Über den HSH-Erhalt im Forum der Initiative Links

Alte und neue Geschichten rund ums HSH. Die öffentliche und veröffentlichte Meinung zum Erhalt des HSH wird hier dokumentiert.

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Beitrag von Verwaltung »

« Antwort #30 am: August 21, 2006, 19:26:39 »

Zugereister:

Okay, dann also eine von mir leicht veränderte "Rezension" des Buches "Weltstar Hans Sachs Haus" bei Junius übrigens der Bestseller der letzten Woche, noch vor Hape Kerkeling und anderen Rennern.

Diese "Rezension" ist aus einem Mail-Wechsel, Thema war, ob tatsächlich Einzelperson beleidigt werden in dem Buch.

...Herr Günther schreibt weiterhin in seinem Stil und nimmt kein Blatt vor den Mund. Den Begriff "furchtbare Juristen" hat er durch "schreckliche Juristen" ersetzt. Wittke kommt im ganzen Buch schlecht weg ("...ein vom Ehrgeiz angefressener Youngster..."). Thomas Grohé beschreibt auch einige Ratsmitglieder:

"Und sowas kam von führenden Politikern wie etwa dem einen, der selbst beim Müllsortieren-Lassen die Orientierung verloren zu haben scheint, wo denn links und rechts, wo oben und unten ist (...) Oder jenem anderen, der schon äußerlich das Bild eines zu umfangreich geratenen Paschas abgibt, der sich lieber darum bemüht etwas Gutes zu essen als etwas Gehaltvolles zu denken, geschweige denn von sich zu geben. Ganz zu schweigen von jenem Dritten, der vor lauter Kabarett nicht mitgekriegt hat, dass er Opfer seines eigenen Stils geworden ist und so nur eine mickrige Lachnummer von ihm übriggeblieben ist."

Schon im Vorwort des Buches wird betont, dass nicht jeder Autor mit allen Artikeln im Buch übereinstimmen muss. Es war auch nie beabsichtigt eine objektive Arbeit zum Thema abzuliefern, sondern eben eine Sammlung persönlicher Statements. Einerseits vermittelt das Buch sehr schlagkräftig und auch witzig wie unglaublich und satirisch dieser Skandal eigentlich ist (das Kapitel, in dem Frau Gärtner-Engel erzählt, wie sie von der Stadt gemobbt und mehrfach vor Gericht gezerrt wurde, nur weil sie kritische Fragen stellte, muss man sich auf der Zunge zergehen lassen), andererseits wird man aufgrund der Form wohl kaum erwarten können, dass die Stadtspitze sich von diesem "Machwerk" irgendwie wird ansprechen lassen oder auch nur Stellung bezieht. (Eine Hetzschrift der Schurkenparteien?) Das ist schade, weil sich gerade im Mittelteil mehrere ziemlich gute (und recht objektive) Artikel zum Thema Cross-Border-Leasing, PPP und die Verarmung der Kommunen finden.

Jeder Bürger sollte dieses Buch lesen, es rüttelt auf. Aber einen Dialog mit den Verantwortlichen wird es kaum verursachen.......


Übrigens werden dort allerlei Beleidigungen und Kränkungen, die die AUF / PDS Leute ertragen mussten, mit "Quellenangabe" aufgeführt. Ich muss ja nicht betonen, wer sich besonders hervor tat.

Ansonsten liegt mir doch noch daran abermals zu wiederholen:

wenn ich von Leuten aus dem Expertengremium höre, dass dieses Gremium gar nicht Entscheidungsoffen ist, mir aber in der Presse Verlautbart wird, wie phantastisch die Verwaltung gerade den Ratsbeschluss umsetzt, dann werde ich sauer.

Das bleibt auf der bisherigen Linie und ist sicherlich auch an Personen fest zu machen. Damit müssen sich die Parteien und Einzelpersonen - namentlich nannte ich Haertel / Matzkowski, abfinden.

Und natürlich auch Robert.

Und wenn hier erklärt wird, dass gerade die Grünen sich für eine Aufarbeitung stark machen, dann ist nach dem bisherigen Ablauf zumindest Skepsis erlaubt! Die Bringschuld haben die Grünen und nicht die Kritiker (oder Skandalisierer)!

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« Antwort #31 am: August 21, 2006, 19:30:45 »

Thorsten:


Klingt als müsste ich mir das Buch doch mal besorgen.

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Beitrag von Verwaltung »

« Antwort #32 am: August 21, 2006, 20:05:39 »

Zugereister:

Ja.. ist zwar keine schicke Farbe .. so ein schweinchen rosa .. und auch nicht auf Pergament.. aber schon der kauf des Buches ist fast WIDERSTAND!!!!! Cheesy


.. und weiter - nur zur Erinnerung:

welcher der Grünen hat sich denn bisher für Gespräche mit Prof. Dr. Karl Ganser, Prof. Günter, Prof. DR. Polonyi, und anderen eingesetzt?
Welcher Grüne hat sich dafür stark gemacht, dass sie das HSH begehen können?
Ich weiss von keinem. Roll Eyes
Ausgeladen wurden die.
Das kreide ich den Grünen an. Angry
Von SPD und CDU erwarte ich ja nichts mehr. Angry

Es muss ja einen Sinn und Zweck haben, wenn auch die Grünen kaltschnäuzig auf die Beratung von weltweit anerkannten Fachleuten verzichten.

Wie soll ich da an die Aufrichtigkeit und Glaubwürdigkeit der Bekundungen "Wir sind die Aufklärer" glauben?

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Nachdem ich einiges aus dem Buch diagonal, manches komplett gelesen habe möchte ich einfach mitteilen, dass ich von einigen Beiträgen, z.B. dem von Prof. Günter schwer beeindruckt bin!!!!!

Wer ihn nach der Lektüre seines Beitrages auf einen polternden, beleidigenden MLPD-Abhängigen reduziert, mit dem man keine konstruktiven Gespräche führen kann, ... hat etwas zu verbergen. Tongue

Ich hoffe, dass E.S. das Buch liest und sich aus der Parteidisziplin befreit. Smiley


----------------------------
Übrigens: es gibt keinen Klimawandel, auch wenn heute die Blauzungenkrankheit erstmals in Deutschland aufgetreten ist. Grin Grin

http://de.wikipedia.org/wiki/Blauzungenkrankheit

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« Antwort #33 am: August 22, 2006, 00:58:58 »

Wolfgang:

Also lieber Zugereister,

seit gestern habe ich diesen Disput ums HSH verfolgt.

Eine Kritik finde ich tatsächlich bedenkeswert:

"Viele Raumplaner, Fertighallen-Hersteller, niemand NIEMAND!!! keiner KEINER!! der Erfahrung oder Ahnung mit/von Altbauten hat."

Andererseits kann ich die Energie, mit der Du uns Grüne kritisierst, nicht nachvollziehen.
Monika Gärtner-Engel ist von der Verwaltung nicht vollständig informiert worden. Und unser grüner Ausschussvorsitzender ist Schuld? Welche Akten hat er den heraus oder nicht heraus gesucht? Huh Huh Huh
Ich seh´s gelassen. Frau Gärtner-Engel ist außerst hartnäckig und wird sich schon in der Verwaltung durchfragen. Was sie da auch immer zu finden gedenkt.

"Sie stehen auch im Mittelpunkt, weil sie früher mit dem "Herrschaftswissen" über die Hintergründe der HSH-Vorgänge in die Offensive und Öffentlichkeit gegangen wären. Was sie aus genannten Gründen heute nicht können und deshalb die Feinde überall suchen, hauptsächlich allerdings dort, wo sie selbst früher zu finden gewesen wären."

Ich behaupte mal, es gibt nicht viel so genanntes "Herrschaftswissen". Die HSH-Ruine steht immer noch im Eigentum des Investors und es wird juristisch immer noch um die Rückübertragung an die Stadt gerungen. Das kann noch ziemlich lange dauern, wer weiß das schon. Aber so lange das HSH kein Eigentum der Stadt ist, kann man nichts damit machen, nicht einen Mauerstein verändern.

Grundsätzlich finde ich es richtig, dass sich jetzt eine Expertenrunde Gedanken über die Zukunft des HSH macht. Da mag Deine Kritik von oben zu einer gewissen Berechtigung kommen. Andererseits ist eine gigantische Summe von 144 Mio € im Raum, die ehrlich gesagt bei den begrenzten Finanzen der Stadt eine Vollsanierung völlig unrealistisch macht! Auch wenn Karl-Heinz Rotthof die Kosten noch herunter rechnen kann. Die Summe bleibt dennoch viel zu hoch. Daher haben vielleicht auch die "Fertighallenhersteller" Ihre Berechtigung. Ich denke, an diesen Umstand musst auch Du, Zugereister, Dich einmal dran gewöhnen.

Da halte ich viel lieber mit Bernd Matzkowski, der da eine richtige Vision vor sich hin trägt. Nämlich unter Teilerhalt der Fassade des HSHs und Einbeziehung der gesamten städtebaulichen Umgebung, z. B. Iduna-Haus, Ebertstraße, Heinrich-König-Platz ein ansprechendes, represäntatives neues HSH zu bauen. Mit Platz für Kultur und Bürgerbegenung. Leider nur soweit es die Finanzen erlauben. Die Bäume wachsen da auch nicht in den Himmel. Aber da beginnt gerade erst ein spannender und kreativer Prozess, auf den ich selbst sehr neugierig bin.

Deine Kritik halte ich jedoch für nichts als aufgeblasen!

Wolfgang Küppers

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« Antwort #34 am: August 22, 2006, 07:44:03 »

Zugereister:

Lieber Wolfgang,

du hast recht - einiges an meinen Beiträgen mag aufgeblasen sein, einiges verkürzt, einiges verschärft, einiges falsch, insgesamt aber wohl doch notwendig.
Z.B ist es eine unzulässige Verkürzung von mir zu behaupten, dass man von den SPD Leuten nichts erwarten könne.
Damit verweigere ich einigen die notwendige Anerkennung für ihre Arbeit.
Sollte ich nicht machen.
Gleiches betrifft natürlich die Grünen. Ich zweifle z.B. nicht an der Aufrichtigkeit und Ernsthaftigkeit der meisten Ratsmitglieder.
Mir würde z.B. nie in den Sinn kommen H.P. Kruse eine Unkorrektheit anhängen zuwollen.
Was ich durch die Pauschalverurteilung der Grünen tue.
Das ist das Dilemma, wenn man etwas pointieren muss.
Ich kann auch niemanden für Systembedingte Fehler verantwortlich machen. Kein Ratsmitglied wäre in der Lage, das Vertragswerk HSH zu verstehen.
Ich kann aber kritisieren, wenn man sich keinen Rat und Beistand von Fachleuten holt.
Ich kann auch das politische Konzept der Privatisierung hinterfragen.
In dem Gesamtprozess haben die Grünen häufiger eine unglückliche Figur gemacht, allen voran auch der HSH-Ausschuss Vorsitzende. Der übrigens vor kurzem noch für den Abriss plädierte und keine andere Lösung sah.
Oder täusche ich mich da?
Täuscht mich meine Erinnerung, dass erst durch Druck von außen wieder die Option "Nachdenken" statt abreißen ins Spiel kam? Täuscht mich meine Erinnerung, dass SPD-Haertl noch Anfang des Monats den sofortigen Abriss forderte?

Täuscht mich meine Erinnerung, dass der Rat im Umgang mit AUF / PDS, mit der ganzen Prozesshanselei eine fragwürdige und unglückliche Figur gemacht hat?
Ich meine dies immer wieder sogar in gemäßigten Zeitungskommentaren gelesen zu haben.
Ich meine auch, dass die Grünen früher statt juristischer Lösungen politische gesucht hätten.

Bis heute habe ich keine mich überzeugende Erklärung gehört, warum man eine Reihe von anerkannten Fachleuten nicht anhören will, ihnen die Prüfung des Gebäudes verbietet, sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit in erlauchten Zirkeln trifft usw.

Alles was kam, waren operettenhafte beleidigte-Leberwurst-Diven Inszenierungen. Halt Bernds Bühne. Mit denen rede ich nicht, das sind Rüpel. Schnell noch den Nazi Vergleich inszenieren, auch so etwas, was die Grünen früher nicht so inflationär benutzt hätten.

Ein politisch denkender und handelnder Mensch kann gar nicht anders als das Fachwissen der genannten anzuzapfen.
Wer sich weigert dies zu tun wird Gründe haben.
Wer Gremien und Expertenrunden unter Ausschluss von kritischen Fachleuten zusammensetzt, wird Gründe haben.
Wer Gremien und Expertenrunden Fachfremd besetzt, wird Gründe haben.

Aber vielleicht habe ich da falsches gehört und es gibt tatsächlich Altbau-Sanierungs-Experten in der Runde. Du mit deinem kurzem Draht zu den wichtigen Leuten kannst ja einmal nachfragen.

Ich will auch nicht die Grünen mit Anforderungen überfrachten. Aber statt ständig gegen M. Gärtner Engel nachzukarten hätte man auch öffentlichen Widerstand organisieren können.
Ich höre von den Grünen nichts darüber, wie man Wittke in die Pflicht nehmen will. Ich höre nichts von den Grünen, welche anderen Lösungswege ausprobiert werden. Land, Bund in die Pflicht zu nehmen. Ich höre nichts über einen Zusammenschluss mit anderen Kommunen, die so wie Gelsenkirchen durch die PPPs gelinkt wurden. Ein Zusammenschluss, um gemeinsam juristisch und anders aus den Verträgen zu kommen.

Ich bin im Gegensatz zu dir äußerst skeptisch, was den kreativen Prozess des Nachdenkens in den Expertenrunden betrifft. Übrigens hat es auch dafür von verschiedenen Seiten schon Vorschläge gegeben, Schülerwettbewerbe, Künstler mit einbeziehen usw.

Dass du dir die "richtige" Vision von Bernd Matzkowski über die HSH-Zukunft vor dem Ergebnis der Expertenrunde zu eigen machst, ist nur so ein kleiner Hinweis auf die "Ergebnisoffenheit" der ganzen Veranstaltung.

Mit den einen redet man nicht, sind Rüpel. Abgehakt
Kritik anderer ist unberechticht,weil von der MLPD. Abgehakt
Oder aufgeblasene Skandalisierung. Abgehakt
Oder Privatfehde. Abgehakt

Dass man durch die Zusammensetzung von Ausschüssen und Gremien, durch die Auswahl von Gesprächspartnern auch eine bestimmte Richtung vorgeben kann, ist doch wohl unbestritten. Das man mit den Mühlen der Verwaltung Politik machen kann, ist auch bekannt. Die "Information" bei der letzten Ausschussitzung wurde ja beschrieben. Sich auf die Position zurück ziehen - das waren nicht wir sondern die Verwaltung - ist auch Politik.
Ob da ein möglicher neuer Skandal lauert... wird sich zeigen. Wink




Nachtrag

Damit es ganz klar ist: Ja, ich halte B. Matzkowski als Ausschussvorsitzenden für eine Fehlbesetzung. Seine Stärken sind nicht Moderation, Diplomatie, Rücknahme seiner Person. Ein Thema, dass den Bürgern unglaublich kompliziert zu vermitteln ist, erfordert jemanden, dem nicht immer wieder die Gäule durchgehen, ob im Ausschuss oder zuletzt, wie ich hörte bei der Moderation der Anti-NPD Veranstaltung.
Womit ich andere Fähigkeiten, die er unbestreitbar hat, nicht schmälern will.

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« Antwort #35 am: August 22, 2006, 13:30:02 »

Dennis:

Hypothese:
Matze und Zugi waren mal jung, kannten sich und wurden politisiert. Im Laufe der Jahre ging die Entwicklung auseinander.
Fazit:
Zugis persönliche Wut ist nachvollziehbar.

Klar schlägt er mit der Keule um sich. Andererseits hat er ja bisher nichts allzu falsches gesagt (?)....
Klar, die Kritik an den Grünen ist einseitig. Andererseits auch Kompliment. Von SPD und CDU erwartet er ja nix mehr.

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« Antwort #36 am: August 22, 2006, 16:04:47 »

Zugereister:

Hypothese:
die bürgerlichen Ratsfraktionen versuchen auf informellem Weg Schadensbegrenzung, Wittke bleibt ungeschoren, dafür springen andere bei der Finanzierung ein.
Das würde die Sticheleien und Behinderungen gegen AUF etc. erklären und die Ablehnung mit unabhängigen Fachleuten zusammen zu arbeiten. Roll Eyes

Hypothese:
die bürgerlichen Ratsfraktionen sind Opfer ihrer Eitelkeiten, ihrer persönlichen Defizite und sind Handlungsfähig weil sie befürchten von den Schmuddelkindern von AUF etc. vorgeführt zu werden.
Das würde die Sticheleien und Behinderungen gegen AUF etc. erklären und die Ablehnung mit unabhängigen Fachleuten zusammen zu arbeiten. Roll Eyes

Hypothese:
die bürgerlichen Ratsfraktionen und die Verwaltung geben ihr bestes. Mehr ist nicht drin. Versäumnisse, Fehleinschätzungen, falsche Lösungsansätze passieren überall.
Das würde die Sticheleien und Behinderungen gegen AUF etc. erklären und die Ablehnung mit unabhängigen Fachleuten zusammen zu arbeiten Roll Eyes

@Dennis
Ist mir erst durch dich aufgefallen: ich glaube tatsächlich noch daran, dass die Grünen sich in der HSH Frage bewegen werden. Roll Eyes Roll Eyes Roll Eyes Roll Eyes Roll Eyes

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« Antwort #37 am: August 22, 2006, 20:06:07 »

Robert:

Erste Kurzbemerkungen zum Buch "Weltstar Hans Sachs Haus"

Da ich ja selbst Buchautor bin, würde ich zunächst einmal behaupten, dass ein Buch kein Eimer ist, in dem man sich mal so richtig schön auskotzen kann. Aber der Vorteil eines Buches ist, dass es ein für allemal geschrieben steht und jeder sich sein eigenes Bild machen kann. Also, die von mir bisher gelesenen Beiträge im Einzelnen:

1. Ursula Möllenberg: Persönliche Gedanken und Erinnerungen an das Hans Sachs Haus
Im Ganzen harmlos. Der Einschätzung des HSH als "Sinnbild einer neuen, demokratischen Zeit" stimme ich zu. Immerhin erfährt man, dass Frau Möllenberg im Herbst 1965 die Kinks im HSH gesehen hat - dafür beneide ich sie aufrichtig! Nett auch ihr Zugeständnis: "Zumindest im Fall der alten Post haben sich die Grünen gegen diese Abrisswut gesperrt und für den Erhalt gekämpft." Ich präzisiere: Bernd Matzkowski hat sich an den Bagger gekettet. Übrigens haben wir auch für den Erhalt des HSH gekämpft - wie sich im Nachhinein herausgestellt hat, mit der falschen Partei (CDU), den falschen Leuten (Wittke, Kampmann) und - leider auch - der falschen Strategie (PPP).

2. Monika Gärtner-Engel - Interviews: Geschichten vom Hans Sachs Haus (März 2006):
Sentimentales, uninterressantes Zeug; offensichtlich soll das die von der MLPD propagierte "proletarische Denkweise" dokumentieren. Gleiches gilt für Sonja Abs': "Ich fand den Gerichtstermin aufregend..."

3. Roland Günter: "Note ungenügend" für die Denkmalpflege - ein Waterloo
Günters Darlegung der Aktionen und Personen der Denkmalbehörde liest sich interessant, er stellt meines Erachtens auch einige gute Fragen. Alles wird jedoch durch einen Wust von Behauptungen, Unterstellungen und eine forcierte aggressive Sprache gleich wieder null und nichtig gemacht. Stellt sich nur die Frage, ob er sich für Wellington oder Blücher hält.

4. Birgit Jakobs: Das kleine "who is who" im HSH-Skandal / Heinrich Breuckmann, Birgit Jakobs: Noch mehr Denkfehler, Dummheiten und üble Vorsätze / Monika Gärtner-Engel: Der Widerspenstigen misslungen Zähmung
Allesamt rein polemisch und eher peinlich für die Autoren

5. Hans-Josef-Kups: Müssen sich arme Kommunen alles gefallen lassen?
Sehr gute Beitrag über Gemeindefinanzen. Ich stimme dem voll zu.

6. Manuela Reichmann: Das Märchen von den leeren Kassen
Ein interessanter, lesenswerter Beitrag über NKF und die Mär der faktisch nicht mehr durchführbaren kommunalen Selbstverwaltung.

7. Werner Rügemer: Eine globale Privatarmee des neoliberalen Kapitalismus
Rügemer ist ohnehin ein interessanter Philosoph. Sehr gut.

So bis hier her erstmal. Die Grünen kommen zumeist in den Topf "Bürgerliche Parteien", dann wird einmal umgerührt und die Soße dem Leser serviert. Dass es keine Unterschiede mehr zwischen den Parteien gibt, bestreite ich entschieden. Aber demnächst vielleicht mehr.

Gruß
Robert

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« Antwort #38 am: August 23, 2006, 00:20:08 »

Wolfgang:

Hallo Zugereister,

deine Antwort an mich ist merklich unaufgeregter, keinesfalls "aufgeblasen".

Nur ist´s schon wieder zu spät und morgen hab´ ich einen langen Tag. Ich komme am Donnerstag darauf zurück.

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« Antwort #39 am: August 23, 2006, 08:03:06 »

Zugereister:
Zitat von: Robert Zion am August 22, 2006, 20:06:07

Da ich ja selbst Buchautor bin, würde ich zunächst einmal behaupten, dass ein Buch kein Eimer ist, in dem man sich mal so richtig schön auskotzen kann.

Ein Buch kann alles sein - hoffentlich aber nicht sakrosankt. Meine Hausaufgabe im 7. Schuljahr: Darf man Seiten der Bibel in Notzeiten als Toilettenpapier benutzen? Selbstverständlich darf man sich in einem Buch richtig schön auskotzen. Ich bitte sogar darum!

Zitat von: Robert Zion am August 22, 2006, 20:06:07

1. Ursula Möllenberg: Persönliche Gedanken und Erinnerungen an das Hans Sachs Haus
Nett auch ihr Zugeständnis: "Zumindest im Fall der alten Post haben sich die Grünen gegen diese Abrisswut gesperrt und für den Erhalt gekämpft." Ich präzisiere: Bernd Matzkowski hat sich an den Bagger gekettet. Übrigens haben wir auch für den Erhalt des HSH gekämpft - wie sich im Nachhinein herausgestellt hat, mit der falschen Partei (CDU), den falschen Leuten (Wittke, Kampmann) und - leider auch - der falschen Strategie (PPP).
Ich präzisiere noch mehr: Auch Albert Ude (SPD) und viele andere Menschen jenseits der Grünen haben auf dem Schuttberg gestanden und den Abriss verhindert.
http://www.youtube.com/watch?v=n1Cvq6ax7Ug

Und Bernd hatte sich nicht "angekettet". Manche haben so still und leise im Hintergrund gearbeitet, dass ihre Namen heute gar nicht mehr genannt werden, z.B. Dr. Gewaltig. Die eine Zielgruppe braucht starke Bilder von Baby küssenden Politikern bei der Karnevalssitzung, die anderen brauchen Bilder von an Baggern baumelnden Besetzern. Dass die Grünen dies im Wahlkampf benutzen und zum Mythos aufpumpen, lässt den Kenner der Motivationslage für diesen "Heldenmut" den Kopf schütteln. (Nachtrag: Motivationslage bezieht sich nicht auf Produktion von Wahlkampf-Bildern!!)
Rührend wenn du sagst: war zwar alles falsch was wir zum HSH gemacht haben, aber wir wollten das Beste. Schon damals haben einige Grüne es besser gewusst - ich meine z.B. Peter Tertocha.

Zitat von: Robert Zion am August 22, 2006, 20:06:07
3. Roland Günter: "Note ungenügend" für die Denkmalpflege - ein Waterloo
Günters Darlegung der Aktionen und Personen der Denkmalbehörde liest sich interessant, er stellt meines Erachtens auch einige gute Fragen. Alles wird jedoch durch einen Wust von Behauptungen, Unterstellungen und eine forcierte aggressive Sprache gleich wieder null und nichtig gemacht. Stellt sich nur die Frage, ob er sich für Wellington oder Blücher hält.
Eine äusserst spannende, angagierte, in kräftigen Farben geschilderte Einführung in ein mir unbekanntes Thema. Er hält sich nicht lange mit ziselierten hauchzarten Andeutungen auf, sondern nennt Roß und Reiter! Phantastisch. Fordert diejenigen, denen angeblich etwas "Unterstellt" wird zu Reaktionen auf . Gut so, nachdem lange genug Schweigen herrschte.

Zitat von: Robert Zion am August 22, 2006, 20:06:07
4. Birgit Jakobs: Das kleine "who is who" im HSH-Skandal / Heinrich Breuckmann, Birgit Jakobs: Noch mehr Denkfehler, Dummheiten und üble Vorsätze / Monika Gärtner-Engel: Der Widerspenstigen misslungen Zähmung
Allesamt rein polemisch und eher peinlich für die Autoren
Gute Zusammenfassungen, als Nachschlagewerk nutzbar, wenn man bei all den Namen den Überblick verliert. Lässt häufig schmunzeln und ist erfrischend polemisch. Sogar Gärtner-Engels "Der Widerspenstigen Zähmung" liest sich nett - der Abschnitt der "Unterwerfungsforderung" hat kabarettistischen Wert. Insgesamt wird allerlei peinliches der Handelnden (auch der Grünen) benannt.
Zitat von: Robert Zion am August 22, 2006, 20:06:07
So bis hier her erstmal. Die Grünen kommen zumeist in den Topf "Bürgerliche Parteien", dann wird einmal umgerührt und die Soße dem Leser serviert. Dass es keine Unterschiede mehr zwischen den Parteien gibt, bestreite ich entschieden.
Die Grünen kommen auf Grund ihrer Politik in diesen Topf. Wenn die Politik sich ändert, kommen sie auch in einen anderen Topf.



@Wolfgang
mach dir keinen Streß, man muss nicht immer auf alles eingehen

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« Antwort #40 am: August 24, 2006, 10:12:12 »

Zugereister:

Falls jemand an dem Work-Shop teilnehmen will Wink 25.-26. September

http://www.baunetz.de/arch/bda/verband/ ... men&ID=103

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« Antwort #41 am: August 25, 2006, 01:00:38 »

Wolfgang:

Lieber Zugereister,

ich will doch noch etwas auf Deine Antwort eingehen.
Lieber Wolfgang,

du hast recht - einiges an meinen Beiträgen mag aufgeblasen sein, einiges verkürzt, einiges verschärft, einiges falsch, insgesamt aber wohl doch notwendig.
Z.B ist es eine unzulässige Verkürzung von mir zu behaupten, dass man von den SPD Leuten nichts erwarten könne.
Damit verweigere ich einigen die notwendige Anerkennung für ihre Arbeit.
Sollte ich nicht machen.
Gleiches betrifft natürlich die Grünen. Ich zweifle z.B. nicht an der Aufrichtigkeit und Ernsthaftigkeit der meisten Ratsmitglieder.
Mir würde z.B. nie in den Sinn kommen H.P. Kruse eine Unkorrektheit anhängen zuwollen.
Was ich durch die Pauschalverurteilung der Grünen tue.
Das ist das Dilemma, wenn man etwas pointieren muss.
Ich kann auch niemanden für Systembedingte Fehler verantwortlich machen. Kein Ratsmitglied wäre in der Lage, das Vertragswerk HSH zu verstehen.
Das ist sehr versöhnlich. Ich bin erstaunt über Deine genaue Kenntnis der Grünen, z. B. H.-P. Kruse. Viele Kritiker versteigen sich oft in Pauschalverurteilungen, Du hier aber nicht.
IIn dem Gesamtprozess haben die Grünen häufiger eine unglückliche Figur gemacht, allen voran auch der HSH-Ausschuss Vorsitzende. Der übrigens vor kurzem noch für den Abriss plädierte und keine andere Lösung sah.
Oder täusche ich mich da?
Ich habe Dich vorher schon einmal auf die explodierten Sanierungskosten aufmerksam gemacht. Welche andere Lösung siehst Du denn da?
Zugereister am August 22, 2006, 07:44:03
Täuscht mich meine Erinnerung, dass der Rat im Umgang mit AUF / PDS, mit der ganzen Prozesshanselei eine fragwürdige und unglückliche Figur gemacht hat?
Man könnte die Entscheidung, auf das Bürgerbegehren der AUF / PDS einzugehen, auch für ziemlich klug halten. Streit hätte vermieden werden können. Der HSH2-Ausschuss wurde eingerichtet, ein Architktenwettbewerb wird kommen. Aber wer hat diesen Ratsbeschluss dann abgelehnt?
Ich meine auch, dass die Grünen früher statt juristischer Lösungen politische gesucht hätten.
Ich finde dagegen, in einem Rechsstreit wie um das HSH kein Platz für Politik ist. Meinst Du, politische Resolutionen oder Mehrheitsbeschlüsse veranlassen den Investor, seine Forderungen gegen die Stadt zu senken?
Bis heute habe ich keine mich überzeugende Erklärung gehört, warum man eine Reihe von anerkannten Fachleuten nicht anhören will, ihnen die Prüfung des Gebäudes verbietet, sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit in erlauchten Zirkeln trifft usw.
Das habe nicht so genau verfolgt. Aber wenn Du auf die Reaktion des OB auf Prof. Günter anspielst, glaube ich, der Ton macht die Musik: Lauter Verwürfe mit automatisch erzeugter Ablehnung.

Der zukünftige Prozess um ein neues HSH wird offen und mit Beteiligung von Bürgern und Fachöffentlichkeit erfolgen. Da bin ich mir sicher und dafür kenne ich Bernd inzwischen auch gut genug. Auch unsere Ratsfraktion sieht das so. Du kennst die Leute selber und kannst Dir vorstellen, dass wir an der Stelle nicht locker lassen.
Ich höre von den Grünen nichts darüber, wie man Wittke in die Pflicht nehmen will. Ich höre nichts von den Grünen, welche anderen Lösungswege ausprobiert werden. Land, Bund in die Pflicht zu nehmen.
´ist dafür noch viel zu früh. Der Stadt gehört das Grundstück im Moment noch nicht einmal und es besteht noch nicht im Ansatz ein Entwurf, den man Bund und Land vorlegen könnte.

Wenn Du Wittke als Veranwortlichen für die jetzige Situation meinst, ist das auch noch zu früh, der HSH2-Ausschuss hat gerade erst die Arbeit aufgenommen. Und Du kennst Ernst Sott. Steht er für Verschleiern?
Dass du dir die "richtige" Vision von Bernd Matzkowski über die HSH-Zukunft vor dem Ergebnis der Expertenrunde zu eigen machst, ist nur so ein kleiner Hinweis auf die "Ergebnisoffenheit" der ganzen Veranstaltung.
Sehr spitzfindig. Aber ich will den sehen, der mit einer Vision ein Gebäude gebaut kriegt und das Umfeld gestaltet bekommt. Da ist im Gegenteil noch viel Raum für Expertenarbeit.

Ich möchte Dir an dieser Stelle noch einmal Folgendes verdeutlichen: Der Riesenunterschied ist, nicht nur bis zur Gebäudefassade zu denken sondern das sehr eng und nicht optimal bebaute Umfeld mit einzubeziehen. Es muss nach Chancen gesucht werden, den ganzen Innenstadtkern um das HSH aufzuwerten. Daran hat vorher noch niemand gedacht.


Abschließend möchte ich noch anmerken, dass ich Deine persönlichen Differenzen mit Bernd bedauere. Die Gründe kenne ich nicht und sie gehen mich auch nichts an. Nur glaube ich, dass außer mir noch die meisten Anderen keinen Zweifel an Bernds Moderationsfähigkeit haben. Jemand unerfahreneres oder bedächtigerer wäre bei diesem Ausschuss sicherlich nicht am richtigen Platz.

Oh, etzt ist schon wieder so spät ....

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« Antwort #42 am: August 25, 2006, 08:41:04 »

Zugereister:

Wolfgang:

Ich habe Dich vorher schon einmal auf die explodierten Sanierungskosten aufmerksam gemacht. Welche andere Lösung siehst Du denn da?

In diesem Fall viele Möglichkeiten. Angefangen vom Günterschen Vorschlag das Gebäude auch erst einmal jahrelang stehen zu lassen über Teilerhalt, vor allem den politischen Kampf aufzunehmen. Wittke haftbar machen, Hilfen von Land, Bund, EU einfordern. Widerstand gegen PPP organisieren. Auch völlig anarchistisch die Rechtmäßigkeit der Verträge anzweifeln und den juristischen Kampf dagegen aufnehmen... und und und. Der Hinweis auf die explodierenden Kosten ist das SPD Argument, was die Grünen sich zu eigen machen und ist nur Ausdruck von Phantasie- und Hilflosigkeit. Weitere konkret-praktische Vorschläge und Vorgehensweisen sind im Buch Weltstar HSH aufgelistet, Seite 52-54
Wolfgang:

Ich finde dagegen, in einem Rechsstreit wie um das HSH kein Platz für Politik ist. Meinst Du, politische Resolutionen oder Mehrheitsbeschlüsse veranlassen den Investor, seine Forderungen gegen die Stadt zu senken?
Meine Aussage bezog sich auf die Rechtsstreitigkeiten z.B in Hamburg gegen AUF und die Duldung anderer Behinderungsmassnahmen aus der Verwaltungs- und Juristenkiste. Gegen die Ausplünderer der Banken, gegen die Verträge muss mit allen Mitteln, auch juristischen angegangen werden. Da sind die Grünen leider viel zu aufgeblasen "staatstragend".
Wolfgang:

Das habe nicht so genau verfolgt. Aber wenn Du auf die Reaktion des OB auf Prof. Günter anspielst, glaube ich, der Ton macht die Musik: Lauter Verwürfe mit automatisch erzeugter Ablehnung.
Das ist mit Verlaub so etwas von Kindergarten und unpolitisch, dass ich es nicht glauben kann. Nur aus einer angeblichen Kränkung verweigert man die Annahme von Hilfe? Ich schlage einen unabhängigen Moderator vor, der die Kleinkinder beim spielen mit meinen Steuergeldern und bei der Zerstörung meiner Umwelt etwas lenkt! Und auch eine Fraktion und ein Ausschussvorsitzender kann Druck machen und bestimmte Gesprächspartner fordern.
Wolfgang:

Der zukünftige Prozess um ein neues HSH wird offen und mit Beteiligung von Bürgern und Fachöffentlichkeit erfolgen. Da bin ich mir sicher und dafür kenne ich Bernd inzwischen auch gut genug. Auch unsere Ratsfraktion sieht das so. Du kennst die Leute selber und kannst Dir vorstellen, dass wir an der Stelle nicht locker lassen.
Weil ich die Menschen kenne, weil ich die Verschleisserscheinungen durch jahrelange Realpolitik kenne, weil ich die Systembedingten Überforderungen kenne und die menschlichen Schwächen vieler der Akteure, bezweifel ich deine Aussage.
Wolfgang:

Der Stadt gehört das Grundstück im Moment noch nicht einmal und es besteht noch nicht im Ansatz ein Entwurf, den man Bund und Land vorlegen könnte.

Politik heißt auch planerisch, strategisch vorausschauend zu sein. Wenn man einmal gelinkt wurde, dann versucht man alles, nicht auf ewig als Tanzbär von den Herren Beratern und Bankern am Nasenring vorgeführt zu werden.
Wolfgang:

Wenn Du Wittke als Veranwortlichen für die jetzige Situation meinst, ist das auch noch zu früh, der HSH2-Ausschuss hat gerade erst die Arbeit aufgenommen. Und Du kennst Ernst Sott. Steht er für Verschleiern?

Der Ausschuss wird allenfalls noch Petitessen zur allgemeinen Belustigung zu Tage fördern. Die groben Fakten stehen fest. Es gibt keinen Grund, sich nicht schon jetzt politisch und juristisch mit der Bevölkerung auf ein Verfahren zur Haftung für dieses Desaster vorzubereiten. Übrigens habe ich persönlich nichts gegen Olli. Sehe ihn eher als tragische Figur, die mitleid verdient. Ich habe auch persönlich nichts gegen den Oberbürgermeister, gegen die Fraktionsvorsitzenden, auch nicht gegen Bernd Matzkowski.
Wolfgang:

Ich möchte Dir an dieser Stelle noch einmal Folgendes verdeutlichen: Der Riesenunterschied ist, nicht nur bis zur Gebäudefassade zu denken sondern das sehr eng und nicht optimal bebaute Umfeld mit einzubeziehen. Es muss nach Chancen gesucht werden, den ganzen Innenstadtkern um das HSH aufzuwerten. Daran hat vorher noch niemand gedacht.
Lies einfach mal, was Ästheten, Architekten, Stadtplaner, Bürger, Künstler seit Jahrzehnten bejammern: die sozialdemokratische 70ziger Jahre Bau-Unkultur. Wobei die CDU-Großbürger Gelsenkirchens die gleichen Miefköpfe waren. Das gerade die Achse Theater HSH ein Mist ist, ist keine neue Erkenntnis der Grünen, sondern ein Zustand der in Fachkreisen als Lachnummer läuft.
Wolfgang:

...außer mir haben..die meisten Anderen keinen Zweifel an Bernds Moderationsfähigkeit .... Jemand unerfahreneres oder bedächtigerer wäre bei diesem Ausschuss sicherlich nicht am richtigen Platz.
Okay, mehr und anderes Personal im Rat haben die Grünen nicht. Ich sprach nicht davon, jemand unerfahrenen zu nehmen. Ich sprach davon, einen geschickten Diplomaten zu nehmen, der die Kindereien der Akteure geschickt auflösen und in einen fruchtbaren politischen Prozess umsetzen kann.
Dass du nun sagst, der Mann heisst Matzkowski ist verständlich.
Mir wäre ein vorgeschalteter professioneller Moderator an der Seite des Vorsitzenden lieber, wenn es schon niemand anders für diesen schwierigen Prozess gibt.

Abschließend noch einmal: ich akzeptiere dein Deutungsmuster für mein Einmischen als "persönliche Differenzen" wenn du trotz dieser falschen Erkenntnis auf die Inhalte eingehst.
Die Grünen haben deshalb eine schlechte Figur gemacht, weil sie nicht all ihre Kraft nach erkennen ihres politischen Fehlers in die Aufklärung und Beseitigung dieses Irrtums gesteckt haben, sondern die Kinderspiele der AUF-Behinderungen, das infantile Beleidigt-sein durch Kritiker bis heute erbarmungslos weiter spielen.

Dieses Verhalten ist übrigens zu einem großen Teil durch Persönlichkeitsstrukturen zu erklären und dann erst durch politische Umstände. So wie ich die unaufgeregt-weitsichtig kluge Art des einen erwähnen darf, muss es gestattet sein, die egomanisch-gockelnde des anderen zu erwähnen.

Aber - das Faß der Selbstzerstörung durch politische Ämter und Rampensau-Wollgunst-Sucht öffentlicher Personen will ich hier nicht aufmachen.

Lieber Wolfgang, Ich kann auch dir nur die Lektüre des Buches "Weltstar HSH" empfehlen. Da gibt es auch ein Kapitel über "Standbein" und "Spielbein" - über Bürgerinitiativen, was ich vor allem den Grünen sehr ans Herz legen möchte.
Natürlich auch einigen noch nicht verschlissenen SPDlern.

Gruß
vom Durchreisenden..

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Beitrag von Verwaltung »

« Antwort #43 am: August 29, 2006, 13:32:17 »

Dennis:

Wie und jetzt weggereist? Was soll denn dass nun?

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Beitrag von Verwaltung »

« Antwort #44 am: August 29, 2006, 13:47:42 »

Thorsten:

Tja, wenn ich das mal wüsste...

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