Stadtchronik 1963

Auszüge aus den von 1936 bis 1978 maschinenschriftlich geführten Chroniken der Stadt Gelsenkirchen

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heen
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Stadtchronik 1963

Beitrag von heen »

Es ist Winter. Es ist kalt. Es gibt Schnee. Viel Schnee. Es gibt aber auch frisierte Eisflächen und Busse die warme Luft kalt machen können, dazu Alte die mit Kreide Wände beschmieren und den Rat der Feuerwehr, Benzin zu vergießen und anzuzünden.
Aber auch der schlimmste Winter hat ein Ende und es kommt zu Packschneeschmelzen. Auch nicht besser.
Egal. Das wirklich Wichtige aus dem 1. Quartal 1963.
Von hier. (PDF, 96 MB)

Mittwoch, den 2. Januar 1963
Das Städt. Fuhr- und Reinigungsamt streute an diesem Tage 30 t Salz, um nur die wichtigsten Wege verkehrssicher zu machen. Auf dem Wildenbruchplatz waren 500 t Schnee und Eis zusammengekarrt worden.

Sonntag, den 6. Januar 1963
Dechant Dördelmann ließ eine alte Sitte, die jetzt nur noch in Bayern geübt wurde, wieder aufleben: Er segnete das Altenheim "Haus Marienfried", wobei er bei einer kleinen Prozession zusammen mit den Alten mit Kreide über die Haustür die Zeichen "19 KMB 63" schrieb: Die heiligen Drei Könige Kaspar, Melchior und Balthasar sollten sich im Jahre 1963 dieses Hauses annehmen.

Montag, den 14. Januar 1963
Auf eine Anfrage des Stadtverordneten Kerl teilte Stadtdirektor Bill mit, daß in der vergangenen strengen Frostperiode das Fuhr- und Reinigungsamt vom 22. November bis 9. Januar 1963 25.016 t Schnee abgefahren, 196 cbm Sand, 448 t Salz und 1362 t Granulat gestreut habe. Täglich seien 170 bis 300 Arbeiter sowie 25 bis 95 Fahrzeuge im Einsatz gewesen.

Samstag, den 19. Januar 1963
... Die Feuerwehr hatte in zeitraubender Arbeit erst den Hydranten von Schnee und Eis freilegen müssen. Sie gab den Hausbesitzern den guten Rat, über einen Hydranten Benzin auszugießen und anzuzünden und so den Hydranten freizulegen. Das könne bei der Brandbekämpfung unter Umständen wertvolle Minuten ersparen.

Montag, den 21. Januar 1963
Die Winterwitterung mit Temperaturen von minus 5 bis minus 14 Grad führte dazu, daß im Schalker Gymnasium zehn Klassenräume mehrere Tage lang nicht benutzt werden konnten, weil der Rohrquerschnitt der Dampfheizung den Anforderungen nicht gewachsen war. Die Heizungsabteilung des Städt. Hochbauamtes sorgte für Abhilfe.

Weil drei Klassen in der Düppelschule nicht unterkellert waren, konnten sie wegen zu starker Unterkühlung ebenfalls nicht benutzt werden.

Dienstag, den 22. Januar 1963
Auf dem Seerosenteich im Berger Schloßpark, dem See im Stadtwald Buer und den Teichen im Stadtgarten und im Bulmker Park reinigte das Städt. Garten- und Friedhofsamt die Eisflächen von Schnee und verhalf ihnen mit Hilfe der Feuerwehr zu neuer Spiegelglätte. 4000 qm Eisfläche wurden mit einer 5 cm hohen Wasserschicht bespritzt.

Mittwoch, den 23. Januar 1963
Der wochenlange strenge Frost ließ zum ersten Male merklich nach. Die mildere Witterung führte dafür in verstärktem Maße zu Wasserrohrbrüchen.

Montag, den 18. Februar 1963
Das Gelsenkirchener Reisebüro A. Büssemeier legte sich als erstes Unternehmen in Deutschland einen modernen 12 m langen, 3 m hohen und 2,5 m breiten Neoplan- Airconditioned-Reisebus zu. Sein "Pfiff" war eine individuall regelbare Lüftungsanlage. Durch zwei Lüftungskanäle im Dach wurde Frischluft über ein Filter Düsen zugeleitet, die jeder Fahrgast nach Belieben verstellen konnte. Bei heißer Aussenluft trat eine besondere Anlage in Betrieb, die Kaltluft produzierte.

Montag, den 4. März 1963
Die Sonne sorgte für einen sehr unangenehmen Schmelzwasserstau an der Straße Königswiese in Buer, wo von acht Kanalöffnungen erst eine einzige geöffnet werden konnte; die anderen waren noch zugefroren. Fußgänger wurden oft von Autos von oben bis unten mit Wasser besprüht. Eine Verschärfung der Lage drohte durch das Schmelzen der auf der "Königswiese" angefahrenen Schneeberge.

Dienstag, den 19. März 1963
Der Betriebsrat der Zeche Ewald 1/2 setzte sich dafür ein, die "Ewald-Wälder" im Raum Gelsenkirchen/Herten so schnell wie möglich für die Bevölkerung freizugeben. Es könne den Belegschaftsmitgliedern auf die Dauer nicht zugemutet werden, 800 m unter den "grünen Inseln" zu arbeiten, von denen sie über Tage ausgeschlossen würden.

Sonntag, den 24. März 1963
Weil kein Schiff mehr "getreidelt" wurde, wurde die Leinpfadbrücke über der Einfahrt zum Hafen Grimberg auf der Südseite des Rhein-Herne-Kanals aus den Angeln gehoben und abtransportiert. Die 40 t schwere Eisenkonstruktion sollte verschrottet werden. Durch die Beseitigung der Brücke sollte die Hafeneinfahrt verbessert werden.

heen
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Re: Stadtchronik 1963

Beitrag von heen »

Schülerstreik wegen Lehrermangel, Lehrer finden Gelsenkirchen doof, wenn sie ankommen wollen sie nur noch schnell weg. Und das trotz der modernsten Imbissbude in Deutschland und Ozeandampfer "Bremen" auf dem Kanal. An Schloss Berge blüht zum ersten Mal das Stadtwappen. Horst bekommt die erste Ampel und Fischers Fritz fängt einen Fisch.
Das wichtigst aus dem 2. Quartal 1963 von hier. (PDF, 96 MB)
Stadtchronik 1963 hat geschrieben: Montag, den 1. April 1963
300 Schülerinnen der Gertrud-Bäumer-Schule II kamen nicht zur Schule, weil die Schulpflegschaft einen Warnstreik ausgerufen hatte. ...

Montag, den 1. April 1963
Im Haupt- und finanzausschuß kam es zu einer ausgedehnten Aussprache über den Lehrermangel in Gelsenkirchen und seine Gründe. ... Als Ursache dafür, daß viele Junglehrer eine Überweisung nach Gelsenkirchen umgehend mit einem Versetzungsgesuch beantworteten, wurde die mangelnde Attraktivität der Stadt angenommen.

Mittwoch, den 10. April 1963
In Horst-Süd wurde unter dem Namen "Grill" eine neue Imbiß-Stube eröffnet, die modernste Anlage in Westdeutschland. Ihr Inhaber war Kaufmann Zitz aus Herne; er war auch der größte Pommes-Frites-Hersteller in der Bundesrepublik.

Montag, den 6. Mai 1963
Ein im Rittersaal von Schloß Horst an drei Stellen gelegter Brand wurde rechtzeitig entdeckt und konnte noch im Entstehen gelöscht werden.

Mittwoch, den 15. Mai 1963
Die an diesem Tage fällige Eröffnung der Freibäder Grimberg und Jahnbad mußte wegen zu kalter Witterung (Nur 12 Grad Celsius) veschoben werden.

Samstag, den 18. Mai 1963
Ein zwölf Meter langes Modell des Ozeandampfers "Bremen" passierte mit zwei Mann Besatzung auf dem Rhein-Herne-Kanal die Stadt Gelsenkirchen.

Freitag, den 31. Mai 1963
Das Freibad Grimberg und das Jahn-Bad öffneten verspätet ihre Pforten. Das Wasser hatte jetzt eine Temperatur von 18 Grad.

Pfingstsonntag, den 2. Juni 1963
Die Besucher der Grünanlagen um Schloß Berge grüßte das in bunter Farbenpracht ausgepflanzte Stadtwappen auf dem großen Rundbeet im "Französischen Garten". Bis zum Vorjahr hatte das Wappen der Grafen von Westerholt und Gysenberg dieses Beet geschmückt.

Dienstag, den 11. Juni 1963
Auf ungewöhnliche Weise protestierte das Süßwarengeschäft Wilhelm Stellbrink, Bahnhofstraße, gegen die Städt. Bauverwaltung: Es zeigte in seinem über und über mit Paragaphen-Zeichen verklebten Schaufenster ein Schild mit der Aufschrift "Unter diesen Paragraphen liegt unsere am 23. Juli 1962 eingereichte Baugenehmigung zur Modernisierung der Aussenfront hoffnungslos begraben." Das Ladeninnere war inzwischen auf den neuesten Stand der Verkaufstechnik gebracht worden.

Donnerstag, den 13. Juni 1963 (Fronleichnam)
Das Freibad Grimberg verzeichnete an diesem Tage einen Besucher-Rekord von 18.829 Besucher.

Dienstag, den 18. Juni 1963
In Horst wurde die erste Verkehrssignalanlage in Betrieb genommen, und zwar an der Kreuzung Turf-, Johanna- und Essener Straße.

Mittwoch, den 19. Juni 1963
Das Freibad im Jahn-Stadion verzeichnete an diesem Tage einen Rekord von 2533 Besuchern.

Sonntag, den 30. Juni 1963
Mit einem 285 g schweren Aal, den er im Rhein-Herne-Kanal fing, wurde Fritz F. Pokalsieger des Fischervereins Gelsenkirchen. Nur 13 der 106 beteiligten Angler hatten etwas gefangen.

heen
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Re: Stadtchronik 1963

Beitrag von heen »

Der Autoverkehr nimmt zu, der Eisbedarf ab. Ein neues Spiel wird vorgestellt, ein seltenes Hobby ebenso, dazu Theater mit dem Fernsehempfang und Krieg im Berger Feld und Scholven. Sommer 63 in Gelsenkirchen.
Von hier. (PDF, 96 MB)
Stadtchronik 1963 hat geschrieben: Montag, den 1. Juli 1963
An diesem Tag ließ das Städt. Ordnungsamt die ersten Motorfahrzeuge mit vierstelliger Kennzahl auf dem GE-Nummernschild zu. Die Flut der Zulassungen - täglich bis zu 100 - zwang dazu.

Montag, den 1. Juli 1963
Das Städt. Orchester mußte seinen auf Schloß Berge geplanten Serenaden-Abend wieder - wie schon so oft - im Saale abhalten. ...

Montag, den 8. Juli 1963
Hauptversammlung der Glückauf-Brauerei ... . Da alle Kunden jetzt Tiefkühltheken besaßen, wurde die Eisvertriebsgesellschaft liquidiert.

Sonntag, den 14. Juli 1963
Mit einem Turnier auf der Stadtwaldwiese in Buer stellten Schülerinnen der Droste-Hülshoff-Schule in Buer das in England neu entwickelte Nascoball-Spiel vor.

Dienstag, den 16. Juli 1963
Die Stadt stellte im Freibad Grimberg zwei Automaten auf, an denen sich das Publikum an "Großkampftagen" die Eintrittskarten selbst ziehen konnte. ...

Donnerstag, den 18. Juli 1963
Der Ruhr-Zoo brachte seine drei Riesenschildkröten "Nago", "Boran" und "Hafis" zum Großmarkt, um sie dort zu wiegen. Man stellte fest das stattliche Gewicht von 115, 105 und 50 kg fest.

Samstag, den 27. Juli 1963
Die "WAZ" veröffentlichte eine bebilderte Reportage über eine Schallplattensammlung mit National-Hymnen, die der Gelsenkirchener Oswald U. als Hobby aufgebaut hatte, und die jetzt National-Hymnen von 114 Staaten umfaßte.

Mittwoch, den 21. August 1963
Die Funkstörungs-Meßstelle der Oberpostdirektion Münster beseitigte seltsam Bildstörungen beim Fernsehempfang: es waren falsch angebrachte Fernsehantennen. Der Leiter der Meßstelle erklärte, fast 80 Prozent aller Fernsehantennen auf Gelsenkirchener Dächern wiesen Mängel auf.

Dienstag, den 27. August 1963
Die Anwohner der Wirknerstraße im Berger Feld wurden in der Nacht durch Maschinengewehrgeknatter aus dem Schlaf gerissen: Eine Ausbildungseinheit von Unteroffiziersanwärtern hielt eine Nachtübung ab.

Dienstag, den 17. September 1963
Ein Gewitter mit starken Regengüssen ... . Auf dem Sparkassenhaus in Scholven kam durch einen Blitzschlag die Luftschutzsirene in Gang; sie heulte über eine Stunde.

matz
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Re: Stadtchronik 1963

Beitrag von matz »

heen hat geschrieben:
20.06.2021, 20:01

Stadtchronik 1963 hat geschrieben:
Sonntag, den 14. Juli 1963
Mit einem Turnier auf der Stadtwaldwiese in Buer stellten Schülerinnen der Droste-Hülshoff-Schule in Buer das in England neu entwickelte Nascoball-Spiel vor.
das hat sich wohl nicht durchgesetzt :mrgreen:

heen
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Re: Stadtchronik 1963

Beitrag von heen »

Ich kenne dieses Spiel überhaupt nicht.
Es soll ein schnelles Spiel sein, das wars.

heen
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Re: Stadtchronik 1963

Beitrag von heen »

Preisgekrönte Tauben für Kalkutta, ein "Bodybuilding" für "starke Männer" und die Familie vor dem Fernseher.
Der kaufmännische Nachwuchs lässt zu wünschen übrig, auf der Cranger tobt der Lynchmob und mit dem Milchbubi will keiner mehr spielen.
Die Scholven Chemie stört den Fernsehgenuss und der 1000. türkische Gastarbeiter ist angekommen. Ob er geblieben ist?
Das wars für das 4. Quartal 1963.
Von hier. (PDF, 96 MB)
Stadtchronik 1963 hat geschrieben: Donnerstag, den 3. Oktober 1963
Vom Flughafen Frankfurt aus wurden zwei Kisten mit acht in Bismarck gezogenen Brieftauben, preisgekrönten Langstreckenfliegern aus dem Schlag von Hans F., Bleckstraße, an den Tierhändler George Munro in Kalkutta ausgeflogen.

Samstag, den 5. Oktober 1963
Über sechs Stunden hatte die Feuerwehr zu tun, um die Folgen eines schweren Wasserrohrbruches an der Ecke Bismarck- und Bickernstraße (Lehm und Schmutz) zu beseitigen und aus zwei Kellern rund 70 cbm Wasser auszupumpen.

Sonntag, den 6. Oktober 1963
Trainer Fred Leicher eröffnete ein "Bodybuilding" in einer alten Halle an der Grenzstraße. Zu diesem Trainingsclub für "starke Männer" hatten sich 15 Männer gemeldet.

Mittwoch, den 16. Oktober 1963
Dr. Otto Schlißke (Essen) hielt im Städt. Volksbildungswerk ein Referat über das Thema "Die Familie vor dem Bildschirm".

Donnerstag, den 17. Oktober 1963
Die Kinder der 5. Klasse einer Alt-Gelsenkirchener Volksschule verhängte über einen Mitschüler den "Milch-Boykott". Er war der einzigste in der Klasse, der seine tägliche Flasche Milch nach der Preiserhöhung nicht abbestellt hatte. Nun spielte keiner mehr mit ihm.

Dienstag, den 22. Oktober 1963
Beim Bau der neuen katholischen Bonifatius-Kirche in Erle wurde das 300 t wiegende Dach aus Stahlbeton hydraulisch auf die acht Eisenbetonstützen gehoben und verankert. Das Dach war in einem Guß auf dem Boden hergestellt worden.

Montag, den 11. November 1963
Die Industrie- und Handelskammer Münster stellte eine auffällige Verringerung der Prüfungsleistungen beim kaufmännischen Nachwuchs in ihrem gesamten Bezirk fest. In Gelsenkirchen hatten in diesem Jahre mehr als 23 Prozent der Prüflinge versagt, im gesamten Kammergebiet 20,4 Prozent. Die Ursache sah die Kammer nicht in Mängeln in den Ausbildungsbetrieben, sondern in mangelnder Eignung vieler Jugendlicher für den Beruf, ihre teilweise Uninteressiertheit und ihre mangelnde Konzentrationsfähigkeit.

Montag, den 18. November 1963
In der St. Urbanus-Kirche in Buer fanden Bauarbeiter bei den Renovierungsarbeiten in einem Verlies unter dem Turm zwei alte Figuren mit einem Schwert.

Montag, den 18. November 1963
In der Nacht mußten Polizeibeamte einen 27 Jahre alten Autofahrer schützen, den eine erregte Menschenmenge bereits aus seinem Wagen gezerrt hatte, um ihn zu lynchen. Der unter Alkoholeinfluß stehende Mann war auf der Cranger Straße in eine Gruppe von Fußgängern gefahren und hatte neun davon zum Teil erheblich verletzt; ein Passant schwebte in Lebensgefahr.

Dienstag, den 19. November 1963
Das Städt. Bauordnungsamt ordnete an, daß eine Reihe von alten kleinen Gartenhäuschen an der Bickernstraße im Haverkamp abgerissen werden sollten, weil sie baufällig geworden waren. die Besitzer von Taubenschlägen und Kaninchenställen sahen sich davon hart betroffen.

Freitag, den 22. November 1963
Im Alter von 46 Jahren wurde USA-Präsident John F. Kennedy in Dallas (Texas) ermordet. ... Nach Bekannterden der Schreckensnachricht brachen im Einvernehmen mit Oberstadtdirektor Hülsmann und Stadtrat Hoffmann die Städt. Bühnen die Vorstellung der Operette "Der Zigeunerbaron" ab. Zahlreiche Theaterbesucher hatten bei der Mitteilung vor Entsetzen aufgeschrien. ...

Dienstag, den 3. Dezember 1963
Als in der Einmündung der Pawikwerstraße in die Dorstener Straße ein Tanksattelzug der Scholven Chemie AG in der Kurve umkippte schlug er wie mit eisener Faust vier auf dem Parkstreifen abgestellte Personenkraftwagen platt. Menschen kamen zum Glück nicht zu Schaden.

Mittwoch, den 4. Dezember 1963
Mit dem Türken Adam Genzginci traf auf auf dem Flugplatz Düsseldorf-Lohausen der 1000. türkische Gastarbeiter ein, der zur Essener Steinkohlenbergwerke AG kam und mit zehn Kollegen auf der Zeche Consolidation in Gelsenkirchen beschäftigt werden sollte. ...

Freitag, den 6. Dezember 1963
Viele Scholvener Bürger protestierten dagegen, daß die Scholven Chemie AG chemischen "Schnee" ablies. Er führte zu starken Störungen im Fernsehen, weil er sich auf den Antennen absetzte. Vor allem bei Ostwind waren die Belästigungen sehr stark.

Dienstag, den 17. Dezember 1963
Auf der Feuerwache III wurde ein sogenanntes Smog-Warngerät aufgestellt, das automatisch den jeweiligen Schwefeldioxydgehalt der Luft feststellte. ...

Montag, den 30. Dezember 1963
Die Gelsenberg Benzin AG und die Scholven Chemie AG legten Hydrieranlagen still, weil dieses Verfahren, aus Kohle Treibstoff herzustellen, nicht mehr wirtschaftlich arbeitete. ...

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