Gelsenkirchen als Drehort

Filme aus Gelsenkirchen, Schmalfilmer und Filmclubs.

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JürgenB
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Gelsenkirchen als Drehort

Beitrag von JürgenB »

Die International Movie Data Base (IMDB) führt insgesamt 14 Filme mit Gelsenkirchen als Drehort auf


Dies dürfte nicht das Ende der Fahnenstange sein, weil ja u.a. - wie hier an anderer Stelle schon erwähnt wird "Theo gegen den Rest der Welt", "Die Zärtlichkeit der Wölfe", Wim Wenders "Alice in den Städten" wenigstens in kleinen Teilen gedreht wurden.
Geboren im Jahre der Meisterschaft - nicht wie ihr alle denkt, sondern 3 Jahre früher!

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Dietmar
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Fußball ist unser Leben.

Beitrag von Dietmar »

Natürlich darf bei den Filmen über Gelsenkirchen „Fußball ist unser Leben“ (Regie: Tomy Wigand, 1999) mit Uwe Ochsenknecht als Hans Pollak nicht fehlen. Der an zahlreichen Orten gedrehte Film rund um das damalige Parkstadion, gehörte mit zu den unglücklichen Verbindungen zwischen Kino und Fußball, weil das Ergebnis-zugunsten der Guten (in diesem Fall Di Ospeo) - von vornherein feststand. Die großen Massenspektakel des 20. und 21. Jahrhunderts waren und sind sich im Übrigen alle ziemlich ähnlich, weil hier Idole und Mythen geschaffen werden sollen, die mit der marktwirtschaftlichen Realität gar nichts zu tun haben.

Hans Pollak verkörpern den klassischen Fan (ohne ihnen nahe treten zu wollen), der in seiner eigenen bizarren Welt lebt: Vom Schalke-Schal über die Trompete zum Anfeuern und dem obligatorischen Spruchband, vom mit Bier und Fan-Magazinen gefüllten Vereinskeller im Reihenhäuschen bis zur Stadtteilkneipe, war damals alles dabei. Es fehlte auch nicht das eigene Heim, das standesgemäß mit Blau und Weiß geschmückt war.

Das „Spiel des Lebens“ gab sich hier der totalen Lächerlichkeit preis und strotze nur so von Posen und Attitüden. Eine Kritik durfte man nicht erwarten, schon gar nicht an der Kommerzialisierung des Geschäfts, das mit der Mär von dem vorgegebenen Gemeinschaftsereignis höchstens hanebüchene Illusionsmacherei ist. Schalker Größen waren übrigens auch zu sehen: Charly Neumann, Rudi Assauer und viele andere.

„Fußball ist unser Leben“ sollte möglicherweise wohl das Gegenstück zu „Nordkurve“ sein, jenem Film von Adolf Winkelmann (1991/92), der einen Samstag in Dortmund schilderte, an dem sich um ein Bundesligaspiel zahlreiche miteinander vernetzte Geschichten um Fans und Spieler, Vereinsmitglieder und andere entwickelten. Mit von der Partie war damals auch der aus Gelsenkirchen stammende Rolf Dennemann.

Dennemann spielte auch in „Manta - Manta“ (Regie: Peter Timm, 1991), „Angst“ von Bernd Schadewald (1993/94), „Das Trio“ (Regie: Hermine Huntgeburth, 1997), „Der Krieger und die Kaiserin“ (Regie: Tom Tykwer, 1999/2000) „Solino“ (Regie: Fatih Akin, 2001/2002) und „Liebesluder“ (Regie: Detlev Buck, 1999/2000).

Rolf Dennemann war wohl auch bis zu seinem Weggang nach Dortmund Bewirtschafter der Lokalität „Kenkenberg“ (?) in der Gildenstraße, veröffentlichte Prosa, Lyrik, war Mitherausgeber einer Literaturzeitung, schrieb für den „Marabo“, für diverse Tages- und Wochenzeitungen, Hörspiele für den Westdeutschen Rundfunk, Theaterstücke. Seit 2006 ist er Vorstandsmitglied des Verbandes Freie Darstellende Künste NRW.

Mehr Informationen über ihn gibt es hier: artscenico.de.

Dietmar Kesten

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Detlef Aghte
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Beitrag von Detlef Aghte »

Hallo, Momentan ist ein Film in Arbeit,der wohl n den nächsten Wochen mit Dreharbeiten in GE beginnt
detlef
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W. Busch

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Dietmar
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Kleine Haie.

Beitrag von Dietmar »

Kleine Haie“ (1991), einer der Filme, die in Gelsenkirchen und Umgebung gedreht wurden, wurde seinerzeit als Komödie weit überschätz. Wortmann kam übrigens immer wieder mit seinen „sympathischen Typen“ daher, die angeblich das „stimmige Lebensgefühl einer jungen Generation“ (Filmlexikon) verkörperten.

Intelligente Unterhaltung, wie ich meine, hat es nicht gegeben. Tiefgang auch nicht. Vor allem hier fiel die schleppende Erzählung auf, die schlechte Inszenierung und die Erschöpfung des Films in einer Aneinanderreihung von schlechten Pointen, die mehr als aufgesetzt wirkten. Der Film war weder verschmitzt, kokett oder charmant. Doch dürfte er viel zur Karriere von Armin Rohde, Jürgen Vogel, Meret Becker und Gedeon Burkhard beigetragen haben.

Dietmar Kesten

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Detlef Aghte
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das wunder des Malachias

Beitrag von Detlef Aghte »

Hatrtet ihr diesen film schon erwähnt ? er wurde Zum teil in GE gedreht.
Und zwar hat man neben der Kirche und dem Klosterbräu damals eine Kuisse als Bar aufgebaut.
Bernard Wicky führte Regie , und >Horst Hollmann und viele andere gute Darsteller spielten mit. Unter anderem charly Neumann,das Unikum von S04
Ich hätte damals 20 Dm bekommen, wenn ich mit meinem Hund rumgelaufen wäre.
Nachts sass die crew dann bei meinen Eltern im Lokal

Detlef
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pito
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Beitrag von pito »

@Detlev: Das Wunder des Malachias. Sehr interessant. Erinnerungen bitte in diesen Thread:

http://www.gelsenkirchener-geschichten. ... .php?t=285

uli
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Beitrag von uli »

Hallo!
Ich bin neu hier. Ich habe Anfang der 80er als Kompase in einem Film mitgemacht der hieß " Von Schalke bis zum Papst" oder so ähnlich.
Der Film handelte von einem italienischen Gastarbeiter. Habe leider nie mehr wieder was davon gehört. Er war aber fertig gedreht worden. Vielleicht weiss ja jemand etwas. Wurde damals in allen Gelsenkirchener Zeitungen drüber berichtet.

pito
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Beitrag von pito »

Willkommen im Forum, Uli

Interessant und mysteriös dieser Film. Unter den einschlägigen Adressen im Netz ist nichts zu finden. War das ein richtiger Spielfilm, oder ein Fernsehfilm, oder gar ein FWU-Film???

pito
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Beitrag von pito »

Ich habe die Frage nach dem Film mal auf http://www.werweisswas.de verbreitet. (Gute Adresse übrigens). Bisher noch keine positive Antwort, jedoch das hier:
Hallo Jesse,

ich selbst habe leider keine Antwort parat.
Habe Deine Frage aber in unserem Volunteer-Forum der WM 2006 in Gelsenkirchen
veröffentlicht. Dort sind viele Schalker vertreten. Sobald ich Infos habe, gebe
ich Dir Bescheid.

Gruß
Heiko
Mal gucken ob da was kommt. :wink:

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Verwaltung
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Beitrag von Verwaltung »

TV-Emscher-Lippe berichtet über die Filmstadt Gelsenkirchen und "Das Wunder des Malachias".

KLICK

Achtet mal ganz am Schluß auf den Mann mit Hut, der über den roten Teppich geht. Das ist Dr. Lutz Heidemann.

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JürgenB
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Beitrag von JürgenB »

Stoße gerade in einer Dissertation über den Deutschen Film auf Hinweise zu Gelsenkirchen als Drehort mit den drei Fundstellen "Strommberg" (ist ja irgendwo an anderer Stelle hier schon erwähnt worden), "Das Recht auf dei Auguststraße" (Doku zur Besetzung) und auf "Vom Überstehen der Stürme".

Hierzu folgende Inhaltsangabe aus der Dissertation von Philip Sanke "Der bundesdeutsche Kinofilm der 80er Jahre
Unter besonderer Berücksichtigung seines thematischen, topographischen und
chronikalischen Realitätsverhältnisses" (1994)

Vom Überstehen der Stürme
Detlef Gumm / Hans-Georg
Ullrich 1981
In einem Wohnblock in Gelsenkirchen-
Horst haben die Nachbarn die ursprünglich
für Garagenplätze vorgesehenen
Flächen für Kaninchenställe genutzt.
Dadurch haben sie einen Treffpunkt
gewonnen, der eine Gemeinschaft
aus Menschen aller Generationen
geschaffen hat, ähnlich der früheren
Großfamilie. Man trifft sich, diskutiert
Alltagsprobleme, hilft sich gegenseitig
und richtet gemeinsam Feste aus
- ab und an wird dabei auch eines der
selbstgezogenen Kaninchen gegrillt.
Kritiken und Bemerkungen:
"Die beiden Autoren wollten 'Leute
vorstellen, die zeitlebens schwer arbeiten,
dabei von sozialer Unsicherheit
nicht frei sind und von allgegenwärtigem
Streß nicht verschont bleiben, die
trotzdem Lebenswürde und -witz entwickeln,
halt die Stürme in solidarischer
Hocke überstehen'. Und das ist
ihnen mit ihrem Film auch vollauf gelungen.
Sie protokollieren den Alltag
der friedlichen, eher zufällig entstandenen
Lebensgemeinschaft ohne Hektik,
so ruhig wie das Verhalten der [...] Beobachteten"
(Fischer 82 S.246)
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Hüller Junge
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Beitrag von Hüller Junge »

Anfang der achtziger strahlte der WDR erstmalig die sechsteilige Serie "Tour de Ruhr" von Elke Heidenreich aus. Vor ein paar Jahren wurde diese wiederholt... die ich natürlich aufzeichnete. Vielleicht kann sich ja der eine oder andere noch daran errinern... ein paar Szenen spielten natürlich auch in Gelsenkirchen.

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Detlef Aghte
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Beitrag von Detlef Aghte »

Hüller Junge hat geschrieben:Anfang der achtziger strahlte der WDR erstmalig die sechsteilige Serie "Tour de Ruhr" von Elke Heidenreich aus. Vor ein paar Jahren wurde diese wiederholt... die ich natürlich aufzeichnete. Vielleicht kann sich ja der eine oder andere noch daran errinern... ein paar Szenen spielten natürlich auch in Gelsenkirchen.

Jau, die Strampelten die Üchtingstrasse runter ,vom Kanal aus,und eine Szene spilte in der eckkneipe Hochkamp / Kurt Schuhmacher Str, Schnitten die Gelsenkirchener Mädel nicht so gut ab soweit ich mich erinnere
detlef
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W. Busch

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Detlef Aghte
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Beitrag von Detlef Aghte »

Bild
Noch ein in Gelsenkirchen gedrehter film

detlef
Wer durch des Argwohns Brille schaut,
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W. Busch

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JürgenB
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Beitrag von JürgenB »

Detlef Aghte hat geschrieben: Noch ein in Gelsenkirchen gedrehter film

detlef
Bist du sicher? War da nicht ganz viel im Studio gedreht? Ich hab den mal in den 80ern in GE gesehen. Das war so ein richtiges Kulturereignis, weil man den Film wieder ausgegraben hatte und das in einen filmwissenschaftlichen Kontext gestellt hat. War das noch mit Robert Schumacher im KoKi oder nicht sogar in der "Kaue", bevor die so richtig ihren Veranstaltungsbetrieb aufgemacht hat?
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