Mal wieder Spitze - oder wie lange machen wir das noch mit?

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WildeHilde
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Leider

Beitrag von WildeHilde »

@josel

kann man Dein eingestelltes Video im Spiegel nicht mehr erreichen. Neuer Versuch.

http://www.youtube.com/watch?v=muTMLuGW ... uTMLuGWrp8

Grüße WildeHilde
Bankraub: eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank.
-Berthold Brecht-

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timo
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Beitrag von timo »

Hatten wir den schon?

Gelsenkirchener fehlen am häufigsten krankheitsbedingt auf der Arbeit (und auf Platz 2 und 3 folgen die Nachbarstädte Herne und Bochum).

Im dazugehörigen Bericht in den RTL-News vorhin wurde neben den im Artikel aufgeführten Gründen vorhin noch ein weiterer genannt, der einleuchtet: Der Anteil der Bürojobs in Industriestädten wie Gelsenkirchen ist vergleichsweise gering. Und ein solcher erlaubt es einem Angestellten, auch mit einem eingegipsten Bein o.Ä. zur Arbeit zu kommen, während ein Postbote oder ein Arbeiter in einem Industriebetrieb damit definitiv arbeitsunfähig ist.
Und was hat das mit Gelsenkirchen zu tun?

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-Locke-
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Beitrag von -Locke- »

mmmh... da fällt mir nix zu ein, bzw. auch nach Beobachtungen zu meinen Umfeld haut das nicht hin Da wird mit Fieber und Kopf unterm Arm gearbeitet, Grippe ist schon gar nicht relevant... - und wenn nicht gerade ein Unfall vorliegt - gehts an die Schüppe....
Gelsenkirchen (RPO). Eine Studie hat Krankmeldungen ausgewertet:(..) Durchschnittlich 23,6 Krankheitstage pro Jahr fallen in der Stadt im Ruhrgebiet an, wie eine Auswertung von Daten der Versicherung AOK durch das Magazin "Men's Health" ergab.(...)
... ich hab keine Ahnung wieviel Mitglieder die AOK im Vergleich zu anderen Krankenkassen hat...mit Statistiken hab ich es nicht so....
Zuletzt geändert von -Locke- am 14.09.2011, 11:06, insgesamt 1-mal geändert.

Neu-Resser
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Beitrag von Neu-Resser »

Die höchste Arbeitslosigkeit, die meisten Krankentage, die Privatinsolvenzen steigen auch immer mehr an, ebenso ist Gelsenkirchen auf dem 3 Platz der Städteverschuldung...

Da muss man schon sagen GE ist echt in fast allen Belangen ein "leuchtendes" Beispiel. :roll:

Na immerhin haben wir die niedrigsten Müllgebühren. :wink:
Hier ( ) Nagel einschlagen für einen neuen Monitor

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revier04
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Beitrag von revier04 »

Neu-Resser hat geschrieben:Die höchste Arbeitslosigkeit, die meisten Krankentage, die Privatinsolvenzen steigen auch immer mehr an, ebenso ist Gelsenkirchen auf dem 3 Platz der Städteverschuldung...

Da muss man schon sagen GE ist echt in fast allen Belangen ein "leuchtendes" Beispiel. :roll:

Na immerhin haben wir die niedrigsten Müllgebühren. :wink:

GE hat halt den Strukturwandel (noch) nicht geschafft.

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rapor
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Beitrag von rapor »

Nö, noch ist ja noch was übrig!
Aber das kommt auch noch weg und Rest-GE wird dann nach Meckpomm verlegt!
Dann passt das wieder!
Signaturen lesen ist Zeitverschwendung!

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Emscherbruch
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Wie ein Ranking die Zukunft vorhersagen soll

Beitrag von Emscherbruch »

Hier kommt noch was absolut sowas von wissenschaftliches an Studie hinterher:
Die Nachhaltigkeitsstudie der Wirtschaftswoche vom Juni 2012.
http://www.ifw-kiel.de/wirtschaftspolit ... KPB_50.pdf

Das Ergebnis vorweg. GE ist auf Platz 50 von 50 bzw 100 von 100 gelandet. Sucht es euch aus. :wink:

Wer Lust hat sich das ein wenig genauer anzugucken, der mag weiterlesen. Man verpasst aber nichts Existenzielles, wenn man das nicht macht.



Wie ein Städte-Ranking die Zukunft vorhersagen soll

Wenn etwas gemessen werden soll, was nicht messbar ist, nämlich die Zukunft, dann braucht man dafür heute Wissenschaftler, also Experten, die die Zukunft mit wissenschaftlichen Methoden, nach wissenschaftlichen Kriterien, wissenschaftlich bestimmen.
Früher hätte man gesagt, mal gucken was kommt. Die Unbelehrbaren befragten Wahrsager. Es kam nie wie vorhergesagt.

Heutzutage ist es üblich, dass man Städterankings durch "Propheten der Volkswirtschaftslehre", also Volkswirte, veranstalten lässt und offenbar ist es eine bewährte Methode, der staunenden Bevölkerung das Ergebnis als eine Art Bundesligatabelle zu präsentieren, denn die Bundesligatabelle kann jeder lesen. Auch die Botschaft ist klar: Wer oben steht darf feiern. Wer unten steht steigt ab.

Warum macht man das, ein Städte-Ranking?
Die Bevölkerung und die Wirtschaft (wer immer das genau ist) braucht Orientierung darüber, wo sie sich wohl fühlen soll und wo nicht. Die Menschen sollen jetzt schon wissen, wo sie in Zukunft den deutschen Meister der Städte zujubeln können. Und die einzige absolut sichere Methode um Wahrheiten für die Zukunft zu präsentieren ist die Mathematik.

Damit das ganze nicht zu schlicht und durchschaubar daherkommt, gerät erst einmal der Trendbegriff "Nachhaltigkeit" in dieser Studie in die Mühlen der Volkswirte. Nachhaltigkeit ist heute alles. Das Wort taucht in der Studie ständig auf. Den Begriff "nachhaltige Wohlfahrt" muss man erst einmal nachvollziehen. Andauernde Wohlfahrt, also dass Städte möglichst lange Gutes für die Bevölkerung tun können, etwas höchst Gummiartiges, das sollte "gemessen" werden. Streng wissenschaftlich natürlich. Sozusagen ein Blick mit dem geeichten Mess-Sucher in die kalibrierte Glaskugel. Das Maß, mit dem das Unmessbare gemessen wurde, versteckt sich dann - das verwundert nicht - in einer zentralen mathematischen Formel, deren Aussagekraft nur unter Grundannahmen gilt, die vorher definiert wurden und in der Faktoren und angenommene Tatsachen von Forschungsergebnissen, die knapp 10 Jahre alt sind, eingerechnet werden. Alles klar?
Irgendwie muss man ja mal anfangen mit dem Blick in die Zukunft, nicht wahr?
Volkswirte zimmern sich ihr Wertesystem und verkündet dieses als Maß der Dinge für die Zukunft der Städte. Eine Wissenschaft macht sich eigene Gesetze, auch wenn es kaum Gesetzmäßigkeiten gibt, die man jemals nachweisen konnte. Hauptsache Indikatoren für alles und nichts stehen irgendwo in der Literatur und dann presst man die Welt exklusiv für diese Studie in eine einzige Formel. Aus einem Haufen Mutmaßungen entsteht so Mathematik und die Ergebnisse der Mathematik sind immer wahr. Also ...

In 5 Kategoriene wurde gewichtet und abgewogen bis hinter die 2. Kommastelle. Das macht enormen Eindruck. Wenn kein System zu erkennen ist, dann muss es wohl stimmen.

So legten jene Studienmacher fest, dass die Feinstaubelastung geringfügig höher bewertet wird beim "Messpunkt Luftqualität" als das Geschlechterverhältnis beim "Messpunkt Demographie". Es gibt da wohl ein Optimum im Verhältnis Mann/Frau, das festgestellt (oder festgelegt?) wurde. Und mit einer einzelnen Messtation am ungünstigsten Standort kann die Luftqualität einer ganzen Stadt klassifiziert werden, das weiß ja jeder.

Die Anzahl an "Fraunhofer-, Max-Planck-, Helmholtz und Leibniz-Instituten je 1000 Einwohner" wird gleich bewertet, wie die "Anzahl an Studierenden je 1000 Einwohner" beim "Humankapital".

Kinderbetreuung ab kurz nach der Geburt durch den Staat oder wem auch immer, nicht aber durch einen Elternteil(!), hebt das "Humankapital" an und ist auch gut, so wird unterstellt, denn sonst gäbe es nicht so viele Punkte dafür.

Beim Thema Wirtschaftskapital dann fast hilflos wirkende Messpunkte: "Offenheit ggü Internet" wird als "Innovationssteigernder Faktor" ausgeschrieben und dann mit "Registrierte de-Domains/Einwohner" gemessen. Bis Du innovativ, hastu de-Domain, musstu machen. Was mit der Domain gemacht wird? Offenbar uninteressant.

Städte müssen einen Facebook-Auftritt haben, sonst gibt es keine Punkte. Von Facebook hängt die Zukunft in den Städten ab. Die Qualität des Internetauftritts einer Stadt wird nach einem besonders wissenschaftlichen Maß bewertet nämlich (Achtung, hier werden die Studienmacher vorbehaltlos ehrlich) "Eigene Bewertung auf Skala zwischen 0 und 3". Dies gilt anschließend als Maß für das Engagement der Stadtverwaltung. :shock:

Ansonsten werden jede Menge Statistiken herangezogen, die teils veraltet, teils nicht vergleichbar sind. So wird die Müllmenge an Hausmüll pro Einwohner gemessen und gewertet. Gelsendienste erfasst aber z. B. "Hausmüll", der bei Firmen abgeholt wird, nicht getrennt von den Haushalten. Da die Müllgebühren in GE besonders niedrig sind, beauftragen die ansässigen Firmen den kommunalen Abfallentsorger und nicht private Entsorger wie in anderen Städten. Heraus kommt in der Statistik, dass der durchschnittliche Gelsenkirchener viel zu viel Müll pro Kopf produziert! SOWAS IST NICHT NACHHALTIG!

Am Ende spricht das "Kiel Institute for the World Economy" für die Städte Empfehlungen aus. Diese sind weder neu, noch zeigen sie Lösungen. Heiße Luft. Für Gelsenkirchen fallen die Empfehlungen geradezu spektakulär aus. Was die "Wissenschaft" so alles herausfindet ...

- Reduzierung der Feinstaubbelastung
Es wird vorgeschlagen, dass 25% weniger Feinstaub an der einzigen Messstation in der Stadt gemessen werden sollen, damit Gelsenkirchen im Ranking einen Platz besser stehen könnte. Aber nur wenn:
- Arbeitslosenquote um 3% gesekt wird,
- Jugendarbeitslosigkeitsquote um 3% gesenkt wird,
- 50% weniger Schulabgänger ohne Abschluss entstehen,
- die Beschäftigungsquote, Schulische Förderung von Migranten und Schulabgänger mit Hochschulreife steigt, wie der Durchschnitt der 10 "bestgerankten" Städte.

Zur Situation der Bildungsförderung sagte letztens ein Vertreter der Stadt in der WAZ: In der Studie wurden die Auszeichnungen, die Gelsenkirchen in den letzten Jahren durch die UNESCO bekommen hat (wegen der Programme und Anstrengungen zur Verbesserung der Situation in diesem Bereich in den letzten Jahren) weder berücksichtigt noch zur Kenntnis genommen. Die Zahlen sind veraltet. Dass eine einzige Feinstaubmesstation eine Aussage über die gesamte Luftqualität im Stadtgebiet machen kann, dass glauben - nein das "wissen" - wohl nur Volkswirte. Wissenschaftlich ist irgendwie anders.

Wenn etwas gemessen werden soll, was nicht messbar ist, nämlich die Zukunft, dann kommt etwas heraus, was selbst der schlichteste Denker unter uns aus dem Bauch heraus spontan gesagt hätte: Den reichen Städten wird es in naher Zukunft besser gehen als den armen Städten. Wer hätte das geahnt. :D

Ist das aber nun ein Grund nach Stuttgart zu ziehen, der angeblich grünsten Stadt Deutschlands, wie die Wirtschaftswoche vermeldet?
"Stuttgart ist die grünste Stadt Deutschlands"? http://www.wiwo.de/technologie/umwelt/n ... 55574.html
Wie konnte jene Schlagzeile überhaupt aufgrund der Ergebisse der Studie entstehen?
Mit der Studie sollte doch vorhergesagt werden, welche Stadt den Bürgern in der Summe am meisten und am längsten teils willkürlich festgelegte "Wohltaten" wird entgegenbringen können. Und nun das Ergebnis: Stuttgart ist grün - nicht nachhaltig. - Auch das überrascht nicht wirklich. Kretschmann kannten wir alle schon vor der Studie.

Fazit: Leider lassen sich viele Menschen von so einem Ranking beeindrucken. Manche lassen sich gar beeinflussen. Die Bundesligatabelle ist da eindeutig spannender und wirklicher. Nebenbei lehrt sie uns, dass die Zukunft nicht vorausberechnet werden kann.
Stell dir vor, es geht und keiner kriegt's hin.

Animken
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Beitrag von Animken »

Also ich lese solche Studien, solche Rankings, obwohl ich keine Freundin davon bin.
Ich lese sie und ich weiß aus eigener Erfahrung dass sich relativ viele Menschen, auch wenn Sie diese Studien und Rankings nicht ausführlich lesen und zum Teil auch gar nicht genau wissen, auf welcher Basis die ein oder andere Erhebung basiert, darauf beziehen und sich daran orientieren. Münster nutzt z. B. solche Rankings ganz explizit zu Werbe-Zwecken im Tourismus-Bereich. Kein Problem!

In Gelsenkirchen werden meiner Meinung nach jedoch die vielen positiven Entwicklungen viel zu häufig zwar von der Stadt Gelsenkirchen propagiert, jedoch von vielen Teilen der Bevölkerung komplett ignoriert. Warum ist das so? Ist denn die Wahrnehmung hier nur noch auf die offensichtlichen Probleme hin fokussiert? Das will ich nicht glauben! 8) :wink:

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Heinz O.
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Beitrag von Heinz O. »

Ist Gelsenkirchen die faulste Stadt Deutschlands? | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/gelsenk ... 1547722856
Gelsenkirchen ist die faulste Stadt in Deutschland. Das will ein österreichischer Mathematiker herausgefunden haben. Bewertet wurden die 50 größten deutschen Städte. Kriterien waren etwa das Bruttoinlandsprodukt, das verfügbare Einkommen und die Krankheitstage pro Einwohner , die Zahl der privaten Schuldner und die der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss.
:irre3:
Micha

Irgendwie machen GEschichten süchtig .......

Ruhpottler46
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Beitrag von Ruhpottler46 »

Wenn man sich mal den Artikel etwas genauer Betrachtet steck schon ein quwenchen wahrheit drin. Wobei der Bergriff Faul oder Faulheit nicht richtig ist.
Gelsenkirchen hat wie auch andere Städte im Ruhrgebiet
nicht rechtzeitig auf Veränderungen reagiert und wurde damit zu einem typischen Beispiel für den Teufelskreis der Faulheit
Nehmen wir jetzt einmal das Wort Faulheit als synonym für Hohe Arbeitslosigkeit und dadurch auch eine Hohe Anzahl an Leuten die durch irgendwelchen Gründen keine Lust mehr auf Arbeit haben, dann ist diese Aussage gar nicht mal so unrichtig. Halt irgendwie falsch formuliert. Fakt ist doch das wir nunmal durch die Abwanderung bzw. Schließung der Großindustrie seit Jahrzehnten eine sehr Hohe Arbeitslosenzahl haben und es dadurch auch viele gibt die mittlerweile schon seit mehreren Generationen vom Staat leben und nichts anderes vorgelebt bekommen haben.
Wohlgemerkt nicht jeder der Arbeitslos ist muss sich jetzt diesen Schuh anziehen aber dennoch darf man nicht hingehen und dies Ignorieren. Aber es sind sehr viele Menschen in den 70er und 80er Jahren einfach zum Sozialamt geschoben worden und mehr oder weniger zum nichtstun erzogen worden. Die Miete wurde bezahlt, Strom, Heizung, Telefongrundgebühr, Geld zum Einkaufen, Elektrogeräte wurden repariert, Geld für Renovierung, Urlaub, Kleidergeld 2 mal im Jahr, Weihnachtsgeld und einiges mehr.
Warum dann noch Arbeiten gehen?
Da braucht man sich nicht zu Wundern wenn von diesen Leuten die Kinder zum größten Teil auch nicht arbeiten gehen wollten.

Fast jede Stadt habe in ihrer Geschichte mit Problemen wie einem sterbenden Industriezweig oder einem abwandernden Konzern zu kämpfen.Hörhan: „Dann kommt es darauf an, wie sie reagiert. Wenn sie Arbeitsplätz ohne Zukunft subventioniert und sich von öffentlichen Geldern abhängig macht, statt in Innovationen und Bildung zu investieren, hat der Teufelskreis der Faulheit schon begonnen.“ Und, dieser Satz des Österreichers soll nicht vorenthalten werden: „Die Fleißigen, die dazu in der Lage sind, ziehen weg oder lassen sich demotivieren und werden selber faul, bis die Faulen in der Mehrheit sind.“
Im Grunde hat er ja Recht mit seinem Teufelskreis aber auch hier finde ich den Begriff Faulheit als Falsch.

Würde es so ausgedrückt werden würden es wahrscheinlich sehr viel weniger aufsehen erregen
"Fast jede Stadt habe in ihrer Geschichte mit Problemen wie einem sterbenden Industriezweig oder einem abwandernden Konzern zu kämpfen.Hörhan: „Dann kommt es darauf an, wie sie reagiert. Wenn sie Arbeitsplätz ohne Zukunft subventioniert und sich von öffentlichen Geldern abhängig macht, statt in Innovationen und Bildung zu investieren, hat der Teufelskreis der Hohen und Langen Arbeitslosigkeit schon begonnen.“ Und, dieser Satz des Österreichers soll nicht vorenthalten werden: „Die Arbeitslosen, die dazu in der Lage sind, ziehen weg oder lassen sich demotivieren und bleiben Arbeitslos, bis die Arbeitslosen in der Mehrheit sind."

Gut es war jetzt nur mal so eine Gedankenspiel aber was soll man auch von so einem Schluchtenka.... anderes erwarten.
Solche Leute die so etwas aus der Ferne beurteilen kann man doch nicht ernst nehmen.
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timo
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Beitrag von timo »

Ruhpottler46 hat geschrieben:Nehmen wir jetzt einmal das Wort Faulheit als synonym für Hohe Arbeitslosigkeit
Wenn die Studie das gleichsetzt (und das tut sie zumindest begrifflich zweifelsohne), ist sie nicht nur unsinnig, sondern auch diskriminierend.

Arbeitslosigkeit, niedriges BIP und private Verschuldung werden mit Faulheit der Bewohner gleichgesetzt, ohne auf die Strukturschwäche der Stadt Rücksicht zu nehmen?

Viele Krankheitstage im Schnitt werden ebenfalls mit Faulheit der Einwohner gleichgesetzt, ohne die Gegebenheiten des lokalen Arbeitsmarktes zu berücksichtigen? Einen Bürojob kann man nun mal auch mit Gipsbein oder diversen anderen Gebrechen noch gut verrichten, während das bei vielen anderen Berufen (darunter vielen in der Industrie, die in Gelsenkirchen überproportional vertreten sind) nicht möglich ist. (Sage ich als Büromensch.)

Man kann es vermutlich nicht verhindern, daß Wissenschaftlern manchmal der Realitätsbezug verloren geht, aber das Ergebnis davon solche Studien sind, warum kann man die dann nicht einfach wegschmeißen, anstatt sie in den Medien zu veröffentlichen? :roll:
Und was hat das mit Gelsenkirchen zu tun?

Ruhpottler46
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Beitrag von Ruhpottler46 »

Man kann es vermutlich nicht verhindern, daß Wissenschaftlern manchmal der Realitätsbezug verloren geht, aber das Ergebnis davon solche Studien sind, warum kann man die dann nicht einfach wegschmeißen, anstatt sie in den Medien zu veröffentlichen?
Sehr viele Wissenschaftler und auch Politiker sowie viele andere Studierte haben Realitätsprobleme. Allerdings bekommt man für solche Studien Geld vor allem wenn diese auch gut veröffentlicht werden. Hat zudem auch vielleicht den Vorteil das andere die auf so etwas Hören sich ein Urteil bilden können was hier los ist und wie sich die Menschen hier verhalten ohne das man wirklich hier ist. Wenn solche Sache gut platziert werden hält es eventuell auch Leute ab hier zu Investieren.
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jaberwocky
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Beitrag von jaberwocky »

Hmm .
Nun der Mann hat in fast allem Recht.
Faulheit als Aussage kann ich mit seinen Ergebnissen zwar nur bei unserer politischen Führung spiegeln ,aber auf gar keinen Fall mit der Bevölkerung verbinden,hier sehe ich eher eine Art der Lethargie. Alles andere passt ,...leider.
Es hat aber auch viel mit Überalterung,Überfremdung,und eben Wegzug der Intelligenz,
und damit mangelnder innovativer Fähigkeiten zu tun.
Dies ist aber ein allgemeines Ruhrgebietsproblem.(auch im hochgelobten Essen!!!!)
Gruß

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blaumann
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Beitrag von blaumann »

timo hat geschrieben:Man kann es vermutlich nicht verhindern, daß Wissenschaftlern manchmal der Realitätsbezug verloren geht, aber das Ergebnis davon solche Studien sind, warum kann man die dann nicht einfach wegschmeißen
Ist doch nicht erlaubt, Wissenschaftler einfach wegzuschmeißen... hab ich auch gar keine Tonne für :frankenstein:

ich weiß, daß du etwas ganz anderes geschrieben hast

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gutenberg
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Eigene Erfahrung

Beitrag von gutenberg »

Als ich erfuhr, dass die Stadt Gelsenkirchen angesichts des Zechensterbens (pro Pütt 2.000-4.000 Arbeitsplätze) mit Steuergeldern anfing, den Bau einer Pulli-Fabrik in Resse mit 500 Arbeitsplätzen als innovativen Schub in die richtige Zukunft angesichts des Strukturwandels zu verkaufen, wusste ich, dass es Zeit war, die Koffer zu packen...

Bevor die Großindustrie in GE zusammenbrach, konnte man mit Fug und Recht von Deutschlands fleißigster Stadt sprechen.

Natürlich haben die "Stadtväter" jetzt alle Hände voll zu tun, im ganzen Ruhrgebiet. Dazu gehört eben mehr, als sich als "Ruhris" feiern zu lassen. Aber wie sieht denn die Zukunft aus, wenn die Städte so weiterwursteln und sich über sog. "Kulturmaßnahmen" ein positives und lebensbejahendes Image zu geben versuchen?
Drei Generationen Hartz-IV-Empfänger in einer Familie?
Oder "Lasst uns über einer zusammenbrechenden Infrastruktur schöne Grünanlagen bauen und uns wieder als Kulturhauptstadt bewerben?" Oder "Ist da noch irgendeine Kaue, die wir zur Kulturschmiede umbauen können?"
Was wird aus den Schulen, wenn eine Stadt nach der anderen den Großstadtstatus verliert?
Angesichts der zunehmenden Zahl an Schulbabbrüchen stellt sich die Frage nach dem "Warum?".
Das ist eine elementar wichtige Frage für eine Industriestadt. Und man darf vor der ehrlichen Antwort keine Angst haben.

Ich schreibe dies alles nicht aus Häme, weil ich früh genug die Kurve gekriegt habe, sondern weil meine Heimat, die Heimat meines Herzens, noch immer Buer bei Gelsenkirchen ist!

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