Ückendorf 1890

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107P5
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Beitrag von 107P5 »

Josel hat geschrieben:
(Die Wattenscheider sind immer veräppelt worden. Auch später mit Bochum. Da hatte Steilmann schon recht...)
Der hat seinen Teil ja auch dazu beigetragen dass es mit Wattenscheid bergab ging.

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Heinz O.
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Schüsseler Heide

Beitrag von Heinz O. »

Die Schüffeler Heide.
Der Stadt- und Landkreis Gelsenkirchen - Eine Heimatkunde für Schule und Haus, bearbeitet von Jos. Lichte, 2 Auflage, März 1904
Verlag von Th. Dahl jun. Gelsenkirchen

Wie in anderen Orten, so führen auch im Stadtbezirke Ückendorf einzelne Teile besondere Namen. So heißt der südliche Teil „Lohrheide“, an der Ostgrenze liegt der „Aschenbruch“, und der Bezirk im Norden wird „Klutenburg“ oder „Luthenburg“ genannt; auch gibt es in G.-Ückendorf eine „Ottilienau“ und ein „Klein-Bielefeld“. Diese Bezeichnungen stammen zum Teil aus älterer, zum Teil aus neuerer Zeit; sie sind entweder aus dem Volke heraus entstanden oder von Behörden u. s. w. bestimmten Gemeindeteilen beigelegt worden. Das Volk faßt ja stets die Eigentümlichkeiten einzelner Bezirke und Örtlichkeiten sehr schnell auf, verarbeitet dieselben und wählt Bezeichnungen nach diesen Eigentümlichkeiten.

Außer den oben genannten Gemeindeteilen ist in Ückendorf auch ein Bezirk vorhanden, der den Namen „Schüffeler Heide“ führt. Diese Schüffeler Heide liegt im nördlichen Teile des Stadtbezirks und breitet sich aus zu beiden Seiten der Ückendorfer Straße von der Wirtschaft Husmann bis zur Wirtschaft Wäsche. Sie hat ihren im Munde der alten eingesessenen Leute noch geläufigen Namen schon im vorigen Jahrhundert gehabt, und zwar ist derselbe wohl unzweifelhaft abgeleitet von Schüffelers Kotten, der an der Südgrenze der Heide gelegen war, jetzt aber nicht mehr vorhanden ist. Die Schüffeler Heide war damals ein Weideplatz für das Vieh. Mitten durch die Heide zog die Landstraße, die in das „Kölnische“ (Vest Recklinghausen) führte (jetzige Ückendorfer Straße), und im sülichen Teile befand sich in west-östlicher Richtung ein Feld- oder Treibweg nach der Landstraße zu, welcher der heutigen Bergmannstraße so ziemlich entspricht. Wie die vor uns liegende Karte von der Schüffeler Heide, die von dem Königlichen Geometer Brabänder im Jahre 1778 angefertigt wurde, ausweist, befanden sich auf der Heide vier Teiche, und zwar je einer im nördlichen, südlichen, östlichen und westlichen Teile derselben. Der Teich im Süden lag gerade Schüffelers Kotten gegenüber und war von einer Baumgruppe umgeben, unter welcher das Vieh ein schattiges Ruheplätzchen fand. Der kleinste von den Teichen, der östliche, lag dort, wo sich jetzt die Feldgärten des Wirts Dieckhöhner ausbreiten, etwas nördlich von der Gartenwirtschaft. An der Ostgrenze, in gerader Linie von der Landstraße hinter der jetzigen Almaschule, war ebenfalls eine größere Baumgruppe. In späteren Jahren, als die Heide in Ackerland verwandelt wurde, mußten die Teiche und Baumgruppen verschwinden. Auf dem Grunde der Heide stand nur ein einziges Haus, der Schmidts Kotten; hart an der Grenze lagen die Kotten des Hohfeld im Norden und des Schüffelers im Süden. Das alte Schmidtsche Kötterhaus, an dessen Stelle ein größerer Neubau ausgeführt wurde, ist im Jahre 1894 abgebrochen worden.

Die Schüffeler Heide hatte eine Größe von 7 Holländischen Morgen. Sie war bis zum Jahre 1776 nicht das Besitztum eines Einzelnen, sondern war eine Hudschaft, eine Gemeinheit, an der verschiedene Bauern und Kötter bestimmte Gerechtsame zur Mithude hatten. Nach der Größe ihrer Gerechtsame durften die Hudberechtigten entweder den gesamten Viehstand oder nur einen Teil derselben auf der Heide weiden lassen. Solche gemeine Hudschaften gab es und gibt es bis in die neueste Zeit in sehr vielen Gemeinden. So waren z. B. die Wattenscheider Heide und der Wiehagen in Gelsenkirchen ebenfalls für verschiedene Bauern und Bürger der Nachbarschaft gemeinsame Hudschaften. Viele Dörfer und Ackerstädte haben noch heute ihre Wiesen und Weiden, auf die sämtliche Bürger durch einen eigens dazu geschaffenen Hirten ihr Vieh treiben lassen.

Zur Mithude waren auf der Schüffeler Heide folgende Bauern und Kötter berechtigt:
1. Fellermann, genannt der Fellerbauer,
2. Brüggemann,
3. Thomas,
4. Kleine-Grollmann,
5. Hohfeld,
6. Schmidt.

Der erstgenannte, Fellermann, war mit seinem ganzen Viehbestande auf der Gemeinheit berechtigt, die anderen hatten weniger große Gerechtsame. Der Hof des Fellermann war das spätere Erwigsche Gut, das jetzt von der Gelsenkirchener Bergwerks-Aktiengesellschaft (Zeche „Rhein-Elbe“ ec.) angekauft ist. Die Besitzer der Höfe Brüggemann und Thomas heißen jetzt Siepmann resp. Althoff, die Nachfolger des Schmidt: Dieckhöner. Kleine-Grollmanns Colonat ist gleichfalls in den Besitz genannter Bergwerks-Gesellschaft übergegangen. Eigentümlich ist, daß Schüffelers Kotten, von dem doch die Heide den Namen erhalten, zur Hude nicht berechtigt war.

Im Jahre 1776 wurde die Schüffeler Heide unter die Hudberechtigten verteilt. Da sich die Berechtigten in Bezug auf die genaue Feststellung ihrer Gerechtsame nur langsam einigen konnten, mußten verschiedene Termine anberaumt werden. Aus welchen Ursachen die Teilung vorgenommen wurde, ist aus den Akten nicht zu ersehen, jedenfalls haben Streitigkeiten der zur Hude Berechtigten Veranlassung dazu gegeben. Der erste Termin zur Teilung wurde auf den 15. Juni 1775 angesetzt. Der Kriegs- und oconomie commissarium Mertens und der Justiz-commissarium Assesor Natorp luden d. d. Bochum und Altena 1. Juni 1775 „alle und jede, so an gemelter Schüffeler Heide eine Gerechtsame zur Mithude zu justifizieren vermögend sind“, ein, „sich im gemelten Termins morgens um 8 Uhr bei Fellermann daselbst persönlich einzufinden und coram commissione ihre habende Gerechtsamkeit gehörig zu verifizieren“. Als Interessenten fanden sich zu diesem Termin die oben genannten Hudberechtigten ein. Nach kurzer Verhandlung wurde der Teilungsfuß festgesetzt, auch bestimmt, daß der Feldmesser Brabänder instruiert werden sollte, zuerst die Generalvermessung und hernach die Spezialeinteilung zu bewirken. In den Terminen vom 5. Juli und 15. September 1775, von denen letzterer an Hattings (Dickmanns) Behausung in Wattenscheid stattfand, erhoben aber einige Interessenten Einwendungen gegen den gesetzten Teilungsfuß, worauf es zu längeren Auseinandersetzungen kam. Das Protokoll über die Verhandlungen des Termins vom 15. September füllt in den Akten 15 Seiten. „Da man vor Einsendung der in der Teilungssache verhandelten Akten die Güte unter den Interessenten nochmals zu versuchen, für gut befunden“, so wurde hierzu Termin auf den 8. März 1776 an Surmanns Behausung in Hundham (Hundhamme bei Bochum) anberaumt und mußte der Führer Ricke unter Androhung einer Strafe von 2 Thalern im Falle des Fernbleibens sämtliche Interessenten einladen. Zu diesem Termin kam endlich eine Einigung zu Stande und zwar dergestalt, daß der Fellermann 7¾, Brüggemann 6¾, Thomas 5¾, Kleine-Grollmann 5¾ Teile, Hohfeld 1 und dem Schmidt ebenfalls 1 Teil zuerkannt wurden. Der Grund für die Landstraße, 2 Rt. breit, im ganzen 224 Quadratruten, sowie für die Feldwege, 76 Quadratruten, wurde vorher in Abzug gebracht. Der Feldmesser Brabänder, der die Generalvermessung bereits am 29. Juni 1775 bewirkt hatte, nahm aber die Spezialeinteilung nach dem festgesetzten Teilungsfuße am 19. März 1776 vor. Dann wurden sämtliche Akten an die Mär-kische Kriegs- und Domänen-Kammer-Deputation in Hamm, die damals für die Grafschaft Mark bestehende oberste Behörde, geschickt, welche dieselben zur Erlangung der Königlichen Genehmigung nach Berlin beförderte. Die Königliche Genehmigung der Teilung hatte folgenden Wortlaut:

„Von Gottes Gnaden Friedrich König von Preußen, Markgraf zu Brandenburg, des Heil. Röm. Reichs Ertz-Kämmerer und Churfürst ec. ec.
Unseren gnädigen Gruß zuvor, Beste, Hochgelahrte Räthe Liebe Getreue. Die nach Inhalt Eures alleruntertänigsten Berichts vom 11. m.p. und deßen Benlangen, gütlich zu stande gebrachte Vertheilung der Schüffeler Heide, im Amte Bochum, von 7 Holländischen Morgen, 34 ½ Quadratruten, wird hiermit allergnädigst genehmigt und bestättiget, auch wollen wir Uns zustehenden noval. Zehnten, zu mehrerer Aufmunterung der Kultur des getheilten Grundes aus Gnaden erlaßen, Acta nebst Charte erfolgen hierben zurück, und Wir sind euch mit Gnaden erwogen, Geben,
Berlin den 1. May 1776. Friedrich“.

Das Schreiben, das im Originale vorliegt, ist an genannte Kriegs- und Domänen-Kammer-Deputation in Hamm gerichtet.

Das Aussehen der Schüffeler Heide hat sich seit der Teilung bedeutend verändert. Die Teiche und Baumgruppen sind verschwunden, und statt des einen Schmidtschen Kottens, der im Bezirk der Hudschaft angebaut war, befinden sich jetzt dort ca. 50 stark bewohnte Häuser. Aus der stillen, einförmigen Landstraße ist die ausgebaute, befestigte und sehr verkehrsreiche Ückendorfer Stra-ße, aus den Feld- und Treibwegen die Bergmannstraße hervorgegangen. Erwähnen wollen wir noch, daß gerade hundert Jahre nach der Teilung der Schüffeler Heide ebenfalls eine Teilung stattfand, wenn auch anderer Art. Im Jahre 1876 wurde nämlich das Amt Wattenscheid geteilt, indem die Gemeinde Ückendorf davon abgetrennt und zu einem eigenem Amte erhoben wurde.
Zuletzt bearbeitet von Ego-Uecke am 06.04.2008, 15:09, insgesamt 3-mal bearbeitet
Zuletzt geändert von Heinz O. am 06.04.2008, 17:30, insgesamt 1-mal geändert.
Micha

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Ego-Uecke
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Beitrag von Ego-Uecke »

Den Text von Ückendorf bearbeite ich gerade und werde ihn später mit weiteren Erklärungen hier einstellen.
Zuletzt geändert von Ego-Uecke am 07.04.2008, 09:13, insgesamt 1-mal geändert.

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Heinz O.
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Beitrag von Heinz O. »

Ego-Uecke hat geschrieben:Den Text von Ückendorf bearbeite ich gerade und werde in später mit weiteren Erklärungen hier einstellen.
Ego-Uecke schrieb:

Der Text, der von @Heinz O. im Original eingestellt wurde, ist in mehrfacher Hinsicht sicher interessant. Auf jeden Fall wird hier ein Schlaglicht auf Ückendorfer Geschichte beschrieben.

Zum einen ist da die Sprache mit den damaligen Redewendungen und Bezeichnungen.

Etliche Ortsbezeichnungen und Namen sind Alt-Ückendorfern noch geläufig.
Zwischen der Straße "Im Busche" und der "Bergmannstraße" gibts heute noch die Straße "Schüfflerheide". Der Teil Bergmannstraße, der als Feld- und Treibweg beschrieben wird, ist zu dieser Zeit nur der Teil der Bergmannstr. zwischen heutiger Ückendorfer Straße und Bochumer Straße - der östliche Teil der Bergmannstraße zur Ostpreußenstraße war noch etliche Jahre ein Feldweg.

Die Gaststätte Wäsche kann ich nicht zuordnen, aber die Gaststätte Husmann lag an der (heutigen) "Flöz Sonnenschein", Ecke "von Schenkendorf Straße", Dieckhöhner lag an der Ecke "Ückendorfer/Bergmannstraße", heute türkischer Gemüsehändler.

Der Name Hohfeld ist wahrscheinlich an der Dessauer Straße zu finden, eine altes Stadthaus gegenüber Holz Meyer.
Micha

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Josel
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Beitrag von Josel »

Zu dem Artikel von Heinz O. ließen sich viele Geschichten erzählen...

Die dort beschriebene "Hudschaft" war z.B. nicht nur in der Schüfflerheide, sondern fast in allen Fluren Ückendorfs anzutreffen (wenngleich ich dieses Wort dafür bislang auch noch nicht kannte). Hintergrund war die äußerst ungleiche Ückendorfer Bodenbeschaffenheit, die sich vermutlich durch das Mäandern der Emscher-Nebenflüsse erklärt. Um es auf den Punkt zu bringen: Damit alle Bauern gleiche Chancen hatten, wurde ein großer Acker - in Ückendorf vor allem die sog. Esch - immer in ganz viele kleine Streifen unterteilt, die den Bauern dann "zugeteilt" waren. Nicht selten hatte ein Bauer mehrere unzusammenhängende Ackerstreifen. Die Streifen waren so schmal, dass alle Bauern gleichzeitig aussäen und ernten mussten. Das wiederum klappte nur dann, wenn man als Ückendorfer zusammenhielt; eine Art Frühkommunismus. An das wohl bedeutendste Flurstück erinnert heute noch der Straßenname "In der Esch". Heinz O.s Bericht beschreibt also, wie man dieses Verfahren für die Schüfflerheide aufgegeben hat.

Manche wundern sich vielleicht auch, warum der südlichste Teil Ückendorfs nach dem Beitrag "Lohrheide" hieß, denn die Lohrheide liegt ja - wie auch die Benamsung des gleichnamigen Stadions zeigt - in Wattenscheid. Hintergrund ist einfach, dass die Wattenscheider den Gelsenkirchenern irgendwann den Teil Ückendorfs wieder entrissen, der südlich der Bahnlinie zum Bahnhof Ückendorf-Wattenscheid lag. Und dazu zählt auch die Lohrheide, also das Gebiet auf dem sich heute der Wattenscheider Olympia-Stützpunkt und das Lohrheidestadion befinden. In alten Zeiten gabs hier tatsächlich Heidepflanzen, die die Wattenscheider Tuchmacher (Steilmann hat alte Tradition!) zum Färben benutzten. Als das nicht mehr so spannend war, hat die Zeche Holland die Lohrheide quasi ausgeschürft, um mit dem Lehm ihre hauseigenen Ziegeleien zu betreiben.

Ob die Schüfflerheide auch solchen Heidebewuchs hatte, weiß ich nicht; aber es liegt nahe. Auch an dieses Flurstück erinnert heute noch ein Ückendorfer Straßenname.

(Wenn ich es mir so recht überlege, werde ich meinen Kampf um die Tripolarität jetzt auch nach Bochum ausweiten :-), denn hinter der Bahnlinie leben ja noch heute Ur-Ückendorfer unter fremder Knechtschaft, deren kulturelle Besonderheiten bald verloren zu gehen drohen ;-))

J.
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Tekalo
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Beitrag von Tekalo »

Luthenburg in Ückendorf???????????

(Wenn ich es mir so recht überlege, werde ich meinen Kampf um die Freiheit jetzt auch nach Ückendorf ausweiten , denn hinter der Bahnlinie leben ja noch heute Ur-Hüller unter fremder Knechtschaft, deren kulturelle Besonderheiten bald verloren zu gehen drohen :wink: )

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Ego-Uecke
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Beitrag von Ego-Uecke »

Luthenburg in Ückendorf???????????
Also das, was als "Siedlung" bezeichnet wird, war ja wohl eindeutig Ückendorf! Nach dem Krieg war die Luthenburgstraße = verlängerte Almastraße, also Ückendorf. Die Burg selbst mag ja wohl auf Hüller Gebiet gestanden haben, oder hat die Grenze zwischen beiden Dörfern bewacht, oder so ähnlich?

Der "Krieg" der "Kolonie" gegen die "Luthenburger" in meinen Kindertagen wurde immer auf Ückendorfer Gebiet, meist am Fortuna-Sportplatz an der Almastraße, ausgetragen, also mindestens gefühltes Ückendorf mit Hüller Anteilen.

Isset so gut?

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Tekalo
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Beitrag von Tekalo »

Ich hoffe nur die Luthenburger haben euch so richtig die Ohren lang gezogen. So einen Unsinn finde ich langsam nicht mehr lustig. Wir reden hier über den Beitrag von Heinz O. welcher 1904 verfasst wurde. Dieser Herr Jos. Lichte schreibt Unsinn. Auch damals gab es Leute die keine Ahnung hatten. Der Bauernschaft Hüllen (1904), insbesondere dem Haus Hüllen gehörte die Flur Luthenburg. Und was die Almastraße angeht, könnten entsprechende Karten von Bulmke 1904 weiterhelfen.

Wir reden hier von 1904!!!!!!!!!

Schacht 9
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Luthenburg

Beitrag von Schacht 9 »

BildFlurname 58, Luthenburg (um 1810 Luttenburg)

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Ego-Uecke
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Beitrag von Ego-Uecke »

Ich hoffe nur die Luthenburger haben euch so richtig die Ohren lang gezogen.
Mal so, mal so!

Die Karte der Bauernschaft Hüllen von 1823 hilft mir nicht weiter, weil ich den Straßenverlauf nicht den heutigen Gegebenheiten zuordnen kann. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass die Grenzen der Bauernschaften 1823 anders waren, als die heutigen Stadtteilgrenzen. So kann es schon sein, dass die Flur 58 damals auf Hüller Gebiet lag.

Aber das Ganze hatten wir schon mal, siehe: www.gelsenkirchener-geschichten.de/view ... p7668#7668 "Wer weiss was über die Luthenburg?", Seite 4, http://www.gelsenkirchener-geschichten. ... highlight=

Das Gebiet südlich der Köln-Mindener Bahnlinie und westlich der Ostpreußenstr. zur Almastr. hin wurde nach meinem Kenntnisstand (60 Jahre) immer als Luthenburg bezeichnet. Und die mit o.g. Link gezeigten Karten zeigen dort auch die Luthenburgstraße.

Wie weit diese Bezeichnungen - so wie sie auch in dem von Heinz O. eingestellten Artikel benannt werden - kartographisch und geschichtlich richtig sind, weiß ich nicht. Der Schreiber Jos. Lichte erklärt ja auch, dass diese Namen und Bezeichnungen aus dem Volksmund entstanden sind und manchmal dann "von Amts wegen" übernommen wurden.

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Tekalo
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Beitrag von Tekalo »

1895
Bild

2008
Bild

Die Grenze war die Möckernstraße. Auch auf der Karte von 1949 war es noch Hüllen.

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Tekalo
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Straßenkarte 1823

Beitrag von Tekalo »

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Ego-Uecke
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Beitrag von Ego-Uecke »

Wenn die Möckernstr. damals die Grenze war, hast Du natürlich recht und mußt für die Rechte der eingemeindeten Ur-Hüller kämpfen. Immerhin liegt das Gebiet "Luthenburg" dort, wo ich es auch immer gesehen habe und deshalb heute eindeutig auf Ückendorfer Gebiet. Und 1949 war ich noch nicht so ganz des Lesens mächtig. Und diese Kindheitserinnerungen haben sich auch sicherlich noch nicht mit dem Grenzverlauf der Stadtteile beschäftigt.

Karlheinz Rabas
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Beitrag von Karlheinz Rabas »

Hier ist ein Zeitungsartikel aus der Wattenscheider Zeitung vom 19. Juli 1928 von Reinhold Grasreiner, der zu diesem Thema passt.

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Karlheinz Rabas
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Ego-Uecke
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Beitrag von Ego-Uecke »

Hier ist ein Zeitungsartikel ...
Leider so klein, dass ich nichts lesen kann. Auch mit "Vergrößern" bleibt das Bild zu klein zum lesen.

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