Malakowturm - Zeche Holland Schacht 1/2

Die industrielle Vergangenheit Gelsenkirchens zwischen Kohle und Stahl. Alles was stank. ;-)

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Karlheinz Rabas
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Beitrag von Karlheinz Rabas »

Zur Klärung der Situation nachstehend ein Lageplan.
Das Foto zeigt die Eingangsituation von der Hauptstraße aus.
Der Tennisplatz liegt zwischen den Malakowtürmen und dem Ventilatorenhaus.

Bild

Karlheinz Rabas
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Josel
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Beitrag von Josel »

@Karlheinz Rabas

Das Ventilatorenhaus diente vermutlich der Belüftung der Schächte - aber was genau geschah eigentlich im Kesselhaus? Hatte das was mit Antrieb der Fördermaschinen zu tun?

J.
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Raven
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Beitrag von Raven »

Ja, es ist der Eingangsbereich,
das Pförtnergebäude rechts, existiert nicht mehr nur noch teile ses Transformatorengebäude (hinterer Teil der "UnverwechselBar").
Die Gebäuden links sind vorhanden, die hinteren rechts nicht mehr.

Direkt hinter der Doppelmalakovturmanlage befindet sich, ein kleiner Grünstreifen mit Tennisplatz (TC Grün Weiß)

Bild
Gruß Rainer

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Raven
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Beitrag von Raven »

hier noch ein Bild der Anlage im Zustand vor der Restaurierung:

Bild
Gruß Rainer

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Raven
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Beitrag von Raven »

Josel hat geschrieben:@Karlheinz Rabas

Das Ventilatorenhaus diente vermutlich der Belüftung der Schächte - aber was genau geschah eigentlich im Kesselhaus? Hatte das was mit Antrieb der Fördermaschinen zu tun?

J.
Richtig,
Im sogenannten Kesselhaus war der Dampfkessel bzw. die Dampfmaschine aufgestellt.
Gruß Rainer

Josel
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Beitrag von Josel »

War diese "Dampfmaschine" lediglich Antrieb für die ursprünglichen Förderanalgen in den Malakowtürmen oder betrieb sie auch noch die Fördermaschinen, die man später außerhalb der Türme installierte, als die Türme die Stahlgerüste aufgepflanzt bekamen?

J.
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Raven
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Beitrag von Raven »

die beiden Förderanlagen befanden sich außerhalb der Doppelmalakovturmanlage in den Malakovturm selber waren keine Förderanlagen. Unter den Türmen befanden sich die Schächte.
Der Gebäudetrakt in der mitte diente als Kaue.
Fördertürme ware schon immer auf der AnlageBild
Gruß Rainer

Karlheinz Rabas
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Beitrag von Karlheinz Rabas »

Hallo Josel, hallo Raven,

ursprünglich war diese Anlage auch eine reine Malakowturmanlage, nur das zwei Türme nebeneinander standen. Das hat es im Ruhrgebiet nur in wenigen Fällen gegen, in Gelsenkirchen z.B. bei den Schächten 3 und 4 von Dahlbusch.

Bei den Malakowtürmen befanden sich die Fördermaschinen im Turm oberhalb der Schächte. Mit fortschreitenden Teufen und damit größer werdenden Lasten, reichten die Mauerwerke der Malakowtürme nicht mehr aus, diese Kräfte aufzunehmen.
Ab etwa 1890 baute man Stahlfördergerüste. Bei vielen Malakowtürmen wurden dabei einfach die oberen Teile der Türme abgebrochen, die vorhandenen Fördermaschinen ausgebaut und Stahlfördergerüste in den Turm eingebaut, so auch bei den beiden Schächten Holland 1 und 2. Eine solche Anlage, Malakowturm mit aufgesetzem Stahlfördergerüst, steht heute noch auf der Zeche Proper in Bottrop.
Bei den Stahlfördergerüsten waren die Fördermaschinen seitlich in eigenen Gebäuden untergebracht. Die Fördermaschinen waren damals Dampfmaschinen, die eine Seiltrommel, später in aller Regel eine Koepe-Scheibe antrieben.
Der für die Dampfmaschinen benötigte Dampf wurde in Dampfkesseln erzeugt, die im Kesselhaus untergebracht waren.
Solche Dampfmaschinen sind heute in Gelsenkirchen noch zu besichtigen in den beiden Fördermaschinenhäusern (nördlich und südlich) der Zeche Bismarck, Schacht 9.
Wann die Stahlfördergerüste auf Holland 1 und 2 abgebrochen wurden, kann ich im Augenblick nicht sagen, dazu muss ich in der Bergbausammlung nachsehen.

Frühe Fotos von der Malakowturmanlage sind recht selten - da war die Fotografie noch nicht so weit. Das einzige mir bekannte Foto von der Anlage Holland 1/2 folgt nachstehend.

Bild

Karlheinz Rabas
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Zeche Holland 1-2

Beitrag von Schacht 9 »

Wenn man beide Bilder (Malakowtürme) vergleicht kann man kaum glauben,
dass es sich um die gleiche Schachtanlage handelt.
Bild
Bild

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Heinz O.
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Beitrag von Heinz O. »

Karlheinz Rabas hat geschrieben: Solche Dampfmaschinen sind heute in Gelsenkirchen noch zu besichtigen in den beiden Fördermaschinenhäusern (nördlich und südlich) der Zeche Bismarck, Schacht 9.

Karlheinz Rabas
Hallo Herr Rabas,
ist das richtig ? Zeche Bismarck, Schacht 9 war doch meines Wissens an der Frankampstr., dort ist aber heute nichts mehr.
oder meinten Sie Zeche Consolidation ?
Micha

Irgendwie machen GEschichten süchtig .......

Karlheinz Rabas
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Beitrag von Karlheinz Rabas »

Entschuldigung, ich meine natürlich Zeche Consolidation, Schacht 9!

Karlheinz Rabas
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Zeche Bismarck

Beitrag von Schacht 9 »

Hallo Heinz O, da wird es der gute Karlheinz Rabas aber mächtig eilig gehabt
haben, so dass er seine Niederschrift nicht mehr nachlesen konnte. Der Fehler
wäre ihm sonst aufgefallen. Er ist ja erst vor einigen Wochen im südlichen
Maschinenhaus der Zeche Consolidation Schacht 9 für 10 jährige Mitgliedschaft im
dortigen Initiativkreis geehrt worden.

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Heinz O.
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Beitrag von Heinz O. »

kein Problem, nobody is perfect, sagt ja schon der Italiener :wink:
Micha

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Karlheinz Rabas
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Beitrag von Karlheinz Rabas »

Hallo Schacht 9,

die unterschiedlichen Fotos lassen sich erklären.
Auch bei den Stahlfördergerüsten hat es eine Entwicklung gegeben und bei vielen Schächten sind die ersten Stahlfördergerüste später noch einmal gegen modernere Fördergerüste ausgetauscht worden, so auch wohl auf Holland 1/2.
Ich werde in den nächsten Tagen mal versuchen, Daten und Umbautermine zu den Fördergerüsten von Holland 1/2 zu finden.

Karlheinz Rabas
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Zeche Holland 1-2

Beitrag von Schacht 9 »

Eingangsbereich der Zeche Holland Schacht 1-2
Bild

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