Bunker Arminstraße

Das Jugend- und kommunikationszentrum im Arminbunker

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Propietario
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Beitrag von Propietario »

[Der Arminbunker wurde nach dem II. Weltkrieg als Krankenhaus umfunktioniert. Nachdem ich mich im Jahre 49 als "Kröte" an einer Konservendose, die als Spielzeug diente, eine erhebliche Schnittverletzung an der Hand zuzog, wurde ich zur ambulanten Behandlung in den Arminbunker verbracht.

Annemarie Motzko
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jazzART GALERIE

Beitrag von Annemarie Motzko »

Alles über den Arminbunker:
erbaut von einem Gelsenkirchener Architekten (Name ist mir bekannt), nach dem Krieg bis 1956 Evgl. Krankenhaus (1. Etage Entbindungsstation - jazzART GALERIE, andere Seite (Komic) Männerstation. Habe selbst noch die Zwischenwände der Kranken(hucken)zimmer "rausgehauen".
Umbau des Bunkers ca. 1997/98 in ein Wohnhaus.

Aber jetzt was anderes, hat jemand etwas von Werner Montel gehört. Wenn ja, bitte Anschrift mitteilen, habe noch einige uralte Fotos von ihm

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kleinegemeine01
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Beitrag von kleinegemeine01 »

Kann sein, daß ich den letzten Tag vom Komic erlebt habe. Ich bekomme es nicht mehr so gut hin.
Es war schon einige Zeit recht chaotisch dort, was uns aber nicht besonders auffiel, weil wir ja auch chaotisch waren.
Ich war in der 2. Etage in einem Büroraum, als plötzlich ein Geschreie losging. Ich steckte meinen Kopf neugierig zur Tür hinaus, um zu schauen, was da los war, als eine weiße Wand auf mich zukam.
Irgend jemand hat nen Pulver? Feuerlöscher betätigt und den Mist in den Hausflur gehalten und alles stieg hoch. Ich bin schnell zurück in das Büro, schloß die Tür und hoffte, daß das Zeug draussen bleibt. Tat es aber nicht.
Nun ja, ich dachte halt: dat Zeugs kannse bestimmt nicht einatmen, muss zusehen, datte hier rauskommst. Ich war damals 14 oder 15 jahre alt.
Ich habe meinen Trenchcoat ausgezogen, ne Flasche Wasser drübergekippt, hab mir den Mantel vor mein Gesicht gehalten und und bin blind tastend durch den Flur Richtung Ausgang. Zum Glück kannte ich mich dort recht gut aus und fand mit angehaltenem Atem irgendwann nach draussen.
Naja, danach war Essich mit Komic. Kurz darauf gab es dann das besetzte Haus auf der Rhein Elbe Straße, so daß wir wieder ne Bleibe hatten.

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zuzu
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Beitrag von zuzu »

@Anne Motzko:
Ich habe eine Adresse von Werner Montel und eine Telefonnummer von vor ca. 3 Jahren. Ich kann sie dir gern zukommen lassen. Ich brauche aber dann eine Mail-Adresse von dir. Ich will die Adresse nicht hier veröffentlichen.

DerFormer
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Arminbunker

Beitrag von DerFormer »

Ich kenne den Besitzer vom Arminbunker.
Ich kenne auch jemand der eine Fotoserie gemacht hat als der Bunker umgebaut wurde.
Vor ca. drei Monaten hatte ich diese Fotos noch.
Der Kolege wird sie mir sicherlich noch mal ausleiehn.

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schalkersein
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Beitrag von schalkersein »

Da hab ich was im www. gefunden:

Bild
Bild
Liebe ist.....sich jede Woche 90 Minuten zu quälen...und dennoch seinem Verein zur Seite zu stehen. "Glück Auf"

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greatLMG
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Beitrag von greatLMG »

Die dicken Wände müßten doch ideal zum wohnen sein. Wenn ich mir im Sommer vorstell, 30° draußen und innen angenehme 20°C. Und das ohne Klimaanlage.

Dafür braucht man einen Bohrhammer um ein Bild aufzuhängen.
Jeder Mensch macht Fehler. Das Kunststück liegt darin, sie zu machen wenn keiner zuschaut.

Es ist schwer, Perfekt zu sein. Aber ich arbeite daran!!!

Schaut mal vorbei: www.sc-hassel-2007er.webnode.com

PEDY1965
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Dicke Wände !!!

Beitrag von PEDY1965 »

Bild wird niemals runter fallen !!!
LGPedy1965

pito
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Beitrag von pito »

Rabenschwarz hat geschrieben:Im "Komic" haben wir auch mal einen Proberaum gehabt. Ich hab mich schon oft gefragt, ob - und wenn ja,wie- die es geschafft haben, nach dem Umbau diesen unvergesslichen Mief da raus zu kriegen.......

http://www.gelsenkirchener-geschichten. ... 109#183109
Semmel hat geschrieben:Wahrscheinlich 5 cm Schimmel von den Steinen abgekratzt und danach mit Hei(n)zlüftern getrocknet. ;)
Hatten damals da auch ´n Raum (Ricky Sunday & the Mondays), 5.Stock, der Geruch war wirklich einzigartig :)
Rabenschwarz hat geschrieben:Weiß ich doch. Wir hatten den großen Raum mit der Trennscheibe....Unverschämt war auch der Bunkerverwaltungstyp(mit dem karierten Jacket), der immer wollte, das man die komischen Ausweise SICHTBAR trägt. NIe werd ich das Klo vergessen. Aber auch schon zu Komic-Zeiten roch es ja eher streng...

_________________
ehemaliger kleiner GE-Panx
Semmel hat geschrieben:Jo, die "Ausweise" immer sichtbar mit der Hosenträgerklammer irgendwo befestigen.
Hatten wir aus Trotz nie gemacht, Ihm bloss immer die Dinger gezeigt wenn er gefragt hatte, lassen uns doch nicht abstempeln wie Tiere.
Unsere Fotos auf den Dingern waren auch sehr nett: Fratze ziehen, Zunge raus, am streichen usw.
Ich glaub den konnte keiner leiden, der war immer bloss an der Miete interessiert.
Ahja, der raum mit trennscheibe....
war im ersten Stock (wenn ich mich nicht irre, ansonsten im zweiten), haben Euch ja oft besucht wenn wir in´s Erdgeschoss laufen mussten um auf eine Toilette zu gehen die ihrer Bezeichnung spottete. Die hätte man noch nicht mal mehr mit Salzsäure sauber bekommen.
piratenauge hat geschrieben:Hier ist mal so ein Teil. Was musste man als Miete zahlen, weiss ich nicht mehr.
Bild
Semmel hat geschrieben:Meinen Ausweis hab ich auch noch irgendwo, aber hab keinen Bock nach zu kramen.
Dafür das wir damals eine Schimmelbude in Eigeneinsatz/eigengeld erstmal habwegs fit bekommen hatten mussten wir im Monat 160 DM bezahlen.
Zu den Zuständen da: Werd ich nie vergessen!
Hatte einen Tag mal neue Saiten aufgezogen, wir hatten abends geprobt und am nächsten Mittag wollten wir noch mal proben weil wir abends ´n Auftritt hatten.
Also Gitarren so stehen gelassen.
Ergebnis am anderen morgen? Alle Saiten waren korrodiert. (Hätte das selber nicht für möglich gehalten, ist mir auch nirgendwo sonst passiert).
War ein Drecksloch, aber die Bands waren nett :)
Rabenschwarz hat geschrieben:Genau das gleiche ist mir mit meiem Brett auch passiert...seitdem hab ich da nie wieder was stehen lassen. Ich mein, wir hätten 200 zahlen müssen(?)...
Semmel hat geschrieben:Stimmt, waren 200 DM, hatte nur noch im Kopp das jeder im Monat 40 DM zahlen musste, aber wir waren ja 5 Leute (hehe, hab ich einen Unterschlagen).

Semmel
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Beitrag von Semmel »

@pito

Danke für die Umbettung :)
Geist ist da machtlos wo Macht geistlos ist

pito
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Beitrag von pito »

Verwaltung hat geschrieben:1941-44
Luftschutzbunker
Arminstraße

verändert erhalten
ramberg hat geschrieben:[center]Bild[/center]
Ein Freund der GGs hat mir Kopien alter Entwurfszeichnungen aus Josef Frankes Büro zukommen lassen. Also werfen wir nun einen Blick ins Innere des ursprünglichen Luftschutzbunkers an der Arminstraße (damals Karl Laforce Straße).

Zuerst einmal der Grundriss:
Bild
Im rechten Bereich erkennt man die Beschriftung "Montageöffnung". Diesen sicherlich mit einem Flaschenzug oder ähnlichem versehenen Schacht findet man auch im Schnitt wieder:
Bild
Beeindruckend der 2 Meter tiefe, massive Eisenbetonsockel des Bunkers.

Es gab damals offenbar die Idee, den Arminbunker mit einem aufgesetzten Dach zu tarnen. Er sollte für Angreifer aus der Luft wie ein alter Turm wirken. Josef Franke, der in seinen letzten Jahren kriegsbedingt ja praktisch nur noch Bunker bauen konnte, scheint am folgenden Entwurf seinen Spaß gehabt zu haben. Er setzte dem Arminbunker ein historisierendes Spitzdach auf und vergaß auch eine verschnörkelte Fahnenstange nicht. Darauf steht das Baujahr 1941 verzeichnet. Und dann gibt es da noch diese Brunnenfigur... ;-)

Bild

Ich danke dem Spender für dieses interessante Material. :up:

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DrMurkes
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Komic Eröffnung

Beitrag von DrMurkes »

Komic Eröffnung 1. Mai 1974

Heute vor 40 Jahren wurde das selbstverwaltete Jugendzentrum "Komic" eröffnet.
Alles noch sehr improvisiert, aber immerhin war es der Anfang nach einer Menge Aufräumungs- und Renovierungsarbeiten.
Nach den Maifeierlichkeiten auf dem Markt ging es dann im Bunker los.
Ich habe damals im Eingangsbereich zusammen mit Klaus Würstchen gegrillt und meinen Senf dazu getan (gespendet).
Meine Mutter hat damals selbstgemachtes Gänseschmalz gestiftet.
Wo Originale Außenseiter sind, erträgt die Gesellschaft nur Kopien
Walter Ludin

Troy
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Beitrag von Troy »

Tach,
dankefür :) - und die GG-Komic-Freds dazu auf einen Blick:
BildLink:
http://www.gelsenkirchener-geschichten. ... um.php?f=7

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JürgenB
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Re: Komic Eröffnung

Beitrag von JürgenB »

DrMurkes hat geschrieben:Komic Eröffnung 1. Mai 1974

Heute vor 40 Jahren wurde das selbstverwaltete Jugendzentrum "Komic" eröffnet.
Alles noch sehr improvisiert, aber immerhin war es der Anfang nach einer Menge Aufräumungs- und Renovierungsarbeiten.
Nach den Maifeierlichkeiten auf dem Markt ging es dann im Bunker los.
Ich habe damals im Eingangsbereich zusammen mit Klaus Würstchen gegrillt und meinen Senf dazu getan (gespendet).
Meine Mutter hat damals selbstgemachtes Gänseschmalz gestiftet.
Danke für die Erinnerung an das Datum.

Das KOMIC war meine Sozialisation in GE, wo ich schon vier Jahre bis dahin wohnte und ansonsten noch kein schwein kannte. Drei Wochen später war ich auf der für mich ersten MV und bin gleich eingetreten (bis zur bitteren Neige, in der ich als letzter Vorwitziger den Verein mit auflösen mußte).
Geboren im Jahre der Meisterschaft - nicht wie ihr alle denkt, sondern 3 Jahre früher!

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Bretterbude
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Beitrag von Bretterbude »

Zur Nutzung des ehemaligen Hochbunkers Arminstraße als Notkrankenhaus nach dem 2. Weltkirieg:

1945, 21. Woche, 20. Mai bis 26. Mai:
"Das Evangl. Krankenhaus an der Hans-Schemm-Straße, das im Kriege bei den Luftangriffen am 6. November 1944 und 19. März 1945 aufs schwerste beschädigt und in einzelnen Teilen vollkommen zerstört worden war, nahm im Juni seine Arbeit an den Kranken wieder auf, und zwar in dem ehemaligen Luftschutzhochbunker an der Arminstraße, der in ein Notkrankenhaus umgewandelt wurde. Das war in der ganzen britischen Besatzungszone Deutschlands ein einmaliger Vorgang. Alle Abteilungen des Krankenhauses siedelten in den Bunker über. Aus den früheren Luftschutzkabinen wurden Krankenräume, die zusammen für 130 bis 140 Krankenbetten Platz boten. Da sich der ganze betrieb bei ausschließlich künstlicher Beleuchtung und Belüftung abwickeln mußte, wurden an Ärzte, Schwestern und die sonstigen Hilfskräfte außergewöhnliche Anforderungen gestellt. Die Verpflegung der Patienten und des Personals erfolgte allerdings von der Küche des Krankenhauses aus, die erhalten geblieben war. Im gebäude an der Hans-Schemm-Straße nahmen auch die Verwaltung, die provisorisch eingerichtete Wäscherei und die Röntgenabteilung ihre Tätigkeit wieder auf."
(Quelle: Chronik der Stadt Gelsenkirchen für das Jahr 1945)

(Die frühere Weststraße (heute Robert-Koch-Straße) wurde zwischen 1937 und 1946 Hans-Schemm-Straße genannt)

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