Zeche Rhein-Elbe

Die industrielle Vergangenheit Gelsenkirchens zwischen Kohle und Stahl. Alles was stank. ;-)

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Heinz O.
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Beitrag von Heinz O. »

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der von Herrn Rabas eingestellten Lageplan ist leider so klein, das ich nichts erkennen kann.
Micha

Irgendwie machen GEschichten süchtig .......

Josel
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Beitrag von Josel »

Neulich erzählte mir ein Zeitzeuge, man habe auf dem Rheinelbe-Gelände noch lange nach Beendigung der dortigen Kohleförderung Fernwärme erzeugt. Energieträger seien winzigste Kohlenreste gewesen, die sich bei der Kohlenwäsche nicht vom Gestein trennen ließen. Solche Gestein-Kohle-Verbindungen habe man über ein offenes Feuer geblasen und die dabei entstehende Wärme u.a. in die Bergmannssiedlung am Nattmannsweg, aber auch bis nach Essen geleitet. Was bei dieser Verblasetechnik übrig blieb, sei dann auf der Rheinelbehalde abgekippt worden. Soll eine ziemliche Umweltsauerei gewesen sein, gegen die schon damals ein in der der Nähe der Glückaufbrauerei ansässiger Arzt eingeschritten sein soll. Der habe tatsächlich die Schließung dieser Anlage bewirken können.

J.
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Karlheinz Rabas
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Beitrag von Karlheinz Rabas »

@Josel,

m. W. ist Kirdof aus seiner Villa in Ückendorf direkt in den Streithof nach Düsseldorf gezogen. Es hat keine zweite bzw. neu Villa in Ückendorf gegeben.

Die Aussage über die Fernwäremeerzeugung auf Rheinelbe halte ich für ein Märchen. Ich habe mich seit 1964 im Bereich der Ruhrkohle sehr intensiv mit dem Thema Fernwärme beschäftigt und wenn es eine solche Anlage gegeben hätte, wäre mir das sicherlich zur Kenntnis gelangt.

@Heinz O.,

ja, das ist das Buch von Bacmeister. Wenn der eingestellte Plan zu klein ist, dann vergrößere ihn Dir doch. Das sollte ohne Probleme möglich sein.

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Josel
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Beitrag von Josel »

@Karlheinz Rabas

Meine Hand ins Feuer legen würde ich für die Fernwärmegeschichte natürlich auch nicht. Wurde halt so berichtet... Kann es denn sein, dass mit diesem Verfahren auf Rheinelbe Strom produziert wurde? Ist ja noch jede Menge Umspannung vorhanden... Und für die Tatsache, dass Wäsche-Reste über ein offenes Feuer geblasen wurden, halte ich die Quelle für vertrauenswürdig.

Kirdorfs Streithof war übrigens m.W. nicht in Düsseldorf, sondern in Mülheim...

http://www.route-industriekultur.de/the ... ithof.html

J.
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Karlheinz Rabas
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Beitrag von Karlheinz Rabas »

@Josel

Natürlich liegt der Streithof auf Mülheimer Stadtgebiet. Danke.

Zum Thema Fernwärme: Man hat ja in den 1950/60ger Jahren mit allen möglichen Dingen experimtiert. Aber wenn es hier Fernwärme gegeben hätte, müßten dazu auch die Rohrleitungen vorhanden (gewesen) sein. Und erdverlegte Rohrleitungen mit den entsprechenden Isolierverfahren waren in der Zeit ein großes Thema und eigentlich nur von einem System in Kanalbauweise technisch brauchbar gelöst und das war relativ teuer.

Aber vielleicht kannst Du mehr zur Wärmeerzeugungsanlage in Erfahrung bringen?
Wäsche-Reste über einem offenem Feuer verbrennen. Technisch kenne ich eigentlich nur die Wirbelschichtfeuerung, die da eingesetzt werden könnte. Aber die Weiterentwicklung lag zeitlich später, Ende der 1970ger Jahren und ein Anlage in der technischen Größe, um damit Strom fürs Netz zu erzeugen? Ich kann mir nicht vorstellen und kann mich auch nicht erinneren, dass eine solche Anlage auf Rheinelbe gestanden hätte.

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Josel
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Beitrag von Josel »

Karlheinz Rabas hat geschrieben: Aber vielleicht kannst Du mehr zur Wärmeerzeugungsanlage in Erfahrung bringen?
Ich probiers gerne. Was ich früher nie gedacht hätte: Die Erinnerungen solcher Zeitzeugen trügen offenbar viel mehr als sie das selbst glauben. Es scheint mit der Zeit eine Menge zu verschwimmen.

Ich kenne auch ein paar Leute, die das Rheinelbeschwimmbad in die unmittelbare Nähe der heutigen Forststation verlegen, was wiederum nach Ego-Uecke nicht stimmen soll. Das Bad soll übrigens nach diesen Quellen geschlossen worden sein, weil es sich infolge von Bergschäden mit vernünftigem Aufwand nicht mehr abdichten ließ.

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Ego-Uecke
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Beitrag von Ego-Uecke »

Die Erfahrung mit den "Zeitzeugen" habe ich auch schon mehrfach gemacht, hier berichtet und hier korrigiert. Wenn ich dabei an den Thread "Geschäfte Ückendorfer Str." denke - was ich da alles an widersprüchlichen Aussagen von "100%-ger Sicherheit" gehört habe - man kann es kaum glauben. Gerade bei solchen Gelegenheiten spielt die Erinnerung wohl so manchen Streich.
Ich kenne auch ein paar Leute, die das Rheinelbeschwimmbad in die unmittelbare Nähe der heutigen Forststation verlegen, was wiederum nach Ego-Uecke nicht stimmen soll. Das Bad soll übrigens nach diesen Quellen geschlossen worden sein, weil es sich infolge von Bergschäden mit vernünftigem Aufwand nicht mehr abdichten ließ.
Bei der Standortfrage bin ich mir sehr sicher, weil ich selbst eifriger Besucher dieses Schwimmbades war. An schönen Sommertagen war ich beinahe täglich dort zum Schwimmen, weil es für mich als Bergmannssohn sehr billig (ein oder zwei Groschen) war. Die Version mit den Bergschäden ist mir auch so bekannt.

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piratenauge
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Beitrag von piratenauge »

Das müsste das Schwimmbad sein. Das Foto ist wohl aus den 40ern.Bild
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Triode
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Beitrag von Triode »

Hier mal ein Kugel Erde Overlay der Karte von 1949.
Vielleicht erkennt jemand das Schwimmbad.

KMZ anhängen geht nicht.Also als Bild.

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Ego-Uecke
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Beitrag von Ego-Uecke »

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An der mit dem Kreis gekennzeichnetet Stelle muss sich etwa das "Rhein-Elbe-Bad" befunden haben.

Josel
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Beitrag von Josel »

Ach, das Bad lag sogar auf der südlichen Seite der beiden Bahndämme?!?

Reste zu finden dürfte angesichts der wilden Birkenvegitation in diesem Bereich schwierig sein...

J.
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Karlheinz Rabas
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Beitrag von Karlheinz Rabas »

Hallo Ego-Uecke,

nachstehend ein Plan von 1954 in größerem Maßstab. Ich glaube nicht, daß die angegebene Lage richtig ist. Das Schwimmbad lag m.W. in der Nähe der Kühltürme (weil es von dort beheizt wurde) und die lagen nördlich der Bahnlinie.
Ist das auf dem Plan zu sehende Rechteck mit den Unterteilungen in drei Bereiche nicht evtl. das Schwinnbad?

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Karlheinz Rabas
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Karlheinz Rabas
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Beitrag von Karlheinz Rabas »

Hallo Ego-Uecke,

ich habe noch ein Foto gefunden, auf dem ist zu erkennen, daß die Wasserfläche in drei Teilflächen unterteilt ist. Die rechteckige Fläche auf dem Plan ist also das Schwimmbad Rheinelbe.

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Karlheinz Rabas
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piratenauge
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Beitrag von piratenauge »

Die drei Grazien im Vordergrund sind ja schon toll, aber ich finde man kann die Aufteilung in drei Becken erkennen und im Hintergrund auch Eisenbahnwagons.
Passt zum 1954 Plan.Bild
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Ego-Uecke
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Beitrag von Ego-Uecke »

Also einen Eid leisten würde ich wegen der Lage der Schwimmbecken nicht (muss ich ja auch nicht). Aber trotzdem bleibe ich bei meiner Meinung, dass die eingezeichneten, unterteilten Rechtecke nicht die tatsächliche Lage des Schwimmbades wiedergeben. Und warmes Wasser gab es eigentlich nicht wirklich. Das Wasser im Springer- und im Schwimmerbecken war immer eiskalt. Nur im Kinderbecken (vorne das erste) war es etwas wärmer. Warum? Nicht so tief? Mehr in der Sonne, die anderen im Schatten? Viele (pinkelnde?) Kinder? - Keine Ahnung!

Neben der heute noch existierenden Brücke ging eine steile Treppe nach oben, durch ein Tor, neben den Gleisen entlang und dann runter zum Schwimmbad. Heute ist von der Treppe nix mehr zu sehen. Im Sommer, als diese Fragen das erstemal hier auftauchten, war ich vor Ort, um nach Resten zu suchen. Ich habe - wie Josel schon sagte - wegen des Bewuchses nichts mehr gefunden, was auf das Schwimmbad hinweisen würde. Hinzu kommt, das man nach meiner Erinnerung "runter" gehen musste - das Schwimmbad also möglicherweise tiefer lag, als das Gelände heute ist. Auch auf der anderen Seite habe ich damals gesucht und keine Hinweise gefunden.

Wenn sich noch jemand an die Treppe neben der Brücke erinnern kann, ist das vielleicht ein Hinweis auf die wirkliche Lage des Bades. Nach meiner Erinnerung ging die Treppe links neben der Brücke - den Südpark im Rücken - hoch - das spräche für meine Version. Wenn jemand die Treppe rechts von der Brücke zweifelsfrei bestätigen kann, spräche das für die Version von Karlheinz Rabas.

Das Foto der "drei Grazien" mit den erkennbaren Waggons bestätigt aber wieder meine Version, Bahnlinie "im Rücken", Blickrichtung zur Virchowstrasse.

Aber ich muss gestehen, es bleiben große Zweifel - wie das mit der Erinnerung nach mehr als 40 Jahren so ist.

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