Kommunales Kino

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Kommunales Kino

Beitrag von Verwaltung »

WAZ hat geschrieben:Wer im Arthaus sitzt
Gelsenkirchen, 06.06.2008, Von Lars-Oliver Christoph

Das Kommunale Kino als kulturelle Grundversorgung oder: Warum Volker Bandelow und Stephan Zabka nicht anders können - und erfolgreich damit sind

Sie spielen monatlich den Koki-Doppelpass: Stephan Zabka und Volker Bandelow im Schauburg-Foyer.

"Lange und erfrischende Telefonate" führe er regelmäßig, erzählt Volker Bandelow. Das behaupten andere ebenfalls von sich. Der Unterschied: Die Kommunikation des Kulturreferatsleiters mit Gesprächspartner Stephan Zabka führt Monat für Monat zu einem Ergebnis, das tausende Filmfreunde sehr zu schätzen wissen - das Programm des Kommunalen Kinos.

Seit acht Jahren zeichnet dieses Tandem für die Stadtreihe verantwortlich. Im Auftrag der Kulturverwaltung wählt Schauburg-Mitarbeiter und Filmexperte Stephan Zabka das Gros der dreimal wöchentlich (siehe Kasten) im Traditionskino laufenden Beiträge aus, die dann von Bandelow gezielt ergänzt werden.

Die Eintrittspreise sind - gemessen am regulären Kinotarif - niedrig geblieben. Doch sonst "hat sich viel verändert", weiß der seit 1992 amtierende Kulturamts-Chef Bandelow.

"Andere Filme - Filme anders zeigen" lautete einst das Motto der 1975 gestarteten Reihe (siehe Bericht unten). "Andere Filme" sind in der Regel auch heute zu sehen - allerdings nicht mehr so häufig mit dem politischen bzw. gesellschaftlichen Anspruch der frühen Jahre. "Das kann ich in dieser Breite nicht mehr spielen. Da sitzen dann nur fünf Leute", so Bandelow.

Was er heute in Gelsenkirchen spielen kann bzw. aus seiner Sicht sogar "spielen muss": Filme jenseits des Mainstreams, die früher dem Programmkino zugeordnet wurden und heute das Etikett "Arthaus" tragen. Und warum "muss" das Kommunale Kino diese Filme zeigen? "Weil wir damit eine für Gelsenkirchen notwendige kulturelle Infrastruktur schaffen", sagt Bandelow. Ein solches Programm sei für eine Stadt wie Gelsenkirchen unverzichtbar, eine "freiwillige Pflichtaufgabe".

Eine Haltung, die das Koki-Publikum würdige, weiß Stephan Zabka. Man "vertraue" dem Angebot, erkenne es als Qualitätsmarke an. Ein Beispiel: Die Romanverfilmung "Drachenläufer" lief wegen einer Kooperation mit einem Bochumer Kino sieben Tage lang zunächst im regulären Programm der Schauburg und kurz darauf an selber Stelle an zwei Tagen im Kommunalen Kino. Verblüffendes Ergebnis: "Im Koki hatten wir dreimal so viele Besucher", so Zabka.

Also alles Arthaus, oder was? Nein! Die Mischung müsse stimmen, sagt Bandelow. Er nehme sich nach wie vor die Freiheit, einen Film im hebräisches Original mit englischen Untertiteln zu präsentieren. Oder Beiträge junger engagierter Filmemacher aus dem Irak oder Afrika. "Weil es wichtig ist. Wer soll diese Filme denn sonst zeigen?" Und dann gebe es ja nach wie vor Kooperationen mit Schulen oder gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen.

Auch in der seit Jahren koki-freien Zone südlich des Kanals soll die Stadtreihe schon bald ein Comeback feiern. An einer Spielstätte in der Gesamtschule Ückendorf wird hinter den Kulissen kräftig gekurbelt. "Das Programm wird dann aber ergänzt und auf diesen Ort abgestimmt", sagt Volker Bandelow. Klingt nach zusätzlichen "langen und erfrischenden Telefonaten" mit Stephan Zabka . . .
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pito
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Beitrag von pito »

Ich würde mal schätzen, dass so circa 70 % aller Kinovorstellungen in meinem bisherigen Leben kommunale waren. ;-)

kwitsche
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Beitrag von kwitsche »

Könnte man nicht einmal im Monat einen Film auf eine geeignete Hauswand in verschiedenen Stadtteilen werfen ?
Läuft den die Reihe im MIR noch ?

http://de.wikipedia.org/wiki/Cinema_Paradiso

kwitsche
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Beitrag von kwitsche »

Bild

:wink:

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Beitrag von Verwaltung »

WAZ hat geschrieben:Am Anfang war John Wayne
Vier Schlaglichter auf 33 Jahre Kommunales Kino. Mit einer Panne ging es am 22. Mai 1975 los


Rio Bravo
Schwere Geburt: „Ringo", der für den Start der städtischen Reihe „Aktion Kommunales Kino" (so hieß das Baby damals) am 22. Mai 1975 in der von Kooperationspartner Sprenger GmbH betriebenen Schauburg geplante Premierenfilm, stand nicht zur Verfügung. Der Ersatz: „Rio Bravo", der Howard-Hawks-Westem. Wer den Anstoß für das bereits in anderen Städten erprobte Kino-Format mit Anspruch gab, darüber gehen die Aussagen auseinander. Fakt ist: Das Programm wurde zunächst durch ein Auswahlgremium zusammengestellt, das aus Journalisten (u.a. Hans-Jörg Loskill, WAZ) und Kulturamtschef Karl-Heinz Quick bestand. Die Resonanz war „überraschend gut", hieß es. Kurz nach dem Start fand das Koki auch südlich des Kanals im Apollo eine zweite Heimat. Pläne für die Ausdehnung auf weitere Stadtteile scheiterten aber letztlich.
Robert SchumacherBild
Der Beginn einer Ära: Am 1. September 1978 übernahm der Sozialarbeiter Robert Schumacher (37) die Regie im Koki - als erster hauptamtlieher Leiter. 18 Jahre lang schrieb der Cineast an der Erfolgsgeschichte der Reihe, bildete ein klassisches Koki-Pro-fil heraus. 1996 verunglückte Robert Schumacher (mit Familie) bei einem Autounfall tödlich. Das gleiche Schicksal hatte übrigens in den 70er Jahren Hans-J. Klose ereilt, der das Koki in der Frühphase als VHS-Mitarbeiter kommissarisch geleitet hatte.
Wahnsinn
Der Stoff, aus dem Gerichtsfilme sind: Karin Clermont und Annette Schut von der Initiative „Gegen Atomkraft" siegten vor dem Landgericht Essen auf ganzer Linie gegen die Verwaltung. Sie durften anschließend der Stadt weiterhin den Vorwurf der „unverschämten Lüge" machen. Auslöser des Streits war die Filmreihe „Wider den atomaren Wahnsinn", die die Initiative und die Stadt gemeinsam fürs Kommunale Kino geplant hatten. Dezernent Rose sagte die Beteiligung der Stadt dann aber ab, um „keinen Präzedenzfall" zu schaffen. Die Initiative wehrte sich gegen die Behauptung, sie sei damit einverstanden gewesen. Mit Erfolg - siehe oben.
Happy End
Sinkende Besucherzahlen, Privatisierungsforderungen aus der Politik, Insolvenz des privatwirtschaftlichen Partners, Wegbrechen der Spielstätte im Süden und und und -mehrfach geriet das Koki in seiner 33-jährigen Geschichte in Turbulenzen. Ernst wurde es 1985: „Stirbt das Kommunale Kino?", fragte die WAZ vor dem Hintergrund der Haushaltsdiskussion. Der damalige Oberstadtdirektor Linde galt zudem nicht als Freund der Reihe. Und trotzdem gab's ein Happy End ä la Hollywood - die WAZ konnte „die Rettung" vermelden, loc
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Spiggi
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Beitrag von Spiggi »

Trotzdem fehlt im gelsenkirchener süden eine festes lichtspielhaus. Oder ist 'kein kino inne stadt' das ersten signal in Ge auf dem weg zur dörflichkeit. Sich Gelsenkirchen als samtgemeinde vorzustellen verbreitet einen gewissen charme. Nächste Aktion: der kanal wird grenzgewässer.

bis die tage

spiggi

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Beitrag von Verwaltung »

WAZ hat geschrieben:NACHGEFRAGT
„Auch für Gelsenkirchen sinnvoll"

Karl-H. Quick - ein Vater der städtischen Filmreihe
Ein Freund nicht nur der Filmkunst Karl-Heinz Quick leitete von 1968 bis 77 das Kulturamt. Als damaliger Leiter des Gelsenkirchener Kulturamts war der Horster Karl-Heinz Quick (heute 83) einer der Väter der städtischen Filmreihe.

Warum haben Sie die Gründung des Kommunalen Kinos unterstützt?

Karl-Heinz Quick: Es gab dieses Angebot damals ja schon in anderen Städten. In Frankfurt beispielsweise. Ich war der Meinung, dass es für Gelsenkirchen ebenfalls eine sehr sinnvolle Sache ist, Menschen für einen geringen Eintrittspreis den Besuch eines Filns zu ermöglichen, der sonst nicht hier zu sehen gewesen wäre. Und ich wollte damals als Kulturamtsleiter nicht nur das Bestehende bewahren, sondern auch neue Angebote für breitere Bevölkerungsschichten schaffen.

Waren Sie denn selbst auch Filmfreund?

Quick: Das kann man so sagen. Ich war früher Mitglied eines Clubs, der sonntags in einem Schalker Kino an der Grenzstraße Filme gezeigt hat.

Gehen Sie heute noch ins Kino?

Quick: Gelegentlich. Und auch das Kommunale Kino in der Schauburg besuche ich hin und wieder. loc
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kwitsche
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Beitrag von kwitsche »

kwitsche hat geschrieben:Könnte man nicht einmal im Monat einen Film auf eine geeignete Hauswand in verschiedenen Stadtteilen werfen ?
Läuft den die Reihe im MIR noch ?

http://de.wikipedia.org/wiki/Cinema_Paradiso
Warum wird kommunales Open-Air Kino nicht mal ausprobiert ?

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Emscherbruch
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Beitrag von Emscherbruch »

kwitsche hat geschrieben: Warum wird kommunales Open-Air Kino nicht mal ausprobiert ?
Gab es doch jahrelang im Amphitheater, veranstaltet vom Kommunalen Kino.

Würde mich interessieren, warum das nicht mehr stattfindet. Es wurde nicht viel Werbung dafür gemacht, deshalb kamen nicht viele Menschen zusammen. Hab dort auch einen Film gesehen, den die Filmstiftung NRW gezeigt hat. Die hatten ordentliche Flyer und schon waren viel mehr Leute da.
Stell dir vor, es geht und keiner kriegt's hin.

Block Basta
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KoKi-Flyer ausgeflogen

Beitrag von Block Basta »

Die KoKi-Programme für September sind bereits vergriffen. Alternativ gibt es noch die neue Kulturreferatsbroschüre KULTURTIPPS IN GELSENKIRCHEN. Dort sind die Termine auch aufgeführt, leider nicht so übersichtlich ...

noizejunk
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Beitrag von noizejunk »

Morgen!
Heute steht in der WAZ, dass die Aula der GS Ückendorf teilweise als neuer KoKi-Standort umgebaut wird.
Es gibt auf derwesten.de noch keinen Link, daher ein kleiner Ausschnitt:
[...]Gelsenkirchens Filmfreunde warten nach wie vor auf ein Standbein des Kommunalen Kinos im Süden. Das soll sich bald ändern. Nun aber wirklich.
[...]Nach dem zurzeit laufenden Umbau der Aula sollen dort in einem durch Vorhänge abgeteilten Bereich Filme gezeigt werden. Dafür werde ein 35mm-Projektor angeschafft.
Der Konzept sieht aber nicht "nur" eine Koki-Abspielstätte vor, sondern ein umfangreicheres Filmprogramm.[...]
Find isch gut sowat :) Je nach Filmreihe hab ich das Koki immer gern besucht. Bleibt abzuwarten, ob es in der Schule genauso bequem ist wie inne Schauburg :wink:

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Preziosa
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Beitrag von Preziosa »

noizejunk hat geschrieben:Morgen!
Heute steht in der WAZ, dass die Aula der GS Ückendorf teilweise als neuer KoKi-Standort umgebaut wird.
Der Umbau scheint in großen und ganzen abgeschlossen zu sein. Die Bühne wurde ca 1 Meter in der Tiefe vergrössert und Pechschwarz gefärbt. Die (neue) Leinwand (die eigentlich bereits schon seit Jahren vorhanden ist aber wohl nicht genutzt werden soll) soll wahrscheinlich vor die Bühne gehängt werden. Ein Anbau am hinteren Ende der Rückwand des Saals für den Projektor ist auch schon da (ausgestattet mit Klimaanlage, aber ohne Projektor bisher).
Zusätzliche elektr. Seitenvorhänge um die Aula zu verkleinern sind auch schon vorhanden.
Im Moment scheint die Baustelle aber zu ruhen. Die Kabel hängen unmotiviert an der Decke und dem Projektorraum könnte ein Pott Farbe guttun.

Gemütlich sitzen, hm. Sagen wir mal so. Die Schule hat eine recht "neue" Bestuhlung in Form vn Holzstüheln bekommen. Man kann aber gut draus sitzen, wenn auch -zugegeben- nicht o gut wie auf Kinosesseln :-)

Hat jemand Infos wann es denn nun losgehen soll?
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rapor
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Beitrag von rapor »

Holzstühle und Kino? Hört sich eher nach Diaabend an :cry:
Ich finde es auch bescheiden, zum Kino aus dem tiefen Süden über den Kanal zu fahren. Koki ist auch bei mir das meist besuchte, da mit GE-Paß nur 2,-, danach Schauburg und das kleine werbungsfreie Cinemaxx Herten, da sitzt man richtig gut.
Aber kein Kino in Gelsenkirchen(Süd) ist schon echt peinlich.
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Beitrag von Preziosa »

rapor hat geschrieben:Holzstühle und Kino?
Man darf sich jetzt natürlich nicht alte, marode Stühle vorstellen. Die sind schon bequem (es hat sich bisher noch kein Zuschauer beschwert), aber Kino ist eben nur Kino mit dem richtigen Flair und dazu -finde ich zumindest- gehört auch die entspechende Bestuhlung.

Gruß
Dirk
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zuzu
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Beitrag von zuzu »

Auf Zollverein sitzt man auch auf Stühlen. Ist nicht gerade bequem aber wenn der Film gut ist, merkt man das kaum...
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