Flugplatz Gelsenkirchen-Essen-Rotthausen

Von Flughäfen und Flugmaschinen und von mutigen Männern in ihren fliegenden Kisten

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pito
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Beitrag von pito »

Detlef Aghte hat geschrieben:1946 wird das Rollfeld des Flughafen Buer für die Karfoffelbepflanzung freigegeben
Was ein Jahr nach Kriegesende natürlich absolut verständlich ist.

Karlheinz Rabas
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Beitrag von Karlheinz Rabas »

Hallo Verwaltung,

was ist das denn für ein Buch 'Gelsenkirchen', 1955, aus dem hier zitiert wird?
Mich würde das genaue Zitat für diese Literaturquelle interessieren.


Zu der Frage zur Tribüne:
Die Trabrennbahn lag tatsächlich zwischen Tribüne und Rollfeld und wie schon gesagt: Eröffnung des Flugplatzes Pfingsten 1912 und Eröffnung der Trabrennbahn September 1912.

Karlheinz Rabas
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Verwaltung
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Beitrag von Verwaltung »

Gelsenkirchen - Abbild einer großen Stadt

herausgegeben von

Walter Wehrenpfennig
Dr. Wilhelm Niemöller
Franz Bruns

1955 - Verlag Hans Burkhard - Essen

Mit Grußworten von OB Geritzmann und Schemann (Präsident der Industrie- und Handelskammer)

Kapitel:

1 Stadtbild un Bevölkerung
2 Arbeit und Wirtschaft
3 Handel und Verkehr
4 Erziehung und Kultur
5 Fürsorge und Versorgung
6 Sport und Erholung
7 Firmenspiegel

Heinz
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Beitrag von Heinz »

Mein (K.H. Rabas) Aufsatz im Gelsenkirchener Lesebuch zum Flugplatz Rotthausen:

Der Flugplatz in Rotthausen

Nur noch ältere Einwohner Rotthausens können sich an die Zeit erinnern, als sich auf heutigem Gelsenkirchener Stadtgebiet einer der ersten kommunalen Flugplätze Deutschlands befand.
Es gab zwar in Deutschland schon einige Flugplätze, Berlin- Johannisthal, Gotha, Friedrichshafen und Teltow, um nur einige zu nennen, jedoch befanden sich fast alle in Privatbesitz. In Rotthausen verließ man sich nicht auf diese privaten Initiativen. Die umliegenden Städte und Gemeinden gingen mit einigen Industrieunternehmen hier gemeinsam ans Werk.

Pfingsten 1912, genau am 25. Mai, wurde bei strahlendem Wetter der Flugplatz Rotthausen mit einem Flugtag eröffnet. Vorausgegangen war die Gründung der Westdeutschen Fluggesellschaft mbH, an der die Stadt Gelsenkirchen mit 300.000 Mark, die Bürgermeisterei Rotthausen mit 150.000 Mark und die Stadt Essen mit 100.000 Mark beteiligt waren.
Der Landkreis Essen, und die Stadt Leichlingen waren mit je 50.000 Mark, die Bürgermeisterei Stoppenberg, die mit ihrer Bauerschaft Katernberg unmittelbar an das Flugplatzgelände angrenzte, mit 40.000 Mark beteiligt. Weitere Anteile hielten die Zeche Zollverein mit 40.000 Mark und die Rheinisch-Westfälischen Motorluftschiff-Gesellschaft mit 20.000 Mark.
Die wesentlichen Vorarbeiten zur Gründung dieser Gesellschaft waren von dem Kaufmann Ernst August Schröder ausgegangen, der versuchte, die Motor-Luftfahrt in unserem Raum in Gang zu bringen. E.A. Schröder war ein Essener Ballonfahrer, der beim Niederrheinischen Verein für Luftschifffahrt, Sektion Essen, als Fahrtenwart arbeitete und Vorsitzender der Rheinisch-Westfälischen Motorluftschiff-Gesellschaft war. Schon vor Gründung der Westdeutschen Fluggesellschaft wurde bereits 1908 auf seine Initiative hin das erste Flugzeug von dem Ing. Schmetz in Altenessen gebaut. Da noch kein geeignetes Fluggelände vorhanden war, übte man in den Ruhrwiesen und erreichte Sprünge bis zu 1.000 Metern. Im Jahre 1911 wurde ebenfalls auf Betreiben von E.A. Schröder in Altenessen die Niederrheinsiche Flugbauanstalt Hilsmann Co. Gegründet. Ein Flugzeug dieser Firma flog am 7. und 14. Mai 1911 auf dem Flugplatz in Holten am Niederrhein. Holten war jedoch zu weit entfernt. Alles Suchen nach einem geeigneten Gelände war erfolglos, bis man nach 1911 bei einer Fahrt mit dem Parseval-Luftschiff das Gelände bei dem Gut Nienhaussne in der Bürgermeisterei Rotthausen fand. Nur der Tatkraft und dem unternehmerischen Wagemut von E.A. Schröder ist dann die Gründung der Westdeutschen Fluggesellschaft mbH und damit des Flugplatzes Rotthausen zu verdanken.
Der Flugplatz selbst und seine Einrichtungen waren für die damalige Zeit recht großzügig angelegt. Es gab eine große Tribühne für die Zuschauer, ein Verwaltungsgebäude, ein Fliegerheim, drei große Flugzeughallen, Abstellplätze für die Wagen und einen Anschluß an das Straßenbahnnetz. Dazu kamen das Waldhausrestaurant im Neinhsuer Busch, das noch heute existiert.
Die Lage des Flugplatzes galt allerdings bei den Fliegern wegen des Nienhasuer Busches, der benachbarten Zeche Zollverein mit ihren Schächten 4 und 5 und dem Schwarzbach, der damaligen Grenze zwischen Rheinland und Westfalen, nicht als optimal.
Alles was damals in der Fliegerei Rang und Namen hatte, flog bei den Flugtagen und tausende von Menschen waren begeisterte Zuschauer.
Der Flugplatz in Rotthausen diente ausschließlich der Sportfliegerei, Militätfliegerei wurde nicht betrieben.
Einige Flugzeugführer, Wilhelm Albers, Josef Schlatter und Georg Mürau mit seiner Frau Charlotte Möhring, eröffneten auf dem Flugplatz Fliegerschulen.
Mitte 1912 gründeten der Kaufmann E.A. Schröder, der Oberleutnant Bernhard Goldschmidt und der Prokurist Otto May die Kondor-Flugzeugwerke-Gesellschaft mbH mit Sitz in Essen, die für den Flugplatz von großer Bedeutung war. Zu Beginn hatten die Kondor-Werke in Rotthausen 60 Mitarbeiter, gegen Ende des Ersten Weltkrieges waren es 1.200 Mitarbeiter. Aber das Ende des Krieges war auch das Ende der Flugzeugwerke.
Im Jahre 1919 trat der Flugplatz Rotthausen noch einmal mit einem großen Ereignis an die Öffentlichkeit. Als erste Fluggesellschaft der Welt eröffnete die Deutsche Luftreederei, Berlin, auf der Route Berlin-Hannover-Rotthausen am 16. April 1991 eine planmäßige Postflugstrecke, die jedoch wegen der 50 km-Sperrzone Ende 1919 wieder eingestellt werden musste.
Danach tat sich nicht mehr viel auf dem Flugplatz. Zeitweise zog die Gelsenkirchener Polizei in die Flugplatzgebäude ein. Im Frühjahr 1923 besetzten französische Truppen die Gebäude. Offiziell wurde der Flugplatz 1926 wieder als Landeplatz anerkannt, erlangte jedoch seine ursprüngliche Bedeutung nicht mehr wieder. Die Essener Sportflieger, die hier flogen, zogen 1933 nach Mülheim. 1940 schulten auf dem Rotthauser Gelände noch Segelflieger, aber damit endet auch die kurze Geschichte des Flugplatzes Rotthausen.

Viele Grüße

Karlheinz Rabas

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Beitrag von Verwaltung »

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1914

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Heinz O.
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Beitrag von Heinz O. »

eine AK von 1920Bild

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Heinz O.
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Beitrag von Heinz O. »

Polizeischule oder Station am Flugplatz in Rotthausen.
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genauere Infos habe ich z.Zt. leider nicht (versuche sie nachzureichen).Ich habe mir nur den Titel des Buches notiert.
Ich denke Herr Rabas wird einiges dazu berichten können.

aus:Beiträge zur Sozialgeschichte der Polizei in GE
Schriftenreihe des Instituts für Stadtgeschichte-Beiträge ,Band 12
Klartext Verlag 2005
ISBN:3-89861-410-7
Micha

Irgendwie machen GEschichten süchtig .......

erloeser
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Beitrag von erloeser »

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Das Bild habe ich dem Buch von Fred Kaspar und Thomas Spon: "Unterwegs in Westfalen, Verkehrsentwicklung im Wandel der Zeit in Bildern und Berichten aus westfälischen Archiven", Rheda-Wiedenbrück 1991, entnommen.

Im Untertitel zu dem Foto heisst es:

"Seit 1913 gab es in Rotthausen bei Gelsenkirchen einen Flugplatz an der Stelle, die heute zur Trabrennbahn gestaltet ist. Die Einweihung - hier im Bild - gestaltete sich zu einem Volksfest.Von 1919-1920 starteten von dort Linienverkehrs- und Postflug-Verkehrsmaschinen nach Berlin; von der französischen Besatzungsmacht wurden sie jedoch verboten, da Gelsenkirchen innerhalb der neutralen 50-Kilometerzone lag. Aufn. von 1913"

Mit der Datierung nehmen es der wissenschaftliche Referent beim westfälischen Amt für Denkmalpflege des LWL, Dr. Thomas Spohn und Dr. Fred Kaspar, Mitglied der Volkskundlichen Kommission für Westfalen nicht so eng, genauso wie mit dem Verlauf der Grenzführung Westfalens.

erloeser
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Beitrag von erloeser »

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Bei den Ansichtskarten der Ruhrgebietsstädte der damaligen Zeit, auf denen hin und wieder auch Luftschiffe zu erkennen sind (wie auf den Abbildungen zu Beginn dieses Themas zu sehen) und die ohne Zweifel auch ihre Runden über dem Ruhrgebiet gedreht haben, handelt es sich in der Regel um Fotomontagen.

Hier ein unbearbeitetes Foto des Luftschiffes "Graf Zeppelin" vom 10.08.1930, welches allerdings nicht in Rotthausen aufgenommen wurde, sondern in Dortmund ... waschechte Gelsenkirchener mögen mir diesen Frevel verzeihen ;-)

Zu erkennen sind nicht nur Schaulustige und die Bodenmannschaft, die das landende Luftschiff sichert, sondern rechts auch eine Bergmannskapelle, die das Luftschiff musikalisch begrüsst.

(Quelle: Kaspar, Spohn: "Unterwegs in Westfalen")

Schacht 9
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Beitrag von Schacht 9 »

@erloeser schrieb:
Bei den Ansichtskarten der Ruhrgebietsstädte der damaligen Zeit, auf denen hin und wieder auch Luftschiffe zu erkennen sind (wie auf den Abbildungen zu Beginn dieses Themas zu sehen) und die ohne Zweifel auch ihre Runden über dem Ruhrgebiet gedreht haben, handelt es sich in der Regel um Fotomontagen.
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Sollen wir ihm das glauben??

Josel
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Beitrag von Josel »

Das sieht doch ein Blinder: Die Markisen im Vordergrund sind niemals echt.

J.
Vertrödeln Sie keine Zeit mit dem Lesen von Signaturen!

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Frank
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Beitrag von Frank »

Schacht 9 hat geschrieben:@erloeser schrieb:
Bei den Ansichtskarten der Ruhrgebietsstädte der damaligen Zeit, auf denen hin und wieder auch Luftschiffe zu erkennen sind (wie auf den Abbildungen zu Beginn dieses Themas zu sehen) und die ohne Zweifel auch ihre Runden über dem Ruhrgebiet gedreht haben, handelt es sich in der Regel um Fotomontagen.
Bild
Sollen wir ihm das glauben??
Ich kenne dieses Foto aus einem Buch über GE, da ist es Schwarz Weiss und sieht wie ein echtes Foto aus.
Aber in der Mitte liegt Erle ! (Werbeslogan der Erler Werbegemeinschaft aus den 70´ern)

Schacht 9
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Beitrag von Schacht 9 »

Also gab es das schon früher, bizarr skurrile Ansichten aus Gelsenkirchen.

GELSENZENTRUM
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Gotha-Bomber in Rotthausen?

Beitrag von GELSENZENTRUM »

Karlheinz Rabas schreibt in seinem Aufsatz zum Flugplatz Rotthausen im Gelsenkirchener Lesebuch:
(...) Mitte 1912 gründeten der Kaufmann E.A. Schröder, der Oberleutnant Bernhard Goldschmidt und der Prokurist Otto May die Kondor Flugzeugwerke Gesellschaft mbH mit Sitz in Essen, die für den Flugplatz von großer Bedeutung war. Zu Beginn hatten die Kondor-Werke in Rotthausen 60 Mitarbeiter, gegen Ende des Ersten Weltkrieges waren es 1.200 Mitarbeiter. Aber das Ende des Krieges war auch das Ende der Flugzeugwerke. (...)
Was wurde denn bei den Kondor-Werken tatsächlich produziert?
Ralf Blank, Strategischer Luftkrieg gegen Deutschland 1914-1918

Fußnote Nr. 13:

Target list; PRO, AIR 1/60 u. AIR 1/460. Unter den Angriffszielen befinden sich auch eine vermutete Fabrik für Gotha-Bomber auf dem Flughafen Gelsenkirchen und die Mannesmann-Werke in Remscheid. Die Gotha G.IV war während des 1. Weltkrieges Deutschlands größter strategischer Bomber.
Zitat von: http://www.erster-weltkrieg.clio-online ... 14_181.pdf

Weitere Infos und Bilder von Gotha-Bombern: http://www.luftfahrtgeschichte.com/gotha.htm

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Beitrag von Verwaltung »


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