Diskussion über politische Bewegung 67-85

Erste Anfänge der APO in Gelsenkirchen (1967 -1969)

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Dietmar
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Erste Anfänge der APO in Gelsenkirchen.

Beitrag von Dietmar »

Am 5. Februar 1968 war Rudi Dutschke in Essen. Und sprach vor 1.500 Menschen. Interessant war, dass der Fraktionsvorsitzende der SPD, Johannes Rau, der Diskussionsleiter war. Jener Rau, der am 6.Oktober 1972 als Wissenschaftsminister für einen Eklat sorgte und Beuys kündigte, weil dieser Studenten in seine Klasse aufnahm und mit ihnen das Studiensekretariat der Akademie besetzte. (Datenbank MAO, unsortiertes Datum)

Leider war Dutschke nie in Gelsenkirchen.

Dietmar Kesten

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JürgenB
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Re: Erste Anfänge der APO in Gelsenkirchen.

Beitrag von JürgenB »

Dietmar hat geschrieben: Leider war Dutschke nie in Gelsenkirchen.

Dietmar Kesten
Hätte die Revolution auch nicht entscheidend vorwärts gebracht :wink:
Geboren im Jahre der Meisterschaft - nicht wie ihr alle denkt, sondern 3 Jahre früher!

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Dietmar
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Erste Anfänge der APO in Gelsenkirchen.

Beitrag von Dietmar »

Nun, in Gelsenkirchen hatten sich die "revolutionären Köpfe" rar gemacht. Warum, ließe sich nur mutmaßen. Es lag wohl in gewisser Weise an den Gelsenkirchener Bedingungen. In die Universitätsstädten wie Bochum oder Dortmund, reist man gerne. Die Präsenz dieser "Köpfe", die Beteiligung an ASten, Fachschaften, Roten Zellen oder Ad-hoc Gruppen, geben einen Eindruck, wie die Verhältnisse auf dem Campus aussahen.

Mit der "Ruhrkampagne" änderte sich das ab dem Frühjahr 1969 radikal. Hinzuweisen wäre auf den "Kuba-Film", den SDSler im Sommer 1968 auf Kuba abgedreht hatten. Er hatte eine gewisse Sogwirkung auf "revolutionäre Kräfte" in Gelsenkirchen. Und bis spätestens zum 20.12.1969 (Vietnamdemonstration in Bochum), war auch die Organisationsfrage gestellt. Der Rest ist in der "Politischen Bewegung" nachzulesen.

Dietmar Kesten

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Dietmar
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Erste Anfänge der APO in Gelsenkirchen.

Beitrag von Dietmar »

Auf Initiative von Jürgen Kramer und anderen des RC-Gelsenkirchen, wird am 10.11.1969 eine Kunstausstellung im Sparkassenhaus in der Gelsenkirchener Innensadt massiv mit Trillerpfeifen gestört.

Anlass war die Verleihung des Gelsenkirchener Kunstpreises 1969. Jürgen Kramer erstellte dazu ein Flugblatt, das an die Anwesenden verteilt wurde. Das Flugblatt war nicht bedruckt. Auf weißem Untergrund hieß der schlichte Titel "Fluchblatt". (Unsortierte Daten, MAO-Datenbank)

Dietmar Kesten

Heinz
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Re: Erste Anfänge der APO in Gelsenkirchen.

Beitrag von Heinz »

Dietmar hat geschrieben:Mit der "Ruhrkampagne" änderte sich das ab dem Frühjahr 1969 radikal. Hinzuweisen wäre auf den "Kuba-Film", den SDSler im Sommer 1968 auf Kuba abgedreht hatten.
Sag an Dietmar, kannst du kurz und knapp etwas zur "Ruhrkampagne" und zum Film sagen? 8)

Oder mir die Stelle angeben wo ich etwas finde? :roll:

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Dietmar
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Erste Anfänge der APO in Gelsenkirchen.

Beitrag von Dietmar »

Literatur zur RK und "Ruhrkampagneprotokolle" gibt es reichlich im APO-Archiv in Berlin.

Ich habe mich auf die RK im wesentlichen bezogen, in:

"Politische Bewegung in Gelsenkirchen 1967-1985, 2. Teil: Marxismus und Arbeiterbewegung" (hier auf dieser Seite, oder der MAO-Seite des APO-Archivs der FU-Berlin).

Vieles findet man zur RK auch in: Dietmar Kesten: "Zur Geschiche der KPD/ML-Zentralbüro, in: MAO-Seite des APO-Archivs der FU-Berlin.


Dietmar Kesten

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Dietmar
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Erste Anfänge der APO in Gelsenkirchen.

Beitrag von Dietmar »

Wie von Heinz Niski gewünscht:

Mehr Informationen zur „Ruhrkampagne“: Jürgen Schröder
"Die Westberliner Ruhrkampagne 1969/1970. Materialien zur Analyse von Opposition". (von Jürgen Schröder, letzte Änderung: 08/2005

http://web.fu-berlin.de/APO-rchiv/Onlin ... D/BERURBAN

Dietmar Kesten

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Dietmar
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Erste Anfänge der APO in Gelsenkirchen.

Beitrag von Dietmar »

"Ca. im März 1970 sorgten KPD/ML und Rote Garde in Gelsenkirchen für einige Aufregung, als zwei WAZ-Redakteure in Abwesenheit von leitenden Kadern zwei Lehrlinge im Domizil der RG, einem Ladenlokal an der Bismarckstraße, interviewten.

Tags drauf erschien im Gelsenkirchener Teil der WAZ ein Artikel mit dem Aufreißer: "Rote Garde ist geheim", der sie in die Nähe von Geheimbünden brachte. Eine Gegendarstellung, von der Roten Garde verfasst, lehnte die Redaktion der WAZ seinerzeit ab." (Unsortierte Daten, MAO-Datenbank)

Dietmar Kesten

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JürgenB
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Re: Erste Anfänge der APO in Gelsenkirchen.

Beitrag von JürgenB »

Dietmar hat geschrieben:Wie von Heinz Niski gewünscht:

Mehr Informationen zur „Ruhrkampagne“: Jürgen Schröder
"Die Westberliner Ruhrkampagne 1969/1970. Materialien zur Analyse von Opposition". (von Jürgen Schröder, letzte Änderung: 08/2005

http://web.fu-berlin.de/APO-rchiv/Onlin ... D/BERURBAN

Dietmar Kesten
Ungültiger URL

Der von Ihnen angewählte URL http://web.fu-berlin.de/APO-rchiv/Online/MAO/MAO.html ist ungültig.
Geboren im Jahre der Meisterschaft - nicht wie ihr alle denkt, sondern 3 Jahre früher!

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Dietmar
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Erste Anfänge der APO in Gelsenkirchen.

Beitrag von Dietmar »

Vielen Dank für Deinen Hinweis.

Muss natürlich heißen:


http://web.fu-berlin.de/APO-archiv/Onli ... ml#BRD/BER


http://web.fu-berlin.de/APO-archiv/Onli ... pagne.html

Dietmar Kesten

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rabe489
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Beitrag von rabe489 »

Lieber Dietmar,
so einfach mach ich es nicht den Leuten, wie man spätestens seit heute ja merkt.

Auf dem verteilten Flugblatt stand wirklich nur "Flugblatt" und ist damit in seiner "aintentionalen Militanz" noch unversöhnlicher. Jemand aus dem Publikum sagte mir auch damals: "Wenn da wenigstens "Fluchblatt" gestanden wäre". Irgendwo habe ich bestimmt noch ein Exemplar Moment - such, such - hier:
Bild

(Ich) war in Fundamentalopposition, wo selbst die gemeinsame Sprache abgelehnt ist. Wie auch immer, ich bin kein Rechenkünstler (wie JürgenB), ich bin immer - egal was sich vollzieht - emotional betroffen, so emotional betroffen, das ich garnicht auf den <b>krankhaften Gedanken</b> käme, das eine Leid gegen das andere aufzurechnen.

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Dietmar
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Erste Anfänge der APO in Gelsenkirchen.

Beitrag von Dietmar »

Das kannte ich nicht. Ich kannte nur das "Fluchblatt". Ich erinnere mich schwach an die Diskussionen über Kunst, Verleihung des Kunstpreises, an die Trillerpfeifen. Und an den Artikel in der WAZ.

Ich bin auch ein Querdenker. Und habe es mir selbst nie leicht gemacht. "Emotionale Betroffenheit" verspüre ich jeden Tag.

Zu diesem Disput fällt mir zu mir selber ein: Sollte ich in Erinnerung bleiben, wird das zu meiner stärksten Überzeugung. Ich bin nicht aus Prinzip anderer Meinung. Es scheint mir vielmehr so zu sein, dass ich in meinen Urteilen unabhängig bleiben möchte und kein bloßer Neinsager zu sein.

Könnte von Grass sein. Ist aber nur von mir.

Dietmar Kesten

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Dietmar
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Roter Guss-Stahl Arbeiter.

Beitrag von Dietmar »

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Dietmar
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Roter Guss-Stahl Arbeiter.

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Dietmar
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Roter Guss-Stahl Arbeiter.

Beitrag von Dietmar »

Bei dem "Roten Guss-Stahl Arbeiter", handelte es sich um die Betriebszeitung der KPD/ML (Zentralbüro) für Guss-Stahl in Gelsenkirchen (Bochumer Straße). Die abgebildete Ausgabe aus dem Juli 1970, war die erste Betriebszeitung einer K-Gruppe überhaupt in Gelsenkirchen. Sie erschien ca. 2 Jahre lang. Herausgegeben wurde die Zeitung von Norbert Osswald/Dietmar Kesten.

Norbert Osswald, Mathematik- und Physiklehrer an den damaligen städtischen Bildungsanstalten in Bochum, fiel im Juli 1972 unter das Berufsverbot, und wurde im November 1973 von der Bochumer Staatsanwaltschaft wegen "Verdachts der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung" angeklagt.

Dietmar Kesten

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