Aufruf zu einer Demonstration der Vernunft

Boykott Die öffentlichen Nahverkehrssysteme wurden bestreikt, die ersten Sitzblockaden Gelsenkirchens am Musiktheater legten die Innenstadt lahm.

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Fuchs
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Aufruf zu einer Demonstration der Vernunft

Beitrag von Fuchs »

Aktion Nahverkehr hat geschrieben:Die Aktion Nahverkehr
ruft auf zu einer Demonstration der Vernunft,
gegen Fahrpreiserhöhungen bei Bus und Straßenbahn,
für eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs zum Wohle unserer Stadt und seiner Bürger,
für eine bessere Politik die den Bedürfnissen der Menschen entspricht


Zum 1. April 1973 sollen ein weiteres Mal die Preise bei Bus und Straßenbahn erhöht werden. Das muß die letzte Preiserhöhung sein!

Jede Fahrpreiserhöhung beim öffentl. Nahverkehr führt zu weiterer Abwanderung vonFahrgästen zum PKW.

Das bedeutet beim PKW-Verkehr:
a) Eine Zunahme der Luftverschmutzung durch Abgase und innerhalb der städt. Ballungsgebiete zu einer unverantwortlichen Erhöhung der Gesundheitsgefahren.
b) Mehr Geld für den Straßenbau zur Aufnahme des erweiterten PKW-Verkehrs, mehr und immer größere tote Parkflächen und damit Zerstörung der heutigen Stadtsubstanz.
c) Eine Erhöhung der Verkehrsgefährdung, mehr Unfälle, Verletzte. Tote.

Das bedeutet bei Straßenbahn und Bus:
a) Weniger Fahrgäste und damit dauernder Zwang zu weiteren Preiserhöhungen (Abwälzung der Kosten auf immer weniger Fahrgäste).
b) Weitere Verkehrseinschränkungen, Stillegung sog. unrentabler Fahrstrecken und damit Verkleinerung des Netzes, verbunden mit verstärkter Auflockerung der Fahrdichte. (Längere Wartezeiten an den Haltestellen). Weniger Fahrgäste . . .

Aber so werden auch noch die letzten Fahrgäste weg rationalisiert und die Arbeitsplätze der Arbeitnehmer auch im Nahverkehr gefährdet . . .
Nur wer das will, kann für weitere Fahrpreiserhöhungen sein.


Wir nicht! Und Sie???

Die öffentliche Kundgebung, zu der neben den JuSos der DGB-Kreis Gelsenkirchen einlädt, beginnt am Freitag, dem 30. März 73, um 16.00 Uhr auf dem Marktplatz, Gabelsberger Straße, in Gelsenkirchen.
Aktion Nahverkehr hat geschrieben:Verantwortliche Politiker in Bund, Land und Kommune wissen, daß durch folgende Maßnahmen zukünftige Fahrpreiserhöhungen zu vermeiden sind:


1. Die Investitionshilfen des Bundes sind zu erhöhen und ihre Verwendungszwecke zu erweitern.

2. Durch angemessene Teile des bisher für den Fernstraßenbau zweckgebundenen Mineralölsteueraufkommens ist die Finanzmasse hierfür zu verdoppeln.

3. Der Personennahverkehr ist steuerlich zu begünstigen, vor allem durch die Herabsetzung des Steuersatzes der Umsatzsteuer für Nahverkehrsleistungen auf 1,5 v. H.

4. Der Bundesgesetzgeber hat durch Ergänzung des Personenbeförderungsgesetzes den Nahverkehrsunternehmen einen Anspruch auf Bezahlung ihrer hohen gesellschaftlichen
Leistungen durch die öffentliche Hand zu gewähren.

5. Der bisherige Vorrang des PKW-Verkehrs ist im Sinne der Regierungserklärung des Bundeskanzlers Willy Brandt gegenüber dem öffentlichen Nahverkehr abzubauen.


Wir halten ROT-PUNKT-AKTIONEN für nicht richtig, weil sie mindestens zeitweise zur Abwanderung der Fahrgäste auffordern, wo es notwendig ist, daß gerade die Fahrgastzahl steigt,

weil sie sich gegen die Nahverkehrsunternehmen und deren Beschäftigten richten, für die wir uns einsetzen müssen.
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