Mal wieder Spitze - oder wie lange machen wir das noch mit?

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Troy
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Beitrag von Troy »

Abgehängt?

:motz:

Verdorrinochmal ich kannet nich mehr ertragen!



Hey, Medienlandschaft, passma gut auf gezz, kannze wat lern'n!!!

Guckdichdat Bildchen da unten ma genau an!

Kannzewat erkenn'n?:skeptisch:

Kannze auch größer machen für deine trüben Augen:
Bild
Ulrich Queste
"Straßen bahnen" - unterwegs mit dem janusköpfigen (Zeit-) Schienenfahrzeug Straßenbahn längs durch Gelsenkirchen
Dat is von hier, vonne GG.
Wir in GE ham dat Wort "abgehängt " schon lange vor euch orntlich inne Öffentlichkeit verbraten!
Weil nämlich sowat wie Not anne Kultur war, war hier eine sogenannte konzertierte kreative Aktion.
Stellma Antennen auf Empfang, abba wacker:
http://www.gelsenkirchener-geschichten. ... 01.06b.pdf

...und gezz kommt ihr hier nach sieben Jahren umme Ecke mit eure Langweiler-Töne?
*gäääähn*
:schlafen:

Hinter wat fürn Mond lebt ihr ainklich? :kopfklatsch:
Wanne-Eickel bestimmt nich...

Guckstu hier für weiter zu lernen::
http://www.gelsenkirchener-geschichten. ... php?t=7823

So, und wieso gehsse nichma hübsch raus ausse bequeme Vorurteilszone, Medienlandschaft?
Abba nein, da müssen ja ersma die Franzosen kommen, damit du wat kapiers. :roll:


@ Verwaltung:
Ich weiß, dass ich hier nicht rumschreien darf, boach, aber das ging jetzt nicht anders.
:suess:

Querulant
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Beitrag von Querulant »

Herrlich wie reflexartig die negative Realität in den GG vernebelt und verneint wird.



Oder sagen wir´s mal so: GE ist wunderschön und so bunt...bis man mal woanders war :D

Isso.



Q
Und der sprechende Hut flüsterte zu mir:
"Slytherin!"

Trump!

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manuloewe59
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Beitrag von manuloewe59 »

Bild
M@nu

Josel
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Beitrag von Josel »

Diese Anfrage an die BReg bezüglich der "abgehängten Regionen" kam ja von den Grünen, und deren Spitzenpersonal reitet auf der Antwort schon den ganzen Tag medial herum. Wäre doch supi, wenn die örtlichen GE-Grünen ihre Bundesparteigenossen und -genossinnen da mal zur Seite springen und GE zur Modell-City für ein Gegensteuern ausriefen. Ich fürchte nur, es weiß niemand, wie man gegensteuert.

Was ist eigentlich genau der "soziale Arbeitsmarkt", den der OB in dem Posting oben (vier oder fünf höher) anspricht? Von dieser Forderung hatte ich bislang noch nichts gehört.


J.
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Emscherbruch
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Beitrag von Emscherbruch »

In meiner Wahrnehmung begann die Idee des "sozialen Arbeitsmarktes" einst mit dem Gelsenkirchener Appell.
http://www.gelsenkirchener-geschichten. ... hp?t=12414


In der WAZ konnte man diese Woche für Gelsenkirchen lesen:
Arbeitslose: 17.960 (14,2%)
Unterbeschäftigte (also Menschen, die keinen auskömmlichen Job haben bzw. im Gesetzesdschungel des Sozialstaates von einer Maßnahme in die nächste geschoben werden): 25.724 (19,6%)


Also sind gut ein Drittel der erwerbsfähigen Gelsenkirchener nicht in der Lage sich und etwaige Angehörige auskömmlich zu versorgen.

Seit Jahren werden alle Anstrengungen der Stadt durch Entscheidungen auf Bundesebene wieder pulverisiert. Und wenn das ausnahmsweise nicht passiert, dann fällt plötzlich der größte Gewerbesteuerzahler aufgrund von Ereignissen am anderen Ende der Welt aus und die Stadt hat wieder kein auskömmliches Geld für ihre Infrastruktur.

Oder eine EU-Verordnung führt zu vielen neuen Mitbürgern, die als erstes die Anträge zum Griff in die öffentliche Kasse ausfüllen oder - was weitaus schlimmer ist - von Kriminellen am Straßenstrich abgesetzt und von geilen Böcken ausgebeutet werden. Müll und Elend!

Wenn das irrsinnige Kohle- und Erdöl-Bashing weitergeht, dann wird Gelsenkirchen innerhalb der nächsten Jahre auch seine letzte nennenwerte Industrie verlieren, nämlich Energie und Chemie. Und die meisten Menschen in Deutschland werden das wahrscheinlich sogar gut finden.

Stand heute ist Gelsenkirchen abgehängt. Was soll man daran relativieren und schönschreiben?
Stell dir vor, es geht und keiner kriegt's hin.

Josel
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Beitrag von Josel »

Vermutlich muss man dir, lieber Emschi, jetzt forumskonform "Gähn" antworten. Mache ich aber nicht. Mir liegt ja etwas an meiner Heimatstadt.

Aber was ich immer noch nicht verstanden hab: was ist denn das Besondere an Herrn Baranowskis Arbeitsmarktvorschlägen?

J.
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Emscherbruch
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Beitrag von Emscherbruch »

Da haben wir was gemeinsam. Die Berichterstattung dazu ist verschlüsselt.
Stell dir vor, es geht und keiner kriegt's hin.

Troy
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Beitrag von Troy »

Das Wort "abgehängt" und sein inflationärer und stigmatisierender Gebrauch, dieses pseudo-professionelle Neusprech in der Medienlandschaft, beschäftigt mich - nein, genauer: Es gefällt mir überhaupt nicht.
Aktuelles Beispiel, wie unbesorgt manche Medienleute sich da auf Kosten von bestimmten Menschengruppen zu profilieren suchen, folgt hier:

Am 26.02.2017, Karnevalssonntag, wurde im renommierten "Presseclub" in launiger Art und Weise auch mit dem Begriff "abgehängt" operiert... Das Thema war "Reform der Reform - muss Deutschland die Agenda 2010 korrigieren?"
So gegen Ende der Diskussionsrunde und kurz bevor die Zuhörerfragen geschaltet wurden, zitierte Volker Herres, Gesprächsleitung, in Richtung der Journalistin Dagmar Rosenfeld aus einem Kommentar aus der "Welt":
"Ist doch gut, die Abgehängten bekommen jetzt ein Angebot in der politischen Mitte. In Zeiten wie diesen ist das schon ein Wert an sich."
Die Angesprochene erwiderte:
"Wie Sie die Mitte definieren, ist halt die große Frage. Bisher ist die Mitte vor allem der ab 50-Jährige."
Herres dazwischen:
"Die Abgehängten hat er gesagt"...
Es gab kurze Widerspruchsversuche, aber dann lief das Gespräch mit Abwürgen der letzten zwei Wortmeldungen einfach so aus.

Sich sachlich, engagiert, ausdruckstark mit Menschen und Inhalten zu beschäftigen, das ist eine Sache.

Dies, und das ist zunehmend zu beobachten, in einem abfälligen Ton oder abfällige Bemerkungen benutzend zu tun, das geht mir gehörig gegen den Strich.
Das hat kein einziger Mensch verdient - und eine ganze Stadt auch nicht. Selbst wenn sie nicht GE ist.

Und denen, die diesem Neusprech so locker hinterherklatschen, wünsche ich ein paar besinnliche Momente frei nach Tucholsky: "Sprache ist eine Waffe! Haltet sie scharf." Die kann auch ganz schön ins eigene Auge gehen.


Quelle: ab etwa 0:40 min ff.
http://mediathek.daserste.de/Presseclub ... d=40937956


*klugscheißmodusaus*

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kleinegemeine01
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Beitrag von kleinegemeine01 »

Das Aussprechenlassen^^ ist in politischen SitComs zur umgangssprachlichen Normalität geworden. Darum schaue ich keine Talk Shows mehr. Ich glaube, die wollen mich absichtlich aggressiv machen. Ich kann mich natürlich auch täuschen. Wer weiß dat schon. Wahrheit oder Pflicht auffe Bauernwiese am Erler Krankenhaus war geschmeidiger.

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revier04
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Beitrag von revier04 »

Schön, dass man sich so über eine Begrifflichkeit auslassen kann. Schreit ja förmlich nach einem Arbeitskreis. Wer hat den Begriff abgehängt in Zusammenhang mit Armutsverhältnissen eigentlich zuerst erwähnt. Politik, ein Sozialverband oder die Presse?

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Mechtenbergkraxler
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Beitrag von Mechtenbergkraxler »

Josel hat geschrieben:
Was ist eigentlich genau der "soziale Arbeitsmarkt", den der OB in dem Posting oben (vier oder fünf höher) anspricht? Von dieser Forderung hatte ich bislang noch nichts gehört.


J.
Seit vielen Jahren coache ich ehrenamtlich Arbeitssuchende bei Bewerbungsstrategien und bei der handwerklichen Bewerbung. Es gab gelegentlich auch mal Langzeitarbeitslose darunter, mit denen ich zunächst und naiv mein Standardvorgehen durchgegangen bin: Was kannst Du, was willst Du, wo möchtest Du gerne arbeiten, als was, was sind Deine Möglichkeiten und Grenzen. Danach: wie suche ich meine Zielgruppe aus (Unternehmen, Verwaltungen u.ä.), wie komme ich an diese ran und schließlich wie bereite ich meine Unterlagen so passgenau auf und zurecht, dass ich eine Chance habe, genommen zu werden.

Bei Leuten, die lange aus dem Arbeitsmarkt raus waren, passte das Schema nicht mehr. Es hatte sich zu viel Frust angehäuft, es waren aber auch soviel (Schein-)Abhängigkeiten entstanden, z.B. von babysittenden Omas, von einer billigen Wohnung und anderen Dingen, dass die meisten o.g. Fragen ins Leere liefen, und z.B. die Bereitschaft zu einem Ortswechsel gegen Null ging und schon ein Pendeln über 30 km mangels aktuell vorhandenem Auto gar nicht erst in Betracht gezogen wurde. Und bei einigen (ich hatte einen Fall mit bis dahin 6 Jahren Arbeitslosigkeit) war die Fähigkeit abhanden gekommen, einen ganz normalen 8-Stunden-Tag Maloche durchzuhalten.

Man kann das doof, traurig oder tragisch finden, aber genau an dieser Stelle setzt der "soziale Arbeitsmarkt" an. Genauso wie man einen Behinderten nicht im normalen Arbeitsmarkt (außer als Quotenmensch) unterbringen kann, genauso wird man Problemfälle unter Langzeitarbeitslosen nicht im regionalen Arbeitsmarkt vermitteln können. Man kommt nicht umhin, durch die öffentliche Hand Arbeitsplätze (künstlich) zu schaffen, die diesen Mitmenschen eine Chance eröffnen, aus dem Quark heraus zu kommen. Viele schaffen es aus eigener Kraft nicht. Eine Möglichkeit ist auch, fast wie bei der beruflichen Wiedereingliederung mit normalen Unternehmen zusammen ein Programm zum allmählichen (Wieder-)Einstieg in die Berufswelt zu schaffen.

Ich habe es immer vorgezogen, dahin zu ziehen, wo die Arbeit war, und nicht zu warten bis die Arbeit zu mir kam. Diese Empfehlung - das weiß ich - ist aber für viele leichter gesagt als getan.

MK
"Der Optimist hat nicht weniger oft unrecht als der Pessimist, aber er lebt froher." (Charlie Rivel, Clown)

Josel
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Beitrag von Josel »

Vielen Dank, Mechtenbergkraxler. Nun verstehe ich, um was es geht.

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Querulant
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Beitrag von Querulant »

Emscherbruch hat geschrieben:In meiner Wahrnehmung begann die Idee des "sozialen Arbeitsmarktes" einst mit dem Gelsenkirchener Appell.
http://www.gelsenkirchener-geschichten. ... hp?t=12414


In der WAZ konnte man diese Woche für Gelsenkirchen lesen:
Arbeitslose: 17.960 (14,2%)
Unterbeschäftigte (also Menschen, die keinen auskömmlichen Job haben bzw. im Gesetzesdschungel des Sozialstaates von einer Maßnahme in die nächste geschoben werden): 25.724 (19,6%)


Also sind gut ein Drittel der erwerbsfähigen Gelsenkirchener nicht in der Lage sich und etwaige Angehörige auskömmlich zu versorgen.

Seit Jahren werden alle Anstrengungen der Stadt durch Entscheidungen auf Bundesebene wieder pulverisiert. Und wenn das ausnahmsweise nicht passiert, dann fällt plötzlich der größte Gewerbesteuerzahler aufgrund von Ereignissen am anderen Ende der Welt aus und die Stadt hat wieder kein auskömmliches Geld für ihre Infrastruktur.

Oder eine EU-Verordnung führt zu vielen neuen Mitbürgern, die als erstes die Anträge zum Griff in die öffentliche Kasse ausfüllen oder - was weitaus schlimmer ist - von Kriminellen am Straßenstrich abgesetzt und von geilen Böcken ausgebeutet werden. Müll und Elend!

Wenn das irrsinnige Kohle- und Erdöl-Bashing weitergeht, dann wird Gelsenkirchen innerhalb der nächsten Jahre auch seine letzte nennenwerte Industrie verlieren, nämlich Energie und Chemie. Und die meisten Menschen in Deutschland werden das wahrscheinlich sogar gut finden.

Stand heute ist Gelsenkirchen abgehängt. Was soll man daran relativieren und schönschreiben?
An sich richtig, aber ich verstehe den Hinweis nicht, dass auf bundesebene Anstrengungen der Komune torpediert werden. Was meinst Du damit?

Q
Und der sprechende Hut flüsterte zu mir:
"Slytherin!"

Trump!

Querulant
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Beitrag von Querulant »

manuloewe59 hat geschrieben:Bild
So eloquent wie man es erwarten durfte.

Q
Und der sprechende Hut flüsterte zu mir:
"Slytherin!"

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Pedda Gogik
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Beitrag von Pedda Gogik »

@Querulant .... wenn du etwas intensiver nachdenkst, wird dir sicherlich auffallen, dass sich dieses Bild explizit auf deinen wichtigen Beitrag bezieht.
Eine objektive Diskussion über die Situation in Gelsenkirchen und letztlich dem gesamten Ruhrgebiet ist sicherlich sinnvoll.

...................... :wink:

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