Anfang der Sozialdemokraten in Gelsenkirchen - Horst

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Heinz Kolb
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Anfang der Sozialdemokraten in Gelsenkirchen - Horst

Beitrag von Heinz Kolb »

Es waren 17 Bergleute der Zeche Nordstern, die am 31.Dezember 1904, in der Wohnung von Eduard Naujoks, im Winkel 13, in der Gemeinde Horst, einen "Sozialdemokratischen Verein gründeten, der die Bezeichnung "Sozialdemokratischer Verein Horst Emscher und Umgebung" trug.

Bereits im Jahr 1878 versuchten Bergarbeiter der Zeche Nordstern einen solchen Verein ins Leben zu Rufen. Im Kreis Recklinghausen, wo es bisher wie der Landrat mit Genugtuung bemerkte, keine Sozialdemokraten gegeben hatte und die sonst geläufigen Maßnahmen daher nicht bemüht zu werden brauchten, drohte die Zeche Nordstern im Sommer 1878 ihren Arbeitern mit sofortiger Entlassung, falls sie sozialdemokratischen vereinen beitreten sollten; auch von den üblichen Zechenverwaltungen wurden die Bergleute "vorsorglich in der ernsten Weise vor der Teilnahme an den sozialdemokratischen Vereinigungen gewarnt und ihnen mit Arbeitsentlassungen gedroht".

Am 25. Februar 1890 lief das "sozialistengesetz" aus, auf der Horster Zeche waren z. d. Z. 786 Menschen beschäftigt.

Als in den darauf folgenden Tagen die Reichstagswahl statt fand, Kandidierte auch im Kreis Recklinghausen zum ersten mal ein Kandidat der Sozialdemokraten für den Reichstag.

In der Gemeinde Horst gab es 710 Männer die Wahlberechtigt waren, und zum ersten mal entfielen auch hier Stimmen auf die Sozialdemokraten.

Reichstagswahl im Februar 1890:
Wahlberechtigte in Horst.: 710 Männer
Gültig: 404 Stimmen
Sozialdemokraten: 11 Stimmen
Zentrum: 343 Stimmen
Sonstige: 50 Stimmen

Als der Sozialdemokratische Verein am 31.Dezember 1904 gegründet wurde, war an ein Versammlungslokal noch nicht zu denken, weil sich die Horster Gastwirte sträubten, "Sozis" einen Raum zu Verfügung zu stellen. So mußten die damaligen Versammlungen nach polizeilicher Anmeldung in der Wohning einer der 17 Mitglieder abgehalten werden. Da alle Mitglieder in Horst wohnten, gestand in der Zusammenkunft keine Schwierigkeiten.

Es gehörten folgende Bergleute so weit sie mir bekannt sind der Horster SPD bei der Gründung an:
Eduard Naujoks.
Franz Krakowczik
Emil Rothemann
Wilhelm Podschwadek
Emil Schwarzer
Josef Liebhard
Friedrich Unferfeth
die anderen zehn sind mir Leider nicht bekannt.

Die ersten Vorstandsmitglieder waren:
Eduart Naujoks
Emil Schwarzer
Josef Liebhard
Friedrich Unferfeth

In den Versammlungen wurde heiß diskutiert. Manchmal sogar mit Ordentlicher Lautstärke, denn die Meinungen waren nicht diedrlbrn, auch wenn alle das gleiche Ziel hatten. da kam man auf die Idee, ein Gammophon im Nebenzimmer aufzustellen, das die Diskussion übertönen sollte, damit die Polizei oder diejenigen, die draußen vorbei gingen, nicht merkten, was drinnen vor sich ging. Man sollte glauben, es wird ein Fest gefeiert.

Die Genossen arbeiteten alle auf der Zeche Nordstern. Die dortige Verwaltung duldete weder Gewerkschaften noch "Sozis" unter der Belegschaft. In trauter Gemeinsamkeit arbeitete die Zechenverwaltung mit der Polizei sogenannte "schwarze Listen" aus.
Die Polizei wußte so immer, wo die "Aufrührer" arbeiteten und die Zechenverwaltung brauchte nur einen Wink, um einen aus der "Umsturzpartei" auf die "schwarze Liste" zu setzen. So mußte das Wirken der Sozialdemokraten lange im verborgenen vor sich gehen.

Die günstige industrielle Entwicklung in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts gab Veranlassung, eine weitere Schachtanlage auf Nordstern einzurichten. Im Jahr 1899 wurde etwa 1,5 km nordöstlich der alten Anlage an der Horster Gemeindegrenze gegen Buer bei der frühren Gelsenberg - Benzin AG. (heutigen BP - Werk an der Johanna-,Koststraße) mit dem Abteufen von Schacht 3 begonnen.

Mit ihren drei fördernden Zechen rückte Nordstern in die Spitzengruppe der Steinkohlenproduktion im Ruhrgebiet.

Die rasche Aufwärtsentwicklung wurde im Januar 1905 durch einen großen Streik, der im Bereich des alten Ruhrtalbergbau ausbrach und sich über das ganze Revier erstreckte, für kurze Zeit unterbrochen.

Am Morgen des 12. Februar 1905 stellte sich der Sozialdemokrat Franz Krakowski in die Kaue der Zeche Nordstern und hielt vor der Versammelten Belegschaft eine Ansprache, daraufhin fuhr nur 1/5 der Belegschaft an, der Rest ging nach Hause.

Am 11. September 1905 hatte die Partei in Horst 24 Mitglieder, am 26. September waren es 26 Mitglieder.

Der Rovinzial - Parteitag des Bezirks Westfalen fand am 11. September 1905 im Lokal Röthemayer in Witten statt, hier stellten die Horster Sozialdemokarten folgenden Antrag.
"Der Parteitag möge beraten ob nicht ein Ausweg zu fnden sei, um den Lokalmangel in unserem Wahlkreis abzustellen",

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Aber auch der Provinzial - Parteitag konnte keine Abhilfe schaffen.

1907 gründte sich der Arbeiter - Radfahrer - Bund in Horst. Auch er hatte große Schwierigkeiten zu bewältigen, denn der Einfluß der Kirche und die stark religiös geprägte Mentalität der Arbeiter ließ in den ersten Jahren keine vernüftige Vereinsführung zu.

Ergebniss der Reichstagswahl am 25.Januar 1907 in Horst:
Wahlbeteiligung: 3.124
Gültige Stimmen: 2.613
Zentrum: 1.001
Sozialdemokraten: 922
Nationalliberale: 365
Sonstige: 325.

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Heinz Kolb

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Verwaltung
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Re: 1. Anfang der Sozialdemokraten in Gelsenkirchen - Horst

Beitrag von Verwaltung »

Edit Verwaltung:
Die Verwaltung hat die versehentlich mehrfach eingefügten Beiträge von Heinz Kolb auf seinen Wunsch hin gelöscht.

Kleiner Tipp:
Wir haben einen Bereich, in dem man das Einstellen von Beiträgen üben kann.

http://www.gelsenkirchener-geschichten. ... m.php?f=46

Klaus S.
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Beitrag von Klaus S. »

Was ist denn hier passiert ?
Zuletzt geändert von Klaus S. am 29.05.2009, 04:08, insgesamt 1-mal geändert.

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Heinz Kolb
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Beitrag von Heinz Kolb »

Da schreibt einer aus Gelsenkirchen ist doch schön hier.

pito
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Beitrag von pito »

@Heinz Kolb: Klaus S. meinte eher, warum der quasi gleiche Beitrag 5 mal untereinander steht. ;-)

Rechts über deinen Beiträgen stehen drei Tasten. Die erste dient zum Zitieren in einem neuen Beitrag, die zweite zum Bearbeiten des vorhandenen Beitrags und die dritte (kleines x) zum Löschen.

Ach, und willkommen im Forum. :)

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Heinz Kolb
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2. Anfang Sozialdemokraten in Gelsenkirchen - Horst

Beitrag von Heinz Kolb »

Die Sozialdemokraten in Horst hatten eine sehr enge Bindung zu den Ortsgruppen Karnap, Gladbeck und Buer, denn man gehörte gemeinsam mit Gladbeck und Buer dem SPD- Unterbezirk Recklinghausen an.

So nahmen die Horster Genossen am 01. Mai 1908 an einer Kundgebung in Buer teil. Doch zunächst trafen sich die Horster morgens in der Früh auf dem Horster Marktplatz (dieser war an der Stelle wo sich heute das Horster Hallenbad befindet) und warteten auf die Genossen aus Karnap und Gladbeck, als die dann kamen, zogman gemeinsam nach Buer.

Lange Zeit war es nicht ungefährlich, an Maifeiern teilzunehmen, denn es hätte Zusammenstöße mit der Polizei geben können. Diese Zusammenstöße nahm man genauso in Kauf, wie den möglichen Verlust des Arbeitsplatzes, denn erst 1919, nach einem verheerenden Krieg, wurde der erste Mai als gesetzlicher Feiertag zugelassen.

1909 Kandidierte der Vorsitzende der Horster Sozialdemokraten Eduard Naujoks für den Posten des Knappschaftsältesten, bei dieser Wahl Unterlag er dem Kandidaten des Christlichen Arbeitervereins.

Im Jahre 1910 stieg die Zahl der Einwohner in Horst auf 20.853 Personen. Man ging hier in Horst wie überall in Deutschland, auf die Straßen und forderte gleiches Recht für alle, denn man war gegen das 3-Klassen-Wahlrecht. Man wollte erreichen, das jeder Wahlberechtigte Bürger egal ob Frau oder Mann eine Stimme erhielt, und nicht wie das Dreiklassenwahlrecht bestimmte das wer die höheren Steuern zahlte, auch glrich zwei oder gar drei Stimmen besaß.

Zur Steuerklasse 1 gehörte in Horst nur die Zeche Nordstern, sie bestimmte 1 / 3 der Horster Gemeindevertreter.
Zur 2. Klasse gehörten Selbständige, Kaufleute und Handwerker.
Die Weitaus größte Zahl gehörte zur 3. Klasse insgesamt Wählte inHorst jede Abteilung 5. Kandidaten

Denn nach dem Dreiklassenwahlrecht wurde der Gemeinderat gewählt, die Wähler die das erste Drittel der Steuern aufbrachten bildete die erste und zweite Klasse.
Alle anderen gehörten zur dritten Wählerklasse, jede Klasse Wählte die gleiche Anzahl an Abgeordnete für den Gemeinderat, sowie für den Preußischen Landtag.

Die übersicht zeigt deutlich die geringe Zahl Steuerkräftiger Gewerbetreibender und die wirtschaftliche Abhängigkeit der Zeche Nordstern.

Klasse: 1
Wahlberechtigte: 2474
Steueraufkommen: 141489
Höchste- Steuer: 133.00
Wahlbeteiligung: 50%

Klasse: 2
Wahlberechtigte: 305
Steueraufkommen: 141557
Höchste- Steuer: 8953,00
Wahlbeteiligung: 85%

Klasse: 3
Wahlberechtigte: 1
Steueraufkommen: 268335
Höchste- Steuer: 268335,00
Wahlbeteiligung: 100%

Die Zahl der Wahlberechtigten betrug bei der Gemeindewahl 1910 in den 3. Abteilungen 2.474, aber nur 1.281 machten von ihrem Wahlrecht gebrauch.

Es traten folgende Kandidaten an:
Szechanovski, Zentrum 586 Stimmen.
Kazierzak, Zentrum 532 Stimmen.
Kesselböhmer, Zeche Nordstern 403 Stimmen
Kornowski, Zeche Nordstern 322 Stimmen
Eduard Naujoks, Sozialdemokraten 321 Stimmen
Karl Pehlke, Sozialdemokraten 295 Stimmen,

Die Absolute Mehrheit für die Kandidaten betrug 641 Stimmen, da diese Zahl von keinem der Kandidaten erreicht wurde, musste die Stichwahl entscheiden. Diese Wahl ging zugunsten der beiden Zentrumskandidaten aus.

Im Jahre 1910 wurde auch der Arbeitermusikverein "Dornröschen" gegründet.
Diesem Musikverein folgte im Jahre 1911 die Gründung des Arbeitergesangvereins "Freiheit". Er hatte etwa 30 Mitglieder, als er am 06./07. August in Dortmund beim Gaufest des Bezirks Westliches Westfalen das erste Mal an einer großen Veranstaltung teilnahm.

Als am 28./29. Okober 1911 der Sozialdemokratische Parteitag des Bezirks Westliches Westfalen stattfand, nahmen auch Genossen aus Horst daran teil. Auf der Tagesordnung standen u. a. "Gründungen von Maifeiern, Bezirksfonds, Gründung von Jugendorganisationen, Bildungsbestrebungen, die Reichstagswahl sowie preußischer Waghlkampf und die Landtagswahl sowie Kommunalwahlkämpfe in Industriebetrienen".
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Am 12.01.1912 fand die Reichstagswahl statt. Bei dieser Wahl gingen die Sozialdemokraten in Horst erstmals als Sieger hervor.

Reichstagswahl in Horst am 12. Januar 1912:
Wahlberechtigte: 4.103
Abgegeben: 3.462
SPD: 1.534
Zentrum: 1.248
Nationaliberale; 34
Polen: 435
Sonstige: 12
Zuletzt geändert von Heinz Kolb am 29.05.2009, 13:15, insgesamt 3-mal geändert.

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Heinz Kolb
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3. Anfang Sozialdemokraten in Gelsenkirchen - Horst

Beitrag von Heinz Kolb »

Das die Horster Sozialdemokraten beider Reichtstagswahl 1912 in Horst vor der Zentrumspartei lag war auch ein Verdienst der Frauen in der SPD, denn diese leisteten schon damals gute Arbeit in der Armen und Altenpflege.

Das Wahlergebnis für den Wahlkreis Recklinghausen - Borken sah natürlich anders aus.

Gesamtergebnis Wahlkreis Recklinghausen - Borken

Schiffer (Zentrum) 40.600 Stimmen, Janschek (SPD) 21.000 Stimmen, Schürholz (National-Liberale) 5.500 Stimmen, Chociszewski (Polenpartei) 8.000 Stimmen und Blauer (Chrisliche- Soziale) 1.910 Stimmen.

Dieses Ergebnis kam zu stande, weil dieser Wahlkreis eine Domäne der Zentrumspartei war, die Urwähler gaben ausschließlich dem Zentrumskandidaten ihre Stimme. Ausschlag gebend war das die Kirche in vielen Familien einen großen Einfluß hatte.

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Am 11. März 1912 brach erneut ein Bergarbeiterstreik aus, bereits einige Tage zuvor Sprachen sich auf einer Revierkonferenz des Dreibundes in Herne 507 Delegierte für
einen Arbeitskampf aus. 74 Delegierte waren dagegen.

Der Dreibund bestand aus dem sozialdemokratischen "Alten Verban", der polnischen Berufsvereinigung und dem "Gewerkschaftsverein Hirsch-Dunker". Die christliche Gewerkschaft distanzierte sich vin beginn an von den Streikaktionen. Die Zechen wiesen bereits in den ersten Tagen hohe Streikquoten auf.

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Heinz Kolb
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4. Anfang Sozialdemokraten in Gelsenkirchen - Hors

Beitrag von Heinz Kolb »

Das Hauptziel galt der Achtstundenschicht. Zum Schutz der Arbeitswilligen schickte die preußische Regierung Polizei und Militär in das Streikgebiet. So konnten die Streikbrecher unter Polizeischutz durch die Zechentore geschleust werden.

Die Situation zwischen Streikbrecher und Arbeitswilligen eskalierte, Streikende sperrten die die Straßen die zur Zeche Führten.

Am 20. März Streiken immer noch 38% der Bergleute. aber die Streikfront bröckelte. Nach den Streikenden setzte eine Verfolgungswelle ein, es wurden Geld und Gefängnisstrafen für das "Streikvergehen" verhängt.

Viele Mitglieder verliesen damals den "Alten Verband", für die Gewerkschaftler stand am Ende die Erkenntnis das nur Einigkeit und Solitarität die Voraussetzung für Erfolgreiche Arbeitskämpfe sind.

1912 gab es in Horst den Arbeitersportverein "Glück Auf", er hatte 35. Mitglieder.

Gemeinderatswahl in Horst am 07. November 1912

Bei dieser Wahl traten folgende Kandidaten an.
Franz Steininger, (Zentrumspartei) 559 Stimmen.
Theodor Zitz, (Zentrumspartei) 552 Stimmen.
Alber Feuersänger (SPD) 413 Stimmen.
Karl Pehlke (SPD) 397 Stimmen.
Karl Karnowiski (Ev. Arbeiter) 248 Stimmen und
Ernst regener (Ev. Arbeiter) 236 Stimmen.

Da keiner der sechs Kandidaten die Absolute Mehrheit von 609 Stimmen erhielt, obwohl jeder Wähler zwei Stimmen hatte, wurde zwischen den ersten vier eine Stichwahl durchgeführt.

Die Stichwahl fand am 18/19 November statt.
Franz Steininger, (Zentrumspartei) 561 Stimmen.
Theodor Zitz, (Zentrumspartei) 557 Stimmen
Alber Feuersänger (SPD) 358 Stimmen
Karl Pehlke (SPD) 340 Stimmen.

Hier wurden bereits am ersten Tag für die beiden Zentrumskandidaten mehr Stimmen als für die beiden Sozialdemokraten abgegeben. Die Stimmen für die beiden Steininger und Zitz fielen deshalb so hoch aus, weil viele Wähler nur eine Stimme abgaben. Gewählt waren damit Steiniger und Zitz.

In der zweiten Abteilung erhielten:
Josef Weber, Bauunternehmer (Zentrum) 271 Stimmen.
Jakob, Doktor (Zentrum) 221 Stimmen-
Preineri, Handwerksneister (Zentrum) 185 Stimmen.
Krach (Zentraum) 78 Stimmen und Bischof, Zentrum ebenfalls 78 Stimmen.

In der ersten Abteilung wurden gewählt
Der Markschneider Wiemhoff (Zentrum)
und der Kaufmann Staffelmann (Zentrum).
Da die Wahl von Wiemhoff für Ungültig erklärt wurde, erklärte man den bisherigen Gemeindvorsteher Thoedor Siebeck als gewählt.

[/u]So setzte sich der Horster Gemeinderat 1912 wie folgt zusammen[/u]
Amtmann: Franz Kranefeld (Zentrum)
Franz Steininger (Zentrum)
Theodor Zitz (Zentrum)
Josef Weber (Zentrum)
Preineri (Zentrum)
Dr. Jakob (Zentrum)
Kracht (Zentrum)
Bischof (Zentrum)
Staffelmann (Zentrum)
und Theodor Siebeck (Zentrum).

Bild
Amtsmann zu Horst Franz Kranefeld 1897 - 1915

Komplizierter als die Gemeindewahl war die Wahl zum Preußischen Abgeordnetenhaus. Diese Erfolgte ebenso nach dem Dreiklassenwahlrecht. Die sogenannten Urwäler wählten vor Ort die Wahlmänner, die meist in Recklinhausen die eigentlichen Abgeordneten waren.

]Die Wahl zum Preußischen Abgeordnetenhaus 1913 hatten in Horst folgendes ergebnis.
Zentrum 1233 Stimmen
SPD 190 Stimmen
Liberale 214 Stimmen.

Eduard Naujoks war einer der Wahlmanner der Sozialdemokraten aus Horst die an einersolchen Abgeordneten Wahl teil nahm.

Innerhalb der Horster Genossinnen und Genossen wurde Kameradschaft groß Geschrieben, hier fanden Bergleute, Arbeiter und Hausfrauen ein zu Hause, hier blieb keiner mit seinen Sorgen allein.
Der Beitrag betrug 30 bis 50 Pfennig und er wurde von jedem Mitglied Regelmäsig Bezahlt. Nur nach Außen hin hatte die Partei einige Probleme, denn sie tat sich schwer gegen den Politischen Gegner, die Zentrumspartei durch zu setzen.

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Heinz Kolb
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Der Erste Weltkrieg

Beitrag von Heinz Kolb »

Nach dem der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand und seine Gemahlin am 28. Juni 1914 von einem südslawischen Nationalisten in der bosnischen Stadt Sarajewo erschossen wurde gab es Signals zum Ausbruch des erste Weltkrieges.

Am 04. August unterstützten die Reichstagsabgeordnetn der SPD die Kriegspolitik des Deutschen Kaisers. Die Entscheidung für die "Burgfriedspolitik" kam innerparteilich nicht einstimmig zu stande: schon bald zeigte sich ein tiefer Riß in der deutschen Arbeiterbewegung.

Als am 02. Dezember 1914 Karl Liebknecht im Reichstag unter Bruch der Fraktionsdiziplin gegen den zweiten Kriegkredit Stimmte und den imperialistischen Charakter des Krieges bloßstellte, begann die offene Auseinandersetzung in der deutschen Sozialdemokratie.

Drei Monate nach Ausbruch des 1. Weltkrieges am 01. August 1914 fanden am 14/15 und 16. August 1914 erneut Gemeinderatswahlen in Horst statt. Viele Bürger hatten an dieser Wahl das Interessen verloren, die Teilnahme war schwach, so das die Zentrumspartei die oberhand behielt.

Die Innerparteiliche Opposition gegen die Bewilligung der Kriegskredite wuchs im folgenden Jahr weiter an. Die SPD- Reichsragsfraktion billige zunächst den gegnern der Burgfriedenspolitik zu, bei den Abstimmungen dem Reichstagsplenium fern zu bleiben.

Mitte März 1915 trafen in Horst die ersten Gefangenentransporte ein. Die Gefangenen wurden im Hungesellenhaus in der Alten Kolonie die vor dem heutigen Rhein- Hern- Kanal sich befand untergebracht und mußten auf einer der vier Nordstern - Schächte arbeiten.

Am 21. Dezember 1915 Stimmten 19 von 45 Abgeordneten des Reichstags, die sich in der Fraktionsitzung gegen die Genemigung weiterer Kriegskredite ausgesprochen hatten, auch im Plenium des Reichstages nicht mehr zu. Der Hunger der Bergleute wurde immer größer und so richtete man ab 1916 für die Arbeiter sowie für die gesamte Horster Bevölkerung Suppenküchen ein.

Ab 07. Juli 1917 konnten die Unter- Tage- Arbeiter auf der Zeche Nordstern ein Kilo Fetten Speck für 5.60 RM Kaufen, aber wer konnte dieses in der damaligen Zeit schon Bezahlen.

Gleichzeitig kam es am selben Tag im Ruhrgebiet zu einem großem Bergarbeiterstreik.

Heftige Auseinandersetzungen innerhalb der Sozialdemokraten gab es bereits im April 1917 im Deutschen Reichstag. Diese Auseinandersetzungen führten zur Spaltung der SPD und zur Gründung der Unabhängigen Sozialdemokraten (USPD).

So bildete sich auch in Horst in der Gaststätte Frohne an der Buerer Straße eine kleine Gruppe Unabhängiger Sozialdemokratenin Horst.

Quell aus Festschrift SPD Horst- Nord 1895- 1990
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Foto: aus 725 Jahre Horst und mehr 2007
Zuletzt geändert von Heinz Kolb am 12.06.2009, 01:39, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Verwaltung »

Bitte auch in diesem Fred an das Copyright denken!!!

Vielen Dank sagt die
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Wir folgen den Ideen der Open-Source / Access- und Common Lizenz Bewegung. Solltest du dein Bildmaterial aus beruflichen oder persönlichen Gründen nicht freigeben können, kennzeichne das bitte durch einen Copyright-Zusatz

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Heinz Kolb
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Hinter den Kulissen ging es unruhig zu.

Beitrag von Heinz Kolb »

Bild
Foto:Walter Podschwadek aus Wuppertal 1983

Obst, Gemüse, Kartoffeln konnte man, (Wenn es was gab) um Geschäft des Genossen Wilhelm Podschwadek an der Franzstraße (heute Industreistraße zwischen Marken- und Am Bauverein) kaufen.

Hinter den Kulissen ging es unruhig zu.

Es wurde vielfach von Funktionären der Arbeiterverbände Unfrieden in die Belegschaft gebracht, die namentlich jene Arbeiterausschüsse, die an der Zechenverwaltung etwas Gutes ließen, lächerlich machten oder als ungeeignet zur Vertretung der Arbeiterinteressen hinstellten.

Dieser Vorgang bewirkte nicht zuletzt, dass die Streiks Mitte April wieder einsetzten und bis Ende des Jahres 1917 sich in vielen kleinen Streiks fortführten.


Man klagte weiter über die schlechte Ernährung und über die hohen Preise, vor allem aber Klagen den Menschen die auf Nordstern beschäftigt waren über die von der Zeche nicht gehaltenen Lohnversprechungen. Allgemein hatte man den Eindruck, dass im Kohlengebiet in kürze ein größerer Aufstand ausbrechen würde.

In einer derartigen Atmosphäre ging man 1918 entgegen.

Es erschienen Flugplätter der USPD auf allen Zechen im Revier.

Von der ehemaligen Nationalen Begeisterung blieb 1918 nichts mehr übrig.
Die Zahl der Gefallenen an der Front betrug, [color=red) soweit sie aus Horst waren,
574 Männer und wehr als Soldat sein Leben an der Front nicht verloren hatte oder in Gefangenschaft geraten war, den erwartete in der Heimat eine trübe Zeit.

Die Arbeiterschaft hatte den Willen nach Frieden schon durch ihre Streikbewegung zu Beginn des Jahres 1918 artikuliert.

Im November 1918 kam es zur Revolution in Deutschland. Der Funke der Revolution sprang von Kiel auf alle Norddeutschen Städte über und ergriff auch bald das Ruhrgebiet. So zogen bereit im November 1918 Mitglieder der USPD zusammen mit ihren Kindern durch die Horster Straßen und schwängten Rote Fahnen und sagen „Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum der Kaiser hat in Sack gehaun“. Man rief weiter „der Militarismus ist Tod, es lebe die Freiheit.“

Quelle von meinem Ehemaligen Chef, dem Bauunternehmer Josef Weber (Verstorben)
Zuletzt geändert von Heinz Kolb am 19.06.2009, 11:21, insgesamt 1-mal geändert.

Heinz
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Beitrag von Heinz »

@Heinz Kolb

Bitte nutze die Möglichkeit, deine Beiträge 24 Stunden noch nachträglich editieren zu können.
Du hast viele Flüchtigkeitsfehler und überflüssige Tags in deinen Texten.
Das sieht Schei.... aus :!:
Die Verwaltung hat keine Zeit immer wieder deine Texte nachzubessern.
Danke für deine Mühe - die Verwaltung bemüht sich auch. :!:

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Heinz Kolb
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Beitrag von Heinz Kolb »

Heinz hat geschrieben:@Heinz Kolb

Bitte nutze die Möglichkeit, deine Beiträge 24 Stunden noch nachträglich editieren zu können.
Du hast viele Flüchtigkeitsfehler und überflüssige Tags in deinen Texten.
Das sieht Schei.... aus :!:
Die Verwaltung hat keine Zeit immer wieder deine Texte nachzubessern.
Danke für deine Mühe - die Verwaltung bemüht sich auch. :!:
Auch wenn Heinz von der Verwaltung meine Geschichte kritisiert, und der Meinung ist das die Verwaltung keine Zeit hätte meine Flüchtigkeitsfehler und auch meine Texte nach bessern zu können.

Möchte ich ihm folgendes Mitteilen. Es kann nicht jeder so schlau sein wie er. Ich überlege ob ich in Zukunft überhaupt noch etwas schreibe, denn ich habe das Gefühl das hier auf Geschichte gar kein Wert gelegt wird.
Das diese Seite Gelsenkirchener Geschichte nur als Laaber Seiten oft Benutzt wird.

Und das die Verwaltung so viel Arbeit hat. Tut mir unendlich leid. Viele Menschen in unserer Gesellschaft wären froh, wenn diese überhaupt eine Beschäftigung hätten.

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Benzin-Depot
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Beitrag von Benzin-Depot »

Heinz Kolb hat geschrieben: Viele Menschen in unserer Gesellschaft wären froh, wenn diese überhaupt eine Beschäftigung hätten.
...ich sach mal lieber nix :wink:
„Die Menschen", sagte der Fuchs, „die haben Gewehre und schießen. Das ist sehr lästig.“
(Antoine de Saint-Exupéry / aus "Der kleine Prinz")

Heinz
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Beitrag von Heinz »

Heinz Kolb hat geschrieben:Auch wenn Heinz von der Verwaltung meine Geschichte kritisiert, und der Meinung ist das die Verwaltung keine Zeit hätte meine Flüchtigkeitsfehler und auch meine Texte nach bessern zu können.

Möchte ich ihm folgendes Mitteilen. Es kann nicht jeder so schlau sein wie er. Ich überlege ob ich in Zukunft überhaupt noch etwas schreibe, denn ich habe das Gefühl das hier auf Geschichte gar kein Wert gelegt wird.
Das diese Seite Gelsenkirchener Geschichte nur als Laaber Seiten oft Benutzt wird.

Und das die Verwaltung so viel Arbeit hat. Tut mir unendlich leid. Viele Menschen in unserer Gesellschaft wären froh, wenn diese überhaupt eine Beschäftigung hätten.
Wo du recht hast, hast du recht. Also: weitermachen. :up:

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