Alter Friedhof - Südfriedhof

Ruhe in Frieden

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Die Rossi
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Alter Friedhof - Südfriedhof

Beitrag von Die Rossi »

Also der "Alte Friedhof" hatte für mich immer etwas Unheimliches. Ich durfte da auch nie hin, hab's natürlich trotzdem getan und kann mich heute an nichts wirklich Unheimliches außer ein paar betrunkener Obdachloser erinnern. Das war Ende der 60er!
Auf diesem netten Lederhosenfoto meine ich mindestens 2 Nasen zu erkennen, die ab 1967 bis 1971 mit mir auf die Grundschule am Haidekamp gegangen sind (Klasse bei Frl. Haupt!). So 'ne Lederhose hatte ich als Mädchen im Übrigen auch, und nicht mal eine rote (die waren wohl ausverkauft, als meine Oma beim WEKA "zuschlug"). Ich hab die Dinger gern getragen, weil sie einem alles verziehen...

Ich finde dieses Forum als alte (fast 47 jährige) Ückendorferin, die mittlerweile in Kiel lebt, wirklich "großes Kino".
LG aus mittlerweile Kiel

Die Rossi

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Claus
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Beitrag von Claus »

Ich bin Baujahr 56, auch für mich hatte der Friedhof etwas unheimliches, das Große Kreuz damals, schade das es davon keine Fotos mehr gibt, und hinten am Spielplatz mit den beiden Sandkästen, und auf dem Weg zu den Sandkästen ein unheimlicher Baum, der ein Ast weg hatte, und das Astauge ein so anschaute, der noch ein anderen Ast fast rechtwinklich wie Arme, wo ein Arm fehlte., ist aber schon weg, hab ich gesehen.unsere mutter ging mit uns immer zum Sandkästen, auch im Kindergarten.

Gruß Claus
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Geb. 1956 in Rotthausen, ab 1957 in Ückendorf-Festweg 5 weitergelebt, ab 1982 bis jetzt in Witten.

Troy
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Beitrag von Troy »

die straße "elsa-brandström-straße", in deren knick zum haidekamp der friedhof liegt, war mein erster schulweg. komischer name - elsa brandström, konnte ich als kind nicht einordnen. und ich weiß noch, dass man da vom festweg aus längs ging zuerst an einem hühnerhof vorbei (die leute hatten zum bewachen der hühner und der eier einen schäferhund) und dann geradeaus auf die "dunkle" ecke zu zum eingang des friedhofs.
:ghost3: im winter spannend und ein bißchen gruselig... die büsche und bäume waren dann besonders "lebendig"

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Verwaltung
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Beitrag von Verwaltung »


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brucki
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Beitrag von brucki »

Unglaublich aber wahr: Heute war ich zum ersten Mal in dem alten Friedhof spazieren. Finde komisch, daß man vom Festweg einen langen Weg laufen muß und sich erst dann die große Fläche öffnet. Ich find's nett dort. Kann zwar nicht mit dem von-Wedelstedt-Park konkurrieren, aber er kommt mir trotzdem ein bißchen wie ein "Geheimtip" vor, in den sich nicht jeder verirrt.

Eine Frage:
Das Haus Elsa-Brandström-Straße 9 befindet sich ja quasi auf dem ehemaligen Friedhof. Handelt es sich hierbei vielleicht um den ehemaligen Wirtschafthof? Hat jemand eine Ahnung?

Der Feldmarker
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Beitrag von Der Feldmarker »

brucki hat geschrieben: Eine Frage:
Das Haus Elsa-Brandström-Straße 9 befindet sich ja quasi auf dem ehemaligen Friedhof. Handelt es sich hierbei vielleicht um den ehemaligen Wirtschafthof? Hat jemand eine Ahnung?
Hallo Brucki,

ich denke mal nicht. Der alte Friedhof wird seit Ewigkeiten nicht mehr belegt. Selbst mein Vater (Jahrgang 1924) konnte sich nicht mehr erinnern, daß auf diesem Friedhof noch beerdigt wurde. Ich weiss auch nicht, ob man ehemals schon einen Wirtschaftshof kannte.

Meines Wissens, war alles, was mit dem ehemaligen Friedhof zu tun hatte, in und an der ehemaligen Leichenhalle (ehem. Spunk) untergebracht.

Glückauf

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Beitrag von Der Feldmarker »

Troy hat geschrieben:aus längs ging zuerst an einem hühnerhof vorbei (die leute hatten zum bewachen der hühner und der eier einen schäferhund)
Hallo zusammen,

der Hühnerhof gehörte der Fam. Höpfner. Dort gab es auch einen kleinen Laden mit oder für den Verkauf. Es war nur ein kleiner Verkaufsraum mit einer kleinen Kühltheke und weissen Fliesen. Herr oder Frau Höpfner bedienten selbst. Mein Vater und ich sind mind. alle 14 Tage dort gewesen und haben Eier und Hühnchen gekauft.

Des weiteren waren bei schönem Wetter, die Hühner immer draussen. Also gab es in den 60 er Jahren schon echte Hühner Freilandhaltung in Ückendorf.

Wenn mich nicht alles täuscht, sind sogar die alten Ställe imer noch vorhanden, vor ca. 2 Jahren war es noch so.

Ein Sohn der Fam. Höpfner war mit mir Messdiesner in St.-Thomas-Morus.

Mich würde eigentlich mal interessieren, ob die Fam. Höpfner dort noch wohnt und die ehem. Hühnerzucht noch bewirtschaftet.
Troy hat geschrieben:geradeaus auf die "dunkle" ecke zu zum eingang des friedhofs.
evtl. kannst du dich noch daran erinnern: genau gegenüber der dunklen Ecke Haidekamp/Elsa-Brandström-Str. das Eckaus, ist heute umgebaut und renoviert. Dort waren immer bunte Zwerghühner 4 - 8 Hühner und ein Hahn im Garten. Die Zwerghühner konnte man durch den Gitterzaum beobachten. Bin immer schon vorgerannt, so konnte ich dort nen paar Minuten länger stehen bleiben und die Hühner betrachten.

Ich weiss nicht, ob es einen von euch interessiert, Pastor Berghaus von St. Thomas-Morus ist verstorben und wird diese Woche auf dem Südfriedhof beerdigt. Gehört aber evtl. auch nicht hier hin.

Glückauf

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brucki
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Beitrag von brucki »

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brucki
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Beitrag von brucki »

Am 13.07.2013 führte der Heimatbund Gelsenkirchen eine Führung über den Südfriedhof durch. Im Veranstaltungsfred finden sich Fotos und Informationen:

http://www.gelsenkirchener-geschichten. ... hp?t=12277

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brucki
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Beitrag von brucki »

Yibe hat geschrieben:Ich kenne den Südfriedhof seit meiner Kindheit und ich beobachte mit Sorge, dass dieser herrliche Friedhof zunehmend ungepflegter aussieht.
(Aus: http://www.gelsenkirchener-geschichten. ... 530#396530)

Wie in dem Bericht über den Rundgang beschrieben nimmt die Anzahl der Bestattungen kontinuierlich ab und daher werden augenscheinlich bestimmte Bereiche (m. E. die dem Haupteingang nahen Bereiche im Teil östlich des Hauptweges) aufgegeben und nicht mehr gepflegt.

Diese scheinen aber durch die Wegnahme der Wege auch nicht mehr an das Wegenetz angeschlossen. Die aber noch aktiven Bereiche scheinen mir durchaus gepflegt.

Oder hab' ich was übersehen? :o

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Ego-Uecke
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Beitrag von Ego-Uecke »

Hhhhmmm, kann ich nicht unterschreiben. Ich finde, der Südfriedhof lädt immer noch zu einem ruhigen Spaziergang ein. Besser als die Parks, die eigentlich der Erholung und Erbauung dienen sollten.

von waldbröl
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Beitrag von von waldbröl »

Nö, kann ich auch nicht unterschreiben. Wir machen oft die große Runde über den Südfriedhof, alles ordentlich und sauber.

Außer dass da Blumen und Metall von den Gräbern geklaut wird und schon mal Leute überfallen werden keine Beanstandungen meinerseits.

Wolle

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Manulan
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Beitrag von Manulan »

Der Südfriedhof, auf dem einige Menschen begraben sind, die mir zu ihren Lebzeiten nahe standen, liegt nur wenige Schritte von meiner Wohnung entfernt. Im Laufe der Zeit habe ich mir angewöhnt zumindest einen Teil des Sonntagnachmittags auf diesem Friedhof zu verbringen. Manchmal besuche ich nur die Gräber meiner Familie. „Ich bin den Toten treu, ich lebe mit Ihnen“ sagte Francois Truffaut in einem Zeitungsinterview; so halte ich es auch.

Manchmal nehme ich mir jedoch die Zeit, einen vorher ausgesuchten Teil des Friedhofs kennen zu lernen. Dann gehe ich von Grab zu Grab, mache auch Fotos und je älter ich werde desto mehr mir vertraute Namen nehme ich auf den Grabsteinen wahr. Da sind einige Handwerker die ich aus der Zeit meiner kaufmännischen Lehre kenne. Fernerhin die Frau die in den 70er Jahren eine im regionalen Umfeld bekannte Diskothek betrieb und erst kürzlich mehr als neunzig Jahre alt starb. Sie liegt nicht weit von dem aus alter lombardischer Familie stammende ehemalige Leiter des hiesigen Hygiene Instituts. Erwähnenswert ist auch die „Lehrergruft“ eine Grabstätte in der sechs der acht Bestatteten unter ihrem Namen die Berufsbezeichnung „Lehrer“ oder „Lehrerin“ in Stein meißeln ließen.

Ein Grabstein kann über Namen und Lebensdaten hinaus etwas über den Menschen aussagen dessen Reste unter ihm bestattet liegen. Der Trend zur „Individualisierung“ macht auch vor dem Tod nicht halt. Während früher – wie in den Todesanzeigen der Zeitungen – in der Regel neben dem Namen ein lateinisches Kreuz zu sehen war herrscht heute Vielfalt: Katholiken ergänzen ihren Grabstein gelegentlich mit einer bronzenen Marienstatue, Architekten lassen einen Zirkel einmeißeln, Ärzte den Äskulapstab, Motorradfahrer „Gotisches“, Musiker eine Trompete, Fußballfans das Emblem ihres Bundesligavereins. Letzteres ufert in meiner Stadt dahingehend aus, das eigene Grabfelder für Fussballfans eines bestimmten Vereins angelegt werden.

Manchmal jedoch weiß ich das gemeißelte Symbol nicht gleich zu deuten So fiel mir kürzlich dieser Stein auf:

Bild


TELETAKT? Nie gehört. Sah ähnlich aus wie das Gerät das ich im beruflichen Umfeld zum messen der Holzfeuchtigkeit verwende; vom Namen her dachte ich eher an ein elektronisches Metronom. Zuhause angelangt verschaffte ich mir mit Hilfe von wikipedia Klarheit und war überrascht.

Teletakt ist ein Telereizgerät. Laut Werbung: "Das Erziehungshalsband für Hunde". Es besteht aus einem
Handgerät mit dessen Hilfe elektrische Impulse ausgelöst werden können und einem Halsband das diese Impulse "empfängt". Vereinfacht: Verhält sich der Hund nicht wie gewünscht kann man ihm aus der Ferne einen elektrischen Schlag versetzen. Die Nutzung solcher Telereizgeräte ist in Deutschland seit 2006 verboten; es gibt aber wohl eine Lobby die versucht, zumindest der Abrichtung von Jagdhunden unter tierärztlicher Aufsicht wieder eine gesetzliche Grundlage zu verschaffen (etwa über den Umweg Waffengesetz).

Nun rätsele ich was einen Menschen veranlasst, den Namen eines solches Gerätes nebst Abbildung auf seinen Grabstein meißeln zu lassen. Die Nachricht ist ja wohl: "Teletakt" hat in meinem Leben eine so wichtige Rolle gespielt das die noch auf dieser Welt Weilenden es erfahren sollen. Die Grabstätte selbst gibt Aufschluss über folgendes: Der Mann ist verhätnißmäßig früh gestorben. Er wurde 64 Jahre alt. Die Anordnung von Text und Symbol auf dem Stein sowie die Größe der Gruft legen nahe, das es eine Witwe gibt die noch an seiner Seite die letzte Ruhe finden soll. Die Grabstätte wird aufwändig von einem Gärtnerbetrieb gepflegt was darauf schließen lässt das es sich um einen zu Lebzeiten wohlhabenden Mann gehandelt hat.

Weiter wichtig: Das Grab liegt nahe am Hauptweg des Friedhofes aber dennoch versteckt in einem kleinen Nebenweg. Es gibt nur drei weitere, ähnlich aufwändig gestaltete und gepflegte Gräber. In Analogie zu Begrifflichkeit städtischer Geographie könnte man sagen: Ein unauffälliges Villenviertel das nicht jeder wahrnehmen soll aber dennoch für Kundige leicht und schnell erreichbar ist.

Möglicherweise ist der hier Ruhende der Konstrukteur des Teletakt-Gerätes, bekannt bei und verehrt von Hundetrainern und Jägern die zu seiner Grabstätte pilgern. Vielleicht hatte er sogar einen Nachruf in der Zeitschrift "Jagd und Hund" in deren Internetshop heute noch für Teleimpulsgeräte geworben wird? Ich weiß es nicht.

Bleibt am Ende die Frage ob es sinnvoll ist, das "Medium" Grabdenkmal für Nachrichten an Lebende
zu nutzen. Zeugt das nicht von einem nicht loslassen können, einem nicht mit sich selbst in Einklang stehen?
Handelt es sich nicht auch ungewollt um das Eingeständnis: Ich habe meinen Frieden nicht gefunden - weder mit mir noch mit der Welt? Vielleicht muss man "tot sein" schon zu Lebzeiten einüben. Als Grabschrift reicht Vorname, Nachname, Geburts- und Sterbejahr.
Keine weiteren Nachrichten! Den Hinterbliebenen sollte Raum bleiben für eigene Erinnerung und Bewertung. Das währt noch eine Weile. Wenn irgendwann niemand mehr lebt der sich an uns erinnert sind wir ganz in der Hand Gottes...
Mehr in meinem weblog:
www.manfredkonradt.de

e-mail adresse: mgjkonradt@posteo.de

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Regenbogen Tusse
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Beitrag von Regenbogen Tusse »

...und was sich der Steinmetz gedacht haben muss als er den Auftrag bekam....und in DO regt man sich über n scheiss Logo und n blöden Ball auf....
Kommirnich mit sowat!!!

Ich bin zu alt für so ne Scheisse!

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Frau Monk
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Südfriedhof

Beitrag von Frau Monk »

Hallo und guten Tag,

da ich den Verstorbenen kannte, kann ich also mit Sicherheit sagen, dass er nichts mit Hunden zu tun hatte. Oder doch, er hatte einen Dackel.

Seine Erfindung teletakt ist etwas anderes

TELETAKT-N ist ein funksynchronisierter Zeitschalter für den kathodischen Korrosionsschutz.

Falls es irgend jemandem etwas sagt :ka:

Aber die Firma ist durch diese Erfindung gross und bekannt geworden.

Deshalb der Grabstein :idea:

Ich habe mich allerdings auch gewundert, so etwas auf dem Grabstein zu sehen!
„Fremd sein in der Fremde ist hart, fremd sein in der Heimat grausam.“
―Rupert Schützbach

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