.2007, 10:43
Wohnort: Gelsenkirchen-Ückendorf

Beitrag von Ego-Uecke »

Und die Entscheidungen des Pontifex betreffen die Weltkirche, nicht nur die deutsche Kirche. Und die Christen in Südamerika, Afrika oder Asien haben wahrscheinlich ganz andere Prioritäten als wir - als der Nabel der Welt. :lol:

Josel
Beiträge: 3771
Registriert: 08.01.2007, 15:47
Wohnort: Ex-Hugingthorpe

Beitrag von Josel »

Was wäre eine Kirche wert, die sich den gerade herrschenden Wellnesvorstellungen ergäbe?

Es hat im Übrigen nie jemand behauptet, dass wir "demokratisch" bestimmen können, wie die "richtige" Kirche heute auszusehen hat.

J.
Vertrödeln Sie keine Zeit mit dem Lesen von Signaturen!

TheoLessnich
Abgemeldet

Beitrag von TheoLessnich »

Josel
Vollkommen richtig. Aber wozu dann so ein alberner Fragebogen?

Jazzam
Abgemeldet

Beitrag von Jazzam »

TheoLessnich hat geschrieben:Als im Marketing ausgebildeter ist mir schleierhaft, wie man eine Gottesvorstellung von vor 2-3000 Jahren einer aktuellen Industriegesellschaft glaubhaft rüberbringen kann.
Ich denke nicht, dass der christliche Glaube mit seiner Gottesvorstellung zu antiquiert für die heute Menschheit ist.

Die Gedanken des NT sind immer wieder überraschend modern - nur die Konsequenz der Umsetzung schreckt die "Apparatschiks" der Kirche natürlich.

Es gilt vielmehr, die von Jesus vorgelebte Nähe zu den Menschen wieder zu suchen und das eben nicht nur im Rahmen der bereits vorhandenen Sozialarbeitsstrukturen der Kirche, sondern gerade auch von der "Priesterkaste" aus.
In meiner Kirchenerfahrung von katholischer Kirche, waren die Priester immer die Herren mit den größeren Autos, die gerne auch privat den Kirchenwein und die Reisen nach Italien genossen. Sicher nichts verwerfliches, aber ihre Aufgaben sehe ich doch woanders.
In Russland gibt es keine Kirchensteuer, der orthodoxe Priester, der heiraten darf, lebt von dem, was ihm die Gläubigen geben.

http://www.ekd.de/kirchenfinanzen/pdfs/ ... europa.pdf

TheoLessnich
Abgemeldet

Beitrag von TheoLessnich »

Dass der Klerus schon immer - sich damit selbst von den Lehren des Nazareners absetzend - Wasser gepredigt und Wein getrunken hat, sehe ich nicht gerade als überzeugend an, ist für mich aber nichtsdestotrotz eher menschlich verständlich und marginal. Doch was kann man von einer Lehre halten, derzufolge der schmollende Gott Vater sich nur unter der Bedingung bereit erklärt, sich den Menschen wieder zuzuwenden, wenn sich sein Sohn von ihnen zu Tode foltern lässt. Dann wendet er sich denen wieder zu, die seinen Sohn bestialisch umgebracht haben. Geht es noch abartiger?

Benutzeravatar
Mechtenbergkraxler
Beiträge: 1054
Registriert: 15.04.2011, 11:17
Wohnort: im Exil

Beitrag von Mechtenbergkraxler »

Liebe Leute, als Thread-Starter war es eigentlich nicht meine Absicht, hier eine Grundsatzdiskussion über Sinn und Unsinn von Religion zu beginnen. Wir sind hier bei den GELSENKIRCHENER Geschichten und bei der konkreten Frage: Wie geht es hier in GE in den katholischen Gemeinden zu, nachdem der Fusionsteufel zugeschlagen hat? Kommt in den neuen Großgemeinden irgendein neues Heimatgefühl auf oder fühlen sich allen mittlerweile heimatlos? Resignieren die Ehrenamtlichen oder gibt es neue, die eine Aufbruchstimmung zu verspüren meinen? Angesprochen sind also zunächst die Handvoll "Aufrechter", die überhaupt noch gelegentlich die Kirche von innen sehen.

Unter Interkulturelles gäbe es doch sícher etwas passgenauere Foren, wo man / frau grundsätzlich über Gott und die Welt debattieren könnte.

Zu den Startfragen hat sich - ehrlich gesagt - bisher noch gar keiner geäußert, meint resigniert der Mechtenbergkraxler.
"Der Optimist hat nicht weniger oft unrecht als der Pessimist, aber er lebt froher." (Charlie Rivel, Clown)

Benutzeravatar
Emscherbruch
Ehemaliges Mitglied der Verwaltung
Beiträge: 7528
Registriert: 30.07.2007, 14:02
Wohnort: GE - Resser Mark

Beitrag von Emscherbruch »

TheoLessnich hat geschrieben:Doch was kann man von einer Lehre halten, derzufolge der schmollende Gott Vater sich nur unter der Bedingung bereit erklärt, sich den Menschen wieder zuzuwenden, wenn sich sein Sohn von ihnen zu Tode foltern lässt. Dann wendet er sich denen wieder zu, die seinen Sohn bestialisch umgebracht haben. Geht es noch abartiger?
Von so einer Lehre ist nichts zu halten. Folgerichtig existiert so eine Lehre innerhalb der Christenheit auch nicht. - Ich empfehle zum besseren Verständnis einen gut 60 Jahre alten Klassiker, mitten im letzten Weltkrieg in England entstanden: C.S. Lewis http://de.wikipedia.org/wiki/Christentum_schlechthin
ISBN 3-7655-3150-2: "Pardon, ich bin Christ"
Das Buch steht in Buer in der Stadtbibliothek zur Verfügung oder ist für ein paar Euro in heimischen Buchhandlungen zu bekommen.
Leseprobe

Ansonsten bin ich geneigt, Mechtenbergkraxlers Hinweis zu folgen, hier wieder zum Thema dieses Freds zurückzukommen und die Diskussion beizeiten an passenderer Stelle im Forum fortzuführen. Es ist ja bald Weihnachten. Letztes Jahr gab es wütende Schlachten eines missionarischen Atheisten gegen einen schwarz-weiß-sichtigen Frommen zum Fest. Eine sehr unangenehme und ergebnislose Mischung war das. Vielleicht entstehen in einer anders besetzten Neuauflage demnächst ja mehr Erkenntnisse?
Stell dir vor, es geht und keiner kriegt's hin.

TheoLessnich
Abgemeldet

Beitrag von TheoLessnich »

Es kann nicht sein, was nicht sein darf, halte ich für wenig überzeugend. Andererseits liegt mir Missionieren, in welche Richtung auch immer, fern. Aber Fakten sind nun mal ... ok, allein über die Schlussfolgerungen kann man trefflich wie untrefflich streiten. Solchen Streitereien bin ich noch nie aus dem Weg gegangen.

Benutzeravatar
Chronistin66
Beiträge: 2874
Registriert: 10.02.2008, 13:24
Wohnort: Gelsenkirchen

Beitrag von Chronistin66 »

Ich würde mich auch freuen, wenn hier "(in)aktive" Gemeindemitglieder aus Gelsenkirchen posten.

Wie hat sich das Gemeindeleben nach den Fusionen verändert?

Müssen Gemeindemitglieder der ehemaligen Heimatgemeinde weitere Wege in Kauf nehmen?

Fühlen sie sich wohl in der fusionierten Gemeinde?

Gibt es neue (vielleicht) positive Aspekte durch die Fusionen?

Wer geht in welche Kirche?

Ich habe katholisches Gemeindeleben kennen gelernt.
Und unabhängig vom Glauben, den jeder für sich selber abmachen muss, habe ich eine "Gemeinschaft" erlebt, die für mich durchaus positiv war.

Jetzt werden Gemeinden "fusioniert" und Gemeinden sind kleine Gemeinschaften mit KAB-, KfD-, KJG-, DPSG- und anderen Gruppen.
Es kann dazu führen, dass Chöre plötzlch zusammen singen müssen, obwohl die nur Graupen in der Altstimme haben. :shock:
Der Fremd-Pfarrer dringt plötzlich in eine fremde Kirche ein, in der die Gemeindemitglieder gewohnt waren, dass sie einen eigenen Seelsorger hatten und der redet nur Mumpitz, weil er keine Ahnung vom "aktiven" Gemeindeleben hat!

Führt das unweigerlich zur Unzufriedenheit im Gemeindeleben?
Ist das vielleicht eine Chance, weil man neue Aspekte bekommt?
Ist es schwierig bekennender Katholik zu sein, weil man keine Kriche mehr in Gelsenkirchen findet, in der man sich aufgehoben fühlt?

Vielleicht meinte das der Mechtenbergkraxler! Und ich dachte, dass hier diese Fragen gestellt und beantwortet werden. :wink:

Doro

Benutzeravatar
Mechtenbergkraxler
Beiträge: 1054
Registriert: 15.04.2011, 11:17
Wohnort: im Exil

Beitrag von Mechtenbergkraxler »

genau das meint der Mechtenbergkraxler.... :D
"Der Optimist hat nicht weniger oft unrecht als der Pessimist, aber er lebt froher." (Charlie Rivel, Clown)

Antworten