Klaus-Peter Wolf

Schriftstellerei, Dichtung, Rezitation

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Alizette
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Beitrag von Alizette »

Hallo,

bald gibt es einen neuen Ostfrieslandkrimi von Klaus-Peter Wolf. "Ostfriesengrab" ist der dritte Krimi um die Gelsenkirchener Kommissarin Ann Kathrin Klaasen, die sich als Zugereiste in Ostfriesland herumschlägt. Nach einem Telefonat mit Klaus-Peter und seiner ausdrücklichen Genehmigung stelle ich hier eine Leseprobe ein. Das Buch wird erst im März im Fischer-Verlag als Taschenbuch erscheinen.

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Hier also die Leseprobe ...



Eigentlich, dachte Ann-Kathrin Klaasen, müsste ich dem Mörder dankbar sein. Ich wäre sonst nie um diese Jahreszeit hierher gefahren.
Natürlich kannte sie den zauberhaften Schlosspark Lütetsburg. Ihre Freundin Ulrike hatte hier geheiratet. Damals hatte Ann-Kathrin Klaasen sich vorgenommen, immer wieder zu diesem Ort der Ruhe zurückzukehren, um zwischen dem jahrhunderte alten Baumbestand Einkehr zu halten und zu sich selbst zu finden.
Von ihrem Haus im Distelkamp in Norden bis zum Schlosspark waren es nur wenige Minuten. Doch wer lange am Meer wohnt, gewöhnt sich an das Geräusch der Wellen und hört es irgendwann nicht mehr, dachte sie, traurig darüber, dass ein Kriminalfall nötig war, um sie an diesen wunderbaren Ort zurückzuführen.
Jetzt wurde sie von der Farbenpracht der Rhododendren- und Azaleenblüten geradezu geflutet. Für einen Moment schloss sie die Augen und atmete nur ein. Der Geruch war überwältigend. Wie konnte jemand in dieser Oase für die Seele einen Menschen umbringen?
Die Nordsee konnte man hier nicht hören. Der Park hatte eine ganz eigene Geräuschkulisse. Das Surren nektartrunkener Insekten war wie ein Hintergrundgeräusch, über dem das Knistern der Zweige und Blätter lag, mit denen der Wind spielte, als hätte er bei seinem langen Weg übers Meer vergessen, wie schön es auf dem Festland sein konnte.
Ihre Freundin Ulrike hatte in der hölzernen Nordischen Kapelle geheiratet. Ann-Kathrin Klaasen war dem ostfriesischen Häuptlingsgeschlecht von Innhausen und Knyphausen zutiefst dankbar, dass sie diesen Ort ermöglicht hatten. Sie nahm sich vor, mit ihrem Sohn Eike hierhin zu gehen. Es konnte doch nicht sein, dass er in der Nähe aufwuchs, aber das CineStar in Emden besser kannte als diesen Park. Womöglich gab es hier mehr zu sehen als im Kino, dachte sie.
Sie öffnete die Augen wieder und ließ die Farbenpracht auf sich wirken. Dies zarte Grün, das sich mit lachsrot und sonnengelb mischte, erinnerte sie an die ersten Eindrücke ihrer Kindheit, als sie mit ihrem Vater zum ersten Mal ein Museum besucht hatte und er versuchte, ihr die hingetupften Bilder der Impressionisten nahe zu bringen. Sie war begeistert gewesen von den Bildern und noch mehr davon, wie sehr ihr Vater sich mit ihr beschäftigte. Er versuchte, ihr den Blick für die Welt zu öffnen. „Schönheit“, sagte er, „muss man auch sehen können.“
Aber was jetzt auf sie wartete, war sicherlich nicht schön. Sie hatte die Leiche noch gar nicht gesehen. Sie stand am Eingang des Parks.
Der uniformierte Kollege Paul Schrader interessierte sich nicht für die Schönheit der Landschaft. Er wirkte merkwürdig betreten, wie jemand in einer Beziehungskrise oder wie ein Mensch mit einem schlechten Gewissen, dachte Ann-Kathrin. So wie er jetzt da stand und auf seine Schuhe sah, benahmen sich Täter oft ganz kurz vor ihrem Geständnis. Typischerweise kaute er auch noch auf der Unterlippe herum und war ganz in sich gekehrt, als müsse er erst selbst mit etwas klarkommen, bevor er es dann der Umwelt anvertrauen konnte.
Neben ihr reckte Weller sich und atmete tief durch. „Weißt du, woran ich gerade denke, Ann?“
„Ja, daran, dass wir mal wieder Urlaub machen sollten.“
„Genau“, log er. In Wirklichkeit hatte er an etwas ganz anderes gedacht. Gerade, als die Sonne in ihr Gesicht schien und ihren Haaren eine engelhafte Aura gab, sie die Augen für einen Moment geschlossen hatte und in ihren Gedanken und Erinnerungen versunken war, da spürte er fast schmerzhaft, wie sehr er sie begehrte. Am liebsten hätte er sie jetzt hier sofort geliebt, zwischen der Blütenpracht, mit der das Leben sich selbst feierte. Vielleicht wirkten diese Blütendüfte wie ein Aphrodisiakum auf ihn. Vielleicht war es nur Ann-Kathrin selbst. Es war ihm egal. Er hatte jetzt keine Lust, sich mit etwas anderem zu beschäftigen als mit ihr und ihrem schönen Körper. Aber das konnte er ihr nicht sagen, denn hier war ein Mord gemeldet worden und die Kollegen von der Spurensicherung waren weiter hinten im Park schon bei der Arbeit.
Abel von der Spurensicherung kam ihnen an den Wasserläufen entlang entgegen. Er hielt ein Fotostativ wie einen Baseballschläger in der Hand, so als müsse er sich damit verteidigen. Ganz gegen seine sonstigen Gewohnheiten hing die Kamera um seinen Hals. Er zeigte auf eine mächtige farnblättrige Buche und rief: „Warum bin ich nicht Landschaftsgärtner geworden oder Florist oder…“ Er breitete die Arme aus. Seine Worte kamen mit der Energie der Verzweiflung. „Oder warum fotografiere ich nicht einfach so etwas hier? Meinst du, es gibt schon einen Bildband von diesem Park?“
Abel hatte schon viele Leichen gesehen. Er war eigentlich ein abgebrühter Hund, fand Ann-Kathrin. Manchmal sogar zu kalt. Was er fotografiert hatte, musste ihn sehr, sehr erschüttert haben. Er hatte jede professionelle Abgrenzung verloren und war kurz davor, seinen Job hinzuschmeißen. So kannte sie ihn nicht.
Sie begann, sich innerlich darauf einzustellen, gleich etwas Grauenhaftes zu sehen.
Zunächst fragte sie Paul Schrader: „Wo ist der Zeuge, der uns angerufen hat?“
Er saß auf einer Bank vor dem Freundschaftstempel und sah von dort aus die Insel der Seligen, die Begräbnisstätte der Familie Innhausen und Knyphausen.
„Der ist ZDF-Redakteur“, sagte Schrader und klang wenig begeistert.
Weller hörte nur ZDF und hakte gleich nach: „Ist die Presse mal wieder vor uns da?“
„Er hat die Leiche gefunden.“
„Misstrauisch fragte Weller: „Was macht das Fernsehen hier?“
„Urlaub!“, rief Gunnar Peschke, stand auf und kam zu den Beamten herüber. Sie wunderten sich, dass er ihre Worte verstanden hatte. Er nahm ihre Verunsicherung wahr und lächelte: „Ich bin Musikredakteur. Kinderlieder. Musikboxx zum Beispiel. Gut hinhören ist sozusagen mein Geschäft.“
Der Mann gefiel Ann-Kathrin. Eine imposante Erscheinung. Offensichtlich nicht leicht aus der Ruhe zu bringen. Er musste dasselbe gesehen haben, das Abel so aus der Fassung gebracht hatte. Und er war dabei allein gewesen, nicht umrahmt von Polizeibeamten und Kollegen. Er hatte sie informiert und dann hier gewartet.
„Sind Sie den Anblick von Leichen gewöhnt?“, fragte Ann-Kathrin Klaasen.
„Nein“, lächelte er. „Dafür bin ich nicht zuständig. Im Kinderfernsehen befassen wir uns nicht mit so etwas. Das machen meine Kollegen vom Abendprogramm. Ich habe mehr mit Piraten zu tun, Hexen und Gespenstern. Sie verstehen…“
Er erzählte, dass er in Norddeich im Fährhaus wohnte und täglich mit dem Rad zu längeren Touren aufbrach. Heute morgen war er der erste Gast im Schlosspark Lütetsburg gewesen. Es war nicht mal jemand da, um Geld zu kassieren. Er hatte am Eingang einen Euro eingeworfen. Jetzt fragte er sich, wie jemand in der Lage war, so ein Paradies zu unterhalten mit nur einem Euro Eintrittsgeld.
Weller spürte einen Stich Eifersucht, weil er merkte, dass dieser Gunnar Peschke seiner Ann-Kathrin durchaus gefiel. Das machte ihn umso kritischer: „Warum sind Sie nicht wie die anderen Touristen am Meer? Warum radeln Sie nicht am Deich lang?“
Milde lächelnd zeigte Gunnar Peschke mit der offenen Hand die Schönheiten der Landschaft, in der sie sich befanden. „Schauen Sie sich um. Braucht man dafür eine Erklärung?“
Ann-Kathrin nickte und sah Weller missbilligend an. Das machte ihn noch wütender auf diesen ZDF-Redakteur.
„Kennen Sie die Tote?“, fragte Weller.
„Nein“, antwortete Gunnar Peschke. „Ich glaube nicht. Obwohl…“
„Obwohl was?“, setzte Weller sofort nach.
Gunnar Peschke winkte ab. „Ach, schauen Sie doch selbst.“
„Ihre Personalien haben die Kollegen ja bereits aufgenommen“, stellte Weller fest.
„Natürlich“, maulte Schrader. „Denkt ihr, wir haben hier Blumen gepflückt?“
Ann-Kathrin Klaasen atmete noch einmal tief durch. Dann sagte sie: „Okay. Sehen wir uns den Tatort an.“

jvm
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Beitrag von jvm »

Ich beneide KPW um seine schier unendliche Phantasie :ja:

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Lo
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Beitrag von Lo »

Wer im Norden wohnt
und die Weite des Meeres
und die Klarheit des Windes vor der Haustüre hat,
dem fliegen die Worte vielleicht leichter zu....

Ich lese diese Geschichten gern.
Bin dann immer ein wenig an meiner Nordsee.

Lo
Jevers Zeuge.

pito
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Beitrag von pito »

War als Kind an der Nordsee (Föhr) und fing nachher an Wattwürmer zu malen.

Alizette
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Klaus-Peter Wolf - Autorenlesung im Netz

Beitrag von Alizette »

Hallo,

ab dem 30. Januar wird eine Klaus-Peter Wolf Lesung von www.erlesen.tv online gestellt. Der Internetsender eröffnet damit sein Portal. Noch ist das Ganze nicht freigeschaltet, am 30. ab 21 Uhr geht es los. Einfach unter www.erlesen.tv reinklicken.

Viel Spaß wünscht

Alizette

Alizette
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Und noch ein Sendetermin...

Beitrag von Alizette »

Im Moment geht es Schlag auf Schlag mit Sendungen von Klaus-Peter. Am Samstag, den 31.01.09 um 10.35 Uhr in ZDF tivi und am Sonntag, den 01.02.09 um 16.00 Uhr im KI.KA können kleine und große Fans seine Löwenzahn-Folge "Höhlen – Expedition Drachenzahn" anschauen, den Klaus-Peter Wolf gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, der Kinderliedermacherin Bettina Göschl, geschrieben hat.

Hier ein paar Worte zum Inhalt:

Mit Rucksack, Spaten und Höhlenlampe brechen Fritz, Keks und Nachbar Paschulke zur Höhlen-Expedition auf. Keks' guter Riecher führt die drei zu einer riesigen Höhle mit wunderschönen Tropfsteinen. Mutig dringen die Bärstädter ins geheimnisvolle Dunkel vor. Der Nachbar ist sich sicher, hier den »Hermann-Paschulke-Drachen« zu finden. Und tatsächlich scheinen sie hier nicht allein zu sein …

Wer die Sendung verpasst hat, kann die sie auch auf den Löwenzahn-Seiten im Internet unter www.tivi.de anschauen.

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klaus peter wolf
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Machtergreifung

Beitrag von klaus peter wolf »

Zusammen mit meinem Freund Peter Hartl habe ich für das ZDF eine Dokumentation über die Machtergreifung gemacht. Wir haben die Situation vom Januar 33 betrachtet. Was geschah in dem Monat, dass die Verhältnisse so sehr umkippten. Ende 32 lag die braune Sippschaft eigentlich geschlagen da, sie verloren Wählerstimmen, die Partei war kurz vor der Spaltung, Hitlers Stern sank.
Ein paar Wochen später hatten sie ein ganzes Land im Griff. Was ist passiert? Wir haben den Blickwinkel der Journalistin Roussel gewählt, die zu der Zeit für Le Matin aus Berlin berichtete. Senta Berger hat der jungen Roussel ihre Stimme gegeben, weil es natürlich aus der Zeit keine Sprachaufnahmen gibt, aber die "alte Dame Roussel" konnte Peter Hartl zum Glück noch filmen.
Es war ein hartes Stück Arbeit und für mich als Krimiautor ungewohnt, mit dem historischen Stoff umzugehen. Tagelang habe ich Hitlerreden gehört und gesehen. Das kann einen gemütskrank machen.
Am Ende erschienen mir meine Serienkiller aus meinen Ostfrieslandkrimis wie harmlose Pfadfinder. Ich habe echt zur Entspannung an Ostfriesengrab gearbeitet. Der Roman ist gerade - also praktisch zeitgleich erschienen. Beim Lesen spüre ich noch den Einfluss der Filmarbeit.
klaus peter wolf

www.klauspeterwolf.de

pito
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Re: Machtergreifung

Beitrag von pito »

klaus peter wolf hat geschrieben:... Tagelang habe ich Hitlerreden gehört und gesehen. Das kann einen gemütskrank machen. ...
Kann ich mir vorstellen. Wie haben die das damals nur ausgehalten? Und haben sie überhaupt?

In der Schule haben wir das Dritte Reich zeitweise sehr intensiv behandelt, teils in mehreren Fächern gleichzeitig. Dabei wurden uns lange Dokumentationen gezeigt, in denen natürlich immer wieder auch Hitler brüllte. Auf die Dauer ist dieser Tonfall schwer zu ertragen. Dann in einer 5-Minuten-Pause machte einer, der ein bißchen Klassenclown war, eine Hitlerparodie. Das war Durchbrechen der gedrückten Stimmung durch Lachen. Sehr erleichternd.

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klaus peter wolf
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machtergreifung

Beitrag von klaus peter wolf »

Das glaube ich gern, viele Dokus, die ich kenne sind meiner Meinung nach auch deswegen so unerträglich, weil sie mit Bildern von Lenie Riefenstahl gemacht sind. Ich finde das intellektuell unredlich. Es ist ( ich weiß, dass Vergleiche hinken) ungefähr so, als würde jemand in fünfzig Jahren einen Film über unsere Zeit machen und dabei nur Bilder aus dem Werbefernsehn verwenden.
Wir haben bewußt andere Bilder gesucht. In Moskauer Archiven, in den USA und in einigen Stadtbildarchiven. Siehe da, es gibt neues, ungesendetes Material. Das haben wir verwendet.
Klaus Peter Wolf

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Lo
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Beitrag von Lo »

Nö.Der Vergleich ist doch eher zutreffend als hinkend: vergleichbar mit den Riefenstahl-Bildern böten sich dann in fünfzig Jahren die Heile-Welt-Bilder der Rama-Frühstücks-Familie an. :wink:

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klaus peter wolf
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machtergreifung

Beitrag von klaus peter wolf »

Ja, so ähnlich wurde es ja leider oft gemacht. Ich habe mich auch gewundert, wieviele Filme verschwunden sind. Wieso gibt es aus dem Januar 33 keine Wochenschau? Heißt doch Wochenschau, wurde also nicht gerade vierteljährlich gemacht.
Vielleicht sollte ich noch sagen, wann der Beitrag von Peter Hartl und mir läuft. Am 10 März um 20.15 im ZDF

klaus Peter Wolf

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klaus peter wolf
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Einladung an alle GG Freunde

Beitrag von klaus peter wolf »

Mein neuer Roman "Ostfriesengrab" ist soeben bei Fischer als Taschenbuch erschienen. Ich werde in der schönen Stadt Norden in Ostfriesland eine Premiere feiern.
Alle Freunde der Gelsenkirchener Geschichten haben freien Eintritt!
Wer also ein schönes Wochenende an der Küste verbringen will, kann an der Fete in der Morddeutschentiefebene teilnehmen.
Einlass ist ab 19.30 in der Sparkasse Norden, Neuer Weg 45, in 26506 Norden. Die Krimiparty findet am Freitag den 3. April statt. (Dann müssten schon Osterferien sein oder?)
Sparkasse hört sich vielleicht nicht nach tollen Veranstaltungsort an, ist aber der grösste Saal in Norden und beim letzten mal kamen mehr als 200 Gäste. Sie werden alle mit Drinks begrüßt. Meine ostfriesische Lieblingsband, das Otto Groote Ensemble spielt, Bettina Göschl wird ihren Krimisong "Ostfriesenblut" singen und natürlich lese ich aus dem neuen Roman vor.
Die - wie ich - in Gelsenkirchen geborene Kommissarin, ( wo ihr Vater ermordet wurde, weshalb sie mit der Stadt noch nicht fertig ist) hat eine schwere Zeit hinter sich. Ein übler Bursche trieb sein Unwesen in Ostfriesland. Er legte Leichen an beliebte Ausflugsziele und machte ihr eine Menge Stress.
Also, wer Lust hat, es genügt den Ausweis an der Kasse zu zeigen oder einen anderen Beweis, dass man aus Gelsenkirchen kommt und die Türen zu einem mörderisch guten Abend öffenen sich ...
Ich freue mich über jeden und jede, die aus meiner alten Heimat kommt.
www.klauspeterwolf.de

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moni53
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Beitrag von moni53 »

http://www.klauspeterwolf.de

hier fehlte ein s

Gruß Moni
Dem Fröhlichen ist jedes Unkraut eine Blume, dem Betrübten jede Blume ein Unkraut. (Finnisches Sprichwort)

Alizette
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Pressetext

Beitrag von Alizette »

Hallo, hier der offizielle Pressetext zur "Machtergreifung" von KP Wolf und Peter Hartl -
LG, Alizette


DIE MACHTERGREIFUNG – FO. 1) DAS KOMPLOTT
Pressetext

Ein Film von Peter Hartl und Klaus-Peter Wolf
Sendedatum: 10.03.2009, 20.15 Uhr
Sendelänge: 45’

Dieser Tag wurde zum blackout der Weltgeschichte. Wohl selten erwies sich ein Datum derart als Wendepunkt wie der 30. Januar 1933, als Adolf Hitler, zunächst eher unspektakulär, in das Reichskanzleramt einzog.

Dabei hatte das Schicksalsjahr 1933 alles andere als vielversprechend für Hitlers Partei begonnen. „Das neue Jahr!“, notierte Propagandachef Goebbels ins Tagebuch. „Sehr böse sieht es aus.“ Die NSDAP hatte kurz zuvor nach rasantem Zuwachs erstmals wieder Stimmen verloren; mit dem Ablaufen der Wirtschaftskrise war auch ihre Konjunktur vorüber. Viele Zeitgenossen hatten Hitler bereits abgeschrieben.

Wie der politische Aufsteiger trotz schwindender Aussichten an die Macht geriet, wie sich ein demokratischer Verfassungsstaat in so kurzer Frist der diktatorischen Willkür ausliefern konnte, davon erzählt dieser Film aus der Nahperspektive - ein Lehrstück der Geschichte, gerade im 60. Jahr der deutschen Nachkriegsdemokratie. Bis heute ist weithin unbekannt, was sich Anfang ’33 im Detail hinter verschlossenen Türen anbahnte. Gleichwohl liest sich der Verlauf dieses Dramenspiels aus Intrigen, Zufällen, Berechnung und Fehleinschätzungen wie das Drehbuch eines Kriminalfalls. Am Ende stand kein Betriebsunfall; Hitler war von den konservativen Eliten als Kanzler durchaus gewollt, wenngleich unterschätzt. Dennoch war seine Ernennung keineswegs unausweichlich, wie der Film nachweist; an entscheidenden Wendepunkten wären andere Auswege denkbar gewesen. Der Weg zur nationalsozialistischen Macht war keine Einbahnstraße.

Auch mit anderen verbreiteten Legenden räumt die Dokumentation auf. Hitler war keine „Strohpuppe“, gesponsert von der Großindustrie, wie bis heute kolportiert; seine Partei finanzierte sich vorwiegend aus den Zuwendungen ihrer Mitglieder. Reichspräsident Hindenburg war keineswegs der entscheidungsunfähige, den Einflüsterungen seiner „Hofkamarilla“ erlegene Greis, als der er in der Rückschau gern beschrieben wird. Er traf die Wahl für Hitler bewusst, sie fügte sich in sein antiparlamentarisches Weltbild, und er bedauerte bis zu seinem Tod seine Entscheidung nicht.

Der Film doziert den Gang der Ereignisse und ihre Hintergründe nicht vom akademischen Stehpult aus, sondern erzählt ihn aus der Sicht einer damals jungen Journalistin aus Frankreich. Als Korrespondentin der französischen Zeitung Le Matin in Berlin hat Stéphane Roussel den dramatischen Ablauf aus unmittelbarer Nähe miterlebt, später hat sie ihre Erlebenisse in Aufzeichnungen und Interviews festgehalten. Ihre Sichtweise eröffnet einen menschlichen und auch für jüngere Zuschauer nachvollziehbaren Zugang in eine heute fern scheinende Vergangenheit. Als Sprecherin leiht die bekannte Schauspielerin Senta Berger der Augenzeugin ihre Stimme.

Dokumentiert werden die minutiös nachgezeichneten Vorgänge durch weltweit recherchierte Archivfilmaufnahmen, von denen annähernd die Hälfte kaum bekannt oder gänzlich neu erschlossen ist, darunter Farbbilder von 1933 und privat gedrehte Filmaufnahmen aus einem frühen Konzentrationslager.

Das ZDF sendet die dreiteilige Dokumentationsreihe „Die Machtergreifung“ zum Auftakt des Erinnerungsjahres 2009. 90 Jahre nach der Entstehung der Weimarer Republik, 60 Jahre nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland führt die Dokumentation vor Augen, wie die erste deutsche Demokratie binnen kurzer Zeit unterging und in eine totalitäre Diktatur mündete.

In Zusammenarbeit mit dem Verband der Geschichtslehrer Deutschlands (DGD) entstehen Unterrichtsmaterialien, die unter www.history.zdf.de abrufbar sind.

Teil 2: Dienstag, 17. 3. 2009, 20:15 Uhr
Teil 3: Dienstag, 24. 3. 2009, 20:15 Uhr

Alizette
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Beitrag von Alizette »

Laut HÖRZU wirft die Dokumentation über die Machtergreifung von Klaus-Peter Wolf und Peter Hartl ein völlig neues Licht auf Hindenburg. Bisher sah es ja so aus, als sei er ein alter Tattergreis gewesen, der versucht hat, die Demokratie aufrecht zu erhalten, dabei sogar von den Sozialdemokraten gewählt wurde und schließlich von einer Kamarilla von Einflüsterern, u.a. von seinem Sohn, dazu gebracht wurde, Hitler zum Reichskanzler zu ernennen.
Dieses Geschichtsbild muss nach der Doku wohl revidiert werden. Hindenburg hat Hitlers Machtergreifung bewusst betrieben, auch gegen den Rat seiner Anhänger. So bezeichnete Hitler Hindenburgs Sohn als „besondere Ausgeburt von Doofheit“.
In dem Zusammenhang warf Klaus-Peter Wolf in einem Gespräch die Frage auf, ob man nicht auch darüber nachdenken sollte, die vielen Ehrungen von Hindenburg zurückzuziehen.
Ich habe Klaus-Peter Wolf in einer Diskussion mit Schülern erlebt. Er stellte dort die Frage, ob wirklich Straßennamen und Plätze nach dem Mann, der Hitler an die Macht gebracht hat und der den Lauf der Geschichte mit einem Federstrich hätte verhindern können, benannt sein sollten?
Auch in Gelsenkirchen gibt es eine Hindenburgstraße. Wie stehen die Gelsenkirchener Geschichten dazu?

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