MEG Bildungszentrum und Ladenlokal in der Bulmker Straße

Erste Anfänge der APO in Gelsenkirchen (1967 -1969)

Moderatoren: Redaktion-GG, Verwaltung

Benutzeravatar
Raven
Beiträge: 144
Registriert: 21.03.2007, 14:23
Wohnort: Bulmke
Kontaktdaten:

Re: MEG Bildungszentrum und Ladenlokal in der Bulmker Straße

Beitrag von Raven »

Heinz hat geschrieben:
Verwaltung hat geschrieben:Hier bitte Anmerkungen, Diskussionen zur MEG
Wir haben nach den Angaben recherchiert:

Bild
entweder im linken :wink: oder rechten Teil :wink: war die erste Bildungseinrichtung der MEG in der Bulmker Straße.

Bild
sowie ich mich erinnern kann, war früher dort der Friseurladen Neubauer und
das mind. seid 1980 bis ca. 2005
Gruß Rainer

Benutzeravatar
Dietmar
Beiträge: 138
Registriert: 13.01.2007, 10:17

MEG

Beitrag von Dietmar »

Wenn die Aufnahmen von Heinz sich auf die "Bulmkerstraße 32a" beziehen, dann stimmt es. Die MEG war auch nicht lange dort ansässig. Es dürfte von Ende 1978 bis ca. Mitte 1980-Ende 1980 gewesen sein. Insofern käme das mit dem Frisör hin. Das neue Domizil war dann auf der Bochumer Straße 104.

Dietmar Kesten

Benutzeravatar
Dietmar
Beiträge: 138
Registriert: 13.01.2007, 10:17

MEG 1986/87

Beitrag von Dietmar »

Ein Datum aus der Datenbank "Mao", das über den bekannten Zeitraum 1985 hinausgeht:

Dezember 1986/Januar 1987:
Am 26.12.1986 beginnt die zehntägige „Winter-Urlaubsschulung 86/87“ der Marx-Engels-Bildungsgesellschaft (MEG) mit Sitz in Gelsenkirchen. In einer Anzeige in den AzD 37 (Oktober 1986) hieß es dazu:[/b]„WINTER-URLAUBSSCHULUNG 86/87

Neben ihrer Arbeit an einzelnen Orten führt die MEG seit 1979 für Interessierte aus dem ganzen Bundesgebiet zentrale Urlaubsschulungen im Frühjahr und Winter durch. Die diesjährige Winterurlaubsschulung zur Jahreswende findet über zehn Tage vom 26.12. bis 4.1.1987 statt.
Anreise: Fr.26.12. ab 17 Uhr
Abreise: So.04.01. vormittags
Der An- und Abreisetag sowie Neujahr sind schulungsfrei.
Die Schulung wird in landschaftlich schöner Gegend in einer für das Bundesgebiet möglichst zentralen Lage (Pfalz, Rhön, Odenwald) durchgeführt. Die Unterbringung erfolgt in Ferienhäusern für jeweils 6 Personen (Zweibettzimmer). Die Verpflegung muß selbständig organisiert werden (z. B. durch gemeinschaftliches Kochen in den Häusern).

Die Kurse finden vormittags parallel in kleineren Gruppen (ca. 6-8 Teilnehmer) statt, der Rest des Tages ist frei für individuelle Schulungsvorbereitung und Erholung. Für ein Freizeitangebot wird gesorgt (Ausflüge, kulturelle oder politische Vorträge, Silvesterfeier, Neujahrswanderung). Hallenbad und Sauna sind im Feriendorf vorhanden.

Aus den Bereichen Philosophie/Weltanschauung - Po1. Ökonomie - Geschichte/Geschichte der Arbeiterbewegung bieten wir diesmal acht Kurse zur Auswahl an (Kurslänge 7 Tage); ferner wird der Physiker Jens Scheer auf Einladung der MEG einen Kurs zu Problemen der modernen Physik halten (voraussichtl. Kursdauer 4 Tage).

PHILOSOPHIE / WELTANSCHAUUNG
1. F. Engels, Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft
Der Text gibt eine Einführung in die Grundlagen des wissenschaftlichen Sozialismus. Er behandelt sowohl Fragen der Philosophie, der pol. Ökonomie wie auch der vormarxistischen sozialistischen Theorien. Grundkurs
2. G. Plechanow, Anarchismus und Sozialismus
Plechanow setzt sich in seiner Schrift mit den phil. Grundlagen des Anarchismus auseinander und behandelt dabei die "Väter" des Anarchismus: Max Stirner, Proudhon und Bakunin. Aufbaukurs: Vorkenntnisse in der marxistischen Philosophie (wie z. B. Engels, Anti-Dühring oder Plechanow, Mon. Geschichtsauffassung) sind Voraussetzung.

POLITISCHE OKONOMIE
3. Einführung in das Marxsche "Kapital" Bd. 1
Behandelt werden die ersten Abschnitte des "Kapital", wobei die zentralen Kategorien Ware - Geld - Kapital - Mehrwert vermittelt werden sollen. Grundkurs
4. Ausgewählte Probleme aus Bd. 2 des "Kapital"
Der 2te Band behandelt den Zirkulationsprozeß des Kapitals. Vorgestellt werden hieraus die wichtigsten Kapitel, die Voraussetzung für das Verständnis des 3ten Bandes sind: Kreislauf des Kapitals, fixes und zirkulierendes Kapital, Umschlag, Zirkulation des Mehrwerts, Reproduktion. Aufbaukurs: Kenntnis von Bd. 1 ist Voraussetzung.

5. Imperialismustheorien des 19. und 20. Jahrhunderts
Der Kurs will einen Überblick über die unterschiedlichen Ansätze geben, die aus marxistischer sowie nicht-marxistischer Sicht zur Erklärung des Imperialismus herangezogen werden, und dabei zugleich verschiedene Seiten des Imperialismus (ökon., pol., hist.) näher beleuchten. Aufbaukurs: Grundkenntnisse des Marxschen "Kapital" und Lenins Imperialismusschrift sind erforderlich.
GESCHICHTE / GESCHICHTE DER ARBEITERBEWEGUNG

6. Deutsche Misere: Vom Bauernkrieg bis zur Novemberrevolution
Anhand der wichtigsten Wendepunkte der deutschen Geschichte: (Bauernkrieg, 30jähr. Krieg, Aufstieg Preußens, Napoleonische Kriege, 48er Revolution, Verfassungskonflikt und Reichseinigung, Novemberrevolution ) werden die ökonomischen und politischen Besonderheiten Deutschlands entwickelt. Grundkurs.

7. F. Engels, Revolution und Konterrevolution
Engels gibt in seiner Schrift einen Einblick in Verlauf und Ursachen des Scheiterns der 48er Revolution in Deutschland. Grundkurs
8. Die Parteitheorie Lenins
Hier soll ein Vergleich der Leninschen Parteitheorie mit den Auffassungen Trotzkys und Luxemburgs vorgenommen werden. Aufbaukurs: Grundkenntnisse der marxistischen Theorie sind erforderlich.
AKTUELLE THEMEN / GASTKURSE

9. Einführung in Probleme der modernen Physik
Referent: Jens Scheer
Die Eingrenzung des Themas wird in Absprache mit dem Referenten und gemäß den Teilnehmerinteressen erfolgen. (Bitte bei der Anmeldung besondere Interessensgebiete angeben).

Das Kursprogramm kann auf Wunsch anderer Organisationen und Schulungsgruppen noch erweitert werden, soweit sich für neue Kurse ein ausreichendes Interesse zeigt.
Bei der Anmeldung bitten wir alle Teilnehmer, neben der Kursnummer ihres Themas erster Wahl in Klammern auch noch die Nummer eines Alternativkurses anzugeben, falls der erste Kurs nicht zustande kommen sollte.
Die Kosten für die Unterbringung betragen pro Person 200 DM.
Für Eltern, die ihre Kinder mitbringen wollen: Für Kleinkinder, die noch keinen eigenen Schlafplatz benötigen, ist die Unterbringung kostenlos. Für ältere Kinder ist die Hälfte des Erwachsenenpreises (100 DM pro Kind) zu entrichten. Wir werden uns für die Dauer der Kurssitzungen am Vormittag um eine Kinderbetreuung bemühen, sofern mindestens drei Kinder bei uns angemeldet werden. Bitte bei der Anmeldung das Alter der Kinder angeben. (Vgl. Anzeige der MEG in: Aufsätze zur Diskussion (AzD), Nr. 37, Jg. 8, Oktober 1986, S. 85ff.)

Wir, das ist die Datenbank "Mao", arbeiten weiter an Gelsenkirchen. Ein Aufruf an alle, die Interesse daran haben, dass die "Politische Bewegung" über 1985 weiter geführt wird, soll von dieser Stelle aus gestartet werden. Mit der Bitte um Material:

i. A. Dietmar Kesten

Benutzeravatar
Dietmar
Beiträge: 138
Registriert: 13.01.2007, 10:17

MEG 1992

Beitrag von Dietmar »

Aus dem Juni 1992:

Vom 4. bis 10. Juni 1992 führt die „Marx-Engels-Bildungsgesellschaft“ (MEG) mit Sitz in Gelsenkirchen eine „Frühjahrsurlaubsschulung“ durch. In einer Ankündigung der MEG heißt es dazu:


„FRÜHJAHRSURLAUBSSCHULUNG
04. JUNI – 10. JUNI
Da es sich in entspannter Atmosphäre weit besser als zu Hause im üblichen Alltagsstress lernen lässt, bietet die MEG seit 1979 zweimal im Jahr Urlaubsschulungen an, die allen politisch und gewerkschaftlich Interessierten offenstehen.
Die diesjährige Frühjahrsurlaubsschulung findet über 6 Tage vom 04.06.1992 bis zum 10.06.1992 statt. Anreise ist am Donnerstag, dem 04.08.92, Abreise am Nachmittag des Dienstag, dem 09.06.1992. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit, erst am Mittwochmorgen abzureisen. Die Schulung wird im Odenwald am Neckar stattfinden. Die Unterbringung erfolgt in Ferienhäusern für 6-8 Pers., die in der Regel über Zweibettzimmer, Küche, Bad und Wohnraum verfügen. Freizeiteinrichtungen wie Sauna, Schwimmbad oder andere Sportmöglichkeiten sind meist im Feriendorf vorhanden.
Die Schulungen werden vormittags parallel in kleineren Gruppen (4-8 Teiln.) durchgeführt, die restliche Zeit ist der individuellen Schulungsvorbereitung und Erholung gewidmet.
Für die Frühjahrsschulung bietet die MEG 4 Kurse zur Auswahl an. Die Kurse sind je nach Anforderungen In Grund- und Aufbaukurse gegliedert.

POLITISCHE ÖKONOMIE
1. K. Marx, Kapital Bd.3, sechster und siebter Abschnitt: Grundrente und Analyse des Reproduktionsprozesses
In diesem Kurs wird der sechste Abschnitt zur Grundrente nur auszugsweise behandelt werden, die wesentlichen Zusammenhänge zum Verständnis der kapitalistischen Grundrente erarbeitet. Der siebte Abschnitt "Die Revenue und ihre Quellen" soll vollständig gelesen und erarbeitet werden.
Aufbaukurs: Voraussetzung der Teilnahme sind Kenntnisse des ersten und zweiten Bandes des Kapitals, sowie der Abschnitte 1 bis 3 des dritten Bandes.

GESCHICHTE/GESCHICHTE DER ARBEITERBEWEGUNG
2. Die Wirtschaft der USA
Sind die USA auf dem Weg zu einer Dienstleistungsgesellschaft? Strebt die Wirtschaft dem Niedergang zu? Droht ein neuer Protektionismus?
Der Kurs soll Material zur Diskussion dieser und ähnlicher aktueller Fragen liefern und über Besonderheiten der US-Wirtschaft, ihre Struktur und Ihre Geschichte Informieren.
Grundkurs: Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
3. Entwicklung der Sowjetunion nach der Oktoberrevolution
Konzeptionen des sozialistischen Aufbaus
Das offenkundige Scheitern der Staaten Osteuropas, die sich den Aufbau des Sozialismus zur Aufgabe gestellt hatten, wirft unübersehbar die Frage auf nach den Voraussetzungen und den Vorstellungen des Wegs zum Sozialismus, wie er in diesen Staaten eingeschlagen worden ist. Im Mittelpunkt dieser Frage steht die aus der Oktoberrevolution 1917 hervorgegangene Sowjetunion.
Der Kurs behandelt die nachrevolutionäre Zelt. Gegenstand wird einerseits die reale Entwicklung der ökonomischen, sozialen und politischen Verhältnisse sein, andererseits die Debatten um den Weg zum Aufbau des Sozialismus.
Grundkurs: Geschichtliche und politische Vorkenntnisse sind erwünscht.

4. Karl Marx/Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei
"Auf Deutschland richten die Kommunisten ihre Hauptaufmerksamkeit, weil Deutschland am Vorabend einer bürgerlichen Revolution steht und weil es diese Umwälzung unter fortgeschrittneren Bedingungen der europäischen Zivilisation überhaupt und mit einem viel weiter entwickelten Proletariat vollbringt als England im 17. und Frankreich im 18. Jahrhundert, die deutsche bürgerliche Revolution also nur das unmittelbare Vorspiel einer proletarischen Revolution sein kann."
Völlig anders, als es die Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus erwarteten, hat 140 Jahre nach dieser Aussage des Manifestes in einem Teil Deutschlands eine proletarische Revolution gesiegt, die sich die Durchsetzung des Kapitalismus auf die Fahnen geschrieben hatte. Ist die Programmschrift des Marxismus damit überholt? Welche Aussagen haben heute noch Bestand?
Der Schwerpunkt des Kurses liegt In der Erarbeitung der Schrift, die im Licht unserer heutigen Erfahrungen zu neuen Erkenntnissen führen kann. Hiervon ausgehend kann die Frage nach Hintergrund, Richtigkeit und Relevanz der Aussagen des Textes gestellt werden. Nach Möglichkeit und Interesse der Teilnehmer soll weitere Literatur hinzugezogen werden.
Aufbaukurs: Der Kurs wendet sich in erster Linie an Teilnehmer mit Grundkenntnissen der marxistischen Theorie.
Die Kosten für die Unterbringung werden ca. 160,- DM betragen. Die Verpflegung muß individuell, z. B. durch gemeinschaftliches Kochen in den Häusern, geregelt werden. Teilnehmer/Innen, die Ihre Kinder mit zur Schulung bringen möchten, müßten sich frühzeitig mit uns in Verbindung setzen, damit wir uns um verbilligte Schlafplätze (Kinder-, Zusatzbett) und für die Dauer der Kurse um eine Kinderbetreuung bemühen können (bitte Alter der Kinder angeben). Für ältere Kinder, die einen eigenen Schlafplatz (also kein Kinder- oder Zusatzbett) benötigen, wird in der Regel der volle Preis berechnet.

ANMELDESCHLUSS: 01. Mai 1992
Bitte bei der Anmeldung neben dem Kurs 1. Wahl auch die Nummer eines Alternativkurses angeben (falls der 1. Kurs nicht zustande kommen sollte). Mit der Anmeldung müssen wir zugleich eine Anzahlung für die Unterbringungskosten von mindestens 100 DM erhalten.
MEG, Postfach 10 17 17, 4860 Gelsenkirchen, Kto.-Nr. 871 61-439, Postgiroamt Essen“ (Flugblatt der „Marx-Engels-Bildungsgesellschaft“ (MEG), Frühjahr 1992.

Dietmar Kesten

Benutzeravatar
Dietmar
Beiträge: 138
Registriert: 13.01.2007, 10:17

Hans Kampmann/Jan Lidtke.

Beitrag von Dietmar »

Hans Kampmann/ Jan Lidtke
Anmerkungen zu den Thesen.


1. Publikumsbeschimpfung – oder: Über eine andere Möglichkeit,
sich auseinanderzusetzen.

In einem längeren Artikel hat der Genosse Karuscheit in den „Aufsätzen“ Nr. 16 versucht, sich mit den Positionen der bislang vorliegenden Kritiken an den Vorstellungen der Redaktion über „Unsere zukünftigen Aufgaben“ auseinanderzusetzen. Wir wollen an dieser Stelle fragen, inwieweit er diesen Beiträgen vom Inhalt und von der Methode her gerecht geworden ist.

Dazu ist es notwendig, sich einigen seiner Kernaussagen zuzuwenden. Es handelt sich konkret um folgende Auffassungen:

1. Diejenigen Genossen, die die "innere Konsolidierung" vertreten, lehnen die "Erörterung eines neuen Schwerpunktes " ab, daher „halten sie die Diskussion über künftige neue Aufgaben von vornherein für fehl am Platze" (siehe AzD 16, S. 185).

2. Sie sind eigentlich Solipsisten; denn nichts anderes beinhaltet die Formulierung der Genossen....

3. Sie haben die "veränderte Wirklichkeit aus den Augen verloren und klammern sich an alte Formeln“. (S. 193)

... Wir halten die Diskussion über unsere "künftigen Aufgeben" nicht für fehl am Platz, wir führen sie mit Vehemenz. Jeder Genosse kann das sichtbar nachprüfen...
In den letzten Monaten ist in der Diskussion immer wieder ein Begriff aufgetaucht, der anscheinend die Gemüter erhitzt.

Es handelt sich um den Begriff der „inneren Konsolidierung“.

Der Genosse Karuscheit nimmt diese Äußerung zum Anlass, zu formulieren, dass das „philosophische Diskussion mit uns selbst“ (AzD, 16, S. 185) bedeutet.

Wir gehen zunächst davon aus, dass der Genosse nicht meint, dass wir erkenntnistheoretisch einen extremen subjektiven Idealismus vertreten, dass wir die Existenz der Materie und ihre Einwirkung auf die menschlichen Sinnesorgane leugnen. Aber, wenn der Genosse schon den Begriff des Solipsismus gebraucht, dann muss man auch kritisch hinterfragen, was er hier bedeuten soll, welchen Stellenwert er in dieser Diskussion einnehmen soll? Die Floskel „Solipsismus“ ist im Übrigen nach unserer Auffassung gleichzusetzen mit einer der (vielen) Leerformeln der marxistisch-leninistischen Bewegung...

Die Diskussion um den neuen Schwerpunkt setzt voraus, dass wir uns zunächst fragen müssen: Inwieweit ist die NHT in ihrer Gesamtheit ihrem bisherigen Hauptschwerpunkt "Philosophie" gerecht geworden? Haben wir an der philosophischen Front tatsächlich unsere Aufgaben erfüllt? Reicht unsere bisherige "philosophische Qualifikation" aus, um den nächsten Schritt zu tun?

Erst eine Klärung dieser Fragen, besser, erst eine konkrete Analyse unserer eigenen Geschichte wird ergeben, inwieweit es uns heute möglich ist, den Schritt der Imperialismus/Klassenanalyse zu gehen..."

Dieser 23-seitige Aufsatz, wovon hier die ersten beiden Seiten veröffentlicht werden, stammte aus dem Dezember 1981.

Die Vorlagen sind schlecht zu restaurieren. Vielleicht hat Jan Lidtke das Original? Hier habe ich nur von einem Durchschlag aufwendig scannen können.

Lieber Jan! Ich habe Dich hier gesehen. Vielleicht ist es Dir ja möglich, Dich bei mir zu melden? Vielleicht könnten wir unsere gemeinsamen Erinnerungen an die MEG/AzD-Zeit in einem gemeinsamen Aufsatz unterbringen?

Dietmar Kesten

Benutzeravatar
Dietmar
Beiträge: 138
Registriert: 13.01.2007, 10:17

MEG-Vortragsprogramm

Beitrag von Dietmar »

Bild


Aus einem MEG Vortragsprogramm

Dietmar Kesten

Studienbewegung
MEG-Vortragsprogram
Die bestehenden Marx-Engels-BlldungsgcselLschaften sehen es als
Ihre Aufgabe an,
"Einon Beitrag zur Verbreitung und Verteidigung das wissenschaftlichen Sozialismus (au)leisten und von seinem Standpunkt aus Konntnlaae Über die Bereiche des menschlichen Wissens (zu)verbreiten ..." (Statut!
Bisher geschieht dies weltgehend durch die Organisierung von Schulungen in den Grundlagen der Revolutionären Theorie. In Erweiterung und Ergänzung dazu werden im folgenden eine Reihe von Veranstaltungen und Vortragsreihen mit MEG-Roferenten angeboten, dio von Jeder interessierten Gruppe durchgeführt werden können.
1. ZUR GESCHICHTE UND THEORIE UES PROLETARISCHEM KLASSENKAMPFES
1. Von "Manifest der Koewrunlstischen Partei" zum "Erfurter Programm" der SPD (1B4B - 1891». Zur theoretischen und praktischen Entwicklung der deutschen Arbeiterbewegung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
2. Die Entwicklang der KPD von der Novemberrevolution bis zun Faschismus.
II. POLITISCHE ÖKONOMIE
1. Eine Einführung in die Methode des "Kapital".
2. Ware und wert. Eine historische Einführung. In Vorbereitung)
Vortragsreihe) Problemstellungen des "Kapital" Bd. 3
(wie t. B.: Die Durchsetzung des Wertgesetzes im Kapitalismus» Die Stamokap-Theorie; Ihre Ausarbeitung und Kritik in der DDR Die leninsche Monopoltheorio und ihre Kritik durch die SOST
169

Benutzeravatar
JürgenB
Beiträge: 1467
Registriert: 25.11.2006, 10:57
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Auflösungsbeschluss der KG(NHT)/AzD

Beitrag von JürgenB »

Anonymous hat geschrieben:Beschluss der 6. Konferenz der KG(NHT) vom April 1992.

An den Grundzügen der Bilanzierung zur Entwicklung der Linken in Westdeutschland und unserer Versuche, innerhalb derselben als Katalysator für die Neugründung einer revolutionären und marxistischen Strömung zu wirken, die wir auf der 5. Konferenz vorgenommen haben, ...Ganz allgemein lassen sich die Grundlagen der Agonie einer revolutionären Strömung in Deutschland in zwei Punkten zusammenfassen:

1) Es gibt keinen Teil der Arbeiterklasse, der eine eigenständige, gegen das System des Kapitals aufbegehrende Richtung verkörpert. Die Politik der Arbeiterklasse, soweit überhaupt davon jenseits der Wahrnehmung von ökonomischen Einzelinteressen gesprochen werden kann, erschöpft sich in der Übernahme von Facetten der Politik der Bourgeoisie. Der objektive Nährboden einer revolutionären Bewegung ist damit zurzeit in Deutschland nicht vorhanden.
Wird Zeit, mal wieder den guten alten Seyfried aus der Versenkung zu holen:

Bild
Anonymous hat geschrieben:
2) Gleichzeitig verfügen die Organisationen mit revolutionärem, kommunistischem Anspruch über keinerlei Grundlagen für die Programmatik einer zukünftigen gesellschaftlichen Umwälzung. Es mangelt also auch an den subjektiven Voraussetzungen zum Aufbau einer kommunistischen Partei unter den gegenwärtigen Bedingungen....
Bild
Anonymous hat geschrieben:In dieser Situation haben sich in unseren Reihen Meinungsverschiedenheiten über zwei Fragen herausgebildet:

1) Gibt es neben der Aufgabe, die theoretischen Defizite aufzuarbeiten und die Grundlagen eines Programms zu erarbeiten, weitergehende Aufgaben für einen kleinen Zirkel wie die KG(NHT)? Gibt es zusätzlich zur Theoriearbeit praktische Aufgabenfelder, die schon heute beackert werden müssen?

...

* Eine kontinuierliche theoretische Arbeit wurde etabliert, die gegen den Praktizismus der restlichen Teile unserer Bewegung die Konsequenzen aus der Notwendigkeit gezogen hat, sowohl die Geschichte der revolutionären Arbeiterbewegung, in deren Tradition wir stehen, neu zu bewerten, als auch die theoretischen Fundamente der gegenwärtigen Revolutionären Linken einer gründlichen Kritik zu unterziehen.

...

* Auf Basis dieser Ergebnisse entwickelten sich politische Differenzen zu dem Gros der kommunistischen Organisationen.

Bild


Wobei anzumerken bleibt: die Zeichnungen von Seyfried stammen aus der Mitte der 70er Jahre, also 17 Jahre vor der 6. Konferenz ("... und wo bleibt die 7. Konferenz? " - "Die achte wäre auch nicht schlecht...")
Geboren im Jahre der Meisterschaft - nicht wie ihr alle denkt, sondern 3 Jahre früher!

Benutzeravatar
Fuchs
Mitglied der Verwaltung
Beiträge: 27559
Registriert: 21.12.2006, 12:30
Wohnort: In der Stadt mit den Geschichten

Beitrag von Fuchs »

@ Jürgen B: Wo soll das alles enden?

Bernd Matzkowski
Beiträge: 628
Registriert: 29.05.2007, 14:44

das leben des brian

Beitrag von Bernd Matzkowski »

seyfried zum gruße, lieber jürgen ! die eine oder andere sequenz aus "leben des brian" könnte hier auch passen. manches aus dieser zeit erscheint aus heutiger sicht geradezu grotesk. für das oberthema (apo in ge)nähern wir uns gleichwohl mit dietmars quellen einer - aus meiner sicht- durchaus wichtigen phase, nämlich der, in der es um die gründung einer alternativen liste ging und dann doch bei einigen, etwa bei mir, die entscheidung fiel, in die grünen einzutreten. immerhin trafen sich im vorfeld dieser entscheidung ja ziemlich viele "linke" und alternative aus allen möglichen strömungen in einem angemieteten "ladenlokal", um (vorbild hamburg, berlin) die möglichkeiten einer kandidatur zur kommunalwahl und weiterer perspektiven in ge zu diskutieren. hier spiegelt sich, auf allen möglichen ebenen, ein stück deutscher(bundesdeutscher) geschichte wie unter einem brennglas auch in ge wider (abkehr von dogmatischen leitlinien, abkehr von der weltrevolution zur kommunalpolitik, aufkommen des in der linken bis dahin vernachlässigten ökologie-gedankens etc.). habe mich jedenfalls für die zeit nach meinem urlaub, den ich hoffentlich nicht nochmal um eine weitere woche verschieben muß, mit dietmar verabredet, da er- im geegnsatz zur mir, der immer alles wegwirft, noch etliches material aus dieser zeit hat.
auf gepackten taschen sitzend grüße nach berlin bernd

Benutzeravatar
JürgenB
Beiträge: 1467
Registriert: 25.11.2006, 10:57
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: das leben des brian

Beitrag von JürgenB »

Tja, konnte ich mir als alter Sponti nicht verkneifen. Nach dem Motto: wer sehen wollte, konnte alles schon viel früher sehen.
Bernd Matzkowski hat geschrieben: auf gepackten taschen sitzend grüße nach berlin bernd
Na dann: Bruder, zur Sonne zur Freizeit.

Grüße nach wo immer auch hin.

Jürgen
Geboren im Jahre der Meisterschaft - nicht wie ihr alle denkt, sondern 3 Jahre früher!

gastritis
Abgemeldet

............in der Bulmker Straße

Beitrag von gastritis »

Anonymous hat geschrieben:Die Bulmkerstrasse , ebnet sich im verlauf mit der Hohenzollernstr. Im Querverlauf , schneidet sich gegenseitige Str, mit der Wannerstr,
Heinz hat geschrieben:
Verwaltung hat geschrieben:Hier bitte Anmerkungen, Diskussionen zur MEG
Wir haben nach den Angaben recherchiert:

Bild
entweder im linken :wink: oder rechten Teil :wink: war die erste Bildungseinrichtung der MEG in der Bulmker Straße.

Bild

Hier in der Bochumer Straße war möglicherweise das zweite Bildungszentrum. Wir bitten alle, die genauere Infos haben, dies hier mitzuteilen.


Bild

Hier in der Holbeinstraße scheint das letzte Zentrum der MEG gewesen zu sein

Bild

sind reliquien schon erfunden worden?
wird hier ne pilgerfahrt angestrebt?
wo anmelden?

Benutzeravatar
JürgenB
Beiträge: 1467
Registriert: 25.11.2006, 10:57
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: ............in der Bulmker Straße

Beitrag von JürgenB »

gastritis hat geschrieben: sind reliquien schon erfunden worden?
wird hier ne pilgerfahrt angestrebt?
wo anmelden?
Vielleicht gibt's ja demnächst wieder eine Winterurlaubsschulung (An- und Abreisetag sowie Neujahr frei, Kinder unter 6 Jahren im Bett der Eltern kostenlos) mit Pilgerfahrt.

Anmeldung in der letzten bekannten Adresse Bochumer Str. 102 (oder wie war das noch?).

Und wie heißt es noch in der Internationalen:

"Es rettet uns kein Höheres Wesen,
kein Gott, kein Kaiser noch Tribun..."

Euch aus diesem Elend zu erlösen mußtet ihr schon selber tun.

By the way: Hannes Waders "Arbeiterlieder" - seinerzeit ein Hit im KOMIC - gips jetzt wieder auf CD
Geboren im Jahre der Meisterschaft - nicht wie ihr alle denkt, sondern 3 Jahre früher!

Heinz
Abgemeldet

Re: ............in der Bulmker Straße

Beitrag von Heinz »

gastritis hat geschrieben:sind reliquien schon erfunden worden?
wird hier ne pilgerfahrt angestrebt?
wo anmelden?
Ich habe gehört, dass der Laden in der Bulmker Straße original rekonstruiert wird und vor allen Läden Hinweistafeln aufgestellt werden sollen.
Das Institut für Stadtgeschichte streitet aber noch mit Politik, Verwaltung und selbsternannten Bürgern um den Text.
Eine kleine, radikale blau-weiße trotzkistische Putztruppe hat Widerstand angekündigt.

Benutzeravatar
Dietmar
Beiträge: 138
Registriert: 13.01.2007, 10:17

NHT/MEG.

Beitrag von Dietmar »

Die NHT/MEG in Gelsenkirchen war seinerzeit in Gelsenkirchen in gewisser Weise ein Novum. Erstmals ging es darum, sich nicht primär am „Klassenkampf“ zu orientieren, sondern auf das Studium des Marxismus. Damit wurde zunächst ein integriertes Studieren nebst Theoriebildung innerhalb eines Modells (sprich: Studienbewegung) in Gelsenkirchen favorisiert.

Interessant war dabei eine gewisse Kontinuität, die sich seit den frühen 70ger Jahren fortzusetzen begann. Das war auch der Hauptschwerpunkt der „Politischen Bewegung in Gelsenkirchen“, nämlich anhand von Daten und Fakten herauszukristallisieren, dass „soziale Bewegung“ dem Wandel, so banal das klingen mag, unterworfen ist.

Mein bescheidener Beitrag soll nicht mehr und nicht weniger sein, nämlich das Gebilde, in sich schon konflikthaft angelegt, zu differenzieren, den gesellschaftlichen Teilbereichen zuzuordnen und zu einer Selektivität zu kommen. Insofern ist auch diese Gelsenkirchener „Bewegungsforschung“ dem Phänomen des sozialen Wandels unterworfen. Es würde also letztlich um einen strukturgeschichtlichen Aufriss gehen, um eine Synopse, die ein Kurzporträt bietet.
Mit APO, K-Gruppen Geschichte, NHT/MEG, Alternative, Grüne (einschließlich des orthodoxen Flügels) gab es somit historischen Voraussetzungen, die wir versuchen in einzelne Elemente zu zerlegen, Bezugs- und Vergleichspunkte zu erarbeiten, die helfen könnten, den Transfer von Veränderungen zu problematisieren.

Empirisch betrachtet, kündigte sich auch für Gelsenkirchen mit den frühen Ostermarschaktionen, der vom Campus herüber schwappenden Studentenbewegung zum Ende der 1960ger Jahre und den neuen (sozialen) Bewegungsformen der 1970er/80ger Jahre ein neuer Typus an. Das zu untersuchen und einen Rekurs auf deren soziale Trägergruppen zu starten, wäre ein erster Ansatz.

Dazu ist noch eine Menge Material zu erheben. Einiges wurde bereits vorgelegt. Man kann sich daran reiben. Es gibt jedoch kaum eine andere Möglichkeit, und das unterscheidet uns generell von anderen Forschungsprojekten, den Prozess „von unten“ in die ursächlichen Zusammenhänge zu stellen und Trägerschaften zu benennen.

Dietmar Kesten

stapel
Abgemeldet

Beitrag von stapel »

hm. der unterhaltungswert der alten dokumente ist auf die dauer doch relativ gering, und der erkenntniswert auch. ich hab auch fast alles aus dieser zeit entsorgt und bin nicht traurig drum. dogmen, irrtümer und manchmal richtiges damaliger linker gruppen sind in deren politisch-programmatischen texten ausreichend dokumentiert. welcher hansel wann welche geistige volte gedreht hat ist da eher viertrangig und selbst für mich, der ich auch dabei war, uninteressant.

Antworten