Zeche Dahlbusch

Die industrielle Vergangenheit Gelsenkirchens zwischen Kohle und Stahl. Alles was stank. ;-)

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Quiqueg
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Zur freundlichen Erinnerung

Beitrag von Quiqueg »

Sitzung der Bezirksvertretung Süd am kommenden Dienstag, 06. November 2012, 16 Uhr, im Wissenschaftspark, Munscheidtstraße.

Vorbereitend habe ich ein "Letztes Wort" geschrieben, siehe "Bürgerantrag Ernst Käsemann Park" im Forum "Weitere Initiativen"


edit Verwaltung: Schriftgröße geändert. Wer in Foren groß schreibt, schreit - wer schreit, hat Unrecht! Wer die Wahrheit spricht, muss nicht schreien.

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Mechtenbergkraxler
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Zweckentfremdung von Freds

Beitrag von Mechtenbergkraxler »

Mit wachsendem Stirnrunzeln verfolge ich Quiquegs Kampf gegen… ja wogegen eigentlich? Dass es im Dritten Reich Helden, Passive und Täter gab, darüber haben wir sicherlich Konsens. Dass Pastor Käsemann eher zu den Helden gehörte, streitet wohl niemand ab, und dass ihm irgendwo zumindest ein Gedenkstein gebührt, dürfte auch kein Problem sein. Problematisch wird es immer, wenn Engagierte eine bestimmte Form des Gedenkens meinen durchsetzen zu müssen. Es gibt Gremien, wie z.B. die evangelische Kirchengemeinde und die Bezirksvertretung die kraft Amtes dort, wo es ihre Mitbestimmung zulässt, eine geeignete Form finden sollten. Dass eine Parkanlage deswegen nun unbedingt umgetauft werden muss, erschließt sich mir nicht.

Bei Pauschalschelte gegen Dahlbusch-Kumpels und –Führungskräfte hinsichtlich „Russen-Bashing“ hört mein Verständnis allerdings auf. Mein Vater hat vierzig Jahre auf Dahlbusch gearbeitet, wie zwei seiner Brüder, wie Nachbarn, Schwäger und andere. Auf den früher üblichen großen Geburtstagsfeiern oder Familientreffen wurde oft aus der Kriegszeit erzählt. Kein Brüsten mit Vaterlandsrettung (der Bergmann galt im Nazijargon als „Frontsoldat der Arbeit“) bestimmte die Berichte, eher die tägliche Sorge, ob nach einer Bombennacht die Familie noch lebte. Erzählt wurde von der Verachtung, mit der man die „Goldfasanen“, d.h. die Nazifunktionäre mit ihrer braunen Uniform betrachtete. Und: Es wurde auch erzählt, dass man den Russen Brot zugesteckt hat, und dass man froh war, bei der völlig ausgedünnten Belegschaft und dem unvorstellbaren Leistungsdruck vor Ort Helfer zu haben.

Vielleicht kann Quiqueg mal in einen ganz anderen Konsens einstimmen. Erstens: Gedenkstätten setzen eine Lobby und ein allgemein akzeptiertes Maß voraus. Um diese Lobby zu gewinnen, bohrt man mit Geduld und Überzeugungskraft dicke Bretter und stellt keine unmöglichen Forderungen auf. Zweitens: Die Dahlbusch-Kumpel bildeten den Durchschnitt der arbeitenden Bevölkerung ab; sie waren nicht besser und nicht schlechter als andere, lebten aber in einem Umfeld mit starken christlichen und gewerkschaftlichen Traditionen, so dass irgendeine Dahlbusch-Besonderheit im Verhalten Zwangsarbeitern gegenüber eher unwahrscheinlich ist. Und drittens: Dieser Fred soll Beiträge zur Geschichte der Zeche Dahlbusch aufzeigen, sicherlich auch zur Frage des Umgangs mit Zwangsarbeitern. Nur: Auch das hat ein gewisses Maß, ab dem Ermüdung und Abnutzung eintritt. Und es ist ein Thema, zu dem man entweder viele eigene und authentische Beispiele nennen kann, oder es ist eins, das man besser den Historikern überlässt. Es wäre gut, wenn Du im Fred „Bürgerantrag Ernst-Käsemann-Park“ diesen Faden weiter verfolgen würdest.

MK
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Lukullus
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Beitrag von Lukullus »

@ MBK
Dein Stirnrunzeln teile ich.
Ich runzle meine Stirn nicht, weil ich nicht auch, nach allem was ich über ihn weiß, Pastor Käsemann als einen derjenigen sehe, die in einer dafür sehr schweren Zeit Charakter gezeigt haben. Wir wollen nicht vergessen, heute in Deutschland sein geöltes Mundwerk den Schutzbedürftigen zur Verfügung zu stellen, erfordert ja keinen besonderen Mut....heute wäre es wohl eher ein Zeichen von Größe, statt irgendwelcher Texte das Portemonnaie weiterzugeben. Aber das wissen wir ja bereits seit den römischen Volkstribunen, deren erste, die Gracchen, sich sicherlich nie eine Sandale selbst gebunden haben. Dafür hatte man ja "seine Leute". In einem römischen Adelspalast ließen sich trefflich Reden gegen die Unterdrückung der Armen schmieden. Den Bezug auf aktuelle Empörung über die Lage von Bedürftigen bestimmter Leute mit dicken Bezügen aus Steuermitteln verkneife ich mir hier.
Daß dies bei Pastor Käsemann anders war, daß da jemand alles riskierte, indem er den Mund aufmachte, steht außer Frage.
Die Aussage "kämpfen für" indem man eine eine Rede hielt, hatte da sicher nicht den abgeschmackten Anstrich, den heute risikolose Äußerungen und ihre Bezeichnung als "Kampf" haben, sondern eine ganz andere Bedeutung.
Also, alle Hochachtung vor Käsemann und seinem Handeln.
Mein Respekt gehört auch allen, die sich hier für ein angemessenes Gedenken an diesen außergewöhnlichen Menschen einsetzen.
Aber: auch wenn er natürlich auf einen erheblichen Teil der Belegschaft von Dahlbusch bauen konnte und wohl auch mußte, in diesen "Bergwerksthread" gehört dieses Thema nicht. Hier geht es um die Zeche...um ihre Geschichte, das, was sich dort ereignete und das, was heute davon an den Standorten und in der Erinnerung erhalten ist. Der Bezug "Käsemann - Zeche Dahlbusch" ist dann doch ein sehr indirekter.
Ich schließe mich von daher der Bitte von MBK an und bitte die Verwaltung zu prüfen, ob hier nicht eine Verschiebung nützlich und hilfreich wäre. Quiqueg bitte ich um seine Zustimmung dazu und darum, seine Ausführungen zur Umbenennung des Parks dort zu plazieren.
und wenn alle einmal nur Gutes über mich reden, dann weiß ich, daß ich tot bin

Schacht 9
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Beitrag von Schacht 9 »

Kleine Erinnerung, geschehen um 1950 auf der Zeche Dahlbusch. Frühschicht, das hieß Seilfahrt von 6 Uhr bis 6 Uhr 20. Die älteren Kumpels fuhren natürlich stets mit den ersten Körben nach unten. Bei den Jüngeren oder auch Jungbergleute genannt, hatte es sich eingebürgert immer mit den letzten Korb anzufahren. Oben auf der Hängebank am Schacht 8, beaufsichtgte ein Schachtsteiger die Seilfahrt. Er war immer mit einen schneeweißen Arbeitsanzug vor Ort. Daher bekam er von den Kumpels den Spitznamen "Zuckersack".
Wenn dann der Anschläger hängen für den letzen Korb klopfte und und der Korb von der Hängebank im Schacht in die Tiefe sauste, ertönte dann vom Korb her aus allen Stimmen ein donnerndes "Zick, Zack,
Zick, Zack Zuckersack". Natürlich lachte sich das Personal am Schacht ein ins Fäustchen, über das dumme Gesicht ihres Schachtsteigers. Der zog es dann vor in den nächten Tagen, beim letzen Korb ins Büro zu verschwinden.

friedhelm
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Erinnerungen

Beitrag von friedhelm »

Ein ehemaliger Dahlbusch-Kumpel erinnert sich:

1938 war ein geburtenstarker Jahrgang. Die meisten 1952 Schulabgänger fanden keine Lehrstelle. Das Land Nordrhein- Westfalen erfand die 9. Schulklasse. Mein Bruder-
1 Jahr, meine Schwester - 2 Jahre jünger- und ich waren bis dahin 7 Jahre im Waisenhaus in Wattenscheid unter gebracht.
Jetzt 1952 musste unbedingt für mich eine Lehrstelle gefunden werden. Ich zeichnete und malte gerne, daher fand sich in Krefeld ein Malermeister, der es mit mir versuchen wollte. Doch dann kam alles anders: Meine Mutter - die im Krankenhaus Ückendorf arbeitete und dort eine Unterkunft hatte - tauchte plötzlich mit einem Mann auf. Er kam vor Kurzem aus der Gefangenschaft, wohnte vorübergehend bei seinen Eltern. Beide hatten kurzfristig geheiratet.

Er hat sich zur Zeche Dahlbusch gemeldet um an eine Wohnung zu kommen. Dahlbusch versprach einen schnellen Weg, wenn ich mich zur Zeche anmelde. Was soll’s, werde ich eben Steiger, sagte ich mir. Ich bestand die gesundheitliche Aufnahmeprüfung .Wir waren mehrere junge Männer, die nackt vor der Ärztin standen, sie horchte, klopfte und fühlte unsere Körper ab. Eine Assistentin stand neben ihr und notierte, was sie erzählte. Plötzlich lächelten wir alle, als wir bemerkten, dass die Ärztin bei einem Jungen das Glied berührte und der Penis gleich errigierte. Sie nahm Zeige- und Mittelfinger und klopfte auf den Hoden. Der Junge schrie auf, zuckte zurück und die Sache war erledigt.

Mit der Wohnung wurde erst mal nichts. Ich musste mich in das Bergmannsheim (Bullenkloster) einquartieren lassen. Es wurde dann der Lehrvertrag gemacht und ein Bergmannsbuch angelegt. Ich bekam die Markennummer 4503 mit der ich mich überall ausweisen konnte. Mein erster Monatslohn war 162,32 DM. Dieses Geld ging gleich ans Heim, denn ich hatte Kost und Unterkunft.
Es war ein altes Gebäude. Zum Haupteingang führte eine Treppe, links neben dem Eingang befand sich das Büro des Heimleiters und seiner Frau. Dahinter befand sich die Küche. Eine Köchin versorgte uns. Einmal am Tag
gab es eine warme Mahlzeit, um 12 Uhr für die Mittagschichtler und um 18 Uhr für alle Anderen. Links und rechts befanden sich Zimmer mit je Doppelstockbetten, Stühle und Spinde. Toiletten und Waschräume waren auf der Stirnseite der Halle. Hier waren nicht nur Jungbergleute, sondern auch schon ältere Männer, die sich fürs Bergwerk meldeten. Ich war auf Zimmer 4 mit 2 Jungen aus Bayern - oft war es schwer, sie zu verstehen, wenn sie redeten. An den Fussenden der Betten befanden sich kleine runde Plaketten deren Bedeutung waren: Grün-Frühschicht, rot für Mittagschicht, schwarz für Nachtschicht und weiss für Krank, Frei oder Sonstiges.
Betten mussten wir selbst machen. Bettwäsche einmal die Woche. Um 22 Uhr durfte Niemand mehr das Haus verlassen. Mädchen und Frauen waren verboten. Trotzdem gelang es einmal einem Älteren eine Prostituierte rein zu schmuggeln. Jeder, der wollte, musste sich bei ihm melden. Er flog auf und wurde entlassen.

Der Heimleiter ging zur gegebenen Zeit durch und weckte die Betroffenen. Es war eine angenehme Zeit für mich, lernte ich andere Jungen kennen. Es wurden Streiche und Unfug gemacht, es wurde gelacht und gestritten. Oft musste der Heimleiter eingreifen und das Taschengeld kürzen, welches wir immer am Freitag bekamen, es waren immer- je nach Alter- 3 bis 5 Mark. Nun, es langte wenn man anspruchslos war. Zigaretten gab es einzeln zu kaufen. Die 3er Packung Eckstein kostete 30 Pfennig. Vor Schichtbeginn bekam jeder Heimbewohner eine Aluminium- Brotschachtel mit Broten und eine Alupulle mit Tee.
Dieses Gebäude ist heute das Volkshaus Rotthausen. (wird fortgesetzt)
Aufgezeichnet von Erwin Paproth

friedhelm
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Erinnerungen an Dahlbusch

Beitrag von friedhelm »

In der Lehrwerkstatt

"Zur Lehrwerkstatt führte der Weg durch das Zechentor zum Schacht 8. Man holte sich die Markennummer, ging durch die Eingangshalle wo ringsherum hinter Glasfenster die Schalter der Reviersteiger waren. In der Kaue zog man sich um, um dann pünktlich vor dem Büro unseres Lehrsteigers zu sein. Wir stellten uns nebeneinander, etwa 15 junge Männer.
1
Unser Lehrsteiger war ein dünner, kleiner, drahtiger Mann mit einem steifen Mittelfinger der rechten Hand. Er hatte Schwierigkeiten, den Bleistift zu halten. Steiger Rabeneick - so war sein Name - war immer freundlich, gerecht und half immer.
Er teilte uns ein. Im Laufe der Zeit lernte ich alle zum Bergmann gehörende Tätigkeiten kennen: Schreiner, Schlosser, Schmiede - hier waren drei Feuerstellen, die zum Schmieden vorbereitet sein mussten, wenn die Meister kamen. Wir Jungens hatten nie Streichhölzer, doch die anderen Helfer grinsten und halfen uns, die
Sanitäterstube - die Sanitäter hatten immer alle Hände zu tun. Hängebank, Lampenstube und Lesebank - hier wurde geklaubt, das heisst, Steine wurden aus der Kohle sortiert. Man warf die Steine hinter sich in Trichter. Eine Etage tiefer wurden sie in Waggons aufgefangen und zum Steinhalde transportiert. Zerkleinert kamen sie wieder als Blasversatz in die Grube.

In Essen, am Baldeneysee hatte die Zeche Dahlbusch für Jungbergleute ein Erholungsheim. Einmal im Jahr durften wir für eine Woche dort verbringen. Morgens war Schulung, danach wurde neben Sport und Spiel nur Unsinn getrieben. Ich fand an einem Morgen Schuhcreme an meiner Zahnbürste. Trotzdem waren es tolle Erlebnisse. Es tat uns Jungbergleuten gut, auch wenn der Heimleiter manchmal dem Herzinfarkt sehr nahe war.

Mittwochs war Berufsschule. Ich musste zum Schacht 6 in die Steeler Straße. Hier lernte ich andere Jungbergleute kennen. Unser Lehrer war ein guter Ansprechpartner wenn man mal Probleme hatte. Ich weiss noch wie er versucht hatte uns über die Sexualität aufzuklären. Er erklärte uns: Ohne Essen, Trinken, Schlaf und Sexualität kann kein Mensch leben. Dann fragte er uns, ob wir damit einverstanden seien, dass wir als Hausaufgabe über unsere Erfahrungen und Wissen mit oder ohne Namen auf dem Blatt schreiben. Er machte sich Notizen, vernichtete alle Blätter und erzählte dann. Ich erstaunt, als er mir die Note 1 gab. Na ja .. ich bin im Heim aufgewachsen.

Hurra, wir bekamen eine Wohnung. Mutter, Stiefvater meine zwei Geschwister und ich zogen in die Schwarzmühlenstrasse in eine Bergmannssiedlung. es war eine kleine unbepflasterte Nebenstrasse. Einige zweistöckige Häuser standen hier direkt vor einer riesigen Steinhalde. Zwischen der Eisenbahnbrücke und den Schwarzbach. Von der Hauptstrasse trennten den Nebenweg einige Gärten. Unsere Straße eignete sich hervorragend für allerlei Vergnügen. Radfahren und Fussball war für uns Jugendliche angesagt".

aufgezeichnet von Erwin Paproth

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bostonman
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Beitrag von bostonman »

friedhelm hat geschrieben:
Vor Schichtbeginn bekam jeder Heimbewohner eine Aluminium- Brotschachtel mit Broten und eine Alupulle mit Tee.
Die Alupulle am Lenker,die Brotdose auffem Gepäckträger und ein Fahrrad von 1952
Bild
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Man lebt ruhiger, wenn man nicht alles sagt was man weiß, nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach nur lächelt.

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Heinz H.
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Nicht von 52

Beitrag von Heinz H. »

bostonman hat geschrieben: Die Alupulle am Lenker,die Brotdose auffem Gepäckträger und ein Fahrrad von 1952
Bild
Ich habe den gleichen Sattel an meinem Fahrrad, der ist aber nicht von 1952...! :wink:
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Mechtenbergkraxler
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Beitrag von Mechtenbergkraxler »

.. doch was die Dahlbusch-Kumpels im Besonderen angeht, so fuhren in meiner Erinnerung die wenigsten mit dem Fahrrad zur Arbeit. Zu den Schichtzeiten ging ein unübersehbarer, sich zur Zeche hin verdichtender Pulk von Bergleuten durch die Straßen Rotthausens. Die meisten trugen eine Ledertasche unterm Arm, in der sich in der Tat Dose, Flasche und an manchen Tagen auch Kleidung, ein Handtuch oder auf dem Rückweg ein Mutterklötzchen befand.

MK
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Oskar
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Beitrag von Oskar »

Mechtenbergkraxler hat geschrieben:... ein Mutterklötzchen befand.

MK
Mit nur einem Mutterklötzchen wird der Kumpel beim Ofenanfeuern aber nicht weit gekommen sein. Meistens war ein Bündel Mutterklötzchen in der Tasche. Ich habe als Kind erlebt, dass die Mutterklötzchen manchmal auch mit der Kohlenlieferung ankamen. Gruß von Oskar

Karlheinz Rabas
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Beitrag von Karlheinz Rabas »

Hallo Oskar,

da geht einiges durcheinander.
Die Kumpels haben in aller Regel jeder nur ein Mutterklötzchen mitgenommen.
Mit der Kohlenlieferung wurden keine Mutterklötzchen geliefert!
Ein Mutterklötzchen ist ein ca. 15 cm langes Stück Holz von einem astfreien Stempel, das der Kumpel mit einer besonderen Technik gehackt hat und das mit einem Stück Schießdraht zusammen gebunden wurde, so dass die runde Form des Stempels erhalten blieb.
Wer Lust hat, kann sich in der Bergbausammlung Rotthausen selbst ein Mutterklötzchen herstellen.
Karlheinz Rabas
Jeden Dienstag von 17.00 bis 19.00 Uhr sind
Besucher bei uns im Stadtteilarchiv Rotthausen, Mozartstraße 9, herzlich willkommen 10.000 Fotos zu Rotthausen und mehr

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Heinz H.
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Küppersbusch-Länge

Beitrag von Heinz H. »

Karlheinz Rabas hat geschrieben: Ein Mutterklötzchen ist ein ca. 15 cm langes Stück Holz...
Sachma, war dat nich "Küppersbusch-Länge"? :lol: :wink:
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Beitrag von Schacht 9 »

Bild
Hier sieht man die Art, wie sich der Bergmann früher untertage sein Mutterklötzchen auf
"Küppersbusch-Länge" fertiggemacht hat. Nach Einführung der Knieschoner brauchte der Kumpel nicht mehr nach Bindedraht zu suchen, er nahm dann den dazu gehörigen Gummizug.

friedhelm
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Mutterklötzken

Beitrag von friedhelm »

Man achte auf die Unfallverhütungsschuhe. Klasse...

Schacht 9
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Beitrag von Schacht 9 »

Der Mutterklotz wurde in ehrenamtlicher Tätigkeit hergestellt. Daher war das Tragen von Unfallverhütungsschuhen keine Vorschrift.

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