Stadtchronik 1964

Auszüge aus den von 1936 bis 1978 maschinenschriftlich geführten Chroniken der Stadt Gelsenkirchen

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heen
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Stadtchronik 1964

Beitrag von heen »

Das 1. Quartal im Jahr 1964 fing an mit Glatteis und Nachasyl für Holländer. Zum Glück konnten sie ihre Lieben daheim direkt per Telefon erreichen.
Koreanische Bergarbeiter gründeten einen Verein für koreanische Bergarbeiter und ein Schiedsrichter pfiff sein 1000. Spiel.
Häuser wurden abgerissen, Krawatten Bauer war nicht mehr Krawatten Bauer, Nebel wabberte durch die Stadt aber man brauchte sich nicht mehr zu sehen, es gab Funkanlagen.
Dann der Presseball, bis 5 Uhr(!) musste die Kapelle spielen.
Da wundert es einen nicht, dass die Presse so wirres Zeug wie, unterirdische Straßenbahn, Abriss von Post und Bahnhof, usw., für wahr nahm.
Nach den Selbstbedienungsläden kamen ein Selbstbedienungs-Waschsalon und Minitaxis in Rennen.
Kapellmeister Nagel spielte vor wenig Publikum, der Rest war beim Ostermarsch.
Alles von hier:https://www.gelsenkirchen.de/de/bildung ... 1964_1.pdf (PDF, 50 MB)
Stadtchronik 1964 hat geschrieben: Sonntag, den 5. Januar 1964
Plötzlich auftretenes Glatteis hatte starke Störungen im Straßenverkehr zur Folge. Die meisten Buslinien im Stadtverkehr lagen vorübergehend still. Auf der Autobahn gab es mehrere Kettenreaktionen. Eine Gesellschaft aus Holland suchte wegen der Fahrbahnglätte in Buer Nachquartier. Der Städt. Fuhrpark hatte "Großalarm" für seine Streukolonnen.

Freitag, den 10. Januar 1964
Das Fernmeldeamt Recklinghausen bezog Gelsenkirchen in den Selbstwählferndienst mit Österreich ein. Damit bestand von Gelsenkirchen aus jetzt Selbstwählverkehr mit folgenden Ländern: Österreich, Schweiz, Niederlande und Belgien sowie nach einer Wählzone um Paris.

Samstag, den 11. Januar 1964
Das Städt. Fuhr- und Reinigungsamt, das am 6. Januar mit dem Abtransport von "Weihnachtsbäumen" begonnen hatte, schaffte mit zwei Lastkraftwagen, die sonst zur Entrümpelung dienten, bis zu diesem Tage rund 30.000 Bäume fort.

Sonntag, den 12. Januar 1964
Die in Gelsenkirchen arbeitenden koreanischen Bergarbeiter, die im Wohnheim in der Braubauerschaft in Bismarck wohnten, gründeten einen "Verein koreanischer Bergarbeiter in Deutschland" mit Vorstand und allem, was dazugehörte.

Sonntag, den 12. Januar 1964
Der Berger See war über seine ganze Breite zugefroren und bot den vielen Schlittschuhläufern eine ideale Lauffläche. - Die Teiche im Stadtgarten, im Nienhausbusch und im von-Wedelstaedt-Park waren schon vorher zum Laufen Freigegeben worden.

Sonntag, den 12. Januar 1964
Fußballschiedsrichter Josef Stockhausen (Buer 07) leitete mit der Bezirksklassen-Begegnung zwischen Preußen Erle und der SG Maassen sein 1000 Spiel. Er war jetzt 48 Jahre alt.

Montag, den 13. Januar 1964
Das fast hundert Jahre alte Fachwerkhaus an der Ecke Schmalhorst- und Fürstenbergstraße in Horst, das nach der Verbreiterung der Industriestraße weit in die neue Fahrbahn hineinragte, wurde abgebrochen.

Dienstag, den 14. Januar 1964
Die Firma "Krawatten Bauer" änderte ihren Namen wegen des von der Krawatten- auf die Blusen- und Hemdenproduktion verschobenen Schwergewichts in "Albin-Bauer-Wäschefabrik" um.

Mittwoch, den 15. Januar 1964
Die Stadtwerke nahmen an verschiedenen Stellen aller drei Stadtteile Druckmessungen vor, um die Kapazität des Gasnetzes in der Gesamtstadt festzustellen. Die dabei ermittelten Werte wurden der Ruhrgas AG mitgeteilt, die nun von sich aus durch ein Elektronengehirn das Fassungsvermögen des Rohrnetzes feststellen ließ. Dadurch wurde eine sonst über Wochen gehende Ausrechnung auf wenige Stunden zusammengedrängt.

Freitag, den 17. Januar 1964
Für die 830 Türken und 9 Türkinnen, die in Gelsenkirchen als Gastarbeiter tätig waren - zum überwiegenden Teil im Bergbau - begann die vierwöchige Fastenzeit (Ramadan).

Sonntag, den 19. Januar 1964
In den beiden letzten Nächten herrschte im Raum Horst - Schalke - Heßler ein Nebel, wie man ihn in dieser Dichte seit Jahren nicht mehr erlebt hat.

Montag, den 20. Januar 1964
Die Bundesbahn rüstete ihren Rangierbahnhof auf den östlichen Gleisanlagen des Hauptbahnhofs mit einer Funkanlage aus. Dadurch wurde die Rangierarbeit wesentlich erleichtert und gesichert.

Mittwoch, den 22. Januar 1964
Im Alter von 82 Jahren starb im Marien-Hospital Buer Kaufmann Josef Weiser ... In Würdigung seiner Verdienste um die Stadt hatte ihm der Rat der Stadt am 17. September 1956 das Ehrenbürgerrecht verliehen. Der Bundespräsident hatte ihn 1953 mit dem Bundesverdienstkreuz I. Klasse ausgezeichnet, der Papst mit dem Orden "Pro ecclesia et pontifice".

Samstag, den 25. Januar 1964
Ehrenbürger Josef Weiser wurde auf dem Hauptfriedhof in Buer zur letzten Ruhe gebettet. Nach einem Seelenamt in der Propsteikirche St. Urbanus leitete ein unübersehbarer Trauerzug, wie ihn Buer seit Jahren nicht erlebt hatte, den Sarg über die Hochstraße zum Friedhof. ...

Sonntag, den 26. Januar 1964
Im Alter von 87 Jahren starb "Mutter Thiemeyer" vom Schalker Markt. ...

Dienstag, den 28. Januar 1964
Der Vorstand des Bürgervereins Horst befaßte sich mit Fragen des Straßenverkehrs. Um die schweren Tankfahrzeuge aus dem Straßenverkehr verschwinden zu lassen, schlug man vor, die Gelsenberg Benzin AG möge eine Pipeline von ihrem Werk bis zum Verkehrshof in Sutum legen, dort könnten dann die Tanker gefüllt werden.

Mittwoch, den 29. Januar 1964
Bei Straßenarbeiten an der Kaiserstraße (Einmündung Florastraße) zerriß ein Bagger ein 400 mm dickes Wasserroh. Große Mengen Wasser überschwemmten im Nu die Straße. Ein Arbeitstrupp des Wasserwerks war schnell zur Stelle und sperte mit Schiebern das Wasser ab.

Freitag, den 31. Januar 1964
Erstmals fand im Großen Haus der Städt. Bühnen der Gelsenkirchener Presse- und Bühnenball statt, ... Die Herren hatten sich mit Smoking und Frack der festlichen Kleidung der Damen angepaßt. ... Das große Foyer war mit Hilfe von Netzen und Kunststoff-Fischen in ein "Aquarium" verwandelt worden, während die Bühne dem Ballsaal aus einer Wiener Operette glich. Da die meisten Gäste auch am frühen Morgen noch nicht ans Nachhausegehen dachten, mußten die Kapellen noch eine Stunde länger als vorgesehen war, spielen: bis 5 Uhr! Der Ball war ein Höhepunkt im gesellschaftlichen Leben der Stadt.

Dienstag, den 4. Februar 1964
In einer Pressekonferenz erläuterten Stadtrat Flöttmann und Städt. Baudirektor Scheel die geplante Umgestaltung des Bahnhofvorplatzes. Die endgültige Konzeption sah die Verlagerung des Verkehrs in zwei Ebenen vor. Der neue Hauptbahnhof sollte östlich vom jetzigen Standort errichtet werden: weiter südlich sollte das neue Postgebäude erstehen, ein achtgeschossiger Bau mit dahinter liegenden einstöckigen Trakten für Paketdienst und Fernmeldeamt. Die Husemannstraße sollte am Kolpinghaus vorbei bogenförmig zum Bahnhofsvorplatz einkurven. Die über die Husemannstraße zum Bahnhof führende Straßenbahn sollte in Höhe der neuen Post unter die Erde gehen und eine Haltestelle unter einem dem Bahnhofsgebäude vorgelagerten Busbahnhof erhalten. Der Straßenbahnkörper sollte dann die Gleiskörper mit drei Bahnsteigen unterqueren und auf der Bochumer Straße wieder an die Oberfläche kommen. Zum Abbruch bestimmt waren außer dem jetzigen Hauptbahnhof und der Hauptpost das Hallenbad, der Gebäudekomplex mit dem Bahnhofshotel, das Hotel "Zur Post", die Häuser an der Vohwinkelstraße zwischen Bahnhofs- und Ringstraße sowie Teile der Neustadt im Bereich von der Mindener bis zur Peterstraße. Die Kosten wurden einsweilen auf rund 95 Mill. DM geschätzt. Auf dem Machensplatz sollte der jetzige Kreisverkehr durch eine großroßzügig gestaltete Kreuzung ersetzt werden. Das alte Rathaus, jetzt Polizeiamt, sollte einem Hochhaus weichen, in dem Gewerbeunternehmungen Platz finden sollten.

Dienstag, den 11. Februar 1964
Im Umspannwerk Bergmannsglück ereigneten sich nachts durch Schmutz-Ablagerungen auf Isolatoren Stromüberschläge mit Kurzschlüssen, so daß Teile des großen RWE-Verbundnetzes ausfielen. Nach Abschaltung der Anlage begann ein Störtrupp mit der Reinigung der Isolatoren. Dieselbe Störung war bereits einmal am 26. Januar aufgetreten und der Schmutz damals von der Feuerwehr beseitigt worden.

Freitag, den 14. Februar 1964
Der 1. Vorsitzende des FC Schalke 04, Dr. König, verhängte über die Lizenzspieler Koslowski und Berz eine Sperre bis zum 17. Februar. Er berief den Disziplinarausschuß ein, der sich mit dem Vorfall (die beiden Spieler hatten eine Privatfehde mit Fäusten ausgetragen) befassen sollte.

Montag, den 24. Februar 1964
Ein Constructa-Selbstbedienungs-Waschsalon mit Heißmangelbetrieb öffnete im Hause Görzhof 48 in Erle (Ecke Gartmannshof) seine Pforten.

Montag, den 24. Februar 1964
Einige Staatsanwälte, Richter und Amtsanwälte machten bei der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn vom Rathaus Buer aus Fahrten mit, um gewissermaßen einen "Führerschein"zu machen und sich im modernen Straßenbahnverkehr besser auszukennen.

Mittwoch, den 4. März 1964
Im Hause Hauptstraße 6 eröffneten Rolf und Gisela Zitz eine Gaststätte mit Imbißstube mit Spezialitäten in neuartigem Grillverfahren.

Donnerstag, den 12. März 1964
Bei einem Großbrand im Walde nördlich des neuen Weges in der Resser Mark bewahrte sich ein vor zwei Wochen angeschafftes Funksprechgerät der Städt.Berugsfeuerwehr. Unter Einsatz von fünf C-Rohren konnte die Wehr das Feuer auf einem 140 x 400 m großen, mit dürrem Gras und Strauchwerk bestandenen Land löschen, ehe die Flammen die durch das Gelände führenden Hochspannungskabel erreichten.

Donnerstag, den 26. März 1964
Das Taxigeschäft Ernst Landewee in Horst, Fischerstraße 52, setzte zum ersten Male sogenannte "Minicars" anstelle von herkömmlichen Taxis ein. Der Fahrpreis betrug etwa die Hälfte der üblichen Taxipreise.

Ostersonntag, den 29. März 1964
Bei naßkaltem Wetter weihte die Kapelle der Zeche Consolidation unter der Stabführung von Kapellmeister August Nagel im Stadtgarten vor nur wenigen Besuchern den neuen Konzert-Pavillon ein.

Ostersonntag, den 29. März 1964
Atomwaffengegner berührten auf ihrem "Ostermarsch", von Essen kommend, die Stadtviertel Rotthausen, Neustadt und Ückendorf. Die Demonstration, die nach Wattenseheid weiterzog, verlief ohne Zwischenfall.

heen
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Re: Stadtchronik 1964

Beitrag von heen »

Puh, warm wurde es im 2.Quartal 1964, da verbogen sich die Straßenbahnschienen und Asphalt musste gekühlt werden.
100 Junglehrer kamen ungern nach Gelsenkirchen, auch Trostworte nutzen nichts. Mut machte die Erkenntnis, dass Gelsenkirchen, nach Bottrop und Gladbeck, nur die drittschlechste Stadt für Junglehrer ist, dabei gab es in Gelsenkirchen schon eine Münztanke mit Selbstbedienung, aber der Kirmesplatz in Buer wurde von der "Königswiese" nach "irgendwo an der Bahnlinie" verschoben.
Ein Mammutzahn wird ausgebuddelt und ein Grubenlüfter sorgt für Randale, dann auch noch eine Versammlung der Drogenlieferanten im Hans-Sachs-Haus.
Und es war weiter heiß. Da spielte der Oberbürgermeister lieber mit Kindern am Berger See anstatt Präsident von einem Fußballclub zu spielen.

Alles aus der Stadtchronik 1964. (PDF; 50MB)
Stadtchronik 1964 hat geschrieben: Mittwoch, den 1. April 1964
Die ersten der rund hundert Junglehrer, die mit Schulbeginn an Gelsenkirchener Volksschulen eingesetzt werden sollten, trafen in Gelsenkirchen ein. Sie kamen nicht gern, denn sie wären lieber in schönere Städte gezogen. Daher der große Mangel an Volksschullehrern in Gelsenkirchen.

Mittwoch, den 1. April 1964
Außer seinem zweiten Sprechzimmer im Rathaus Buer stellte Oberbürgermeister Scharley für die Bürger der Randsiedlungen des Stadtgebietes ein "fahrbares Sprechzimmer" in Dienst, das durch seinen Dienstwagen transportiert wurde. Es sollte auch noch Funktelefon erhalten.

Freitag, den 3. April 1964
Der Gelsenkirchener Schmalfilmclub bot im Hotel "Zum Schlachthof" zwei Filmuraufführungen: Lothar Preuß hatte den Film "Eine Fahne für Europa" gedreht, Manfred Pampa "Das fünfte Rad". Der Club hatte jetzt 27 Mitglieder.

Samstag, den 18. April 1964
... Im Stadtteil Horst gab es mehrere Straßen, die die Namen von Schlachtorten trugen, so daß die Bevölkerung dieses Stadtviertel "Schlachtfeld" genannt hatte.

Samstag, den 25. April 1964
Auf dem alten Festplatz an der "Königswiese" in Buer fand - zum letzten Male - eine Frühjahrskirmes statt. Sie dauerte bis zum 3.Mai. Die Herbstkirmes sollte auf dem neuen Festplatz nördlich der Bundesbahnlinie Buer-Nord - Westerholt abgehalten werden.

Montag, den 27. April 1964
Mehr als hundert Junglehrer unternahmen eine Stadtrundfahrt, um die Stadt ihres zukünftigen Wirkungskreises kennen zu lernen. Bei einem Empfang durch die Stadt in den Zoo-Terrassen versuchte Schulrat Klaus, Vorurteile über Gelsenkirchen abzubauen. Er bezeichnete es als eine erzieherische Aufgabe, den schlechten Nimbus, der die Stadt umgebe, abzubauen. Auch Oberbürgermeister Scharley stieß in dasselbe Horn. Trotz dieser Aufmunterungen und den Dankesworten des Sprechers der Junglehrer blieb vorerst die Feststellung, daß Gelsenkirchen nach Bottrop und Gladbeck die für Junglehrer am wenigsten attraktive Stadt sei.

Dienstag, den 12. Mai 1964
Eine Wärme von 28 Grad im Schatten ließ die Straßenbahnschienen auf der Kanalbrücke im Verlaufe der Gelsenkirchener/Sutumer Straße sich aus ihrer Lage heben. Die Brücke konnte eine Zeit lang nur einspurig befahren werden. Die Straßenbahnen fuhren langsam. Die gleiche Dehnung unter den Sonnenstrahlen war auch schon im Vorjahr aufgetreten.

Mittwoch, den 13. Mai 1964
In der Johanniterstraße in der Neustadt wurde die erste Tankstelle mit einem Münztank zur Selbstbedienung eröffnet.

Freitag, den 15. Mai
Vor der Kasse der Städt.Bühnen stellten sich um 6 Uhr morgens die ersten Ballett-Freunde an, um Karten für ein Gastspiel des Bolschoi-Balletts zu erstehen. Bei der Kassenöffnung um 9 Uhr stauten sich die Massen. Die 24 Notsitze für Schüler und Studenten zum Preise von 4,- DM waren im Nu vergriffen, wenig später auch die "billigen" Plätze zu 10,- DM. Gegen Mittag gab es nur noch Plätze zu 30,- DM.

Pfingsmontag, den 18. Mai 1964
Das Freibad Grimberg wurde an beiden Festtagen bei 26 bis 28 Grad Lufttemperatur von 10.000 Menschen besucht; ins Freibad im Jahnstadion kamen rund 1000. Die Wassertemperaturen betrugen in Heßler 16, in Grimberg 19 Grad.

Mittwoch, den 20. Mai 1964
Postassistent i.R. Wilhelm Kortmann in Buer wurde 90 Jahre alt. Er war in den 90er Jahren Postbote in Dorsten geworden und 1902 als 8.Briefträger nach Buer gekommen. Wenn der Küster einmal verschlafen hatte, hatte er die Tür zur Urbanus-Kirche aufgeschlossen, in der er jeden Morgen die erste Messe besucht hatte.

Dienstag, den 26. Mai 1964
Ein großer Kreis von Artisten geleitete den in Horst gestorbenen Zauberkünstler Erich Möckel, der unter dem Künstlernamen "Solwaro" weltberühmt geworden war, auf dem Friedhof in Horst-Süd zur letzten Ruhe.

Dienstag, den 26. Mai 1964
In Gelsenkirchen und den Nachbarstädten wurde ein Probealarm der Luftschutzsirenen ausgelöst. Im Stadtgebiet waren jetzt 334 Sirenen installiert.

Montag, den 1. Juni 1964
Von diesem Tage an wurden auch in Gelsenkirchen einer bundesgesetzlichen Regelung zufolge alle Zebrastreifen zu offiziellen Gebotsstreifen für Kraftfahrer.

Freitag, den 5. Juni 1964
Ein Bagger, der auf der Kranefeldstraße in Horst den Graben für eine Entwässerungsleitung aushob, brachte aus sieben Meter Tiefe einen Mammutzahn ans Tageslicht. Er war in zwei Teile zerbrochen, die 75 und 50 cm lang waren. Der Bauführer brachte den Fund zur Hippolytus-Schule, wo ihn Rektor Mörs zunächst in seine Obhut nahm, um ihn später dem Heimatmuseum zuzuleiten.

Sonntag, den 7. Juni 1964
Die Zechengruppe Hugo hatte am Luftschacht Hugo-Nord am 5.Juni einen neuen Grubenlüfter in Betrieb genommen. Sein Lärm war so stark, daß die gesamte Einwohnerschaft des Stadtbezirks Buer-Bülse dagegen rebellierte. Das veranlaßte die Werksleitung, den Probebetrieb am Sonntagabend vorzeitig zu stoppen. Am 17.Juni ("Tag der deutschen Einheit") sollte ein neuer Probelauf stattfinden, um die Ursache des Lärms zu ergründen und abstellen zu können.

Sonntag, den 7. Juni 1964
Das Freibad Grimberg verzeichnete an diesem Tage den 100.000 Besucher dieser Saison.

Dienstag, den 9. Juni 1964
Die Vereinigung der Lieferanten des Drogenfachs hielt eine Tagung im Hans-Sachs-Haus ab.

Samstag, den 13. Juni 1964
An diesem Tage, dem heißesten des Jahres, wurden durchschnittlich 32 Grad Celsius im Schatten gemessen; in der Sonne stieg die Temperatur auf 38 Grad. In den Schulen gab es hitzefrei; die Freibäder waren außerordentlich gut besucht. Auf der Heistraße in Erle wurde die Asphaltdecke auf 200 m Lange von der Sonne so aufgeweicht, daß die Feuerwehr mit einem Löschwagen anrücken mußte, um die Fahrbahn mit einem dicken Wasserstrahl abzukühlen.

Sonntag, den 14. Juni 1964
Tropische Hitzegrade von 33 Grad im Schatten brachten rund 14.000 Besucher in das Freibad Grimberg.

Montag, den 15. Juni 1964
In einem neu erbauten Haus am Eingang zu den Schleusen am Rhein-Herne-Kanal wurde eine moderne Kommandozentrale in Benutzung genommen. Von hier aus wurden alle Pumpwerke auf der gesamten Kanallänge gesteuert. Automatische Schreiber hielten die Pegelstände von Duisburg bis Herne fest. Diese Gelsenkirchener Zentrale regelte automatisch durch eine Pumpwerkkette den Ausgleich des Wasserstandes auf den einzelnen Kanalabschnitten. Dabei brauchten dann die Pumpstationen an den einzelnen Schleusenabschnitten nicht mehr besetzt zu sein.

Sonntag, den 21. Juni 1964
Zum "Tag des Kindes" bot die Sozialistische Jugend "Die Falken" Kindern auf der großen Spielwiese am Berger See ein buntes Programm, dessen Höhepunkt ein Start von Tausenden von Luftballons war. Weiter gab es ein Wettfahren auf Rollern, Tanzen und Singen und Vergnügungen an über 50 Spielständen. Auch Oberbürgermeister Scharley ließ sich unter den Kleinen sehen. Der Aufruf zu diesem Tage ging vom Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und der Internationalen Vereinigung für Jugendhilfe
aus.

Montag, den 29. Juni 1964
Das Städt. Presseamt dementierte die in einigen Zeitungen verbreitete Nachricht, Oberbürgermeister Scharley sei als künftiger Präsident eines neu gebildeten Vorstandes des FC Schalke 04 im Gespräch. Die Nachricht sei frei erfunden: Oberbürgermeister Scharley werde sich aus begreiflichen Gründen nicht für ein solches Amt nominieren lassen.

matz
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Registriert: 02.01.2008, 15:07

Re: Stadtchronik 1964

Beitrag von matz »

wo war denn der alte Festplatz in Buer?

heen
Beiträge: 318
Registriert: 23.07.2018, 10:10
Wohnort: GE-Scholven

Re: Stadtchronik 1964

Beitrag von heen »

Oh je, zu der Zeit war ich ein wenig zu jung um mir sowas zu merken.
Ich meine es war ein paar Meter zurück Richtung Buer, auf der anderen Seite der Bahnlinie.

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