Annette von Droste Hülshoff Gymnasium Buer

Schulzeit und Schulen in verschiedenen Epochen

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Annette von Droste Hülshoff Gymnasium Buer

Beitrag von Verwaltung »

WAZ hat geschrieben:Die "alte Tante AvD" wird 100

Im Jahr 1907 wurde in Buer eine Schule für "höhere Töchter" neu gegründet. Inzwischen dürfen auch Jungs den Unterricht besuchen. Der runde Geburtstag wird nun mit einer Projektwoche gefeiert

THEMA SCHULJUBILÄUMDas Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium in Buer feiert in diesen Tagen 100. Geburtstag. Die Schüler bekamen zu diesem Anlass ein ungewöhnliches Geschenk: Sie dürfen sich im Rahmen einer Projektwoche so richtig austoben, der reguläre Unterricht macht eine Woche lang Pause. 59 Projekte warten stattdessen auf die Jugendlichen - Tradition und Moderne treffen aufeinander, denn die Spannbreite reicht von "Kochen wie vor 100 Jahren" bis hin zum "Hip Hop-Tanz" zu lauter Musik.

"Für die alte Tante AvD ist das mal etwas ganz Neues", erzählt Schulleiter Friedrich Schenk. "So eine jahrgangsübergreifende Projektwoche wie diese hatten wir noch nie." Ein Jahr lang wurden die Kurse von Lehrern vorbereitet, Schüler und Eltern brachten Ideen ein. Bei den Schülern kommen die Projekte gut an - sie durften individuell wählen, ob sie lieber auf der Spur der Schul-Namensgeberin Annette von Droste Hülshoff wandeln, die Wände der Schule mit römischer Wandmalerei verzieren, oder doch lieber mal einen Abstecher zur Schauspielerei wagen wollten.

"Erstaunlich viele haben sich auch für die Verschönerung der Schulgrünanlagen eingetragen", erzählt Schenk. Während draußen kräftig das Unkraut gerupft wird, mixen Schüler der 11. und 12. Jahrgangsstufe im Chemieraum gerade ihr eigenes Aspirin zusammen. "Also, wir füllen jetzt gerade Salicylsäure in ein Gefäß, später kommt dann Essigsäure hinzu", sagt Rebecca (19) und reicht ihrer Teamkollegin Ramona (18 ) das weiße Pulver an. Kathrin (17) stellt schon einmal den Bunsenbrenner bereit. "Wir sind mal sehr gespannt, ob das wirklich klappt. Morgen besichtigen wir ein Pharma-Unternehmen. Die haben uns angeboten, unser Aspirin auf den Reinheitsgrad zu testen", erzählt Ramona. Die Idee zu diesem ungewöhnlichen Exkurs in die Welt der Arzneimittel, die auch zu Gründerzeiten des AvD vor 100 Jahren schon auf dem Markt waren, hatte übrigens Schülermutter Margit Rauxel-Dornik. "Ich fand´ die Idee auf Anhieb toll", sagt Chemielehrerin Petra Schulz, die die Versuche hier nun überwacht. Ein paar Räume weiter brauen Schüler etwas ganz anderes zusammen: Sie sind der "Geschichte des Bierbrauens" auf der Spur. Praktische Übungen und ein Besuch des Biermuseums in Dortmund sind inklusive.

Die beiden 12-Jährigen Lena und Franziska beschäftigen sich unterdessen gemeinsam mit Klassenkameradinnen und Lateinlehrerin Birgit Köhnsen mit antiken Göttern. Und wie die Schülerinnen der früheren Mädchenschule in Buer 1907 kochten, ergründen Jugendliche in der Schulküche. "Sie haben sich Zutaten, die auch früher schon einfach anzubauen waren, ausgesucht", berichtet Lehrerin Inge Teben-Martin. Aus der benachbarten Schulaula dringt zur gleichen Zeit pompöse festliche Musik. "Wir sind sehr stolz, dass sich extra für dieses Jubiläum ein Projekt-Orchester gegründet hat. Die Schüler proben, um zum Festakt am Freitag die passende Musik beisteuern zu können", erklärt der Schulleiter sichtlich stolz.

Ganz ohne Musik, dafür aber mit lyrischen Texten, beschäftigen sich Achtklässler in der "Textwerkstatt" von Wolfgang Erdbrügge. "Mit der Droste dichten und scherzen", lautet hier das Motto - Sarah, Kathi und Michelle (alle 12) haben das sehr wörtlich genommen und die Gedichte "Der Knabe im Moor" und "Am Turme" in umgangssprachliche Rapsongs umgearbeitet. Der Halbsatz "Ey, Alter, ich sach´ dir..." kommt oft darin vor. Und in solchen Momenten weiß man: Die Zeit am AvD ist in 100 Jahren nicht stehengeblieben.



12.09.2007 Von Anne Bolsmann
WAZ hat geschrieben:Am Anfang stand die Schule für "höhere Töchter"

. . . erst seit den 1970er Jahren findet ko-edukativer Unterricht am AvD statt Man schrieb das Jahr 1907, als die Bottroper Oberlehrerin Maria Kraneburg an der Beisenstraße eine "Höhere Töchterschule" gründete. Zunächst gab es drei Klassen für 50 Schülerinnen. Bereits ein Jahr später zog die Schule in das Gebäude der früheren Rektoratsschule an der Beisenstraße/Ecke Ophofstraße um. Als in den Jahren 1910-12 das Buersche Rathaus gebaut wurde und daneben das Lyzeum entstand, fand die inzwischen zur "Höheren Lehranstalt" gewordene Schule darin eine neue Heimat.

1938 erhielten das Lyzeum und die daneben liegende "Frauenschule" den Namen "Annette von Droste-Hülshoff-Oberschule". Der ursprüngliche Plan, die Schule nach der ersten Reichsfrauenführerin, Gertrud Scholtz-Klink, zu benennen, wurde verworfen. Das Gebäude des AvD überstand den Krieg nahezu unzerstört, die Schülerinnen waren nach Bayern, Österreich und Hessen verlegt worden. Ab Herbst 1945 fand der Unterricht wieder in Buer statt. Den heutigen Standort auf dem "Goldberg" bezog das AvD 1967. Das Jahr 1972 brachte die Einführung der Ko-Edukation: Am AvD durften erstmalig auch Jungen den Unterricht besuchen. Noch heute ist allerdings mehr als die Hälfte der Schüler weiblich.

Mehr Info gibt es in der Festschrift zum 100. Geburtstag, die im Schulsekretariat an der Goldbergstraße 93 erhältlich ist.

12.09.2007

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Beitrag von Verwaltung »


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Emscherbruch
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Beitrag von Emscherbruch »

Ich habe als Schüler Latein zuerst langweilig gefunden, dann folgerichtig nichts gelernt und schließlich nur noch gehasst.
Wenn ich sehe, was am AvD in diesem Fach gemacht wird, dann bekomme ich Tränen inne Augen. Warum gab es so etwas vor 25 Jahren noch nicht?
"Schalker Kreisel in Latein", "Das Steigerlied in Latein gesungen", "Die Internetseiten von Gelsenkirchen in Latein", "Theaterspielen in Latein" usw.
http://www.avdge.de/net/portal_latein/index.php?menu=32
http://stadt.gelsenkirchen.de/Lateinwet ... efault.asp

gast 25
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Beitrag von gast 25 »

Am AvD war Latein auch vor mehr 25 Jahren interessanter als anderswo. Herr Kaiser ist seit ca. 30 Jahren dort, und zumindest früher war er ein Mädchenschwarm .. :D

Es gab aber damals auch an der Gesamtschule Berger Feld einen auf den ersten Blick eher konservativen Lateinlehrer, der mit Asterix gearbeitet hat.

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Emscherbruch
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Beitrag von Emscherbruch »

WAZ hat geschrieben:Aspirin leicht selbst gemacht
AvD-Schüler stellten bei Schulfest Projekte vor

Was benötigt man für die Herstellung von Salben? Aus welchen Pflanzen entstehen Medikamente? Und was sind eigentlich High-Tech-Arzneimittel? Auf all diese Fragen gab es am Samstag Antworten, als die Schüler des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums die Ergebnisse ihrer Projektwoche anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Penne beim Schufest vorstellten.

Unter anderem untersuchten und verglichen Schüler im Rahmen des Projekts heutige und 100 Jahre alte Arzneien. In einer Apotheke durften sie Salben und Teemischungen herstellen. Außerdem besuchten die Jüngeren einen Kräutergarten, und die Oberstufenschüler nahmen an einer Betriebsbesichtigung des Bayerwerks in Bergkamen teil. "Wir mussten uns Kittel und Schutzbrillen anziehen und im Labor durften wir Aspirin, das wir in der Schule vorher selbst hergestellt hatten, analysieren", berichtete Johannes (17) begeistert. Auch Julian (17) fand das Projekt interessant, besonders, weil während der Projektwoche das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern entspannter gewesen sei.

Es gab noch etliche andere Projekte, die die Schüler vorstellten: römische Wandmalerei, die Geschichte des Bierbrauens und Tiefseeforschung.

Bei derart interessanten Projekten wunderte es nicht, dass das AvD-Gelände Samstag gut besucht war. Zahlreiche Eltern, Großeltern und Geschwister bevölkerten die Räume und den Hof, um sich über die Arbeiten zu informieren. Das Schulfest war der Abschluss der Festwoche zum 100-jährigen Bestehen.

16.09.2007 mejo

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Resser
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Beitrag von Resser »

gast 25 hat geschrieben:Am AvD war Latein auch vor mehr 25 Jahren interessanter als anderswo. Herr Kaiser ist seit ca. 30 Jahren dort, und zumindest früher war er ein Mädchenschwarm .. :D

Es gab aber damals auch an der Gesamtschule Berger Feld einen auf den ersten Blick eher konservativen Lateinlehrer, der mit Asterix gearbeitet hat.
Ich hatte zu meiner Zeit an dieser Schule im Latein-Unterricht einen Pensionär, der wegen akutem Lehrermangel in diesem Fach, "reaktiviert" wurde - Herr Miesgeld :?: oder so ähnlich.

Der Herr war gefühlte 70 Jahre und entsprechend weit entfernt von "modernen" Unterrichts-Inhalten.
Früher war nicht alles besser, aber schön war`s allemal

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Fabula
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Geschafft !

Beitrag von Fabula »

Ich hab’ eine Postkarte zum Thema AvD bekommen.
Nicht mit der Post, nur leihweise. :)

Überschrift
Wir haben’s geschafft!

Aber was?
War es die Versetzung in die nächste Klasse
oder gab es eine Art Probezeit bei den "höheren Töchtern",
oder……?

Wer von Euch kann dazu was schreiben?
Bild

Rückseite
Bild
  • Freundliche Leihgabe von Manfred Z. (Dorsten-Wulfen)
    Optimisten wandeln auf der Wolke,
    unter der die anderen Trübsal blasen.

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    Beitrag von Detlef Aghte »

    Die mitttere Reife hatten die geschafft,bzw Das Einjährige.Wenn mich nicht alles täuscht. Ich hab mein Abi ja auf der Violksschule Horst -Süd gemacht :wink:
    detlef
    Wer durch des Argwohns Brille schaut,
    sieht Raupen selbst im Sauerkraut
    W. Busch

    salife
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    Beitrag von salife »

    @Fabula
    Das "Einjährige" am Gymnasium war früher ein Abschluss nach der Untersekunda, heute zehnte Klasse, die so genannte "mittlere Reife". Viele verließen die Schule nach dieser Zeit, um eine Ausbildung zu beginnen. Danach kam ab der Obersekunda die Oberstufe, die in noch einmal drei Jahren bis zum Abitur führte.

    Ich glaube, während der Nazizeit wurden die Klassen jedoch anders bezeichnet; wie genau, weiß ich allerdings nicht - auf die Klasse fünf bei Deiner Postkarte kann ich mir irgendwie keinen Reim machen.

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    Beitrag von Fabula »

    @Detlef
    @salife

    Danke für die schnelle Antwort :)
    Optimisten wandeln auf der Wolke,
    unter der die anderen Trübsal blasen.

    Männlein
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    Beitrag von Männlein »

    Ich bin mir nicht ganz sicher, vielleicht weiß es ja jemand ganz genau.
    Mit der Versetzungszeugnis von Untersekunda zur Obersekunda (heute11.) war man in Preußen berechtigt, einen nur einjährigen, feiwilligen Militärdienst abzuleisten, ansonsten waren es mehr Jahre.
    Daher der Name. Genaueres weiß ich aber auch nicht.
    Gruß Männlein

    salife
    Abgemeldet

    Beitrag von salife »

    Männlein hat Recht, ich habe gerade bei Wikipedia nachgelesen, dass da so war:

    Zitat: "Unabdingbare Voraussetzung war, dass der Anwärter die mittlere Reife (Sekundarreife) an einem Gymnasium oder einer Mittelschule erworben hatte. Aus diesem Grund wurde das Examen der Mittleren Reife lange Zeit auch als „das Einjährige“ bezeichnet."

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    Kalle Mottek
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    Beitrag von Kalle Mottek »

    Der "Einjährig Freiwillige" wurde als Offiziersanwärter eingestellt.
    Diese Praxis gab es sowohl bei Preßens als auch bei den Habsburgern.
    Im Roman "Die Abenteuer des Soldaten Schweijk" taucht ein solcher Freiwilliger auf.

    Schönen Gruß!

    Kalle Mottek
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    GEW - meine Gewerkschaft!

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    Fabula
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    Beitrag von Fabula »

    Ich schon wieder.

    Militärdienst, Offiziersanwärter,
    bei den Jungs, ok.
    AvD war aber bis 1972/ 73 eine Mädchenschule.

    Wie bring ich das zusammen,
    oder denk ich :roll: wieder falschrum?


    Gruß Fabula
    Optimisten wandeln auf der Wolke,
    unter der die anderen Trübsal blasen.

    salife
    Abgemeldet

    Beitrag von salife »

    @Fabula
    Ich glaube, dass sich der Begriff im Laufe der Zeit dann einfach auf alle Gymnasien ausgeweitet hat und vielleicht auch in der Umgangssprache etwas griffiger zu benutzen war als die "mittlere Reife" - ist aber nur eine Vermutung.

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