Wilhelm Zaisser

Menschen die Eindruck in Gelsenkirchen hinterlassen

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Verwaltung
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Wilhelm Zaisser

Beitrag von Verwaltung »

Wilhelm Zaisser
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Photo: Wilhelm Zaisser, 1947

Politiker


1893
20. Juni: Wilhelm Zaisser wird in Rotthausen bei Gelsenkirchen als Sohn eines Gendarmeriewachtmeisters geboren.

1910-1913
Besuch eines Lehrerseminars in Essen.

1913/14
Zaisser absolviert seinen Militärdienst.

1914
Volksschullehrer in Essen.

1914-1918
Soldat im Ersten Weltkrieg. 1916 nimmt Zaisser an Verbrüderungsaktionen mit Rotarmisten in der Ukraine teil.

1918
Eintritt in die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD) .

1919-1921
Volksschullehrer in Essen.

1919
Eintritt in die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD).

1920
Während des Kapp-Lütwitz-Putsches wird Zaisser einer der militärischen Leiter der sogenannten Roten Ruhrarmee.

1921
Januar: Verhaftung und Verurteilung zu vier Monaten Gefängnis wegen seiner Tätigkeit in der "Roten Ruhrarmee".
April: Entlassung aus dem Schuldienst.
Zaisser wird danach Parteiangestellter der KPD.

1921/22
Tätigkeit als Redakteur des "Ruhr-Echos" in Essen und anschließend bei der "Bergischen Volksstimme" in Barmen.

1922
Zunächst wird Zaiser Mitglied der Bezirksleitung, ab Oktober Mitglied der Reichsleitung der "Union der Hand- und Kopfarbeit".
Heirat mit Else Knipp.

1923
Als Leiter des Nachrichtendienstes der KPD im Ruhrgebiet leistet Zaisser während der französischen Ruhrbesetzung Zersetzungsarbeit.

1923/24
Mitglied der KPD-Bezirksleitung Ruhrgebiet.

1924
März-Juni: Teilnahme an einem Lehrgang an der militärpolitischen Schule der Kommunistischen Internationale (Komintern) in Moskau.

1924/25
Militärpolitischer Leiter des KPD-Bezirks Ober-West (Rheinland und Westfalen).

1925/26
Zaisser ist im Auftrag des Generalstabs der Roten Armee beziehungsweise des militärischen Nachrichtendienstes der UdSSR Militärischer Berater in Nordafrika und in Syrien.

ab 1926
Mitarbeiter im Zentralkomitee (ZK) der KPD im zentralen militärpolitischen Apparat als Verantwortlicher für militärpolitische Schulungen.

1926/27
Mitglied der zentralen militärpolischen Leitung der KPD in Berlin. Verantwortlicher für militärpolitische Schulungen.

1927-1939
Mitarbeiter der Kommunistischen Internationale in Moskau.
Im Auftrag des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale (EKKI) arbeitet Zaisser 1927 bis 1930 in China. 1930 bis 1932 leistet er im Auftrag des EKKI Abwehrarbeit in der tschechischen Armee.

1932-1947
Mitglied der Vereinigten Kommunistischen Partei (Bolschewiki), der Vorläuferpartei der KPdSU.

1932-1936
Zaisser ist Lehrer und stellvertretender Leiter der Militärpolitischen Schule in Bakowka bei Moskau.
Zugleich unterrichtet er an der Lenin-Schule in Moskau.

1936-1938
Zaisser reist nach Spanien. Zunächst ist er militärischer Berater beim 5. Regiment der spanischen Volksarmee. Im November 1936 wird er zum Brigadegeneral befördert. Unter dem Namen "General Gomez" kommandiert er die XIII. Internationale Brigade. 1937 übernimmt er die Leitung der Ausbildung an der KPD-Schule in Benicasim. Ende 1937 wird er Kommandeur über die Basis der gesamten Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg.

1938/39
Nach seiner Rückkehr nach Moskau arbeitet Zaisser wieder für das EKKI. Er ist Chefredakteur der deutschen Sektion im Verlag für fremdsprachige Literatur in Moskau.

1940
Zaisser erhält die sowjetische Staatsbürgerschaft.

1941
Nach dem deutschen Überfall auf die UdSSR wird Zaisser Mitarbeiter der Politischen Hauptverwaltung der Roten Arbeiter- und Bauern-Armee.

1943-1946
Lehrer an "Antifa-Schulen" beziehungsweise Leiter des deutschen Sektors für "antifaschistische Schulungen" der Kriegsgefangenen in der UdSSR.

1947
Februar: Rückkehr nach Deutschland in die Sowjetische Besatzungszone (SBZ).
Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED).

1947/48
Chef der Landesbehörde der Polizei Sachsen-Anhalt in Halle.

1948/49
Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt.

ab 1949
Juni: Vizepräsident der Verwaltung des Inneren in der SBZ.

1949-1954
Abgeordneter der Provisorischen Volkskammer beziehungsweise der Volkskammer.

1950/51
Zaisser arbeitet in einer Abteilung des Marx-Engels-Lenin-Stalin-Instituts in Ost-Berlin über militärstrategische und taktische Probleme. Zu dem Institut haben ansonsten nur sowjetische Fachleute Zugang.

1950-1953
Mitglied des Politbüros und des ZK der SED.
Leiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS).

1953
Juni: Auszeichnung mit dem Karl-Marx-Orden.
Juli: Zaisser wird wegen "parteifeindlicher fraktioneller Tätigkeit" aus dem Politbüro und dem ZK der SED entlassen und seines Ministeramtes enthoben. Hintergrund ist die schon länger bestehende Rivalität zwischen Zaisser und Walter Ulbricht sowie der laut Ulbricht ungenügende Einsatz der staatlichen Machtmittel der DDR beim Aufstand vom 17. Juni.

1954
Januar: Zaisser wird aus der Partei als "Feind der Partei" ausgeschlossen.

1954-1958
Tätigkeit als Übersetzer beim Dietz-Verlag und am Institut für Marxismus-Leninismus (IML) in Berlin.

1958
3. März: Wilhelm Zaisser stirbt in Berlin. Offiziell wird von seinem Tod keine Notiz genommen.

1993
25. April: Zaisser wird durch die Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) rehabilitiert.


(db/iz)

seestern
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Beitrag von seestern »

Herr Zaisser ist wohl nicht gerade einer der Söhne Gelsenkirchens, auf den die Stadt stolz sein könnte...

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Benzin-Depot
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Beitrag von Benzin-Depot »

seestern hat geschrieben:Herr Zaisser ist wohl nicht gerade einer der Söhne Gelsenkirchens, auf den die Stadt stolz sein könnte...
Nachdem der Beitrag jetzt über 8 Jahre online steht, hätte ich mir den ersten Kommentar dazu ein wenig informativer vorgestellt. :wink:
„Die Menschen", sagte der Fuchs, „die haben Gewehre und schießen. Das ist sehr lästig.“
(Antoine de Saint-Exupéry / aus "Der kleine Prinz")

Karlheinz Rabas
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Beitrag von Karlheinz Rabas »

seestern hat geschrieben:Herr Zaisser ist wohl nicht gerade einer der Söhne Gelsenkirchens, auf den die Stadt stolz sein könnte...
Mit Gelsenkirchen hatte Zaisser nie etwas zu tun.
Karlheinz Rabas
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Josel
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Beitrag von Josel »

Hier gibts jede Menge weiterer Informationen, u.a. die, dass er in den drei Jahren nach dem Foto im ersten Beitrag etwas zugenommen hat.

https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Zaisser

Was ich immer wieder erstaunlich finde: Kommunisten scheinen einen Hang zu haben, sich untereinander in ihren Machtspielen bis aufs letzte zu zerlegen. Aber vielleicht ist das auch nur ein falscher Eindruck.

J.
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