Jürgen Kramer

Maler, Bildhauer, Fluxus ...

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rabe489
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Beitrag von rabe489 »

J.K.: Landschaft 2, 60 x 80cm, Öl. a. Lwd.,

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Josel
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Beitrag von Josel »

rabe489 hat geschrieben:Bild
Rabe, mich fasziniert immer, was manche Menschen auf Deinen Bildern so mit ihren Halswirbeln anstellen können. Hier zum Beispiel rechts. Man möchte die Frau als Betrachter geradezu wecken oder sie zumindest in eine angenehmere Position rücken oder sowas.

Aber auch der vordere Träger der Trage bei den "abgehängten" Sieben Schwaben vollführt ziemliche Kunststücke mit seinem Hals, und es gibt noch ein paar Figuren mehr in diesem Thread die sich exemplarisch anführen ließen.

Sowas profanes darf ja mal gesagt werden, hoffe ich...

J.
Vertrödeln Sie keine Zeit mit dem Lesen von Signaturen!

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rabe489
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Beitrag von rabe489 »

@Josel

Ich freue mich über jede Stellungnahme, insbesondere dann, wenn sich jemand, wie Du, seine Gedanken macht.

Ich gebe kein realistisches oder anatomisch exaktes Bild der menschlichen Gestalt wieder. Der Mensch in meinen Arbeiten wird von verschiedenen Dingen angegangen, er ist quasi traumatisiert. Seine Gestalt verformt sich und kann so, welches Elend auch immer, in seinem Gehabe zum Ausdruck bringen.

Die Überdehnungen im Bild "Die Schläfer" z. B., die gummiartigen Längen, symbolisieren für mich den Schlaf-, Traum- und Versunkenheitszustand. Es ist ja bezeichnend, dass sich die Schlafenden in einem nicht definierten Raum - Ort - befinden.

Rabe

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rabe489
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Beitrag von rabe489 »

J.K.: Drei Landschaften, Wasserfarbe

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Guten Appetit! :)

pito
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Beitrag von pito »

Noch die Tage warst du in deinen Aquarellen relativ gegenständlich. KLICK
Jetzt diese vagen Bilder. Wieviel überlässt du dem Zufall / Wasserfluss?

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rabe489
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Beitrag von rabe489 »

Farbe und Material fordern ihr Recht. Das Bewußtsein steht im Augenblick im Vordergrund, dass ja jedes Bild "nur" - oder wesentlich auch - Farbe und Form ist zu denen Illusion und Imagination hinzutreten.Durch den Bildgegenstand scheint die Wirklichkeit der Gestaltungsmittel hindurch, wenn man so sagen darf.

Ja, ich weiß, das sind innerkünstlerische Probleme der Gestaltung. :roll:

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rabe489
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Beitrag von rabe489 »

Ich stelle hier immer wieder meine aktuellen Arbeiten ein.
Vielleicht bereite ich damit einigen ein Vergnügen, dem Künstler über die Schulter zu schauen.
Die Themen sind vielfältig. Zuletzt habe ich z. B. drei Landschaften gemalt, die eigenartig sind. Mich beschäftigt hierbei des große "Mysterium Welt", in dem wir alle leben. Denn darin bin ich mir sicher: wir leben existenziell in einem großen Geheimnis.
Nur die Frage für den Maler ist, wie kann er das zeigen und ausdrücken? Diese drei Versuche sind vielleicht noch nicht hundertprozentig, aber es ist immerhin ein Anfang.

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Landschaft 1
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Landschaft 2
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Rote Wiesen


Rabe

pito
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Beitrag von pito »

rabe489 hat geschrieben:... Mich beschäftigt hierbei des große "Mysterium Welt", in dem wir alle leben. Denn darin bin ich mir sicher: wir leben existenziell in einem großen Geheimnis.
Nur die Frage für den Maler ist, wie kann er das zeigen und ausdrücken? ...
Vielleicht brauchen solche Bilder einen menschlichen Betrachter? (Wobei das ja schon mal jemand gemalt hat. ;-))

Wie die Bilder auf mich wirken:
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Ein wenig düster und karg. Menschenleere. Da scheint etwas aufzureißen. Geologie. Gleichzeitig ensteht eine starke Assoziation zu Essbarem.


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Ruhig, idyllisch, sonnig. Doch gleichzeitig schleicht sich ein Zweifel ein. Ist es real oder arrangiert? Ist es vielleicht nur eine Kulisse? Der Heuwagen wirkt verdächtig pittoresque.


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Oberflächlich betrachtet ersteinmal unauffällig. Eine abgelegene Gegend, leicht trübes Wetter. Doch hintergründig ist die Landschaft zwiegespalten, und das gar nicht so sehr wegen der Teilung der Wiesen. Der Gegensatz zwischen kühlen Wasser und feurigem Rot ist es. Blut? Ist hier etwas unheilvolles geschehen?

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rabe489
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Beitrag von rabe489 »

@pito
Respekt vor Deinen Empfindungen.

Weiß der Maler überhaupt und tatsächlich, was er tut? Ist er nicht nur ein Spielball seiner Fähigkeiten und Unfähigkeiten, ein Getriebener möglicherweise, auch ein Irrender manchmal? Wenn er sein ganzes Sein und nicht nur seine Schöpferkraft einbringt, ist es ein Spiel auf Messers Schneide. Wie leicht kann er abstürzen, wie leicht scheitern. Der Künstler ist wahrlich kein besserer Mensch, vielleicht ist er nur leichsinniger in seinem "Russischen Roulette-Spiel".

Dass aber das schöpferische Tun Spaß macht, kann jeder arbeitende Mensch bestätigen. In der Kunst sind die Dinge nur ein wenig komplizierter.

Rabe

pito
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Beitrag von pito »

rabe489 hat geschrieben:Weiß der Maler überhaupt und tatsächlich, was er tut?
Wenn er das zu genau weiß und vielleicht gar absichtlich auf eine ganz bestimmte Wirkung hinarbeitet, kommt nichts Echtes dabei heraus. Dann ist er eher Designer.

Der Künstler gibt sich im Idealfall dem Ungewissen hin. Während des Schaffensprozesses ist er nur Kanal und läßt sich die Hand führen. Das kann Spaß machen, muss es aber nicht, da mischt sich noch manches andere. Wenn er dann fertig ist, weiß er noch immer nicht, was eigentlich entstanden ist. Er ist nun entweder stolz und befriedigt oder das Ergebnis mißfällt ihm. Das hat aber so oder so in diesem Moment wenig Aussagekraft. Erst eine Weile später, etwa bei einem zweiten Betrachten, kann der Künstler seine eigene Arbeit nach und nach einschätzen. Möglicherweise geht ihm nun auf, was er ausgedrückt hat.

Oder aber jemand anderes bringt ihn drauf! So kann ein Bild durchaus zurückschlagen. Etwa, wenn es mehr ausdrückt, als der Künstler eigentlich preisgeben wollte. Oder wenn jemand sich davon beleidigt fühlt. Eventuell versucht der Künstler sich dann damit zu entschuldigen, das sei ja gar nicht so gemeint gewesen, das sei halt einfach so gekommen. Aber das glaubt man ihm in der Regel nicht.

Mir passiert das ständig. Auch eine Form von Messers Schneide. :roll:

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rabe489
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Beitrag von rabe489 »

pito hat geschrieben:Der Künstler gibt sich im Idealfall dem Ungewissen hin. Während des Schaffensprozesses ist er nur Kanal und läßt sich die Hand führen

Vor zig Jahren schrieb ich an einen Sammler:
...nach wie vor bin ich der Auffassung, daß der Künstler nicht zu wissen braucht, was es mit seiner Kunst auf sich hat, insofern er ein “Durchgang” ist. Aber insofern er davon weiß, daß er ein “Durchgang” des Werkes ist, ist sein Denken schon erschüttert und von jedem “Bilde Künstler, rede nicht” entsetzt. ...
http://www.rabe489.de/existentialekunst ... brief.html

Bedeutet mit anderen Worten: Der Künstler, der davon weiß, daß er hinsichtlich seiner Arbeit nichts wirklich weiß, ist arm dran. Aber so kann es durchaus sein. "Denn sie wissen nicht was sie tun"? Erst kommt das Machen und dann die Reflexion.

In Wirklichkeit geht aber eins ins andere über. Denken und Dichten sind in Wirklichkeit nicht zu trennen. Ein Schelm, wer anderes behauptet.
:)

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ausdemhinterhof
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so?

Beitrag von ausdemhinterhof »

Gemäß:
Warum soll ich Dir meine Stimme geben?
Spricht Farbe nicht genug für zwei?

:roll:

Glückauf :pfeif:
lebdamitsonstnix

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rabe489
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Beitrag von rabe489 »

Zwei Illustrationen

beziehen sich auf Strawberry Switchblade's Song "Since Yesterday" ("...looking for a reason to go on") aus den 80ern:



Bild


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Fortsetzung folgt.

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rabe489
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Beitrag von rabe489 »

"reason..." - dritte Illustration

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rabe489
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Beitrag von rabe489 »

"Ernte" 1 und 2:

Bild

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Wer nicht sät, kann auch nicht ernten.

:?

Rabe

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