Flugplatz Gelsenkirchen-Essen-Rotthausen

Von Flughäfen und Flugmaschinen und von mutigen Männern in ihren fliegenden Kisten

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erloeser
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Luftschiff LS 04

Beitrag von erloeser »

@ Detlef

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(Luftschiff des WDL aus Mülheim an der Ruhr mit Werbung für die Fussballweltmeisterschaft 2006)

Wie wäre es, wenn wir dieses grünweissrote Fuji Luftschiff des WDL aus Mülheim kapern, die Hülle königsblau umspritzen und einen regelmässigen Linienverkehr Gelsenkirchen - Unnenberg einrichten. Pito hatte gestern schon die Idee den Turm des Hans Sachs Hauses zur Befestigung von Luftschiffen zu verwenden und ich vermute mal, dass es in Unnenberg auch einen Turm gibt.

Wir könnten dann alle mal auf ein Bierchen ins Bergische vorbeikommen und Du hättest ein Transportmittel, was Dich nach durchzechten Fussballabenden auf Schalke sicher wieder zurück bringen könnte

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Detlef Aghte
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Beitrag von Detlef Aghte »

Jau so machen wir das,ich werde mal die Jungens fragen,die das BXB Dingsbums geklaut haben.Die sind topfit in so Sachen
Mein turm ist an der Spitze 555m NN. da können wir es prima festmachen 8)
gruß detlef
Wer durch des Argwohns Brille schaut,
sieht Raupen selbst im Sauerkraut
W. Busch

Schacht 9
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Runter kommen sie immer.

Beitrag von Schacht 9 »

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Notlandung in Gelsenkirchen- Bismarck 1987
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Landung im Bereich Marschallstraße, heute Sonnensiedlung.
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Der Luftschiffer war nicht begeistert vom Besucherandrang.

Karlheinz Rabas
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Beitrag von Karlheinz Rabas »

@ erloeser

ich habe in meinem Bücherschrank noch ein sehr schönes Buch zum Thema Zeppeline gefunden.
Wolfgang Meighörner, Desdemona Vagedes, Klaus-Jürgen Weage: Das Jahrhundert der Zeppeline, Darmstadt 2000. Ds Buch ist zwar ein Werk zur Zeppelinpost, schildert aber in hervorrgender Weise auch die Geschichte der Zeppeline. Wolfgagn Meighörner ist übrigens der Leiter des Zeppelin Museum in Friedrichshafen.

Kondorwerke: Ich habe in dem Buch über Suwelak noch einaml nachgelesen. Es enthält zwar viele Fotos von den Werkstätten, hört aber mit dem Abschuß Suwelaks im 1. Weltkrieg auf. Es gibt zwar Hinweise auf Überlegungen mit anderen Firmen zusammen zu arbeiten aber zu einer Produktion scheint es nicht gekommen zu sein.

Karlheinz Rabas
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Besucher bei uns im Stadtteilarchiv Rotthausen, Mozartstraße 9, herzlich willkommen 10.000 Fotos zu Rotthausen und mehr

erloeser
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Bruno W.

Beitrag von erloeser »

@Karlheinz

Deinen Bücherschrank möchte ich haben...
weisst Du eigentlich etwas über Bruno Werntgen?

Er galt zu Lebzeiten als der jüngste Pilot der Welt, gehört zu den Luftfahrtpionieren in Deutschland mit der niedrigen Pilotenschein-Nr. 40. Wenn Bruno Werntgen tatsächlich in Rotthausen geflogen wäre, hätten wir mal wieder einen Weltstar und Spitzensportler aus heimischen Gefilden entdeckt.

Auf der Seite "Die Geschichte von Krey und Leithe" steht folgendes geschrieben:

"Der Flugplatz Essen-Gelsenkirchen-Rotthausen wird 1912 gegründet. Der Flugpionier Bruno Werntgen trainiert hier schon mit der ganzen Begeisterung seiner 16 Jahre"
Die Seite ist unter dem Stichwort Flugplatz Rotthausen sogar mit diesem Themenstrang verlinkt: http://www.dobrudscha.de/kray-leithe.htm
(auf der Seite ziemlich weit unten direkt unter dem Foto der Leither Straße)

Würde die Aussage auf dieser Seite stimmen, wäre Werntgen nur 17 Jahre alt geworden. In den "Bochumer Zeitpunkten, Beiträge zur Stadtgeschichte, Heimatkunde und Denkmalpflege", zu finden auf der Seite der Stadt Bochum, wird er auch erwähnt in Heft 11/2002 im Kapitel „ ... unter uns ist es so wahnsinnig tief“
http://www.bochum.de/zeitpunkte/frame04.htm

Dort wird berichtet, dass er am 23. Juli 1911 bei einer Flugschau auf dem Harpener Flugfeld als "Benjamin der deutschen Flieger" erschien, allerdings ohne Altersangabe.
Kann es sein, dass in Rotthausen schon vor Gründung des Flughafens 1912 Flugsport betrieben wurde und lässt sich herauszfinden, wann und wo Werntgen genau geboren wurde?

In Sank Augustin bei Bonn ist eine Straße nach ihm benannt, weil er dort auf dem Flugplatz Hangalar 1913 verunglückte. Mehr ist auf der Seite dieser Stadt allerdings nicht zu finden.

Ich versuche seit gestern an Informationen über Bruno Werntgen zu kommen, aber das Internet gibt zur seiner Person nur widersprüchliches her:
auf mehreren Seiten wird behauptet, er käme aus Köln und hätte dort eine Flugschule betrieben, andere machen aus ihm einen Kunstflieger aus Koblenz, stellenweise wird er sogar als Frontflieger geführt...

Hab ein Foto von ihm gefunden "Bruno Werntgen der jüngste Pilot der Welt"
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und noch dieses hier bei ebay, datiert 23.2.1923
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links oben schön zu erkennen Luftschiff Parseval PL VI aus München.
Bei den Doppeldeckern am Boden könnte es sich um Flugzeuge vom Typ Albatros handeln und rechts unten in der Luft eine Taube mit ihrem breit gefächerten Schwanz.

Interessant finde ich den Namenszug: Flugplatz Essen-Rotthausen-Gelsenkirchen gut 9 Monate vor Ausscheiden Rotthausens aus dem Landkreis Essen und der Eingemeindung nach Gelsenkirchen. Wahrscheinlich soll er ausdrücken, dass der Flugplatz von beiden Städten gleichermassen genutzt wird

erloeser
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Re: el condor pasa...

Beitrag von erloeser »

erloeser hat geschrieben:@ Emscherbruch

ich kenne das Museum in Zeppelinheim, weil ich mal 2 Jahre in Neuisenburg zwischen Sachsenhausen und RheinMainAirport gewohnt habe. Die Museen sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Leider geben die Interentseiten wenig Fotomaterial her, weil die für alles Kohle haben wollen und überall ein Copyright draufknallen:
Bilder gibt es auf der englischen Seite bei Jean-Pierre Lauwers:
http://www.earlyaviator.com/archive4.htm#jpl
Hintergundinformationen zur Technik und zu Klassifizierungen bei Jens Schenkenberger:
http://www.zeppelinfan.de/index.htm

@ Schacht 9 Wir haben heute Flugtag in diesem Themenstrang... und es ist gut was los in der Luft über dem virtuellen Flugplatz Rotthausen ;-)

vorhin sind drei Maschinen der Gothaer Waggonfabrik gelandet, die ich mal eben abfertigen muss und da kommt gerade eine vierte rein...

@Karlheinz & Andreas

Wie Du richtig vermutest haben alle drei abgebildeten Flugzeuge mit den Kondorwerken nichts zu tun, weil sie alle aus der Zeit nach 1933 sind. Die Gothaer Waggonfabrik A.G. produzierte nicht nur Flugzeuge, sondern wie der Name ahnen lässt Strassenbahnwagen, Güterwagons und Kinderkarussells. Das Unternehmen hatte nach dem ersten Weltkrieg die Produktion von Flugzeugen komplett eingestellt und erst mit der Machtergreifung 1933 wieder begonnen, Flugzeuge zu produzieren, also annähernd der Zeitpunkt, als auch die Segelflieger Rotthausen verliessen und die Luftfahrtgeschichte dieses Flugplatzes vorbei war.

Das oberste Flugzeug ist eine Go 145, ein zweisitziges Schulungsflugzeug, welches man ab 1933 baute, und das irgendwann mal durch Bestückung eines Maschinengewehres annähernd den Charakter eines Jadgflugzeuges erhielt.

Das zweite Flugzeug ist eine Go 146, ein Flugzeug für Reisen und Kurierdienste, in dem 4 Leute Platz fanden, und das ab 1935 gebaut wurde.

das dritte Flugzeug ist eine Go 149, die man 1936 als einsitzigen Jagdflieger für Übungsflüge baute, allerdings nur in geringer Stückzahl, weil das Gerät sehr anfällig war.

Der Gothabomber, von dem in der Fussnote Nr. 13 in Ralf Blanks Luftkrieg die Rede ist, wurde ab 1915 in Gotha gebaut und wurde aufgrund seiner Reichweite im Krieg gegen England eingesetzt. Das Gerät war sehr schwerfällig mit einem Leergewicht von fast 4 Tonnen konnte es nochmal eine halbe Tonne Bomben aufnehmen. Dies lässt vermuten, dass es in einer Art Gemischbauweise zusammen gesetzt war. Zumindest Teile des Rumpfes werden aus Metall gewesen sein, was dagegen sprechen würde, dass das Flugzeug in den Kondorwerken produziert wurde.

Das eigentliche Name der englischen Königsfamilie ist übrigens erst seit dem ersten Weltkrieg Windsor. Der damalige King George hiess eigentlich George Frederick Ernest Albert von Sachsen-Coburg-Gotha, hat aber auf Innenpolitischen Druck nach den Bombenangriffen der "Gothas", wie die Bomber im englischen Volksmund hiessen, den Namen Windsor angenommen.
Hier ein Foto eines der "Gothas" vom Typ G.IVBild

Schicken wir die ganzen Gothaflieger also wieder nach Hause in ihre thyringische Heimat und kommen wir nach Rotthausen zurück zu der Frage: was waren die Kondorwerke wirklich? Handelt es sich bei dem Werk um eine Werft für die Produktion von Sport- und Reiseflugzeugen oder um eine Rüstungsschmiede, die Kriegsflugzeuge produzierte?

Was meines Erachtens für die Produktion von Kriegsgerät spricht ist einmal die Beteiligung eines Oberleutnant bei der Gründung der Kondorwerke zwei Jahre vor Kriegsbeginn und zum anderen die Belegschaftsgrösse von 1.200 Mitarbeitern 6 Jahre später zum Ende eines vier Jahre dauernden Krieges.

Am besten schauen wir uns einmal eine Original Kondortaube aus Rotthausen an, die sogar den Namenszug ihrer Mutterwerft auf dem Rumpf trägt:

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Kolege Beck ist alles andere als ein Soldat. Er trägt keine Uniform und auch die Lackierung seiner Taube weisst keine militärischen Embleme auf.
Interessant sind die zusätzlich montierten Kufen, die daraufhin deuten, dass das Flugzeug wahrscheinlich im alpinen Bereich eingesetzt wurde. Kollege Beck könnte ein Postflieger gewesen sein...

Da wir uns in der Anfangsphase der Luftfahrt in Deutschland befinden, kann ich mir durchaus vorstellen, dass man die Flugzeuge, die im zivilen Bereich genutzt wurden, für militärische Zwecke weiterentwickelt und umgebaut hat.

Hier noch ein anderes Foto. es zeigt eine Fokker E.IIa und eine AlbatrosB.IIa, die unter Lizenz in Rotthausen gebaut worden sein soll (unter Vorbehalt)
Bild

Ich habe den englischen Text ins Deutsche übersetzt, erinnert ein wenig an ein Flugzeugquartett.... 7 Zylinder - Stich! ;-)

- - - Frühe Fokker E.II - ursprünglich ausgestattet mit einem 7 Zylinder 80 PS Oberursel u.O [Motor] - später umgerüstet mit einem 100 PS Oberursel U.I. -
Anmerkung zum aufgebauschten Kühlergrill: Bei den ersten Fokker E.II war der obere Holm gerade, die Standardproduktion [hingegen] hatte einen Zusatzholm um den grösseren Kühlergrill mit grösserem Durchmesser abzustützen und Kühlung brauchte der 9 Zylinder U.I Motor mit 100 PS
-Albatros B.IIa (Kondor.) - erbaut von der Kondor Flugzeug-Werke GmbH in Essen. Kondor versuchten ohne Erfolg mit einer Reihe von Entwürfen ihr eigenes Flugzeug für die Deutsche Luftwaffe zu entwickeln . Allerdings wurde Kondor unter Lizenz der Idflieg im Oktober 1916 mit einer Bestellung von 50 Albatros B IIa (Kon.) Seriennummer 390-439/16 für Übungszwecke beauftragt. Kondor nahm einige Überarbeitungen des Leitwerks vor. Dies blieb nicht beispiellos; sowohl die DFW mit der Albatros C.III(DFW)-Reihe, als auch andere Hersteller machten es genauso. Die Bezeichnung Albatros B.IIa kennzeichnet den Austausch der Maschine.
- Recht herzlichen Dank für die Flugzeugidentifikation und historischen Informationen an Dan San Abbot - - -


Unabhängig davon, ob die Flugzeuge richtig identifiziert wurden, was ich als Laie nicht zu beurteilen vermag, finde ich die Informationen zu den Kondorwerken recht interessant.

Zum Verständnis: "DFW" steht für Deutsche Flugzeugwerke, die ihre Produktionsstätte in Lindenthal hatten und ähnlich wie Condor zwar ein eigenes Flugzeug heraus brachten, aber unter Lizenz auch andere Maschinentypen bauten.

"Idflieg" ist die Abkürzung von Inspektion der Fliegertruppen. Sie wurde am 1. Oktober 1913 innerhalb der preussischen Armee aufgestellt. Neben dieser Fliegertruppe gab es noch die Marineflieger der Kaiserlichen Marine und die Fliegertruppe der Bayrischen Armee.
Während des ersten Weltkrieges benutzen die Fliegerkräfte des Heeres Jagdflugzeuge, wie Albatros und Focker, Aufklärungsflugzeuge von Aviatik, Rumpler, AEG und DFW, Flugzeuge zur Unterstützung der Infanterie, die in den Firmen Junkers und der Hannoverschen Waggonfabrik gebaut wurden, Bomber der Gothaer Waggonfabrik und Siemens-Schuckert-Werke, unterstützt von Luftschiffen der Zeppelinwerke Friedrichshafen.

Wahrscheinlich waren die Kondorwerke beides. Rüstungsbetrieb und Lieferant für die zivile Luftfahrt, ähnlich wie die Gothaer Waggonfabrik und die Luftschiffwerft des Grafen Zeppelin am Bodensee.

Heute ist dieser Mischmasch von Rüstungskonzern und Zivilwirtschaft übrigens immer noch gang und gebe. Beispiel EADS, DASA und Co., die alle am Airbus mitbauen, aber auch am Eurofighter und anderen Kriegsflugzeugen mitverdienen wollen.

Die Fotos, sind wieder von der seite des Britten Jean-Pierre Lauwers , auf der ich auch die Zeppelinbilder gefunden habe und die voll ist mit Fluggeräten aus der Pionierzeit bis zum Ende des zweiten Weltkriegs
http://www.earlyaviator.com/archive1.htm

erloeser
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taubenhaucher

Beitrag von erloeser »

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noch ein paar Infos zu den Tauben:

Wenn man sich das Foto anschaut, erkennt man sehr deutlich, dass sich die Konstrukteure zu Beginn der Fliegerei noch sehr stark an der Anatomie der Vögel orientert haben. Die Form der Tragfläschen des Flugzeugtyps "Taube" wie auch die Schwanzflosse entsprechen der Flügel- und Schwanzform einer echten Taube. Entworfen wurde dieser Flugzeugtyp 1910 von dem Österreicher Igo Etrich und als erstes von Lohner in Österreich und Rumpler in Johannisthal bei Berlin in Serie gebaut, später auch von anderen Werken, wie zum Beispiel Kondor in Essen. Ein Seitenleitwerk hatte dieses Flugzeug noch nicht. Die Querruder am Ende der Tragflächen wurden mit Hilfe von Zugseilsystemen, die unterhalb der Tragflächen über einen paralellen Holm und einen sich auf den Tragflächen befindlichen Mast geführt waren, gelenkt. Die Schwanzflossen besassen keine Ruder sondern wurden als ganzes mit Zugseilen über einen Mast unterhalb des Rumpfes gesteuert. Das Flugzeug lag zwar sehr stabil in der Luft, aber das fehlende Seitenleitwerk und die ganzflächige Steuerungsmechanik am Schwanz machten es sehr ungelenkig. Ein Grund der mit dafür verantwortlich ist, dass dieses Gerät im militärischen Bereich nur als Aufklärungsflugzeug Verwendung fand. Die Taube war vom Charakter ein typisches Schul- und Übungsflugzeug.
Sie besass ein Fahrwerk mit zwei Rädern, gewisse Ausführungen ermöglichten die zusätzliche Montage von Kufen für den Alpinbereich

Ein paar technische Daten:

14,3 Meter Spannweite, 9,9 Meter Länge, 3,2 Meter Höhe
Lehrgewicht: 650 kg, Abfluggewicht (Sprit + Pilot) 850 kg
Höchstgeschwindigkeit 100 km/h bei einer Reichweite von 140 km
angetrieben wurden die Flugzeuge durch verschiedene Motoren, abhängig vom Hersteller. 4 Zylinder Argus Motor, 6 Zylinder Mercedes E4F u.a.

Karlheinz Rabas
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Beitrag von Karlheinz Rabas »

@ erloeser

im Stadtteilarchiv Rotthausen gibt es mehrere Akten zum Flugplatz Rotthausen. Vor etwa 28 Jahren habe ich mich einmal sehr intensiv mit diesem Thema beschäftigt und dabei auch u.a. alle einschlägigen Zeitschriften aus der "Gründerzeit der Luftfahrt" wie 'Deutsche Luftfahrer Zeitschrift', 'Die Luftflotte', und 'Flugsport' eingesehen und entsprechende Texte und Bilder kopiert. Nur dabei ist ein Bruno Werntgen im Zusammenhang mit dem Flugplatz Rotthausen nicht aufgetaucht.
Ich habe die Akten heute noch einmal durchgesehen, ohne Ergebnis.
Den einzigen Hinweis zu Bruno Werntgen habe ich in einer Fußnote des Buches von Guido Rißmann-Ottow, Glück ab! Frühe Luftfahrt im Revier, Essen 2002, auf Seite 155 gefunden.
Hier steht, Bruno Werntgen sei in Duisburg geboren. In allen anderen Bücher ist er wohl nicht genannt.
Ich habe eine diesbezügliche Frage an das Essener Luftfahrtarchiv gestellt. Vielleicht hat Frank Radzicki weitere Informationen.

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Beitrag von Karlheinz Rabas »

@ erloeser

Was ist denn das für ein Buch "Die Geschichte von Krey und Leithe"? Mir ist kein seriöses Werk in dieser Richtung bekannt.

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Beitrag von Karlheinz Rabas »

In dem Buch von Hans Vogt: Seidene Kugel und Fliegende Kiste, Krefeld 1993, Stadt Krefeld, (Krefelder Studien Band 7), ISBN 3-9801610-8-0, soll es zahlreiche Informationen zu Bruno Werntgen geben.

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Beitrag von erloeser »

@ Karlheinz

bei der Seite handelt es sich nicht um ein Buch, sondern um einen link:

http://www.dobrudscha.de/kray-leithe.htm

direkt unter dem vorletzen Bild, welches Häuser an der Leither Straße zeigt (sehr weit unten auf der Seite) befindet sich folgender Text:

"Der Flugplatz Essen-Gelsenkirchen-Rotthausen wird 1912 gegründet. Der Flugpionier Bruno Werntgen trainiert hier schon mit der ganzen Begeisterung seiner 16 Jahre; die Möglichkeit zu Fliegen euphorisiert die Menschen. Die Fliegerei ist kein konfessionelles Unternehmen; viele wirken zusammen. Das ist noch nicht selbstverständlich."

Wenn man auf "Essen-Gelsenkirchen-Rotthausen" klickt, dann gelangt man genau auf den Themenstrang, indem wir hier gerade diskutieren.

Wenn ich die Titulierung "jüngster Pilot der Welt" und die Beschreibung Bruno Werntgens in "Bochumer Zeitpunkte" als "Benjamin" so auslege, dass es sich bei ihm um einen heranwachsenden minderjährigen Jugendlichen handelt, dann kann er irgendwo im Gebiet des heutigen Ruhrgebiets zur Schule gegangen und aufgewachsen sein. In den "Zeitpunkten" wird unter anderem über die Konkurenz möglicher Flugplatzstandorte Bochum-Harpen, Gelsenkirchen-Rotthausen und Wanne-Herten gesprochen. Zu finden bei:
Hans Joachim Kreppke: ... unter uns ist es so wahnsinnig tief“ Motorflugtage in Bochum zwischen 1911 und 1936
http://www.bochum.de/zeitpunkte/bz11_03.htm

Mit Wikipedia bin ich immer sehr vorsichtig Dort findet Bruno Werntgen in dem Artikel "Gelsenkirchen Rotthausen" Erwähnung. "Auf dem Flughafen Rotthausen trainierte der Flugpionier und Fluglehrer Bruno Werntgen, der hier auch Flugunterricht gab." siehe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gelsenkirchen-Rotthausen

Weisst du wer hinter diesem Artikel steckt? Vielleicht könnte man die Verfasser ja mal fragen, woher sie diese Information haben.

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Beitrag von erloeser »

In Wikipedia über Essen-Kray ist folgendes zu lesen:

"Der Mesenhohls Hof wurde noch bis zum Zweiten Weltkrieg von der Familie Mesenhohl bewirtschaftet. Er ging dann an die Tochter Kathrein Werntgen geb. Mesenhohl. Der Fliegerpionier Bruno Werntgen übte auf dem damaligen Flugplatz zwischen Kray und Rotthausen. Der Flughafen war am 25. Mai 1912 auf Pachtland des alten Gutes Nienhausen eröffnet worden und wurde bis in den Zweiten Weltkrieg genutzt."
vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Essen-Kray

Anmerkung:
Ich zitiere hier nur! Ob die hier zitierten Aussagen über Mesenhohls Hof und Bruno Werntgen richtig sind, kann ich momentan nicht überprüfen. Sie stammen aus Wikipedia und sollen hier lediglich Anhaltspunkte geben für mögliche Recherche, dem Bezug Bruno Werntgens zu Rotthausen auf den Grund zu gehen

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Beitrag von Karlheinz Rabas »

@ erloeser

Ich habe es inzwischen aufgegeben, diesen Blödsinn, der immer wieder in Wikipedia unte rRotthausen geschrieben wird, zu korrigieren.
Hier nur zwei Beispiele:
Knappschaft als Organisationsform von Rotthausen - hat es nie gegeben
oder unter
Persönlichkeiten: Carl Hundhausen - hat mit Rotthausen nichts zu tun, kennt in Rotthausen auch wohl kaum jemand.
Irgendwelche Leute versuchen immer wieder Personen aus ihrem Dunstkreis als wichtige Leute hier einzustellen. Vermutlich geht es auch so mit Bruno Werntgen.
Ich habe damals viele Gespräche u.a. auch mit Flugkapitän Hubertus Schröder aus Wiebaden geführt, der noch als fünfjähriger die Eröffnung des Flughafens Pfingsten 1912 erlebt hat und der hier auch das Fliegen lernte, nur, der Name Bruno Werntgen ist nie gefallen. Auch in allen anderen Belegen finden sich kein Hinweise in Bezug auf Werntgen in Rotthausen.
Behaupten kann man viel, aber man muss es auch belegen können.

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Beitrag von Karlheinz Rabas »

@ erloeser

Auch in Wikipedia ,Essen-Kray, stehen viele Fehlinformationen. So z.B. das über
die GBAG oder über Haus Achternberg. Diese Haus gehörte bis 1923 zu Rotthausen und hatte mit Kray nichts zu tun, oder der Flugplatz liegt zwischen Kray und Rotthausen. Aber so fehlt die m.E. wichtige Information, dass Kray und Leithe 1906 aus der Bürgermeisterei Stoppenberg ausgeschieden sind und die selbständige Bürgermeisterei Kray-Leithe gebildet haben usw.
Offensichtlich gehört auch Hundhausen, den man unter Rotthausen findet, nach Kray.
Der Link http://www.dobrudscha.de/kray-leithe.htm ist interessant zu lesen enthält aber auch viele Fehler. Aber wie in so vielen Fällen, bleibt der Autor anonym, was rechtlich mehr als bedenklich ist und es gibt so keine Möglichkeit, die Dinge richtig zu stellen.

Karlheinz Rabas
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Beitrag von erloeser »

Ich werd schauen, ob ich bei früheren Luftsportfreunden mehr über Bruno Werntgen erfahre. Hab selber jahrelang Segelflug betrieben und mein damaliger Fluglehrer ist Mitglied der Steeler Spatzen. Der Verein wurde zwar erst nach dem zweiten Weltkrieg gegründet, aber aus meiner aktiven Zeit ist mir in Erinnerung, dass sich einige Flieger auch mit Luftfahrtgeschichte sehr gut auskannten. Steele ist nicht weit von Krey und falls Bruno Werntgen aus dieser Ecke stammen sollte, wird man es in Steele eventuell wissen.

Hier mal eine Luftaufnahme , die einen Eindruck vermittelt, wie heute der Landeanflug auf den Flughafen Rotthausen beim Einleiten der Kurve aus dem Gegen- in den Queranflug aussehen würde, gäbe es ihn noch...

Bild

Dass man in Gelsenkirchen keinen Luftsport betreiben kann und die Gelsenkirchener zum Beispiel in die Borkenberge hinter Haltern auswandern, hängt mit dem sogenannten CVFR Gebiet (controlled visuell flight rules) des Flughafen Düsseldorf zusammen. Segelflugzeuge und kleinere Motormaschinen, fliegen im Gegensatz zu den in Düsseldorf verkehrenden Passagiermaschinen nach den sogenannten Sichtflugregeln, weil sie nicht mit den entsprechenden Geräten des Instrumentenflugs ausgerüstet sind. Sie müssten sich nach jedem Start beim Tower in Düsseldorf anmelden, der den Flugraum über Gelsenkirchen überwacht und das ist nicht zu realisieren. Die Untergrenze dieses CVFR Gebietes liegt bei ca. 400 Metern und kann von Motormaschinen unterflogen werden, aber Segelflugzeuge, die auf Thermik angewiesen sind und ihren Flug diesen Bedingungen anpassen müssen, sind dazu nicht in der Lage.
Dies ist der Grund, wieso man im Luftraum über Gelsenkirchen zwar hin und wieder kleinere Motorflieger sieht, aber keine Segelflugzeuge.

Bis gleich in Rotthausen

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