Die wilden 60er - Beat Bands aus GE

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Heinz O.
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Die wilden 60er - Beat Bands aus GE

Beitrag von Heinz O. »

möchte hier mal einige Beat Bands aus GE vorstellen, die in den 60er wohl richtig angesagt waren.

Alle Texte und Fotos aus:Wilfried Batke -German Blue Flames- Beat im Ruhrgebiet
The Keeps
Bernd Novak*: „Schon mit 12 Jahren habe ich davon geträumt, ein großer Star zu werden - so wie Buddy Holly. Beim Pastor in Schalke in der Wasch­küche traf ich 3 Jungs, die auf ihren Instrumenten herumhämmerten -daraus wurden „The Keeps", meine Band. Das war 1963."
Großzügige Unterstützung fanden „The Keeps" beim Pastor Hugo in Bismarck. Er stellte ihnen einen Übungsraum im Josefshaus in Bis­marck zur Verfügung. Er finanzierte ihnen sogar ihre Verstärker, die ihnen noch zu ihren Framus E-Gitarren zu 120,- fehlten. Ihre ersten Auftritte hatten sie dann auch im Josefs-Haus. Dort mehrten sich von Veran­staltung zu Veranstaltung die Fans der „Keeps".
Ihr Ehrgeiz wurde belohnt, als ein Vertrag mit dem „Royal" in GE-Schal­ke abgeschlossen wurde. Die in sie gesetzten Erwartungen waren nicht besonders hoch, sie sollten lediglich „Pausenfüller" sein. Doch schon ihr erstes Stück „ Poor boy" eroberte das Publikum. Die „Keeps" hatten sich bald eine feste Anhängerschaft im "Royal" gesichert. Oft war es ausver­kauft, wenn sie spielten, - immerhin 850 verkaufte Eintrittskarten. Ihre Ga­ge betrug 400,- pro Abend ‑
Es folgten Auftritte in der Watten­scheider Stadthalle und in verschie­denen Jugendheimen und Tanzloka­len des Ruhrgebiets.
Zunächst konnten die „Keeps" im „Tempel" nicht Fuß fassen - bis Neu­jahr 1966. Im Rahmen eines Festivals spielten „The Keeps" im „Tempel" auf. Sie eroberten den „Tempel" und ihre Beliebtheit stieg von Wochen­end zu Wochenend.

„The Keeps" waren
Bernd „Buddy" Novak*,
Bandleader, Baß, Sologesang Horst Münch,
Schlagzeug
Rainer „Fliege" Gebhardt,
Solo-Gitarre Norbert Kaczerowski,
Rhythmus-Gitarre, Gesang.
In dieser Formation spielten sie bis zum Weggang von Bernd Novak zur Bundeswehr.


Von der Bundeswehr zurück, grün­dete Bernd Novak* 1968 eine neue Gruppe: „465 Section Roll Band". Der alte Bahnhof in GE-Rotthausen wurde als Proberaum angemietet. Auftritte in bekannten Tanzlokalen, wie „Corso" in Gelsenkirchen oder „Star-Club" in Bochum und in vielen Jugendheimen folgten.
Es wurden Demo-Bänder erarbeitet, die - leider vergeblich - den Platten­firmen angeboten wurden. Bis 1972 spielte „465 Section Roll Band" zu­sammen.
1972 läßt Bernd Novak*zwei seiner Titel unter dem Pseudonym „C.C. Anthro" privat als Single pressen:
A Ave's Children B Waiting for Melanie

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Edit:
Verwaltung hat geschrieben:Wir wollen nicht unerwähnt lassen, dass Bernd Novak 10 Jahre lang für die vom Verfassungsschutz bis 2006 als rechtsextremistisch eingestuften Republikaner im Rat der Stadt Gelsenkirchen saß und deshalb auch heute immer noch zu den Jahresempfängen der Stadt eingeladen wird
Zuletzt geändert von Heinz O. am 02.02.2008, 12:49, insgesamt 1-mal geändert.
Micha

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Heinz O.
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Beitrag von Heinz O. »

The White Magics/
The Cliffters

1963 konnte man vom Tempel" schon als „Bandfabrik" sprechen. Zahlreiche Gruppen probten „den Aufstand". Zu den ersten Gruppen, neben den „Blue Fames", gehörten die „Ravells" (mit Jörg Nagel als Bandleader) und die „White Magics" (Bandleader Willi Stallherm).
Aus den „Black Magics", einer For­mation die zuerst bestand, wurden bald die „White Magics". Es war üblich, Gruppenmitglieder des öfte­ren ein- und auszubauen, wie es eben für die Gruppen nützlich war.
Die Vorbilder der „White Magics" wa­ren die Indonesier: The Javalins, The Malins, aber vor allem die Tielman Brothers. Andy Tielmann war das Gitarrenidol schlechthin. Die elektro­nische Ausrüstung hatte man von den „Spotnicks" abgeschaut, als sie bei „Bresser" in Castrop-Rauxel gastierten.
Ende 1963 hatten die „White Magics" schon die ersten Auswärtserfolge. Sie spielten in Herten (Bahnhofs­gaststätte) und in Wanne-Eickel (Mazina), und waren dort sehr erfolg­reich. Damit bereiteten sie den den Boden für andere Gruppen vor.
1964 wurde eine Plattenaufnahme im Gelsenkirchener Ton- und Filmstu­dio Beukenberg gemacht. An einem Abend, in 3-4 Stunden, wurden die beiden Titel für die Single eingespielt. Das wurde alles ohne Play-back ge­macht. Man sang und spielte die
Stücke einfach so oft, bis man mit dem Ergebnis zufrieden war. Die 1000 Platten, die gepreßt wurden, kosteten den „White Magics" 500,-, DM, zuzüglich der Aufnahmekosten. Mitrechnen durfte man allerdings nicht die weißen Fender-Jazzmaster­Gitarren, (damals ca. 1600 DM), die man kurz zuvor bei Rating (auf Raten) gekauft hatte.
1964 und 1965 waren die „White Magics" beim Beat-Festival in Reck­linghausen dabei, kamen jedoch nicht auf die vorderen Plätze.
Vielleicht lag es daran, daß sie ihr Star-Stück: „Temptation" (Everly Brothers) nicht singen konnten, da man am Abend zuvor zu ausgiebig Fred Kalinkes Geburtstag gefeiert hatte.
Nachdem Willi Stallherm mit der Musik Schluß gemacht hatte, war wieder eine Umbenennung fällig. Der neue Name: „Cliffters" (in Anlehnung
an Cliff Richard). Man spielte an allen lokal bekannten Plätzen. Als es so­wohl bei den „Cliffters" wie auch bei den „Ravells" bröckelte, liefen Klaus Sonnefeld und Fred Kalinke zu den „Ravells" über; später spielten sie dann bei den neu formierten „Blue Flames" mit.
Die „White Magics" waren: Willi Stallherm
Klaus Sonnefeld
Heiner Kalinke
Heinz Renner
Die „Cliffters" waren: Fred Kalinke
Klaus Sonnefeld
Heiner Kalinke
Heinz Renner
Single:
Long Trail / Make love to me Format 0004 1964

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The United Six
Als die „Kingbees" aus Gelsenkir­chen und die „Chains" aus Essen auseinandergingen, vereinigten sich die restlichen Mitglieder jeder Band im November'66 zu einer neuen For­mation. Und da aus jeder Band noch 3 Mann übriggeblieben waren, was lag da näher, als sich „United Six" zu nennen?
Von den ehemaligen „Kingbees" wa­ren dabei:
Ulrich Altpeter „Blauer", Orgel Wolfgang Ulma „Wyman", Baß Hans Georg Großkopf „Schorrie",
Schlagzeug
Die Reste der „Chains":
Klaus Buschmann „Humpel", Solo Peter Zimmers „Zumpel", Rhythmus Gerd Timmer, Rhythmus
„The United Six" belegten im Dezem­ber '66 beim Beatfestival in Lüden­scheid unter 26 Bands den 1. Platz und gewannen auch in Düsseldorf das Beatfestival, an dem 16 Bands teilnahmen.
Am 2. Weihnachtstag 1966 wurde im Hans-Sacks-Haus die beliebteste Beatband Gelsenkirchens durch Pu­blikumsbewertung ermittelt. Über 50% der Zuhörer gaben den „United Six" ihre Stimme.
Ihren größten Erfolg hatten sie beim Beatfestival 1967 in Recklinghausen. Unter vielen hervorragenden Bands aus dem In- und Ausland belegten sie hinter den „Raugers" und „Dako­tas" den 3. Platz.
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Micha

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Heinz O.
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Beitrag von Heinz O. »

The Snappers
Groß waren die Anforderungen und klein die Gagen, für die sie sich Tag und Nacht in Düsseldorf und Köln die Nacht um die Ohren schlagen muß­ten. Selbst Auftritte im Star-Club Hamburg verhalfen nicht zum Durch­bruch. Und wieder war Hans Lißeck mit im Spiel und „lockte" die „Snappers" 1966 nach Gelsenkir­chen. Von diesem Zeitpunkt an war die Gelsenkirchener Szene um eine gute Beat-Band reicher.
Hans-Joachim Stegmann, der das Management der Band übernahm, beschreibt seine Schützlinge so:
„Die „Snappers" haben immer etwas besonderes zu „beaten", und wenn Deutschlands gagreichste Band ihre Show abzieht, kann man sich auf eine Mischung aus hochklassiger Pop-Music, spritzigem Feuerwerk und gekonnten Albernheiten gefaßt machen.
Dem musikalischen Starkstrom, der durch die elektrischen Instrumente der „Snappers" strömt, merkt man an, daß sie sich bei der Auswahl ihrer Nummern nicht von Beethoven und Brahms, sondern eher von einem rhythmischen Preßlufthammer ha­ben inspirieren lassen, getreu dem Motto „Manche mögen's heiß!" -Zum Schluß wird dann nicht mehr gesungen, sondern nur noch ge­schossen - der totale Beatkrieg ist ausgebrochen."
Ihr Hauptquatier schlugen sie in der Hohenzollernstraße über der Fahr­schule Kratzenberg auf.
Es entstand eine enge Freundschaft zu Hans Kratzenberg, der ihnen half, wo es möglich war.
Ihre ersten Auftritte hatten die "Snappers" im Ratskeller in Buer, damals ein Jugendtreff, und gegenüber im Tanzpalast, dem sie dadurch zu neuer Popularität verhalfen. Engage­ments im Braunschweiger jäger­hof", in Oberhausen, im „Royal" in Ge-Schalke sind weitere Stationen. 1967 spielen die „Snappers" beim Sommerfest der Stadt Gelsenkir­chen vor 8000 begeisterten Besu­chern und wurden blitzschnell zu einer lokalen Größe.
Und doch blieben sie auf ihren bei­den Single-Aufnahmen sitzen -wahrscheinlich sind kaum mehr als 150 Stück verkauft worden. Auch ein Auftritt im „Beat-Club", wo sie ihren Titel „Upside down - Inside out" vor­stellen konnten, änderte nichts daran.
Jörg Hellmich, Roadie der Snappers, beschreibt ihre Show: „Im Saalbau Essen zogen wir am Ende die„Who­Show" ab, d.h., die Instrumente wur­den „optisch" demoliert. Ich hatte im­mer alle Hände voll zu tun, die Felle der Drums gegen Papier auszutau­schen. In einer von Dave's Boxen, die natürlich leer waren, deponierten wir ein Häufchen Rauchpulver, das wir bei Titeln wie „My Generation" und „I can't explain" zündeten - und es qualmte wunderschön. Jedoch ein eifriger Feuerwehrmann setzte mit einem C-Rohr die Bühne kurzerhand unter Wasser."
1968 kommt das frühe Ende der
"Snappers". Auslösende Momente waren ein Todesfall in John's Familie, ein Autounfall von Dave und eine bö­se Prügelei mit Schlägern aus dem "Soho" in Erle, wobei John schwer verletzt wurde. Und natürlich das Ausbleiben des großen Erfolges.

Aber woher die Knete für Instrumente und „Anlage" nehmen? Gitarren ging ja noch (meine Mutter hatte mich ei­nes Tages mit einer schönen Fra­mus-Halbresonanz überrascht, sie war rot/braun, hatte einen langen Vi­bratorhebel und Diodenanschluß), aber das Schlagzeug ... Und wo pro­ben? Ah ja, die Vikare mit den Kellern der Gemeindehäuser, und die Väter mit den ersten Partykellern ...
In der Ruhrlandhalle hab ich die Troggs, Casey Jones and The Gover­nors, The Vulcans und The Atlantis gesehen. Die lokalen Matadoren: in Hamme „The Angeln of Paradise" und die „Old Fashions" (der Sänger hieß „Mick" - Wohl dem Mädchen, welches sich seine Perle, 011e, Freun­din nennen durfte!), in Bochum die „Lazy Bones".
Im September 1968 war es auch für mich soweit: ich traf mich mit Rudi und August, zwei „Kollegen" aus dem Stadtteil, zum Üben. Weil beide Gitar­risten waren, hatte ich mir einen (sehr preiswerten) Baß gekauft - ich war sowieso Autodidakt wie die meisten anderen, und August konnte ja kaum den Takt halten, also - no problem. Wir haben, glaube ich, alle über Ru­dis Verstärker gespielt (oder wir hat­ten alte Radios?!). Im November kam der Schlagzeuger Poppeye dazu, der konnte sich immer irgendwo ein Schlagzeug leihen.
Im Januar 69 stieß ein Organist dazu, Landolf mit der kleinen EKO-„Tiger" für 1000 Mark (besser warja Farfisa!). Wir übten fleißig und hatten im Fe­bruar als „Carl-Lührig-High-School Band" den ersten Auftritt. Mit unseren Hits „Red Balloon", „My little Lady", „Words" und „Obladi-Oblada" (wir hatten nur „nachgespielt") gastierten
wir im Gemeindehaus Hamme bei der Deutschen Schreberjugend, Au­gust hatte den Job klargemacht, er war da, glaube ich, im Vorstand. Zwei Wochen später spielten dort „Les Messieurs", von denen hatte Pop­peye sich immer die Schießbude ge­liehen. Die „Carl-Lührig"-Band löste sich aber dann bald auf. Ich hatte ei­ne neue Freundin in Remscheid (auf einer Freizeit der Ev. Schülerarbeit in Südfrankreich kennengelernt) und packte auch endlich meine große Märklin-Eisenbahn weg. Ich brauch­te Platz für Feten, ein altes Sofa und andere Sachen.
Im September 69 (der Herbst scheint eine gute Zeit für neue Projekte zu sein), nach einer weiteren (Irland-) Freizeit, ging's dann wieder los. Nach einigen sporadischen Proben mit den Klassenkameraden Mike, Tim und Grafo gründeten wir „The Revo­lutionary Octopus", Landolf spielte wieder Orgel, und Mike lieh sich das Schulschlagzeug aus. Zum ersten Auftritt in Hamme beim Jugendtanz (12 Stücke umfaßte unser Repertoi­re, und es gab eine Gage von 100 DM), haben wir das Schlagzeug mit einem Auto fahren lassen können -oft genug mußten wir es zu Fuß tran­sportieren, oder wir hatten eine Karre.
Vier Tage später zogen wir dasselbe Programm bei einem Kommers der Parallelklasse in der „Bergschule" durch. Ich sang wieder und spielte jetzt die Framus, den Bass hatte ich endlich verkauft (nach einer schon peinlichen Vorstellung als „Bass­mann" bei einer anderen Beatband, wo ich völlig versagte - ich konnte mir unbekannte Stücke nicht beglei­ten, außer auf dem Grundton, und das war etwas wenig).
Nun ging's richtig los: freitags war re­gelmäßig Üben angesagt, in Mike's Keller in Grumme, wo ich per Fahrrad oder Bus anreiste. Grafo (Bass) wohnte in der Nähe, Tim (Solo) kam von Weitmar mit dem 54er. Bald hat­ten wir rund 20 Stücke drauf, meist Titel, die man auch akustisch auf Fe­ten vortragen konnte („Kalle", so hieß ich damals, „spiel ma' Hair!").
Beim dritten Auftritt von „Octopus" (Beatball in der Tanzschule Diel, 50 DM) im November hatten wir unsere ersten kleinen Probleme, eine Nach­barin hatte die Polizei gerufen, wir wa­ren mit unseren beiden Verstärkern zu laut gewesen (über die „Echolet­te" haben Tim und ich Gitarre ge­spielt, und der Gesang mußte noch dazu).
Das Größte war das Schulfest der Freiherr-vom-Stein-(Mädchen-) Schule im Januar 1970. Wir hatten ei­ne Vorgruppe, die „Speciales", uni‑
formiert in Glitter-Westchen, die, wie wir beruhigt feststellen konnten, schlechter waren als wir. Wir wieder­um waren Vorgruppe für „Circle round the Sun", die mit ihren Mar­shall-Türmen schon echt Power machen konnten. Soviele Zuschauer hatten wir noch nie, zogen mit „Why don't we do it in the road" und unse­rem Set aus „Hair" echt ab, auch wenn Grafo bei „Something" seinen Baßlauf vergessen hatte, ein Erfolg, 100 DM Gage, zum ersten Mal einen richtigen Vertrag über den Gig ge­macht.
Das Schlagzeug zu Fuß tragen muß­ten wir beim Auftritt in der Carl-Lüh­rig-Schule; es gab wieder nur 50 Mark, immerhin, Echolette plus Box hatten wir uns inzwischen gemein­sam leisten können.

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Zeitungsartikel aus der Rundschau:
Jetzt schnappen sie nach den Sternen am Beathimmel: die „Snappers" John', Steve, Deve, Jan und Del aus England (obere Reihe). „Blue-Flames"-Chef Kulka (unten links) und Schlagzeuger Hans Littek wissen längst, was Glanz in der deutschen Oeffentlichkeit ist: sie hätten dazu erst gar nicht zu Tropfkerzen greifen brauchen.
Vor kurzem noch schnappten die „Snappers" (unser Bild) nach Luft und jedem noch so miesen Beatschuppen-Engagement — jetzt greifen sie nach den Sternen. Sollten ihre neuesten Schla­ger („Hideaway", „Memorier") in Deutschland einschlagen, wären die fünf Langmähnigen mit dem Liverpool-Sound auf einen Schlag aller Sorgen ledig. Sämtliche Voraussetzungen dafür sind gegeben: eine Schallplattenstartauflage von 22 000 Stück bei „Telefunken Decca", ein Rundfunkdebüt (WDR) am kommenden Freitag und nicht zuletzt die vorhergegangene „Protektion" von einigen zornigen jungen Männern, den „German Blue Flamen” aus Gelsenkir­chen.
Gelsenkirchens „Blaue Flammen", die Mitglieder Deutschlands beliebtester
.Amateurband, sahen nämlich rot, als sie die „Snappers" vor einiger Zeit zum ersten Male spielen hörten. „Für'n Appel und Ei" — so Schlagzeuger Hans Lissek zur RUNDSCHAU — bearbeiteten die fünf pilzköpfigen Jung-Engländer in einem Düsseldorfer Tanzladen ihre In­strumente in einer Weise, die Flammen-Chef Kulka als „sagenhaft gut" um­schrieb.
So boten die Gelsenkirchener „Fla­mes" den britischen Beatboys kurzer­hand erste Hilfe an, holten sie zunächst einmal nach Gelsenkirchen und sorgten für Unterkunft, Uebungsmöglichkeiten und die Verständigung mit „Decca". Nun sind die „Snappers" Feuer und Flamme, wenn das Gespräch einmal auf die „Flammen" kommt.

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PS: ich könnte diese Artikel nicht einstellen, hätte ich nicht die Unterstützung vom Fuchs gehabt, der nicht nur eine tragende Rolle spielte, sondern auch durch seine neugierige und forschende Art erst dieses Buch aufgetrieben hat !
Also, Dank gebührt in erster Linie Ihm !


Marko hat geschrieben:Nett... aber nicht korrekt.
Ich bin der Sohn von Hans-Jürgen (genannt Peter) Kratzenberg. Und die Snappers (später auch die Band Yeslines) hatten zwar ihren Übungsraum bei uns im Keller der Hohenzollernstrasse. Aber sie wohnten dort nicht. Auch war dort keine Fahrschule.

Hans Kratzenberg war mein Opa, der zu der Zeit schon tot war.

Ich war kurz vor der Einschulung und hörte ab und zu bei den Proben (und Saufgelagen) zu.
..
Micha

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Heinz O.
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Beitrag von Heinz O. »

zwischendurch mal ein paar Plakate:
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Bones
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Beitrag von Bones »

Danke für diesen schönen, nostalgischen Beitrag. Schließlich war das noch
musikalisches Handwerk!!! Ehrlich und Bodenständig und nicht wie heute
auf dem Compi zig mal gesampled und 80.000 overdubs drauf gezimmert.

Inge
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Band in Gelsenkirchen

Beitrag von Inge »

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Dieses Foto entstand beim Sommerfest 1980 im Revierpark.Die Night Stars haben da 3 Jahre hintereinander gespielt.Die WAZ berichtete damals von 4000 Zuschauern.

Inge
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Band in Gelsenkirchen

Beitrag von Inge »

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Die wilden 60ziger ? So WILD sehen die Burschen doch garnicht aus. Das Bild ist
aufgenommen in der heutigen Alten Hütte ,damals noch Haus Brückmann.
Die Band nannte sich: Benny und Company

Wölfchen
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Gelsenkirchener Bands in den 60ern

Beitrag von Wölfchen »

Hallo zusammen,

wo ihr gerade über alte Zeiten "schreibt", wir sind auf der Suche für unseren Vater nach einer Band in der er damals spielte. "The Divers", der Sänger nannte sich "Teddy", mein Vater hat Saxophon dort gespielt. Die haben früher im Proberaum vom Bonnie (GE-hassel) geprobt und sind auch irgendwann auf dem Beatfestival in RE aufgetreten.
Hat irgendjemand nähere Informationen oder sogar sensationelle Bilder, die er entbehren kann bzw. hier einstellen kann? Das wäre der absolute Knaller.

Viele Grüße
Wölfchen

jvm
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Beitrag von jvm »

@wölfchen

Das Buch "German Blue Flames - Beat in Gelsenkirchen" von Wilfried Bethke habt oder kennt ihr schon? Darin sind unendlich viele Berichte und Bilder über Gruppen genau jener Zeit. An die "Divers" erinnere ich mich z.B. im Zusammenhang mit dem "Tempel" in Buer

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Heinz O.
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Beitrag von Heinz O. »

jvm hat geschrieben:@wölfchen

Das Buch "German Blue Flames - Beat in Gelsenkirchen" von Wilfried Bethke habt oder kennt ihr schon? Darin sind unendlich viele Berichte und Bilder über Gruppen genau jener Zeit. An die "Divers" erinnere ich mich z.B. im Zusammenhang mit dem "Tempel" in Buer
Ich habe es gerade durchgeblättert, aber über die "Divers" nichts gefunden :nein:
Micha

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Lo
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Beitrag von Lo »

Heinz O. hat geschrieben:
jvm hat geschrieben: Das Buch "German Blue Flames - Beat in Gelsenkirchen" von Wilfried Bethke habt oder kennt ihr schon? Darin sind unendlich viele Berichte und Bilder über Gruppen genau jener Zeit. An die "Divers" erinnere ich mich z.B. im Zusammenhang mit dem "Tempel" in Buer
Ich habe es gerade durchgeblättert, aber über die "Divers" nichts gefunden :nein:
Doch.
Es gab "The Divers", etwa um 1966 herum.
Am besten könnte man Näheres bei Sport Wedding erfahren:
der (damalige) Junior Wedding war eines der Bandmitglieder.
Wir drückten drei Jahre gemeinsam die Berufsschulbank an der Goldbergstraße.
Leider ist mir sein Vorname entfallen.

Keep rockin´!
Bissi Tage!

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Heinz O.
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Beitrag von Heinz O. »

@Lo: Ich meinte in dem Buch "German Blue Flames - Beat in Gelsenkirchen" von Wilfried Bethke habe ich nichts über die Divers gelesen.
Das es die gab ist mir dann schon klar.
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waren die das :?:
Micha

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Heinz H.
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Beitrag von Heinz H. »

Lo hat geschrieben: Es gab "The Divers", etwa um 1966 herum.
Am besten könnte man Näheres bei Sport Wedding erfahren:
der (damalige) Junior Wedding war eines der Bandmitglieder.
Wir drückten drei Jahre gemeinsam die Berufsschulbank an der Goldbergstraße.
Leider ist mir sein Vorname entfallen.
@Lo,
Bernhard Wedding hat bei den "Servants" gespielt.

--- :wink:

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Lo
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Beitrag von Lo »

Heinz H. hat geschrieben:@Lo,
Bernhard Wedding hat bei den "Servants" gespielt.--- :wink:
Hmpf...
Man müsste ihn mal befragen.
Wenn ich mir das Divers-Cover da oben ansehe,
dann könnte es sich links oben um Bernhard Wedding handeln.

Bin aber gern zu jedem Irrtum bereit :-)

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Beitrag von Lo »

Guck mal hier:
http://www.klausbuschmann.de/TheCHAINS3/TheCHAINS3.htm
Bernhard Wedding ist auch hier zu sehen,
meine Erinnerung an unsere Schulzeit und der Vergleich der Bilder
nähren meine oben genannte Aussage über die Divers.

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