Fragen wegen des Video Wettbewerbes

Initiierung eines Filmwettbewerbs: Für Schulklassen wird ein Wettbewerb gestartet, der die kreative Neubearbeitung der vorhandenen städtischen Filme zum Inhalt hat. Das enorme „Stadtfilm“-Material der Stadt wird von Schülern kreativ neu gestaltet, ergänzt oder auch gänzlich neu bearbeitet, um so eine neue Perspektive auf die Stadt zu eröffnen bzw. für Internetnutzer sichtbar werden zu lassen, denn die Filme werden mit Fertigstellung ins Netz gestellt.

Moderatoren: Redaktion-GG, Verwaltung

Gesperrt
Heinz
Abgemeldet

Fragen wegen des Video Wettbewerbes

Beitrag von Heinz »

Liebe Leute,
ich stelle mal hier kurz einen Vorentwurf zur Diskussion.
Ich habe ihn recht lustlos geschrieben, weiss auch nicht ob ich überhaupt beenden soll, geschweige denn abschicken soll.

Ich habe nach dringendem anraten von Medien- und Copyright Fachleuten die von mir ins Internet gestellten Stadtfilme gelöscht.

Achtet bitte auch bei allem, was ihr hier hochschiebt darauf, dass die Rechte geklärt sind oder versucht nachträglich bei unklaren Sachen eine Genehmigung zu bekommen.
Dieses Forum wäre über Nacht geschlossen und ich im Schuldenturm, wenn jemand das Druckmittel Copyright benutzen würde.

Zum Bürgerantrag bzw. zur erkennbaren Ablehnung des Antrages fällt mir nichts neus, nur altes über die Politik ein.

Hier also der Entwurf, wer Lust hat, möge etwas dazu sagen.






Sehr geehrter Doktor Priamus,

mit dem Schreiben vom 07.02.2007 bat mich Herr Oberbürgermeister Frank Baranowski mich mit Fragen zum Bürgerantrag "Internet Video Wettbewerb" an Sie zu wenden.

Der Oberbürgermeister schrieb, dass eine Verbreitung der Stadtfilme im Internet durch Google Video nicht möglich wäre, da sich diese Plattformen an "den privaten Film-Inter­essierten wenden".

Meine Frage:

Werden Private Film-Interessierte die Möglichkeit haben, die Stadtfilme über das Internet / Server des ISG zu sehen?

Der Oberbürgermeister ist wie auch ich der Meinung, dass das Urheberrecht für die Filme bei der Stadt verbleibt.

Meine Frage:
Weiss der Oberbürgermeister, dass auch das Copyright bei der Stadt verbleibt, wenn man die Filme ins Internet stellt?

Google sagt zum Copyright:
Do I retain copyrights and other legal rights to my video?
Yes. You retain all rights to your content. Google assumes no copyright to your material.


Der Oberbürgermeister schrieb, dass das "googeln" nach "Stadtfilme Gelsenkirchen" auf den Server des ISG führen würde.

Meine Frage:

Weiss der Oberbürgermeister, dass es auf den Seiten des Institutes keine Stadtfilme zu sehen gibt?

Der Oberbürgermeister schrieb, dass es in den Gelsenkirchener Schulen genügend Projekte und Unterrichtseinheiten zum Thema Stadtgeschichte gibt.
Das finde ich beruhigend.

Der Oberbürgermeister sieht in meinen Vorschlägen von Themenbezogenen Neubearbeitungen der Filme letztlich nur einen Lerneffekt im Umgang mit neuer Software.

Meine Frage:
Weiss der Oberbürgermeister, dass die Jugendlichen hier den meisten älteren Menschen gegenüber einen Wissensvorsprung haben?

Erkennen Sie eine Bereicherung für die Stadt und die hier lebenden Menschen, wenn junge Leute z.B. ihr soziokulturelles Umfeld im Wandel der Jahrzehnte mit den Mitteln der neuen Medien schöpferisch darstellen?
Könnten Sie einen Imagegewinn der Stadt durch die Präsentation dieser neuen Filme sehen?

Der Oberbürgermeister ist der Meinung, dass die Stadtfilme als Zeitdokument unverfremdet bleiben sollen.

Meine Frage:
Weiss der Oberbürgermeister, dass die Original-Filme weder vernichtet noch verändert würden?
Weiss der Oberbürgermeister, dass aus dem digitalen Material ein neuer digitaler Film erstellt werden würde, ohne dass es zu Änderungen an den Original-Filmen käme?

RhabarbarRharbarba :cry:

pito
Abgemeldet

Beitrag von pito »

Code: Alles auswählen

Lerneffekt mit Software
Völlig unrecht hat der OB damit ja nicht. Es wird bei diesem Wettbewerb zwangsläufig viel digitale Technik zum Einsatz kommen. Jeder der schon mal mit Photoshop oder einem Videoschnittprogramm gearbeitet hat, weiß wie verlockend all diese Filter sind. Ein Klick und schon sieht das Bild aus wie auf Leinwand gemalt. Beliebt sind auch Strudel und Farbverfremdungen. Wer zum ersten mal damit herumspielt, wird schnell verleitet solche Effekte als Selbstzweck einzusetzen, einfach alles reinzupacken. Das jedoch würde an der Idee des Wettbewerbs, Stadtgeschichte zu reflektieren und neu zu montieren, vorbeigehen.

Die digitale Technik darf immer nur Mittel zum Zweck sein, muss die Aussage des Films transportieren. Jeder eingesetzte Effekt muss sich rechtfertigen lassen. Das zu erreichen ist anspruchsvoll, Film-Kunst eben. (Der an anderer Stelle angeregte VHS-Kurs könnte eine gute Idee sein.) Es sollte klar gesagt werden, dass die technische Qualität und Umsetzung der Arbeiten für den Wettbewerb nicht ausschlaggebend sind. Es geht um die Auseinandersetzung mit dem Thema, um Ideen und Witz. Das kann auch per Video oder Super8 geschehen. Oder als Standbildfilm oder als Daumenkino oder ...

Heinz
Abgemeldet

Beitrag von Heinz »

Und du meinst, dass Lehrer überfordert wären, da eine Linie reinzubringen? 8)

pito
Abgemeldet

Beitrag von pito »

Also läuft der Wettbewerb nur in Schulen?

Heinz
Abgemeldet

Beitrag von Heinz »

Der Wettbewerb wird nicht laufen, hast du nicht die indirekte Absage in der Antwort des OBs gelesen? :wink:
Das ausloben auch für Künstler hat er ganz ignoriert.
Interessant, nicht wahr? :wink:
Ich glaube er hat erkannt, dass das ein brisantes Gebiet für Lokalpolitiker ist.
So einfach ist das. 8)
Zuletzt geändert von Heinz am 08.02.2007, 11:52, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
Fuchs
Mitglied der Verwaltung
Beiträge: 27559
Registriert: 21.12.2006, 12:30
Wohnort: In der Stadt mit den Geschichten

Beitrag von Fuchs »

Überfordert?!?
Die zeitgleiche Auseinandersetzung mit einem inhaltlichen und einem technischen Thema wird den Schülern in GE nicht zugetraut, soso!
Oder den Lehrern?
Beiden?
Verfremdung als künstlerisches Mittel ? Nein! Gelsenkirchener Barock bedarf keiner künstlerischen Neuinterpretation und bleibt so, wie es ist!

Die Rapper schnibbeln ja schliesslich auch nur unreflektiertes Material zusammen um Musik zu machen...als ob die sich auch noch mit Inhalten auseinander setzen könnten!

Max Ernst definierte Collage-Technik so:


Collage-Technik ist die systematische Ausbeutung des zufälligen oder künstlich provozierten Zusammentreffens von zwei oder mehr wesensfremden Realitäten auf einer augenscheinlich dazu ungeeigneten Ebene - und der Funke Poesie, welcher bei der Annäherung dieser Realitäten überspringt.

Sowas bei uns doch nicht...

Heinz
Abgemeldet

Beitrag von Heinz »

Der alte Fuchs, der listige :wink:
hat auch noch nen scharfen Biß. 8)
Gut beobachtet.
Alte Zeiten und junge Frisuren... wohl wahr, Gelsenkirchener Barock-Zeiten in neuer Form. :shock:

pito
Abgemeldet

Beitrag von pito »

Fuchs hat geschrieben:Die Rapper schnibbeln ja schliesslich auch nur unreflektiertes Material zusammen um Musik zu machen...als ob die sich auch noch mit Inhalten auseinander setzen könnten!
Das Urteil ist gesprochen. Es gibt aber solche und solche Rapper. Hier ist einer aus Gelsenkirchen, der hat echt was drauf:

http://www.gelsenkirchener-geschichten. ... .php?t=539

Benutzeravatar
Verwaltung
Mitglied der Verwaltung
Beiträge: 10525
Registriert: 02.12.2006, 05:43
Wohnort: Gelsenkirchen

Beitrag von Verwaltung »

(Wir bitten alle, die sich nicht registrieren wollen, ihre Beiträge selber als "Gäste" einzustellen und wenn möglich nicht erst uns zukontaktieren)

Aus einer e-Mail an uns:


Hier mein pädagogischer Senf:

ich meine, dass der Fragentenor gut und richtig ist.
Er sollte bis zum Schluss durchgehalten werden.

Meine Frage wäre, ob dieser Dr. Priamus der Allein-Befragte sein soll.
Der Antrag ist kein Verwaltungsthema, sondern ein politisches.
Die Verwaltung alleine darüber nachdenken zu lassen würde dem Anliegen nicht gerecht werden.

Ihr solltet einen offenen Brief an:
Dr. Priamus
alle Parteien
Historiker und Pädagogen aller Schulen
die Presse

schicken, also an alle möglichen Interessierten.

Wenn ich den Bürgerantrag richtig verstanden habe, geht es doch darum die Gelsenkirchenerinnen & Gelsenkirchener durch eine niedrige Schwelle ihre Sicht, ihre Vergangenheitserfahrungen mit und in dieser Stadt zu veröffentlichen.
Auch anonym der offiziösen Geschichtsschreibung eine Art Spiegel gegenüber zu stellen, welcher in den kritischen Dialog führen könnte.
Wenn SchülerInnen mit modernen Mitteln und auch über das Mittel möglicher Verfremdungen sich der Geschichte dieser Stadt annehmen, ist die Grundvoraussetzung immer eine Kenntnisnahme, ein Entgegennehmen des Stadtfilms.
Der zweite Schritt ist eine Weiterverarbeitung, eine Interpretation, wenn die Politik es denn ermöglichen würde.

Das muss ein studierter Lehrer, der nun OB ist, doch wissen… denke ich mir, bzw. ein Profi aus der Praxis, müsste dem OB diesbezüglich Hilfestellung geben. Was nun nicht arrogant oder verletzend sein soll.


Ich meine, das was hier zur Debatte steht, sollte raus aus dem Medium Internet und sich offener/öffentlicher präsentieren, vielleicht auch diskutieren lassen.

Alles wird gut.

Benutzeravatar
Verwaltung
Mitglied der Verwaltung
Beiträge: 10525
Registriert: 02.12.2006, 05:43
Wohnort: Gelsenkirchen

Beitrag von Verwaltung »

Das ISG nun auch mit Bildern

Es gibt zwar noch keine Stadtfilme dort zu sehen, aber immerhin einige Bilder. :wink:
Da bewegt sich was. 8)

Hier sind Bildbände zu kaufen

Sind die Herausgeber auch die "Tantiemen"-Empfänger?
Oder fliessen die Einnahmen aus dem Verkauf der Bücher alle in die Stadtkasse?
Wer kennt sich darin aus?
Wie ist das mit dem Copyright?
Wurden in den Büchern Bilder verwendet, auf die die Stadt Copyright und Urheberrecht hat?

Benutzeravatar
Verwaltung
Mitglied der Verwaltung
Beiträge: 10525
Registriert: 02.12.2006, 05:43
Wohnort: Gelsenkirchen

Offener Brief zum Thema Video Wettbewerb

Beitrag von Verwaltung »

Offener Brief zum Thema Auslobung eines Film Wettbewerbes über Gelsenkirchen an:
Dr. Priamus, SPD, CDU, Bündnis 90 / Die Grünen, PDS, FDP, AUF, WAZ und weitere

Sehr geehrter Doktor Priamus,

mit dem Schreiben vom 07.02.2007 bat mich Herr Oberbürgermeister Frank Baranowski mich mit Fragen zum Bürgerantrag "Internet Video Wettbewerb" an Sie zu wenden.

Das Schreiben, sowie auch der Bürgerantrag, ist weiter unten als Anhang beigelegt.

Der Oberbürgermeister schrieb, dass eine Verbreitung der Stadtfilme im Internet durch Google Video nicht möglich wäre, da sich diese Plattformen an "den privaten Film-Inter­essierten wenden".

Meine Frage:
Weiss der Oberbürgermeister, ob auch Private Film-Interessierte die Möglichkeit haben, die Stadtfilme über das Internet / Server des ISG zu sehen?

Der Oberbürgermeister schrieb, dass das Urheberrecht für die Filme bei der Stadt verbleiben sollte.

Meine Frage:

Weiss der Oberbürgermeister, dass auch das Copyright bei der Stadt verbleibt, wenn man die Filme ins Internet stellt?

Google sagt zum Copyright: Do I retain copyrights and other legal rights to my video? Yes. You retain all rights to your content. Google assumes no copyright to your material.


Der Oberbürgermeister schrieb, dass das "googeln" nach "Stadtfilme Gelsenkirchen" auf den Server des ISG führen würde.

Meine Frage:

Weiss der Oberbürgermeister, dass es auf den Seiten des Institutes keine Stadtfilme zu sehen gibt?

Der Oberbürgermeister schrieb, dass es in den Gelsenkirchener Schulen genügend Projekte und Unterrichtseinheiten zum Thema Stadtgeschichte gibt.

Meine Frage:

Weiss der Oberbürgermeister, ob es auch Unterrichtseinheiten gibt, deren Ziel ein kritischer Dialog mit der offiziösen Geschichtsschreibung ist und die eine Veröffentlichung der Vergangenheitserfahrungen in und mit dieser Stadt ermöglichen?


Der Oberbürgermeister schrieb, dass er in meinen Vorschlägen von Themen bezogenen Neubearbeitungen der Filme letztlich nur einen Lerneffekt für Schüler im Umgang mit neuer Software sieht.

Meine Frage:

Weiss der Oberbürgermeister, dass es in Gelsenkirchen Lehrerinnen und Lehrer gibt, die zeitgleich technisches und inhaltliches Wissen vermitteln können?
Weiss der Oberbürgermeister, dass die Jugendlichen in diesen technischen Fragen oft einen Wissensvorsprung haben?
Weiss der Oberbürgermeister, dass ein Erkenntnisgewinn durch die Rezeption, Weiterverarbeitung, Interpretation, Präsentation und abschließende öffentliche Diskussion der Stadtfilme möglich ist?

Der Oberbürgermeister schrieb, dass die Stadtfilme als Zeitdokument unverfremdet bleiben sollten.

Meine Frage:

Weiss der Oberbürgermeister, dass die Original-Filme weder vernichtet noch verändert werden würden?

Weiss der Oberbürgermeister, dass aus dem digitalen Material ein neuer digitaler Film erstellt werden würde, ohne dass es zu Änderungen an den Original-Filmen käme?

Der Oberbürgermeister geht nicht auf meinen Vorschlag ein, auch Künstler in diesen Wettbewerb einzubeziehen.

Meine Frage:

Weiss der Oberbürgermeister, dass gerade Künstler oft neue und andere Perspektiven durch ihre Werke aufzeigen?
Weiss der Oberbürgermeister, dass unsere Stadt durch den von mir vorgeschlagenen Wettbewerb einen positiven Imagegewinn haben könnte?


Ich würde mich freuen, wenn Sie und auch andere Gelsenkirchener Persönlichkeiten das Für und Wider meines Bürgerantrages noch einmal abwägen würden verbleibe mit

freundlichen Grüßen


Heinz Niski


----------------------------------------------------------------
Anhang 1:

Antwort des Oberbürgermeisters Frank Baranowski vom 07.02.2007 auf den Bürgerantrag vom 23.01.2007
-------------------------------------------------------------------

Sehr geehrter Herr Niski,

Ihnen und Ihrem Team vielen Dank für die Anregung, die historischen Gelsenkirchener Stadtfilme in das Internet zu stellen und einen Wettbewerb zur Neugestaltung der vorhandenen Stadtfilme für Schulen und interessierte Bürger auszuloben.

Dabei deckt sich Ihre auf das Internet bezogene Anregung mit einer bereits beim Institut für Stadtgeschichte - ISG - eingeleiteten Prüfung, die Filme über die eigene Webseite - www.institut-fuer-stadtgeschichte.de - ins Netz zu stellen. Ergänzt um eine Verlinkung über www.gelsenkirchen.de wäre dann der jederzeitige Zu­griff möglich.

Dabei darf nicht unerwähnt bleiben, dass die Nutzung dieser Stadtfilme für nicht kommerzielle Zwecke schon jetzt für jedermann möglich ist, denn sowohl die Gelsenkirchener Stadtbibliothek als auch das Institut für Stadtgeschichte leihen diese Filme seit Jahren als Videoband und DVD-Kopie aus. Wer in den Besitz eines solchen Filmes gelangen will, kann ihn zudem käuflich beim ISG erwerben.

Eine Verbreitung über Anbieter wie Google-Video oder Youtube durch das ISG ist allerdings ausgeschlossen, da sich diese Plattformen an den privaten Film-Inter­essierten wenden. Das Einstellen der Filme durch Dritte - etwa interessierte Bürger - bei diesen Anbietern verstößt trotz Ihrer anderslautenden Bewertung letztlich gegen das Urheberrecht, das bei der Stadt Gelsenkirchen liegt. Diesem Gedanken kann sich die Stadt Gelsenkirchen daher nicht öffnen.

Im Übrigen führt das „googlen“ z.B. mit „Stadtfilme Gelsenkirchen“ bereits heute direkt zu www.institut-fuer-stadtgeschichte.de.

Den Gedanken, durch das ISG, das Kommunale Kino und die Volkshochschule Gelsenkirchen einen Wettbewerb für Schulen und Kunstinteressierte auszuloben, die Stadtfilme kreativ nachzubearbeiten, wird das ISG in Kürze mit den von Ihnen angeregten „Mit-Auslobern“ und Vertretern aus dem schulischen Bereich erörtern. Dabei fehlt es allerdings bereits heute in unseren Schulen nicht an laufender bzw. projektbezogener Auseinandersetzung mit der jüngeren Stadtgeschichte und auch -gegenwart. Zudem wird zu diskutieren sein, ob kreative Nachbearbeitung im von Ihnen gemeinten Sinne, also letztlich die technische Veränderung und Verfremdung, tatsächlich die inhaltliche Befassung mit der Stadtgeschichte fördert, oder eher den Umgang mit Softwareprogrammen und künstlerischen Ausdrucksmitteln in den Mittelpunkt rückt.

Ohne dieser Diskussion vorgreifen zu wollen, möchte ich allerdings bereits hier festhalten, dass Stadtfilme aus fachlicher und auch meiner persönlichen Sicht unverfremdete Zeitdokumente bleiben sollten.

Bei weiteren Fragen zum Thema steht Ihnen der Leiter des Instituts für Stadtgeschichte, Herr Dr. Heinz-Jürgen Priamus, Tel. 1 69-85 51, gerne als direkter Ansprechpartner zur Verfügung.

Ihnen wünsche ich weiterhin viel Spaß mit Gelsenkirchener Geschichte(n).

Mit freundlichen Grüßen

Frank Baranowski


Carmen Hillebrand

Stadt Gelsenkirchen

Referat 1 - Angelegenheiten des Oberbürgermeisters

und des Verwaltungsvorstandes

Telefon: +49/02 09 1 69-21 99

FAX: +49/02 09 1 69-30 30

e-mail: ......

-------------------------------------------------------------------------
Anhang 2 :
Bürgerantrag zur Auslobung eines Film Wettbewerbes vom 23.01.2007
--------------------------------------------------------------------------

Der Rat möge beschließen:

Das Institut für Stadtgeschichte sowie das Presseamt bieten auf ihren Internetseiten sämtliche Gelsenkirchener Stadtfilme als Video-Stream an.
Die Video Filme werden auf dem städtischen Server gespeichert.

Begründung:

Die Stadtgeschichte muss für alle Menschen auch über die neuen Medien abrufbar und frei zugänglich sein. Besonders das Medium Film bietet einen leichten Zugang zur jüngeren Stadtgeschichte. Dies dient der positiven Imagebildung der Stadt, fördert ein historisches Bewusstsein vor allem von jungen BürgerInnen und ermöglicht u.a. auch emotionale Bindungen an die Stadt.

Erläuterung:

Da die Filme schon alle in digitaler Form vorliegen, können sie ohne großen Arbeitsaufwand und ohne zusätzliche Kosten im Internet angeboten werden.

Der Rat möge beschließen:

Sämtliche Stadtfilme dürfen von interessierten Bürgern auf freien Servern der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Begründung:

Google-Video, Youtube und andere Anbieter werden täglich von Millionen von Menschen besucht. Unter dem Stichwort Gelsenkirchen müssen auch auf diesen Servern die Stadtfilme zu finden sein.

Erläuterung:

Gelsenkirchen war im Zusammenhang mit der Fußball WM in der Welt sehr präsent. Eine bebilderte Stadtgeschichte liefert auch den Menschen einen Eindruck der Stadt, die der deutschen Sprache gar nicht oder nur bedingt mächtig sind. Die oben aufgeführten Anbieter sind in der Welt die 1. Adressaten, wenn zu einem Stichwort Surfer auf Entdeckungsreise im Internet sind. Es wäre mehr als sinnvoll, sich diese Entwicklung zu nutzen zu machen, um auch so mittelbar das Image der Stadt günstig zu gestalten. Eine Verwaltung wird auf dem eigenen Server nie diese Präsenz bei den Suchenden im Internet haben, darum sollte man sich dieser Anbieter bedienen. Damit wäre auch einer rasanten Weiterentwicklung im Internet Rechnung getragen, weil diese immer schon im ersten Schritt die Neuheiten in die Tat umsetzen werden. Die Gefahr der kommerziellen Verwertung der Stadtfilme durch Dritte ist nicht gegeben, da die technische Qualität der Internet-Videos dies ausschließt und das Copyright bei der Stadt verbleibt.

Der Rat möge beschließen:

Der Oberbürgermeister lobt mit Hilfe des Instituts für Stadtgeschichte, dem Kommunalen Kino und der Volkshochschule Gelsenkirchens einen Wettbewerb für Schulen und interessierte Künstler aus. Für Schulklassen wird ein Wettbewerb gestartet, der die kreative Neubearbeitung der vorhandenen städtischen Filme zum Inhalt hat. Das enorme „Stadtfilm“-Material der Stadt wird von Schülern kreativ neu gestaltet, ergänzt oder auch gänzlich neu bearbeitet, um so eine neue Perspektive auf die Stadt zu eröffnen bzw. für Internetnutzer sichtbar werden zu lassen, denn die Filme werden mit Fertigstellung ins Netz gestellt. Weitere Zielvorgaben sind beispielsweise auch die Herausarbeitung baulicher oder sozikultureller Veränderungen im Laufe der Jahrzehnte. Ganz frei sind andere Themen, um so gänzlich verschiedene Sichtweisen auf diese Stadt sichtbar werden zu lassen wie z.B.: Vom HipHop Clip mit musikalischer Unterlegung über Doku-Film bis zum Experimentalfilm sollte alles möglich sein. Die Filme werden im Internet zur "Abstimmung" (bis zum Schuljahresschluss im Sommer 2008) freigegeben. Zum Jahresende (2008) prämiert der Rat – auf Vorlage durch den Kulturausschuss – die hervorragensten Filme. In einer Feierstunde im Kommunalen Kino werden die Preisträger nicht nur verkündet, sondern auch die auserlesenen Bearbeitungen einem interessierten Publikum und damit der Öffentlichkeit vorgeführt.

Begründung:

Mit den neuen technischen Möglichkeiten können heute Filme ohne großen finanziellen Aufwand am heimischen PC bearbeitet werden. Mit den neuen Medien und mit Hilfe von LehrerInnen könnte die Stadtgeschichte dieser Stadt damit nicht nur eine „naheliegende“ Auseinandersetzung mit der Stadt, mit den Stichwörtern Strukturwandel, Bevölkerungsentwicklung, Veränderung des Stadtbildes und und sein, sondern auf der Basis der Bildverarbeitung werden die Sichtweisen von Schülerinnen und Schülern (nachvollziehbar) sichtbar gemacht. Auf diese Weise vollzieht sich einerseits eine projektbezogene Auseinandersetzung mit der jüngeren Stadtgeschichte (also nach 1945); andererseits ermöglichen der Umgang mit den neuen Medien eine kreative Umdeutung dieser Geschichte aus dem Blickwinkel von Schülerinnen/Schülern.

Benutzeravatar
Verwaltung
Mitglied der Verwaltung
Beiträge: 10525
Registriert: 02.12.2006, 05:43
Wohnort: Gelsenkirchen

Dr. Priamus vom ISG antwortet

Beitrag von Verwaltung »

Heute traf die Antwort von Dr. Priamus vom ISG ein:

Bild

Bild

Benutzeravatar
Verwaltung
Mitglied der Verwaltung
Beiträge: 10525
Registriert: 02.12.2006, 05:43
Wohnort: Gelsenkirchen

Armut und Amtsblätter und Verhütungsvorschriften

Beitrag von Verwaltung »

Armut und
Bild
Amtsblätter und
Bild
Verhütungsvorschriften zur Besitzstandswahrung
Bild
und Verhinderung des Unterganges
Bild

Heinz
Abgemeldet

Die einen sagen so.. die anderen so...

Beitrag von Heinz »

Die einen sagen so... die anderen sagen so...

Deshalb stelle ich vor meinen Gedanken, die ich beim durchlesen des Antwortschreibens hatte, erst einmal einen Auszug aus einem Arbeitspapier der Zukunftswerkstatt der Stadt Gelsenkirchen aus dem Jahre 2000 voran:

...... Im Konzert dieser virtuosen Gemeinschaft trägt nun jedes Mitglied das bei, was es am besten kann und fügt diesen Beitrag ein in den Wirkungskanon der Metropole, die sich im Hinblick auf Wachstum vor allem einer Priorität verpflichtet hat: Die Stadt soll nach innen wachsen und sich nur im Sinne von Qualitätssteigerung vergrößern. Diese Qualitätssteigerung kommt den Bewohnerinnen und Bewohnern zu, im Sinne von sozialer Sicherheit, kulturellen Freizeitangeboten und vor allem Bildungsoffensiven.

Die Menschen in dieser Stadtgesellschaft haben verstehen gelernt, dass Partizipation nicht nur eine Möglichkeit, sondern eine Notwendigkeit ist. Sie wissen, dass sie es sind, die für ihre Belange verantwortlich sind. So ist es z.B. gelungen, die erforderlichen Aufwendungen für die Stadtreinigung um 50% zu reduzieren, aber das nur am Rande.


Die Politiker haben verstehen gelernt, dass Werbung für eine Stadt nicht wie früher Selbstzweck ist, sondern das ein gutes Produkt im Vordergrund stehen muss, und dass es früher müßig war, nur zu werben, ohne die Produktqualität zu sichern und zu fördern.

Gesperrt