Walcker-Orgel im Hans-Sachs-Haus

Alte und neue Geschichten rund ums HSH. Die öffentliche und veröffentlichte Meinung zum Erhalt des HSH wird hier dokumentiert.

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Walcker-Orgel im Hans-Sachs-Haus

Beitrag von Verwaltung »

Bild
Der Spieltisch der Walcker-Orgel in den 50ern


Kurzes Video:


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Beitrag von Verwaltung »

Karl-Heinz Rotthoff über den Aufbau der Walcker-Orgel:

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Das (ehemals) über der Saaldecke befindliche Fernwerk

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Beitrag von Verwaltung »

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Quelle: http://www.gewalcker.de

Hier ein PDF mit der Disposition der Orgel:
http://www.gewalcker.de/gewalcker.de/PD ... i_2150.pdf

Der Gelsenkirchener
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Beitrag von Der Gelsenkirchener »

Hallo!
Weiß irgendwer,was mit der Orgel geschehen soll?
Im HSH wird sie ja wohl nie mehr aufgebaut-bis dahin hätte sie sich ja sowieso"Kaputtgestanden"!
Tüss bis die Tage

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Beitrag von Verwaltung »

Die Homepage der Orgel ist immer noch online: http://walcker-orgel.de

Unter dem Punkt: "Die neu restaurierte Orgel" erfährt man, dass die Restaurierung der Orgel im März diesen Jahres abgeschlossen wurde. Viele schöne Bilder gibts da. Die Einzelteile sind bereits verpackt und warten nur darauf abgeholt zu werden. Bloß wird die Stadt sie abholen???

Wohl kaum. Auf der neuen Hans-Sachs-Haus-"Website" wird noch einmal ausdrücklich gesagt, dass die Stadt die Orgel nicht aufstellen will:
Stadt Gelsenkirchen hat geschrieben:Warum wird die Walcker-Orgel nicht mehr in das HSH eingebaut?
Die Aufstellung und Spielbarkeit der historischen Walcker-Orgel lässt sich mit der Grundkonzeption, der Raumausbildung, der Raumgeometrie und der Raumakustik im geplanten Forum der bürgerschaftlichen Begegnung im Neuen Hans-Sachs-Haus leider nicht vereinbaren. Von der Verwaltung wird deshalb in Zusammenarbeit mit dem Kustos der Walcker-Orgel, Karl-Heinz Obernier, ein neuer Aufstellort gesucht, der den qualitativen Anforderungen des Instrumentes gerecht wird.

Warum wird der Saal nicht so gestaltet, dass die Walcker-Orgel eingebaut werden kann?
In Vorbereitung auf den Wettbewerb zum "Neuen Hans-Sachs-Haus" wurde das gesamtstädtische Angebot der verschiedenen Veranstaltungsorte und die entsprechende Nachfrage in Gelsenkirchen und den Nachbarstädten betrachtet. Ergebnis war, dass sich ein konzertanter Saal in der, für die optimale Bespielung der Walcker-Orgel erforderlichen Größe und Beschaffenheit, am Standort des Hans-Sachs-Haus nicht wirtschaftlich betreiben lässt. Zudem muss ein Veranstaltungsbereich in der Qualität eines Konzertsaals im Neuen Hans-Sachs-Haus im städtischen Gesamtzusammenhang gesehen werden. Vor dem Hintergrund der Überlegungen, das Musiktheater im Revier (MiR) thematisch zu öffnen, um neue Zielgruppen anzusprechen und das MiR besser auszulasten, ist eine Konkurrenzsituation durch einen konzertanten Saal im Hans-Sachs-Haus nicht vertretbar.

Es wurde deshalb nach einer alternativen Möglichkeit gesucht, im Neuen Hans-Sachs-Haus einen kostengünstigeren, weniger spezifisch ausgestatteten multifunktionalen Raum (ohne Fernwerk, Schallkanal, klimatechnischer und akustischer Ausstattung etc.) zu schaffen, der sowohl als Veranstaltungsbereich, als auch als Ort der Bürgerschaftlichen Begegnung dienen kann. Leider ist dieser multifunktionale Raum aus den bekannten Gründen (klimatische, akustische Randbedingungen, Erfordernis der Bespielung zwei- bis dreimal wöchentlich, etc.) nicht für die Spielbarkeit der Orgel geeignet.
Quelle: http://stadt.gelsenkirchen.de/Virtuelle ... efault.asp

Für die Stadt ist die Orgelfrage bereits seit langem geklärt: Sie kommt nicht mehr. Was mit ihr geschieht, weiß im Augenblick noch niemand.

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Fuchs
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Beitrag von Fuchs »

:roll:

Wie geht denn sowas?

Obdachlose Orgel mit eigener "Zuhauseseite" ...

tss,tss,tss...


:wink:

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Beitrag von Verwaltung »

WAZ hat geschrieben:Schatz ohne Zukunft

Blick in das Innenleben der großregistrigen Walcker-Orgel, die seit dem Teilabriss des Hans-Sachs-Hauses eingemottet wurde...

. . . zumindest auf Gelsenkirchener Ebene: Die denkmalgeschützte Walcker-Orgel soll nach Dortmund verkauft werden, aus räumlichen und finanziellen Gründen

LESER-FRAGE WARUM GIBT ES KEINEN GEEIGNETEN ORT FÜR DIE WALCKER-ORGEL? Vor sechs Jahren wurde sie abgebaut: die denkmalgeschützte Walcker-Orgel im maroden Hans-Sachs-Haus. Sie wurde restauriert von Spezialisten für die Saalorgel, anschließend, bis zum zunächst versprochenen und erhofften Wiedereinbau in den HSH-Neubau, eingemottet. In Kleinblittersdorf fristet sie ein trauriges Dasein. Das weltliche Instrument, ein Schatz für Gelsenkirchens Kultur- und Stadtgeschichte, wird wohl nie mehr hier erklingen. Denn ein Saalprojekt der Größenordnung, in das Walcker-Werk von 1927 hineinpassen würde, wird es in dieser Stadt nicht mehr geben.

Die Walcker-Orgel, im Rückblick oft ein ungeliebtes Kultur-"Kind": Das lag nicht zuletzt an der spezifischen Situation von Ort und Objekt. Denn diese Orgel wird nicht wie bei Kirchenorgeln von einem spektakulären, anspruchsvollen, architektonisch reizvollen Prospekt abgerundet. Die Pfeifen und Register sind versteckt hinter Glas beziehungsweise einer Mauer hinter der Bühne. Nur der Orgeltisch war bei Konzerten sichtbar: Er wurde auf die Bühne aus einem Seitenraum gerückt.

GMD Ljubomir Romansky war der erste Verantwortliche, der in den 50-er Jahren den historischen Wert der Orgel feststellte und um den Erhalt und den Einsatz kämpfte. Sein Nachfolger Uwe Mund griff die Initiative auf und verlegte Konzerte in den HSH-Saal - wegen der Orgel. Er plädierte sogar für den Umzug der sinfonischen Programme aus dem Großen Haus des Musiktheaters in das Hans-Sachs-Haus.

Mit Karl-Heinz Obernier, der als Gründer und Leiter der Städtischen Musikschule nach Gelsenkirchen kam, wurde der erste Orgelkustos von der Kommune um 1980 bestimmt. Ein Teil seines Zukunftskonzepts für die Orgel: Konzertreihen und schließlich die Einrichtung eines hochkarätigen Orgelwettbewerbs auf internationaler Ebene.

Das Problem dieser Impulse: Es fehlte eine schlüssige Marketing-Strategie, die Konzerte und selbst die Finalrunden des Wettbewerbs fanden vor leeren Stuhlreihen im Hans-Sachs-Saal statt. Man hatte vergessen, "Orgelpools" des Reviers (Bochum, Bottrop, Dortmund beispielsweise) anzusprechen und einzugliedern, oder die Folkwang-Hochschule (mit Orgelmusik-Seminaren) zu integrieren. Bei den Juroren und den Jung-Talenten aus Japan, den USA, aus Polen, Tschechien oder Italien u.a. heimste die Walcker-Orgel höchstes Lob ein, beim Konzertpublikum blieb die Resonanz eher schwach.

Dann folgte die Diskussion um Abriss und Sanierung/Neubau für den wichtigsten City-Standort: Damit geriet das "gute Stück" aus dem Blickfeld. Keine Konzerte, kein Wettbewerb, kein politisches Kulturbewusstsein für den Erhalt der HSH-Orgel entwickelte sich. HJL

24.09.2007
WAZ hat geschrieben:Weltliches Instrument kennt keinen Prospekt

Saalorgel lässt sich hier kaum eingliedern


Das Problem der HSH-Orgel, sie anderswo "unterzubringen", kennt eine finanzielle und eine räumliche Dimension. Man kann, so Obernier oft in seinen Verteidigungsreden pro Walcker, dieses Instrument nicht verpflanzen - in eine Sakralarchitektur, irgendwo auf der Empore einer Kirche. Man könne zwar Literatur aus Klassik, Romantik und Moderne zum Vortrag bringen - doch der Klang entfalte sich erst in seinem Saal einer bestimmten Größenordnung (ab 800 Plätze aufwärts). Dann würde man schnell die Qualitäten der modellhaften Orgel hören.

Einfach nur um/einbauen für/in St. Georg, Heilig-Kreuz, St. Mariä Himmelfahrt oder in eine andere von Schließung bedrohten Kirche, sei technisch zwar machbar, aber - so OB Baranowski - finanziell in dieser Stadt nicht zu vertreten. Das akustische Ergebnis sei, das führen die Kritiker an, höchst problematisch.

Dazu die Kosten: Ein Um-/Einbau würde voraussichtlich teurer als eine neue Orgel für einen neuen Saal (falls es ihn geben sollte). Eine Mio Euro wäre, so die allgemeine Rechnung, die unterste Grenze.

Einbau in die Emscher-Lippe-Halle? Undenkbar, hielt Helmut Hasenkox schon vor Monaten dagegen. Aber die ELH scheint auch längst aus dem Rennen um einen künftigen Konzertort zu sein.

Die Orgel verkleinern? Technisch zu aufwändig. Ein neuer (kleiner!) Saal im HSH mit einer neuen, angepassten Walcker-Orgel? Kaum möglich oder nur unter schwierigsten Kompromissen zu realisieren.

Deshalb verhandelt die Stadt mit Nachbarstädten über eine Übernahme. Einer der konkreten Partner: die Reinoldi-Kirche in Dortmund. Dezernent Manfred Beck: "Wir sehen absehbar keine Möglichkeit, in Gelsenkirchen einen geeigneten, finanzierbaren Standort für die Walcker-Orgel einzurichten. Das ist bitter schade." HJL

24.09.2007

tiborplanet_de
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Beitrag von tiborplanet_de »

Woher das plötzliche Interesse der WAZ an diesem Thema?

Der Feldmarker
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Beitrag von Der Feldmarker »

Hallo,

bitte nicht die Walcker-Orgel in die vebotene Stadt schaffen. Bitte nicht.

Die fühlt sich dort nicht wohl und wird krank. : schalke :

Glückauf

Der Feldmarker

Der Gelsenkirchener
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Beitrag von Der Gelsenkirchener »

Wie siehts denn aus mit einer Initiative zum Erhalt der Orgel in GE-wer hat Platz???
Tüss bis die Tage

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Buerelter
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Beitrag von Buerelter »

Vielleicht in die Arena einbauen??? Bevor sie in die Stadt bei Lüdenscheid geht (wahrscheinlichauch noch verschenkt wird)

Nee, im Ernst:

Wir bräuchten in GE viele Initiativen. Eine für die Walcker-Orgel, eine zum Erhalt der Käseglocke in Buer, eine gegen den Verfall der Blumendelle, eine gegen unsinne Baumfällungen, für kostenloses Essen an den Schulen....

Verantwortlich fühlt sich so richtig keiner. Und von der Stadtspitze kommt nur: Wir haben kein Geld.

Also läßt man alles schleifen.

Private Intitiativen sind hier gefragt, und Sponsoren. Vielleicht gelingt es damit, etwas zu erhalten.
Positives Beispiel: Der Erhalt der Zeche Hugo! Ein rein Bürgerschaftliches Engagement!

Grüße aus Buer!

Der Gelsenkirchener
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Beitrag von Der Gelsenkirchener »

Arena?-Arena!! Wieso im Ernst?? Ist doch ne gute Idee! Da sind Sponsoren!-Wer ist eigentlich Ernst?
Tüss bis die Tage

pito
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Beitrag von pito »

Ein Argument, dass häufig gegen das Aufstellen der Orgel angebracht wird, ist, dass sie keinen Prospekt hat. Sie ist eine reine Musikmaschine ohne Hülle. Da frage ich mich, warum sollte man sie nicht einfach so aufstellen wie sie ist? Ohne Hülle mit direktem Blick auf alle Pfeifen. Könnte interessant sein.

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Fuchs
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Beitrag von Fuchs »

Absurdistan, ich hör dir walckern!

Wie war das noch? Es gibt keinen (akkustisch) geeigneten Ort für die Orgel.
Das HSH war der Klangkörper, usw...

Also gucke ich mir doch lieber hier eine stumme Orgel an, anstatt nach irgendwo zu reisen, um zu bestaunen ( oder um zu bedauern) was "wir" hier einst mal alles so hatten...

Abgeben? "Wem" gehört die Orgel, "wer" gibt sie ab?

Obwohl: Im Landtag werden noch Orgeln gebraucht - damit denen dort die Flötentöne beigebracht werden...
Warum?
Bisher eher Pfeifen.

Josel
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Beitrag von Josel »

Buerelter hat geschrieben:Grüße aus Buer!
Gruß zurück aus Gelsenkirchen!

J.
Vertrödeln Sie keine Zeit mit dem Lesen von Signaturen!

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