Marit Rullmann

Schriftstellerei, Dichtung, Rezitation

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Marit Rullmann

Beitrag von Verwaltung »

Marit Rullmann (* 1953 in Gelsenkirchen) Philosophin und Schriftstellerin.

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Marit Rullmann studierte nach einer Buchhandelslehre und mehrjähriger Tätigkeit in Bibliotheken auf dem zweiten Bildungsweg Philosophie und Germanistik an der Ruhr-Universität Bochum. Mit ihrem 1993 und 1995 erschienenen zweibändigen Werk „Philosophinnen“ verfasste sie einen Bestseller, der zwischenzeitlich zum Standardwerk der feminstischen Philosophiegeschichtsschreibung avancierte. Erstmals im europäischen Raum lagen damit Arbeiten vor, die den Philosophinnen den ihnen gebührenden Platz in dieser Geistesdisziplin einräumten. Im Jahr 2000 veröffentlichte Rullmann (gemeinsam mit ihrem Ehemann Werner Schlegel) mit „Frauen denken anders – Philosophias 1x1“ ein weiteres Buch, in dem die unterschiedlichen Denkweisen und -ansätze von Frauen und Männern in der Philosophiegeschichte anhand klassischer philosophischer Begriffe (z. B. Glück, Gerechtigkeit, Freiheit, Tod) dargestellt werden.

Bücher von ihr

* Sophia - die Weisheit ist weiblich, Christel Göttert Verlag, ISBN 3-922499-74-0
* Philosophinnen I und II

Band I: Von der Antike bis zur Aufklärung (st 2877)
Band II: Von der Romantik bis zur Moderne. (st 2878)

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Aus dem Katalog "Kunst und Glaube"

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Aus dem Katalog "Kunst und Glaube" zur Ausstellung Dezember 2005 bis Februar 2006 im Forum Bergmannsglück in Buer-Hassel

Marit Rullmann

Die Wiederkehr der Göttinnen


Göttinnen in der Kunst haben Konjunktur, vor allem im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts. Rune Mields füllt ganze Ausstellungen mit Schwarzen Göttinnen: ob Lilitu aus Kanaan oder Kybele aus Phrygien.

Weltberühmt sind die dicken Nanas - etwa die Schwarze Venus - der Niki de St. Phalle, inspiriert auch durch die Venus von Willendorf und andere Fruchtbafkeitsgöttinnen. In ihrer Herrenhäuser Grotte in Hannover inszenierte sie einen Raum der Spiritualität, und im blauen Raum tanzen Frauen - Nanas - um die elefantenköpfige Gottheit Ganesha.

Die künstlerische Auseinandersetzung mit Göttinnen fällt zeitlich zusammen mit zahlreichen neuen Entdeckungen. So wurden vor fast vierzig Jahren auf der Hochebene von Anatolien zwei neue neolithische Fundstätten ausgegraben: Die Städte Catal Hüyük (ca. 6500-5720 v. Chr.) und Hacilar (ca. 5700-5000 v. Chr.). Für James Mellaart, der im Auftrag des British Institut of Archeology (Ankara, Türkei) die Ausgrabungen leitete, belegen diese Funde eine "religiöse Kontinuität" von Catal Hüyük über Hacilar bis zu den großen "Mutter-Göttinnen" der archaischen und klassischen Zeiten. Demnach gab es über Jahrtausende gewachsene Zivilisationen, in denen eine Göttin im Zentrum des religiösen Ritus stand.

Die Archäologin Marija Gimbutas katalogisierte und analysierte in ihrem Standartwerk "The Goddesses and Gods of Old Europe" archäologische Funde aus dem Gebiet zwischen der Ägäis und der Adria bis hin zur Tschechei, Südpolen und der westlichen Ukraine. Auch hier verfügten die Menschen bereits über komplexe soziale und religiöse Systeme, verwendeten Kupfer und Gold zur Herstellung von Schmuck und Werkzeugen. Für Gimbutas steht außer Frage, „daß das alte Europa " bereits über bemerkenswert erfolgreiche kulturelle Techniken verfügte, nämlich „eine angemessene Kunst, Technologie, Schrift und soziale Beziehungen" . Die Anbetung der Großen Göttin stand im Mittelpunkt des Lebens, dies zeigen nicht nur die vielen Kultgegenstände und Votivgaben, sondern auch zahlreiche Gefäße, die für rituelle Aufgaben vorgesehen waren. Damit steht fest, daß die ältesten und künstlerisch wertvollsten Schöpfungen des Alten Europa Werke von Frauen sind.

Zu Beginn des Patriarchats versuchten die Männer jede Erinnerung an die Großen Göttinnen, die es in allen Kulturen gegeben hat, zu tilgen. Und sei es durch „große Erzählungen" wie die Orestie, in der die weibliche Genealogie plötzlich verleugnet wird. Passenderweise von Athene, einer Frau, die nur aus ihres Vaters Kopf entsprungen ist. Die nun einsetzenden monotheistischen Religionen, Judentum und Christentum, aber auch der Islam, waren nicht für Frauen geschaffen, Jahwe, der jüdische Gott, schloß z.B. seine Verträge ausschließlich mit Männern. Die "Orestie" muß demnach auch gelesen werden als "Rechtfertigungsdrama" für den Paradigmawechsel von den matrizentrischen Kulturen zum Patriarchat. Aus der ursprünglich Großen Göttin, der Mutter aller Götter, wurde die Tochter oder die Gattin (Hera zu Zeus) des Gottes. Selbst die Olympischen Spiele waren ursprünglich Wettläufe junger Frauen zu Ehren der Göttin Hera. Später wurde der Heilige Hain ausschließlich Zeus geweiht und den Frauen der Zutritt dazu verboten.

Auch bei den frühen abendländischen Philosophen finden sich zahlreiche Hinweise auf die alte Verehrung der Göttinnen. So weihte der vorsokratische Philosoph Heraklit seine Schrift "Über die Natur" der Göttin Artemis und deponierte sie in ihrem Tempel. Parmenides hat wichtige Teile seines "Lehrgedichtes" von Dike, der Göttin des Rechts, als Teil einer Offenbarung erfahren. Und selbst Platon läßt wesentliche Gedanken über die Liebe in seinem berühmtesten Dialog, dem Gastmahl, „(Symposion)", als Ideen der Priesterin Diotima wiedergeben.
Die Künstlerin Ingrid Bach verweist auf das, was in der patriarchalen Zivilisation „unter den Tisch fällt. Die Leichen im Keller der Zivilisation". Sie stellt Assemblagen aus Abfall und Fundstücken her: Göttinnen in der Verbannung.

Bloße Kritik an den herrschenden Symbolsystemen Religion, Kunst oder Politik ist nicht ausreichend um das männliche Denken zu überwinden. Hierzu bedarf es einer „Setzung neuer Werte, die wesenhaft göttlich sind", meint die Philosophin Luce Irigaray. Denn „einen Zweck haben, ist wesenhaft religiös". Und deshalb ist sie auf der Suche nach dem absoluten Wissen, der Idee einer weiblichen Gottheit. In ihrer Forderung nach Konstituierung einer solchen beruft sich Irigaray auf den Philosophen Feuerbach und dessen These, „dass keiner seine Gattung (genre) ohne den Horizont eines Absoluten verwirklichen könne, eines Absoluten, das seiner Gattung entspricht und seine Gattung ausdrückt".

Und genau aus diesem Grund können wir noch viele Kunstwerke zu Göttinnen erwarten.

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Verwaltung
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Beitrag von Verwaltung »


Heinz
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Beitrag von Heinz »

Heute wird sie in der WAZ vorgestellt:

http://www.derwesten.de/nachrichten/sta ... etail.html

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rabe489
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Beitrag von rabe489 »

Marit Rullmann:


Tiefen- philosophische Anmerkungen zur Energiefrage (für Ge-geschichten)

Vor acht Jahren fiel mir der Science-Fiction Roman : Er, Sie, Es. der US- Amerikanerin Marge Piercy in die Hände. Sie beschreibt darin, wie unsere Welt in einigen Jahrzehnten aussehen könnte: aufgeteilt in 23 Gebiete, die nicht nur nach Transnationalen Konzernen benannt sind, sondern diesen auch gehören. Fast alle Menschen leben nur noch unter vollklimatisierten Kuppeldomen; es ist unmöglich, sich der inzwischen tödlichen UV-Strahlung freiwillig auszusetzen. Die Erde gleicht einer Hölle, sie ist fast vollständig verwüstet – gleichermaßen Folge des Treibhauseffektes, wie zahlloser Kriege. Beim letzten handelte es sich um einen Nuklearkrieg, der seinen Ausgangspunkt im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern nahm.
Über dieses Szenario las ich, während ich in rund 1.000 Meter Höhe auf einer Terrasse in der französischen Region Rhone-Alpes saß. Mit einer wunderschönen Aussicht auf die Nordostflanke des etwa 13 Kilometer entfernten provenzalischen Mont Ventoux, den Berg des Windes. Ein angenehmer Windhauch umspielte mich mit den Düften von blühendem Thymian, Rosen und Ginster. Der Kontrast zwischen dieser Realität und der gerade gelesenen Fiktion konnte kaum größer sein. Dennoch beschlich mich zunehmend ein ungutes Gefühl. Gerade so, als läse ich nicht in einem SF-Roman, sondern vielmehr in einer Art Prophezeiung.
Fünf Wochen später, im Juli 2001, scheiterte auf dem Erdgipfeltreffen in Bonn der – für lange Jahre vorerst letzte – Versuch, einen Minimalkonsens zum Einstieg in den Klimaschutz zu retten. Der damalige US-Präsident George W. Bush hatte als eine seiner ersten Amtshandlungen verkündet, dass die USA sich nicht mehr an das bereits 1997 unterzeichnete Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz gebunden fühlten. Die sichtbaren Zeichen einer beginnenden Klimakatastrophe nahm die US-Regierung nicht zur Kenntnis: Obwohl immer häufiger und heftiger auftretende Wirbelstürme und Tornados, im Wechsel mit ungewöhnlichen Hitzeperioden und verheerenden Waldbränden nicht zuletzt auch „God’s own Country“ heimsuchten. Regierung und Bevölkerung setzten dennoch unverdrossen auf den Verbrauch fossiler Energien. Freie Fahrt für freie Bürger – und sei es zum nächsten Briefkasten – galt weiterhin als Motto.
Dann kam der 11.September 2001. Der zweite „Krieg um Öl“ nahm seinen Lauf. Mehr schlecht als recht getarnt und propagandistisch umformuliert zur Antiterrormission: “In Afghanistan sind die USA dem Öl aus dem Kaspischen Meer erheblich näher gerückt, und Afghanistan bietet den kürzesten Weg für eine Pipeline. Dazu war ja überhaupt erst das Taliban-Regime etabliert worden“, sagte Dainis Thurlais, Ex-Offizier der Sowjetarmee in einem Gespräch mit Spiegel-Online. (v. 16.10.2001). Nicht zu vergessen das Öl im Iran, der an Afghanistan grenzt und dem der nächste – wohl von Israel begonnene _ Krieg zu drohen scheint, möchte man heute hinzufügen.
Wirtschaftskrise hin oder her, die Menschheit verbrennt immer noch so viel fossile Energie, dass die Temperatur auf der Erde bis zum Ende des 21. Jahrhunderts etwa um 6 Grad angestiegen sein könnte. Darin sind sich zwischenzeitlich viele Wissenschaftler einig. Beim UN- Klimagipfel im Dezember 2009 in Kopenhagen soll deshalb das Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls abschließend verhandelt und beschlossen werden.
Aber dass “Kyoto” nicht die Probleme des Klimawandels löste, sondern stattdessen zu einer weiteren Kapitalisierung von Umwelt und Atmosphäre beitrug, sollte inzwischen klar geworden sein: Mit dem Verkauf von Verschmutzungsrechten (!) wurde lediglich der Weg für einen angeblich „grünen“ Kapitalismus geebnet.
Die „Kohle ist das größte Umweltproblem des 21. Jahrhunderts“, argumentiert der Klimaforscher Prof. Ottmar Edenhofer (WAZ, 10.06.2009).Wie konnte es dahin kommen, dass die Menschheit ihre eigenen Lebensgrundlagen zerstört und kaum etwas dagegen unternimmt?
Fast mein ganzes Leben lang war Kohle, ihre Förderung und Nutzung, selbstverständlich für mich: Zwar hat niemand meiner Familie direkt im Bergbau gearbeitet, aber wer in Gelsenkirchen aufwuchs, für den war und ist er allgegenwärtig. Nach meinem Philosophiestudium habe ich diese Frage – wie so viele andere auch – jedoch plötzlich aus einer anderen Perspektive betrachtet. (Vgl. Frauen denken anders, FaM 2000, zus. m. Werner Schlegel, Vortrag als CD 2008). Denn zwischen männlicher und weiblicher Philosophie gibt es auffällige Unterschiede. Die amerikanische Philosophin Mary Daly bringt diesen grundlegenden Unterschied auf den Begriff, wenn sie das männliche Denken als „nekrophil“ und das weibliche als „biophil“ bezeichnet.
Seit ihren Anfängen ist die abendländische „herr“schende Philosophie eine „Philosophie der Vernunft, eine Philosophie des Logos. Dieser allgegenwärtige einseitige Rationalismus wird heute mehr und mehr Menschen suspekt; die Zuversicht in den „richtigen Vernunftgebrauch„ schwindet unaufhaltsam. Dabei hatten die Philosophen der Aufklärung noch gehofft, die Vernunft ermögliche den Sieg über die bedrohlichen Naturgewalten, bedeute gar das Ende aller sozialen Gewalt und damit der Herrschaft des Menschen über den Menschen.
Eine trügerische Hoffnung. Stattdessen bestimmt immer häufiger Angst vor den unkontrollierbaren Folgen einer durchrationalisierten, technikbeherrschten Welt das Denken der Menschen. Noch pflegen die als „Experten“ bezeichneten Hohen Priester des Technikkults ihren Fortschrittsglauben und verbreiten unverdrossen den Mythos des (männlichen) Höher-Schneller-Weiter-Weltbildes: Alles ist (technisch) machbar und alles ist (technisch) beherrschbar.
Der dahinter verborgene, schon an religiösen Fanatismus grenzende Glaube an ein unbegrenztes menschliches Erkenntnisvermögen ist noch immer (nahezu) ungebrochen. Für den Fortschrittsoptimisten existieren keine grundsätzlich unlösbaren Probleme, Widersprüche oder Paradoxa.
Ideologisch wesentlich mitbegründet hat die Ausbeutung und Herrschaft des Menschen über die Natur der englische Philosoph Francis Bacon. „Wissen ist Macht“, lautete seine wesentliche Erkenntnis. Macht – nicht zuletzt gegenüber der Natur und allem damit gleichgesetztem Weiblichen. Der Zusammenhang zwischen Naturbeherrschung und Unterdrückung der Frauen im Namen von Wissenschaft und Fortschritt ist in seinen Schriften unübersehbar. So beschreibt Bacon alles Naturhafte mit den typisch männlichen Negativsymbolen für Weiblichkeit: Die Natur ist „eine allgemeine Coquette und im Grunde Hure“, eine „tobende Megäre“, der man ihre Geheimnisse entreißen müsse, die noch in ihrem Busen verschlossen sind. Von der „chaotischen Natur„, die er mittels der Naturwissenschaften in ihre Schranken weisen möchte, zur gesellschaftlichen Unordnung führt bei Bacon ein direkter Weg über die „Herrschsucht und sexuelle Zügellosigkeit„ der Frauen. Diese müsse vom Manne eingedämmt werden, damit er sein Ziel erreichen könne: die endgültige „Herrschaft über die Natur, wozu er von Gott bestimmt ist“.
Wissenschaftlich abgesichert wurde die immer rücksichtslosere Ausbeutung von Tiere, Pflanzen, kurz. der gesamten Umwelt, durch die rationalistische Philosophie der Frühaufklärung und deren mechanistischem Menschenbild.
Diese Transformation von der Kosmologie zu einem mechanistischen Weltbild prägt(e) bis heute unsere Wahrnehmungen und Wertvorstellungen. Bis zum 15. Jahrhundert bildete die weibliche „Mutter Erde“ das Zentrum der organischen Kosmologie und schränkte den Tätigkeitsdrang der Menschen ein: Man schlachtet nicht so schnell seine eigene Mutter – oder wühlt, wie im kommerziellen Bergbau, in ihren Eingeweiden herum. Dieses ganzheitliche Denken wurde im frühneuzeitlichen Europa der naturwissenschaftlichen Revolution geopfert – mit allen bekannten Folgen. Die Metapher von der Nahrung spendenden Mutter Erde verschwand. Der Kosmos wurde nicht länger als Organismus betrachtet, sondern zur Maschine erklärt und der (männliche) Mensch zu seinem Herrscher.
Intelligente Formen der Energieeinsparung wie Niedrigenergiehäuser oder Solarenergie wurden lange Zeit nicht gefördert, ihre Umsetzung sogar teilweise gezielt behindert. Zwar hat hier – bedingt durch die Verknappung von Erdöl und den Klimawandel – allmählich ein Umdenken eingesetzt, aber viel zu langsam und womöglich zu spät.
Marge Piercys fiktionales Menetekel, in dem ich 2001, nur wenige Kilometer vom heiligen Berg der Kelten entfernt, las, transformiert sich zunehmend in Realität. Langsam, aber unerbittlich. Das macht Angst. Angst macht auch, dass noch immer Wissenschaftler den Kopf vor den Fakten in den Sand stecken und beispielsweise ein Horrorunwerter wie das am 3. Juli 2009 über NRW hereingebrochene, zur „NORMalität" erklären (Meteorologe der Bochumer Wetterstudio im WDR-Fernsehen).
Hoffen dagegen lässt mich, dass nicht nur Freiburg im Breisgau, sondern auch die ehemalige Braunkohlenmetropole Bitterfeld und die Bergbaustadt Gelsenkirchen auf dem Weg zur Solarstadt sind. Vielleicht kann ich doch in einigen Jahren Marge Piercys Schreckensvision noch einmal lesen. Mit dem beruhigenden Gefühl, einen gut erdachten, aber niemals Wirklichkeit werdenden SF-Roman in der Hand zu halten.


© Marit Rullmann 06.07.2009

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Onkel Otto
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Beitrag von Onkel Otto »

Das ist eine tiefenpsychologische Anmerkung zur Energiefrage?

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Onkel Otto
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Beitrag von Onkel Otto »

Oh sorry, habe ich garnicht gesehen. Tiefen-philosophisch. Na da steig ich mal auf meinen weißen Schimmel.

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Lo
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Beitrag von Lo »

Die amerikanische Philosophin Mary Daly bringt diesen grundlegenden Unterschied auf den Begriff, wenn sie das männliche Denken als „nekrophil“ und das weibliche als „biophil“ bezeichnet.
An diesem Satz bin ich hängengeblieben.
Komm´doch mal gucken: https://www.kohlenspott.de/

Babapapa
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Beitrag von Babapapa »

von dieser daly stammt auch der satz:
"Ich denke, es ist überhaupt keine schlechte Idee [den Anteil der Männer auf etwa 10 % der menschlichen Rasse zu reduzieren und festzuschreiben, gemäß der Forderung von Sally Miller Gearhart]. Wenn Leben heißt, auf diesem Planeten zu überleben, dann bedarf es einer Entseuchung dieser Erde. Ich meine, dies wird begleitet werden durch einen evolutionären Prozeß, der zu einer drastischen Reduktion der männlichen Bevölkerung führen wird."
scheint mir einfach nur eine durchgeknallte, gefrustete frau zu sein, die man einfach nicht zu sehr ernst nehmen und ihr nicht all zu viel beachtung schenken sollte.

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Onkel Otto
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Beitrag von Onkel Otto »

Werden wir ohne Fortschrittsglauben die Solar-oder Photovoltaiktechnik weiterentwickeln können?
Oder Windkraftanlagen. Können wir ohne Fortschrittsglauben überhaupt weiterexistieren ?
Werden wir zum Abakus zurückkehren?

Hat der Mensch vor dem 15. Jahrhunder keinen Bergbau betrieben ?

Wie nekrophil war Wihem Reich ? Oder Viktor Schauberger ?

....................

Heinz
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Beitrag von Heinz »

Der Text besteht aus 2 Hälften - Inhaltlich, stilistisch - irgendwie kommt nicht zusammen, was zusammen gehören soll. :roll:
Scheint nicht aus einem Guss - wirkt wie ein Gegensatzpaar - ob es Zufall oder gewollt ist?

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Onkel Otto
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Beitrag von Onkel Otto »

Das ist ein kruder Text ohne Stringenz!

Heinz
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Beitrag von Heinz »

Onkel Otto hat geschrieben:Das ist ein kruder Text ohne Stringenz!
Jetzt müsst ich wissen, ob Onkel Otto Tante Lotte ist - oder was... um die Aussage einzusortieren. :roll:

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rabe489
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Beitrag von rabe489 »

Babapapa hat recht. Wikipedia:
Tatsächlich hat Daly in einem Interview mit dem "EnlightenNext Magazine" auf die Frage, was sie von Sally Miller Gearharts Forderung nach einer Reduktion der Männer auf 10 % der menschlichen Rasse hält, geantwortet: "Ich denke, das ist durchaus keine schlechte Idee. Wenn Leben soviel heißt wie Überleben auf diesem Planet, dann muß es eine Entseuchung (decontamination) geben. Ich denke, das wird begleitet sein wird von einem evolutionärem Prozeß, der in einer drastischen Reduktion der Männer bestehen wird."
http://de.wikipedia.org/wiki/Mary_Daly

Ich werde morgen die Autorin bitten, dazu Stellung zunehmen.

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rabe489
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Beitrag von rabe489 »

Diesen Satz versteh ich auch nicht:
Dann kam der 11.September 2001. Der zweite „Krieg um Öl“ nahm seinen Lauf. Mehr schlecht als recht getarnt und propagandistisch umformuliert zur Antiterrormission

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