Damals am Bahnhof

Der alte Bahnhof, der neue Bahnhof und der neue neue Bahnhof.

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Tanriverdi
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Re: Damals am Bahnhof

Beitrag von Tanriverdi »

brucki hat geschrieben:
01.03.2021, 22:24
krass, wie sich die Hochstraße an das historische Gebäude herangearbeitet hat.

Zu der Hochstraße die sich dem Bahnhof allmählich näherte habe ich diese Zeitungsauschnitte.

Bild
WAZ 28.9.1978


"Drohend rückt der fertige Teil der Südtangente auf den alten Bahnhof zu."
Bild
WAZ 3.2.1979


Wegen dieser Straße musste der Bahnhof abgerissen werden.

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rapor
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Re: Damals am Bahnhof

Beitrag von rapor »

Wenn ich den alten Bahnhof sehe, habe ich gleich immer den typischen Urin, Eisenbahn und Tabakrauch-Geruch in der Nase.
Signaturen lesen ist Zeitverschwendung!

Tanriverdi
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Re: Damals am Bahnhof

Beitrag von Tanriverdi »

BildWAZ unbekanntes Datum

Auf diesem Bild sieht man deutlich daß der Bahnhof der Straße mitten im Weg stand.
Hätte man das Problem nicht auch anders lösen und die Straße herumführen können?
Ich denke schon, aber es bestand offensichtlich überhaupt kein Interesse den "alten Kasten" zu erhalten.
Der Bahnhof war heruntergekommen, in seiner gesamten Erscheinung, das muß man schon sagen. Und altmodisch war er auch.

Zudem nach dem Krieg nur notdürftig wiederhergestellt worden.
Trotz der beiden großen Fenster wirkte das Licht z.B. in der Bahnhofshalle etwas trübe. Ursprünglich hatte der Bahnhof aber auch an den Seiten große Fenster gehabt.
Überhaupt wirkte der Bahnhof etwas angeschlagen.

Aber man hätte den Bahnhof wieder herrichten und instand setzen können.
Heute weiß man, daß man zu der Zeit irgendwie die schönsten Häuser gebaut hat, zumindest wenn´s um Repräsentationsbauten ging wie Rathaus, Bahnhof, Post usw.

Bild

Bernhard Roth
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Re: Damals am Bahnhof

Beitrag von Bernhard Roth »

Ist der jetzige Bahnhof schöner? Zweckmäßiger schon. Eine Synthese war offenbar nicht möglich.

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Jochen
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Re: Damals am Bahnhof

Beitrag von Jochen »

Darüber nachzudenken tut weh, genau wie der Abriss des alten Rathaus.
Ach da sind so viele Dinge.

Jochen
Heute ist der erste Tag vom Rest meines Lebens

Bernhard Roth
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Re: Damals am Bahnhof

Beitrag von Bernhard Roth »

...und die alte Badeanstalt (und nebenan die Fahrradwache).

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brucki
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Re: Damals am Bahnhof

Beitrag von brucki »

Bernhard Roth hat geschrieben:
05.03.2021, 21:07
(und nebenan die Fahrradwache).
Was war das? :o

Bernhard Roth
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Re: Damals am Bahnhof

Beitrag von Bernhard Roth »

Als ich noch kurzbehoster Schüler war, konnte ich da auf dem Hof für zwei, drei Groschen mein Fahrrad unverschlossen abstellen.

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henri I
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Re: Damals am Bahnhof

Beitrag von henri I »

zeitfenster 1965-1971

sicherlich war der bahnhof nicht mehr zeitgemäß,aber die planer hätten die front erhalten sollen und dahinter
das moderne anbauen können----alt und neuzeit-----aber nein ein sehr ungeeignetes unpraktisches bauprojekt unfreundlich grausam hat man hingeknallt.
die planer haben in der tat was hingeknallt.

im alten bahnhof war das 24 std kino BALI-KINO oft wurde die freundin gefragt
"gehen wir in's kino oder sehen wir uns den film an"

gegenüber war das regina kino, für uns als kids eine träumerwelt die filme.

es grüßt das revier
henri I

Bernhard Roth
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Re: Damals am Bahnhof

Beitrag von Bernhard Roth »

All das bekommt aber eine Aura, wenn die Innenstadt erst von Autos befreit ist. Die nächste Befreiungswelle erfasst dann wohl die Friseure, Uhrmacher, Einzel-Fachgeschäfte für die freie Bahn der Pedaltreter und Fußläufigen und die so expansiven Konsumanlagen. Dann noch ein paar Fiaker, wär auch nicht schlecht.

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knut
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Re: Damals am Bahnhof

Beitrag von knut »

Tanriverdi hat geschrieben:
05.03.2021, 08:52
BildWAZ unbekanntes Datum

Auf diesem Bild sieht man deutlich daß der Bahnhof der Straße mitten im Weg stand.
Hätte man das Problem nicht auch anders lösen und die Straße herumführen können?
Ich denke schon, aber es bestand offensichtlich überhaupt kein Interesse den "alten Kasten" zu erhalten.

Bild
Nach der ursprünglichen Planung sollte auch die Alte Post weichen, dafür hat man die Planung tatsächlich geändert.

Man hätte auch vorher eine Planung machen können, die beide Gebäude erhält bzw. renoviert einbindet. Wäre m.E. schöner gewesen, als was da heute steht.
Jana aus Kassel fühlt sich jetzt wie Jesus Christus; sie war während des Lockdowns im Nagelstudio und muss deswegen ein Bußgeld zahlen.

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Konterbuckel
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Re: Damals am Bahnhof

Beitrag von Konterbuckel »

Ich wünsche mir so sehr, dass irgendwann ein Mensch mit Einfluss darauf kommt, zumindest die Fassaden nach alten Vorbildern wieder zu errichten und Schandflecken wie die Appelsinenkiste zu beseitigen. Frühere Architektur erzählt mir Geschichten mit Herz, heutige zeigt mir vornehmlich die Arroganz der Wirtschaftswelt. Gelsenkirchen wäre ein echter Hingucker für viele Menschen, wäre da mancher Bau der Vorväter bewahrt geblieben. Doch es war eben der damalige Zeigeist von Fortschritt und Erneuerung, der das alles verhindert hat. Möge er sich eines Besseren besinnen, da bleibe ich hoffnungsloser Romantiker.

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RotthauserJung
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Re: Damals am Bahnhof

Beitrag von RotthauserJung »

Fassaden nach altem Vorbild wieder aufzubauen.......das geht nur in Vorzeigestädten wie Berlin oder Dresden......
Früher war (fast) alles schöner

ExilErler
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Re: Damals am Bahnhof

Beitrag von ExilErler »

Konterbuckel hat geschrieben:
01.05.2021, 15:02
Ich wünsche mir so sehr, dass irgendwann ein Mensch mit Einfluss darauf kommt, zumindest die Fassaden nach alten Vorbildern wieder zu errichten und Schandflecken wie die Appelsinenkiste zu beseitigen. Frühere Architektur erzählt mir Geschichten mit Herz, heutige zeigt mir vornehmlich die Arroganz der Wirtschaftswelt. Gelsenkirchen wäre ein echter Hingucker für viele Menschen, wäre da mancher Bau der Vorväter bewahrt geblieben. Doch es war eben der damalige Zeigeist von Fortschritt und Erneuerung, der das alles verhindert hat. Möge er sich eines Besseren besinnen, da bleibe ich hoffnungsloser Romantiker.
Der Knackpunkt war die Stadtbahn, aus heutiger Sicht hätte man sie nicht bauen müssen, die Straßenbahn würde sich heute auf alten Wegen gut durch die Neustadt, Altstadt, Schalke und Bismarck ihren Weg bahnen!
Die Hochstraße könnte dann bequem den Bahnhofsbereich in einem Tunnel unterqueren. Die Straßenbahnhaltestelle fände ihren Platz in der Bahnhofsunterführung.
Der Bahnhof, das Vorplatz-Ensemble und auch die “Badeanstalt” (heute als eine Art “Therme”?) könnten mit renovierten Fassaden (mit vielleicht neu gebautem Innenleben) eine erstklassige Visitenkarte am Eingang des Stadtzentrums abgeben.
Die Stadtplaner und Architekten der 60er und 70er Jahre waren schon richtige Verbrecher. :motz:
Heimat ist kein Zustand, sondern ein Gefühl

matz
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Re: Damals am Bahnhof

Beitrag von matz »

ExilErler hat geschrieben:
07.05.2021, 11:17

Die Stadtplaner und Architekten der 60er und 70er Jahre waren schon richtige Verbrecher. :motz:
Eher Vollstrecker eines vorherrschenden Zeitgeists. In ganz Deutschland. In manchen Städten hat ein engagiertes Bürgertum Schlimmeres verhindert.

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