Marit Rullmann

Schriftstellerei, Dichtung, Rezitation

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DThamm
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Beitrag von DThamm »

Heinz
Dass die weibliche Strategie hauptsächlich dem Leben (bewahren) zugewand ist, die männliche mehrheitlich dem Tod (erobern) dürfte doch aber bewiesen sein.
Treffend, passt!
Die Geschichte bietet genug Beispiele für deinen Satz.
Sogar die Biebel beinhaltet nichts anderes.
Sieht man das Thema weltweit, reibt man sich daran auf.

Klaus S.
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Beitrag von Klaus S. »

Heinz hat geschrieben: Dass die weibliche Strategie hauptsächlich dem Leben (bewahren) zugewand ist, die männliche mehrheitlich dem Tod (erobern) dürfte doch aber bewiesen sein.
Richtig, deshalb Fauen an die Macht. Staatsführerinnen wie Golda Meir, Indira Gandi, Maggie Thatcher und Angela Merkel haben niemals zugelassen, daß ihre Länder Angriffskriege führen oder in solche verwickelt werden.

Heinz
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Beitrag von Heinz »

Und Ghandi war ein Mann, Albert Schweitzer auch, womit also mächtig und eindrucksvoll die These der Nekrophilie widerlegt ist ... :D
... und diese Boxerin Helmich oder so, die hat den Stephan Raab verhauen.
Bisher sagen mir diese Hinweise vor allein eins: die kulturelle Überformung spielt eine wesentliche Rolle - Frauen in Männergesellschaften (Management, politische Klasse) benehmen sich wie Männer - und umgekehrt? :roll:

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rabe489
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Beitrag von rabe489 »

Marit Rullmann, die ich auf diese Diskussion hinwies, schrieb mir folgende, zur Veröffentlichung freigegebene Email:
Lieber Jürgen,
aus verschiedenen Gründen tue ich mich mit einer Antwort schwer: Erstens ist das Diskutieren in blogs nicht mein Ding (Zeitfrage, schon wieder ein neues Passwort merken etc) - ich diskutiere sehr viel lieber mündlich und weiss dann wer mein Gegenüber ist, wie er oder sie heisst und sehe die Mimik etc. - altertümlich, aber es ist halt so. Zweites finden diese Diskussionen nur selten auf einem erträglichen Niveau statt, was schon in der Kurzform - manchmal sind es ja nur halbe Sätze - liegt. Es kommt mir manchmal so vor, als ob es hauptsächlich darum ginge, sich - öffentlich - zu äußern- wie und wozu ist eigentlich egal. Es wird nur selten eingegangen auf das Thema. Dies muss nicht unbedingt auf euren Blog immer zu treffen - es sind aber nun mal meine Vorbehalte.
Inhaltlich ist es schwierig sich über philosophische Fragestellungen in dieser Kurzform zu äußern, insbesondere wenn alle Beteiligten andere Vorkenntnisse und Vorurteile haben, über die sie sich nur selten austauschen.
An anderer Stelle (Frauen denken anders zus. m. Werner Schlegel, Philosophinnen) habe ich die durchaus nicht unkomplizierten Argumentationen von zahlreichen Forscher-Kollegen und Kolleginnen zusammengetragen, warum wir in einer patriarchalen Gesellschaft leben. wurden, u.a. deshalb weil das gesamte Symbolsystem (Kunst, religion, Werte, Rechtssystem etc.) seit mehr als 2500 Jahren abendländisch-rationalen Kulturgeschichte männlich geprägt wurde und wird. Dass zunächst einmal einige Frauen (Als Kanzlerin, Herrscherin oder Bankerin) daran nichts wirklich verändern können, müßte einleuchten. Systeme zu verändern dauert lange, es müssen sich mindestens 30% der Menschen an einer Werteveränderung beteiligen. Sonst bleibt es dabei: Einzelne Frauen in männlichen Systemen sind immer die "besseren" Männer, sonst wären sie da gar nicht gelandet. Dies bedeutet auch nicht, die Geistesgeschichte aus einem leiblich-körperlich Blickwinkel zu betrachten. (Was dieselbe übrigens umgekehrt mit Frauen über Jahrtausende gemacht hat, wenn sie Frauen die Seele, das Wahlrecht und das Schaffen von Kultur absprach!) Zum einen kann und will ich nicht mehr Körper-Seele-Leib, Gefühl und Verstand trennen. Zum anderen zeigt die Neurobiologie wie wenig sinnvoll das ist. Aber das wäre schon wieder ein neues Thema.
Zum Hindukusch: Wer tatsächlich glaubt, dort würden Frauenrechte verteidigt, dem ist nun wirklich nicht mehr zu helfen...
Lieben Gruß
Marit
P.S. Wenn du möchtest kannst du diesen Brief gerne einstellen.
Dank an Marit!

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rabe489
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Beitrag von rabe489 »


Troy
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Beitrag von Troy »

meine aufzählung diente als hinweis, dass weiblich nicht besser als männlich ist.
babapapa hat da den besten geschrieben.

Woher nehmen wir denn die Wertmaßstäbe von "besser" und "schlechter"?
Und was vergleicht wer überhaupt?
Was früher gut war, ist das heute auch noch gültig?

Dass Bauplan "Mann" und Bauplan "Frau" nicht gleich sind, das ist erforscht, bewiesen, und sehr funktional so.

Heinz will seelische Bergbausicht gucken/lesen:
Was ist mit dem Bauplan "Mann" in 2009,
der hier bei uns seit 60 Jahren als "Haupternährer mit angetrauter Reproduktionssphäre und familialem Rückhalt" stetig an Bedeutung zu verlieren scheint?
Was lernen die Söhne dieser Männer?
Was lernen die Töchter dieser Männer?
Ist eine/r davon heute besser/schlechter in der Geschlechterrolle?

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rabe489
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Beitrag von rabe489 »

Marit Rullmann hat Folgendes geschrieben:
Dies bedeutet auch nicht, die Geistesgeschichte aus einem leiblich-körperlich Blickwinkel zu betrachten. (Was dieselbe übrigens umgekehrt mit Frauen über Jahrtausende gemacht hat, wenn sie Frauen die Seele, das Wahlrecht und das Schaffen von Kultur absprach!) Zum einen kann und will ich nicht mehr Körper-Seele-Leib, Gefühl und Verstand trennen. Zum anderen zeigt die Neurobiologie wie wenig sinnvoll das ist.
Alles in einen Topf und dann noch die Naturwissenschaften ("Rationalismus") bemühen, ist wirklich zu einfach. Natürlich sind Körper und Seele zwei verschiedene Phänomene, die man auch separat betrachten kann und muß, ohne den Gedanken einer Ganzheit damit aufzugeben.

pito
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Beitrag von pito »

rabe489 hat geschrieben:... Natürlich sind Körper und Seele zwei verschiedene Phänomene, die man auch separat betrachten kann und muß, ohne den Gedanken einer Ganzheit damit aufzugeben.
Wir glauben alle gerne, dass die Seele etwas eigenständiges ist, das irgendwie über den Dingen (ihrem Körper) steht und sogar ohne ihn weiterexistieren könnte. Doch die Wissenschaft sagt uns klar etwas anderes. Nicht mal einen freien Willen gesteht sie uns noch zu. Und das Gehirn ist längst nicht mehr der uneingeschränkte Herrscher. Man weiß heute, dass etwa unsere Emotionen im Wesentlichen vom Magen bestimmt werden.

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rabe489
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Beitrag von rabe489 »

"Die Wissenschaft denkt nicht." (Martin Heidegger)

s. a. http://de.wikipedia.org/wiki/Seinsvergessenheit

pito
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Beitrag von pito »

Eine Nachricht geht gerade um die Welt, den Briten sei es gelungen, künstliches Sperma aus den Stammzellen eines Embryos zu erzeugen. Man weiß noch nicht, ob dieses Sperma auch wirklich zeugungsfähig ist, doch die Gedanken greifen bereits vor. Werden Männer überflüssig?

In Großbritannien wird bereits darüber spekuliert, dass Frauen durch die Befruchtung mit künstlichem Sperma ein britisches Gesetz umgehen könnten, das Kindern das Recht gibt, zu erfahren, wer ihr biologischer Vater ist. :roll:

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rabe489
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Beitrag von rabe489 »

Nicht alle was machbar ist, ist machbar. Die neue Welt muß Grenzen ziehen. Eine dringende Aufgabe für die Kunst könnte sein, gegen die Hybris von "Alles ist machbar", den Menschen einen Ort auf diesem Planeten zu entwerfen, an dem er ein Maß findet. Die Kunst kann Maßgeber im Humanen werden. :?

Babapapa
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Beitrag von Babapapa »

Marit Rullmann hat Folgendes geschrieben:
Dies bedeutet auch nicht, die Geistesgeschichte aus einem leiblich-körperlich Blickwinkel zu betrachten. (Was dieselbe übrigens umgekehrt mit Frauen über Jahrtausende gemacht hat, wenn sie Frauen die Seele, das Wahlrecht und das Schaffen von Kultur absprach!) Zum einen kann und will ich nicht mehr Körper-Seele-Leib, Gefühl und Verstand trennen. Zum anderen zeigt die Neurobiologie wie wenig sinnvoll das ist.
da möchte ich meinerseits frau rullmann zustimmen.
man merkt ja selber z.b. durch gänsehaut, dass der körper auf emotionale zustände reagiert.
und wie die geistige leistungsfähigkeit z.b. bei hunger nachlassen kann usw.

die wertung hat, so glaube ich, auch etwas mit dem gesellschaftlichen einfluss zu tun.
in asien wird der ganzheitliche ansatz (nicht zuletzt in der medizin) mehrheitlich verfolgt, während man z.b. europa instanzen wie geist und körper auch in einer person gerne trennt - fast ein bisschen schizo.. *fg*
pito hat geschrieben:Eine Nachricht geht gerade um die Welt, den Briten sei es gelungen, künstliches Sperma aus den Stammzellen eines Embryos zu erzeugen. Man weiß noch nicht, ob dieses Sperma auch wirklich zeugungsfähig ist, doch die Gedanken greifen bereits vor. Werden Männer überflüssig?

In Großbritannien wird bereits darüber spekuliert, dass Frauen durch die Befruchtung mit künstlichem Sperma ein britisches Gesetz umgehen könnten, das Kindern das Recht gibt, zu erfahren, wer ihr biologischer Vater ist. :roll:
na immerhin gibt es in deutschland bereits gesetze, die verhindern, dass väter erfahren, ob sie wirklich die erzeuger von den kindern in der eigenen familie sind. da ist es hin von dir beschriebenen szenario nur noch ein kleiner schritt..
Troy hat geschrieben:Woher nehmen wir denn die Wertmaßstäbe von "besser" und "schlechter"?
Und was vergleicht wer überhaupt?
Was früher gut war, ist das heute auch noch gültig?

Dass Bauplan "Mann" und Bauplan "Frau" nicht gleich sind, das ist erforscht, bewiesen, und sehr funktional so.

Heinz will seelische Bergbausicht gucken/lesen:
Was ist mit dem Bauplan "Mann" in 2009,
der hier bei uns seit 60 Jahren als "Haupternährer mit angetrauter Reproduktionssphäre und familialem Rückhalt" stetig an Bedeutung zu verlieren scheint?
Was lernen die Söhne dieser Männer?
Was lernen die Töchter dieser Männer?
Ist eine/r davon heute besser/schlechter in der Geschlechterrolle?
ich denke mal, dass ein teil der femistischen bewegung darauf hinzielte, das selbstbewusstein der frauen über die abwertung von männern aufzuwerten. da gibt es ja unterschiedliche zitate, wie auch dieser nekrophilie-unsinn. so konnte man 1986 in der "emma"-postille lesen:

"Wenn wir wirklich wollen, dass es unsere Töchter einmal leichter haben, müssen wir es unseren Söhnen schwer machen."

und damit ist dann auch die realität im deutschen bildungssystem im jahr 2009 beschrieben. förderprogramme noch und nöcher für mädchen und die jungs bleiben auf der strecke und werden für gleiche leistungen schlechter benotet.

dann möchte uns noch "gender mainstreaming" weiss machen, dass mann und frau doch sowas von gleich sind. doch gerade die unterscheidlichkeit beider geschlechter ist doch das wunderbare wie auch mann und frau an sich.

nun im 21. jahrhindert ist es wirklich aufgabe von männern, dem männlichen nachwuchs wieder orientierung zu geben, nachdem dies jahrzehnte lang unterblieb.
im krieg wurde zunächst eine ganze vätergeneration getötet oder kam traumatisiert und für familiäre aufgaben unbrauchbar zurück aus dem krieg. aus dem verlust von vätern machte der feminismus dann den gedanke, dass man väter sowieso nicht mehr für familien braucht.
somit denke ich, dass es nun ans der zeit ist, herauszustellen, dass männlichkeit genauso wichtig und gut ist wie weiblichkeit zur orientierung und entwicklung vom nachwuchs.

die junge männerbewegung kann da sicherlich einen wichtigen teil dazu beitragen, auch wenn sie noch mit widerständen zu kämpfen hat, die sich kurioserweise geschlechterstereotypen bedient, die die frauenbewegung immer streng ablehnte:
männer sollen nicht wehleidig sein, nicht jammern usw.
dabei benennen sie rein menschliche und gesellschaftliche ansprüche!

pito
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Beitrag von pito »

:cry:

Babapapa
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Beitrag von Babapapa »

pito hat geschrieben::cry:
stimmt! :(

P.T.-Magazin: Rettet unsere Söhne

Troy
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Beitrag von Troy »

Naja, zu denken gibt mir,
dass Norwegerpullis strickende Männer in Vorlesungen an den Unis trotz 68'er-Zeit Anfang der 80'er Jahre nicht gerade die Akzeptanz in der Gesellschaft hatten (und Norwegerpullis stricken ist wirklich nicht einfach!!!);
dass wir im Westen dieser Republik zwischen 1979 und 1982 eine Jugendszene und Jugendrevolte-Zeit hatten, in der es weder um Frauen noch um Männerbilder ging;
dass diese Leute heute kaum 30 Jahre später die Mitte der Gesellschaft bilden, meiden, oder vielleicht auch beherrschen und sanktionieren - je nachdem, wo sie so gelandet sind.

Zu denken gibt mir auch, dass ein Hubertus Heil an der Seite von Supernanny Saalfrank verblasst, wenn sie als ordnungsliebende "Familien-wieder-in-Ordnung-Bringerin" in den Reihen der SPD für eine "gute Sache" eintritt (stand gestern irgendwo in der WAZ).

Zu denken gibt mir, dass Alleinerziehende (und das sind meistens Frauen) in diesem unserem Steuersystem mit Kind im Haushalt früher die günstigere Steuerklasse II in Anspruch nehmen konnten, und dass das heute nicht mehr geht, wenn nur ein einziger anderer Mensch (WG-Mitglied, Oma, Mutter etc.) mit im selben Haushalt wohnt. Dann ist Steuerklasse I fällig, und das ist "teures Geld".

Zu denken gibt mir, dass die in solchen Haushalten lebenden Kinder (Jungs oder Mädchen) diese strukturelle Willkür im wahrsten Sinne des Wortes erleben und erfahren als Normalzustand.

Da können noch so viele Programme erfunden werden (und im Moment überholt sich die Regierung ja an so vielen Stellen gerade selbst mit "Neuigkeiten"). Im Kern ändern sie nichts.
Wenn sie wirklich was verändern würden an Einstellungen, Herangehensweisen, dann wären sie verboten.

Genau betrachtet bedeutet "Programm" und "Projekt" doch oft nur, dass aus verlässlichen, gesellschaftlich strukturell verankerten Sachverhalten/Selbstverständlichkeiten Teile rausgelöst werden (sprich: Es wird wo was Geld gekürzt), um es dann woanders als Heldentat und "Tue-Gutes-und rede-darüber" mit viel Buhei kurzzeitig wieder auszukippen.

Naja, und wir lassen uns alle gut damit verar****.

Übrigens: Versucht mal, so eine Diskussion wie diese hier mit Frauen zu führen, die gerade mal 3 oder 4 Jahre hier leben in Deutschland.
Oder versucht mal, solche Diskussionen dort zu führen in den Ländern, in denen die Frauen ursprünglich gelebt haben.

Ich hab mal den Satz von Frauen um die Ohren gehauen gekriegt:
"Na, wir wären froh, wenn wir nur eure Probleme hätten! Wir sind schon froh, wenn wir für unsere Familie nach vielen Wartejahren eine eigene Wohung haben!"

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