Die Urbanuskirche mit und ohne Turmhelm

... ein Überblick

Moderatoren: Redaktion-GG, Verwaltung

Benutzeravatar
Mahns
Beiträge: 392
Registriert: 02.04.2008, 22:16
Wohnort: Buergebiet
Kontaktdaten:

Alte Orgel im Urbanus-Dom

Beitrag von Mahns »

Gerade erst in einem Heftchen entdeckt: Die alte Breil-Orgel in der Urbanus-Kirche, erbaut 1914:

Bild

Wenn ich das richtig verstanden habe, dann ist diese Orgel im Krieg zerstört worden. Jedenfalls hat zwischen 1951 und 1972 eine "Interimsorgel" in Urbanus den Ton angegeben, ehe 1972 eine neue Breil-Orgel ihren Dienst aufnahm und bis heute verrichtet.

Quelle: 100 Jahre Chor an St. Urbanus, ca. 1972

Benutzeravatar
Mahns
Beiträge: 392
Registriert: 02.04.2008, 22:16
Wohnort: Buergebiet
Kontaktdaten:

Kirchturmspitze

Beitrag von Mahns »

Hier wurde mehrmals spekuliert darüber, warum die Kirchturmspitze von St. Urbanus nicht wieder aufgebaut worden ist. In meiner Erinnerung war noch sehr präsent, dass Ende der 60er/Anfang der 70er-Jahre diverse Holzmodelle ausgestellt worden waren und der Aufbau der Kirchturmspitze per Abstimmung in der Gemeinde beschlossen werden sollte.

Jetzt habe ich die Memoiren des seinerzeitigen Propstes Theo Lange gefunden, und siehe da: Es findet sich eine Passage zu eben diesem Thema, die ich hier zitieren möchte:

---- schnipp ----
Um die eigene Kirchturm-Spitze entspannen sich immer wieder heiße Debatten. Viele altgewordenen, aber auch manche junge Leute vermißten den 96m hohen Turm der Urbanuskirche als Wahrzeichen der Stadt. Als Architektvon Hausen und Schreinermeister Heinrich Vöge Modelle vorlegten und zur Diskussion stellten, stießen die verschiedensten Ansichten und Meinungen scharf aufeinander.

In einer Pfarrversammlung anläßlich des ersten Pfarrfestes 1969 kam dies nochmal zur Sprache in einer lebhaften Podiumsdiskussion. Es ging dabei hitzig und witzig zu. Einer meinte, die neue Turmspitze solle genau 100m hoch sein. Das könne man besser behalten. Ein anderer machte den Vorschlag, in den Turm einen Aufzug einzubauen und oben im Turm ein Cafe einzurichten mit Blick über Buer. Als die Debatte um die Turmspitze "auf die Spitze getrieben war" - wie sich der Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Günter Stahr ausdrückte - ging die Versammlung ohne Ergebnis auseinander.

Am 13. Mai 1969 beschloß der Kirchenvorstand gegen zwei Stimmen den Wiederaufbau der Urbanuskirchturmspitze in alter Form. Fast zu gleicher Zeit wurde beschlossen, eine neue Orgel zu bestellen, da nach dem Urteil der Sachverständigen das im Krieg arg zerstörte Instrument nicht mehr repariert werden konnte. Dieses Projekt ging vor. Dafür mußten 300 bis 350000,- DM bereitgestellt werden. Das waren enorme Summen und für den Kopf eines Seelsorgers bedenkliche Zahlen. Aber für Geld- und Finanzfragen hatte ich tüchtige Fachkräfte.

Inzwischen wurde an der Ausbesserung des Turmes und der Außenmauern jahrelang gearbeitet. Diese Arbeiten verschlangen 700000,- DM, die aus Kirchensteuergeldern bezahlt wurden. Wer über solche Summen erschrickt oder meint, das Geld oder ein Teil dieses Geldes wäre bei der Caritas besser angelegt, möge bedenken, daß die Unterhaltung und Instandhaltung eines "Domes" kostspielig ist und bleibt.

Für die Werktagsmessen und Gottesdienste an den Sonn- und Feiertagen wirkte sich die Verbesserung des Domes an Gestalt und Schönheit erfolgreich aus. Nicht das Servitenkloster, sondern die an der Hochstraße günstig gelegene Propsteikirche St. Urbanus wurde mehr und mehr zu einem Anziehungspunkt für die Christen von Buer, zumal auch ein gern angenommener Service den Wünschen mancher Besucher entgegenkam. Es wurde nämlich täglich Beichtgelegenheit gegeben, ferner die Möglichkeit, an Nachmittagen und Abenden die hl. Eucharistie mitzufeiern.

Auch Trauungen, silberne und goldene Hochzeiten wurden nach Wunsch nachmittags gehalten. Als ich 1953 anfing, bestand ein Dekanatsbeschluß, an Samstagen keine kirchlichen Trauungen anzunehmen. Das gab viel Ärger. Manche beschwerten sich beim Bischof. Als ich viele Jahre später mal zu einem Brautpaar sagte: "Sie können hier zu jeder Zeit getraut werden, bei Tag und bei Nacht", da sagte mir der junge Mann: "Sie haben hier in Urbanus viel gelernt."

Hoffnungsvolle Zeichen, wie man lernt, urban und human zu sein und zu handeln. Eine Stadtkirche in der Mitte hat eben die wichtige Aufgabe, geistlicher Mittelpunkt zu sein, sich um eine vorbildliche Gemeinde zu bemühen, über die eigene Pfarrei hinaus zur Vermenschlichung der Gesellschaft beizutragen. Das nenne ich Urbanität.
---- schnapp ----

Quelle: Theodor Lange - Erinnerungen, Beckum 1977, S.89

Damit sollten jegliche Spekulationen verstummen, die turmlose Kirche repräsentiere ein Mahnmal gegen den Krieg oder erinnere an diesen. Es war schlicht kein Geld vorhanden, und das dürfte leider auch heute nicht anders sein. Schade.

Benutzeravatar
Scholvener Jung
Beiträge: 1487
Registriert: 11.12.2007, 15:55
Wohnort: Oberscholven

Re: Alte Orgel im Urbanus-Dom

Beitrag von Scholvener Jung »

Mahns hat geschrieben:Gerade erst in einem Heftchen entdeckt: Die alte Breil-Orgel in der Urbanus-Kirche, erbaut 1914:

Bild

Wenn ich das richtig verstanden habe, dann ist diese Orgel im Krieg zerstört worden. Jedenfalls hat zwischen 1951 und 1972 eine "Interimsorgel" in Urbanus den Ton angegeben, ehe 1972 eine neue Breil-Orgel ihren Dienst aufnahm und bis heute verrichtet.

Quelle: 100 Jahre Chor an St. Urbanus, ca. 1972
Richtig verstanden! Diese Orgel ist den Bomben zum Opfer gefallen. Sehr, sehr Schade!
Hömma!

Benutzeravatar
Scholvener Jung
Beiträge: 1487
Registriert: 11.12.2007, 15:55
Wohnort: Oberscholven

Beitrag von Scholvener Jung »

Mich würde dann mal interessieren, was es kosten würde die Turmspitze in seinem Original-Zustand wieder aufzurichten.
Wäre das ein Bild: Vom Goldbergplatz zum Dom zu schauen, und ihn in voller Pracht zu bestaunen
Hömma!

Benutzeravatar
Mahns
Beiträge: 392
Registriert: 02.04.2008, 22:16
Wohnort: Buergebiet
Kontaktdaten:

Beitrag von Mahns »

Und hier ein Bild von der Urbanus-Kirche, das offenbar vom Marienhospital aus aufgenommen worden ist. Das besondere an diesem Bild ist, dass man hier das Pfarrhaus und seinen Park (heute Michaelshaus) sehen kann, so wie er bis etwa 1978 bestand. Mir sind keine anderen Aufnahmen vom Pfarrhaus bekannt, leider. Es war groß, stolz und prächtig, so wie die gegenüber liegenden Villen an der (verlängerten) Hochstraße. Die Urbanus-Kirche hat auf diesem Bild übrigens noch keine Uhren!

Bild

AnnA
Abgemeldet

Beitrag von AnnA »

war auch hier irgendwo im Forum
Bild
Gruß AnnA

Benutzeravatar
Mahns
Beiträge: 392
Registriert: 02.04.2008, 22:16
Wohnort: Buergebiet
Kontaktdaten:

Beitrag von Mahns »

mmh, tatsächlich, habe ich noch nie zuvor gesehen, danke!
Von dem Gewässer habe ich auch noch nie etwas gehört ...

Benutzeravatar
Scholvener Jung
Beiträge: 1487
Registriert: 11.12.2007, 15:55
Wohnort: Oberscholven

Beitrag von Scholvener Jung »

Die Feiheit Buer war damals mit einem Wassergraben umgeben. Auf dem Bild sieht man was von ihm zum Schluß noch übrig geblieben ist.
Hömma!

MichaL
Abgemeldet

Re: Propst Anton Feldmann

Beitrag von MichaL »

Mahns hat geschrieben:Weiß eigentlich jemand, was aus der Sekretärin von Propst Anton Feldmann, Frau Ursula Spee, geworden ist?
Du meinst Fräulein Spee. Die müßte doch schon lange in Rente sein.
Früher war sie jedenfalls mit auf Ameland und in Bollendorf...

Benutzeravatar
Mahns
Beiträge: 392
Registriert: 02.04.2008, 22:16
Wohnort: Buergebiet
Kontaktdaten:

Beitrag von Mahns »

uuups, na klar, Fräulein Spee.
Und was macht sie? Lebt sie noch? Wo?

Benutzeravatar
Buerelter
Beiträge: 1223
Registriert: 25.06.2007, 18:58
Wohnort: Zweckel bei Scholven

Beitrag von Buerelter »

AnnA hat geschrieben:war auch hier irgendwo im Forum
Bild
Gruß AnnA
Ganz interessantes Bild, weiß man aus welchem Jahr?

Das Gebäude im Vordergrund des Pfarrhauses müßte demnach eines der ersten Schulgebäude in Buer sein.

Benutzeravatar
Heinz H.
Beiträge: 7817
Registriert: 17.10.2007, 16:54
Wohnort: GE-Buer

Re: Propst Anton Feldmann

Beitrag von Heinz H. »

Mahns hat geschrieben:Weiß eigentlich jemand, was aus der Sekretärin von Propst Anton Feldmann, Frau Ursula Spee, geworden ist? Sie wurde seinerzeit "die graue Eminenz" genannt und durfte - damals für viele, z. B. für meine Großeltern, schwer zu ertragen - die Kommunion austeilen.
Ich kenne Ursula Spee noch aus meiner aktiven Zeit in der Pfarrei Christus König in den 60er Jahren. Es würde mich auch interessieren was aus ihr geworden ist.
Außerdem würde es mich sehr interessieren ob es eine Chronik der Gemeinde Christus König und vom ehemaligen Pastor Anton Feldmann gibt, die man bei den GGs einstellen könnte. Auf der Internetseite der Probsteigemeinde St. Urbanus gab es mal einen Link, mit einer Kurzinformation, der ist aber leider mittlerweile nicht mehr vorhanden.
Ich weiß aus meiner Zeit in der Gemeinde Christus König, dass Pastor Feldmann ein auch leidenschaftlicher Hobbyfotograf war und hunderte von Fotos bzw. Dias gemacht hat.
:wink:
Zuletzt geändert von Heinz H. am 07.04.2008, 08:24, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
Mahns
Beiträge: 392
Registriert: 02.04.2008, 22:16
Wohnort: Buergebiet
Kontaktdaten:

Beitrag von Mahns »

Feldmann und Spee wohnten in ihrer aktiven Christus König-Zeit auf der Sydowstraße 10.

Benutzeravatar
Heinz O.
Mitglied der Verwaltung
Beiträge: 15620
Registriert: 10.04.2007, 19:57
Wohnort: Erle bei Buer in Gelsenkirchen
Kontaktdaten:

Beitrag von Heinz O. »

Bild
diese Innenansichten müßten auch aus St.Urbanus sein (bin mir aber nicht sicher)Bild
Bild
Bild
Bild
wenn falsch bitte verbessern.
Micha

Irgendwie machen GEschichten süchtig .......

MichaL
Abgemeldet

Beitrag von MichaL »

Heinz O. hat geschrieben:diese Innenansichten müßten auch aus St.Urbanus sein (bin mir aber nicht sicher)Bild
Also das halte ich für eine Ansicht von Maria Himmelfahrt Buer. Das runde Fenster
und die Bögen an den Seiten...

Antworten