Christuskirche

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Tekalo
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Christuskirche

Beitrag von Tekalo »

Ein umstrittenes Kriegerdenkmal
Gemäldezyklus von Rudolf Schäfer in der Christuskirche in Gelsenkirchen-Bismarck


http://www.lwl.org/wafd-download/PDF/de ... ngGrob.pdf


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Verwaltung
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Beitrag von Verwaltung »

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Beitrag von Verwaltung »

WAZ hat geschrieben:Helden oder Opfer

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Von Kugel durchschossen: das Kriegstaschenbuch und ein Familienfoto von Wilhelm Skibba. Fotos: WAZ, Cornelia Fischer

Evangelische Kirchengemeinde in Bismarck geht in einer Ausstellung in der Christuskirche am Trinenkamp auf die im Ersten Weltkrieg gefallenen Gemeindemitglieder ein. Projekt von Förderverein und Ev. Gesamtschule

Wilhelm Skibba war 32 Jahre alt, als er im Ersten Weltkrieg fiel. "Er starb fürs Vaterland" heißt auf dem "Gefallenengedenkblatt" mit dem Faksimile von Kaiser Wilhelm.

Dieses und andere Erinnerungsstücke von Wilhelm Skibba und weiteren Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus dem Gemeindegebiet sind derzeit in der evangelischen Christuskirche am Trinenkamp in Bismarck zu sehen - dank des Fördervereins der Kirche und der Evangelischen Gesamtschule. Die Ausstellung kann bis zum 30. September samstags und sonntags von 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung besucht werden. Interessenten wenden sich an Benjamin Bork, Historiker und Schriftführer des Fördervereins, unter Tel: 87 58 07.

Die Namen von 269 Gefallenen stehen auf den Mamortafeln, die unter der "Gefallenenehrung" von Rudolf Schäfer in der Christkuskirche hängen. Wer waren diese Männer, aus welchen Familien, Gesellschaftsschichten kommen sie, welche Gedanken und Gefühle begleiteten sie in den Krieg, der 1914 begann und vier Jahre später zu Ende ging?

Diesen Fragen ging Bork nach - zusammen mit 20 Oberstufenschülerinnen und -schülern der Gesamtschule. Ihr Lehrer Martin Weyer-von Schoultz hatte sie im Leistungskurs Geschichte für das Projekt begeistern können. Die jungen Leute bildeten Gruppen, trafen sich einmal in der Woche für eine Stunde, recherchierten und tauschten ihre Recherchen aus.

"In ihrer Freizeit", wie der Lehrer betont. Sie wühlten in alten Kirchenunterlagen, informierten sich im Stadtarchiv. Ein Zufall führte die "Forscher" nach Köln - zu dem 63-jährigen Günter Erich Sadloch, einem Enkel von Wilhelm Skibba, im August 1914 eingezogen, am 6. November 1914 gefallen. "Er ist für uns wahre Fundgrube", sagte Sebastian Bork. Sadloch zeigte sich sehr kooperativ und überließ ihm viele Dinge als Leihgabe für die Ausstellung. Nach Sichten der Unterlagen teilten die Arbeitsgruppen die Ausstellung in vier Stationen auf. Die meisten Fotografien, Schriftstücke oder anderen persönlichen Erinnerungsstücke sind zweifellos aus dem Nachlass von Wilhelm Skibba, der zunächst in Posen war und später an die Westfront, nach Frankreich, verlegt wurde.

Somit können sich die Besucher in einer Vitrine und an Stellwänden Hochzeits- und andere Familienfotos des gebürtigen Bismarckers, Bergmanns und Vaters von drei Kindern ansehen. Schoultz: "Sein jüngstes Kind hat er gar nicht mehr kennen gelernt." Es wurde 1913 geboren, als der Vater im Feld war und wohl längst nicht mehr an ein gutes Ende geglaubt hat.

Weyer-von Schoultz entnahm diesen Eindruck aus Feldpostbriefen, die Skibbas Enkel zur Verfügung gestellt hat. In den ersten Briefen an die Ehefrau schrieb er immer, schon bald wieder zu Hause zu sein. In einem Brief aber schrieb er: "Heute habe ich Angst das erste Mal um mein Leben gehabt." Das war zwei Tage vor seinem Tod. dju

11.09.2007

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Heinz O.
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Beitrag von Heinz O. »

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geht`s so schlecht ?Bild
morgen letzter Tag der Ausstellung.
Micha

Irgendwie machen GEschichten süchtig .......

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Kalle Mottek
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Beitrag von Kalle Mottek »

"Helden oder Opfer?" ist die falsche Frage.

Die Antwort muss heißen:"Täter und Opfer".


Schönen Gruß!

Kalle Mottek
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Benjamin Bork
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Beitrag von Benjamin Bork »

Guten Abend!
Den Kirchen geht es generell nicht mehr so gut, das dürfte sich doch wohl herumgesprochen haben. Aber man tut, was man kann, um die kostbaren historischen Gebäude zu erhalten, etwa einen Förderverein gründen und solche Ausstellungen organisieren, damit öffentliches Interesse geweckt wird. Spott ist da völlig unangebracht. Außerdem hat die Abgabe von Kirchenbänken aus der Christuskirche nicht in erster Linie mit der Finanzknappheit zu tun, sondern einfach damit, daß die Zahl der Bänke zwecks Umnutzung des freigewordenen Raumes für andere Zwecke (Kirchcafé etc.) reduziert wurde und die Bänke einfach im Weg sind.

Der Ausstellungstitel "Helden oder Opfer?" ist selbstverständlich als rhetorische Frage formuliert (zur Erläuterung: darunter versteht man eine Frage, deren Antwort klar und allgemein bekannt ist - auf die Antwort kommt es in diesem Falle nämlich nicht an, sondern auf die Verdeutlichung des Sachverhalts durch die Frage).
Natürlich nehmen Soldaten im Krieg zugleich mit der Opferrolle immer auch eine Täterrolle ein. Wer die Ausstellung in der Christuskirche besucht hat, weiß aber, daß es in diesem speziellen Zusammenhang um Gefallene und die Schicksale ihrer durch den Krieg zerstörten Familien ging, daß die Opferrolle also im Vordergrund stand. Kontrastiert wurde diese bittere Wirklichkeit mit dem Gedankengut der Weltkriegszeit, das eine sehr starke Verklärung des "Heldentodes" fürs Vaterland beinhaltete, eine Idee, die sogar von einem Großteil der evangelischen Theologen vermittelt wurde. So ergab sich für den Titel der Ausstellung die Kontrastierung der Begriffe Helden und Opfer.
Herr Mottek sollte erst einmal selber eine Ausstellung konzipieren und umsetzen, Exponate zusammentragen, Texte schreiben, den Aufbau organisieren (dies alles nebenbei bemerkt alleinverantwortlich und komplett ehrenamtlich) und dann noch einen aussagekräftigen Titel formulieren, bevor er mit solchen besserwisserischen Spitzfindigkeiten ankommt.
Was ist das überhaupt für ein Verein hier? Ich bin zufällig über Google auf diese Beiträge gestoßen. Als Schriftführer des Fördervereins der Christuskirche freut es mich natürlich grundsätzlich, daß unsere Öffentlichkeitsarbeit scheinbar Resonanz findet und hier sogar online diskutiert wird. Andererseits sind die völlige Zusammenhangslosigkeit und das Niveau dieser Diskussion doch reichlich befremdlich.

Heinz
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Beitrag von Heinz »

Benjamin Bork hat geschrieben:Was ist das überhaupt für ein Verein hier? Ich bin zufällig über Google auf diese Beiträge gestoßen. Als Schriftführer des Fördervereins der Christuskirche freut es mich natürlich grundsätzlich, daß unsere Öffentlichkeitsarbeit scheinbar Resonanz findet und hier sogar online diskutiert wird. Andererseits sind die völlige Zusammenhangslosigkeit und das Niveau dieser Diskussion doch reichlich befremdlich.
Hallo Benjamin,
es ist kein Verein. Hier findest du etwas über die GEschichten:
http://www.gelsenkirchener-geschichten. ... um.php?f=2

zum Niveau dies: man hebt am besten das Niveau an, indem man die Latte durch eigene qualitativ "wertvolle" Beiträge höher legt. Das hast du getan. Dein Zusatz ist deshalb eigentlich überflüssig.
Ein Zusammenhang ist hier sehr oft prozesshaft, also nicht immer sofort für jeden erkennbar.
Und du hast es selber in der Hand, diesen Prozess zu steuern. :wink:

kwitsche
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Beitrag von kwitsche »

.. einen, und noch einen kenn ich, der in einer Kirche eine Werkstatt eingerichtet hat....

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Kalle Mottek
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Beitrag von Kalle Mottek »

Nach den jüngsten Ausführungen von Herrn Bork kann ich meine Kritik nur noch einmal wiederholen:Die Frage muß heißen "Täter oder Opfer"!
Mir ist schon klar,dass Soldaten gerne zu Helden hochstilisiert wurden und werden.Leider wird aus dem Beitrag von Benjamin Bork nicht deutlich dass er sich von dem Missbrauch des Begriffes Held distanziert.Der Begriff "Täter" fällt gar nicht.
Schade eigentlich.
Schade auch dass er nicht bereit ist zu diskutieren,sondern andere Meinungen als "besserwisserische Spitzfindigkeiten" abqualifiziert.

Schönen Gruß!

Kalle Mottek
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GEW - meine Gewerkschaft!

Heinz
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Beitrag von Heinz »

Kalle Mottek hat geschrieben:Leider wird aus dem Beitrag von Benjamin Bork nicht deutlich dass er sich von dem Missbrauch des Begriffes Held distanziert.Der Begriff "Täter" fällt gar nicht.
Hier:
Benjamin Bork hat geschrieben:Natürlich nehmen Soldaten im Krieg zugleich mit der Opferrolle immer auch eine Täterrolle ein.
und hier:
Benjamin Bork hat geschrieben:Kontrastiert wurde diese bittere Wirklichkeit mit dem Gedankengut der Weltkriegszeit, das eine sehr starke Verklärung des "Heldentodes" fürs Vaterland beinhaltete, eine Idee, die sogar von einem Großteil der evangelischen Theologen vermittelt wurde.

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Fuchs
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Beitrag von Fuchs »

Hey, Benjamin:

Wieso positioniert sich denn "dein Verein" nicht einfach mal durch eine Aussage?
Wo ist denn hier die Verdeutlichung des Sachverhaltes durch die Frage?
Das Problem eures rhetorischen Eiertanzes sind die 2 Gegensätze
Helden - Opfer.

Befremdlich an deinem Beitrag (trotzdem ein Dankeschön) ist mir die fehlende Nächstenliebe und Behutsamkeit.
"Mach du erst einmal ne Ausstellung, bevor du die unsere kritisierst" hat ja zumindest etwas von "Auge um Auge"...


Kirchcafé? Also kommen die Leute (die zwar nicht mehr zum Gottesdienst gehen) nun auf einen "Kaffee Golgatha" oder auf einen "Latte-Nazareth" herein?

Berichte uns doch bitte mehr davon!

Benjamin Bork
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Beitrag von Benjamin Bork »

Ich habe nicht vor, hier "das Niveau anzuheben", "die Latte höher zu legen" oder mich sonstwie mit eigenen Beiträgen zu "positionieren". Ich wollte nur die von mir zufällig entdeckten hier getroffenen Aussagen über die Kirchenbänke und den Ausstellungstitel nicht unkommentiert stehenlassen und habe deshalb die Gelegenheit genutzt, daß man hier offensichtlich etwas schreiben kann, ohne angemeldet zu sein. Übrigens glaube ich nicht, daß ich irgendjemanden von den Herrschaften kenne, geschweige denn mit jemandem eine Duz - Vereinbarung getroffen habe.

Es liegt mir fern, irgendjemandes Meinung abzuqualifizieren. Sicherlich ist diskutabel, ob der Titel mit Bezug auf die Inhalte der Ausstellung angemessen ist und anders formuliert werden könnte. Ich behaupte jedoch, daß er gerade im Hinblick auf diese Inhalte zumindest nachvollziehbar ist, weil die Gegenüberstellung Held - Opfer sich in der Ausstellung wiederspiegelt.
Wenn hier aber pauschal gesagt wird, daß die Frage "FALSCH" ist und daß es stattdessen so oder so heißen "MUSS", dann bin ich auf einer solchen Grundlage, so leid es mir tut, tatsächlich nicht bereit, zu diskutieren. Man kann ein Thema immer aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten, je nach Blickwinkel und Herangehensweise können dann ganz unterschiedliche Fragen und Aspekte formuliert werden, weshalb Kategorien wie richtig oder falsch hier kaum angemessen sind. Ich frage mich, ob Herr Mottek die Ausstellung überhaupt besucht hat. Auf deren Inhalte ist hier jedenfalls abgesehen von der Wiedergabe der Artikel in WAZ und Denkmal - Zeitung noch an keiner Stelle eingegangen worden.

Das mit dem "Kaffee Golgatha" und "Latte Nazareth" finde ich ehrlich gesagt nicht übermäßig witzig und zu dem Seitenhieb mit der Nächstenliebe und Behutsamkeit ziehe ich es vor, gar nichts zu sagen. Ich habe nämlich keine Lust, in die Rechtfertigungs - Ecke gestellt zu werden. Auch sonst ist mein Mitteilungsbedürfnis in dieser Sache nun so ziemlich erschöpft. Was ich sagen wollte, habe ich gesagt.
Hiermit verabschiede ich mich.

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Fuchs
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Beitrag von Fuchs »

vaja con dios

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Ego-Uecke
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Beitrag von Ego-Uecke »

Sehr geehrter Herr Bork,

ich rede Sie so an, weil Sie in Ihrem letzten Beitrag die Umgangsform in diesem Forum kritisieren. Dies zeigt aber auch deutlich, dass Sie in solchen Foren nicht "zu Hause" sind. Denn für die über 270 anderen Teilnehmer dieses Forums sind solche Anredeformen durchaus üblich und unabhängig von einer Bewertung der hier schreibenden Person.

Ihren ersten Beitrag in diesem Forum verstehe ich noch. Ich kann nachvollziehen, dass Sie die Aussage von "Kalle Mottek" (der ganz sicher nicht mit bürgerlichem Namen so heißt) befremdlich finden, weil offensichtlich viel eigenes Engagement in der genannten Ausstellung steckt.

Aber Sie hätten die Einladung von "Heinz" und von "Fuchs" annehmen können, etwas mehr über Ihre Einstellungen und Ihre Tätigkeiten zu berichten. Dies hätte dann sicher zu einem fruchtbaren Meinungsaustausch und zu gegenseitigem Verstehen - nicht unbedingt zu einer Diskussion - führen können, von der alle Beteiligten hätten lernen und profitieren können - Sie, genau so wir wir anderen Forumsteilnehmer. Davon lebt nämlich ein Forum wie die Gelsenkirchener-Geschichten, wie im Vorspann deutlich zu lesen ist, wenn man das lesen will.

Sich statt dessen wie eine "beleidigte Leberwurst" zurück zu ziehen, andere zu beleidigen, zeugt nicht von einer positiven Gesprächskultur. Der letzte Absatz Ihres ersten Beitrages ist völlig überflüssig. Ihr zweiter Beitrag hätte Ihre Position noch einmal klar stellen und dann enden können. Konfrontation bringt zu wenig Klarstellung des eigenen Standpunktes. Und die agressive Schreibweise Ihrer Kommentare ist keine Erfindung dieser Forumsteilnehmer.

Heinz
Abgemeldet

Beitrag von Heinz »

@Ego-Uecke
gut zusammengefasst. :up:

Gegen eine Mischung aus Unkenntnis und Angstbeißen kommt man schlecht an.

Mit etwas Foren-Erfahrung könnte man an Hand der Beiträge der einzelnen Nutzer sich schon ungefähr zusammen reimen, wie was gemeint sein könnte, wenn man sich nicht sicher über die interpretation einer Aussage ist.

Kalle Mottek z.B. hat eben diesen knappen Stil. Und wenn er "Täter oder Opfer" statt "Helden oder Opfer" als Titel haben möchte, könnte es den typischen Reflex eines Gewerkschafters in Fragen Krieg / Frieden zeigen.
Oder eine klare Positionierung sein, in Zeiten, wo wie selbstverständlich unser Land wieder an Kriegen teilnimmt.
Vor allem aber ist es wie der Titel der Ausstellung auch, eine plakative Formulierung, um in einen Gedankenaustausch einzusteigen.

Na ja, wer aber nicht erkennt, dass der Hinweis auf die letzten Ausstellungstage nicht Spott sondern ein Tipp ist, um die Ausstellung zu besuchen, der sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. :ka:

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