Streik am Schalker Gymnasium

Schulzeit und Schulen in verschiedenen Epochen

Moderatoren: Redaktion-GG, Verwaltung

cato
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Beitrag von cato »

Ich les hier regelmäßig und hab die Betreiber bisher immer für die Offenheit und Toleranz geschätzt, auch gegenüber Beiträgen die schwärzestes bayrisches Stamtischniveau haben. In der Auseinandersetzung mit Hannes Mottek zeigen die Mods aber eine häßliche Seite die mich überrascht und erschreckt hat. Ich war nicht am Schalker und 68 hatte ich noch kurze Hosen an. Ich kenne keinen der beteiligten Lehrer und keinen der streikenden Schüler. Die Darstellung von Hannes Mottek fand ich amüsant, inhaltlich kann ich nicht beurteilen was damals wirklich war. Ich weiss auch nicht wer wann warum Direktor welcher Schule wurde. Wenn es den Moderatoren darum geht, Abmahnungen oder ähnliches zu vermeiden weil unbewiesene Tatsachenbehauptungen über Personen aufgestellt werden, ist das völlig in Ordnung. Nicht in Ordnung finde ich aber so mit einem User umzugehen:
Auf Dauer verpuffen deine Polarisierungen
Das ist belehrend. Sagt dass Polarisierungen nicht erwünscht sind, sagt er hat sich in der Wortwahl / Ton vergriffen, sagt ihm ihr magt sein Weltbild nicht, alles ok, aber belehrt keinen User dass es in seinem Sinne, zu seinem Besten sei, nicht so zu schreiben wie er es tut.
Da du nichts mehr schreiben willst, werde ich deinen account löschen
Dazu fällt mir nur ein:
Wer so Machtspielchen braucht

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rm
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Beitrag von rm »

Welche Ansicht zum Streik bietet uns Hannes M? Eine Dolchstoßlegende: Der völlig harmlose und nur pädagogisch motivierte Herr Dr. Neef ist nur an der Niedertracht verlauster Revoluzzer und linker Verräter in den Reihen der Verwaltung gescheitert. Schwierig an seiner Argumentation: wie können solche Hurkatoren ohne jede Basis und Legitimation ein solches Spektakel lostreten? Nur durch Infamie und durch die Dummheit der Massen, die ihnen folgen? Da droht dann natürlich eine gewisse Paranoia, die sich in irgendwie überlegen klingender Häme und Verachtung verbarrikadiert. Und nur mit hahnebüchener Verleugnung - das parasitäre und sozial ausgrenzende Bildungsideal als nette Marotte (die man ja eigentlich wohl doch gut verstehen kann) - kann man dann noch die Fiktionen dieses Bildungsbürgertums mit seiner Lesart von Humanismus aufrechterhalten
Aud den ersten Blick nett zu lesen, weil so nassforsch wie ein zynisch hochqualifizierter Konservativer nur reden kann, aber dann doch recht arm in seiner Wahrnehmung. Völlig ohne Blick für das, was damals an Mut bei den Schülern entstand, sich ihre Welt ohne (selbstherrlich sogenannte humanistische und andere bürgerliche) Scheuklappen anzusehen, und die Schwächen bloßzulegen, Partei zu ergreifen auch gegen die Kräfte, die sich mit aller Macht einer Öffnung von Eliten und Nivellierung erblicher (Bildungs-)Privilegien verweigern wollten.
Nach dem Lesen zunehmend schaler Nachgeschmack.
Verstehe Verwaltung gut, da am Ende doch nicht mehr als eine affektiv geladene Tirade mit Einladung zum Ärgern und recht bösartiger verleumdung gegenüber den beteiligten Zeitgenossen.

Heinz
Abgemeldet

Beitrag von Heinz »

cato hat geschrieben:I.... Nicht in Ordnung finde ich aber so mit einem User umzugehen:
Auf Dauer verpuffen deine Polarisierungen
Das ist belehrend. Sagt dass Polarisierungen nicht erwünscht sind, sagt er hat sich in der Wortwahl / Ton vergriffen, sagt ihm ihr magt sein Weltbild nicht, alles ok, aber belehrt keinen User dass es in seinem Sinne, zu seinem Besten sei, nicht so zu schreiben wie er es tut.
Ich glaube, dass deine Vorschläge dann ebenfalls Belehrungen sind....
Da ich den von dir beanstandeten Satz geschrieben habe, antworte ich jetzt nur mal für mich, nicht für die Verwaltung.
Keinesfalls wollte ich "das Beste" für Hannes Mottek oder ihm vorschreiben, was in seinem Sinne zu sein hätte. :!:
Ich wollte das bestmögliche für mich, für die Verwaltung, für die GGs.
In dieser Reihenfolge.
Wie du schon richtig schriebst, sollen hier alle Gelsenkirchener (die Ausnahmen sind bekannt) ihre Mosaiksteinchen zum Gesamtbild einfügen können. Das geht allerdings nur, wenn ein Mindestmaß an gegenseitigem Respekt eingehalten wird.
Bisher klappte das ganz gut, hier und da milder Spott über die verschrobene Weltsicht der anderen, aber keine bewusst herbeigeführten Sollbruchstellen.

Der Satz lautete: Auf Dauer verpuffen deine Polarisierungen und hinterlassen hier eher einen Scherbenhaufen, statt eine andere Sicht auf den "Schulstreik" zu ermöglichen.
Möglicherweise ist dies eine abzulehnende Belehrung. Ich habe es als Bitte gemeint, als Hinweis, als Tipp... da ist alles drin, je nach Befindlichkeit des Lesers und seinen Vorkenntnissen.
Mit Scherbenhaufen meine ich natürlich die Folgen für die GGs, wenn es durch solche unnötige, auf Personen bezogene Zuspitzungen zum ideologischen Grabenkrieg kommt.
Ganz eindeutig und klipp und klar: die Gelsenkirchener Geschichten sind nicht dazu da, um die alten Schlachten erneut zu schlagen. Dafür gibt es genug politische Foren.

Etwas zur Wahl des Nicknamens. Ich hatte darüber mit Frank Baranowski einen e-Mail Austausch als er sich hier anmeldete. Nick-Namen von Lokalpolitikern sind hier unerwünscht - er hat mir erst einmal beweisen müssen, dass er tatsächlich der OB ist.
Gleiches trifft natürlich auch zu auf bewusste Provokation wie Hannes Mottek als Kontrapunkt zu Kalle Mottek, was ja durch die Texte selbsterklärend ein Tänzchen gegen die Person und die Funktion von Kalle Mottek als Gewerkschafter eröffnen soll.
Kalle Mottek kann das ab. Er muss da nicht geschützt werden. Was ist aber, wenn demnächst andere Nutzer betroffen sind?
Auch hier möchte ich einen Scherbenhaufen verhindern.
Bisher allerdings war die Umgangsform der Nutzer hier trotz sehr unterschiedlicher politischer Ausrichtungen frei von diesen Zuspitzungen.


Klipp und klar und ganz eindeutig:

ein Ultimatum, ein Junktim, jegliche Form von Erpressung, Druck, Nötigung, Beschimpfung, Verächtlichmachung in Richtung Verwaltung sind unerwünscht.


Ich schlage vor, dass du dich mit anderen interessierten Nutzern der Gelsenkirchener Geschichten zusammen setzt und eine Ethik Richtlinie entwickelst und Rechte und Pflichten niederschreibst, damit "Willkürentscheidungen" der Verwaltung verhindert werden.
Bitte denke auch über ein Modell nach, wie die Verantwortung besser verteilt werden kann, wer juristisch und finanziell in Haftung geht.


So...
Hannes Mottek ist nach wie vor hier Nutzer, sein account ist nicht gelöscht.
Die von ihm geforderte "Rücknahme eines Maulkorbes" wird es von mir nicht geben.

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rm
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Beitrag von rm »

Fotos von salife:
Die junge Frau mit der entschlossenen Stimmabgabe ist bestimmt Cornelia B. Etwas im Hintergrund entdecke ich ein Gesicht, das meines sein könnte. Kann nicht mal jemand einzelne Personen identifizieren?

salife
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Beitrag von salife »

rm hat geschrieben:Fotos von salife:
Die junge Frau mit der entschlossenen Stimmabgabe ist bestimmt Cornelia B. Etwas im Hintergrund entdecke ich ein Gesicht, das meines sein könnte. Kann nicht mal jemand einzelne Personen identifizieren?
Ich kannte nur auf dem ersten Bild den jungen Mann mit Bart und Brille, rechts vorn sitzend mit dem Rücken zur Kamera, aber nur vom Sehen und ich habe leider gar keine Namen dazu - ich weiß noch, dass er in Ge-Horst in der Poststraße gewohnt hat.

sparfux
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Beitrag von sparfux »

Heinz hat geschrieben:
Hallo Heinz,
hab beschlossen mich doch nicht einzuloggen.
Kleinkarierte Vergangenheitsbewältigung ist nicht mein Ding.
Natürlich werde ich Dir meine Dokumente zur Verfügung stellen.
Keine Frage ..wird natürlich etwas dauern.
LG ... ein nicht Sponti
Der Herr, von dem dieses Zitat ist, hat noch Flugblätter von dem Streik.
Er weiss auch genaueres darüber, ich meine er erwähnte, dass es der erste Schülerstreik in Gelsenkirchen überhaupt war.
Es ging wohl nicht um die Notstandsgesetze sondern tatsächlich um die Absetzung des damaligen Schulleiters.

Leider weiss ich aus leidvoller Erfahrung, dass er ein Nachfragen nach dem Material als Drängen empfindet und auf jede Nachfrage mit einer Verzögerung .. von .. na, vielleicht einem Jahr :roll: reagiert. :evil:

Aber vielleicht findet sich in der Zwischenzeit jemand anderes, der etwas zu dem Streik sagen kann. 8)
Der Streik
Die waz berichtete vor einigen Jahren über diesen Streik, da es wohl ein "rundes" Jubiläumsjahr war.
Ich kann mich nur noch über den Artikel erinnern, daß ein Beteiligter als Redakteur bei der BUerschen Zeitung arbeitete.
Der besagte Direktor war dann wohl über ein Jahr lang nicht im Dienst. Hr Geßner war dann der Schulleiter.
Anfang der 70er ging es dann munter weiter bis zur Pensionierung des Leiter i J 1975.

sparfux
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Beitrag von sparfux »

Fuchs hat geschrieben:Diesen Satz: "Arbeiterkinder gehören nicht auf ein Gymnasium" mußte sich noch Anfangs der 80er-Jahre ( damals Schulleiter Prasun, mit oder ohne "h"...jedenfalls mit Grützbeuteln von dem er damals immer sprach... Er hat diesen Satz aber nicht gesagt, es war ein anderer "wohlbekannter" Lehrer dieser "Anstalt" ) eine Mitschülerin ( Tochter eines Fleischermeisters) von mir anhören.

Das war schon schlimm genug...
Schlimmer war jedoch das Schweigen der gesamten Klasse in dieser Situation.

Diesen Satz habe ich mehrfach gehört von einem Pädagogen des SG , wenn er Schüler nicht leiden konnte und die ihn nicht hofierten.
#Das waren natürlich nicht gerade wenige.
"Arbeiter sollen Arbeiter bleiben"---gemeint war wirklich das Kind eines erfolgreichen, geachteten Handwerksmeisters, der durch sein "Arbeiterdasein" anderen Menschen Arbeitsstellen schuf.
Vielleicht war es auch ein wenig Sozialneid, wenn der "Arbeiter" ein viel grösseres Auto fuhr als der fast alles wissende Pädagoge.
Auch ich sollte einen bürgerlichen Beruf erlernen.
Anfang der 90er traf ich dann den besagten Pensionisten mit Frau und Pudelhund.
Es ließ sich nicht vermeiden , da mein kleiner Sohn auf dem Fahrradsitz hinten eingeschlafen war und ich absteigen mußte.
Ich habe mich dann auch bei ihm für den Hinweis bedankt, einen bürgerlichen Beruf zu ergreifen, ohne denselbigen zu benennen.
Auf Nachfrage zeigte ich ihm dann nur meinen Dienstausweis : ja,ja....das ist Genugtuung.
sparfux

sparfux
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Beitrag von sparfux »

Hannes Mottek hat geschrieben:Tach auch. :lol:
Is schon doll, was man hier alles so liest.
Schauen wir doch mal, ob man nicht ein bisschen Wahrheit in diese Story bekommen kann. :lol:

Zunächst einmal ist es bedauerlich, dass keine Namen genannt werden. Denn eigentlich hat sich alles an der Zottelmähne von Mondfeld Junior entzündet, der nach meiner Erinnerung eigentlich Mondkowski hieß, aber wohl mit dem Namen nicht so richtig umgehen konnte und dann irgendwann in der Mittelstufe auf einmal das -kowski wegliess um nach den Ferien mit einem -feld wieder aufzutauchen.

Naja, seine Zottelmähne war jedenfalls der Anfang vom Übel und ich weiss noch, wie die ganze Klasse vor Lachen quer auf dem Boden lag, als der Olle Neef Mondfeld in der Geschichtsstunde ganz locker fragte, ob er in seiner Matte auch Insekten hätte oder warum er sich denn sonst so am Kopf kratze würde.
Und Mondfeld murmelte damals irgendetwas von Nachspiel und Unverschämfheit und verließ den Raum nicht ohne Neff noch mal den Effenberg zu zeigen, was diesen völlig in Rage brachte.

Naja und dann ging's los. Mondfeld lief zu seinem Kumpel (irgendso ein linker Möchtegernrevoluzzer dessen Namen ich zwar parat habe, der aber ansonsten in diesem Leben keine wirkliche Rolle spielte) und der mobilisierte dann diese ganze MSB und Spartakus Bande die sich damals in allen Schulen (abgesehen vom Schalker Gymnasium :lol: ) festgesetzt hatte.

Und weil man sowieso keinen Bock auf Schule (ich erst recht nicht) hatte, hat man (ich auch) dann gesagt: "Wir kommen morgen erst einmal um 9.00 Uhr und lassen den ollen Neef seine erste Stunde mal allein halten. 8)
Naja und weil damals viele keinen Bock hatten, haben dann eben auch viele gesagt, wir kommen dann einfach mal einen Tag später, so erst gegen 11, weil wir im "Lädchen" unbedingt noch eine Runde kiffen wollen.

Und schwubs war der "Streik" geboren. :lol:
Und nochmals schwubs brachen in der Uni Bochum die MSB-Freax mit den Zuffenhauser Sportwägen ihrer Pappas in Richtung Randale am Schalker auf um die Demokratie in die Schule zu tragen. Da waren auf einmal Figuren auf dem Schulhof die Mondfeld mit seiner Zottelmähne in nichts nachstanden.

Jo. So war das mit dem "Streik".

Und man darf nicht vergessen, dass auch ein paar selbstberufene Rächer der "politisch in der Bundesrepublik verfolgten" den Weg durch die Instanzen in das Lehrerzimmer am Schalker geschafft hatten. Und die setzten dem ganzen jetzt noch einmal einen oben drauf in dem sie mit den Schülern um die Zottelgruppe gemeinsam ein Aktionspapier entwickelten.
Das erste Flugblatt hat übrigens einer dieser Lehrer an der Hektografiermaschine im Hausmeisterbüro (Glaskasten am Eingang) höchstpersönlich vervielfältigt.
Durfte nur keiner wissen. :lol:

Später hat Neef dann das wohl verboten. Unpopulär aber rechtlich nicht zu beanstanden. Schliesslich war das die Maschine der Schule und die wurde ja nun einmal bestreikt. :lol:
Aus diesem Grunde ist das zweite Flugblatt auch so hundsmiserable geworden. Das haben die Genossen vom Grillo gedruckt und die waren bekanntlich etwas Banane. :lol:

Ich habe Neef in Geschichte, Latein und Griechisch gehabt und war auch in dem besagten Jahr mit auf dieser ominösen Klassenfahrt in Griechenland. Die war übrigens superklasse. Ich habe eigentlich nur in diesen paar Tagen richtig Spass an der Schule gehabt. :lol:
Dieser ganze politische Kappes um die Junta in Griechenland war sowieso an den Haaren herbei gezogen. Ich war und bin immer noch der Überzeugung, dass das eine Erfindung von Mondfel Senior war um dem lieben Spross die 6 Geschichte zu ersparen. :lol:
Das Schalker Gymnasium ar nun einmal ein altsprachliches, humanistisches Gymnasium. Und in der Oberstufe hatte man die Wahl. Die eine Truppe fuhr nach Rom, eine Truppe nach London und eine Truppe nach Griechenland. Da sind dann für die begleitenden Pauker auch keine Kontakte zu Mussolinis Erben oder der Snobby-IRA draus geworden.

Warum die Fahrten? Na ganz einfach: Um den ganzen Krempel den man lernen sollte einmal Life zu erleben und um das soziale Zusammensein in der Klasse zu fördern.
Klasse, ne ? Was sollte daran schlecht sein? Das wird wohl das Geheimnis von ein paar Schnarcdhnasen bleiben, die die üblen Gerüchte in die Welt gesetzt haben.

Später hat man dann erzählt, der Neff sei tagsüber immer völlig besoffen gewesen, was aber eine bodenlose Lüge war.
Der Mann war meiner Meinung nach absolut integer. Wir haben auch nicht mitbekommen, dass er irgendwie private Kontakte in Griechenland hatte. Er war eigentlich immer um uns Schüler rum und hat Touren durch Athen und Olympia zu den historischen Stätten angeboten. Wer wollte konnte mit, musste aber nicht.

Er hatte nur ein verdammtes Pech. Er war der letzte konservative Schulleiter in NRW und war Kultus Mikat und meinem speziellen Freund Meya ein absoluter Dorn im Auge. Das war alles. Der war weder rechts noch Nazi. Er war einfach ein Humanist. Und das aus voller Überzeugung.
Ausserdem fiel er schon durch sein Äusseres auf. Sportsmann und durchtrainiert, immer gebräunt und im Anzug, hatte er sicher etwas gegen die neue Lehrergeneration mit Jeans und Stricksocken in den Kirchentagslatschen.
Ich erinnere mich an einen der Protagonisten des Streikes der damals als Referendar auf dem Schalker war (auch Zottelmähne, aber nicht in dackelbraun, sondern in doofblond)
Er hatte auf seiner weinroten Plastikkladde eine nackerte Frau mit einer riesen Oberweite.
Das so ein Mensch damals weder an das konservative Schalker Gymnasium passte noch in das Weltbild von Dr. Neef ist für jeden der in der damaligen Zeit gelebt hat völlig einleuchtend.

Nur mal so zur Erinnerung: Das war vor den 68ern ! :idea:

Zwei der Rädelsführer die im Hinterrgund aus der Lehrerschaft die Strippen gezogen haben um Neef abzusägen hat die NRW Landesregierung übrigens ein paar Jahre später mittels Radikalenerlass über die Beamtenklinge springen lassen.
Aber da war Neef schon lange im Ruhestand.

Ich fand es jedenfalls beschämend, dass all die Größmäuler unter den Lehrern die bei uns immer so die Schnauze aufgrissen haben, in den Versammlungen in der Aula auf ganz kleinem Fuss gestanden sind.
Neef war der Einzige der sich damals vor die Meute gestellt hat und seine Position bezogen hat - und auch gehalten hat. Alle anderen Le(e)hrkörper waren entweder plötzlich erkrankt, unpässlich, nicht da oder hielten einfach nur das Maul.

Und dann kam Käthe Stork. :shock:

Die Frau war eine absolute Sensation! Soll heissen: Resolute Sensation
Ganz kleine, einfache Leute. Ich glaube der Vadda war Krankenpfleger im Frührentnerdasein wegen Hüftschaden, oder so.
Sie hat zur damaligen Zeit zwei Jungs (Johannes und Norbert) auf dem Schalker gehabt. Die älteste Tochter war schjon durch. Einer der beiden ist Apotheker (Johannes) geworden und der andere Altphilologe (Norbert).

Die ganze Familie war sozusagen mittendrin. Und das aus voller Überzeugung für die richtige Sache zu kämpfen. Bewundernswert und echte Zivilcourage!

Und Resolutions-Käthe stand auch tierisch auf humanistischer Bildung.
Und mal ganz ehrlich, das ist auch eine super Ausbildung. Wo lernt man denn soviel über Geschichte, Politik und didaktische Systematiken wie bei dem alten Krempel??

Naja, uns Reso-Käthe entwickelte sich angesichts des ständig unverschämteeren Auftretens der Mondfeld Konsorten Clique zur gereizten römischen Wölfin. Ich weiß noch wie mein Alter nächtelang die Briefe Korrektur gelesen hat, die die damals geschrieben hat. An Gott und die Welt. Im wahrsten Sinne des Wortes. :shock:
Meiner Meinung nach zu Recht. Denn was da abging war einfach eine politisch motivierte Demontage eines konservativen Schuldirektors in einem immer mehr nach links abdriftenden Bundesland.

Das Schalker hatte damals den Nimbus der Eliteschule in Gelsenkirchen. Warum ist mir nie so richtig klar geworden. Und den Satz mit dem Arbeiterkind, den haben meine Eltern auch zu hören bekommen, obwohl mein Alter ein leitender Angestellter war.
Aber was soll's. Abi hab ich trotzdem gemacht. Auch wenn die Schulte-Middelichs, die Kastners und die Hildebrands alles getan haben um das zu verhindern. :lol:

Jedenfalls ging die ganze Sache aus wie das Hornebergerschiessen.
SMV - Ich werde nie dieses Zauberwort vergessen. Vor allem nicht dessen dialektische Deviation.
SMV --> Schüler Mit Verwaltung, meinten Mondfeld und Konsorten.
SMV --> Schüler Mit Verantwortung meinte das Lehrerkolleg und die saßen nun einmal an den Hebeln der Macht.

War ja auch zu lustig. Da saßen bei den Konferenzen so ein paar Schülerhanseln mit am Tisch und durften angestrengt zuhören. :lol:
Und immer wenn abgestimmt wurde, hob die Diskussion an, ob sie denn nun stimmberechtigt bei dem oder dem Ding seien oder ob nicht.
Einfach nur goil - so im nachhinein betrachtet. Und völlgi sinnlos.

Der Alte war immer noch da, die Schule hatte nicht gebrannt, Mondfeld bekam seine 6 und blieb pappen. Und alle gingen wieder ins Lädchen zum .... Kaugummi kaufen. :lol:

Jedenfalls war am Anfang alles nur ein Riesengag um nicht in die Schule zu gehen bzw. um in der Schule keinen Unterricht zu haben. Denn anwesend waren sowieso alle. Man wollte ja nicht verpassen, falls die Polizei einrücken sollte. :lol:
Von aussen und zwar von Ultralinks ist damals dem ganzen erst das Motto Streik aufgedrückt worden. Die Linken haben die Schulmüden sozuagen rechts auf dem Standstreifen überholt.
Und der olle Neef kam eigentlich nur deshalb auf's Schafott, weil er der Einzige war, der sich nicht versteckt hat.
Wie denn auch.
Er war ja der Boss vom ganzen.

Und als die Strippenzieher erkannt hatten, dass das gesamte Lehrer-Kollegium auf Tauchstation war, da haben sie schnell einen Sündenbock gefunden, den man abschießen kann. Und eine Nazi Vergangenheit kann man immer schnell mal aus der tasche zaubern. Entkräfte die mal, wenn du als Soldat in Russlands warst.
Neef war in Russland.
Und in Gefangenschaft.

Zumindest hat sich das Anlegen auf ihn gelohnt, weil er so schon konservativ wirkte.

Und da muss man Käthe Stork und einigen anderen wie zum Beispiel auch Dr. Vieting, Dr. Bewig, Dr. Will, Dr. Wienke (Schülerväter) echt ein Denkmal setzen.
Sie haben sich mit in die Meute geworfen und an der Seite von Neef argumentiert und letztlich auch verhindert, dass er seinen Hut nehmen musste.
Das war nach meiner Kenntnis schon im Vorfeld eine abgekarterte Sache und wurde nur durch ein Interview von uns Käthe mit dem WDR (damals ein echte Rotfunk :lol: )verhindert.

Ja so war das.

Achja: Ich war dabei.

Und zwar mittendrin.

In der ersten Reihe.


Ich wollte ja nichts verpassen. :lol:

Wenn man diese Sichtweise sieht, so sind bei mir die Ereignisse wieder sofort parat. Da wird eine geschlossene, aber nicht abgeschlossene Schublade herausgezogen.
Dr Neef ließ sich durch nichts beirren und war immer sehr beherrscht, wenn auch beherrschend.
Er war eben ein deutscher Offizier und dann auch ein wertkonservativer höherer Beamter, aber sicherlich kein Nazi.
Nach dem Krieg mußte er sogar ein Gymnasium in Magdeburg als Lehrkraft in Richtung Westen verlassen, weil er unbeirrbar seine kritische Meinung vertrat.
Die ehemaligen Nazi-Lager waren seinerzeit dort voll mit politisch anderdenkenden Bürger, sehr viele ehemals Inhaftierte hat man gleich dabehalten oder wieder verhaftet, insbesondere Sozialdemokraten.
Rückwirkend Parteibeiträge zu bezahlen, um einen Posten zu erlangen : absolut undenkbar.
Diese Sorte von Staatsdienern würde der Alte Fritz mit seinem Krückstock höchstpersönlich auf die Kartoffelfelder zum Arbeiten jagen.
Geradlinigkeit und Verantwortung zu tragen : wer macht das heutzutage noch ?

Viele Menschen kennen zwar von allen Dingen den Preis, jedoch nicht den eigentlichen Wert.(Johnny Rau hat das in etwa so zitiert).

Abschließend noch eine Anmerkung von Qualle selig über Schüler mit langen, filzigen Haaren :
"Die sehen doch aus, wie auf Schalke durch die Pi**rinne gezogen..."

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