Schiebertango und ChaChaCha verrucht in der WEKA

Kaum noch bekannt sind die scharfen Tanztee-Nachmittage in der WEKA-Gastronomie Abteilung mit Tango, ChaChaCha, Schmachtgesang, Damenwahl und Sahnetorte

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Heinz
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Schiebertango und ChaChaCha verrucht in der WEKA

Beitrag von Heinz »

Da steppte früher der Bär. :D
Bis in die späten 70ziger gabs da handgemachte Musik von großen Combos mit manchmal Big Band Ausmaßen.
Wir Jugendlichen fanden das SPIEßIG und merkten gar nicht, dass wir damit auch zum Untergang einer Musik-Ära beitrugen.
Wir wollten unbedingt ins Kaufhof-Kaffee weil das "In" war und man uns dort nicht bediente wegen:
Ungebührlichem Äußeren und Minimalistischen Getränkeverzehr in Maximal-Möglicher Zeitausdehnung.
Ich glaube da fand die einzige und echte Gelsenkirchener "Kulturrevolution" statt - einige Monate im Kaufhof. :wink:
Aber, das ist ein anderes Thema.
Später traf ich mich ab und zu mit Hans und Ulla Samstag Vormittags am Brunch-Buffet der WEKA.
Keine Musik mehr, aber alles so... old-fashion-stylish - so... mit dem Charme der Nierentischchen und trotzdem Tröddelchen Kombination. Plastik und Plüsch, Deckenventilatoren wie aus Casablanca ...
Very Gelsenkirchenerisch!

Ach, und vor einigen Jahren gab es da nicht den Skandal um den angeblich nicht vorhandenen jüdischen Gebetsraum in der WEKA?
Der hätte eine Renovierung kompliziert gemacht und deshalb verschwand er einfach.

Und die meist Einarmigen, weil Kriegsversehrten Aufzugführer in der WEKA, ein Thema für sich. 8)

Josel
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Beitrag von Josel »

Jüdischer Gebetsraum? Erzähl' mal!

J.

Heinz
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Beitrag von Heinz »

Josel hat geschrieben:Jüdischer Gebetsraum? Erzähl' mal!

J.
Krieg ich auf die schnelle nicht zusammen.
Stand ausführlich in den Zeitungen vor einigen Jahren.
Zeitraum zur letzten Renovierung des kaufhauses.
Zeitzeugen belegten an Hand von Fotos und aus ihren Erinnerungen, dass es im Bereich des Treppenaufganges, dort wo auch früher die Fahrstühle fuhren, einen Gebetsraum gegeben hat.
Der wurde meiner Erinnerung nach einfach für nicht vorhanden erklärt, weil er die Renovierung verkompliziert hätte.
Da müsste man aber noch mal im Institut für Stadtgeschichte oder bei der jüdischen Gemeinde nachfragen.
Ich bin sicher, dass es dazu etwas gibt.
Sorry, mehr ist bei mir nicht in Erinnerung. :roll:

pito
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Beitrag von pito »

Ich glaube es war so:

Man hat den Gebetsraum beim Umbau des Hauses entdeckt und dann durch Nachforschungen erkannt, um was es sich handelte. Ich meine sogar es gab da noch alte Leuchter oder ähnliches in einer Kiste verstaut. Ansonsten darf man sich aber jetzt nichts Besonderes vorstellen. Das muss ein ganz schlichter Raum gewesen sein.

Damals im dritten Reich muss irgendjemand den Raum geschützt haben, indem er ganz einfach die Aufmerksamkeit davon ablenkte. Schrank vor die Tür geschoben oder so ähnlich. Jahrzehnte lang war es dann still darum. Keine wußte mehr, dass es mal ein Gebetsraum war, für die Kaufhaus-Mitarbeiter war das halt irgendso eine Abstellkammer.

Als man ihn dann wiederentdeckte hat man die Leuchter der jüdischen Gemeinde übergeben. Der Raum an sich ist dann durch den totalen inneren Umbau des WEKAs verschwunden.


Das ist nur die Version, die ich noch im Kopf habe! Weiß jemand genaues? Hat jemand diese Zeitungsartikel?

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rabe489
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Beitrag von rabe489 »

Das WEKA hieß eigentlich Kaufhaus ALSBERG und war unter jüdischer Führung. Die Nazis hatten dann wohl die Flossen im Spiel und aus ALSBERG wurde WEKA, denke ich mir. Jedenfalls nannte meine Großmutter (um 1906 geb.) WEKA immer ALSBERG.

Nachsatz:
Bei WIKIPEDIA ("Gelsenkirchen") heißt es:
Das WEKA-Karrée (früher nur Westfalen-Kaufhaus) in der Innenstadt wurde 1912 von den Düsseldorfer Architekten Walter Klose und Georg Schäfer als Kaufpalast des Warenhaus-Unternehmens Gebr. Alsberg AG erbaut (erweitert 1928). Heute beheimatet das WEKA-Karrée u.a. eine Niederlassung des VRR, das Blutspendezentrum Gelsenkirchen sowie verschiedene Einzelhandelsgeschäfte.
Nachsatz 2:
Zur Eröffnung der Synagoge verfasste die Rheinische Post einen Artikel, in dem es heißt:
Zwei riesige Leuchter hängen im Flur, die einst das jüdische Kaufhaus Alsberg zierten und die ein Gelsenkirchener vor der Zerstörung rettete. Vor drei Jahren übergab er sie der Gemeinde.
Nachsatz 3:
In der Firmengeschichte des Hauses DIELER heißt es:
Karl Dieler, dessen Namen das Unternehmen trägt, wurde am 28. September 1907 in Gelsenkirchen geboren. Er absolvierte seine Ausbildung bei der Firma Gebr. Alsberg in Gelsenkirchen auf der Bahnhofstraße, der Vorgängerin des heutigen Westfalen-Kaufhauses.
s.a.
http://www.gelsenzentrum.de/1933_geschi ... k_1938.htm

http://www.kirchegelsenkirchen.de/htdoc ... kPid%5D=21

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Detlef Aghte
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Tanz im Weka

Beitrag von Detlef Aghte »

sehr gut erinner ich mich. jeden nachmittag mit Mutter zum Kaffee, neben uns ein lieber mann,mit seiner blinden Mutter,Der geschäftsführer war ein bekannter fußballschirri, Ternieden aus Oberhausen, mein ich.
15 mann kapelle plus sängerin der helle wahnsinn.
Mit 14 trank ich dann dort champi -Krone das War pils und sekt in einer Flasche
detlef
Wer durch des Argwohns Brille schaut,
sieht Raupen selbst im Sauerkraut
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rabe489
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Ergänzung zu meinem WEKA-Beitrag

Beitrag von rabe489 »

Siehe auch:
Kaufhaus Kortum in Bochum:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kaufhaus_Kortum

Architekt Walter Klose siehe auch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Klose

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immers04
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Beitrag von immers04 »

Ich kann mich noch an Kontrollgänge des früheren Bundesligaschiedsrichters Weyland (Oberhausen) erinnern, der viele Jahre (70er und 80er Jahre) Personalchef des WEKA war.

Er achtete sehr auf korrektes Bedienen im Erfrischungsraum, war dabei aber ein durchaus freundlicher Zeitgenosse, der auch immer ein freundliches Wort für die Fahrstuhlführer hatte.
Ich möchte mal sagen können: Daß ich das noch erleben darf!

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Detlef Aghte
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Beitrag von Detlef Aghte »

immers04 hat geschrieben:Ich kann mich noch an Kontrollgänge des früheren Bundesligaschiedsrichters Weyland (Oberhausen) erinnern, der viele Jahre (70er und 80er Jahre) Personalchef des WEKA war.

Er achtete sehr auf korrektes Bedienen im Erfrischungsraum, war dabei aber ein durchaus freundlicher Zeitgenosse, der auch immer ein freundliches Wort für die Fahrstuhlführer hatte.




Und ich hatte Ternieden draus gemacht, weyland war es, dann hat er es aber lange in der WEKA ausgehalten.heute verdient ein Schirri seiner Güte 100 000 €im Jahr

detlef
Wer durch des Argwohns Brille schaut,
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Männlein
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Beitrag von Männlein »

Habe ich gerade gefunden und wollte es eigentlich in die GutundBöse-Waagschale werfen, wegen Wetter und so.
Im Meisterschaftsjahr 1958 waren die Gelsenkirchener wohl noch aktiver, da wurden noch die Beine geschwungen.
Nein, ehrlich, ich finde die Namen dieser Combos einfach zum Lachen, ich darf sie euch nicht vorenthalten.
Und vielleicht hat sie ja ein Forumsleser sogar mal live gesehen.
Gruß MännleinBildBild

Heinz
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Beitrag von Heinz »

Männlein hat geschrieben:Nein, ehrlich, ich finde die Namen dieser Combos einfach zum Lachen, ich darf sie euch nicht vorenthalten.
Und vielleicht hat sie ja ein Forumsleser sogar mal live gesehen.
Gruß MännleinBildBild
na.. ich vermute, dass Klein Udo (Lindenberg) auch in der WEKA gehockt hat und da seine Alliterationen her hat. (Abschreiber :wink: )

Joo.. ich habe bestimmt nen paar von denen gesehen.. hab es schon mal geschrieben. wir waren die Generation, die leider diese Kunstform killten.
Statt Bläsern - Guittarrrrren. Statt Big Band - Hemdenorgeln.. (Achtung Rechtschreibfehler) :?

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Detlef Aghte
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Beitrag von Detlef Aghte »

Detlef Aghte hat geschrieben:
immers04 hat geschrieben:Ich kann mich noch an Kontrollgänge des früheren Bundesligaschiedsrichters Weyland (Oberhausen) erinnern, der viele Jahre (70er und 80er Jahre) Personalchef des WEKA war.

Er achtete sehr auf korrektes Bedienen im Erfrischungsraum, war dabei aber ein durchaus freundlicher Zeitgenosse, der auch immer ein freundliches Wort für die Fahrstuhlführer hatte.




Und ich hatte Ternieden draus gemacht, weyland war es, dann hat er es aber lange in der WEKA ausgehalten.heute verdient ein Schirri seiner Güte 100 000 €im Jahr

detlef
Bild
Nach einem Endrundenspiel 1958,verläßt Weyland hinter dem Schirri Malka das Stadion
Malka hatte, wie häufig Mist gepfiffen, und mußte geschützt werden.
Weyland war nur Linienrichter
detlef
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W. Busch

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