Morgen streikt Verdi - Was sagen die Gelsenkirchener?

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MichaL
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Re: Es geht nicht NUR ums Geld !!!

Beitrag von MichaL »

exbulmker hat geschrieben:Ich habe weder vor, Streiks zu verbieten, noch das Grundgesetz zu ändern.
Deine Aussage, dass Du das Streikrecht eingegrenzt siehst, las sich zunächst anders, danke für Deine Klarstellung.

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Niccolo
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Beitrag von Niccolo »

@blocka04:

Aha, ich weiß nicht wovon ich rede. Danke! Ich denke eher, das was du schreibst ist zu einfach gedacht.
Es gibt immer Möglichkeiten. Und wenn man soweit weg wohnt, hat das Kind selbstverständlich ein Fahrrad oder aber es sind Freunde/Freundinnen in der Nähe wohnhaft und die Eltern nehmen das Kind mal außer der Reihe mit?

Es ist ziemlich dreist, den öffentlichen Nahverkehr für den eigenen ganz persönlichen Schulweg verantwortlich machen zu wollen. Dafür kann der öffentliche Nahverkehr nix, aber auch gar nix.

Das und nur das wollte ich klar stellen, und das macht deine Schilderung so absurd.

Troy
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Beitrag von Troy »

Bund, Länder und Kommunen, Kirchen, mit ihren Verbänden, sind die größten Arbeitgeber der Republik. Mitarbeitende konfessioneller Einrichtungen haben kein Streikrecht.

Wie will man die Rechte von Mitarbeitenden in personennahen Dienstleistungen bei einem öffentlichen Arbeitgeber vergleichen mit denen der Mitarbeitenden in der Produktion von Gebrauchsgütern bei einem privatwirtschaftlichen Arbeitgeber?
Wieso sollte der eine mehr und der andere weniger streiken dürfen?

Opel unterhält keine Betriebskindergärten - oder doch?

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blockka04
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Beitrag von blockka04 »

Teekesselchen hat geschrieben: Blockka, blockka, du verwirrst mich ! :roll:
Klärst du mich auf ? :wink:
Verwirren? Wollte ich nicht! :oops:
Aufklären?
Heute nicht mehr!
Scheint hier zwei Lager zu geben, und wie du schon schrubst, nicht wirklich meilenweit auseinander!
Selbstverständlich klauen Dir Ausländer Deinen Job! Aber wenn Dir jemand ohne Geld, Kontakte und Sprachkenntnisse Deinen Job wegnehmen kann, bist Du vielleicht einfach nur Scheiße!“ Louis C.K.
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zeichma
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Beitrag von zeichma »

blockka04 hat geschrieben:@Niccolo:
Du weißt nicht, wovon du redest! Das Leben und der Streik finden nicht nur in GE statt! Im nord-östlichen Ruhrgebiet sind solche Schulwege nicht ungewöhnlich! Und es gibt genug Eltern, die noch nicht mal einen PKW zur Verfügung haben!

Diese Art von Streiks nehmen einfach billigend in Kauf, dass Unbeteiligte das Ganze ausbaden müssen! Deshalb hatte (ernsthaft) gefragt, ob es nicht andere Optionen zur Durchsetzung der m.E. berechtigten Forderungen gibt?
Geht doch nicht um Schulwege ! Ich musste heute morgen auch mit meiner Tochter zum Busbahnhof laufen.Macht ja nix 15 min laufen haben noch keinen Umgebracht.Zum Glück hat mir ein netter Taxifahrer gesagt das Busse und Bahnen besteikt werden, sonst würde ich vieleicht immer noch an der Haltestelle stehen.Ich hab nämlich nix vom Streik mitbekommen.

Und der Schulbus ist ja auch gekommen.Also halb so wild.Blöder siehts dann schon für Arbeitnehmer aus, die sagen wir mal in Beckhausen wohnen und z.B. um 5:30 Uhr in Westerholt zum Frühdienst antanzen müssen.

Das ist an normalen Tagen schon kaum mit Bus und Bahn zu schaffen.

Ähnlich ist es mit den "Schulbahnen", wenn die an der HAltestelle ankommen, wo ich mit meiner Tochter einsteigen muss sind die so voll, das man da eigentlich gar nicht mehr einsteigen kann,deshalb fahre ich morgends immer ne halbe Stunde eher und schau mir das treiben am Busbahnhof an. :D

zeichma
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Beitrag von zeichma »

Niccolo hat geschrieben:@blocka04:

Aha, ich weiß nicht wovon ich rede. Danke! Ich denke eher, das was du schreibst ist zu einfach gedacht.
Es gibt immer Möglichkeiten. Und wenn man soweit weg wohnt, hat das Kind selbstverständlich ein Fahrrad oder aber es sind Freunde/Freundinnen in der Nähe wohnhaft und die Eltern nehmen das Kind mal außer der Reihe mit?

Es ist ziemlich dreist, den öffentlichen Nahverkehr für den eigenen ganz persönlichen Schulweg verantwortlich machen zu wollen. Dafür kann der öffentliche Nahverkehr nix, aber auch gar nix.

Das und nur das wollte ich klar stellen, und das macht deine Schilderung so absurd.
Selbstverständlich ist in diesen Zeiten überhaupt nichts!

Und ich finde es auch nicht dreist, den öffentlichen !!! Nahverkehr für den Schulweg verantwortlich zu machen.Das ist eine der Aufgaben die der öffentliche Nahverkehr zu erfüllen hat.

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kdl
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Beitrag von kdl »

@ Troy: Danke das du mal den Leistungsumfang eines Kindergartens hier reingestellt hast.

In den Beiträgen hier habe ich Meinungen gelesen die ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, aber respektiere. Meine Frau ist Erzieherin und im öffentlichen Dienst. An die Erzieherinnen/ Kindergärten werden regelmäßig neue Anforderungen gestellt. Eine Änderung in den Statuen hier und eine da, umsetzen müssen es die Erzieherinnen. Um überhaupt dort arbeiten zu können und auch zu dürfen, bitte eine Fortbildung machen: 5 Wochenenden (Samstag und Sonntag) Familiengemeinsamkeit futsch! Hausbesuche sind neuerdings auch mit dabei, nun ja wenn nicht tagsüber dann Abends. Ist auch logisch, da sie ja tagsüber die Kinder betreuen und die Eltern arbeiten gehen oder nicht zu hause sind.

Dann das Beispiel mit dem Dampfhammer: Gar nicht so verkehrt, von der Dezibelzahl liegen die dicht bei einander. Wird aber als "Spinnerei" abgetan. Was keinem der Schreiber dabei bewusst ist: in Produktionsbetrieben herrscht ab einer bestimmten Dezibelzahl Gehörschutzpflicht. Hat einer von euch schon mal eine Erzieherin mit Ohrstöpseln gesehen? Grrr. Das ist dort aus Sicherheitstechnischen Gründen verboten.

Dann habe ich gelesen, das "man ja weiß worauf man sich bei der Berufswahl einlässt"
Schmarrn. Jeder der seinen Job macht verzichtet nicht automatisch auf Verbesserungen an seinem Arbeitsplatz.

So. Luft gemacht.
Meine Frau streikt heute nicht und macht fleißig ihren Job, den sie trotz aller Umstände gerne macht. Für sie steht die Entwicklung der Kinder im Vordergrund. Dafür nimmt sie auch das oben zitierte in Kauf (wir auch), sie wünscht sich dennoch das es auch für den Arbeitsplatz der Erzieherin positive Entwicklungen gibt.

Für die Zeitreisenden: einfach mal zurückschauen wann die Erzieherinnen vor dem letzten Streik das letzte Mal aufgemuckt haben.

Düsterpunk
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Beitrag von Düsterpunk »

gibt es irgendwo online eine übersicht was heute alles bestreikt wird? die ver.di-seite gibt nämlich wie zu erwarten nix her
D.k.d.L.n.s.

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exbulmker
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Re: Es geht nicht NUR ums Geld !!!

Beitrag von exbulmker »

MichaeL hat geschrieben:
exbulmker hat geschrieben:Ich habe weder vor, Streiks zu verbieten, noch das Grundgesetz zu ändern.
Deine Aussage, dass Du das Streikrecht eingegrenzt siehst, las sich zunächst anders, danke für Deine Klarstellung.
Noch einmal die Klarstellung zur Klarstellung: streiken zu dürfen ist ein verfassungsmäßig verbrieftes Recht an dem nicht gerüttelt werden darf!

Ich habe nur dann ein Problem, wenn ich den Eindruck gewinne, dieses Recht könnte mißbraucht werden, weil zwar vordergründig Einkommensverbesserungen gefordert werden, aber im Hintergrund u.U. doch noch andere, politische Ziele verfolgt werden (Wahlen stehen vor der Tür).

Meines Wissens ist der Tarifvertrag ausgelaufen, die Forderung der Gewerkschaft steht im Raum und es werden Verhandlungen geführt. In diesem Stadium besteht Friedenspflicht, die erst endet, wenn die Verhandlungen für gescheitert erklärt werden.
Zur Umgehung dessen gibt es nun einen "Warnstreik". Warum?
Man wendet die Folterwerkzeuge an bevor das Verhör begonnen hat.
In diesem Fall kostet es Geld des Steuerzahlers, also unser aller Geld, und es schafft Verdruß.
Meines Erachtens völlig unnötig, gehört aber offensichtlich zu den gewerkschaftlichen Spielwiesen.
Die Friedhöfe sind voll mit Menschen, die zu Lebzeiten als unersetzlich galten.

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blockka04
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Beitrag von blockka04 »

zeichma hat geschrieben:Geht doch nicht um Schulwege !
Natürlich nicht, aber an praktischen Beispielen lässt sich vieles besser festmachen!:wink:
Es gibt immer Möglichkeiten. Und wenn man soweit weg wohnt, hat das Kind selbstverständlich ein Fahrrad oder aber es sind Freunde/Freundinnen in der Nähe wohnhaft und die Eltern nehmen das Kind mal außer der Reihe mit?
Niccolo, da ist mir zu viel "Heile Welt" zwischen den Zeilen. Die "Selbstverständlichkeit" findet nur noch im eingeschränkten Personenkreis statt. Aber es sollte auch nur ein Beispiel sein und nicht der Kern der Diskussion zum Streik. Also: :keks:

Abgesehen von den monitären Forderungen (Geld "heilt" schließlich nur in sehr begrenztem Umfang die Wunden) halte ich den Inhalt dieser Meldung für äußerst nachdenkenswert:
Nürnberger Zeitung hat geschrieben: Schlechte Noten für frühkindliche Bildung
Es fehlt in Kitas an Personal


GÜTERSLOH - Kindergarten- Kinder in Deutschland werden einer Studie zufolge wegen Personalmangels nicht gut genug auf die Schule vorbereitet.

Kein Bundesland erreiche den von der Stiftung empfohlenen Personalschlüssel von rechnerisch einem Betreuer für 7,5 Kinder, heißt es in der veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung, die in Gütersloh veröffentlicht wurde.
Der ganze Artikel vom 04.02.2010!
Ist das auch ein Ziel des Streiks?
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Sandra
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Beitrag von Sandra »

Nun Blockka04, indem Du mit der Bertelsmannstiftung als Quelle argumentierst, solltest Du wissen, welche Interessen diese Stiftung vertritt.

Diese Stiftung argumentiert mit neoliberalen Mitteln. Schau mal hier:
"Die Bertelsmann-Stiftung ist eine der mächtigsten Denkfabriken im Lande und als solche Leitakteur für ähnlich operierende Berater und Stiftungen. Sie greift aktiv in die Politik auf allen Ebenen von Regierungspolitik bis zur Kommune und zu Netzwerken von Einzeleinrichtungen ein. Dabei versucht sie, wesentliche Bereiche der Gesellschaft betriebswirtschaftlichen Modellen und Motivationstechniken zu unterwerfen. Die soziale Umverteilung von unten nach oben wie Hartz IV, die Gesundheitsreform, die Einführung von Studiengebühren und Studienkonten, Abwälzung gesellschaftlicher Kosten auf die Einzelnen, Unterstützung von undemokratischen kostenträchtigen Privatisierungsvorgängen sind von der Bertelsmann-Stiftung mitentwickelt worden.
Bertelsmannkritik

Genau solche Think tanks findest Du auch bei der INSM.

Die Bertelsmannstiftung tritt als seriöses Institut auf, schafft aber nur eine einseitige Meinungsmache. Interessensorientiert und nicht neutral werden die Studien erstellt.

Josel
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Beitrag von Josel »

Und wer steht mit welchen Motiven wiederum hinter "Bertelsmannkritik"?

Jedenfalls auf Anhieb kann man dort nichtmal ein Impressum entdecken.


J.
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Sandra
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Beitrag von Sandra »

OK Josel, die oben genannte Interneseite ist gut zu lesen und listet strukturiert auf, worum es bei der Bertelsmann-Stiftung geht.

Wenn Du jedoch weiter recherchierst, und das wirst Du wahrscheinlich gemacht haben, wird Dir aufgefallen sein, wer Vorsitzender im Kuratorium ist.

Dieter Hans Vogel (* 14. November 1941 in Eger, heute Tschechien) ist ein deutscher Maschinenbau-Ingenieur und Unternehmer.

Wulf Hinrich Bernotat (* 14. September 1948 in Göttingen) ist ein deutscher Manager und Vorstandsvorsitzender der E.ON AG.

Weitere Infos:

Wikipedia

Nachdenkseiten (Betreiber ist Albrecht Müller, der schon für Willy Brandt den Wahlkampf machte)

Lobbycontrol

Du wirst noch viel darüber im Netz finden und auch recherchieren können, wer alles hinter der Kritik steht. Mit einem umfassenden Wissen wirst Du schon erkennen, wer welche Macht ausüben will. Denkfabriken wie die Bertelsmann-Stiftung sind mittlerweile leider Standard in unseren Medien.

Josel
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Beitrag von Josel »

Nee, ich meine nicht die Macher hinter der Bertelsmann-Stiftung (die kann man ja offen nachlesen), sondern die Macher hinter Bertelsmannkritik. Ist ja immer wichtig zu wissen, wer da eigentlich Kritik übt. Denn das lässt auf die Intention der Kritik schließen.

J.
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blockka04
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Beitrag von blockka04 »

Sandra hat geschrieben:Nun Blockka04, indem Du mit der Bertelsmannstiftung als Quelle argumentierst, solltest Du wissen, welche Interessen diese Stiftung vertritt.
Kurzer OT-Einschub: Zugegeben, ich habe nicht im Vorfeld recherchiert über den Urheber der Meldung. Aber der Urheber macht ja den Inhalt auch nicht automatisch zweifelhaft, falsch oder auch glaubwürdig.
Die Notiz war im Ursprung in der WAZ zu lesen, aber dort online leider nicht verfügbar. Ich kann aber in der Meldung auch nichts entdecken, was irgendwie tendenziös ist oder Meinungsmache.
ZDF hat geschrieben: Grundlage der Auswertungen
Grundlage der Auswertungen sind Daten der statistischen Ämter des Bundes und der Länder aus der Kinder- und Jugendhilfestatistik des Jahres 2008. Die Berechnungen hat die Dortmunder Ar­beitsstelle für Kinder- und Jugendhilfestatistik im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt. Grundlage für die Empfehlung eines Schlüssels von 7,5 sind amerikanische Studien zum Thema frühkindliche Förderung.

Laut Stiftung gibt es in Deutschland wie auch international keine Empfehlungen. Während in Dänemark der Schlüssel bei 1 zu 5 liegt, liege er in Frankreich bei 1 zu 25.
Zurück zum Thema! :wink:
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