Wer weiss was über die Luthenburg ?

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Detlef Aghte
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Re: luthenburg

Beitrag von Detlef Aghte »

Heinz hat geschrieben:
gast hat geschrieben:der wendepunkt war--wannerstrasse--konradstrasse,oben auf dem berg ( konradstrasse )war ein obst-u.gemüseladen---greiffenberg.übrigens strassenbahn--die linie 4,fuhr nach rotthausen
Die Wannerstraße verlief doch anders als heute, an der Mauer der Eisenwerke lang, oder täusche ich mich?
War die Wendeschleife nicht am Fuße des "Berges" in Höhe der Siedlung und vor der Eisenbahnbrücke? :roll:
Und wo war die Grollmannstraße? Den Namen habe ich noch nie gehört..

Grollmannstr. war oder ist sicherlich zwischen alma und Bergmannstr. auf der anderen seite der Eisenwerke
Wer durch des Argwohns Brille schaut,
sieht Raupen selbst im Sauerkraut
W. Busch

gast
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luthenburg

Beitrag von gast »

die grollmannstrasse ist heute wie vor---70 --jahren am gleichen ort.die wendeschleife war--das ist richtig-- am unteren ende des berges,kurz vor der eisenbahn.es war dort etwas bewaldet.
grollmannstrasse--richtig.verbindet alma-und bergmannstrasse

Heinz
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Beitrag von Heinz »

Kannst du mehr über das Zigeunerlager erzählen?

gast
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luthenburg

Beitrag von gast »

Leider kann ich über die Zigeuner,die dort stets campierten,nichts erzählen.Auf dem Weg von der Vandalenstrasse,wo ich wohnte,zur Grollmannstrasse,da wohnte meine Oma,bin ich mit meinem Roller ganz schnell unter die Brücken durch,am Lager,oder Wagenburg,vorbei und ab in richtung Grollmannstrasse.Vielleicht hat mich auch der Geruch der Teiche von der Zeche Alma so getrieben.Ich weiß noch,wir sind ( unter den Brücken durch) links in Richtung Erzbahn mal mit vielen Kindern gelaufen.Da wurde ein englisches Flugzeug abgeschossen und stürzte da irgendwo ab.Aber das hatten wir nicht dort gefunden,war wahrscheinlich weiter hinten runtergekommen.

Heinz
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Beitrag von Heinz »

Angstbesetzt war die Gegend wohl immer.
In den 50zigern hieß es immer, dass einem dort während der Fahrt die Räder des Fahrrades unterm Hintern abmontiert werden.

Als ich vor einigen Tagen mit Helmut Moldenhauer sprach, der dort ja aufgewachsen ist, hatten wir die gemeinsame Erinnerung an Molche, Frösche, Tümpel und Wiesen neben dem Brachland, dass es auch dort gab.

Anfang der 60ziger kasernierte man dort in schrecklichen Baracken die ersten italienischen"Gastarbeiter", später türkische Leute.

Das waren erbärmliche Lebensbedingungen, ohne Verkehrsanbindung im Niemandsland.

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Tekalo
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Re: luthenburg

Beitrag von Tekalo »

Heinz hat geschrieben:
gast hat geschrieben:der wendepunkt war--wannerstrasse--konradstrasse,oben auf dem berg ( konradstrasse )war ein obst-u.gemüseladen---greiffenberg.übrigens strassenbahn--die linie 4,fuhr nach rotthausen
Die Wannerstraße verlief doch anders als heute, an der Mauer der Eisenwerke lang, oder täusche ich mich?
War die Wendeschleife nicht am Fuße des "Berges" in Höhe der Siedlung und vor der Eisenbahnbrücke? :roll:
Und wo war die Grollmannstraße? Den Namen habe ich noch nie gehört..



Gegenüber der Elfriedenstraße hinter dem Tor der Eisenwerke war der alte Verlauf der Wanner. Dort wo der Hundeplatz ist stand der Kaiserhof welcher auch schon mal als PK durch ebay geistert.

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Josel
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Re: luthenburg

Beitrag von Josel »

Tekalo hat geschrieben: Gegenüber der Elfriedenstraße hinter dem Tor der Eisenwerke war der alte Verlauf der Wanner. Dort wo der Hundeplatz ist stand der Kaiserhof welcher auch schon mal als PK durch ebay geistert.
Hat man die Straße wegen der Eisenwerke verlegt oder ging es nur darum, in den fetten 70ern Geld für einen zweispurigen Ausbau zu verplempern? Habe mich schon immer gefragt, warum dieser Teil der Wanner Str. so pompös ausgebaut ist.

Dass dort auf dem Hundeausbildungsplatz mal solch ein Prachthotel stand, erstaunt mich sehr. Warum ist das denn so ganz und gar verschwunden? Die Bahnlinie dahinter war ja nun eine der ersten Gelsenkirchens und dürfte kaum Grund dafür gewesen sein...

J.
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Ego-Uecke
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Beitrag von Ego-Uecke »

Angstbesetzt war die Gegend wohl immer.
In den 50zigern hieß es immer, dass einem dort während der Fahrt die Räder des Fahrrades unterm Hintern abmontiert werden.
An der heutigen Ostpreußenstrasse / Ecke Hofstrasse, Richtung Wanne-Eickel, neben dem Moldenhauerhaus, war zwischen ca. 1950 und Mitte 1960 die "Mau-Mau-Siedlung", eine städtische Siedlung für Sozialfälle, mehrere barackenförmige Wohnblocks, die später im Zuge von Sozialisierungsmaßnahem abgerissen wurden. Nicht zu verwechseln mit den Wohnbaracken der Eisenwerke, die heute noch stehen und scheinbar zum Teil wieder bewohnt sind.

Den Brennstoff für ihre Öfen holten sich die Anwohner immer von der Kokshalde der Kokerei, die etwa auf dem Gelände des Busbahnhofs lag.

Die Grollmannstrasse beginnt gegenüber der Zufahrt zur Kokerei Alma, führt am ehemaligen Sportplatz von "Fortuna-Ückendorf" vorbei, durch eine Siedlung zur Bergmannstrasse und darüber hinaus bis zur Straße Im Busche.

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Wohnbaracken

Beitrag von Verwaltung »

Hier zwei Bilder der Wohnbaracken:

Bild Na gut, die ist kaputt!


Bild Aber die geht noch!

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Tekalo
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Beitrag von Tekalo »

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Besser ist es leider nicht möglich.

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Tekalo
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Re: luthenburg

Beitrag von Tekalo »


Hat man die Straße wegen der Eisenwerke verlegt oder ging es nur darum, in den fetten 70ern Geld für einen zweispurigen Ausbau zu verplempern? Habe mich schon immer gefragt, warum dieser Teil der Wanner Str. so pompös ausgebaut ist.

Dass dort auf dem Hundeausbildungsplatz mal solch ein Prachthotel stand, erstaunt mich sehr. Warum ist das denn so ganz und gar verschwunden? Die Bahnlinie dahinter war ja nun eine der ersten Gelsenkirchens und dürfte kaum Grund dafür gewesen sein...

J.

In Hüllen wurden am 6.11.44 die meisten Häuser beim Luftangriff zerstört. Schau Dir doch mal die Menge von Prachtbauten der Nachkriegszeit an. Da wird wohl das Hotel bei gewesen sein.

Die Wanner Straße wurde nach dem Krieg umgelegt. Die Eisenwerke brauchten mehr Platz und man wollte ganz groß rauskommen, deshalb begann man mit dem Ausbau der Straßen die zur Autobahn führen sollten. An der Skagerrakstraße und an der Pommernstraße sind die Reste noch gut sichtbar. Jedenfalls ist dann nichts mehr draus geworden und die Stadt soll darauf hin die Eisenwerke auf 5 Millionen DM verklagt haben. (Quelle: Meine Oma)

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Tekalo
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Beitrag von Tekalo »

Und jetzt kommt mein 100 er Beitrag :party:




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GAZ 12.01.38

Edit Verwaltung: Textabschrift eingefügt

Ich habe den Zeitungsartikel von Tekalo zur Luthenburg abgeschrieben - so gut es ging - und stelle ihn hier mal rein. Ego-Ücke

Gelsenkirchener Allgemeine Zeitung vom 19.01.1930:

Die Luthenburg
Ein verlorener, vergessener Winkel in der Industriestadt. – Die Romantik der Einsamkeit. – Ehedem ein Knabenparadies.

Wenn ich einen Fremden durch Gelsenkirchen zu führen hätte und ihm all das, was zur ureigensten Wesensart und zum Gesicht unserer Stadt gehört, zeigen sollte, alles Paradoxe und Gegensätzlichkeiten, die auf kleinstem Raum nebeneinander bestehen und die uns Gelsenkirchener immer wieder verblüffen und nachdenklich stimmen - wenn ich also einem Fremden all dieses zeigen sollte, so würde ich bestimmt nicht versäumen, ihn in jenes unbekannte Gebiet zu führen, das isoliert, fremd und einsam ganz in der Nähe einer Hochburg der Arbeit Gelsenkirchens liegt und das nur wenige kennen: Wir nennen es die Luthenburg. Dieser seltsame Name bezeichnet nicht einen begrenzten Stadtteil, und ist nicht – wenn man so sagen darf – offiziell, wird auf dem Ämtern wohl kaum genannt: Wir wissen nur, daß er einen Teil Hüllens und einen Teil Ückendorfs umfaßt und zwar sind es in unserer Vorstellung jene Teile der beiden Gemeinden, die irgendwie isoliert liegen, scheinbar mit den Gemeinden, zu denen sie gehören, gar nichts zu tun haben, eher selbst wie eine – allerdings nur kleine – Gemeinde aussehen.

Ich liebe es sehr, oft zu verschiedenen Tageszeiten durch dieses verwunschene und vergessene Gebiet zu gehen. Mir ist dann, als sei ich hinter den Kulissen einer großen Stadt, ich sehe alles anders, weniger geordnet, und doch grandios. Hinter der Fassade zeigt sich ?…?, sondern das, was wirklich ist – und das ist, wie so oft, immer interessant.

Schon der Weg, den ich gehe, um in das Gebiet einzudringen, ist seltsam und befragend. Man biegt beispielsweise in Hüllen von der Wanner Straße in die Wattenscheider Straße (heute: Ostpreußen Straße) ein, die durch die Luthenburg nach Wattenscheid führt. Einige Schritte, nachdem man die doch immerhin ziemlich belebte Wanner Straße verlassen hat, wird alles anders, ruhiger, einsamer und fremder. Man hat das Empfinden, eine Festung zu verlassen. Die Straße ist eingezwängt von Bretterzäunen, kriecht unter beängstigend vielen Unterführungen hindurch, bis sie endlich das freie Feld erreicht. An der Unterführung der Köln-Mindener-Bahn, die die fortgesetzte Folge der Brücken auf kurze Distanz vorerst abschließt, bietet sich einem der erste herrliche Blick. Wuchtig und doch leicht schwingt sich die riesige Brücke der Hochofenbahn über das Gelände. Sie ist wie ein gigantischer Viadukt, der zwei Berge verbindet. Durch die riesigen Pfeiler und Streben aus Beton und Eisen leuchten die Dächer des nahen Röhlinghausen, das klein aussieht, fast wie ein Dorf. Man möchte verstimmt darüber sein, daß diese Brücke hier so außerhalb, so abseits liegt, daß man fast nichts von ihr weiß.

Geradezu überwältigend ist die Aussicht hier am Abend oder in einer hellen Nacht. Durch die dunkle Silhouette des Brückenkörpers schimmern ganz fern, ganz unwirklich, kleine Lichter. Dies Ganze könnte irgendwo weit draußen sein, irgendwo in einer Landschaft, die mit der unsrigen nichts zu tun hat. Es ist ein Bild, das man immer mit einer gewissen Erschütterung sieht, ein Bild, das beweist, daß unsere Stadt, wenn man ihr auch alle Schönheit glatt abzusprechen versucht, doch noch ungeahnte Schönheiten und leidenschaftliche Reize aufzuweisen hat.

Überhaupt die Abende in der Luthenburg. Jeder, der ihren Zauber einmal erlebt hat, wird sich immer gern ihrer erinnern, wird sie immer wieder zu erleben wünschen. Gerade das Gegensätzliche, das man hier sieht und spürt, macht den Reiz der Stimmung aus. Es ist, als begegneten sich hier fremde Welten. Man steht beispielsweise auf einem der einsamen und stillen Wege, die durch den „Aschenbruch“ führen und schaut nach Nordwesten. Mit einem Blick erfaßt man ein Bild, wie man es in seiner wilden und romantischen Schönheit nicht oft sieht. Schornsteine vermengt mit Eisenmasten, Betonbrücken, Winderhitzer, Oefen, Kräne, Hallen, Gasbehälter, Rohre, alles getaucht in die lodernde Helle der Hochofenglut. Es ist wie ein Blick in Hephaistos Werkstatt, dekorativ, aber hier scheint er düster in seiner schweigsamen Unnahbarkeit, verloren und unwirklich. Er steht hier sozusagen als trauernder Rest einer fast vergessenen alten Zeit.

Man steht hier einsam und still und erschüttert, sieht dies ungeheure, flammende, brausende und zischende Leben, das nie stillsteht und ruht und man hat das Empfinden, hinter den Kulissen einer ganzen, großen, überwältigenden Industrie und einer Stadt zu stehen und schärfer, genauer und deutlicher alles zu sehen, als sich uns allen von vorn zeigt. Man empfindet: Von hier aus muß man alles gesehen haben, um zu schätzen, bewundern und lieben zu können.

Das Sonderbare, Unerklärliche und Verwirrende, daß diese Landschaft so interessant macht, empfindet man aber, wenn man sich aus der Betrachtung dieses lärmenden Lebens loslöst und nur eine Drehung auf dem Absatz macht und das sieht, was vorher hinter einem lag. Das, was man jetzt schaut, hat nicht, aber auch gar nichts mit dem zu tun, was man vorher sah. Vor einem liegt weite und schweigende Einsamkeit, die fast deprimierend wirkt, wie eine fremde, unbekannte und dunkle Gegend, in die man plötzlich und unvermittelt hinein versetzt wurde. Nichts ist da, was das Auge ablenkt: eine geheimnisvolle Fläche, die leer und tot und öde scheint und die begrenzt von Dämonen, hinter denen das große Nichts zu beginnen scheint. Da ganz hinten, dem Auge bei der Dunkelheit kaum erkennbar, liegt ein dunkles und gespenstisches Etwas, von dem wir wissen, daß es ein Bauernhof ist. Ein solcher Bauernhof wirkt in anderen Gegenden sicher gewichtig und dekorativ.

Das Gesicht der Luthenburg verändert sich immer mehr. Vielleicht wird hier alles lauter, aber doch nicht menschenbelebter. Es bleibt doch immer einsam und fremd. Wie lange es noch dauern wird, ist nicht sagen. Wer nach langer Zeit einmal wieder dorthin kommt, sieht, daß vieles anders geworden ist, verwandelt ist die Luthenburg aber nicht. Da ist beispielsweise die Kokerei der Zeche Alma, die der ganzen Landschaft ein neues Gepräge gibt. Alte Häuser versachwanden, statt dessen kamen riesige Kamine und Rohre, die sich zu einem massigen und wuchtigen Komplex zusammen fanden. Die Schlammteiche an der Straße, die auch noch nicht sehr lange da sind, sehen geordnet aus. Man sieht jedenfalls, daß auch in der Luthenburg selbst gearbeitet wird, daß man nicht nur von hier aus Arbeit sieht.

Als eine Sehenswürdigkeit gelten die brennenden Fackeln, die in dunklen Nächten hier alles im Hellen tauchen. Wenn sie ganz stark brennen, sieht man die Flammen sehr, sehr weit. Es ist ein unbeschreiblich schöner Anblick. Für viele, die vielleicht und ganz zufällig sich heute noch einmal in diese Gegend verlaufen, weckt sie eine ungeheure Fülle von Jugend-Erinnerungen. Hier in der unübersehbaren Weite der Felder und Koksberge strich man damals – lang, lang ist’s her – fröhlich herum, spielte Indianer oder Räuber, focht erbitterte Kämpfe aus und tat überhaupt so mancherlei, was Jungen in der Enge der Straßen einer Stadt nicht tun können.

Sicher, das Gesicht der Luthenburg war damals noch ganz anders, weniger geordnet. Das Wasser der Möllenbecke war nicht so schwarz und dreckig, es waren sogar Fische darin, die man stundenlang zu fangen bemüht war. Es waren noch Teiche und Sümpfe da, die uns fast undurchdringlich schienen. Man konnte noch frei baden, was man sonst in Gelsenkirchen mehr tun konnte – man war einfach frei und störte keinen. Darum war die Luthenburg immer die Gegend gewesen, in der sich die Hüller, die Ückendorfer und auch die Bulmker zum fröhlichen Spiel und Ausgelassenheit zusammenfanden.

Später, als dann die Sümpfe schwanden, als das Wasser der Möllenbecke schwärzer und schwärzer wurde, da waren der Gegend schon viele Reize genommen. Man ging zwar noch oft hin, aber es war nicht mehr so romantisch, wie es vorher war. Ich erinnere mich noch, wie wir oft in Gruppen zusammen saßen und mit Erschauern von Räubern uns erzählten, die hier ihr Unwesen treiben sollten. In einer Brücke, die unter Straße und Bahndamm hindurch führte und die wie eine schauerliche Höhle aussah, sollten Knochen gefunden worden sein und als Menschenknochen vermutet werden. Erst viel, viel später fanden einige von uns den Mut, in diese Höhle einzudringen, ohne natürlich etwas gefunden zu haben.

Viel Leben sah die Luthenburg während der Kriegsjahre. Man hatte nämlich herausgefunden, daß der der Schlamm der Möllenbecke gut heizte, sich also als vorzüglicher Ersatz für die teure Kohle eigne. Wahre Karawanen von Händlern holperten nun lange Zeit über die sonst so stillen – und immer schlechten – Straßen der Luthenburg. Kinder und Frauen buddelten in dem schwarzen Ge-wässer herum. Später wurde es aber wieder still. Und so ist eigentlich geblieben bis heute. Man hat die Luthenburg vergessen, man weiß nichts von ihr und ihren Schönheiten. Sie ist immer Stiefkind geblieben.

Wer aber Gelsenkirchen und die Schönheiten der Industrie liebt, wird immer zu dieser Gegend, die isoliert, still, einsam, fremd und verloren am Rande unserer Stadt liegt, zurückfinden.

Heinz
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Beitrag von Heinz »

Tekalo hat geschrieben:Und jetzt kommt mein 100 er Beitrag :party:
:respekt: :respekt: :wink:

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Zenmiester
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Registriert: 16.01.2007, 17:18

Re: luthenburg

Beitrag von Zenmiester »

Tekalo hat geschrieben:In Hüllen wurden am 6.11.44 die meisten Häuser beim Luftangriff zerstört. Schau Dir doch mal die Menge von Prachtbauten der Nachkriegszeit an. Da wird wohl das Hotel bei gewesen sein.

Die Wanner Straße wurde nach dem Krieg umgelegt. Die Eisenwerke brauchten mehr Platz und man wollte ganz groß rauskommen, deshalb begann man mit dem Ausbau der Straßen die zur Autobahn führen sollten. An der Skagerrakstraße und an der Pommernstraße sind die Reste noch gut sichtbar. Jedenfalls ist dann nichts mehr draus geworden und die Stadt soll darauf hin die Eisenwerke auf 5 Millionen DM verklagt haben. (Quelle: Meine Oma)
Damit ist die Ecke auch erklärt :) Aber die Pommernstraße ist doch auf dem Haverkamp, ich wüsste nicht was da noch zu sehen ist.

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Tekalo
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Re: luthenburg

Beitrag von Tekalo »

Upps, da habe ich wohl was verwechselt. Natürlich war die Plauener Straße gemeint. :(

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