Frühestens 2011 steht das neue Rathaus

Alte und neue Geschichten rund ums HSH. Die öffentliche und veröffentlichte Meinung zum Erhalt des HSH wird hier dokumentiert.

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Frühestens 2011 steht das neue Rathaus

Beitrag von Verwaltung »

Frühestens 2011 steht das neue Rathaus
HSH: Stadt setzt den Rahmen für die Planung Der Rahmen für das "neue Hans-Sachs-Haus" steht: In einer Vorlage für die Ratssitzung am 29. März hat die Verwaltung Vorschläge für die Planung und Realisierung eines Neubaus gemacht.

Der Erhalt der Fassade und des Turms bleibt Grundlage. Der hinter der Fassade geplante u-förmige Bau soll eine Bruttogeschossfläche von rund 15 000 m2 haben. Bis zur Ratssitzung werde noch geprüft, so die Verwaltung, ob im Innenbereich ein Veranstaltungsbereich integriert und auf der Fläche des jetzigen Bauteils V (Dreikronenhof) eine Gebäudeerweiterung vorgenommen werden kann.

Über die Höhe der Kosten will die Verwaltung sich erst in der Ratssitzung auslassen. Für den Fassadenerhalt und einen Veranstaltungsbereich sollen Fördermittel beantragt werden. Durch die "Abmietung" von bisherigen Verwaltungs-standorten könne jährlich 1 Mio E eingespart werden. Mit der Summe könnten Zinsen für einen Kommunalkredit in Höhe von bis zu 25 Mio E finanziert werden. Bei einem "optimalen Ablauf" werde eine Fertigstellung in 2011 angestrebt, so die Stadt.

Für den "begrenzten Architektenwettbewerb" sollen sieben Büros (vor-)ausgewählt und acht weitere Büros in einem EU-weiten Verfahren ermittelt werden. Die Stadt schlägt die Bildung eines Projektteams mit Fachleuten der Verwaltung und einem externen Projektsteuerer vor. Eine "intensive und kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit" soll u.a. durch ein "projektbegleitetendes Fachgremium", einen Internetauftritt, eine "Bauzeitung" und Infoveranstaltungen gewährleistet werden.
WAZ loc 15.03.2007

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Zwischen 50 und 80 Mio Euro

Beitrag von Verwaltung »

Zwischen 50 und 80 Mio Euro

Stadt favorisiert drei Varianten für den Neubau des Rathauses. Veranstaltungsbereich für bis zu 1000 Besucher nur bei Landesförderung möglich. Zusätzlicher Bürotrakt denkbar

"NEUES" HANS-SACHS-HAUS STADT LEGT ZAHLEN AUF DEN TISCH

Der Kostenrahmen fürs "neue" Hans-Sachs-Haus steht: Zwischen 50 und 80 Mio Euro wird der Neubau mit Erhalt der historischen Fassade kosten. Das verkündete die Verwaltung gestern in der Sondersitzung des HSH-Ausschusses. Welche Vorgaben die Stadt letztendlich für den beschlossenen Architektenwettbewerb machen kann, hängt auch davon ab, wie tief das Land in die Tasche greift.

Drei Varianten schweben der Verwaltung für den hinter der alten Fassade geplanten U-förmigen Neubau vor: ein Projekt für 50 Mio Euro, zwei weitere für jeweils rund 80 Mio Euro. Die beiden teuren Varianten sehen vor, in dem U-förmigen Bau einen (zum Teil glasüberdachten) Bereich für Bürgerbegegnungen und Kulturveranstaltungen für bis zu 1000 Besucher zu schaffen. Dabei soll es sich ausdrücklich nicht um einen Saal handeln, sprich: Konzerte sollen hier nicht stattfinden. Ob und inwieweit das Land dieses rund 15 Mio E teure Vorhaben finanziell fördert, wird Minister Oliver Wittke der Öffentlichkeit heute Morgen in einer Pressekonferenz mitteilen (unten). Ohne Unterstützung vom Land kann die Stadt dieses Projekt nicht schultern.

Beide 80-Mio-E-Varianten beinhalten noch eine zweite Ergänzung: die Errichtung eines zusätzlichen Bürogebäudes auf der Fläche des abgängigen 50er-Jahre-Baus am Dreikronenhof (ehemaliger Ratstrakt). Die Realisierung hängt von der Wirtschaftlichkeit ab. Heißt: In das Gebäude müssten weitere städtische Abteilungen ziehen, die zurzeit in angemieteten Räumen untergebracht sind. Denkbar ist aus Sicht der Stadt auch eine (Teil-)Vermietung des zusätzlichen Gebäudes bzw. die Beteiligung eines privaten Investors.

Das 50-Mio-Euro-Modell sieht "nur" den Bau des U-förmigen Rathauses vor. Geplante Bruttogeschossfläche (in allen drei Varianten): 15 600 m2.

Wie berichtet, wird die konkrete Planung über einen mehrstufigen Architektenwettbewerb erfolgen. Heute soll der Rat Rahmenvorgaben der Stadt beschließen. Bis zum Sommer soll der Wettbewerb ausgelobt werden, im Frühjahr 2008 soll der Abriss des 50er-Jahre-Baus beginnen. Bei optimalem Verlauf könnte das neue Rathaus 2011 stehen.

Fördermittel erhofft sich die Stadt auch durch eine Aufnahme des "neuen" Hans-Sachs-Hauses ins Programm der "Kulturhauptstadt 2010". Erste Gespräche sind bereits mit Prof. Petzinka, Direktor für den Kulturhauptstadt-Bereich "Stadt der Möglichkeiten", geführt worden. Im Mai steht ein weiterer Termin an.

Mehr zur Rathaus-Planung in der morgigen Ausgabe

WAZ 28.03.2007 Von Lars-Oliver Christoph

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Oliver Wittke öffnet die Wundertüte

Beitrag von Verwaltung »

Oliver Wittke öffnet die Wundertüte

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Kommt Oliver Wittke heute mit dem "Geldkoffer"? Der Minister gibt heute eine Pressekonferenz in Sachen Hans-Sachs-Haus.
Montage: WAZ, Thomas Schild


Der Bauminister und sein brisanter HSH-Termin

Der Termin hat es in sich: Als Landesbauminister wird Oliver Wittke heute um 9.30 Uhr im Feldmarker stadt.bau.raum verkünden, ob und inwieweit sich die Landesregierung finanziell am "neuen" Hans-Sachs-Haus beteiligen wird. Jener Wittke, der in seiner Amtszeit als OB mit seinem Kämmerer (und Freund) Rainer Kampmann nach Einschätzung vieler Zeitgenossen mindestens mitverantwortlich für das HSH-Desaster ist. Umso mehr wurde von Kritikern (es handelt sich nicht nur um politische Gegner) Wittkes Aufstieg ausgerechnet zum Bauminister als Treppenwitz der Geschichte empfunden.

Nicht nur für die Öffentlichkeit, sondern auch für die Verwaltung öffnet Wittke heute eine Wundertüte. Nach WAZ-Informationen ließ der Ex-OB die Stadt bis gestern im Unklaren darüber, ob es eine Förderung für einen Veranstaltungsbereich im "neuen" HSH geben wird und wie hoch diese ausfallen könnte. Dass Wittke die Chuzpe besitzen sollte, sich ausgerechnet in dieser Angelegenheit mit leeren Händen in Gelsenkirchen zu präsentieren, glaubt in Politik und Verwaltung aber niemand.

Und eine Zusage aus dem Hause Wittke hat die Stadt ja praktisch schon in der Tasche. Das Bauministerium hat bereits das Signal ausgesendet, sich an den Kosten für den Erhalt der denkmalgeschützten Fassade zu beteiligen.

WAZ loc 28.03.2007

Heinz
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3 x 80 = Millionen

Beitrag von Heinz »

3 x 80 = Millionen

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Ein U-förmiger, fünfgeschossiger Verwaltungsbau mit Ratssaal und Bürgercenter (blauer Teil) soll hinter der alten Hans-Sachs-Haus-Fassade entstehen. Im "U" bzw. im Innenhof will die Stadt eine Veranstaltungsstätte schaffen. Geplant ist auch der Bau eines separaten Bürotrakts (weiß) - möglicherweise mit einer dreigeschossigen Tiefgarage. Montage: WAZ, Möller

Hans-Sachs-Haus: Bauminister Wittke verspricht 80-prozentige Landesförderung für Veranstaltungsstätte, Fassadenerhalt und Architektenwettbewerb. Rat bringt einstimmig Verfahren für Bau des Rathauses auf den Weg

Der Minister war da. Und er kam gestern mit einer frohen Botschaft in den Feldmarker stadt.bau.raum: Gelsenkirchen bekommt wieder eine zentrale Veranstaltungsstätte im Herzen der City. Das Land finanziert 80 Prozent der rund 15 Mio Euro teuren Veranstaltungsstätte, die die Stadt im Innenhof des "neuen Hans-Sachs-Hauses" plant. Das kündigte Bauminister Oliver Wittke an.

Bis zu 1200 Besucher sollen in diesem Veranstaltungsort Platz finden (wir berichteten). Comedy, Kleinkunst, Abschlussbälle, Ausstellungen, Karnevalssitzungen, Tagungen und vieles mehr könne künftg in der "guten Stube" stattfinden. "Auch ein Herbert Knebel könnte dort auftreten", sagte OB Frank Baranowski in der gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem Vorgänger Wittke. Nur "laute" Konzerte seien wegen der Anwohner nicht möglich. Ob auch die Walcker-Orgel dort eine Heimat finden kann, dazu hielt sich die Stadt bedeckt. Kämmerer Klieve hatte im Hans-Sachs-Haus-Ausschuss auf die Frage nach einem möglichen Verkauf erklärt: "Wir prüfen in alle Richtung." Auch der OB hielt sich gestern bedeckt.

Transparenz strebt die Stadt dagegen für den neuen Veranstaltungsort an - in Gestalt eines Glasdaches. Die Detailplanung für diesen Bereich, für das U-förmige Rathaus sowie den geplanten ergänzenden Bürotrakt im Bereich Dreikronenhof soll im Zuge des mehrstufigen Architektenwettbewerbs erfolgen, der noch im Frühjahr starten soll.

Der Rat stellte sich gestern einstimmig hinter den von der Stadt erarbeiteten Vorgaben für diesen Wettbewerb und das weitere Verfahren. Wie berichtet, könnte das "neue Hans-Sachs-Haus" mit der Veranstaltungsstätte nach Einschätzung der Stadt bei "optimalem Planungsverlauf" Mitte 2011 eröffnet werden.

Auch für den von der Stadt mit rund 500 000 Euro veranschlagten Architektenwettbewerb gab Wittke gestern eine 80-prozentige Förderzusage. Und: Für den Erhalt der denkmalgeschützten Fassade - Kostenpunkt: insgesamt 4,5 Mio Euro - sagte das Land ebenfalls eine Übernahme von 80 Prozent zu.

Der geplante Veranstaltungsbereich sei ein wichtiger Impuls für die Revitalisierung der Innenstadt, begründete Wittke die Förderzusage seines Ministeriums. Gelsenkirchen sei in der glücklichen Lage gewesen, mit dem Hans-Sachs-Haus-Saal einen Veranstaltungsraum mitten in der Stadt zu haben. "Ein solches Pfund darf man nicht aus der Hand geben", so Wittke. Die Förderzusage sei vergleichbar mit der Landesunterstützung von Projekten wie der Jahrhunderthalle in Bochum oder dem Saalbau in Essen, betonte der Minister.

Der OB begrüßte die Zusage des Landes, die "einen kreativen und konstruktiven Umgang" mit dem Hans-Sachs-Haus ermögliche. Das neue Rathaus werde ein "Impulsgeber" für Gelsenkirchen. Einig sei er sich mit dem Minister darin, dass wie einst beim Umbau von Schloß Horst eine "hochwertige architektonische Lösung" gefunden werden müsse.

Was macht Münster?

Finanzierung durch Landesförderung noch nicht gesichert

Mit Fördermitteln im zweistelligen Millionenbereich rechnet Bauminister Wittke fürs "neue Hans Sachs Haus". Damit ist die Stadt bei der Finanzierung des "neuen" Hans Sachs Hauses zwar ein gutes Stück weiter, aber nicht aus dem Schneider. Die Bezirksregierung kann der Haushaltssicherungsgemeinde Gelsenkirchen noch einige Steine in den Weg legen. Ein Knackpunkt dürfte die Frage sein, ob das Großprojekt künftig zu Lasten anderer notwendiger Investitionen geht oder unabhängig davon finanziert werden kann.
Bauminister Wittke sagte der Stadt bereits unterstützung zu und kündigte an, ein Gespräch mit dem zuständigen Innenminister Wolf (FDP) führen zu wolle.
Fraglich ist auch, ob der ursprüngliche Kostenrahmen der Bezirksregierung für die HSH-Sanierung von 85 Mio Euro noch gültig ist und ob die bisherigen Sanierungskosten von 22 Mio Euro eins zu eins darauf anzurechnen sind.
Selbst mit Rückendeckung aus Münster ist das mit 80 Mio Euro veranschlagte Projekt (Rathaus, Veranstaltungsstätte, zusätzlicher Bürotrakt) für die Stadt schwer zu schultern.
Allein der Betrieb der Veranstaltungsstätte würde mit bis zu 400 000 Euro Mehrkosten jährlich zu Buche schlagen

WAZ 29.03.2007 Von Lars-Oliver Christoph

Heinz
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Beitrag von Heinz »

Was mir spontan durch den Kopf ging:

Damit ist das Amtshaftungsverfahren gegen O. Wittke wohl vom Tisch, unabhängig davon, ob so ein Verfahren überhaupt sinnvoll wäre, finde ich das sehr glatt und bedenklich.

Wittke weiß seit Jahren, dass Münster da ein Wort mit spricht. Warum kommt er also nach GE, ohne vorher mit Wolf und anderen gesprochen bzw. alles geklärt zu haben?

Warum werden hier große Zusagen gemacht, wenn die Zusage am Ende dann doch keiner ist, weil die bisher von ihm zu verantwortenden Kosten (22 Mio) von der Summe wieder abgezogen wird?

Und wurde er bei der Verkündigungsveranstaltung darauf angesprochen? Wenn ja, von wem?

Nö, da ist noch eine ganze Menge faul.... :roll:

pito
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Beitrag von pito »

Heinz hat geschrieben:Damit ist das Amtshaftungsverfahren gegen O. Wittke wohl vom Tisch ...
Wer sagt das? Weiß gar nicht, was aus diesem Verfahren geworden ist, ob das immer noch irgendwie läuft. Vermutlich mit ähnlichem Tempo wie der HSH-Aufklärungsausschuss der Stadt. :wink:

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diro
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Beitrag von diro »

"grundsteinlegungsveranstaltung"...das wort gefällt mir, alles andere nicht so sehr. in der aktuellen ausgabe des stadtspiegels von heute wird von "renovierung des hsh" gesprochen: ist das als ironie, oder gar als sarkasmus zu verstehen???....ich jedenfalls habe soooooooooooon hals beim lesen bekommen.
piratenauge hat geschrieben:Grundsteinlegungsveranstaltung[center]BildBildBildBild[/center]
Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung!

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Chronistin66
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Beitrag von Chronistin66 »

@diro

Ich gebe Dir Recht! Von Renovierung kann wahrlich nicht die Rede sein, wenn die Außenhülle stehen bleibt und Innen ein kompletter Neubau entsteht. :roll:

Ich fand auch schon die Headline des Stadtspiegels ein wenig sonderbar! :wink:

Den fliegenden Grundstein, der über die Fassade mittels eines Kranes gehievt wurde, fand ich klasse.

Welche Stadt hat fliegende Grundsteine? :lol:

Doro

Debray
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Beitrag von Debray »

Chronistin66 hat geschrieben:...
Welche Stadt hat fliegende Grundsteine? :lol:
Na da sind mir die "Rollenden Steine" aber lieber ...

Debray :wink:

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rapor
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Beitrag von rapor »

Reklameblätter wie der Stadtspiegel gehen bei mir direkt in den blauen Sammelbehälter! Das ist für mich aktive Umweltzerstörung!
Das HSH, bzw. was da seit Jahren geschieht, auch.
Wofür doch alles Geld da ist!
Signaturen lesen ist Zeitverschwendung!

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