Ehrenamtsagentur e.V.

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Stets ein offenes Ohr

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Stets ein offenes Ohr

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Im Land bzw. in der Pforte des Lächelns: Ruth Heinrich in "ihrem" Seniorenheim am Marie-Juchacz-Weg. Fotos: WAZ, Thomas Schild

WAZ-Serie Ehrenamt (7): Ruth Heinrich sitzt zweimal wöchentlich an der Pforte des Horster Awo-Heims und begrüßt jeden mit einem freundlichen Lächeln. "Helfen gehört für mich zum Leben einfach dazu"

EHRENSACHE!Während sie Papiere ordnet und heftet, hat Ruth Heinrich alles, was um sie herum passiert, bestes im Blick. "Hallo Waltraud", ruft sie einer älteren Dame freundlich entgegen, die sie aus den Augenwinkeln gesehen hat. Waltraud erwidert den Gruß und kommt ihr langsamen Schrittes mit ihrem Rollator entgegen, um mit ihr ein kurzes Pläuschchen zu halten.

Seit über vier Jahren sitzt Ruth Heinrich im Awo-Seniorenheim am Horster Marie-Juchacz-Weg zweimal wöchentlich ehrenamtlich an der Pforte und ist mit Leib und Seele dabei. "Helfen gehört für mich zum Leben einfach dazu", sagt Heinrich bescheiden. Sie mag es nicht, wenn man sie für ihr Engagement lobt, es sei selbstverständlich für sie, dort einzugreifen, wo man sie brauche.

Und in Horst braucht man sie. Die Bewohner des Seniorenheimes lieben ihre freundliche Art und ihr sonniges Gemüt. Sie kommen an ihrer Pforte vorbei, wo jeder mit einem herzlichen Lächeln begrüßt oder verabschiedet wird, wo man seine Probleme abladen oder auch schon mal gerne Witze machen kann. Ruth Heinrich kennt alle Bewohner, sie hört ihnen gerne zu und hat für jeden stets ein offenes Ohr.

"Es ist ein Geben und Nehmen", sagt sie. Denn wenn sie den Geschichten der alten Menschen lausche, lerne sie eine Menge dazu. "Es ist immer wieder schön, dem einzelnen Menschen das Gefühl zu geben, dass man noch Zeit hat, um zuzuhören und nicht Dienst nach Vorschrift zu erledigen", sagt die 74-Jährige, die sich aber keineswegs alt fühlt. Die Arbeit mit den Menschen halte sie jung und fit.

Sie wohnt mit ihrem Mann Karl-Heinz am Marie-Juchacz-Weg und fühlt sich dem Seniorenheim sehr verbunden. "Ich sah die Bewohner an unserem Haus vorbeigehen, wir sind ja schließlich Nachbarn und kennen uns daher, so baut man eine enge Bindung auf", so Heinrich. Da war es für sie selbstverständlich, im Seniorenheim ehrenamtlich zu arbeiten.

Zweimal wöchentlich sitzt sie am Empfang, weil sie gerne unter Menschen ist. Sie bringt zusätzlich die Bewohner zur Kirche oder singt mit ihnen. Ihr Mann Karl-Heinz ist in ihre ehrenamtliche Arbeit involviert und holt beispielsweise einmal wöchentlich Akkordeon-Spieler ins Heim. Ehrenamtliche Arbeit gehört zu ihrem Leben dazu. Nicht zuletzt deshalb, weil sie selbst eine behinderte Tochter hat. "Ich habe 30 Jahre lang den Behindertenbus betreut", erzählt die Seniorin. Da sei es nur natürlich, auch weiterhin eine helfende Hand zu reichen.

Und wenn Ruth Heinrich nach der Arbeit zu Hause ist und einen demenzkranken Bewohner an ihrem Fenster vorbei gehen sieht, dann sammelt sie ihn wieder ein und bringt ihn nach Hause. Natürlich nicht, ohne ihm mit ihrer herzlichen Art, ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern."Es ist schön, den Menschen das Gefühl zu geben, dass man Zeit hat."



WAZ 03.04.2007 Von Nicole Krissel

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EHRENAMT FREIWILLIGE FEUERWEHR

Löschen für ein Dankeschön

Fehlender Nachwuchs führt mehr und mehr zu Schwierigkeiten in Notfallsituationen. Viele Unternehmen wollen ihre Mitarbeiter nicht freistellen. Kleinbetriebe können es oft auch nicht
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Wenn es piept, ist höchste Eile geboten. Dann lassen sie alles stehen und liegen, den Lieblingsfilm Lieblingsfilm sein, den Tanzabend Tanzabend sein. Der Freund, die Freundin hat das Nachsehen. Wenn sich der Pieper meldet oder die Sirene heult, müssen sie sich auf die Socken machen - zu „ihrer" Feuerwache. Aufmachen zum freiwilligen Dienst. Sie tun es gern. Und: Sie kriegen für den Einsatz nicht einmal einen Cent. Allenfalls ein Dankeschön.
„Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr arbeiten ehrenamtlich", sagt Branddirektor Michael Axinger, stellvertretender Chef der Berufsfeuerwehr Gelsenkirchen. Nur: Es finden sich immer weniger junge Männer - auch junge Frauen sind gefragt - für dieses Ehrenamt. „Wir haben ganz große Schwierigkeiten, den Personalbestand zu halten", klagt Axinger. Die Gründe dafür seien ebenso vielfältig wie verständlich.
Das sagt Martin Colling, Mitglied und Sprecher der heimischen Freiwilligen Feuerwehr, ein Mann, der Ehrenamt und Beruf unter einen Hut bringt, bringen kann. Seit Jahren schon. Colling verdient seine Brötchen in der Abteilung für Arbeitssicherheit bei Eon. Ein Glück für die Bevölkerung Gelsenkirchens, ein Glück für die Feuerwehr. Michael Axinger wird deutlich: „Er steht im Notfall immer zur Verfügung, Eon macht ihm keine Probleme, wenn wir ihn wieder 'mal mitten aus dem Dienst herausreißen."
Das war bei der Fußball-WM im vorigen Jahr so, das war jüngst bei Kyrill so, das war schon so bei nächtlichen Löscheinsätzen. Das war auch

„Wenn es an die
Arbeit geht, machen
viele 'nen Rückzieher"


schon so bei „ganz großen Lagen", wenn die gesamte Berufsfeuerwehr draußen war und die Kameraden der Freiwilligen die verwaisten Wachen besetzen mussten. Auch der Bauingenieur Heiko Füllet bescheinigt seinem Vorgesetzten viel Verständnis für sein Ehrenamt. „Der hat mir noch nie einen Stein in den Weg gelegt", betont der Zugführer des Löschzuges Horst der Freiwilligen Feuerwehr.
Gleichwohl macht auch Füller Arbeitgebern keinen Vorwurf, die nicht so locker mit einem Sturm- oder Brandeinsatz eines Mitarbeiters umgehen (können). In kleinen Betrieben sei es tatsächlich oftmals ein großes Problem, einen Mann plötzlich ziehen zu lassen. Füller versteht: „Auch der Handwerksmeister ist an Termine und Verträge gebunden, ist deshalb auf die volle Kraft jedes Einzelnen angewiesen." Axinger will es aber nicht verschweigen: „Wir wissen von Unternehmern, die es grundweg ablehnen, unseren Mann im Notfall gehen zu lassen, obwohl die Firmen per Gesetz dazu verpflichtet sind ' und auch die Ausfallzeiten ihrer Leute bezahlt kriegen." Und: „Viele unserer Leute haben in diesen Zeiten hoher Arbeitslosigkeit nicht den Mut, sich dagegen aufzulehnen."
Freilich wollen die Feuerwehrleute nicht allein den Arbeitgebern den Schwarzen Peter zuschieben und nehmen auch Jugendliche nicht aus der Kritik heraus. Axinger: „Wenn es an die Arbeit geht, machen viele 'nen Rückzieher." Feuerwehr sei aber nicht nur die Fahrt mit dem roten Auto." WAZ dju

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"Viele Möglichkeiten, Gutes zu tun"

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"Viele Möglichkeiten, Gutes zu tun"

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Voller Tatendrang hilt Elsbeth Kasper in der evangelischen Kirchengemeinde Altstadt. Fotos: WAZ, Cornelia Fischer

WAZ-Serie Ehrenamt (9): Elsbeth Kasper engagiert sich in der evangelischen Kirchengemeinde Altstadt beim Angebot "Offene Kirche". Ansprechpartnerin für die unterschiedlichsten Menschen

EHRENSACHE!"Ich wollte eine sinnvolle Tätigkeit, die mich ausfüllt und etwas bringt", sagt Elsbeth Kasper. Die 58-Jährige, seit 2003 im Vorruhestand, engagiert sich seit Oktober 2005 ehrenamtlich in der evangelischen Kirchengemeinde Altstadt beim Angebot "Offene Kirche".

"Als Mitarbeiterin in einer Apotheke war ich den Umgang mit Menschen gewohnt, das fehlte mir, als ich plötzlich nicht mehr arbeiten ging", sagt sie. Elsbeth Kasper pflegte zunächst ihre Mutter. Nach deren Tod 2005 sprach sie mit Pfarrer Thomas Webel-Rainer: "Ich wollte wissen, wie ich aktiv und sinnvoll in der Gemeinde mithelfen kann." So kam sie ins Team der "Offenen Kirche": "Das war von Anfang an ein wunderbares Arbeitsklima und eine tolle Gemeinschaft mit den Kollegen."

Als Betreuerin der "Offenen Kirche" ist Elsbeth Kasper in erster Linie Ansprechpartnerin für Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen in die Kirche kommen. "Manchmal gibt es ganz konkrete Fragen, wo man bei bestimmten Problemen Rat und Hilfe bekommt, oft wollen die Leute sich aber auch einfach nur unterhalten", erzählt sie. Dabei merke man erst, wie einsam manche Menschen sind. "Oft suchen sie auch das Gespräch bei schweren Krankheiten oder Trauerfällen. Da ist die Kirche nach wie vor ein Ort der Zuflucht, des Trostes."

Manchmal fänden Menschen über diese Gespräche auch zur Kirche zurück. "Es kam schon vor, dass Leute, die man vorher nie gesehen hatte und die dann mal bei der Offenen Kirche hereinschauten, plötzlich auch zum Gottesdienst kamen", freut sich Elsbeth Kasper. Als langjähriges Gemeindemitglied (sie wurde in der Altstadtkirche konfirmiert) kennt sie sich in der Gemeinde und ihrer Geschichte aus. "Ab und zu trifft man Leute nach vielen Jahren wieder, die zum Beispiel anlässlich eines Klasssentreffens in die alte Heimat zurückkommen. Die erkundigen sich dann natürlich nach dieser oder jener Person." Elsbeth Kasper kann dann meist Auskunft geben.

Der Andrang ist unterschiedlich: "Man muß auch mal damit leben, dass niemand kommt. Aber gerade rund um christliche Feiertage nutzen deutlich mehr Menschen dieses Angebot." Durch die zentrale Lage kämen natürlich auch oft Leute in die Kirche, um einmal kurz abzuschalten.

Gern erinnert sich Elsbeth Kasper auch an die Fußball-WM: "Erst war ich ja etwas skeptisch, aber es war wunderschön, durch den Kontakt mit Menschen aus anderen Ländern neue Erfahrungen zu machen." Sprachbarrieren habe es da keine gegeben: "Das hat irgendwie alles geklappt."

Elsbeth Kasper will noch lange weitermachen. "Es gibt viele Möglichkeiten, Gutes zu tun, und diese Arbeit ist sinnvoll. Schließlich mache auch ich durch die Gespräche immer neue Erfahrungen und nehme etwas daraus mit."

WAZ Sto 10.05.2007

Babapapa
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ham wa' auch.
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Ehrenamtsagentur Gelsenkirchen
erfolgreich gestartet




Egal ob es um Seniorenbetreuung, Tierschutz oder die Arbeit mit Kindern geht: Sie sind uner- setzlich. Die Rede ist von ehrenamtlichen Hel- fern, also von Menschen, die in ihrer Freizeit oftmals umfangreiche Aufgaben erledigen und dafür keinen Cent sehen. In Gelsenkirchen gibt es bereits viele Menschen, die auf freiwilliger Basis Verantwortung für die Gesellschaft über- nehmen. Um das ehrenamtliche Engagement in Gelsenkirchen weiter zu fördern, ist seit kur- zem der Verein Ehrenamtsagentur Gelsen- kirchen im Sparkassengebäudekomplex am Neustadtplatz tätig. Initiatoren des Vereins sind die vier Wohlfahrtsverbände, die beiden großen Kirchen, der Jugendring, Gelsensport und die Stadt Gelsenkirchen. Vorrangiges Ziel der Agentur ist die Vermittlung von Menschen, die sich ehrenamtlich beteiligen wollen, zu Vereinen, Verbänden, Kirchengemeinden und weiteren Organisationen, die auf ehrenamt- liches Engagement angewiesen sind. In Beratungsgesprächen werden dabei die Interessen aber auch Qualifikationen der künftigen Ehrenamtler erkundet, um sie passgenau den Anforderungen der Organisationen entsprechend vermitteln zu können. Darüber hinaus haben es sich die beiden Geschäftsführer Johan- nes Mehlmann und Michael Hannrath-Hanasek zum Ziel gesetzt, ein Klima für bürgerschaftliches Engagement in der Stadt zu schaffen. Hierbei sind nicht nur die Bürger gefordert, sondern auch Ge- werbetreibende. Unternehmen können das Ehrenamt durch Spenden unter- stützen, aber auch durch andere Leis- tungen, wie zum Beispiel dem kosten- freien Bustransport von Senioren für einen Ausflug, erklärt Michael Hannrath-Hanasek den Ansatz der Agentur. Ein drittes Aufgabengebiet für die Ehren- amtsagentur ist die Qualifikation von ehrenamtlichen Helfern durch Kurse zum Vereinsrecht aber auch in prakti- schen Fragen, wie zum Beispiel der Erstellung einer Homepage. Wobei wir natürlich keine Professionalität ersetzen können und wollen, betont der Ge- schäftsführer. Erste kleine Erfolge haben sich auch bereits eingestellt. Es vergeht kein Tag, ohne das Kunden in die Agentur kommen!

[JK]
http://www.pro-ge.de/ehrenamtsagentur.php

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Ein Leben lang an andere gedacht

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WAZ hat geschrieben:Ein Leben lang an andere gedacht

WAZ-Serie Ehrenamt (10):

Josef Hans engagierte sich viele Jahre im Weißen Haus für Obdachlose und lernte viele bittere Schicksale kennen. Nach einem Herzinfarkt muss er kürzer treten


EHRENSACHE!
Eigentlich spricht Josef Hans nicht gerne darüber, denn er ist bescheiden. "Ich engagiere mich ehrenamtlich, aber das ist nichts Besonderes", winkt der Rentner ab. "Von wegen, nichts Besonderes", entgegnet seine Frau Helga energisch. "Du hast ein Leben lang immer nur an andere gedacht, jetzt bist Du auch einmal an der Reihe", rügt sie ihn zwar schmunzelnd, aber durchaus ernst gemeint.

Josef Hans war von Beginn an dabei, als im Jahre 1992 das Weiße Haus, in dem sich die Mitarbeiter um Obdachlose kümmern, in Buer entstanden ist. Die Caritas fragte damals ein paar Rentner, ob sie bereit seien, sich für die Obdachlosenhilfe zu engagieren. Keine Frage für Josef Hans - sofort war er Feuer und Flamme. Gerade zu der Zeit befand sich Hans im Vorruhestand.

Kein Grund für ihn, kürzer zu treten. "Ich brauche Menschen um mich herum", sagt der 71-Jährige, der früher bei der Firma Siemens als Kalkulator beschäftigt war.

Bis Dezember letzten Jahres schmierte er jeden Montag für die Obdachlosen Butterbrote, kochte Kaffee und hörte sich die Sorgen und Nöte seiner Gäste an. Im Weißen Haus können die Obdachlosen essen, duschen und neue Wäsche bekommen.

"Viele waren auch einfach nur auf der Durchreise", erinnert sich Josef Hans. An sie denke er nicht so gerne zurück. "Sie schlugen sich so durch die ganze Welt, bekamen etwas zu essen und zeigten sich undankbar", sagt der Rentner.

Aber das sei die Minderheit gewesen. Viele seiner Gäste seien Schicksalsschlägen aus der Bahn geworfen worden. "Ich muss immer noch an einen ehemaligen Arzt denke, der sich verschuldete und obdachlos wurde", sagt Josef Hans mit nachdenklichem Blick.

Die Geschichten sind ihm sehr nahe gegangen und die Menschen ans Herz gewachsen. "Man darf es aber nicht mit nach Hause nehmen", sagt er, "sonst würde man daran zerbrechen."

Aber nicht nur für die Einrichtung im Herzen Buers, sondern auch vor allem für Kolping engagiert sich Josef Hans seit Jahren. Noch heute ist er als Ehrenvorsitzender für allerlei verantwortlich. Gerade ist er dabei, eine Maiandacht auszuarbeiten und liest akribisch in seiner alten Bibel die Textstellen, die er in der Kirche vortragen wird. "Es ist mein Leben, es macht einfach Spaß, für andere da zu sein."

So schwer es ihm auch falle, er müsse kürzer treten und hat Anfang des Jahres die Arbeit beim Weißen Haus in Buer aufgegeben. Ein Herzinfarkt hatte ihn Weihnachten schachmatt gelegt. "Dabei sollte ich doch bei der Kolping wichtige Ehrungen vornehmen", sagt Hans pflichtbewusst und erntet einen ernsten Seitenblick seiner Frau Helga.

Sie wird in Zukunft ein noch wachsameres Auge über ihren Mann haben und aufpassen, dass er auch einmal an sich denken wird.

WAZ 25.05.2007 Von Nicole Krissel

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WAZ hat geschrieben:Agentur lädt vermittelte Ehrenamtler ein

Bereits über 100 Menschen hat die Ehrenamtsagentur seit ihrem Start im Februar in ehrenamtliche Tätigkeiten vermitteln können. Grund genug für die am Neumarkt residierende Agentur, diesen Menschen "Danke" zu sagen. Dies soll am Dienstag, 26. Juni, ab 18.30 Uhr im Migrantenzentrum, Paulstraße 4, geschehen. Bei Bratwurst und Getränken besteht die Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, über bisher aufgetretene Probleme zu reden oder einfach nur gemeinsamen einen schönen Abend zu verbringen.

Die Agenturmitarbeiter empfinden die Erfahrungen als positiv. "Es vergeht nicht ein Tag, an dem sich nicht mindestens ein Mensch für eine ehrenamtliche Tätigkeit interessiert", sagt Michael Hanrath-Hanasek, der mit Johannes Mehlmann für die Agentur-Geschäftsführung verantwortlich zeichnet. Für die "Dankeschön-Veranstaltung" erhalten die Ehrenamtler eine schriftlich Einladung. loc

17.06.2007

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Gefängnis, Gottesdienst, Gewerkschaft

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WAZ hat geschrieben:Gefängnis, Gottesdienst, Gewerkschaft

Ehrenamtsagentur lud nach sechs Monaten die bisher Vermittelten zu einem ersten Erfahrungsaustausch ein. Drei Ehrenamtler berichten von ihrer neuen Tätigkeit

Die Ehrenamtsagentur sagte Danke: Die im Januar gestartete Kontaktbörse lud die neu gewonnenen und vermittelten Ehrenamtler für Mittwochabend zum Erfahrungsaustausch bei Schnitzel und Kartoffelsalat ins Bismarcker Migrantenzentrum Paulstraße ein. Die WAZ sprach mit drei der "Debütanten" über ihre Motivation und die bisherigen Erfahrungen:

Von 0 auf 100: Gleich drei Aufgaben hat Helmut Piechowiak übernommen, obwohl der Bueraner zuvor nie ehrenamtlich tätig war. In der Justizvollzugsanstalt Munckelstaße, in einer Tagesstätte des Sozialwerks St. Georg und in der ev. Elisabeth-Käsemann-Familienbildungsstätte bringt er sich mit seinem Fähigkeiten ein. Und die sind mannigfaltig - arbeitete der 58-Jährige doch lange in der Computerbranche und war zuletzt als IT-Manager für einen ehemaligen Mannesmann-Betrieb tätig. In der JVA wird er ebenso einen Computerkurs geben wie in der Tagesstätte für psychisch Kranke. Und für die evangelische Einrichtung gestaltet er einen Internet-Auftritt. Warum dieses große Engagement? "Ich bin Vorruheständler und will meine Zeit sinnvoll nutzen", so Piechowiak. "Ich hoffe, dass beide Seiten davon profitieren werden."

Sie sei ein "Mensch für alle Fälle", sagt Rosalina Laaser - und lacht. Den Humor und das Temperament der Mexikanerin kennen inzwischen auch die Bewohner des Altenheims St. Anna in Bulmke-Hüllen. Auf Vermittlung von Johannes Mehlmann (Ehrenamtsagentur) begleitet sie zweimal wöchentlich die Bewohner zum Gottesdienst. "Ich helfe gerne", sagt die 50-Jährige. Und sie organisiert gerne: Rosalina Laaser ist Vorsitzende des Vereins Amigos de Mexico, der zur WM einiges in Gelsenkirchen auf die Beine gestellt hat (wir berichteten). Für den 15. September bereitet sie für die Amigos erneut ein großes Fest (im Jugendzentrum Tossehof) vor - ehrenamtlich, versteht sich.

Marlon Brando war in Francis Ford-Coppolas Klassiker "Der Pate", Michael Harbrink ist es auch - allerdings im positiven Sinne. Beruflich ist er für das Bochumer Unternehmen Fun Trends im kaufmännischen Bereich tätig, in seiner Freizeit greift er auf Vermittlung der Ehrenamtsagentur Auszubildenden und solchen, die es werden wollen, unter die Arme. Drei Azubi-Patenschaften hat der 34-Jährige in dem vom DGB getragenen Projekt übernommen, außerdem steht er Schülern bei der Ausbildungssuche auf Wunsch beratend zur Seite. "Ich weiß aus Erfahrung, dass es in einer Ausbildung Phasen gibt, in denen man alles hinschmeißen will", sagt der gelernte Industriemechaniker (Zeche Hugo). Und: "Es ist doch sinnvoller, in der Freizeit anderen zu helfen, als zuhause Däumchen zu drehen."

WAZ loc 27.06.2007

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Den Knies abgewendet

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WAZ hat geschrieben:Den Knies abgewendet

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Die 53 Jahre alte Anke Jedamzik arbeitet seit rund 20 Jahren im Kinderschutzbund Gelsenkirchen mit und kümmert sich als Vorstandsmitglied um die Finanzen. Foto: WAZ, Martin Möller
WAZ-Serie Ehrenamt (9): Die 53 Jahre alte Ehefrau und Mutter Anke Jedamzik engagiert sich seit Jahren im Kinderschutzbund. Sie wollte nicht, dass die Einrichtung "den Bach ´runtergeht"

EHRENSACHE!

Der Knies einst im Kinderschutzbund ließ Anke Jedamzik damals aufhorchen. Sie wollte nicht, dass diese wichtige Lobby für Kinder den Bach ´runtergeht, nur weil sich einige Erwachsene zanken. Das war vor rund 20 Jahren. Seit nunmehr 19 Jahren ist Anke Jedamzik im Vorstand tätig und hier zuständig für die Finanzen. Ehrenamtlich, versteht sich. "Schatzmeisterin" nennt man sie offiziell. Aber das ist sie nicht nur.

Die 53-jährige Ehefrau und Mutter von zwei erwachsenen Söhnen hat noch mehr "Kinder" beim Kinderschutzbund unter ihren Fittichen, um deren Wohlbefinden sie sich kümmert. Sie hat sie alle ganz lieb, gesteht sie, eines aber ganz besonders: die "Notinsel". Die hat Anke Jedamzik vor ein paar Jahren mit ins Leben gerufen.

"Das Projekt macht sich hier gut", betont Jedamzik, "doch es könnte noch besser laufen". 118 Geschäfte im Stadtgebiet signalisieren Kindern durch Aufkleber an Türen oder Schaufenstern: wo wir sind, bis du sicher. Anke Jedamzik: "118 Partner sind sehr viele, ganz klar, aber ich hätte gern mehr." Und sie spricht beim Kinderschutzbund allen denen aus der Seele, die genauso denken wie sie.

"Ich habe mir schon einiges überlegt, wie wir die Werbetrommel noch einmal in Gang setzen könnten", sagt sie. Zum Beispiel denkt sie an ein Preisausschreiben des Inhalts, wo Kinder auf ihrem Schulweg einen Aufkleber mit der Einladung auf die "Notinsel" finden. Besonders in den Ortsteilen müsste ihrer Ansicht noch mehr getan werden, damit sich genügend Gegenfronten gegen Gewalt bilden können. Jedamzik wünscht sich noch mehr kleinere Geschäfte für das Projekt, die von den Mädchen und Jungen im Notfall angesteuert werden können.

Lange Zeit hat die 53-Jährige am Kinder- und Jugendtelefon gesessen, hat getröstet, Ratschläge gegeben, einfach nur zugehört. Seit geraumer Zeit arbeitet sie allerdings mehr in der Organisation mit, beispielsweise in der von Kindernachmittagen. Anke Jedamzik erläutert: An drei Nachmittagen in der Woche können die Kinder in die Räume am Lörenkamp kommen, allerdings nach Anmeldung.

Mit diesem Angebot wollte sich der Kinderschutzbund ursprünglich an die Kinder aus den so genannten Problemfamilien wenden. Aber daraus wurde nichts. "An die kommen wir aber nicht heran, die kommen nicht zu uns", sagt Jedamzik.

Sie hat sich auch bei den "Suchttagen" vor kurzem in den Dienst der Sache gestellt, hat für den Kinderschutzbund bei der ARD-Themenwoche mitgearbeitet. "Ich langweile mich nicht", beteuert Anke Jedamzik, die neben dem Ehrenamt beim Kinderschutzbund noch einen 400 Euro-Job bekleidet: Sie begleitet und betreut die Leih-Omas und Leih-Opas. Hier arbeitet sie mit Petra Schröder zusammen, bei der im Hause Lörenkamp 26 alle Fäden zusammenlaufen - ausgenommen die der Buchhaltung. Diese Arbeit verrichtet Anke Jedamzik, im Ehrenamt und zu Hause am Computer. Die Schatzmeisterin blickt auf die Anfänge zurück: "Da hab´ ich Soll und Haben noch mit der Hand in ein Buch eingetragen." Ausgaben links, die Einnahmen rechts, unterm Strich das Endergebnis. Der Ehemann war es, der seine Frau eines Tages mit den Geheimnisse der elektronischen Buchung vertraut machte.

WAZ dju 29.06.2007

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Dieses ganz besondere Gen

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WAZ hat geschrieben:Dieses ganz besondere Gen

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Ein eher seltenes Bild: Monika Brandenburger-Scherer, mal nicht in Aktion. Die Leiterin der Kita Auf der Hardt engagiert sich in vielen Vereinen und Organisationen. Foto: WAZ, Martin Möller

WAZ-Serie Ehrenamt (10): Die Bismarckerin Monika Brandenburger-Scherer ist (fast) unermüdlich im Einsatz - fürs "Forum 2000" und zahlreiche andere Vereine im Stadtteil

EHRENSACHE!

Monika Brandenburger-Scherer übt nicht nur ein Ehrenamt aus, sondern ist gleich in einem halben Dutzend Organisationen aktiv. Deshalb sollte man der Einfachheit halber ein Porträt zunächst damit beginnen, in welchem Beruf die Powerfrau ihre Brötchen verdient. Doch selbst dieser kleine Umweg führt ob des großen Engagements der 41-Jährigen wieder direkt in Richtung Ehrenamt.

Monika Brandenburger-Scherer ist nämlich Leiterin der städtischen Kindertagesstätte Auf der Hardt. Jene Bismarcker Kindertagesstätte, in der sich regelmäßig ein Netzwerk von alleinerziehenden Elternteilen regelmäßig trifft. Dieses ehrenamtliche Angebot wurde von Brandenburger-Scherer und dem "Forum 2000" angestoßen - womit sich der Kreis schließt. Oder öffnet, ganz wie man will.

Die aus dem Stadtteilprogramm Bismarck/Schalke-Nord hervorgegangene Dachorganisation "Forum 2000" (siehe auch Kasten) ist so etwas wie das Hauptstandbein der Ehrenamtlerin Monika Brandenburger-Scherer. Vor allem mit Angeboten und Aktivitäten für Kinder und Familien bringt sie sich im Stadtteil ein - "unermüdlich", wie Ralf von Oepen, amtierender Vorsitzender im "Forum 2000", sagt.

Persönliches Engagement war für die gebürtige Ückendorferin auch schon in jungen Jahren Ehrensache - in der katholischen Pfarrjugend. In der Freizeit nichts zu machen, "das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen", sagt sie. Nur wer sich einbringe, könne mitgestalten und etwas bewirken. Für diese Einstellung sei offenbar ein ganz spezielles Gen verantwortlich: "Ich treffe immer wieder auf Gleichgesinnte, die eine ähnliche Einstellung haben."

Übers "Forum 2000" hinaus ist sie aktiv im Kita-Förderverein, als Elternvertreterin in der Grundschule Erdbrüggenstraße, im TV Einigkeit Bismarck, im Förderverein Büyükcekmece, im Verein "Together in peace" sowie - allerdings mehr hobbymäßig - im S 04-Fan-Club "Immer Blau Haverkamp" ("mein Mann und ich sind auf Schalke Dauerkartenbesitzer").

Apropos Mann: Der Gatte ist Hausmann und schmeißt den Laden, wenn Monika Brandenburger-Scherer mal wieder einen Termin hat. "Anders würde das gar nicht gehen", sagt die Mutter von zwei Söhnen (2 und 8 ). Und bei diversen Veranstaltungen des Forums packt ihr Mann auch selbst mit an.

Vermittlungen in Ehrenämter aller Art nimmt die Ehrenamtsagentur vor. Die Kontakt- und Vermittlungsbörse ist von montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr im Ladenlokal am Neumarkt anzutreffen (Tel: 169 33 33).

04.07.2007 Von Lars-Oliver Christoph

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WAZ schrieb:

Gitte hier, Gitte da


WAZ-Serie Ehrenamt (11): Die 68 Jahre alte Brigitte Zmiewski arbeitet seit rund sieben Jahren bei der "Gelsenkirchener Tafel" mit. Seit über drei Jahren "schmeißt" sie den "Laden" in Bismarck

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In die Kisten der "Gelsenkirchener Tafel" kommt das, was geliefert wurde. Brigitte Zmiewski packt mit an. Foto: WAZ, Martin Möller

EHRENSACHE!"Soll ich die Kiste schon mal mitnehmen, Gitte". Ja, der Jürgen soll. "Gitte, was ist hiermit?" Gitte hier, Gitte da. Und zwischendurch klingelt immer wieder das Telefon. "Ruhe hat man hier nicht", sagt die Gitte. Aber das will sie auch nicht. Nicht zu Hause. Und schon gar nicht bei der "Tafel".
Gitte heißt richtig Brigitte Zmiewski, ist 68 Jahre alt, wohnt in Ückendorf und arbeitet seit sieben Jahren bei der "Gelsenkirchener Tafel" mit. Seit etwa dreieinhalb Jahren "schmeißt" sie die Ausgabestelle an der Bismarckstraße 27. Verantwortlich und ehrenamtlich. Ein Job, der der quirligen Frau wie auf den Leib geschrieben ist.
Ebenso liebenswürdig wie bestimmt dirigiert sie ihre Leute, Fahrer und andere Helferinnen und Helfer. Auf dem Kopf herumtanzen lässt sich die Frau nicht von den Männern. Gitte sagt, wie es ist: "Ich bin doch hier kein Hans Auspuff." Auf die zuweilen ziemlich deftige Ausdrucksweise "ihrer" Männer lässt sie sich da schon eher ein. "Der Ton hier ist rau, aber herzlich" - das sagt auch Postbotin Heike, die in ihrer Pause bei Gitte schon mal eine Zigarette raucht.
Kontakt mit der Tafel hat Brigitte Zmiewski nach dem Tod ihres Mannes bekommen. Sie arbeitete in der Zeit noch als Putzfrau bei einer Gebäudereinigung und holte sich regelmäßig bei der Tafel an der Bismarckstraße eine Kiste mit Lebensmitteln ab. Eines Tages hat sie angefragt, ob sie nicht zweimal in der Woche bei der Tafel den Hof fegen kann.
Brigitte Zmiewski konnte - aber ohne Bezahlung, wie ihr der damalige Chef beschied. "Wissen sie", erzählt sie ohne Umschweife, "irgendwann hat mich der Dreck da draußen gestört." Das war der Beginn einer wunderbaren Zusammenarbeit. Den Hof hat Brigitte Zmiewski zwar nie gefegt. Sie ist dafür gleich voll eingestiegen in die Arbeit der Tafel. Ehrenamtlich, versteht sich.
Jeden Tag um fünf Uhr ist die 68-Jährige zur Stelle. "Aber schreiben sie das nicht", sagt sie, "das müssen die anderen WAZ-Serie Ehrenamt (11): Die 68 Jahre alte Brigitte Zmiewski arbeitet seit rund sieben Jahren bei der "Gelsenkirchener Tafel" mit. Seit über drei Jahren "schmeißt" sie den "Laden" in Bismarck
EHRENSACHE!"Soll ich die Kiste schon mal mitnehmen, Gitte". Ja, der Jürgen soll. "Gitte, was ist hiermit?" Gitte hier, Gitte da. Und zwischendurch klingelt immer wieder das Telefon. "Ruhe hat man hier nicht", sagt die Gitte. Aber das will sie auch nicht. Nicht zu Hause. Und schon gar nicht bei der "Tafel".
Gitte heißt richtig Brigitte Zmiewski, ist 68 Jahre alt, wohnt in Ückendorf und arbeitet seit sieben Jahren bei der "Gelsenkirchener Tafel" mit. Seit etwa dreieinhalb Jahren "schmeißt" sie die Ausgabestelle an der Bismarckstraße 27. Verantwortlich und ehrenamtlich. Ein Job, der der quirligen Frau wie auf den Leib geschrieben ist.
Ebenso liebenswürdig wie bestimmt dirigiert sie ihre Leute, Fahrer und andere Helferinnen und Helfer. Auf dem Kopf herumtanzen lässt sich die Frau nicht von den Männern. Gitte sagt, wie es ist: "Ich bin doch hier kein Hans Auspuff." Auf die zuweilen ziemlich deftige Ausdrucksweise "ihrer" Männer lässt sie sich da schon eher ein. "Der Ton hier ist rau, aber herzlich" - das sagt auch Postbotin Heike, die in ihrer Pause bei Gitte schon mal eine Zigarette raucht.
Kontakt mit der Tafel hat Brigitte Zmiewski nach dem Tod ihres Mannes bekommen. Sie arbeitete in der Zeit noch als Putzfrau bei einer Gebäudereinigung und holte sich regelmäßig bei der Tafel an der Bismarckstraße eine Kiste mit Lebensmitteln ab. Eines Tages hat sie angefragt, ob sie nicht zweimal in der Woche bei der Tafel den Hof fegen kann.
Brigitte Zmiewski konnte - aber ohne Bezahlung, wie ihr der damalige Chef beschied. "Wissen sie", erzählt sie ohne Umschweife, "irgendwann hat mich der Dreck da draußen gestört." Das war der Beginn einer wunderbaren Zusammenarbeit. Den Hof hat Brigitte Zmiewski zwar nie gefegt. Sie ist dafür gleich voll eingestiegen in die Arbeit der Tafel. Ehrenamtlich, versteht sich.
Jeden Tag um fünf Uhr ist die 68-Jährige zur Stelle. "Aber schreiben sie das nicht", sagt sie, "das müssen die anderen gar nicht wissen." Der Dienst beginnt nämlich erst um Acht. Ja, und was macht Gitte dann in aller Herrgottsfrühe schon in der Tafel? Unter uns: Sie kocht Kaffee für die Mannschaft, schmiert Brötchen, die sie vorher schon besorgt hat. "Für die Fahrer zum Frühstück", sagt sie. Und: Gitte wäscht auch Wäsche für die Mannschaft. Sie wäscht die Handtücher, Kittel, Schürzen, eben das, was bei der Arbeit schmutzig gemacht wird. Sie wäscht auch für die Kollegen in der Ausgabestelle an der Hansemannstraße, die im Gegensatz zur Bismarckstraße tägliche Ausgabezeiten hat.
An der Bismarckstraße werden die bedürftigen Menschen zweimal in der Woche "bedient", dennoch geht es dort jeden Tag hoch her. "Hier kommt alles an, und von hier aus werden andere Ausgabestellen beliefert. Und: Von Bismarck beliefern die Fahrer auch die Bedürftigen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst kommen können.

10.07.2007 Von Doris Justen-Ehmann

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WAZ hat geschrieben:Zerstochene Beine inklusive

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Koffer (aus-)packen war für Annika Eismann nach dem Falken-Zeltlager in Berlin angesagt. Foto: WAZ, Thomas Schild
WAZ-Serie Ehrenamt (12): Für Annika Eismann (22) ist es selbstverständlich, sich in der Freizeit für die Falken zu engagieren. Ein Leben ohne Ehrenamt kann sie sich nicht vorstellen

EHRENSACHE!Mit dieser Frage hat Annika Eismann nicht gerechnet. Ob sie sich vorstellen könne, irgendwann einmal ein Leben ohne Ehrenamt zu führen? "Niemals", sagt sie bestimmt - und ein Anflug von Entrüstung schwingt in ihrer Stimme mit. "Das wird sich doch wohl keiner, der solch ein Amt schon mal innehatte, vorstellen können", schiebt die Studentin der sozialen Arbeit noch hinterher. Die 22-Jährige ist mit Leib und Seele im Gelsenkirchener Vorstand der Falken Gelsenkirchen - seit drei Jahren.

Wenn es die Organisation für das Sommer-Zeltlager in Berlin-Heiligensee oder den Tag des Kindes zu stemmen gilt, Annika Eismann ist zur Stelle, wenn Helfer für das Straßenfest in Beckhausen gewonnen werden müssen, Annika Eismann geht auf die Kärrnertour und wenn es dann los geht mit der Straßenparty, stellt sie sich auch schon mal den ganzen Tag hinter den Eisstand - alles ohne monetäres Entgelt.

Für Annika Eismann ist das selbstverständlich. Klar, ein paar Euro für das Studium verdient sie sich durch Nachhilfe im Bauverein der Falkenjugend dazu, aber alles andere erledigt sie schon aus Prinzip ehrenamtlich. "Anders geht es nicht. Zwei Pädagogen im Friedrich-Ebert-Haus in Beckhausen könnten beispielsweise schlecht frühmorgens kommen und Brötchen für Schüler schmieren und dann spätnachmittags immer noch da sein. Unbezahlbar."

Was ihr wichtig ist, lasse sich ohnehin nicht in Euro und Cent aufwiegen. "Jetzt kürzlich im Zeltlager zum Beispiel, wenn Kinder sich dafür bedanken, dass man ihnen einen schönen Tag beschert hat, das ist mir Dank genug."

18 Tage war die Beckhausenerin mit "Falken"-Kindern im Berliner Zeltlager, betreute dort permanent eine achtköpfige Gruppe, leitete Ausflüge in die Stadt zu Eisbär Knut oder zum Brandenburger Tor und passte abends auf, dass die Jugenddisco nicht bis in die Nacht dauert. Von Mücken noch jetzt sichtbar völlig zerstochene Beine inklusive.

Sie versteht dies auch als eine Art Ausgleich. "Als ich jünger war, haben das die Älteren bei den Falken auch für mich organisiert." Dann ist da noch die Sache mit der Vorbildfunktion. Wenn man Jugendliche für das Ehrenamt gewinnen wolle, funktioniere das nur, wenn man selbst Vorbild sei. "Dass junge Leute in die Ehrenamtsagentur gehen und fragen, wo sie sich engagieren können, ist wirklichkeitsfremd", sagt sie kopfschüttelnd. "Die musst du direkt ansprechen, sagen, dass noch jemand für das Kinderschminken gebraucht wird und dann helfen sie auch gern." Allein schon wegen der sichtbaren Veränderung des Lebensweges einiger Jugendlicher will sie so lange sie kann weitermachen. "Klar, falls ich mal verheiratet sein und Kinder haben sollte, mache ich vielleicht ein bisschen weniger, aber das ist es dann auch schon."

Dann überlegt Annika Eismann. Einen klitzekleinen Wunsch nach Abstand vom Ehrenamt könne sie sich doch vorstellen. "Vielleicht komme ich eines Tages an einen Punkt, wo ich einen Monat lang einfach mal nichts machen will." Die Studentin überlegt noch ein paar Sekunden länger, legt den Kopf schief. "Na ja, wahrscheinlich würde es mir aber doch schon nach zwei Wochen wieder langweilig."

14.08.2007 Von Christian Duyf

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WAZ hat geschrieben:WAZ-Serie Ehrenamt (Ende): Agentur zieht sieben Monate nach der Gründung eine positive Bilanz. Strom der Anfragen reißt nicht ab. 95 "Anbieter" finden sich in der Datenbank


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„Läuft", pflegt Abteilungsleiter Stromberg in der gleichnamigen Pro-7-Serie seinen Vorgesetzten zu sagen, wenn etwas nicht läuft. „Das läuft", sagen auch die Mitarbeiter der Ehrenamtsagentur über ihre im Februar an den Start gegangene Einrichtung - und meinen das - anders als Stromberg -genau so.
Ein Blick auf die Zahlen untermauert die positive Bilanz der (städtischen) Agentur-Mitarbeiter Johannes Mehlmann und Michael Hannrath-Hanasek: In der zum Start am 1. Februar angelegten Datenbank finden sich inzwischen 95 Organisationen, die rund 150 Einsatzplätze anbieten. Und: 190 potenzielle Ehren-
amtler haben sich bisher bei der Ehrenamtsagentur gemeldet - direkt im Büro am Neumarkt oder bei den öffentlichen Veranstaltungen, bei denen das Team präsent ist.
„Es reißt einfach nicht ab", sagt Johannes Mehlmann. Auch das von Kollegen in anderen Städten angedrohte „Sommerloch" blieb aus. Allein gestern wurden drei Interessenten im Agentur-Büro vorstellig. Viele haben keine konkreten Vorstellungen. „Wir versuchen erst einmal, im persönlichen Gespräch die Neigungen herauszufinden", so Hannrath-Hanasek.
Bei wie vielen potenziellen Ehrenamtlern die Weitervermittlung wirklich geklappt hat, kann die Agentur nicht konkret beziffern: „Wir bekommen nicht immer Rückmeldungen." In wenigen Fällen hätten sich die Vermittelten hinterher bei der Agentur beschwert, dass sich beim Träger des jeweiligen Ehrenamts niemand um sie gekümmert habe. Das sollte nicht sein: „Die Ehrenamtler müssen auch betreut und an die Hand genommen werden", so Mehlmann.
Das Spektrum der Ehrenamtsstellen ist breit und reicht vom Tierheim über Tafel oder Jugendheim bis hin zum Kinderschutzbund. Rentner und Arbeitslose stellten zwar das Gros der Ehrenamtler, so Michael Hannrath-Hanasek. Aber: „Es haben sich auch viele junge Menschen bei uns gemeldet."
Die Agentur macht mittlerweile Schule: An der Mulvany-Realschule und der Ev. Geon „Ruhrdax - Wirtschaft trifft Ehrenamt" gewonnen werden. Dabei werden Partnerschaften zwischen Firmen und gemeinnützigen Einrichtungen aufgebaut und Ideen gemeinsam verwirklicht. loc-



Die Agentur

Im November 2006 wurde die Ehrenamtsagentur in der Kaue offiziell ins Leben gerufen. Gründungsmitglieder des Trägervereins sind die Wohlfahrtsverbände Awo, Caritas, Diakonie und der Paritätische (DPWV), der Jugendring, Gelsensport und die Stadt. Im Februar 2007 hat die Agentur in einem Ladenlokal am Neumarkt ihre Arbeit aufgenommen. Die städtischen Mitarbeiter werden unterstützt vom Ehrenamtler Uwe Andreas-Hribernegg (mo. bis fr. 16-18 Uhr;® 169 33 33).

Heinz
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WAZ hat geschrieben:"Die Suppe war gegessen"

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Hans-Dieter Holleman hat Grund zur Freude: Er wurde für seine zehnjährige Tätigkeit als Schiedsmann geehrt. Foto: WAZ, Schild
Zeit GEDie Hecke ist zu hoch! Der Baum soll hier weg! Solche und andere Streitereien schlichtet Schiedsmann Hans-Dieter Holleman seit mittlerweile zehn Jahren. In etwa 21 Fällen vermittelt er jährlich zwischen streitenden Parteien. Dazu kommen viele Anfragen, die sich schon am Telefon erledigen.

Sein Ehrenamt nimmt er wörtlich: "Die Arbeit als Schiedsmann ist eine Ehrensache", so der 59-Jährige. Er möge es gerne, wenn Leute ihren Streit beilegten und wieder Ruhe herrsche. Schon bevor er Schiedsmann wurde, habe er öfter Streithähne zusammengebracht. Zudem war er zwölf Jahre als Schöffe tätig. Die notwendigen Voraussetzungen - Menschenkenntnis und Freude an der Arbeit mit anderen - bringt er schon aus seiner Tätigkeit beim hiesigen Sozialamt mit.

In seinem Bezirk Feldmark-Heßler ist er bekannt. Auch in den kuriosesten Fällen versucht er zu vermitteln. Bei einem Zwist zwischen zwei Kleingärtnern kam er sogar zum Ortstermin. Dem einem Mann waren die Kürbisse seines Nachbarn zu rot. Sie bissen sich mit den eigenen Tomaten und er selbst hatte grüne Kürbisse. Holleman klärte auf: Die einen seien zur Zierde, die anderen zum Essen. Sein Rat: "Macht doch mal eine schöne Kürbissuppe und esst sie zusammen." Die Streithähne nahmen den Ratschlag an und "die Suppe war gegessen", resümiert der 59-Jährige.

Für das Gespräch mit Antragssteller und -gegner hat er zu Hause einen Extraraum eingerichtet. Seine Ehefrau unterstützt sein Engagement.

"Je mehr Zeit man sich für die Leute nimmt, desto besser geht es aus", weiß Holleman. Manchmal sage er dann nach anderthalb Stunden einfach: "Wollen wir uns nicht doch einigen?" Auch per Telefon ist der Vorsitzende der Schiedsmännervereinigung Gelsenkirchen und Buer zu erreichen. Einmal habe er um 24 Uhr einen Anruf erhalten: "Ey, Du Schiedsmann, die Polizei hat gesagt, ich soll dich anrufen." Holleman bat den Anrufer, sich nochmal am nächsten Tag zu melden.

25.10.2007 Von Katharina Bons

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WAZ hat geschrieben:Was für ein Zirkus!
Gelsenkirchen, 06.12.2007

"Circus Wolke" ist erster Träger der von der Sparkasse gestifteten Auszeichnung.Viel Lob für Ehrenamtler und die neue Agentur. OB sieht einen "Ruck" im Bereich Umwelt

DIE VERLEIHUNG DES EHRENAMTSPREISES
Auszüge aus ihrem Programm "Wellness für alle" präsentierte Anka Zink am Mittwochabend im Feldmarker stadt.bau.raum. Auch jenseits von Comedy-Einlage und Büffet verbreiteten Gastgeberin Stadt und die Sparkasse Wohlfühlstimmung. Höhepunkt war die erstmalige Verleihung des "Ehrenamtspreises".

Gewinnerin des von der Sparkasse gestifteten und diesmal für den Bereich "Sport" ausgelobten Preises ist Rita Wahl. Die Lehrerin der Glückauf-Schule in Hassel wurde für ihr Projekt "Circus Wolke" ausgezeichnet (siehe unten). Unverhofft kommt oft: Wenige Stunden vor der Veranstaltung erfuhr die 58-Jährige, dass die CDU das Zirkus-Team mit dem Bürgerpreis auszeichnet.

Der zweite Preis des Ehrenamtswettbewerbs der Sparkasse geht an Harald Wasser für ein American-Football-Angebot in Schulen. Für sein Lebenswerk geehrt wurde Bernhard Nöthen, langjähriger Vorsitzender des TC GE 1874.

Warum dieser neue Preis? Die Sparkasse habe sich schon seit vielen Jahren die Unterstützung ehrenamtlichen Engagements auf die Fahnen geschrieben, sagte Vorstands-Vorsitzender Eberhard Breßlein. "Es wurde Zeit, die vielen ehrenamtlichen Helfer auch mal ans Licht zu holen." Die Preisträger bekämen das, was sie von der Sparkasse erwarten dürften: "Geld!" Konkret: Über 5000 Euro dürfen sich Wahl, Wasser und Nöthen freuen. Geld, dass in die Arbeit der Projekte fließen soll, verkündete das Trio unisono.

Viel Lob ernteten die Preisträger in den Laudationen von Breßlein & Baranowski. Der OB versäumte es auch nicht, die Bedeutung des Engagements der in den stadt.bau.raum geladenen Ehrenamtlichen aus dem Bereich Umwelt hervorzuheben. Hier habe es einen regelrechten "Ruck" in Gelsenkirchen gegeben, so die Stadtspitze.

Und "überaus positiv" fiel auch die OB-Bilanz zu "ein Jahr Ehrenamtsagentur" aus. "Mit hat damals jemand gesagt: In Gelsenkirchen funktioniert das nie", so Baranowski. Dies habe sich nicht bewahrheitet - im Gegenteil: Dank der Agentur "wird tatsächlich etwas bewegt". loc

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WAZ hat geschrieben:Die Entdeckungshelfer
Gelsenkirchen, 04.02.2008, Von Michael Muscheid
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Ausbildungspaten ebnen Jugendlichen den Weg in eine Lehrstelle und sorgen anschließend dafür, dass sie bei der Stange bleiben. Beispiel: der Evangelische Kirchenkreis. Er unterstützt die Hauptschule an der Schwalbenstraße

(WAZ)
Was macht ein halbes Dutzend Zehntklässler mit einem Legostein, einem Gummihandschuh und einer Muschel? Ganz einfach: erst mal warm werden.

Zehn, zwölf Stunden, je nach Bedarf, sitzen gut 40 Hauptschüler von der Schwalbenstraße - verteilt über das Schuljahr - in Kleingruppen zusammen, treffen sich alle paar Wochen beim Evangelischen Kirchenkreis. Dabei machen sie sich fit, werden fit gemacht - für den Arbeitsmarkt. Das Ziel formuliert Frau S. vom federführenden Industrie- und Sozialpfarramt (ISPA) in drei Worten: "einen Job finden".

Wenn das mal so einfach wäre. Lehrstellen gibt's bekanntermaßen nicht für jeden, und die, die eine haben, brechen nicht selten ab. Hier setzen die Ausbildungspaten an. Sie bauen, so das Ziel, ein Vertrauensverhältnis zu den Jugendlichen auf, arbeiten mit Eltern, der Schule und - wenn es mit der Lehrstelle geklappt hat - auch mit dem Ausbildungsbetrieb zusammen.

Ausbildungspate, das ist vor Ort auch die Evangelische Kirche. Sie unterstützt die Beckhausener Hauptschule mit dem Projekt "Learning by doing". Die Schule, so formuliert es der stellvertretende Leiter Wolfgang Terjung, ist "heilfroh über die Hilfe". Der Ausbildungsmarkt, so der Pädagoge, "bricht zusammen". 30 Prozent seiner Schüler kämen als Lehrlinge unter, diese Quote hofft er, durch die Patenschaft zumindest halten zu können.

Unternehmer, aber auch mal Lehrlinge kommen zum Gespräch mit den Schülern, reden über Voraussetzungen, die sie mitbringen müssen, und Anforderungen, die sie erwartet. Außerdem werden Berufe vorgestellt und immer wieder Vorstellungsgespräche eingeübt. Letzteres übrigens auch mit verteilten Rollen, sagt Trainer Jörg Haase. Wenn Schüler in die Rolle eines Unternehmers schlüpfen, wüchsen sie buchstäblich um einige Zentimeter, sagt er schmunzelnd. Und nicht zuletzt erkennen sie, dass der Chef hinter dem Schreibtisch "auch nicht immer die Ruhe in Person ist".

Klaus Buchholz macht den jungen Menschen Mut. Der ehemalige Arbeitsamtsdirektor, in Beckhausen in der Nachbarschaft der Hauptschule zu Hause und als Ausbildungspate im Unruhestand aktiv, sieht nach einem halben Jahr Begleitung bei den Hauptschülern "konkrete Schritte": Über die vielen Wochen hätten sie sich kräftig weiterentwickelt.

Vor allem hätten sie das: ihre persönlichen Stärken gefunden und definiert. Das sei das Wichtigste: Die Ausbildungspaten sehen sich gerade auch als "ein Stück Entdeckungshelfer" . Sie wollen den Schülern, so Buchholz, "nicht die Arbeit abnehmen", sondern ihnen zeigen, was in ihnen steckt. Und das, betont Lehrer Terjung, sei "eine Menge Potenzial".

Natürlich: Auch Schwächen würden in dem Projekt offengelegt. Oder in den Worten von Frau S. : "Wir sprechen auch Klartext". "An sozialen Kompetenzen", stellt Buchholz aber klar, "kann man arbeiten." Am Ende des Schuljahrs, so das gemeinsame Ziel, sollen die Schüler ihre Stärken nutzen und die Schwächen so weit beseitigt haben, dass ihnen eine Lehrstelle winkt.

Und wofür werden nun Legostein, Gummihandschuh und Muschel gebraucht? Wie gesagt: Zum warm werden, sagt Frau S. Bevor nämlich das nächste Vorstellungsgespräch geprobt wird, nimmt jeder Schüler einen Gegenstand aus einem Kasten, der auf dem Tisch steht. Dieser Gegenstand muss dann in eine Geschichte eingebaut werden, die die Gruppe gemeinsam spinnt.

Ob das nicht irgendwie auch eine Übung ist? Zur Entdeckung der eigenen Kreativität? Oder zur besseren Präsentation in der Gruppe? Die Verantwortlichen schmunzeln.
Zuletzt geändert von Verwaltung am 30.04.2012, 16:41, insgesamt 1-mal geändert.

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